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Full text of "Geschichte der Slawenapostel Cyrill und Method und der slawischen Liturgie"

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©efd^id^te 



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@IatDena)iofteI g^^ttE itnii äßet^ob 



unb 



ber flattitf(^en Liturgie. 



SJcn 



Dr. S- ;3l. ($in?ei. 



Seitmeri^ , 

5(. @ c^ n i\ r l e t n . 
1857. 



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£)rii(f von V. ®. Stubnn in 2cip|ig. 






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%tm ^odjtDflrbigften 



^ e r r n 



Dr. $ ü k b i^ t t X, 

®etiera(«®ro§meif^er M ritter(t(f}en Ortend ber ^reu^^erren 

mit bem rotten Sterne ic, 



beut 



Äeniier, ®i)a1^tx unb götberer ber SBiffenf^aft, 



wibmet bieg ^u^ 



aU ein ^^toa(tft9 d^i<^en ber innigflen SSere^rung 



ber Serfnffer. 



3J r tti r t^ 



oöt bic gropc ^Jamtlic bcr (^ripHcf)en ®(att)cnt>oIfcr bc^ ofter^ 
reid^ifc^cn Äaifcrftaatcö f)at bic ©cfd^id^te bcr l^eiügcu (Stritt imb 
SRet^ob du eben fo f)o]^c6 a(ö blcibenbc^ 3nterefl[e. 

(S^ ftnb na^eju taufcnb 3af)rc, baß ba^ ebfc Sri5ber^)aar a(^ 
Setztet unb Siturgen auf einem tt)eiten t>on rf^rtfttidjen itnb l)dinu 
fd^cn ©taitjen beitjo^nten S5oben auftrat, ber l^eute nad^ feinem 
ganjen Umfange dn integrirenber S^l^eil be^ geitjaltigen Defterreid^^ 
ift, bem bie 93orfel^ung bie tJKiffion juget^eilt i^at, ben Dfien mit 
bem SBefien ju tjerbinben unb bem Srfien alle SJilbung beö 8e^=^ 
tcrn ju i>ermitteln. 

Slber obfd^on faft taufenb 3al)re feit ben Stnfdngen ber apo\to^ 
Iifd)en a:^dtigfeit e^ritt'ö unb aWet^ob'ö unter ben ©(aitjen Defter^ 
teid^^ tierftoffen ftnb, \)at ioi) biefe fange B^itbauer, in tt)eldBer 
fonji 3(Ueö tt)a^ nidjt »om ©eifte ftammt einer ett)igen 9Sergeffenf)eit 
anl^eimfdUt, baö ®eb(Sd^tniß berfelben nic^t nur nic^t im SKinbeften 
gcfd^tt)dd^t, fonbern i^re 93eret)rung ift innerl^afb berfelben immer 
lebenbiger unb frdftiger geitjorben. 

SBenn bie d^riftlic^en ©laitjen^olfer Defterreidjö bie f)eiligen 
33rüber t)orjugött)eife al^ iljre Sl^)oftel tjerel^ren, fo blidfen anä) bie 
nid^t^flamifc^en SSolfer beö d^riftli(t)en Slbenblanbeö , unb befonberö 
jene Deflerreid^ö , mit nic^t geringerer SSereljrung auf fte alö — 
bie 9le^)rdfentanten beö über ben b^jantinifd^en aBiber^)art gegen 
9?om erl)abenen grted^ifd^en ©eifteö, in benen bie Sinl)eit ber mor^ 
genldnbifd^en unb abenbldnbifc^en Äirc^e in ®Umben unb iitbc jtd^ 
im neunten 3al)rl)unberte lebenbig barftellte. llnb barum ftnb unb 



VI 

6(ci6en bie f)ciltgen (Stritt unb 9Wct{)ob baö f)eK leud)tenbe I)oi>i)el^ 
gcftirn am fimid)cn Ȥimme(, ju bcm t)ertrauenb Slffc cm^)orfc^auen, 
benen bcr fd)one ©ebanfe einer SSereinigung ber getrennten Äirdfien 
»^erjen^fad^e ift. 

!Diep {)o{)e 3ntereffe, baö für immer an bie f)eiltgen SRamen 
S^rtU unb 3)iet{)ob gefnü^)ft ift, trieb mid^, if)rer ©efc^idjte 
meine SWu^eftunben ju mibmen. @^ ftnb fange 3af)re fjer, baß id^ 
bie Srgebniffe meiner ^orfd^ungen mit fteter 9iucfft(t)tna{)me auf aHe 
t^nen ^erit)anbten litterarifd)en Srfd^einungen nieberjufd^reiben 6e^ 
gann. @^ fc^ien mir an ber ßcit ju fe^n, meine 3(rbeit enbltd^ ju 
fd)Iiepen unb fte in bem t)orIiegenben Surfte ju tjeroffentlid^en. 

@^ ift unter ben *!^iftorifern allgemein anerfannt, baf bie 
®efcf)id^te ber (^la\r>mapo\tcl , für bif feit ^obroit)ff^'ö fd^d^en^^ 
Jvertf)en Seiftungen, bieboc^ nur me^r Srcurfe über bie tt)id^tigflen 
Sebenömomente S^rill'^ unb 90?et]^ob'ö alö eine jufammenl^dngenbe 
pragmatifd^e ®efd^id)te berfelben genannt i^erben fonnen, t>iele 
JtJert^t)otte 33eitrdge unb Unterfud^ungen anö Sid^t getreten finb, 
einer fritifd^en 9iet)ifton unb neuen Bearbeitung gar fel^r bebürfe. 

SBenn nun ba^ gegenu>drtige Sud^ fid^ alö eine ,,@efd^i(^te ber 
®tan)ena>)ofte( unb ber f(att)ifd)en Siturgie" anfünbigt, fo fott ed 
bod^ nid^t^ Slnbere^ aU ber SSerfud^ einer fofc^en fe^n, ben ii) mit 
SSertrauen bem unparteiifdjen nrtf)ei(e ber geleierten g^ac^mdnner 
anf)eimgebe. 

!l)aö Siefultat meiner gorfc^ungen ftimmt l)ie unb ba niijt mit 
ben 9tnfc^auungen anberer gelel)rter gorfd)er überein. ®o fel^r i^ 
biefe SKdnner il^rer SSerbienfte um bie SBiffenfc^aft tt)illen bodbfd^dfte, 
fo fel)r ertt)arte iij üon i^rer Siebe jur äßiffenfc^aft tt)ie )>on it)rer 
©efinnung, baß fie an mir feinen Oegner, fonbern nur einen MiU 
arbeiter an bem gemeinfamen SBerfe ber Grforfdjung gefc^idbtlid)er 
a33at)rt)eit erblidten n)erben. 

feltmerf^, ben 3. Olprit 1857. 

Dr. ©ittjeL 



3i n M lt. 



Seite 

33ornjort , . . V 

(Einleitung. 
2)ie jQnetten pt ®ef(^i(^te (E^dtt'^ mh mttW9 unb beten (Sranbtoiitbiofeit* 

I. Cuclfen \)oit unjhjeffel^after ©lauBw'urWgfeit 5 

II. CueKen »on jtoeifeH^after ©laubn^ürbf^feit 7 

A. Offenbar unhä)tt UrFunben 8 

B. ^ie Segenben von ben l^eUigen ß^^rUC unb iD?et!)ob .... 11 
III. ®efe^ ber i^iflorifci^en Ärüif für ben ©ebrauci^ v»on Segenben ... 17 

©efc^id^te ber (Blatüens^)ßoM S^riH unb aMet(;ob. 

§. 1. JDer (Slatoena^>oflel ^erfunft, 55ilbung unb ©eruf 21 

§. 2. (Senbung be^ (S'onfiantinu^ ju ben Qf^a^axtn 24 

§. 3. 5(uffinbung ber [Relfciuien be« b. ^a)ß^te unb 9P?rtrbr O^femenö I. 

burd^ ©onftantinu« 27 

§. 4. [ReHgf^ö^fircbHd^er 3uflanb unter ben (Slatoen be^ Sf^enbtanbe«, 

in^befonbere SW^b^enei 29 

§.5. «Berufung e^onflanlin'« unb aWet^ob'^ naci^ aW%en 32 

§. 6. erfinbung ber fTatoifd^en Schrift burd^ (S^onflantfn .34 

§. 7. «Reife ber ©ruber nacb 5WÄb«n, unb ifir SBirfen bafelbfi burcb 

funftf^alb Sabre 38 

§. 8. «Berufung ber 33rüber nacb ffiorä 43 

§. 9. «nfunfl ber ©ruber in fftom mit ben «ÄeHquien be« b- 6^temen^, 

unb aöeibe berfelben gu ©ifcb^fen 45 

§. 10. Xob be^ ß^onflantinu« , genannt ß^^riUu^, in fftom 48 

§. 11. Ü)ii«tbüb(u0 n?lrb gum örgbifcbofe von SWi^ren unb «l^innonien erboben 51 



£)rii(f t»oit ^. ®. Seubnn in 2cip|ig. 






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U 



%tm $o(^)Dflrbi(|ßen 



Ä e r r n 



Dr. 3 ü k if b ß t t X, 

®etiera(«®rogmeif^er bed ritter(i(f)en Orbend ber ^reu^^erren 

mit beut rotten Sterne ic, 



bem 



Äeniier, Si)a1^tx unb götberer ber SBiffenf^aft, 



wibmet bieg ^u^ 



aU ein fd^toad^eö Seichen ber innigflen Sere^nmg 



ber Serfaffett 



® r m r t* 



0«t bie grope Familie ber d^rifHic^en ®(an)eut)oIfer be^ 6fter=^ 
rcic^ifc^en Äaiferftaateö f)at bie @ef(f){^te ber l^eiligeu Stritt iinb 
SWetI)ob ein eben fo l^olje^ a(ö bfeibenbe^ Sntereffe. 

@^ ftnb nal^eju taufenb Saläre, bap ba^ eble Sruber^jaar aU 
Seigrer unb 8iturgen auf einem n^eiten t)on (^riftnd)en unb l^eibni«^ 
fd^en ©langen ben^ol^nten S3oben auftrat, ber l^eute nad^ feinem 
ganjen Umfange ein integrirenber $})dl M gen^altigen Defterreid}^ 
tft, bem bie 9Sorfel)ung bie SKiffion jugetl^eilt f)at, ben Dften mit 
bem SBefien ju »erbinien unb bem @rften alle SBilbung be^ 8eft^ 
tern ju \)ermitte(n. 

Slber obfc^on faft taufenb 3al)re feit ben Sfnfdngen ber apofto^ 
lifct)en a:f)dtigfeit S^riß'^ unb 3»ett)ob'ö unter ben Standen Defter^ 
teid^^ »erfloffen finb, ^at boc^ biefe lange 3^itbauer, in njefdber 
fonfl StHe^ tt>a^ nid)t »om ©eifte ftammt einer endigen 2?ergeffen]^eit 
anheimfallt , ba^ ©ebi^tnip berfelben nid^t nur nid^t im -SKinbeften 
gefd^tvddijt, fonbern it)re 93erel)rung ift innerfjalb berfelben immer 
lebenbiger unb frdftiger gen^orben. 

SBenn bie d^riftlid^en ©lan^en^blfer Defterreidjö bie ^eiligen 
Srüber t)orjug^n)eife al^ iljre S(^)ofte( t^erel^ren, fo blidten aud^ bie 
nid^t ^lamifdE^en SSbffer be^ ^riftlic^en Stbenbfanbe^, unb befonber^ 
jene Deflerreidfi^, mit nidf|t geringerer SSereljrung auf fie aU — 
bie 9ie^)rdfentanten beö über ben b^jantinifd^en 2ßiber^)art gegen 
9lom erl)abenen griec^ifd^en ©eifteö, in benen bie Sinl)eit ber mor^ 
genldnbifdfien unb abenbldnbifd^en Äird^e in ©lauben unb Siebe fid^ 
im neunten Sal^rf^unberte lebenbig barjiettte. Unb barum ftnb unb 



VI 

bleiben bie fjeiligeu Stritt unb SKetl)ob baö ließ Ieu(f)tenbe ^oppcU 
geftirn am fird^lidjen »giimmel, ju bem tjertrauenb ?ttte emporfc^auen, 
benen ber fd^one ©ebanfe einer SSereinigung bet getrennten ÄirdE^en 
»§erjenöfad)e ift. 

3)ie^ ^ot)e Sntereffe, baö fnr immer an bie l^eiligen 9?amen 
S^riK unb 9)?etf)ob gefnn^)ft ift, trieb miij, if^rer @ef(^id)te 
meine SÄu^eftunben ju n^ibmen. @ö ftnb lange 3al|re l^er, ba^ td^ 
bie ©rgebniffe meiner Sorfd^ungen mit fteter 9liidftc^tnal)me auf alle 
ii^nm t)ern)anbten litterarifd|en ©rfd^einungen nieberjufdjreiben bc^ 
gann. @6 fc^ien mir an ber ^cit ju fe^n, meine Slrbeit enb(id) ju 
f(f)lief en unb fte in bem öorliegenben 93ud)e ju üerbffentlid|en. 

@ö ift unter ben .^iftorifern allgemein anerfannt, baf bte 
®efci^id)te ber <5Iatt)enapoftel, für bie feit 2)obroit)fE^'^ fdjd^en^^ 
mxii)cn Seiftungen, biebod^ nur mel)r ©rcurfe über bie n)i(i^tigfteit 
Seben^momente S^ritl'^ unb 3)Jetl)ob'ö alö eine jufammenlidngenbe 
))ragmatifd|e @efd^i(f)te berfelben genannt it)erben f6nnen, t)iele 
tpertf|t)olle 33eitrdge unb Unterfud^ungen anö Sid^t getreten ftnb, 
einer fritifd^en 9let)ifion unb muen ^Bearbeitung gar febr bebürfe. 

S33enn nun baö gegenu>drtige SBud^ ftc^ al^ eine ,,®ef(f)id^te ber 
@tan)enaj)oftel unb ber flan)ifd)en Siturgie" anfünbigt, fo fotl e^ 
bod^ niijt^ Slnbere^ at^ ber 93erfud^ einer fotd^en fe^n, ben id^ mit 
SSertrauen bem unparteiifd)en Urtl^eite ber geleierten gac^mdnner 
ant)eimgebe. 

2)aö Slefultat meiner gorfd^ungen ftimmt l)ie unb ba ni^t mit 
ben Slnfd^auungen anberer geleljrter ^orfdfier nberein. ®o fel^r id^ 
biefe SKdnner i^rer SSerbienfte um bie SBiffenfdjaft n^ißen bodbfc^d^e, 
fo fel^r ern^arte iij t)on if^rer Hebe jur äBiffenfd^aft rt)ie tjon i^xex 
©ejtnnung, baf fie an mir feinen ©egner, fonbern nur einen SRit^^ 
arbeiter an bem gemeinfamen Sffierfe ber ©rforfd^ung gefc^idbttid^er 
S33at)rl)eit erblidten n^erben. 

I^eitmert^, ben 3. 3tvrir 1857. 

Dr. ©tiiseL 



3 n M l t. 



Seite 

SBiotiDott , . . V 

(txfttx ®ljetL 

(Einleitung. 
2)ie DrUtUtn sut ©eft^it^te ^^tir^ unb mttW^ nnb !)tttn @(anIiioiirbioTeit. 

I. OucUen öon unjtDcifel^after ©lauBttj'urMgfeit 5 

II. ClueKen »on jtoeifel^after ©laubtrurbf^Feit 7 

A. Offenbar ünhä)U Urfunben 8 

B. <Die Sefjenben üon ben T^eUifjen (S^^riK unb 5Wet!}ob .... 11 
IIJ. ©efe^ ber l^ijlorifd^en Ärftif für ben ©ebraud^ von Segenben ... 17 

©efd^id^te ber Slawen :«2r))ofteI ß^riH unb aMet(;ob. 

§. 1. 2)er (2lah)ena^>oflel J&erFunft, SJitbung unb SSeruf 21 

§. 2. (Senbung be^ ©onflantinu^ ju ben ß^^ajaren 24 

§. 3. 5tuffinbung ber JReHciuien beö b. ^a^fleö unb aWarbr (?(emenö I. 

burd^ (Jonftantinuö 27 

§. 4. ffttli(\ibe^Ut^Uä)tt 3uftanb unter ben «Slatoen be^ SJbenbtanbeö, 

in^befonbere SWd^rengf 29 

§..5. gjerufung (S^onftantin'« unb SWet^ob'^ mä) Wlht)Xtn 32 

§. 6. @rfinbung ber fTah)ifd&en (Sd^rift burd& (S^onftantin .34 

§. 7. «Reife ber SSrüber m(f) aWa^^ren, unb i6r Söirfen bafefbfl burdb 

funft^alb Sa^re 38 

§. 8. 33erufun9 ber S3rübcr nad^ diorii 43 

§. 9. 5(nFunft ber S3rüber in 9iom mit ben «Äefiquien be« ^. ©fernen^, 

unb aßeiöe berfelben ju S3ifd&6fen 45 

§. 10. Xob be« (S:onflantinug, genannt ©^riUuö, in 3lom 48 

§. 11. ÜHiett^obiug irirb gum ©rjbif^ofe öon aWd^rcn unb ^.^annonicn erhoben 51 



VIII 

@citc 

§. 12. Ungünjlige ^joHtifd^c «ßer^Mtnlffe ^emmcn bie fird^Hci^c SBirffam^ 

feit 3Wet^ob*« . . . ^ 52 

§. 13. 5Wet^ob f&n(^t an, ben ©otte^bienft in flmvifd^er 6pvadf^e ju feiern 56 

§. 14. 9lom verbietet ble \la)x>\\ä)t ©otte^bienflfeier 59 

§. 15. SWet^ob irirb Beim tomifd^en <Stu^le bogmatifd&er Srrt^umer be^ 
fc^utbigt unb aufd 9leue ob ber in flah)ifd^er <Bpxaä)t gefundenen 

aWeffe üerf(agt 63 

§. 16. SWetfjob tan^ ben S96i)men]^erjog Jöofitoo^ ....... 67 

§. 17. SWet^ob h)irb gur 93eranth>ortung nad^ fftom vorgeloben ... 70 

§. 18. «Wet^ob h)irb vom «Pavfie für red&tgl&ubig erfiart 71 

§. 19. 25er $apfl bej!&tigt ben SWet^ob in feinem ergbifd^cfüd^en STmte 75 
§. 20. 25er g^apfl gejiattet bie geier be^ ©otteöbienfleö in ffatoifd&er 

<Bpva(f)t 80 

§. 21. <Die legten (gcfeidTfate SWetftob'^ 84 

§. 22. gortfejung 87 

§. 23. «Wet^ob'« 3:0b 90 

§. 24. «Sd^idTfale ber md^rifc^en Äir^e na(f) aWet^ob'ö %ot>t .... 92 

§. 25. gortfe^ung 94 

§. 26. gortfe^ung • . . 97 



©efd^ic^te ber fkipifd^en fiitutgie. 

§. 27. Uebergang 105 

§. 28. 25ie von SWet^ob in ffaivifcfeer <Sprad^e gefeierte Siturgie ijl jene 

.. ber romifd&en J^ird&e 107 

!^ie flatoifdje Siturgie unter htn xll^ti]^tn ^Umn, 

§. 29. 25ie fiattjifd^e Siturgie im JTullenlanbe beö abriatifd^en SWeereö 

im erflen SSiertel beö geinten Sa^r^unbert^ . . . . . . . .113 

§. 30. S3erfud&e, bie fiaivifc^e Liturgie unter ben (Kroaten unb (Serben 

gu verbringen 116 

§. 31. Sortfefeung : . 120 

§. 32. «pa^fl Snnocenj IV. geflattet bie fiaivifd^e ©otteebienjlfeier in 

@Iavonien 123 

§. 33. 5(nerfennung ber glagolitifd^en ©d&rift für ben fird^Hd^en ©ebraudb 124 

ItDettes |Aii))tfl&(K. 
^ie flatoif($e Süuroie in Mf^mtn. 

§. 34. Äeine <Bpnt ber fiatoifd^en Siturgie in ^o^men 

1. bi« jur @rrid^tung be^ «Prager ©i^t^umö 130 

§. 35. 2. von ^rrid^tung beö ^rager S3igt^umö bi6 in« ellfte Sa^r^unbert 133 



IX 

Seite 

§. 36. 5)ic f(ah)ifd&c Siturgic trtrb burd^ mt ^xoH^ in ba« »on i^m 

gegrünbete Älofler an ber <Säjatoa eingefufitt 137 

§. 37. ^)pitif)nm II. tritt ber f(ah)ffdfjen ©otte^bCenflfefer in €äj|ah)a 

entgegen 141 

§. 38. aDratifTah) II. fifKt ben flatoiWen ®otte?bienfl in ^äjrttra tüie,- 

ber ]&er unb Wi ifjn tüiber ba« aSerl^ot % ©regorVIL aufregt 143 

§. 39. @nbe be« flati^ifc^en JÄitu^ in (^A^atüci 144 

§. 40. 25er fTan)if(tie (Sotte^bienfl im Äfojler t>on dmmau^ in «Prag . i46 

9rtUe5 lanptftftdi. 

§. 41. Ur^rung unb (ligcnt^ümHd&Fett ber f(air(fci&en J^Jird^enf^jraci^e . 152 

§. 42. 5)ie .ganbfc^nften ber glagolitifc^en ^ird^enbüd^er 156 

§. 43. 5)ie 5(u^gaBe be5 glagotitiWen SWiffate 157 

§. 44. <Da« gfagolitifd^e ©reüier 161 

§. 45. ^ae in\)ti\ä)t mtnal 165 

Dtertes $aiiptfla(h. 
^tthxtitm^ mb gegentoärtigcr ^cftanb htt xmi\(i'\lmi\^tn Sitttrgie. 

§. 46. 25ie flatoifd^e Siturgie in ^almaiitn unb 3ftrien \)om breigel^n? 

ten Ui ing ad^ijeftnte S^al^rlöunbert . 166 

§. 47. SSerfaK beö fird&iid^en @Iaüi^mu(? 169 

§. 48. ®egenh)drtiger Jöeflanb ber flaitifd^en Silurgic 171 



StnlfÄng I. 

Codex Legendarunfi et Monunfientorum de SS. Cyrillo et Methodio nee 

non de Liturgia Slavica agentium. 

A. Legendae de SS. Cyrillo et Methodio. 

I. Legenda Italica - 5 

II. Legenda Moravica , 12 

III. Legenda Bohemica 19 

IV. Legenda Pannonica 20 

V. Legenda Bulgarica 32 

B. Monumenta Epistolaria de SS. Cyrillo et Methodio ageatia. 

I. Testimonia Anastasii Bibliothecarii Romani de S. Cyrillo. 

1. Ex praefatione ejusdem in Concilium Constantinopolitanum 

IV. a. 869 habitum 43 

2. Ex Epistola ejusdem ad Karolum (Calvum) Regem a. 875 44 
II. Epistola Hadriani P. II. ad Rastislavum, Swatopulcum et 

Cozelum spiiria 44 

III. Anonymi Salisburgensis a. 873 scriptoris, Historia conversio- 

nis Carantanorum et de S. Methodio testimonium querulam . 46 



IV. Epistolae Joannis Papae VIII. genuinae. 

1. Joannes P. VIII. Karolomanno regi Methodium, ordinatum 
episcopum Pannoniensera , commendai a. 875 .... - 

2. Joannes P. VIII. ChocilL comiti de non dimittendis uxo- 
ribus scribit. E concilio III. apud Ravennara a. 877 

3. Joannes P. VIII. Methodium, archiepiscopum Pannonien- 
seni (Moraviensem) ad reddendam doctrinae suae ratio- 
nem et ritus Slavici in Moraviam inducti Romam evocat, 
18. Kalend. Julii ,879 

4. Joannes P. VIII. Swatopluk , ducem Moraviae , ad fidem 
hortatur, miraturque, Methodium archiepiscopum aliter, 
quam sit professus, docere, ac ideo ülum Romam esse 
vocatum insinuat. 18. Kai. Julii, 879 

5. Joannes P. VIII. ad Swatopluk comitem. Gratulatur de 
ejus et subditorum illius observantia erga sedem aposto- 
licam , recipit eos in fidem suam , ostendit Methodium ar- 
chiepiscopum orthodoxam fidem fuisse professum, cujus 
jura confirmat eumque ad eos regendos remittit. Nitrien- 
sis ecclesiae episcopum Vichinum consecratum signiflcat, 
et alium ad se vult mitti, quem alteri ecclesiae praeficiat. 
Jubet omnes ipsi archiepiscopo Methodio obedire: con- 

I cedit ut divina officia slavinica lingua recitari possint, 
' dummodo evangelium honorificentiae causa latine grins 
recitetur. Memse Junio, 880 t 

6. Joannes P. VIII. Methodium, archiepiscopum Moravien- 
. sem, a fldei orthodoxae cultu ejusque propagandae studio 

laudat, et de malis, quae perpessus est, humanissime 
solatur. X. Kalend. Aprilis, 881 ( 

V. Epistola Stephani P. V. ad Swatopluk Moraviae Principem 

spuria ( 

VI, Excerptum e libello de convei*sione Carantanorum .... ( 
VII. Epistola Episcoporum Bavariensium ad Joannem P. IX. scri- 
pta a. 900 • ( 

C. Monumenta historiam Liturgiae Slavicae illustrantia. 

I. Epistola Joannis P. X. ad Joannem III. archiepiscopum Spa- 
latensem et Episcopos provinciae Spalatensis circa a. 925 

scripta 

II. Epistola Joannis P. X. ad Tamislavum, Croatarum regem, 
eodem tempore scripta 

III. Canon X. Concilii nationalis Spalatensis c. a. 925 habiti 

IV. Literae confirmatoriae Joannis P. X 

V. Joannis P. XIII. literae ad Boleslaum II. Bohemiae ducem 

scriptae a. circiter 972 1 

VI. Liturgia slavica in monasterio Sazaviensi Bohemiae ab a. 

1039—1096 ^ 



(• 



I" 



XI 

<e<tte 
VII. Concilium provinciale Spalatense et Alexander P. II. conlra 

liturgiam slavicam 89 

YIII. Gregorius P. VII. in litteris ad Wraiislaum Bohemorum regem 

divinum officium in slavonica lingua celebrari prohibet. 2. 

Jan. 1080 90 

IX. Innocentius P. IV. ad Episcopum Senieusem iiceniiam conce- 
dit , in partibus Slavoniae divinum officium slavice celebrandi. 
A. 1248 92 

X. Clemens P. VI. ad Arnestum archiepiscopum Pragensem con- 
cedit, monachos de partibus Slavoniae in Bohemiani immi- 
grantes in uno duntaxat dicti regni loco posse divinum offi- 
cium slavice celebrare. 9. Maii 1346 92 

XI. Karoli IV. Imperatoris et Regis Bohemiae instrumentum fun- 
dationis monasterii Slavorum in civitate Neo - Pragensi , Em- 
maus dicti, de 21. Nov. 1347 94 

XII. Literae breves Urbani P. VIII. datae 29. Apriiis 1631, quibus 

Missale Romano - Siavonicum recognitum approbatur ... 97 

XIII. Literae Innocentii P. X. circa Breviarium Romanum Illyricum 
datae 22. Februarii 1648 98 

XIV. Methodii Terlecki , Episcopi Cheimensis et Belcensis, testimo- 
nium de Psalterio, in Breviario Illyrico imprimeudo, ad Vul- 
gatam, quantum phrasis Illyricae linguae pateretur, accom- 
modato 99 

XV. Caput XXIV. synodi dioecesanae Spalatensis a. 1688 . . . 101 
XVI. Constitutio Benedicti P. XIV., qua EccIesiasticis omnibus Ri- 
tus Siavo-Latini praecipitur ut in Missis et divinis officiis 
Slavum literale idioma cum characteribus Hieronymianis re- 
tineant^ et Missalibus, Breviariis utantur*typis Congregatio- 
nis Propagandae Fidei editis, data 15. Aug. 1754 . . . 102 



3Cn Ij Ä n g IL 

©lagolitlfd^e Stagmente. 9(ufgefuuben toon Dr. ^bfltx, 6eleud^tet 

toon Dr. @afanf. 

I. iDer G^obejc . . . '. 109 

ü. iDie glagolitifd^en gvat^mente 115 



f 



€tpx ®ireil 



€i)tta null JSetlioli. 



®injel, @ef(f|. b. ®Iatt)enapofleI ß^rifl u. SWct^oD u. bcr flaw. Situvöie. 



Einleitung» 



2)ie Duellen ^nx @ef(^i*te 



unb beten @Iaubtt)ürbigfeit. 



1* 



I. 

Quellen bon unjtveifel^after ©laubtofirbigfeit. 



3)er f^riftlid^en ©enfmale, toelc^e ijon bem ^(l}id\aU unb ffiir* 
fen bcr @fanjena))ofleI ß^rill unb SHeti^ob «funbe ge6en, ift eine 
immerhin nid^t unBebeutenbe 3aT^I öor^anben. ®eh)ä^ren blefelten ber 
eblen Siffcegierbe beö ©efci^id^töfreunbeö au(1& nid^t ijodfommene 33e* 
friebii^ung^ fo ge6en j!e bod^ bem Oefd^lci^töforfcä^er ikmU(f} Qcnüqcn^ 
bcn ^tuffd^Iuß ü6er jene SKomente im fielBen ber genannten »Seifigen, 
njeld^e baö gr6ßte änteteffe in 9fnf))ruri^ nehmen. 

63 fiel^en aUx biefe fd^riftlid^en JDenfmale in Q3etreff i^ter ®Iau6* 
tourbigfeit feineötoegö auf einer fiinie; benn tvaf)xen\> eine nid^t 
geringe 3«^! berfeifcen aüe äugeren unb inneren 3MerfmaIe ber %e(i)U 
ielt unb ijodfommenen 3SerIäptid^feit an f!cl& trdgt^ fann ber fritifd^e 
gorfd^er an einer 3a^I 5tnberer baö ®epx&Qe ber Undc^t^eit unb Un^ 
gtau6h)ürbigfeit nid^t öerfennen. 

6ö ifi eine unerfdpid^e Sforberung^ h>eld^e bie SBiffenfd^aft an 
ben ©efd^id^töforfd^er jlellt, biefe jtoei Slaffen ijon Duellen jireng gu 
fd^eiben unb nad^ ii^rem ^ijiorifd^en äßerti^e ober Untoert^e genau ju 
fennjeid^nen. 

3n bie ßlaffe ber i^ten unb gIauBh)ürbigen 3eugnijfe ukr baö 
ofentlid^e 3Bir!en ber ©lanjena^jofiel gel^6ren 

1. j^iDei 3eugnijfe beö 9l6te3 unb 33iHiotl^e!arö ber rJmifd^en 
J^ird^e, ?lnaftafiu3, u^ier ß^rilP). iDiefer fraft feiner Stellung, eien 
fo untcrrid^tete aU ijerldßlid^e 3^itgenoffe Ufixt un3 in feiner Sor* 
rebe gu ben ®erl^anblungen M a. 869 gehaltenen a(l}ten allgemeinen 
ßonciB ben $^ifofo))^en Sonjiantin (K^a) aI3 einen TOann 
öon eien fo auSgejjeid^neter »öeiliglleit beö 3BanbeI3 h)ie red^tgldus: 
Biger ©efinnung fennen, lüeld&er feinen 5(njianb nal^m, bem ^^o^ 
iin9 einige Sa^re toor feinem (Sinbrdngen auf ben ^atriard^enjiu^I, aU 
ber innigfie unb fehjd^rtejie Sfreunb beffelBen, aufg @ntfd^ieben|ie enU 
gegen^utreten, al8 berfelBe ben 3rrtl^um öorkad^te: ber SWenfd^ 'f)aU 
^toei @eelen. — Serner ertodl^nt 9fnajiafluS in einem Briefe an ^arl 
ben St(if}Un öon Sranfreid^ ijom l. 9t))ril 875 6ei ©elegenl^eit ber Uefcer* 
fenbung ber SBerfe iDion^jfuö beö 9Ireoi)agiten nid^t nur ber UeBer^ 



1) @ie^e Codex B. I. 1. 2. pag. 43 s. 



G 

Bringung ber flieliquien beö l^. SIemenö bur(1& ben ^^ilofo^^en 
Sonfiantin na(f) 9lom unter $a^fi «&abrian II., fonbern au^ lieber 
beö (liferd fÄr SSert^eibigung beö hja^ren ®Iauf>enö, ber Sonflantin, 
ben großen SKann unb Ji^el^rer ber a^oftolifc^en Ji^eBenö* 
»eife, auögejeid^net i^aU, unb tvie berfelbe feinen 3nf)bxtxn bie 
©d^riften be^ 5(reovagiten al3 bie fci^neibenbjie SBaffe toiber bie 3rr* 
lei^rer ennjfo^fen ^aU. 

2. 5Die n)citau0 toic^tigfle Duelle für bie ©efc^ic^te ber ©(an)en* 
a»)0jier, inöC^efonbere a»et^ob'ö, ftttb bie Briefe $avfl Sodann VIII. 
(14. 3)ecl»r. 872 — 15. ^ec^r. 882) an aWet^ob unb (Sn)ato^Iuf')/ 
toOju nod^ 2 Fragmente toon 33riefen beffeI6en an ^, ^atlmann unb 
ben flon)enif(^>en gürjien ,f ocel fommeu*). 3ji einerfeitS bie %e^U 
l^eit biefer Briefe burd) bie ^ä^pfiliti^en Olegejien außer Streit gefe|t'), 
fo nei^men biefeI6en anbrerfeitö aU amtlid^e, toon bem a^jojiolifti^en 
(Stuhle ausgegangene @d)rei6en ben ^6d&jien ®rab ber l^i^orifti^en 
©lauBnjörbigfeit in ^tnf^jrud^ ; bcnn mnn iebem ^efonnenen \)on felSfl 
einleuchtet baß 9lom, bie letenbige unb gejialtenbe aRitte bed gefamm* 
im fird^lid^en fie6en8, bie genauefle «fenntniß aller fird^Iid&en 3u* 
fiänbe unb 33erl^ältniffe 6ej!|et, fo Bürgt in36efonbere ber Brieffid^e 
ßl^arafter ber genannten Urfunben für bie unBejIreitBare SBa^r^cit 
i^reö Snl^altö, ba biefer ber ßontrote beö ©m^jfängerö ijon Seite beö 
SSriefjielTerö felBji anl^eimgegeten lüirb. 

3. Oln bie »riefe $a»)jl 3o^ann VIII. reibet ftd^ aU eine weitere 
öerläßlid&e Duede gur ©efci^i^te aWetl^ob'ö bie Anonymi Salisburgensis 
historia conversionis Caranlanorum'^). 3)iefe (Scl^rift, nad^ i^rcm für 
bie ©efd^id^te aWetl^ob'ö njicl^tigen T^eile in ber correcteflen ©ejialt »on 
bem ßarantanen J^o))itar \jer6ffentlid^t*), ift eine im 3al^re 873*) 



1) Codex B. IV. 3. 4. 5. 6. pag. 58 — 63. 

2) (fbenbnfelBjl 1. 2. pag. 57 s. 

3) gjalarf^'ö literarifd^e 9teife nad^ Stallen im 3. 1837. «Prag 1838. 
gr. 4. <B. 15. 

4) (Siebe Codex B. III. pag. 46 — 57. 

5) Barlhol. Kopitar, Glagolila Clozianus id est Codicis glagolitici iiiter 
suos facile antiquissimi Astytavov. Vindobonae, 1836. fol. pag. LXXII — 
LXXVI. 

6) Assemani (Kalendaria Ecclesiae universae. Tom. III. Romae 1755. 
pag. 67) unb Statten Bad) (q3citrÄge gut ©efc^ic^te ber *rifir. Äirc^e <n 
mi)xtn. SBten 1849. @. 4) fefeen bie Sibfaffung in« 3. 871. 3)er Stnon^.- 
ntu« i^at aber bie Seit, toann er fein SDIemorial »erfaßte, felbjl gan^ aenau 
beflimmt in ben SÖorten: „A tempore igitur, quo dato et praeeepto domui 
Karuli Imperatoris Orientalis Pannoniae populus a luvavensibus regi coepit 
praesulibus, usque in praesens iempus sunt anni 75." ^er 5(tton^mu« rechnet 
alfo (nid&t toie Söattenbaci^ a. a. £). ®. 18 fdf^reibt: öon ber 5(norbnung 
spitjin« 796, no(i^ aud^ Don Äarl« S3cfl&tfgung 803), fonbern, toie feine Sporte 
auf« beutlid&fie leiiren, von bem ©efeble Äarl« an ben «Salgburger Cfr^- 
bifd&of, Fraft beffen er bemfeiben ba« bif(^cfli(ibe ^Regiment über \>a^ ofllidbe 
«Pannonien übertruc^. JDie« c^t\^<(ii aber im 3. 798, »ie ber ©afjburaer Un? 
(genannte tt?ieber au«brudfiid^ bezeugt: „Anno nativitatis domini 798 . . ipse im- 



)>erfa#te ))on ®alg6ur9 au^Qtqanqnt Urfunbe, meiere ed unternimmt, 
auf ^iflorifc^em Sege bad Olec^t ber @a(j6ur()er (Sr$^ifc^6fe auf bad 
ofllicie ^annonien bar^ulecjen unb ^iemit bad Hfc^oflic^e SBalten 9Re« 
t^ob'^ auf biefem ®e(>iete a(d einen koiberrec^tüc^en (Singriff in bie 
firc^lid^e Suriöbiction ^af^turgö gu ertoeifen. 3)er 3n^oft biefer Ur* 
funbe (l&arafteritlrt j^e aU bad SBerf eined aud amtlid^en ^ufjeic^* 
nun<)en n)ie auB unmittelt^arer @rfa^rung unb ^nfc^auung f(^6^fenben 
Beitgen offen a»etbob*8. 

4. QSon berfel6en S'enbenj tote ba^ @alj6ur(jer SSemorial toom 
3. 873 ifl ber «rief ber (»a^erifc^en 33ifcb6fe on $. 3o^ann 
IX. ivom 3. 900*), toeld^er bem (Btnf^U \)on ^Jaffau bie Hfd^6f[i(^e 
3uriöbiction uter SÄdl^ren, beffen S^riflianifirung toon bemfetten 
audc^eganqen, gu magren fuc^t. @o leibenfd^aftnc^ bie Sprache biefed 
35riefe8 ift, fo ijerläplic^ fmb boc^ bie 2lnga{«en beffelten Ü6er bie 
firc^Ud^en ^SerMltnijfe m&f)xtn^ i?or unb nac^ ÜRet^ob. 



II. 

Duellen t)on jmeifelfjafter ©laubtt^ürbigfeit. 



9?efcji ben genannten fdjriftUd^en 5DenfmaIen, toeld^e \)on bem 
SBirfen unb @c^icffale g^riH'ö unb 3}iet^ob'8 ijüUfornmen ®laUUr>&x^ 
bigeö Berid^ten, weil fle Don Beitgenoflen berfeifcen ^^erru^ren, toeld^e 
i^rer (Stellung nac^ tUn fo unterrichtet aU burc^ biefeI6e gebrungen 
waren , bie ijon it^ntn Berührten Umfldnbe unb QSer^dltniffe na(b i^rem 
wirflidjen ^^attefianbe barjulegen, liegt nod^ eine grißere ßaf)l öon 
alten @c^riftflüc!en \jor, welche ben 2lnf^ru(1^ er^eBen, Ü6er @c^ic!fal 
unb ^^atfraft ber ©lawenavoflel noc^ totit umfaffenbere unb genauere 
Äunbe gu gefen, bie aBer me^r ober weniger außer @tanbe flnb, bie* 
fen toon i^nen erhobenen 9tnf^ruc^ auf ^iflorifc^e ®fau6wurbigfeit ju 



perator praecepit arnoni archiepiscopo pergere in partes Sclavorum et provi- 
dere omnem illam regionem , et ecclesiasticum officium more episcopali co- 
lere. Sicut ilie praecepit, fecit illuc veniendo/^ ($6 übernahm alfo Dem fai^ 
(erliefen 53efc^Ic gemd§ ber @r^bifd&of 5(rno ba^ bifc^cfHcl^e 5(mt unter ben 
@(art)cn «Pannonien^ im 3. 798. Seit biefer Seit finb Hs auf bie Xaqt be^ 
%non\)mni 75 3a6rc »erffoffcn, alfo fdbricb er uni^n)eifc(()aft im 3al^re 873. 
JDa^er ^at au* Stox^iiax in f. Glagolita LXXII. LXXV. unb VIII. ganj richtig 
ba« 3aör 873 für bie SCbfaffunft gcfctct. Unb j^roar fdttt bie 9ö>faffung in bie 
erücn ÜWonate be« 3. 873, »eil ber Sfnonijmu^ noc^ bei ßebgcitcn be# (Bn-^ 
bifdjof« alba In) in Wricb, bi?fer aber, tt>ie ^o\>itax rici^tcg a. a. £). (LX^V. 
10) angibt, am 21. Slvril 873 flarb, nic^t tt>ie SBattenbati^ a. a. O. @. 18 
fc^reibt: am 14. 2Wai 872. 

1) Codex B. VII. pag. 68 — 72. 



i 



6 

erhärten. 5Denn tvlt bie Undd&t^cit einicjer biefer Sc^riftfiude 
auö inneren 3Ker!maIen fld^ offen ju Xaqe legt, rod^renb bie 2tecl(>t* 
f)tit anberer fe^r jlpeifel^aft ift, fo fte^t ber Sn^alt biefer Ur* 
!unben jum $'^eil in offenbarem aBiberfVrud)e mit feflgefledten ^f)aU 
fad^en, unb erlpetft baburd^ geredete 33eben!en an ber QSerlafflgfeit unb 
®Iauhüurbig!eit auc^ jener i^rer JDaten, meldte ben ächten unb sytx^ 
Idfjfgen Dueden unBefannt flnb. 

A. 

ßn ben offenbar undd^ten Urfunben über 6|;ri(r unb ÜRett;ob 

1, ber bem ^apii Ȥabrian II. jugefd^riebene 33 rief an ben 
ÜRd^ren^erjog 8ta,jliSlah) unb bie fIon)enifd&en Sürflen Stüato* 
:^Iu! unb ^ocel, ber fld^ in ber ^annonifd^en Jßegenbe*) fin« 
bet, toetd^e (Srnjt5Dümm(er in einer gu feinen »ganben ijon $Prof. 
Dr. SKiflofid^ gefertigten lateinifd^en Ueberfefeung im 9(rd^ii) für 
jeunbe 6flerreid&ifd^er ©ef^idOtS^Duellen XIII. SSb. 1. 4 
®. 145 ff. i?er6ffentlid^te. SBir geben aber ben S3rief nodi) befonberö*) 
nad^ einer genaueren Ueberfe^ung. 

S)ie «ed^t^eit biefeS @d^riftfiucee6 fud^t 5)ümm(er a. a. D. (S. 
181 f. alfo geltenb ju mad^en: 

,,S)refer ^6d^fi merftoürbige ^Brief *&abrianö II. iji nad^ gönn 
unb 3n^a(t fo befd^affen, baß id& !einen triftigen ®runb toiißte, feine 
ßd^t^eit anjufed^ten . . . 5)ie QSolTmad^t toeld^e »&abrian II. bem ^e^ 
t^obiuS ert^eilt, bie fran)ifd^e e^rad^e beim ©otteöbienfl in allen f8t^ 
jie^ungen in 5(nh)enbung gu bringen unb nur bei ber 3Reffe bie )&ectio* 
nen au3 bem neuen ^effamente juerfi na(i) bem ^ert ber QSuIgata unb 
bann in fto^enifd^er Ueberfe^ung j^u lefen , jiimmt fo genau mit ben 
festeren 33orfd^riften So^annS VIII. über biefen ^Junct jufammen, baß 
h)ir an ber 3Ba^r^aftigfeit biefer eingaben nid^t ^toeifeln !6nnen . . 
(Sonad^ muffen toir eS alS eine ^^atfad^e anfeilen, baß »§abrian nid^t 
b(oö bie flatoifd^e SSibelfiberfe^ung billigte unb lobte, fonbern aud^ 
baö im ®ebiete ber r6mifd^en toie ber gried[)ifd^en Mxäi)e unerl^6rte 
^rii)ilegium ert^eilte, bie Siturgie in ber fianbe^f^rad^e ju fingen." 
— 5£)iefe8 ijorjjüglid&fie @tücC i)om Sn^alte beö «riefet, ndmlid) bie 
i?on »§abrian II. gegeben fe^n foHenbe Srlaubniß bie Siturgie in fla* 
toifd^er <Bpxa(i)c ju feiern, fennjeid^net if}n aU offenbar unÄd&t. 
S)enn toie fam % 3o^ann VIII. im Suni 880 bagu gu erlauben'), 
h)a6 »gabrian II. fd^on im 3. 868 geflattet' ^atte ? 3o:^ann VIII. toußte 
tUn nid^tö i)on einer folc^en ©efiattung, unb baß er baijon nid^tö 
XBU^U, alfo eine fold^e (Srlaubniß feineS QSorgdngerS »§abrian nid[)t 



1) Codex A. IV. pag. 20 ss. @ic^e ben S3rief cbenb. c. 8. pag. 26 s. 

2) Codex B. IL pag. 44 s. 

3) Codex B. IV. 5. pag. 61 s. 



9 . 

vorlag, Uf)xt fein 33rief 'oom 14. 3um 879 an TOet^ob, m toelc^em 
er bie Seier ber f). ÜReffe in flatoifc^er <B)ßxaift aU eine i^n Befrem* 
benbe S^^euerung afcfolut \jer6otO- — @in fernerer 93eleg ber Undc^t^ 
^eit beä »riefe« ifi bie 2lnga6e beffeI6en: a»et:^ob fe^ aU $re8(>^ter 
i)Ott 5J. *&abrian ju ben @Iatoen ^Jannonienö unb 2RÄl^renö gefenbet 
h)orben, gcfiufet auf bie gaBel ber !^annottif(I)en fiegenbe, aWet^ob fe^ 
erfl ^on 5p. *J?ifoIau8 juJRom jum ^Jriejler gemeint toorben, — toelc^e 
im offenbaren SBIberf!^ru(1^e jlel^t mit bem »riefe Sol^ann'ö VIII. an 
^toatOplnt \)om 3. 879, too e8 auSbrücfüc^ ^ei^i: „Methodius vesler 
archiepiscopus ab antecessore nostro Adriano scilicet papa ordinatus 
vobisque directus" — unb mit ber Translatio S. Clementis c. 9.'), toie 
tüir auöfü^rlid^ in ber ®efd)id^te ber @(aiüena^ofieI bart^un h)er« 
ben. ^nblid) flnben toir ein toeitereS 3Rer!maI ber Undd^t^eit in bem 
ioU, toomit i)ün Äaifer aWic^ael III. gefvroc^en h)irb. 9?iemalÖ 
f)atU 5^. »öabrian biefen ^rotector beö auf ben <Btn^l snon Konjian* 
tino!|3eI eingebrungenen (Sd^iSmatifer ^^otiuS, mlä)en er mit bem 
2lnatl^em Gefegte, toeber pius nocf) orthodoxus genannt. 

Sine anbcre offentar unäd^te Urfunbe Ü6er SKetl^ob ifi 

2. ber bem ?Ja))fi @tev^an V. (@e:^tem6. 885—891) jugefd^rle^ 
Bene »rief an @h)ato:^Iu! öon 3Rd^ren'). 5)iefer »rief toarb toon 
bem »reöfauer ^Trc^iijar Dr. ffiir:^elm SBattenBad) im 3. 1847 in 
einer tganbfd&rift ber »iBIiot^ef beS Kiflerjienferfiifteö »&eiligens 
freuj in 0?ieber6fierrei(]& aufgefunben, unb nad^ SBattenBad)*3 5(nf!d^t 
rü^rt bie t&anbfd^rift auö bem 11. 3a^r^unbert l^er. ffi. i^erfiffentlid^te 
feinen l^iflorifd&en gunb in ben ,,»eiträgen jur ®efd^id)te ber 
c^rifiric^en ^ird^e in SÄd^ren unb »filmen, ^ien 1849" 
@. 43 ff. 

ffiattentad^ du^ert fld^ üBer biefe Urfunbe alfo: „ßn ben 
Bisher Befannten jDuelTen üBer bie ©efd^id^te ber md^rifd^en 9t^ofiel 
tritt ^ier nun eine neue ^inj^u, unb toie alle üBrigen lüirb fle j!d^ 
einer firengen ^Jrüfung i^rer Sd^tl^eit ju unterh^erfen ^aBen. 5)aBei 
ergeBen fld^ gh)ei SdlTe aU moglid^. 3m Befien SalTe ndmlic^ ^aBen 
mir toirflid^ eine authenti\(i}t »ulle ^U^pf^an*^ V. öor unS. 3n 
ben folgenben UnterfudBungen ^aBe id^ midf) Bemüht ju geigen, baß 
toenigfienö fein ®runb ber SBa^rfd[)einIid^feit bem entge* 
genpel^e. 9tnbererf.ei43 flnben h)ir fd^on in 3o^ann'S VIII. »riefe 
öom 23. 3»dr§ 881 eine Slnbeutung, bag 2Bid^ing fld^ gegen a)tet^o* 
biu3 untergefdf/oBener ))d^f!Iid^er ©d^reiBen Bebient ^aBe. Sie hjenn 
aud^ biefeö einen fold^en Urf^rung :&dtte? $Die a)?6glid^feit fc^eint mir 
ttid^t gu leugnen, aBer aud& in biefem SalTe BlieBe eö ein wert^ijolTeö 
3)ocument,baeö ia audi bann benSeitumfidnben an^epa^t fe^nmü^te*)." 



1) Codex B. IV. 3. pag. 58. 

2) Codex A. I. pag. 10. 

3) Codex B. V. pag. 63—67. 

4) »eitr&ge €. 1. 



10 

Unfereö ^rad^tcttö Beflittben toir und in bem U^ttn SaHe, ein 
aut^entifd^eS S3re\)e @te^^an'ö V. i)or und ju f)aUn, nic^tj ijielme^r 
Hift fic^ ber befagte ^rief a(8 ein , ipa^rfc^einlic^ ijon äBic^ing feI6^, 
untetgefc^o^eneö @(]^rei6en fattfam ju erfeuneu. 5)ieö leud^tet aw§ 
Solgenbem ein: 

5Der 33nef , toeld^er nad^ 2Battcn6ac]^'3 aWeinung (a. a. D. e. 27) 
im 3. 890 gefd^rieBcn fe^n \oU, feftt aWet^ob alö nocfc lefenb 
i?orau8. 0?utt jtart atcr 2Ret(;ob nad^ ber ijerldßlidjen 9(nga6e ber 
pannünifd)ett fiegenbe cap. 17. am 6. 9(vril 885, unb $. @te)3^an V. 
Beflieg ^Jetri @tu^I erfl im SeptemBer beffeI6en Sa^reS. 3fl eS glaulB* 
lici^, baß man in 9lüm nac!? 3Serlauf eineö galten Sal^reö nod^ feine 
Jtunbe ijon bem ^obe üRet^üb'3 ge^aBt ^aBen foHte? SelBfi ^ümm* 
ler (a. a. O. @. 199) flnbet bieö ,,faum glauBIic^". (Steffen bie 
d&ronüfogifci&en 3)iümente bie 9(ed^t^eit beS 55re^e fcfion in Srage, fo 
mad^t ber Sn^It beffelBen ijolTenbö !(ar, baß biefeö @d^reiBen ijom 
romifdijen @tu^(e nid^t ausgegangen fe^. 

, 3Ret^ob hjirb in bem SSriefe auf Ȥ6renfagen ^in bed 2lBer* 
glauBenS Befd^ulbigt, berfelBe a^ann, ber toegen feineS gefunben, in 
allen @tu(!en mit ber rfimifd&en JtirdlJe üBereinfiimmenben ©(auBenö 
'oon 5J. Sodann VIII. im 3. 880 unb 881 toiber feine 2Jnfrdger fo 
glän^enb gered^tfertigt toorben toar. ^rfd^eint eö glauBtidl), baß <BU^ 
)pf)an V., toeld^er aU ein ®(ieb beS r6mifd^en JtferuS i)or feiner ^r« 
ieBung auf ^Jetri <Btn^ ben ju 8tom in fo ^o^er 9(d^tung fiei^enben 
a)iet^ob un^h)eife(l^aft V^rf6nlid^ fannte, eine fotd^e ^efdöulbigung 
ipiber benfelBen auögef]prod&en l^aBe? gerner toirb in bem Briefe bie 
fUn)ifd^e )?iturgie aufS ^ntfd^iebenfie öertoorfen unb SWetl^ob 
beö aJJeineibö Befd^ulbigt, toeil er fle gu geBraud^en getoagt, oBqleid^ 
er auf ben !?eiB beö ^. ^etruö eiblid^ geloBt, eö ferner nid^t me^r ;;u 
t^un. „Daß aWet^obiuÖ — fo gefiei&t 2BattenBad^ a. a. D. ©. 
28 felBji JU — , toenn er üBer^au!^t feit 879 toieber in 9lom gewefen 
ifi, ftdb nadft ber au8brfidf(idl?en (SrlauBniß 3o^ann'ö VIII. l^ier^u je 
ijerflanben ^aBe, ifi mir iJolTfommen unglauBlidn" (SBenfo unglauB* 
lid^ erfd^eint eö aBer, baß @te^^an V. flc^ in SSetreff ber flah)ifd[)en 
l^iturgie in einen fo aBfoIuten QBiberf^rud^ mit ber 9tnorbnung feineö 
©orfa^ren 3o^ann'ö VIII. gefegt ^aBe, ba bie ^oütifd^sfird^Iid^en 
Ser^ltniffe, ipeld^e biefen ^a)p^ ^m ©efiattung ber ffatoifc^en ^^itur« 
gie Befiimmt ^atUn, nod^ unöeranbert fortBepanben. — (Sö ifi ferner 
nid&t r6mifd^er ©anjleifi^l, einen @rjBifd&of fd^led^th)eg nur Bei fei* 
nem 0?amen gu nennen, tvk bieö ^ier mit „SD'iet^obiuS" gefd^ie^t. 

Der 3n^alt beö (Sd^reiBenö ifi ijielme^r öon ber 9trt, baß baf* 
felBe f!d^ aU ein, wa^rfd&einlidl? toon ^ifd^of 2Bid^ing, untergefd^o* 
Beneö aKad^n)erf ;^u erfennen giBt. Daß biefer ©egner 3Retl^ob*ö 
3o^ann bem VIII. SSriefe an ©iuatovlu! untergefd^oBen^aBe, U^xt ber 



1) Codex B. IV. 5. 6. pag. 60 ss. 



11 

t 

»rief beffelfeen $fl))M an SÄet^ob toom 23. üSiti 881. 5)cii id&ten, 
fiir 3»et^ob fo günftig lautenbcn 33nef 3 o Rann'S Vlll. \)om 3uni 
880 mag er unterfci^tagen unb biefen ijorüegenben 33nef an (Swato* 
^luf bafür untergefc!?oben l^akn *). (Sr Ijl gan^ im Sinne unb ®eifie 
bcr bem 9Ret^ob gegnerifd^en beutfc^en ^Partei gefc^rieten. 3)er alte 
ungerechte 33om)urf berfelBen gegen aWetl^ob in betreff ber )?e^>re \)om 
2(uögange beS ^. ©eifieö tritt in Sorm einer sBelel^rung an ©wato^luf 
auf. 5Der ©oncipient beö S3riefe3 l^atte inö6efonbere baß Sc^reit'en 
So^ann'a VIII. ijom Sunt 880 i)or flc^. Snbem er bem ©ebanfen*« 
gange beffelben gan^j folgt, toenbet er bie bort bem SKet^ob gewollte 
*i(nerfennung bem Sifci^of 5Kicl^ing ju, n)ot'ei er flc^ grö^tent^eilö ber 
©orte \tnt^ @cl^rei6enö Bebient. 5DaS ^erfcot ber flatoifc^en 
>}tturgie, beren U^erbrdngung bie *&au^tangelegen^eit ber Partei 
ipar, mad^t um beß 9?a(^bru(feö toilTen beit (Bci^tuß be« 33riefeS*). 

^Vi ben Dueden u6er baö i^eten ber @Ian)ena))ofleI, bie i?on 
mel^r ober weniger gtoeifel^after ®Iauhüurbig!eit finb, gehören auc^ 
jene fd^riftlid^e 3)en!male, xoü^t man inögemein mit bem *J?amen ber 
!ßegenben tejeid^net. 

B. 
Sie Segenben lion ben (eiligen Si^riH unb !Dtet(ob. 

^ie Segenbe, h)eit entfernt nid^tö alö 5Dicl?tung unb Sa6el ju 
fe^n, ifi fagenl^afte 5(u0fd^mü(fung ber ijornel^mflen \?e6enömomente 
firc^lid^er ^ißerfonen. ^er Ji^egenbe liegt fonad^ immer ein ^iflorifcf)er 
^ern gu Orunbe, unb eS ifi ^Ci6:it ber »fritif, ben gefc^icl^tlid&en ®u 
l^alt ber l^egenbe i>on ber Umhüllung iju entfleiben, mit h?elc!?er i^n 
bie @age nac^ SKaa^gate eineö nationelTen ober religififen SParteiinter* 
ejfeö umgeben unb auögefd^mucft \)ai, 

UelBer baö Men ber ^^, ß^rid unb SKet^ob liegt nun eine ni(I)t 
geringe 3«^! fold^er Urfunben öor, toeld^e man allgemein alö ^t^ 



1) ^adj meiner aJleinung trug bafier au^ ber 33rief urfj^rungHd^ ben 9ia^ 
mcn 3o|)ann'^ VIII. SBeif aber bicfer 9^amc in al^u grelfem unvereinbaren 
3BiDerf»)ruc^e mit feinem 3n&alte für jcbcn Kenner bcr S^bten 33riefe Sobann'd 
VIII. jianb, fo n>urbc ber S'iame @te)>ban'^ V. fpÄter bafür gefegt. 

2) 2)rt bie Unddbtbeit beffelben ft(i^ fo- offen barUj^t, fo iji berfelbc auc'^ 
al^ unterfcboben anfi^cfü^rt in ben Regcsta Bohemiae et Moraviae. Auetore 
Car. Jar. Erben. Pars I. Pragae 1855. pag. 20 s. mit bcr 33emcr!un(^: „Has- 
ee literas ab ipso Wichingo contra Mcthodium sibi invisissinium fuisse snb- 
lestas, non solum omnis earum tenor probat, verum et prior agcndi ratio Wi- 
chingi , quem falsis iiteris nomine Joannis VIII. papae erga Methodium usum 
fuisse ejusdem papae epistoia anni 881 , 23. Marl, demonstrat." Um fo mcbr 
ifl e^ mir aufjjefaUen, 't>K\^ Qfrbcn n?ic ^Palacf^ cbenbaf. pag. 14 s. u. 624 
ben S3rief «&abrian'^ II. aU h^i pafüren liefen. — ^6) babc bie oben anpe^ 
beuteten ®rünbe, auö bcnen bie Undcbt^eit ber ^abrian II. unb (Stc^ban V. 
^Uf^eft^riebenen ©riefe erbettt, au^fübrlidb^r erörtert in ber Beitfcbrift für 
bie gcfammte fat^olifAe Xbeologie. VII. ©b. SBien 1856. ©. 
345—80. 



12 

genben Begeic^net. SDie ijorijüglid^flen berfelBen flnb bie fogenannte 
italifd^e, mlLi)xi\(t)t, f>hf)nxi^d)t, ^annonifd^e unb Bulga* 
tlfd^e iCegenbe, toeld^e toir nun einjeln (l^ataftetij!ren. 

1. S)ie erfie biefer Segenben, toeld^e gctofi^nlic^ unter bem Sattel bet 
translatio S. Clementis^) angeführt koirb, giBt an^fui)xliä)t «ftunbe )?on 
ber @enbung beö gried^ifd^en ^riejlerö Konflantin, Philosophus, 
nad^i^er K^rid genannt, gu bem äJoIfe bet K^agaren, unb toon 
ber burd) l^n Bei Oelegen^eit biefer ÜRifjlon gefd^e^enen 2luffittbung 
ber 8teliquien beö f). ^a^ite^ SIemenö I. 9?eBjlbem erjÄ^It fle bie 
Berufung Konfiantin'ö unb feineS 33ruberS SJietl^ob nad) 2Rd6ren 
burdO JRafii^rah), i^r ffiirfen bafelBfl burd^ fünft^alB Sa^re, bie S5e* 
rufung berfelBen nadlj 8tom- burd^ ^. 0?icolauö I. unb i^r (Eintreffen 
bafelB^ mit bem fofiBaren 9leliquienfd^a^e unter 5^. Ǥabrian II. , femer 
bie SBei^e berfelBen jiu ^ifc^6fen, ben S'ob K^riH'ö unb enblic^ bie 
barauf erfolgte 3flücCfe:^r ffliet^ob'g nadl) aWdl^ren. 

^iefe )?egenbe ^aBen bie 35 o 11 a n b i fi e n in ben Acta Sanctorum j^um 
9. aJiärj i?er6ffent(id()t, unb ^Wax auö einer *&anbfd^rift be6 geleierten 
^Dud^eSne, too fle Betitelt tüax: Incipit translatio corporis S. Clementis 
Martyris et Pontificis. 2!)ie gelehrten *&erau8geBer ber Acta SS. mad&en 
eS fel^r nja^rfd^einlid^, bafi biefer 95eridbt 'oon bem Q^ifd^ofe ®aube* 
rid^ ober ©aubentiuS öon 93 eile tri ^errö^re, ber ein Seitgenoffe 
ber (Biatvtna^oftel , auf bem 8. allgemeinen (Soncil im % 869 antue* 
fenb, unter $. 3o^ann VIII., bem 9'?adefoIger »gabrian'ö II., baö Men 
unb ben SKartertob beö ^. Sfemenö unb bie 8tütfBringung feiner 3*e* 
liquien na^ atom Befd^rieB. 9(m (Snbe beö 11. Sa^r^unbertö h)ar 
biefe translatio fldf>er fd^on öorl^anben, inbem ber KarbinalBifd^of fieo 
i)on Oflia biefelBe nad^ einer i)on ben Q^olTanbifien angeführten (Stelle') 
\)or flc^ ^atU. 

5Diefe fiegenbe, toeld&e id^ na(i^ i^rem Saterlanbe bie italifd&e 
ntmu, enthält bemnadj üBer bie erfie SBir!fam!eit (S^rilT'ö unb 9We* 
tl^ob'S bie i)erläfflgfie Jtunbe, toeld^e man in 9lom au^ bem aJJunbe 
ber @lah)enavofiel felBfl fd&fiijfte, unb bie 9'?aderidl?ten berfelBen fiim* 
men mit allen Äd^ten l^ifiorifd^en Urfunben uBerein. SBie fldlj bie ita« 
lifd^e Segenbe burc^ fd^Cid^te Einfalt unb ©efonnen^eit ber (Srgd^lung 
auszeichnet unb fafi l^ifiorifd&eS ©e^rdge an fld^ trägt, fo geBen fld^ 
bie uBrigen Segenben ot^ne ^tuönal^me aU burd& nationelTe unb reli« 
gifife ^Jarteianjtd^ten me^r ober njeniger Beeinflußte unb entfleHte JDar* 
fleHungen ber SeBenSmomente S^riH'S unb ÜWeti^ob'3 gu erfennen. — 
S)iefen K^ara!ter trägt 



1) Codex A. I. pag. 5 — 11. 

2) Acta Sanctorum Marlii a Joanne BoUando S. J. colligi feliciter coepta. 
A Godefrido Henschenio et Daniele Papebrochio ejusdem Societatis Jesu aucta^ 
digesta et illustrata. Tom. II. fol. Aiitverpiae 1068. pag. 14. 



13 

2. bte fogenannte md^rifc^e :^egenbc') an j!d;, loclc^e juerfl 
bie ^oUanbifien au8 einem i)on «att^olomduö Äraffe im 3. 1480 
gef^riebenen ^afflonal M ,f loflerö ^fau6euern untoeit Ulm ijet6ffent* 
lichten, 3. ^oBrotoff^ aBet in \)iel cortecteret Oejtalt na^ älteren 
«§anbf^riften in feiner „3Raf)Xi\^tn i^egenbe i)on K^rilT unb 3Rct^ob. 
^rag 1826" ^erau^gafc. @ie ifl nad^ bem Urt^eite S)oBron)ff9'a') in 
^d^ren, ettoa im 14. 3a^r^unberte, in welkem man baß Sefi ber 
^eil. Stritt unb aWet^ob am 9. 2Rdrj gu feiern begann^), abgefault 
iDorben. 3)er QSerfajfer berfelBen »erfcl^molj nemlici^ bie in feinem 
md^rifd^en ^reijiere enthaltenen J^ectionen \)on ß^rilT unb 3Ret^ob mit 
ber il^m Mannt geworbenen translatio S. Clementis, h)o6ei er fü ju 
ffierfe ging, bafi er oft bie 2Borte feiner Duellen Beiiei^ielt, oft bafür 
anbere ^tuöbrüde tod^Ite, baS SBeitlduftge i)erfür5te, ba« furg ©efagte 
ri^etorifd^ ernjeiterte unb jumeilen feine 93ermuti^ungen ober (Srbic^« 
tungen einfTocI^t. JDiefe unjlici^l^altigen QSermut^ungen unb offenbaren 
(Srbid^tungen toerbe ici^ im 3JerIaufe ber gefd^id^tlic^en ^arflellung Be« 
§ei(I)nen; l^ier fe^ nur im ^llTgemeinen ertüd^nt, bafi eö bem 33erfaffcr 
ber md^rifcä^en J^egenbe i)or§ugöh)eife barum ju tf^nn toax, bie ^efe^* 
rung ber 3Rd^rer jum ß^rijlent^ume urf^rünglid^ unb auöfc^lie^Uc^ 
Kurier unb aWet^ob gujufd^reiben, um jle fo aU bie eigentlid^en 9l))oftet 
unb ^Jatrone 3Rdi^renÖ ^injufleUen. 

3. 5Die Bo^mifd^e :Begenbe i)on S|;ri(r unb SKet^ob^) ijl ber 
2lnfang einer J^egenbe ber ^. l^ubmila au^ einer J&anbfc^rift ber 
5Jrager öffentlicl^en ^iBliot^et mit bem Beic^en Y III. 2. 33, e^emalö 
n. 469. JDoBner nennt jle uralt, $DüBroh)f!^^) aBer meint; i^r ^ert, 
ber burd^ bie »ganb fe^r nad^ldffiger 5lBfd^reiBer ging, bürfte iiBer bie 
»gdlfte beg 14. 3ai^r^unbert3 i)ieireid^t :^inaufreic^en. @ie ift boIT 
9lnad^roni0men unb Unric^tigfeiten. 3^r *&elb ifl ß^rid, beffen S^^ame 
Sonfiantin fle gar nid^t fcnnt. 

4. Safi auf einer unb berfelBen !iJinie mit ber md^rifd^en unb 
Bo^mifd^en :Begenbe fie^t bie fogenannte ))annonifd^e*). $aul 



1) Codex A. II. pag. 12— 18. 

2) e^ria u. SWet^ob, ber ©latoen ^\>o^tl ^xa^ 1823. ®. 17 unb ^hf)-. 
rifd^e ^egenbe. ©inleftung. 

3) dlad) bem Statut beö «Bifd&of« Sodann \)on Dtmw^ im 3. 1380, in 
tpeld^em er \)erorbnete: Statuimus, ut totus clerus et populus nostrae dioecesis 
ipsorum festum et diem debeant solemniter VII. Idus Martii uua nobiscum digna 
veneratione , per divinorum officiorum celebrationem solemnera devotis mentibus 
obsequi laetabundi. 3m 93orn?orte »erben bie ^lamncipo^d genannt beatissimi 
et gioriosissimi confessores Christi et episcopi Cyrillus et Methodius, Patres, 
Apostoli et Patroni nostri praecipui. — 3)oBrott)ff9 in f. ^ritifc^en SSer^ 
fachen I. $rag 1803. ®. 29 meint be«()atB and^, bie md^rifd^e J^egcnbe fe^ 
»a^rf^einlid^ Bei ©elegeni^eit ber @ittf%ung biefe« gejle« am 9. ©Urj burd| 
^en S9ifd6of Sol^ann »on Sleumar! im 3. 1380 ober furg ^jorfter entweber \)on 
i^m fcibft ober bod^ \)on einem ©eifliid^en feinem Sprengel^ t>erfagt worbcn. 

4) Codex A. III. pag. 19 s. 

5) »^ntif^e SBcrfu^e I. $rag 1803. @. 16 f. 

6) Codex A. IV. pag. 20—32. 



14 

3ofe:^l; (Safarif macl;te in feinen ,, Pamalky Drewniho Pisemniclni 
Jihoslovanuv. $tag 1861" eine alttuffifc^e i^egenbe toon 3Äet^ob 
Utannt, bie i^rer ^pxa^t nad^ bem 14. Sa^r^unbert angehört. JDen 
alttuffifd^en Xtxt bicfcr iiJegcnbe, ber fld^ aUx nur M Ue6erfe|ung 
eines gtiec^ifd^en S'erteS iju erfennen gibt, üfcerfe^te Dr. granj Sii* 
flofid^, 5ßrofeffür ber fCatoifd^en JÖiteratur an ber SBiener Unitoerfitdt, 
in »§anben (Srnft JDümmler'ö inö ÜJateinifc^e, uitb biefer toer6ffent* 
lichte bie Vita Methodii unter bem :titel ber ,,3pannüuifd^en )&egenbe" 
mit einer Einleitung über bie ©lautiwürbigfeit berfeJlben, fo toie mit 
2lnmer!ungen unb (Srcurfen i^erfe^en im ,,5(r(]^i\) für Äunbe 6fier* 
rei(^ifc^er ©efd^ic^ tö^Duellen" XIII. iöb. 1. *ft. @. 145—99. 

5)iefer Segenbe fommt na^ bem Urt^eile 5DiimmIer'3, toeld^er 
i^r bdS fCoh)ettif(^e Unter^annonien alS 33aterlanb unb bie gtüeite «&dlfte 
beö 9. 3ai^r^unbertö aU ßdt ber 5(bfaffung antoeifet, nid^t geringe 
Olautoürbigfeit gu; benn er f^rid^t jld^ Aber ben (S^arafter berfefben 
a. a. D. @. 153 alfo an^: ,,Unfere !?egenbc im ^lltgemeinen , toenn 
ipir jte mit unfcefangenem ^(icfe betrad^ten, mac^t gan§ ben (Sinbrudf 
einer fd^Iic^ten unb ungefd^minften ^DarfieUung tvivfUd^n ^l^atfad^en. 
33iele berfetben laffen fldl; mit unferen fonfligen 0?ad^ric^ten fel^r n)O^I 
in Einflang Bringen, bei einigen fe^lt e3 un3 gänglic^ an anbernjeiti* 
gen S^w^uiffen, tüoburd^ j!e enthjeber befldtigt ober tüiberlegt toerbcn 
ffinnen. ^^irgenbö flnben j!c^ inbeffen unm6glid^e ober tounberbare 
JDinge berid^tet, h)eld^e gegen bie ©faubtoürbigfeit unferer OuelTe 
Btoeifel erregten ; eö fe:^lt i^r burd^au^ ber fagenl^afte K^arafter einer 
im 9Wunbe beö aJolfeö auögefd^mücften unb entjlelTtcn Ueberlieferung 
unb ii^re 9tuffajfung ber Gegebenheiten )ßa^t auf feine anbere 3eit unb 
fein anbereö Sanb, aU bie benen toir jle jugch)iefen, am lüenigjlen 
auf baö jlrenggried^ifd[;e 9lufilanb. JDa nun aud^ ein befiimmter ßmd 
fld^ nid^t bcnfen Idfit, ju iweld^em irgenb ein f^^dter )i^ebenber bie ^e* 
genbe untergefd^oben f)(ä>m foffe, fo bleibt ung tüol^l faum ettva^ 
anbereö übrig, aU für ben QSerfaffer einen ber in ^annonien ertuor« 
benen @d^üler beö 3Ret^obiuö gu ad&ten, njeld^er in ber i)om aJieifier 
erlernten griec^ifdben @i)rac^e bie $^aten beffelben glcic^ nadi) feinem 
S'obe §ur Erbauung für bie 9?adl?h)elt nieberfd^rieb." 3d^ fann mid^ 
mit biefem Urtl^eile nid^t ganj einijerjlanben crfldren, fonbern mufi 
bie )3annonifc^e :iJegenbe i?ie(mei^r aU baö aWad^toerf eineö griec^ifd^en 
@d^i0matifer^ begei^nen, ber eö barauf angefegt :^at, feiner (Srjd^Iung 
baS ®e)3rdge gu geben, aU rü^re fle i)on einem 3^itgenojfen beö SJie* 
tbob ^er, unb ber giüar einige rid^tige ^aUn anS ber fird^Iid^en ^xa^ 
bition ber @Iah)en nn^ Utvaf}xH, aber aud^ nid^t h)eniger offenbarer 
Unrid^tigfeiten fld^ fc^ulbig gemacht f)at 3d& h)erbe biefeS Urt^eil Im 
l^aufe ber ©efd^id^te ber ©Ian)ena:^ofieI re^tfertigen. Einen ^6i^eren 
gefd^id^tlid&en SBert^ f}at ebenfo toenig 

5. bie bulgarifc^e Segenbe^, meldte in ben erjien fleben Sa* 

1) 2ßir neben eine lateinff^e Uebcrfc^nng be^ gried^ifd^en Jlerteö Codex 
A. V. pag. 32—40. 



15 

\)UeIn ber Vita Clemenlis episcopi Bul||^arorum^) enthalten Ifl. 3^t 
«^auptl^elb ifi üRet^obiud ; f!e fennt feinen Sonflantin , fonbern Mod 6^« 
rid, unb fledt bie Q^rüberalö Qlpoflel ber ©(otoenen ober Bulgaren ^In, 
benen ber ^. ©eifl bie ^rfinbung ber bulgarifd^en @c^rift eingiH, toorauf 
fle bie ^. ^üd^er au^ bem Oriec^ifd^en ind ©ulgarifc^e iS6erfe|en. 3)ie 
^(^^roBation biefer UeSerfe^umj burc^ $. «gabrian §u erlangen tegeten fle 
{!(i^ unmittelBar avL^ ber ^ulgarei nac^ Olom, koo {!e nic^t nur ))om ^a^^e 
aufö gfeierlidjfte empfangen , fonbern an^ ffiunber öon i^nen ijerrid^tet 
toerben. 5Der 5^a^jl, bie bon ben 33rübern gefertigte Ue6erfe|ung alö ein 
ffierf ailjoflolifc^en ®eifle0 erfennenb, legt biefe(6e auf ben 5i(tar unb 
t(it\\!fi ©d^iUer berfelten ju ^reöfc^tern, JDiafonen unb @uI»biafonen, ben 
ÜÄet^ob a6er gum ^ifc^of ^annonienö. K^rid flirH, nac^bem er baß 
3Ä6n(^3fIeib genommen, toirb in ber 6ct. 6lemenöfird)e (»eigefe^t unb an 
feiner 33al^re gefd^e^en tounbertare «Teilungen. 3Ret^ob fommt nun alö 
33ifcl^of erfi naci^ SWa^ren, h)aß er früher nid^t gefe^en, unterrichtet ben 
Slafliölan) fo wie ben :|)annonifd^ett Surften Äocel unb fcefeftigt ben hnU 
garifc^en gürjien S3oriß, ben er frül^er getauft, im ©faulen. ^Darauf 
toirb bie ?e^rt^>dtig!eit SÄeti^ob'^ unter ben ^Bulgaren bargefielTt unb alö 
i)or,5ÜgIid^e3 33erbiettfi bejfeifcen l^erborge^ot»en, bafi er ben ijon ben gran* 
fen unter bie aufgären eingefd^todrjten Srrtl^um, ber ^. ®eift gel^e \jom 
@o^ne ouö, toiberlegt unb \)ernid^tet l^aBe. Stüato^Iu! h)irb alö in bie* 
femSrrt^ume t>efattgen unbalö einfiajlerfncd^t bargcfledt, gu beffcn lÄfler* 
lid^em SÜanbel bie gran!en fd^toeigen, unb ade ^SorpeUungen äWet^ob'ö, 
'(^n auf feffere 2Bege ju Bringen, flnb frud^tlo^. ÜRet^ob fiirfct, nad^bem 
er 24 Sa^re baS Hfd^6fCid^e 2lmt ijertoaltet, alfo im 3. 892, nad&bem er 
gu feinem S^ad^folger im ^rjBiSt^um ijon ^annonien feinen @d^ü(er ®o^ 
ra^b Beflimmt ^aU 

5Diefe, toieber 2lugenfc^ein le^rt, burd^ unb burd^ Itulgarifd^e gdr* 
fcung tragenbe Segenbe toirb bem fd^iömatifd^en 9}ietro:|)oliten i>on ^dl;riba 
il^eo^^^Iaft (t 1107) jugefc^rieien, bejfen 0?ome bie Vita Clementis a\k^ 



1) Vita S. Clementis Episcopi Bulgarorum. Graece. Edidit Franc. Miklo- 
sich, Phil, et jur. Doctor. Vindobonae 1847. Da5 S3ttc^ ipa; früher feftr feiten, 
morubcr 5DM!(ofid6 i« f- Praefatio fd^reibt: „ Fragraentum vitae S. Clementis 
graece et latine edidit e codice chartaceo bibliothecae vaticanae 1409 fol. 348 et sqq. 
Leo Allatius in libro : „In Roberti Creyghtoni apparatum, versionem et notas ad 
historiam concilii florentini scriptum a Syivestro Syropuio exercitationes. Romae 
1665. 4. I. 259." cujus partem latine repetiit Jos. Sim. Assemanus in Kaienda- 
riis ecclesiae universae III. 147 — 49. Tota vita edita est graece in libro raris- 
simo, excuso Moscbopoli, anno 1741. 4. pag. 13 — 37, et in alio aeque raro : 
NmrjtpOQOv KuXXCazov zov Sccvd'onovXov tcbqI avatdascog xov asßaafi^ov 
oCtiov rjjs iv KtovaxavzCvov noXsi ^caoSoxov nrjyqg xai tdav iv avTco vtcsq- 
(pvtos TsXsad'ivtcDv ^avfidrtov, xai 6 ßt'og xov iv ccyioiQ Kl-qfisvxog cIqxI'Stci,- 
anonov BovXydqtov , cvyyQa(pslg nagd xov dyuoxccTOv ccQXisniffiiOTCov t^s 
TtQcaxTjg 'lovaxivviav-^g KvqCov SBO(pvXd%xov vvv itqäixov iyidod'svxa iniaxa- 
aia 'jlfißQoat'ov tsQOfiovdxov xov nafiniQScog. {Viennae), aooß' (1802) 8. pag. 
101 et seqq. Teste Anthimo Gaza, ecclesiae graecae, quae est Viennae, parocho 
Pampereus, Macedo, professor in Valachia , edidit hunc librum e codice monaste- 
rii S. Naum ad laciim Achridanum in Macedonia." 



16 

aU QScrfaffer an ber Stltne trägt. <Da ahcx cap. 18. 22. 29. ber Vila fotd^e 
Stellen enthalten, toelc^f auf einen @c^üler beö (Slemenö (f 916) ^in* 
beuten, fo todre nur anjune^men, bafi ^^eo^^^laft frühere 9(ufjei(^nun* 
gen auö bem 10. Sa^r^unberte ^n einer ffirmlid^en 33iogra^^ie gefialtet 
^aBe*). — @o unijerfennBare QSorjuge in formeller »^injld^t baö gried^i* 
fd^e Original ber Vita Clemenlis an jld^ trägt, öon fo untergeorbnetem 
ffiertl^e ifi ber gefd^id^tlid^e 3n^alt berfelten. ©er immer ber 33erfaffer 
ber Vita fel;n mag, — eö toar i^m enttoeber um ^iflorifd^e ffia^r^eit gar 
nic^t gu t^un unb er ^at berfelBen nad^juforfd&en burd^auö fic^ feine 
3)Ju^e gegeben, ober er ^at, falTö fie i^m Befannt tüax, fein 33ebenfen ge« 
tragen, biefelte im ©eifle beS griec^ifd^en <Sd^iÖma aufö @r6Bfie ju 
entjieffen'). 



1) OWiffoflc^ 1. c. pag. yil. fdfereibt über ben SSerfaffer: „Theophylactum, 
Justinianae primae totiusque Bulgariae archiepiscopum , hanc vitam Clementis 
scripsisse concedere non poterit is, qui in ipso opere c. 18 legerit, auctorem ejus 
Ciementi, mortiio 916, convixisse, cum notum sit, Theophylactum anno 1107 dieni 
obiisse supremum. Adde e c. 22 coiligi, auctorem fuisse natione Bulgarum, 
quippe qui narret: Omnia ad ecciesiam pertinentia Clemens nobis Bulgaris (to\g 
Bovilyapoiff 7j|itt>) tradidit , cum Theophylactus , ut ipsius verbis utar , hospitio 
tantum Bulgarus, revera Constantinopolitanus fuerit (Baronius ad amium 1071). 
Scriptam esse hanc vitam tempore, quo Bulgaria a Scythis vexaretur, patet e c. 
29 : Sancte pastor serves a barbaricis incursionibus intactos nos alumnos tuos, 
maxime nunc, cum afflictio in propinquo., nee est, qui adjuvet, cum scythicus 
gladius bulgarico sanguine inebriatus est. Auctur hie loqui videtur de Hungaris, 
qui annis 934, 943, 959, 962 Byzantium petentes, Bulgariam devastabant : illos 
enim etiam Scythas appellari a scrptoribus historiae byzantinae notum est. 
(Safafjk, Slowanske starozitnosti, 594.) Vitam igitur scripsit Bulgarus saeculo 
decimo, nomen vero Theophylacti additum esse videtur, quo major fides et au- 
Ctoritas narrationi conciliaretur. Dobrovio quidem (Cyrill und Metliod, 10) auctor 
noster neque Clementis neque Theophylacti videtur fuisse aequalis : cum vero is 
nuUas sententiae suae causas adferat, nos potius cum TiQLTtyKOTccTG} Friderico 
Blumberger (Jahrbücher der Literatur 26. p. 214) statuemus, revera quemdam e 
Clementis discipulis vitam magistri scripsisse." 

2) sQti ber grage nad^ ber Stcd^t&eft unb ©tauBttJÜrbigfeit fc^rfftHc^cr Ur; 
funben, \>it »on gricd^ifcfecn 6d^i^ma(tfern (iommen, bar'f man niemals »er? 
geffcn, bag bie ©ried^en ubtxifavipt in ber ^unfl ber ^dufd&ung unb gdlfd^ung 
i^ren aWeificr fud^en. 6o war eö tjon je^er. <8d^on $. 9iicoIaug I. toti^ in 
feinen nac^ ©on^antino^jel gefd^riebenen S3riefen arge 3ßerf5(fc6ungen feine« 
an .^aifer aWid^ael III. gefd^riebenen ^Briefe« nad^ unb fagt in S3etreff biefer 
93erft\lf d&ungömet^obe : Quoniam apud Graecos , sicut nonnullae diversi temporis 
scripturae testantur , familiaris est ista temeritas (Harduin Concil. Tom. V. fol. 
180), unb inbem er M auf einen dlteren S3rief be« ^. ^aMan I. beruft, ben 
man im Slrd&iv? \n ^^onfiantinopel finbcn muffe, fe^t er ^iuju: si tamen non 
falsata Graecorum more (ib. f. 147). <Bitf}t ^ieanber, ©efd^. ber dferifll. Stel. 
u. ^irc^e. 8. Xf)i. Hamburg 1836. e. 416. 



17 
III. 

®efe^ ber l^ijiorifc^en Ätitif für ben ®ebtauc^ »on Segenben. 



(S3 liegen bemnad^ uUx bad fiekn unb ffiitfen ß^tilTö unb Me:? 
t^ob'a fd^nftlid^e Utfuuben gtoeierlei Stt toot: Utfunben toon ungtoeifel-» 
haftet Sfed^t^eit unb ©lauttourbigfeit, unb Utfunben, toon benen e« 
minbefienö fe^t jtoeifcl^aft ijl, i)on toem unb aud toeld^et 3eit fle ftam^ 
men, unb toeld^en @Iau6en i^te S>aUn toerbienen. 

5Da aller ©efd&ic^te bie ffia^r^eit fo toefentlic^ ifl tote einem a»aaß* 
fiate bie ©erabl^eit, fo :^aBen für fie nur jene Utfunben -ffiett^ unb ®e* 
tüidft, beten 2ted^tl^eit unb ©lauBtoütbigfeit bie Ätitif au^tt <Btxch gefegt 
f}atj Utfunben bagegen i)on gtoeifel^aftet SCed^t^eit unb ®Iau6tofitbig* 
feit l^aBen füt bie ©efc^id^te nut Bebingten 2Bett^ unb j!e fann flc^ 
betfelBen nut an bet ^&anb einet Befonnenen unb umjfc^tigen Jttitif be* 
bienen. 

3n «etteff bet »egenben i)On S^tilT unb SWet^ob iji bet Jttitif i^te 
STufgabe fel^t flat unb einfad^ öotgejeid^net; baö id^t ©efd^id^tli^e 
»om (Sagenhaften i^teö Sn^alteö ju fd^eiben. S>a nun bie 
nji(^tigflen fiebenömomente bet ©Iatoena))ofleI butd^ baö Beugnifl dd^tet 
unb glaubtoutbiget Utfunben, tüie ba flnb bie 3eugni|fe beö ^ibliot^efat 
2lna^aflu« , bie 33tiefe $. 3ol^ann'0 VIII. , bie 5DatIegung be8 ©algbutget 
Ungenannten ijom 3. 873, bet Q3tief bet ba^etifd^en 33ifd[)6fe i)om 3. 900 
unb bie translatio S. Clementis, fld^et gebellt j!nb, fo etgitt f!c^ füt bie 
ffiütbigung bet mfil^tifd^en, b6^mifd[)en, ^jannonifd^en, bulgatifdj^en; fo 
tt)ie iebet toeitetn fiegenbe loon K^tilT unb aWet^ob bet ftitifd^e Äanon: 
2(ne8unb3ebe8, toaö in biefen:&egenbenben5)atenlenet 
Sd^t^ifiotifd^en Utfunben toibetf^tid^t,ifiaUuntt)a:^tunb 
falfd^juioettoetfenjalleS unbjebeÖabetini^nenSntl^ar* 
tene, toaömitbenijetbütgten^l^atfad^enimSinflangefie^t, 
flelltfid^ inbemfeIben©tabeaI8grauBh)utbig bat, inhjel* 
c^eme^mitbenfelben^atmonitet. 

S)iefeÖ unöetle^IidOe ©tunbgefefe bet ^iflotifd^en Jttitif Ratten Bei 
®eatBeitung bet ©efd^id^te K^tiH'S unb aRet^ob'^ öotjugtid^ Asseman*) 
unb JDoBtotoff ^'; yjot Sfugen, n^enn aud^ bet ie^ttn mituntet baffelBe 



1) (Sx f^Jtad^ biefe^ ©efeft in bem @a^e au«: „Neotericos non moramur, 
qui nullo producto antiquo documento narrationes tradunt a genuinis Romanorum 
Pontificum epistolis abhorrentes." Kalendaria Ecclesiae universae studio et 
opera Josephi Simonii Assemani, Tom. III. Romae 1755. in 4. pag. 178. 

2) „Mm in bie bunfle unb »erttjorrene ©efd^idf^te ber jtoei ©ruber, Stritt 
unb aWet^ob, !^i(f)t unb Orbnung ju bringen, ifl »ot 5(Hem notliipenbig , ein 
(»Tnaue« 3eugen»er]^&r »orgunel^men , bie 5lu«fagen ber dltern Beugen nac^ i^rei 
©lauBtöurbigfeit gu ^jrfifen, bie neuem ©erid^te mit ben &Itern ju vergleichen, 



m foC(tef EefietjireitiYe »^eßairiJ^aöt ^ot, lycrf er feüjfl tieii ^LJtorif<^it JImi 
lier te^e-a^en iünn mm ro<ant in 9m^ fteiXte. 

€^ f«rtt Em 3ittereife öcr öijlorifc^eit ffiiifeitfcfiaft mtt fie^oniett teer* 
lev, tcif Kosete S^atfcter md! ^eax6eiter ^er (^efd^txtte )rer ^laiBemt^^t(, 
■we ®«tteiißti(Ä mti) X liiitittter, jüö ait jeitcä (&inmlJucfe% trer Jtritif 
ßce wn!9 i« »einher fbren^ 6ie£tcir, briiem jte iir^Befüttijerc ^Le ^oinienifcl^e 
mm Sic%jrtf(6e ^ei^eiüie aü ^(nr; oerlo^IIc^e C-ueHnt tsotosSfe^e«^ nnb 
ol^ ^9ti[tiffii6 I6re^ ()efc6ü^tlix6eit Urt^eileä geSrxm^eit^ trem ^mft^tn 
Her i^Xou^mutoi^ett UxfuitOeit ^teu^ t^oteit mtl! fu ^eit Güten unb 
l^cttm iöatöeifcnlD iit einem. un!n ^cnt «üTcrit "JJmtftc txubun^)^ 

irnaj jcire, »emr fic iJiefcn öjibernjrei^ar , oönc Sc^oimirij ^ir ücrtoetfea, ober 
xotviKjiU'a^ vi(bt ^u Beat^teir. 9lur auf öiefe Irt foint bcö ®üÜ> ^tiiorifct^r 
^oBci^ »oit »Jen ^äfiijden acr fummuEii ^el ijßfj^iesrcit tecröwt." ^9ril( n. 

1) ®atteiibac6» öcr fu^ iit feinen: ü. o» ,, 'öcürdi^it '' metfiem« ald be; 
füttiteTrcit .^tlfcr beioofirt fiat, erfcnnt öeitÄairütt öcr bnlücifcöcit^itü gleid^; 
falfo Jir, weTTit er Jjofefbft ^s:. I f. f(^tciJ&t: „'^ &er j^onÄjobe iKrfe^ neuen 
^ten#^ Oyeg oon ifim im ac^t gcö»iÜEneit ^t«f<f* iwn ^^te^^bitK V.) fc^ien 
e^ mir yaifenö ^u firtjtt, inqnt^cbcn, mie ftd> Die ö»ican:^ ctetüunnenen Stefiiltate 
^u öen Bi^ber befonntEn Ibatfotöcn »erbalieit, mie jw riefelten ero^ien. sber 
mo jintien fti^ diefe XBatfac^en? Qietoail ito fttr )»etmtfcl)t itrtt ^$e^n))tungen 
mit ^utt)nra#un^n, meiere >Oüit anbeten ^etttn eben ft> entfdytei^en t>erneint 
wcrJen. Xobratrffn ^ot frrilii^ i^aa ^cincijj ^j^^fitiLt unö befol^jt^ nur an 
txtn tautertlen Cacllcn ^u fvöuöfen, o&er fett fditec 3«.nt ift nene^ gefunben 
iporuen, 3lnaerem hatte er nittjt irie cix&tt^ (^tun^i ^ai^ffewc^en, mib mand^er 
ein:^ne ^unft i^ jimr (^^mhatl^ gienoner ftttifd^rc Untetfitd^tmiiem gemacht 
worbcn, ^(6 fa() für midi fetnat ait&etn ^fttt^io«^, al»J \hin neuem i^o^r«toffi^'^ 
5öa6tt ein^uftfifoi^ett o. f- »-" lUein et tft \»n; l^ief<^c ^^ti^n otUnntet abge? 
»idien, inbcm er öer ponnunif^Äett tttt»> l^utt^cifilKJt ^fe^nöe »iH^u: gru^t ®el; 
tnnfl ^rfvinnte, mic fclJbtl rimutUc 3lrc&i\j XI 11. ^^. ^. 149. bezeugt: 
„©attenöircö v^fviubte Den bitfaictf<^n ^Sert^ bet nett entbethen i^tgenben (ber 
panmnnfc^en \>un ^JHetl)air unj^ i^e# in oltferKHl^ ^^^h^kIk «^efiirttrtenrs ^l^en^ 
be^ B.^unitiintin ) fe^r ^u(6 onfc^l^n $n mni^n . . ^ti» itt feinet itrwn Hn^abe 
be? libellut* de coiivei*»ione Ba^ioarior. et Cajnüitauor. (Peru Hominis G«^rmaiiiae 
Siript. XI. puiz-. 2.) berief « tid) ^nf &iefelben nnb neiiitt &en ^rfaj^ einen 
t«*5ms hauil levi»." — ^n ttrcit bübernt (^a:be alxj ijtjtt tBattenl^ai:^ gilt aber 
mein Urtibeil von ^nntntLer, )m.e ic^ in uteinee gefd^id^did^en i^arjirlCiMg 
noc^toeijen merde. 



@ef*id^te 



ber 



^latDrn-|l))0|l(l Ci)rHl nitlr ßdffoK 



2* 



J 



9. l. 

J)er ®Ian)cna))oj!eI ^erfunft, SBilbung unb Scruf. 

^aö ©d^IcCfal ber Jeird^e t^eiten aud^ i^te großen aRdnnet. SBie 
bic ©efd^ic^te ber ^fTan^ung unb beö 2Ba(I)8t^umö ber Äird^en melflen^ 
in Dunfel ger^üdt ifl, fo bürftig unb lücCen:^aft ift aud^ l^auflg unfre 
Äunbe \>on bem frü^eflen Sefcenögefd^icCe jener Männer, toeld^e auf bie 
©ejialtung unb ©nttoicflung beö fird&lid^en gefcenö in großartiger ffielfe 
getoirft :^a6en. 5Dieß gilt aud^ ijon ben IBciben aRdnnern, ipelc^e bie große 
gamille ber @rah)eni)6l!er al^ i^re 9{))ofieI ijere^rt *). 




1) 9lur gegenbenfagen Hegen über bie .gerfunft berfclBen i>ex, unb bie 5ln-' 
(^aUn ber Translatio S. Clementis crfcfeeinen t>oriug«tt)eife »crldffla. tiefte ^in? 
leltnng II. B. 1. @cite 12. 

2) ^a(^ allen gegenben erfd^cint ©onflantin aU bet ditere ©ruber; nur 
bie v«nnonif^e ma^t i^n jum lungcrn, inbcm fie c. 4. »on SPJet^ob fagt: 
servivit mtnori fralri velut servas. Cod. p. 24. 2)ie bo^mif d^e unb Bulgarifd^e 
?ecjenbe (Cod. A. III. V.) !ennen Feinen C^onflfttttin, fonbern nur ©^riK aU 
33rnbcr aWet^ob'c^. 

3) Translatio c. 1. (Cod. p. 5.), mS^r. iBeg. c 1. (Cod. p. 12.), ^jannon. 
8eg. c. 2. (Cod. p. 24.). ©pdtere, minber \)txlh%l\^t Schriften nennen ben 
33a t er ber J8r über fieo. ^o ber JDiofleat: ex civitate Thessalonica, quidam 
phüosopljus Constantinus nomiae, filius cujusdam Leonis patricü (Presbyteri 
Diocieatis regniun Slavorum, in Schwandtner Scriptor. rer. Hungaric. III. 474.). 
dbenfo bie (Stc^jenaja Jtniga ober ber flawonffd&e Über gradualis bei Assemani 
(Kalend. eccl. univ. III. 7.): Liber slavonicus, cui nomen Stepennaja Kniga, 
Cyrilli ac Methodii patrem vocat Leonem Thessalonicensem, his verbis cap. 11: 
,, Ablegati a Michaele imperatore Orientis, Methodius et Constantinus, fllii Leonis 
Thessalon icensis." Heber bie geringe ®Iaubtt)ürbigfeit be^ 3)iofleaten flc^^e 
unten §. 28. ^oU 4. 

4) Ueber bie 93aterfiabt ber S3ruber treibt ^hrnrnUx (^x^iM XIII. 164 
f.): 2:^effaIonid6 f)atU burdö alle ©türme ber 956lfern»anberung binburd^ ficj 
feine griedfeifd^e S3e»Mferung ftetö betrabrt; »gl. Tafel de Thessalonica ejusque 
agro pag. XIII : „Graecos vero urbis primarios incolas vel seculo post Chr. XII, 
foisse, ejus Tel documentum est Eustathius metropoUta , cujus homiliae graece 
scriptae ibique habitae non solum linguae veteris usum verum elegantiora ejus 
studia inter urbis illius incolas evidentissime testantur.'^ §(u^ bem anfange \>tS 
gebnten ^abrbnnbert« beflften wir eine ©efd^rcibung be6 bamaligen Buftanbeö 
t)on il^effalonid^ t)on 3o^anne6 Jtameniata, einem (Singebornen , meld^er au§er 
ber reijenben Sage, Hm lebhaften S3erfe^r unb i>en »ielen geifWid^en «Stiftungen 



22 



©necken unb gateinet i^tetSeit, unb i)Ot?iU(jriti^ (Sonfiantin kurfun* 
bete Don ^inbf^eit au knjunbetttöiüett^e ^raft beö ©eljleö'). ©leiten 
(Sd^ntt mit i(;rer ©eifteöHlbung i^ielt i(;re ^erjeitöftimmigfeit üon 3u* 
genb auf, unb biefe i^re ©ottfeligfeit fut;rtc f!e inö Älofiet') unb in 
ben ^ienji ber Äird^e Don (Sonjiantino^jel, in n^eld^em fie f»i0 a«»^ Sßürbe 



ber @tabt Befönber« au(i^ i^re SJejIreBunflcn in ^unfl imb SBiffenfd&aft pttiH 
(De excidio Thessalonicensi c. 10. ed. Bekker, p. 501.)- 2)ie Umgegenben ber 
(Stabt tcaxtn ring^ öon flamifti^en €t&mmen bevMfert. S'Jaci^bem biefctben 
im 6. u. 7. 3ia()rf)unbert X^effalonicb oft fc^Ujer bebr&ngt Ratten, iraren fte alU 
mWi^ gum e^rijient^ume befe^rt iuorben unb bett)of)nten aU friebUd^e STcfer.- 
bauet baö flache Sanb. 2)a6 SSer^&Itnig be^ griec^ifcften X^effalonidE» 5" feinen 
ffaUjif^en Itmnjol^nern iüar alfo xooU ein dijnlici^eö, n:»ie bcutjutage Ui ben 
(St&bten be« alten Äarantanien^, j. ©. 93iUad&, Saibadb. ©iUi u. f. ir., toeld&e 
meid öon JDeutfcben beüolfert finb , bie aber aud^ bic ivinbifcibe 3Wunbart fpre^ 
(ben, iüibrenb ba« i^anbvolf nur fiaitonifcb rebet. (2o JDummler. Slacjb Salb 
meraijer aber irar X^effalonic^ um bie Tliitt beö 9. 3a()r]^unbertö eine f)n\h 
ffanjifcbe 6tabt. 

5) 3n betreff (Jonflantin'ö bie Translatio , m&^rifd^e u. b^bmifcbe Segenbe 
c. 1. (Cod. 1. c), in «Betreff SWetbob'ö ^mnnon. Seg. c 2. 3. (Cod. 1. c). 

6) JDieg bezeugt bie Translatio c. 11., inbem fie aWetbob j^um Zapfte fpre; 
ä)cn Ii§t: aU tt>ix unfre (Senbung antraten, beftbn>ür uns bie aWutter unter 
X^rdnen, t>a^, fa\U @iner \)on un« in ber Srembe fiurbe, ber überlebenbe 
trüber ben Sßcrftorbenen in fein jllofler gururfbringen möge. <Bonaä) toa; 
ren ^eibe Äfofterleute unb ba in ben ^loflern be^ Oriente bic JÄegel beg b- 
58aft(iuö be^ ©rogen alCein in ©eltung itjar, fo maren iie 33afilianer. JDeö.- 
balb fnbrt fie anä) ber Index Sanctonim Ordinis S. Basilii unterm 14. 9JI&rj auf 
(Martyrolog. Rom. Edit. nov. Ratisbonae 1846. p. 288.). 2)er Umflanb aber, 
ba§ bie 9)hitter ber S3ruber beim Eintritt if>rer SWiffton nod& am ^ebcn War, 
mad&t e^ febr iüabrfcbeinlici), ba^ fte bamalö im fn^tigflen ÜWanneö^alter ftanben, 
unb ciU rüÜige SWond^e »orgug^ireife ^n miffionarifd^er ^^&tigfeit geeignet er? 
fdjienen. ^enn befonber^ in ber griedfjifd^en .^ird^e Ujar ba^ .^lofter ^an^t; 
fi^ ber SBif fenfd^aft unb ©Übung, unb ber burcbgebenbö beuieibte 
griecbifcbe @&cularfleru^ n^ar für baö SÖerf ber ©lauben^^rebigt njeniger geeig? 
net aU ber SWoncb^ftanb. 2)ie m^nd^if^e Seben^ujcife h)urbe, roeii fie bie (5r; 
rcicbung &cbt cbriftlicber Men^n^ei^beit anftrebte, inögemein aucb unter ben 
©riedjen bie ^)bilofovi)ifcbe Men^weife genannt; unb @onftantinu5 trug 
ben Beinamen beö ?PbiIofo^f>en, mit hjeltbem ifjn bie Segenben, ber ^u 
bliotbefar Slnaftafiu^ (Cod. B. I. 1. 2. pag. 43 s.) »ie % Sobann VIII. (Cod. 
B. IV. 5. pag. 61 fin.) bejeid&nen, eben fo febr aU volCenbeter SWond^, n>ie aU 
h?iffenf(^aft(i(i^e3 ®enie. — SSon bem aWoncb^jianbe beö aJJetbobiusi jDcig au(b 
bie ))annonif(be ßegenbe. Ob aber bie fo genauen eingaben berfelben c. 2. 
3. 4. (Cod. A. IV. pag. 23 s.): m. fe^ Vom ^aifer gum (^tattf)aUtt einer fia.- 
iüifd&en 5Pro\)ing erboben ivorben, unb erft nacbbem er lange Sa^re biefelbe 
»erhjaltet, fe^ er um feine foflbare 6eele auö ben ©türmen ber 2Öelt gu retten, 
in ein ^lojter auf bem Ol^mp getreten (bortbin l&gt aud^ ba^ altferbifcbe Seben 
Sonftantin*« c 7. benfelben feinem S3ruber nad^folgen Ui !D um ml er 5lr(bi» 
a. a. £). @. 166.), unb fj)iter ^t be« reid&en unb bevolferten ^lojter^ ?Jol^^ron 
geiDorben — ©lauben i>erbienen, ftebt febr ingrage. ^enn hjenn aucb Staate? 
mSnner nicbt feiten "oae .^lofter fucbten, fo fcbeint ho^ grabe ba<s flon^enifcbe 
©tatt()alteramt be^ SW. eine JDifbtnng ber ßegenbe gu fe^n, 'oit ibren gelben 
baburd^l um fo mebr gum erften (Jr^bifd^of ber (Sloirenen qualijxciren untt. JDie 
bulgarifd^e ßegenbe (Cod. A. V.) tücig nid&tö »om a)'?6ndf)9ftanbe 3JJetbob.'6 
unb ld§t ben (5i)riU c 3. in Uebereinftimmung mit ber boi^mtfc^^en !&egenbe 
c. 5. erjt gu @nbe feinem Seben^ in diom SWöndf) werben. 



23 

bed ^ riefle rt^umö em^ßox^ie^en''). Unter bem Patriarchen 3gna=* 
tlu6 (846 — 857) ertoleö fld^ Sonjiantin aU fteimüt^igen 33ert^eibiger 
beö ortl^oboren ©lau^enö, inbem if)n and} baö fe^r jlarfe ^anb ber 
greunbfd^aft, hjeld^eS i^n mit bem erflen faiferlic^en (Secretär unb 
«&am)tmann ber faiferlid^en WlBtoad^e ^J^otiu^ toerfnü^jfte, nid^t aU 
^itlt, bemfc(6cn offen tntqt^tn ju treten, aU biefer an^ (Sd^eelfud^t ge^ 
gen ben am «öofe ^aifer SÄid^ael III. n^enig UVuUtn $atriard^en, unb 
um f!d^ an bemfelBen ju reiten unb i^m ä^erlegen^eiten ju 16ereiten , bie 
SlÄcinung unter bie 3Raffe ijertreitet f)atU: ieberOWenfd^ l^ate jtoei 
@ e e t e n. ^iefeö leic^tfinnine Unterfangen beö $^otiu0 ftrafte Sonfiantin 
mit fo fcöarfem ßrnfle, bag baroB baö früher jnjifci^en i^nen !6efianbene 
vertraute ©er^aftnif fid^ l6^e®). 5)ieß3erh)ürfnig mit bem einflu^reid^en 

7) 5(u>5brutfn(^ T^ejeu^t bieg »on (yonjiantln bie Translatio c 1. unb naä) 
\f)x bie m&^rtf(^e Se^cnbe c 1. 3)ag aber 9Wet()ob an^ bie ^reöbi)tetn?urbe 
mit feinem trüber t^eitte, bcftatif^t 'i>\t Transl. c 9. it)o fie berichtet: beibe 
©rüber fe^en in dtom ^u ^ifd^ofen (^enycifet werben. ^n6) 'oit buigarif(^e 
Segenbe c. 3. !cnnt bie urfprunglic^e *$reeibi?terwürbe ber 33ruber. offenbar 
unridfitig unb fatfcä^ ijl bie STngabe ber p annonif df^en S. c 6. »on ber 
«©ei^e aWetljob'ö jum ^Jreljböter burc^ ^^apfl ^Üfolauö I. Slbge.- 
fc^en \)on bem Umftanbe, ba§ 'i>k SBruber, wie wir unten fe^en werben, erfl 
nad& bem 3^obe biefer ^Ja^fteö in dtom anfamen, flcf)t bie Eingabe von ber erfl 
in 9t)m gefdbe^eu fei)n foKenben,aBei()e 3Wet^ob'« jum ?Jre^b^ter nid^t nur im 
SBiberfprud^ mit ben angegebenen CiucUen, fonbern aud& mit bem Beuaniffe 
$. Sodann VIII., ber in feinem «Briefe an (Swatopluf »om 3- 879 (Cod. 
p. 59.) woI)l ber unter feinem SSorgdngcr ^. ^abrian II. jlattgefunbenen hu 
fc^oflicijen Sei(>e beö 9W. au^brucflici^ gebenft, aber üon einer ju dtom gefc^e.- 
]f)enen ^re^b^terweifte beffelben n\ä)tß mi^, aßenn bemnad^ JD um ml er a. a. 
O. @. 179. über bie STngabe ber pannonifdficn i^ fd^reibt: „$5ieö f fingt jebod^ 
feineöwegö unwat)rfdbeinlic^), wenn wir bebenfen, bag ü)i. aU Saie in ben SWimd^ö^ 
jlanb getreten war, unb alfo ^^Ireöb^ter werben mugte, ei^e er bie 33 ifd^of^ würbe 
erlangen fonnte" — , fo Ijat er babei gu bebenfen vergeffen, bag eef ftc^ bier 
um bie biftorifd^en ÜWomente ber »Pre^b^terweibe aW. b^nbelt, nemlidb wo unb 
wanu biefelbe flattgefunben ijaht. JDa§ aber \>k SSerfid^crung ber Translatio 
unb ber mit i^r übereinjlimmenben anbern Cuelien: (jonflantin unb aWc^. 
tftob fei)en ^n (Jonjlantinopel, e()e fie alö ® laubcnöboten ane-. 
aingen, $riefler geworben, aliein glaubwürbig fei), wirb eben burd^ tk 
ibnen übertragene apoflolifd^e ©cnbung äuger Bweifel gefefet; benn fo wa()r 
ba^ ebrijlentbum nidbt allein bie wabre religiofe (Srfenntnig, fonbern a\i^ 
ber allein wa^re ©otte^bienjl ifl, ber fidb öor^üglidb in ber Opferfeier 
betb^tigt, fo not^wenbig ifl nac^ firdblicber Uebergcugung bem 3)?iffionar nidfit 
nur bie ^enntnig beö firdblic^en ©laubeujj, fonbern audb ber ©barafter beö 
^riejiert^umö. 

8) ^ie^e baö Beugnig be« SSibliotbefar 5lnaflafiuö Cod. B. I. 1. pag. 
43., unb »ergl. @inl. 1. 1. @. 5. 9lug biefem Q3eridbte beö Slnaflafiu^, ber nidbt 
nur Beitgenoffe, fonbern, wie au^ ber 2^ ©teile beffelben Cod. pag. 44. erbellt, 
»ertrauter greunb unb SBerei^rer ^onjlantin'« war, ergibt fidb, bag ber *$a.- 
iriardb Sgnatiuö Seute, weld&e alljufebr ber SOBeltweiß^beit iftulbigten, »on ^irs 
dbenvimtern fern ^n balten trachtete (qui viros exterioris sapieiitiae repulisset). 
5lu^ Slerger barüber feftte ber in profaner wie firdblidber Söiffenfdbaft pielfeitig 
gebilbete *Pbotiu3 bie auö ber pbilofopbifcben Olüflfammer entlebnte IWeinunq 
\>on einer bop^elten @eelc be« ÜWenfd&en (ber 'tjfvxri XoyiTiTi unb tpvxri ccXoyog) 
in Umlauf, unb (Jonjt antin, bem ?JMiw^ in ücbt pbilofopbifdber Wie if^to-. 



24 

«gofmann maq tool^I ein «^au^tgtunb geh)efen fe^n, tDefl^aK (Sonflanttn, 
aH $l^otittd einige 3ai^re barauf auf ben 8tu^l bed bur^ bie 9Ra(^t unb 
atinfe bed Jtaifer unb Steid^ iBe^errfd^enben (ii\ax ^arbad ^ina6qeßo^e« 
neu $atmr(l^en Sgnatiud eingebrungen n)urbe*), freubig bie {id^ i^m 
bietenbe Gelegenheit ergriff, aufler^aI6 6on{tantino^e( unb bed gried^U 
fd^en 8lei(^e« für ba« «eid^ Sötte« ju n)irfett**'). 

§.2. 

©enbuttg be« ßonjlantinu« ju ben (S^aiaren. 

eine fol(^e ©elegen^eit ergalB fl(^, aU ba« 33ol( ber fd^on getauften 
ß^a jaren, ba§ öon feinen früheren ©igen oiber^alB beö faö^ifd^en aWee* 
re§ gegen 8übn)efien gebogen unb am affon^'fd^en SReere (palus Maeotis) 
jid^ niebergelaffenO/ ««^ w^'t ben SS^jantinern in engere aSeribinbung ge« 



logifd&er 3öiffenf(i^aft toeit iberjegen (Me bulgarifd^e Segenbe c. 2. fagt öon fftm 
fe^r f^6n: d nolvgphvt'nv l|(o fpiXoaowCav nlB^cav dl xriv ^aoa, xal t^$ 
Tcor ovTcoy qpti<r£(o$ Iniyvmiuov, UfäXlov ds tov svog ovtog^ nccQ* ov ra ndvta 
i% firi (pccivoilivtov t6 slvcci ilapov, ed. Miklosich. c. pag. 2.) , trat berfefben 
eben fo febt im Snteteffe ber ffrdb^dbcn SBabrbeit al« be« ^atriardbe« Sanotiud 
auf« (Sntfd^iebenfle entgegen, «nb ba« 8. &!umenlfdbe (Joncil im 3. 869 t»er; 
bammte jene ^)]^iIofot»l^ifd^e SWeinung al« bem ^irc^englauben toibetftreltenb c. 
10. otfo: „Quum vetus novaque lex testamenti doceät, unicam homini eamque 
ratione et intelligentia pollentem esse animam ; eandemque sententiam deiloquo- 
rum oninium patrum et doctorum Ecclesiae doctrina confirmet, sunt tarnen qui 
duas homini esse animas asserant , et quibusdam vitiosis ratiocinatiunculis suam 
haeresin stabiliant : itaque sancta haec oecumenica synodus hujns impietatis con- 
ditores cum tota secta sua , magna voce anathematizat. Qui vero posthac con- 
traria dicere ausus fuerit, anathema est." 

9) Slm 23. Stoöember 857 tourbe Sgnatiu« oi^ne Unterfudbung «uf bie %ti 
rebint^eninfel »ertoicfcn unb ^botlu« barauf at« ^atriardb Vtociamirt. Sn 
golge beffen fdbieb ftcib nidbt nur ber i^Ieru« G^onftantino^el«, fonbern andb ber 
gefammte (Sp{fTo))at be« $atriardbat« in ^nl^&nger be« 3gnat{u« unb $botiu6, 
unb e0 tft fein 3n)eife(, ba$ unfer ^onflantin mit feinem Q3ruber SRet^ob, 
bie n>ir wxi biefem soon 9(na{laftu« mitgetl^eitten ä^organge nidbt anbertp&rtd 
benn in einem ^tofier ber ^au)>tftabt gu fud^en i^aben, auf ber <Seite be« 
3gnatiu« a(« ber ^tiit beö, njenn aud^ verfolgten unb unterbrfirf ten , ffttü^it^ 
ftanben. 

10) 2)ie 33emerfung be« gelehrten unb fd^arf finnigen Äo^tar, »eldber in 
f. Slavorum cisdanubianorum historiae conspectus chronologicus usque ad obi- 
tum S. Methodii (Giagolita p. LXXVII.) jum 3. 857 f(^reibt : Photius patriar- 
cha. Hunc olim amicum suum pauio ante severe reprehenderat Constantinus phi- 
losophus de duplici hominis anima. Hinc Photii odium in Nosirum, hujusque 
paratior e Graecia emigraiio! — !ann idQ nfd^t anber« oXi eine au« tiefer 
Söiirbigung ber t^atfdd^Kd^en 93erbiltniffe ftdji »on felbfi ergebenbe Weigerung 
anerfennen. 

1) 6iebe Ä. üon @^)runer'« ^ifiorifd^en STtla«. ®otba 1837. Äarte 
!n. 2. unb 3. *Wad6 @^)runer (SSorbemerfungen ©.3.) toaren bie (Sl^ajaren 
ober ^(ca^iren ein 3toeig be6 großen Snbo^germanif^en <Stamme«. 



25 

txct0k toar *), an ben «&of i)ön 6oiipattttno|)eI mit ber aSltte um einen 
tu^tigen ®iauUmtffxtt {!ti^ n)enbete. 3ut Seit Statin aRiti^ael 111. 
— toitb ndmlid^ ttiif)U^) — famen ©efanbte ber Sl^ agaren, bie i^n 



2) Um« 3a^r 836 ob. 38, aU bfe S^jantfiter ben ©^ajaren am J)on 
bie ©reni^feltung @arcel toiber bie fPetfd&enegen erbaut l^atten — nadft Porphy- 
rogen. Chronogr. 1. 3. n. 28.: „Eodem fere tempore (hoc est, circa ann. Chr. 
836.) Chagaaus Ghazariae ac Pechus, o ts Xaydvog Xa^a^Cag^ %al o nhx, 
missa legatione imperatorera rogant, ut castrum Sarcel nuncupatum (qitod iiiter- 
pretatione nominis, Xsimov onci^fta, domus Candida dicitur) ipsis aedificet. 
Porro locus est ad Tanaim fluvium , quo hinc inde Patzinaces et Chazaritae dis- 
tenninantur , ubi et Chazaritae praesidiarii trecenti, commutatis vieibus per tem- 
pus , aiii aliis substituti , stationem habent. Horum postuiatis annuens imperator, 
Petronam Camateri sie dicti , Spatharocandidatum cum classe regia, et Paphia- 
goaiae capitaneo misit , rem praestituros , quam iili rogaverant. Ubi autem Cher- 
sonam appulsus est, longiores naves in terram subductas, illic in statione reiin- 
quit : rotundis vero impositas copias ad Tanaim usque, quo loco extruendum illis 
oppidnm erat, trajeeit. Quia autem locus iapides non habebat, ex fluvii glarea 
calcem fudit, exque subjecta humo lutum in lateres excoquens, ardua quidem 
molitione, laborantium tarnen multitudine, magnifice perfecto opere, domum re- 
dit." ^tii biefer Seit ttjurbe anä) auf ben 9tatl& be« rfirffe^renbenjjpetrona« 
bie tauriWe ^albinfel unter einen befonbern b^jantinifti^en (Statthalter pefient, 
h)ie Porphyrogen. toeiter erg&^(t: „Reversus vero Petronas imperatorem de 
Chersona monet , ut qui gentis mores locique gentium expertus didicerat : non 
aliter regionis oppidorumque pleno jure compotem fore , quam si proprium urbi 
gentique praesidem ducemque praeficeret ; non indigenis principibus ac primati- 
bus res suas crederet. H&ctenus enim nemo, regionem procuraturus , Constan- 
tinopoli praeses mitti solebat; sed quem illi primatem vocant, una cum patribus 
civitatis cuncta gubernabat. Imperator, approbato consilio, ipsumquem diximus 
Petronam, usu regionis peritum jiidicans, Protospatharii dignitate auctum, 
praesidem mittit ; primario ac reliquis civibus imperans , ut nuUa tergiversatione 
misso praesidi obaudiant. Hincque percrebuit, ut praesides Chersonae praefi- 
ciantur " (bei Asseman. Kalend. tom. II. 367 s.). JDie Slngabe SBattenbati^'« 
©. 7., ^etrona« fe^ aU erfler (Statthalter ju ben ß^^ajaren QtW^t »or? 
ben, i^ bemnacb ungenau. 

3) 3n ber Translatio c. 1. 2. 6. (Cod. p. 5 ss.). 3n ber n&b^rn ^ti 
fitmmunf) ber 3eit, in totlä^t bie (Senbun^ (Jonjlantin'« ^u ben ß'^agaren f&Kt, 
f^eben bie @efd^i(i^6forf(ber febr au^einanber. ^er ©oUanbijl ^enftben (1. 
c. pag. 17.) f(i^r eibt: Videtur illud temerarium Photii dogma circiter annum 848 
aut sequentem reprehendisse sapientissimus Constantinus ... et non multo post 
missus , ut Chazaris fldei christianae mysteria exponeret. Xtnb Assemani (Ka- 
lend. III. 14.) flimmt if)m bei: quoad annum, quo Chazari a S. Cyrillo christiana 
fide sunt imbuti , libenter assentior ; eo praesertim adductus argumento , quod 
supra ex Constantino Porphyrogenito ad annum circ. Chr. 838. Theophili imp. 
10. eorumdem Chazarorum Chaganus per legatos petierat, ut castrum Sarcel 
genti suae aedificaret, quo a Patzinacitis sese tueri possent. ^Uein treber ber 
Streit d^onftantin'« mit 'l^^otiu« nocb ber S3au ber ©renjfeflunc^ Marcel erfd^ei^ 
neu dU magf^ebcnbe Seitpunftc für \>k ©enbung ß^onflantin'ö im ben (Jbagaren. 
Xreffenber erblitft Äo^jitar bicfen 3eitpun!t in ber ©rbebung beö ?Jbotiu« i^um 
^atriarcben a. 857, u. fcbrcibt be^balb in f. Conspectus chronol. 1. c. : 858 
Constantinus philosophus in Chazariam abit missionarius. ^ber au(i^ bad % 
858 erfcbeint, nod^ ber Translatio, »elcbe »or StUem §u befracjen ijl, gu frfib 
für bie aWiffion donflantin'ö. 2)enn nad^ bem c 7. ber Transl. ^ai ber SW&b- 
renfurfl 9lafliölah) balb nacb ber SÄfitffebr (Jonflantin'ö »on feiner ©ba^aren-' 
miffion nm biefen au^aegeicbneten ©lauben^Icbrer. ^a bieg, n)ie toir unten 
geigen »erben, nicbt fugtid^ vor bem % 862 geftbab, unb bie mifjlonarifcbe 



26 

taten, et toolTe §u l^nen einen geHlbeten ^ann fd^iden, \>n fle toa^aft 
Im (at^olifc^en ©lauten untemlefe; benn, fügten j!e ^inju, iaU temn» 
i)tn f!d^ ble 3 üben, 6alb bie (Saracenen anbrerfeltd un9 ju i^rem 
©lauten §u tefe^ren. ^a h>ir nun nic^t tülffen njo^in h)it un^ toenben 
foKen, l^aten ttjlr tefd^lüffen, in bet @a(i^e unferö ©lautend unb «geilö 
t)om mid^tigften unb fat:^oltf(l^en Jtaifer (Rat^ $u tegel^ren, inbem toir ju 
euetm ©lauten unb eurer alten Sreunbfd^aft ba§ meifie Vertrauen ^egen. 
I)a terief ber Äalfer, nad^bem er an(f) ben ^^atriard^en baruter terat^en, 
ben genannten ^J^ilofo^^l^en, wnb entfenbete i^nmit ben?ttgeorbneten 
ber d^ajaren wnb feinem eigenen auf baö ^^renöüdjie bal^in, inbem er 
öon ber©ehjanbt^eit unb Serebfamfeit beffelten fld^ baö Sefite öerf^rad^. 
9?ac1^bem alteö 9?ot^n)enbige in Sereitfd^aft gefegt tvax, trat er untoer« 
ttjeilt bie flleife an unb !am nacl^ K^erfon, in ber 9?ä^e unb an ber 
©ränje be§ (S^ajarenlanbe« , h)0 er jld^, um bie @^)rad&e biefeö aSolfeö 
ju erlernen, einige Seit auf^ielt^). 

darauf tegat er fld; iju bem 93ol!e, gu bem er gefenbet hjorben, unb 
auögen'iftet mit ben ^Jtebigten be§ @rl6ferö unb ber literjeugenben Äraft 
feiner 5raöf^)n'i(3^e tra(l;te er ^tlTe tjon ben 3rrt^mern jururf , toeld^ j!c 
an^ bem ?tfterglauten berSaracenen unb 3uben eingefogen Ratten, »öod^* 
erfreut bari'iter, unb im. fat^olifcl&en ©lauten tefiärft unb unterrid^tet, 
banften fle bem Qlltmdd^tigen unb feinem Wiener Sonftantin, bem^P^ilO:» 
fo^J^en. 9tn ben Äaifer ater rid^teten fle ein ^anffd^reiten; unb toeil er 
j;um hja^ren !att;olif(^en ©lauten fle junicfgufü^ren temü^t gehjefen, ge* 
lütten fle feiner »&errfd^aft immer unteriüorfen unb für alte Bw^unft un* 
toertröd^lld^ treu tleiten ju iwoHen. 5E)ett 3Jl;ilofop6en ater geleiteten fle 
e^rentooH gururf, unb trugen i^m fe^r große ©efd^enfe an] er ater n>ie8 
biefelten aU ic^ter 5pi;ilofoi)^ jurficf unb tat, flatt berfelten alle au^^ 



2:f)Ät(gfcit (y. unter ben 6^()a;iaren einen fd^nellen 93ertauf natm, fo barf fle 
mit .^(emlic^er ßuverldfflflfeit in« 3. 861 gefegt icerbcn. JDa^u flimmt bie 
Slngate einer flatt)ifci& gefdjirietenen @rg&()lun(i von ber Slufflnbung ber ©eteine 
be« t. (Giemen«, von einem 5(ugeni^euflen vcrfagt (Casopic ceskeho Museum 
1846. p. 14.). 9la(i) biefer h)iib bie ^ufflnbun«, n?elc^e n)%enb ©onfiantin'ei 
arwfenti)alt jU (5(>erfon fiatt fanb, in baö 3. 861 gefefet (Söattentadb a. a. 
£). @. 7.). 

4) 3)a« linguiflifd^e ©enie, mit meld^em ^. au^geflattet toar, madfitc itn 
tjor^ug^weife fiiv bie SWifflon jjn bem @^a^arenöoIfe geeignet, beffen €>pta(ijt 
er fl(^ and) in fur^er ßtii n)&f)renb feine« 9(ufentf)alt6 gu ^i)erfon eigen mad^te 
(ibiquc gratia discendi linguam geutis illius est aliquantulum demoratus). «^en? 
feigen l^ielt ba« (Jftajarif^c für einen flanufd^en ^iaUH: Moxin Cherso- 
ncsum profeclus , ibi primum sclavicam linguam , Chazaris quoque communem 
didicit. 3)iefer SWcinung trat fd^on -<4**eOT««i Kalend. III. 14. entfleqen: Quod 
Henschenius subdit de iingua Siavorum , Chazaris commuiü . . nullo pacto pro- 
bari posse censeo : quia Chazarorum Lingua a Siavica erat aliena ; Chazari 'enini 
hunnico sive /wrcico sermone , non slavico utebantur. Heber bie (^igenttumlid^s 
feit be« (5()ajarif(^en tcmerft JDobromff^ in f. (5t)rill u. SWetbob @. 65.: 
83eifer belehrt un« l^ieriiber 5^rÄbn in feinen 9(u«guqcn de Chasaris etc. an« 
arabifc^en @c^riftjlettern. ®. 15. ^ti^i c«: Lingua Chasarorum a turcica et 
persica difTcrt, nee ulllus populi iingua commune cum ea habet. 



27 

todttigen ©efatigenen Bei feiner 2(6teife frei gu entfaffen. Unb blefl tuurbe 
alfogleid^ in ^oHjug gefegt '^). 

§. 3. 

Sluffinbung ber Steliquien be« i). ^a\>^ti unb Wlaxhjx ßlemcn« I. 

burc^ ßonfiantinu«. 

©äi^renb ßonfiontinuö fld^ gu S^erfon, um bie (Sprache ber K^a* 
j^aren ju erlernen, auffielt, njurbigte il^n ber t&err ber tefonbern ©nabe, 
bie €*e(iquieu beö 5Jai)jie0 unb SWart^r 6(emen0') fammt bem 9(nfer, 
an toeld^em ber »öeilige inö 3Reer geftilrjt njorben , aufjufinben. 

5£)ie ®ere^rung ndmlicl^, toon njelc^er 6on|iantinuÖ in feiner tief 
religiöfen unb fird^(id6en®efinnung ju ben ^eiligen unb beren SReliciuien, 
fo toie gegen ben a^ojiolifc^en @tu^l ijon Slom unb beffen 3n^a!6er burcf;* 
brungen tvax, triet i^n, oufö Sorgfditigfle na(i) ber 9flu^efldtte beö ^. 
aWart^r unb ^a^jfieö (Sremenö gu forfci)en. grucl^tloS toaren feine ^rfuu:» 
bigungen naä) berfelBen Sei ben Sehjo^nern beS ^Öanbeö, ttjeld^e aU fvdte 
feintoanberer auf bem ©oben ber taurifd^en «&aIHnfel aller Äunbe i'i6er 
bie Dertlid^feiten , iueld^e ßonflantinuö fuc^te, ermangelten, ßnblid; ioar 
ber getoanbte Sorfdper fo glMUd^, auö ben 5lnbeutungen ber fci)rift(id^en 
unb munblic^en UeSerlleferung tjon bem 2Kartertobe beö ^eiligen, nac^ 
eifrigem ©efeete, unb mit ^ilfe ber ©eifilid^feit auf einer Snfel be§ $on* 
tn^ bie erfe^nte @tdtte gu entbecfen, toeld^e bie fofifcaren Uc6errefie beS 
^Shit^eugen Barg. Unter 5)anf unb 3u6el gegen ®ott trug biefeifcen (Son* 
flantinuö auf bem eigenen ^au^jte §u Sd^iffe unb ^on ba nad^ ber SRe* 



5) 2)ie vannonif(i^e Segcnbe maci^t 9J?et^ot> gum SSegfeiter feinet fSvUi 
bcr^ ju ben (Ef^aiavtn, inbem'fte c 4. (Cod. p. 24.) cqvHlt: ,,^U bie ®ele^ 
gcn^eit Tiä) ergeben ^atte, berief ber Gaffer feinen S3ruber, ben $l)iIofovften, 
ba§ er jlcl& 5U ben (S'Oa^aren begebe, unb biefcr natjm i()n aU ©e^ilfen mit f!c^: 
benn c^ waren bort Suben, ml6)t bie c^rifHicijc OteUnion nberauö Idflerten. 
SWet^ob aber fprac^: 3cö bin bereit für ben ß^^rijlengkuben .^u fterben; unb 
barum Ie^)nte er \>k^ niä)t cib, fonbern balf aU Wiener bem jungern JBruber 
unb unterorbnete ^d} bemfelben. @o übertvanben unb befd^^mten fte bicfelben, 
biefer mit^ebetl), ber $^i(ofo)?^ aber mithörten." 2)iefc eingaben ber ^n^ 
nonifd^en :?. finbet Sattenbac^ a. a. £). 6- 8. 33 ff. ^Jeftr glaubwürbig" ; 
iii) fann aber benfcfben biefcn SQ3ert^ nidbt guerfennen. Sibgefe^en bat»on, ba§ 
9W. f&Ifc^IidSier Slöeife gum ditern ©ruber gemaci^t Wirb, miig i^re ^Tngabe, er 
i)aht ^onflantin auf feiner SWiffton gu ben (S^bagaren begleitet, au^ bem ©runbe 
bezweifelt werben, weil bie Translatio von bicfem Umjlanbe nid^is wei§, ben 
fte feiner iftiilorifd&en ©ebeutung wegen gewig nid^t mit 6tiUfd&weigen ubers 
gangen hhttt, 

1) (Sx War ber unmittelbare ^iac^folger be^ b. 5^elru^ auf bem (Stuble üon 
SÄom unb regierte bie i^ird^e burdf) 9 :^a()re \)on 68 -77 n. @^r. ©ie()e Patrum 
apostoliconini opera. Ed. Car. Jos. Hefele altera. Tubing. 1842. p. XIX. 
XXVIII SS. (Sr Würbe nad^ bem (5^er(one3 verbannt unb parb bort ale! SWar;: 
ti)r unter Sge^J^afian im % 77. 



28 

tto^ole ©eotgla, in b?ten ^ciupttixttft fle feleriid^ elnfltoeilett Beigefe^t 
tourben*). ®Ö ö^W«^ aBerbiefe ateliqulenaufflnbung burcl^ ßonfiantinud 
am 30. Decemfcet be§ 3. 861 '). 

®§ toax bieß ein Srelgnlß toon ^^totoibentielTer 33tbeutung Im fieBen 
ßottfianttn'3. 5E)enn hjenn in bemfelten einetfeitö bie ^o^e aSetel^tung 
gegen ben S'^ad^folger beö ^. $etruö, öon tueld&er biefer grieti^if(t>e aWind^ 
unb ^x{^ht)Ux burd^brungen toax, toon D6en felfcfi bocumentirt toar, fo 
ttjaranbtetfeiWbatinfllid^tuttg wnb 3i^I feiner fünftigenJ^auf* 
16 a^n nid&t unbeutlid^ auögef^Jtod^en ; benn ber fofitate ®d^a^ ber ^. jRe:» 
liquien eine« ^a^fied, ben Sonflantin ju ^tUn gcn)ürbigt hjotbeh h>ar, 
iüodte noc^ 81 om gurücfgeBrac^t fe^n. — ^alb fodte biefe 33ortebeutung 
in einet 95erufung ju ben ©langen beö 2KÄ^tenreid^e§ in (StfulTung ge* 
f)tn] (Sonjiantinuö unb fein Stuber SRetl^obiuö foHten bet gto^en 
f(ah)ifcl^en 336lfetfamilie beö ^ttenblanbeö 9()?ojlel n>etben. 



2) (So crjWt im SBefentIi(i^cn bie italifc^e ßegcnbe c 2—5. (Cod. p. 
5 SS.), miä)t ob i^iet auöful^rlid^cn (Säuberung ber SCufffnbung unb Ueber^ 
trat^ung ber SÄeliciuien beö 6. ©lernend ben S^amen ber Translalio S. Clementis 
tr&gt. aßenn bie ^uifhf)xli^U\t biefer (Sd^ilberung jtci& »on felbjl bwrd& ba^ 
^intereffe er!I&rt, t\>t\ä)ti bie romifd^e ^ird^e not^tvenbig am ©egenflanbe beifS; 
felben neljmen mugte , fo fegt fid^ anbrerfeitö bie SSerl&glid^feit ber @rgi&lung 
in iftrcm gcfammten umfl&nblid&cn JDetaif, tt>tlä)tx ba^ innere fßltxfmal ber 
®faubh)ürbi'gfeit in iürer (Sinfa^l^eit, ©efonnen^eit nnb natfirlidjen (Sat^ge^ 
migfteit aufge^)rÄgt ifi, üon felbfl na^e. 3)enn bei bcm ^o^en Sntereffe ber 
^aä)t für fkom forfd^te man bort naturlid^ bei bcm leBenbigcn Xraget be« 
©reigniffe« nad^ alicn Umfi&nben ber SCuffinbung , nnb^ man üerjeidfinete forg.- 
fditia, Ira^ man au^ bem ÜWunbe be$ G'onflantinu« baruber vernommen, fo \>ai 
bie Eingaben ber Translatio aU ein Pietät bcffelben gelten Finnen. — 2)ic m&l^s 
rif(^e ß. gibt c 2. (Cod. p. 12 s.) ben 53cridf>t bet itatifd^en nur in ben m^ 
fentUdfiften Bögen; iv&^renb bie ^»annonifd^e unb bulgarifd^e S. ha^tctlU 
befannte factum ber Sluffinbung beö b. (SIemeniS burd^ (E. gan^ mit ©tiKfd&iüeigen 
übergeben (bie jjannonifd^e S. c 8. fagt in bem unterfcbobenen ©riefe ^a? 
brian'^ üon ben ©rübern blo^ : ad nos venerum s. Clementis reliquias ferentes). 
JDie Sßerfaffcr ber ßegenben geben f!d^ anä} baburd^ aU @ d& i ^ m a t i F e r \vi 
crfennen. Ueber bie ©laubtoürbigfeit ber Translatio i?ergl. @inl. II. B. 1. (S. 12. 

3) Slu^brüdflid^ gibt bie Transl. c. 3. ben 30. JDecembcr: die, quae in III. 
Calendarum Jannariarum inscribitur , al^ ben 3^ag ber Slufffnbunq an. 2)a ber 
Oüromirifd^e Äaienber üom 3. 1057 hti Kopitar Glagol. p. LXVI. l^iefür ben 
30. 3anuar fefet, inbem e^ bort ^\x biefem ^age bei§t: „Inventio reliquiarum 
venerandarum S. Clementis, papae Romani IV post apostolum Pelrum," fo meint 
3Battenba(l^ a. a. £). (S. 9.: ba« $5atum ber Translatio fc^ viefieid^t nur 
ein ©d^reibfebler. 3d^ ((ianht einen fotd^en nid^t annehmen j^u fonnen, ireit 
c« nic^t leidet erfldrlid^ ifl, bag flatt beö „Februariarum", hjcld&eö nad& SBatten.- 
'bati)''e SWeinung urfprünglid^ in ber Transl. b&tte flehen muffen , ben 5(bfd6rei.' 
htm ba« „Januariarum" in bie S^ber (^ejoffen mdre. 3cb glaube bem 3!)atum 
ber Transl. ben 93ori\ug geben gu muffen, inbem ber ofiromirifdfie Jtalenber bie 
Inventio, hjaö b&ufig gefdfiiebt, tranöferirt b«ben fann. — Ueber ba^ 3abt ber 
§ruffinbung 861 ftcb'e oben §. 2. gf^ote 3. @. 25 f. 



29 



§. 4. 

^d\^\bi*t\x6)lxä)n 3ujianb unter ben ©latoen Ui 5lbenblanbe«, 

itt^befottbere SWäl^ren«. 

aSeöor n>ir bie Berufung ßonflantin^ö unb aWetl^ob'ö unb l^t fflir* 
fen unter ben @lah>en un§ öor 2(ugen fieHen , muffen tuit einen ^licf auf 
ben unter biefen 336(fern l^errfd^enben religiSö^fltd^fid^en 3uflanb h>er^ 
fen; benn bie fflirffamfeit ber trüber unter ben Stämmen flan>if(^er 
3unge toarb naturncj& burd& bie unter benfelSen fcefie^enben Ser^ältnijfe 
beö religiSfen fiefcenö Bebingt unb Befiimmt. 

^ie fubn)efilid^en ober itltjrifd^en Sktoen toaren bie ^rfien 
auS ber großen flanjifd^en QSoIferfamilie, unter benen ber S^rifienglauBe 
^errfd^enb tourbe. 2tlle Q^atantantn (toeld^e baö heutige Äarntl^en, 
®6rg, ba« ßittorale, Jtrain, @teiermarf unb bie anliegenben Strid&e öon 
Ungarn unb Kroatien inne Ratten), fo toie ber größere ^l^eilber Sroa* 
ten unb @er6en h>aren Bereits im fleBenten Sa^r^unberte bem S^ri* 
fienglaulBen gettjonnen; unb biefeö 33erbienfi ber ß^rifiianiflrung ber 
erfien @(ait>en — geBÄl^rt nid^t ben ©riechen — fonbern muß ben 
um Verbreitung ber «^eildlel^re n^eit ti^^dtigern Lateinern juerfannt 
n)erben *). 

9lad& ben Karantanen famen bie))annonif(^en ®Iah)en jundd^fi 
jur Äenntniß beS ß^rijlent^umö. ^^annonien toar fonjo^l unter ber 
»Öerrfc^aft ber «Hunnen aU ber f)?äteren (feit 558) 2th)aren i)on jal^Irei« 
c^en @Iah)en*) Benjo^nt, bie unter @amo (feit 627) bie getietenben 
»Öerren im fianbe hjurben. 9tlö bie granfen unter Äarl bem ©roßen 
auc^ ^^annonien i^rem @ce^>ter unterhjarfen , ging aud^ bie «öerrfd^aft 
beS ^eibent:^umö unter ben baö ßanb Bcn)Oi^nenben Slawen ju @nbe, 
benn eS lag im ©eifie unb Sntereffe ber Sranfen, bo§ K^rijlentl^um 
überall ju ^jftanjen, ioo^in i^re äWad^t reid^te. ^arum ert^ieft im 3. 798 
ber @al^6urger ©rjBifd^of Strno öon Statt b. ©r. bie ffleifung, fld^ ju 
ben @lah)en jju Begeben, i^^nen baö ß^riftent^^um ju )pxc\>iQen, unb ein 
gei^6rigeö Äird^enwefen unter ii^nen ju tegrünben'). 3i)iefer SBeifung ju 
entf^)re(^en toar bemnad^ 2lrno unb feine Siad^folger auf bem Stuhle bon 



1) ^ite ifl vorjugliti^ am bem Urf^jrunge ber flah>if((>cn Älrd^eiifjjrö^e 
au§er allen (Streit f^efefet ttorben burd^ ben ßarantancn ,^o^)*{tar in feinem 
„Glagolita Clozianus." Windobonae 1836. pag. VIII ss. 

2) JDcr S^iame ber ^au^jtfiabt Ungarn« $efH ift flanjif^ nad& bnlgari? 
f(t>em 5DfaIefte, mib t)ei§t gu beutf^: Dfen, fo bafi ^efli^Dfen ba« frre? 
c^enbfte 5Denfmal ifl )>on ber ef^emaligen flan)if(i^en unb beuifd^en (Sintool^ner^ 
fd^aft be« Sanbeö. 

3) Anno nativitatis domini DCC. XC. VIII . . . ipse imperator praecepit arnoni 
archiepiscopo pergere in partes Sclavorum et providere omnem illam regionem, 
et ecciesiaslicum officium more episcopali coiere, populosque in fide et christiani- 
tate praedicando confortare. Anonym. Salisb. histor. conv. Carantan. (Cod. B, 
III. pag. 50.). Ueber biefe e^rift fte^e öinl. I. 3. (S. 6 f. 



30 

(Sal^bnvq Bemüht, unb baö (^^rifient^um no^m einen Befonbetn 2luf* 
fd^iüung im !i^anbe unter ben floi^enifd^en gürfien 5^rin)ina (830 — 61), 
bet unter :&ubh>ig bem grommen gu ireiömauer getauft, in Untervanno* 
nien uBer ein gro^eö ®eHet ^errfd^te^), unb feinem @of;ne ^ocel (6^o* 
jil, ^ejil). &ie ^ird^e gu 9?eitra (Nitrava), njeld^e ber @alghtrger 
(grjHfd^of 5(balram (821—36) toei^ete, n^ar, n?enn axt^ nicl^t bie 
ältere, bie unter ben 9?orbn)ejlfTah)en erbaut n^orben, boc6 bie ältefte, 
beren 5(nbenfen jtcl^ erl^alten f^at 5)ie ©afjlBurger 6r§Hfd^6fe toeil^eten 
fiir bie :()onnonifcl^en ©ianjen feine eigenen 33ifd^6fe, fonbern öerrid^teten 
feI6fi imü^anbebie Hfd^iflic^en Functionen unb ftelTten an ben üon i^nen 
gehjei^ten *^ird^en, beren eö 6iö ^um 3. 865 fd^on fe^r öieCe Qdb, 5^re§* 
tn;ter an, unter benen deiner aU 5(rd^i^>re3h;ter hervorragte '^). — j)em« 
jufolge ifi eö außer allem 3h)eifel,ba^ aucl^ unter ben ^jannonifc^en 
(Slahjen lateinifd^eS «^ird^eniüefen urf^3rünglic^ i^errfd^enb, unb 
bie i^on benfeI6en Benjoi^nten ^anbfirid^e, aU ^ux @aIjBurger SKetro^Jole 
ge^orenb, ber o^erj^en fird^lid^en 2(utoritdt 9iomS unterhjorfen n^aren. 

5)ajfel6e h>ar ber Sau Sei b e n md^rifd^en @lan)en, n^eld^e im 
0?orbit>ejien i)On ^^annonien unter eigenen. Surften ^aufeten, bie fid^ auf 
bem aieid^Ötage gu SlegenöSurg im 3. 803 bem mächtigen ^aifer tf arl un* 
ternjorfen Ratten unb fortan Ql^afairen beö carolingifd^en ütn^e^ hjaren. 
3m itotiUn QSiertel beö mnnUn 3a^rl;unbertö ^errfd^te «§erjog 3Roi?mir 
(SWo^mar) in äWä^ren, ein Tlann von (Sinfic(;t unb Äraft beö aBiCTen^. 
kv I^efannte jtd^ gum Sl^rijlenti^ume unb fieberte foiüo^l baburd^ aU burd^ 
bie ^reue, hjeld^e er »^aifer ^ubmig bem frommen trieft, feinem iBanbe 
ben ff rieben. (Sr legte ben erfienOrunb ju jenem md^rifd^enOleic^e, 
baS in ber 2. »gdlfte beö neunten 3a]^r^unbert3 eine fo i^o^e ^?olitifd^e 
Q3ebeutung geiDann , unb ghjar :^au^3tf4d^lid^ baburd^ , baß unter i^m baö 
6f;riftent^um fefiere SBurjeln in a}?ä^ren faßte. 3« Olmü^ (Speculi- 
Julium) unb 33runn Seflanben urfunblid^em 3eugniffe (ßoczek Codex 
diplom. Morav. I. 49. 137.) jufolge ^ird^en fc^on §u ^Ko^mir'ö 3eiten, 
unb eö ifi nid^t gu ghjeifeln, baß aud^ baS altkrui^mte ffielel^rab 
(Devina) ju gleid^er 3^it, 'menn nid^t fd^on friU;er, feine etfien ^ird^en 
er(;iert. 5)a^er Befannten gehjiß mehrere ^c^m unb i)iel QSolf in aWoi?* 
mir'0:eanbe fld^ gleid^falTö jum ß^rifient^ume®). 

5)ie 33emu^ungen, unter ben äÄd^rern baS S^rifientl^um ju pfian^ 
^m, gingen e6en aud} i)on ber lateinifd^en Äird^e an^, unb gnjar von ben 
^ifd^Sfen ^affau'ö^), ju beren @))renge( 5Ka^ren von 5tnfang nadi? 



4) (Stelle Mber benfelben Mc SCB^anbrung \)on @. 2)ummlcr: „^ie füb.- 
cftlici^en SWarfen beö fr&nfifc^en ffitiä}^" in Wm Slrc^^iü für ^unbe ofterreic^. 
©efdjii^t^quetten X. «Sb. @. 33. 

5) (gie^e Anonym. Salisburg. histor. im Cod. pag. 55. 

6) $ala(f^, ©efd^ic^te üon «Boomen. 1. Q3b. ißrag 1836. (S. 106 ff. 

7) Dlid&t von ^or^ (Laiireacum) in Obetofterreid^ , n>it bie untcrfdbobene 
©uHe eu^en'e? II. Dom 3. 825 h)iU; bcnn feit 7-37 r)atte «ordb in golge ber 
3ei*ii6rwng burcib bie ^toavtn aufgebort ein bifd^oflic^er @i^ gn fc^n, unb bem 
leftcn Vorc^er ^ifci^ofc SBivfIub njurbc burdji 93onifaciu« ben JDeutfd^en, 



31 

5tnorbnuttg ber franflfd^en Dbcxf^exxn ge(;6rte®). 9?ifd^of 31 in (;at ober 
Oleginat V)on $affau ^atte juetfi bie aWd^rer im 3. 818 getauft, unb öon 
ba I6efianb, h>ie unter ben ^3annonif(3^en, fo aud^ ben mä^rifc^en ©lattjen 
lateinifc^eö ^ird^entoefen *). 

Unter biefem bem ß^rtfient^ume grofien S'^eilö fd^on getüon« 
neuen QSolfe ber 9Kd^rer^°) unb anbrer i^nen knad^fcarter flatoi« 
fc^er (Stamme follten ßonjiantin unb 2Ket^ob in a^^ofiolifcl^er Seife 
njirfen. 



ber t»om ^Ja^jfie mit bcr fird^lic^cn ß^onftiimrung ©ai^ernd Betraut njorben h?ar, 
im 3. 739 bcr h^ä)hfiiä)t ^tnfji üon ^p äff au angetr»iefen. — JDic angcbeutetc 
S3uUe ifl betitelt : Eugenius episcopus servus servorum Dei , Rathfredo sanctae 
Favianensis (Sßien) ecclesiae, et Methodio Speculojuliensis quae et Sorigutiiren- 
sis nuncupatur , atque Alewino sanctae Nitraviensis ecclesiae , parique modo An- 
iioni s. Vetiiariensis (5l(tenburg) ecclesiae episcopis, simul etiam Tutundo nee 
non Moymaro diicibus, et optimatibus exercitibusque plebis Hiiniae, quae et Ava- 
ria dicitiir, et Moraviae. 2ßir f;atten fic au^ ben \)on $alacfif a. a. £). @. 
108 f^eltenb gemad^ten ©runben für offenbar un&d^t. 

'8) JDieg fagen au^brudfli* bie bai)erifd^en S3ifd&6fe in i^rer Älagfc^rift an 
$. 3ol^ann IX. üom 3- 900 : Pataviensis Episcopus civitatis , in cujus dioecesi 
sunt illius terrae populi (Sciavi Maravi) ab exordio cliristianitatis eorum (Cod. 
p. 69.). 2)ummler (a. a. £). XIII. 167.) h)iH in Slbrebc tMen, ba§ aW&^^ 
ren öon 5(nfang jur ^affauer 5)i6cefe gebart fjabt) aliein feine ©runbc jtnb 
nid^t im Staube, ba^ vorliegenbe fo bejiimmte 3eugni§ ju entfr&ften. Sluf 
bie ^jannonif^c fiegenbc unb bie 9(nna(en »on gulba gum 3. 874 gejlü^t, fd^reibt 
er: ,,nic^t blo« beutfd^e, fonbern auc^ griedjiifdbe unb italienifcbe iPriejIer pvtf 
bigtcn in 2W&^ren." JDiefer Umflanb jle^t aber feine^njegö im SBiberfprudbe 
mit ber Bugeborigfeit beö l*anbeö jum ^Jaffauer «Strenget; benn h3of>er immer 
na(^ Snibren fommenbe ©eiflUdbe !amen entn>eber nur in golge ber ÜWiffion 
öom ^affauer S3ifd^ofc babin , ober fonnten boc^ nur mit feiner ©enel^migung 
gcifUidbe Functionen bort verridbten. $5aö macben bie ba^erifd^en S3ifdb&fe in 
ber genannten Älagfd^rift mit ben ©orten geltenb : Pataviensis Episcopus civi- 
tatis , in cujus dioecesi sunt illius terrae populi (Sciavi Maravi) ab exordio chri- 
stianitatis eorum, quando voluit et debuit, illuc nuUo obstante Intravit, et syno- 
dalem cum suis el etiam ibi inveniis conventum frequentavit , et omnia , quae 
peragenda sunt, potenter egit, et nullus ei in faciem restitit(Cod. p. 69.). 2)ar? 
auö ergibt fid^ aud&, bagber firt^Hc^e Buflanb 2W&f>ten3 feine^lreg«, toie 2)ümm? 
ler meint, ein „vencorrener unb ungeorbneter" iwar. 

9) Rinharius (Reginarius , episcopus Pataviensis , apostolus Moravorum di- 
ctus) baptizat omnes Moravos a. 818. Boczek Codex diplom. et epistolaris Moi-a- 
viae. 1. Olomucii 1836. in 4. pag. 11. 

10) $)ie S^age nad^ ben ©rengen be^ alten SWibrenö ijl M auf ben ^eu:: 
tigcn Xag nod^ eine Streitfrage. 2)ag aber ©rogm&i^ren feit 3Witte be« 
neunten 5a:^r^uubert^ nidbt nur ba« beutige SW&bren unb Sd^tefien, fonbern 
au(^ bie ungarifd^e <Slon>aFei umfagte unb fidb 6i« i^ur SWarti^, 2)onau unb 
®ran auöbcbnte, bürfte auger ©treit gefegt fe^n. 6iel^e (Svruner'« biftor- 
SCtlaö 9f^. 65. ä)obner'e( Slbl^anblung \)on ben®rdniien 5(ltm%end im neun:: 
tcn 3a]&r]^unbcrt. »Prag 1784. JDÄmmlcr über bie fub6fir. SWarfcn be« franF. 
«Rcidbe« im o. a. 9lrd&i v X. unb XIII. 173. 3a, in ben legten 3abren (Sroa.- 
topluf« erflredFte fidb aw%en im@ubn^cften M nadb Äirnt^en ; benn bie f drntb- 
nerifdbe aWarf geborte nadb ^em Beuf^niffe ber Annal. Fuldenses ad a. 901 
(Pertz, 1. 415): Interdum vero Ungari australem pariem regni üiorum (Movavo- 
rum), Carunianwn, devastando invaserunt — gum m&i&rifdben dhiä)^. 



32 
§. 5. 

©erufung eonjlaittin'« unb Tltti)oVi m6) SÄä^rett. 

^iefe« fix ble geifiige (grttn>l(flung Ux (Blatotns^blUx burd^ äffe 3u* 
fünft f)in einftußreid^fie (Sreigniß toatb alfo l^erteigefui^rt. 

äÄo^mit'ö hjad^fenbe 3Wad^t teurtru^igte bie fränflfri^en Dteri^etrn; 
ba^er jog J^ubnjig bet ^eutfd^e im 2lugu^ 846 mit einem jiarfen J&ecre 
nad^ a)M^ren, fefete äWo^mit at wnb ma^U beffen Steffen Olajiidlato 
(3la|iii) jum ^errfd^er 3Kd^rettö. 3n ber »Hoffnung aUx auf beffen (Sr* 
geSen^eit fal^ fld^ ßubn)ig fe^r {»alb getäufd^tj benn eö gafc feinen gefaxt* 
lieferen Segnet für bie ^errfd^aft ber 5E)eutfd^en üfcer SRä^ren alö Ölafliö* 
law. <Bün lange genäl^rter ffiunfd^, 3K(S^ten öon ben Sranfen ganj 
unafc^ngig ju mad^en, reifte Balb jum fefien ^ntfd^Iujfe unb n>urbe bie 
l^6d^fie ?tufga6e feineö SeBenö. 3« biefem 3tvtde ^atte er fld^ mit feinen 
mdd^tigen 0?ad^6arn, ben ^ulgaren^/ feit 853 in ein freunbfd^aftlid^eö 
3Ser^4(tnl^ gefegt; nac^bem aBer biefe im 3. 862 jjon l^ubttjig bem ^tnU 
fd^en gegen bie SRä^rer gehjonnen n^orben ttjaren, fnu^^fte er eine 93er* 
iinbung mit bem, ©eutfd^en tüie Bulgaren feinblid^en, ib^jantinifd&en 
•&ofe an^), unb fud^te fid^ tefonberd oud^ i)on ber fird^lid^en 3Ser6in« 
bung mit ben ^eutfd^en lodgumad^en. ^id^td fonnte i^m }ur ^urd^* 
fu^rung biefe« ^lant^ hjifffommner fe^n aU bie fld^ i^m eriffnenbe 
2(u3fid^t, feinem c^rififid^en (Slanjentoolfe einen Se^rer f(ah)ifd^er 
3unge ju genjinnen. 9Kö ein fold^er toax i^m ie|t tUn ber Äei^rer 
ber (Söajaren, ber f^>rad^enfunbige ^^jantiner ßonflantin, Ufannt 
getüorben. 

*J?ad&bem ndmlid^ — n>irb erjd^It — ber^^ilofo^)]^ nad^ Son* 
flantino^jet gurudfgefe^rt njar unb ber Surft V)on aWä^ren fllaftiölattj 
i)6rte, toaö üon bem^^^ilofo)?i^en im Sanbe bcrS^ajaren ouögeridl^tet toor« 
ben, h)offte er aud^ für fein 93olf forgen, fd^itfte in bem genannten 



1) 3)en ©tttgaren, einem fl^tt>if(i6'türfiWen SWffd&volfe, \)ott ber mittlem 
SBol^a ^etfommenb , mar eö im (Suben ber jfconau nad^ langii^rigen Stngriffen 
um 680 cnbUdfi gelun<jen, ein ütti^ giüifö^en bem ©rengflrome bc« 93^gantineri: 
rei(^0 unb bem ^&muö gu gvunben. SCbcr auc^ im S^orben ber JDonau tourbcn 
fic balb mic^tig, benn fcft Slnfang be« 8. ^af)t^. verbreiteten ftd^ bulgarifd^e 
@t&mmc fiber alle ba« jejige Ungarn bilbenben £*anbflridSie fo fel^r, bafi i^re 
ßaf^l beinahe jener ber im ßanbe ^errfd^enben 9(n)aren glcid^ fam. ölodfibem 
^arl b. ©rofe ba^ einfl fo m&c^tige S(irarenreid& \)on 791—96 »ernid^tet l^atte, 
tourbe ba« ?anb hU §Mr Jt^eifi i^inäb, toieber ^annonien genannt, frdnfif(^e 
$ro\)inj. 3m ganbc ^fHid^ ber 3:&eig aber n>urbe ß^rumu^, ber Bulgaren? 
ffirfl, Dber^err. Um 828 brangen bie ©ufgaren awd^ über blc Xi^eii unb 3^0^ 
nau, bi^ gegen ben S3afon^er ^alb herauf unb befehlen hai ißanb. ©^jm? 
ner'« l^iflor. Sltla^. Äarte 65. unb bie ^emerfungen baju. 

2) ^alacf i) ®efd&. a. a. £). 111 ff. ®fr6rer'« ©efc^id^te ber oft. unb 
meüfrinfifc^en ßarolinger. grciburg 1848. 1. ©b. ©. 431. 450., mo bie 
pbtDaltenben ajer^ditniffe in« I)eUfie ^i6)t gefielit (!nb. 



33 

Äaifet (üÄid^ael) ©efanbte unb liefl i^m melben : fein aSolf l^a6e gtoat 
)}om ®6|enbienfle gelaffen unb tDÜnfd^e bad (ttiftllti^e ®efe| gu BeoBad^« 
ten; ba eö akr einen fold^en iSei^rer nid^t ^a6e, toeld^et ed im liefen 
unb im ®efe|e felBfi öollfommen §u untertid^ten bermic^te, fo Bitte er, 
in jene ©egenben einen fold^en 3Kann gu entfenben, toeld^er im @tanbe 
fe^, beut $o(!e boHfiänbig ben ©fauBen, bie ^(notbnung be§ gittlid^en 
®e[e|eö unb ben ffieg ber ffia^r^eit ju geigen. Der Äaifet gen)d^rte bie 
^itte bejfeI6en, litfl ben genonnten $^ilofo^^enborj!(^ fommen unb 
fenbete if^n fommt feinem leiHid&en trüber SRe t^ ob iuö'ba^in, baö ifl, 
in baö 8anb ber @ langen'). 

-Sie an^ ber Sajfung biefer Srjä^lung beutlid^ er^eHet, Bege^^rte 
Olafiiölah) für fein im ß^riflent^um an^ SWanget f[an>ifd&er ^el^rer nur 
fe^r not^burftig unterrichtetet 33olfO einen 9Mann, n)el(^er ber 3SolfÖ^ 
f:|?rad^e md^tig im @tanbe fe^, bie d^rifllid^e ^ilbung unter ben aRÄ^-> 
rem gu l^eBen unb ^u f6rbern. ^ie Soten beö aWä^ren^erjog« toaren 
ongetoiefen, auf Konjiantin, ben gefeierten iSel^rer ber Sl^agaren, 
aU ben getüunfd^ten aWann ^injutoeifen, hjelri&er, au§ ^^effalo^ 
ni^ jiammenb, bon J&auö au^ beö @lah>ifd^en öolTfommen funbig 
toar*). 

3) 6i). bie itaii^^t JJcgenbc c 7. (Cod. p. Ss.), beren ^r||i()Iung in 
)>o((em ©inflange mit ben angebeuteten tf)atf6d^li(i^en ^erBiUtnifTen fielet. Un^ 
glaubn?firbig ifl bie 5(ngaBe ber jjannonifcä^cn Scgenbe c 5. (Cod. p. 25.), ml(i)t 
bie @cfanbtfcBaft an Äaifer SWidjiael von JHaftiöIato unb (Sroj at o»)oI! au^.- 
gcBen I&gt, fo »ie be« Diujfen in S^eflor'^ ß^ftronif, berubevbicg no^ben jjan? 
nonifd^en gurflen ^oceT nennt. 3)ie ©efanbtfd&aft ging einfeitig »on ffta^iif 
la» am, unb toeber ©tt»ato))luf noci^ Äocef Bet^ciligtcn ftdfi baran> h)ei( fte ^u 
if)rem 8eBn«^errn bem beutfti^en Äßnige in bcm freunbf(Baftlid&ften SßerBiltniffe 
jtanben. 5)ieß gilt nidfit nur »on Äocct, fonbern aucB von ®wato))Iuf, bem 
9ieffen SHafliöfah)'« ; unb JDfimmler'« SWcinung: ,, ©ttjatovluf« X^eilnal^me 
an ber ©efanbtfd^aft fcijcine nidjit üernjerfliti^ ^u'fe^n, ba er unter ber ühm 
^o^eit feine« O^eimö ein eigene« ©cbiet,. h)a^|rfd^cinli((> in ber ©egenb »on 
IReitra »ertoaUcte" i^tä)i\> a. a. D. XIII. 167. unb X. 40.), f^at feinen Wo-- 
rifd^en ®runb, h^dBrenb bie grcunbf(Baft ©njato^luf« gu bengranfen, im ®e? 
fienfafte gn feinem Oi^eim, burti^ bie folgenben (Sreirtuiffe au§cr .ätoeifel ge^ 
fcfct »irb. 

3)en ßtit\>nnU ber ©efanbtfcijaft gibt bie Translatio f^cnau an : nadftbem 
6'onfiantin üon feiner <Senbung gu ben (S'ftagaren jurficfqcfc^rt njar. (Sr fe^rte 
aber nad^ bem oben ©efagten im 3. 862 »on bort gurucf , ba feine Söirffam? 
feit «nter ben ß^^agaren natb 5iuffinbung ber SÄeliquien am 30. 2)ec. 861 bc^ 
gann unb, ber ganzen (Srgd^(ung nacB, einen gefegneten balbigen 93er(auf natjm. 
fe« f&Kt alfo bie ©efanbtfcBaft ber üWdhrer nad^ teonjlantinovel um bie ®eh>in^ 
nunf) @onftantin'6 gegen ba« ($nbe be« 3. 862. §(ud^ ^o^itar (Glagol. p. 
LXXVIL) fefct biea^erufunq 6:onfiantin'« bttrdji 9la|lig, einen ©latoen »in^? 
bifd^er 3unge, in« 3. 862. 

4) (5ine gu SWaing 852 gehaltene (S^nobe rebet von ber „rudiö adhuc 
chrisüanitas gentis Marahensium." Pertz Monumenta Germaniae leg. I. 414. 
bei ®fr6rcr a. a. £). @. 450. 

5) JDic ^jannonifdjie ii*. c 5. f^jrit^t ben offen liegenben 3n)edf ber (Senbung 
mit ben trcffenben SBorten au«; „Sßiele d^rifili^e Seftrer au« 3<a«en, aui 
©ricd^enlanb (?) unb aui 5)eutfd^tanb ftnb gu un« gefommen , bie un« in ent^ 



34 

3)er öom Äalfer gerufene Sonfiantin tonnte in bem Segelbrett 0la* 
fiiöIaiD'ö nur einen 0luf i)on Dfcen erWiden, bem freubig gu folgen er 
wm fo mel^r Bereit h>ar, aW feine entfc^ieben red^tglduBige unb fird^ltd^e 
©ejlnnung an ben ju Sonfiantino^jel l^errfd^enben unfird^lid^en fingen 
Stttjlofi na^m*), unb flc^ nacf) bem mit bem o^ofloUfd^en <Btnf)U eng öer* 
Bunbenen TOenblanbe l^ingejogen füllte, too i^m nun unter einem f^jrad^« 
i>erh3anbten UJolfe ein fegenreid^eö SBirfen in 9(u0fld^t fianb. 

§.6. 

^rfinbung ber flatvifc^en ®(^rift buri^ ßonpantin. 

©0 fianb benn bie 5tufga6e, ble Gonjianttn fammt feinem SSruber 
gen>orben: bem ungcBilbeten c^rijilid&en Slohjenöülf e ber 
aRdi^rer Seigrer ju fe^n, leBenbig öor ber @eele ber trüber. S)a 
ode ^6l^ere Silbung beö SKenfd^en an baö 93el^ifel ber ©d^rift ge« 
tunben erfd^eint, fo legte fld^ bem :^^ilofo:^I;ifd^en ©eifie (Sonfiantin'ö 
afSBalb ber ©ebanfe naf}t: eine glürflid^e ICifung i^rer 5(ufgaBe fe^ yjon 
il^nen nur bann ju l^offen, toenn eö gelange, ben Sauten ber flatoifc^en 



gegengefe^ter 2ßeife unterrichten, aber h?ir ©lohjenen ftnb ungeBUbetc Seute 
unb t)aUn ITiiemanben , ber unö in ber 2Öa^rBeit unternjiefe unb baö 93erftdnb-' 
al§ ber ^ä)xift eröffnete. 5)e§]^alB, o -öcrr, fcftidfe bu unö einen fold^en 9Äann, 
ber unö al(e SBal^rtieit §u lehren vermag. 2)arauf ^pxatf) ^aifer SWic^ael gu 
ß'onfiantin, bem $^iIofo))(>en : ^orfl bu biefe SÄebc? ^ein 9(nberer fann bieg 
vollbringen aU bu. 3)eg()aIB iverbe i^ hiä) xt\ä)\iä) au^rufien, nimm beinen 
trüber ben S(Bt 3Wet^ob jum ©efa^rten unb BegiB bid^ auf bie S'ieife; benn 
ifer fe^b JtBeffalonid^er, bie XBeffalonic^cr aber alie f^^red^en rein ©(otoenifdji" 
(Cod. p. 25.). -. . 

6) @ic^c oBen §. 1. S^ote 9. 6. 24. 5)em dinbringring fß^otiu« h>or e« 
um niä)t6 fo fe^r §u tf)ü\i aU um bie Slnerfennung von feeite beö $ai)flc«. 
5Diefe aBer fonnte von S'acolauö, ber feit 14. Sl^jrü 857 ben ®tuf)l ^ctri 
inne i^atte, unb ber ba« eben fo gewaltt^dtige toie trugerifi^e JJrciBen ber ©i^s 
gantiner burd^ unb burci^ fannte, nici&t gcnionnen iverben. ©eaenüBer ber gu 
©onftantinojjel 861 geBattenen Sßcrfammlung, auf ivelcBer in ©egenroart ber 
Betrogenen unb Beftod^enen ^&^ftIi(Ben Legaten uBer ben ^^atriarcBen Sgnatiu« 
ba« äbfe^ung^urtBeil njar gefprocBen irorben, f)atu ^koUne in »ürbiger unb 
fefier «Haltung erfl&rt : bafi er in bie $(Bfe|ung be« Sgnatiuö unb bie (Sr^eBung 
be« *^}^otiu« ni^t geiviKigt BaBe unb an^ n\d}t wiUigcn werbe, tocnn bie bem 
@rflern beigemejfenen SßcrgeBen nid^t gericBtUcB erttjiefen tofirben, unb i^atte in 
biefem ©inne eine ©nc^clica an bie brei ^atriardjien be^ Orient« unb an alle 
S3ifd^6fe^ fo h)ie ©ci^reiBen an ben ^aifer unb an $^otiu« erlaffen. @ieBe 
2)6Ilinger'ö ^ir^engefcB- (ÄegenöBurg 1843. I. 384 f. Sfieanber a. a, 
£). ®. 415 ff. 

(S'onjlantin, ber mit feinem ©ruber SWet^ob auf ber <Stitt be« Sgnatiu« 
fianb, fonnte naä) foIcBen Sßorg&ngen nur ben fd^Ummflcn §Cu«gang ber 3)inge 
vorauiafeBen unb au« biefen Greifen flcB nur hjegivfinfcBen. fSon biefcr i^age 
ber JDinge gilt um fo meBr Äo^itar'« Sßort: Hinc Nostri (Constantini) para- 
tior e Graecia emigralio. 



35 

©^rad^e entf^red&enbe 3eicl;en ^u geBen. Uni> flc^e, ber ©eniuö 6on^ 
^antin'ö erfattbfürbie@:()rad^e ber@lan>en eine eigene 93ud^fiaBenfd^riftO, 



1) 2)ie @rfiiibunrt einer ffan^ifd&en (&c3^rift — bic Xf}at, \)üvd) hjelcfte (Jon.- 
jlantin'ö Plante üor 9(I(cm m^tthUä) f^eitorben ijl — fc^t bie ^jannonifd^e 
;B. c. 5. in baffelbe ^af)x , in meld^em bie SSerufwng nad& SWdftren geföfial^, unb 
Id^t fte unmittelbar barauf folgen, hiermit ^tf}t im aBiberfpru* ber in einer 
^anbf(6rift an« bem 3. 1348 auf un« gcrangte bufgarifd^e aW6n(i^ d^rabo, 
tt»ef(i&cr jene drfinbung bem 3. 855 j^ufd^reibt. (Seiner ^utoxit^t finb bie meinen 
^orfd^er (mit ^vLßnahmt ettoa ^o^jitar'^, tüeld^er in f. Glagolita p. LXXVII. 
ad a. 855 f(^reibt : Falso huic anno tHbuit inventionem litterarum slovinicarum 
Dobrovius, ob indictionem III, longe aptius ex ceteris adjunctis assignandam a. 
870) nefofgt . . 2BÄ^renb mix nicbt tüüfiten, mtä}t fQmtQQxünht (S. 855 j^ur 
<Bä)h\^fünci einer fiatinfc^cn ©ci^rift Oitf^aht t)httt, bietet im % 863 (ober 864) 
ber SBunfc^ ber 3W&ftrer bie naturiid^jie SSeranlaifunii bar, gum S3e]^ufc (i^rer 
SSelehrung) eine (Sci&rift gu erffnben. 5iIfo iDiimmler a. ä. O. XIII. 168. 

2)ic ©rpnbung ber fe^rüUfea — fo h>irb bie üon d. erfunbene fSnä)^ 
flabenfd^rift nac^ feinem f^itern S^lamen ..dijrili" genannt — fdlit alfo gegen 
@nbe beg 3. 862, ober ben Slnfang beg folgenben, unb hjeber in frühere nod^ 
f^?&tere 3eit; benn gcrabe jc^t nur it)ar baö ®enie (S. in bie 0^ot^n^enbigfeit 
verfemt, bie ffctwifd^e 6ci&rift gu fcä^affen. 2Bie bie meiften für bie SWenfd^beit 
toid^tigen @rfinbungcn h>ar fie ein ^rgebni§ beö mit bem ä)range ber 9ioti}f 
toenbigfeit ringenben ©cniuö. 2)er Söerfaffer ber ^^annonifd^en Jß. toar bem? 
nad& burc^ gefunbe @infid(>t rid&tig geleitet, n^enn er bie Grrfinbung ber flattjifd^en 
(Schrift unmittelbar öor bie Slbreife ber S3rüber nad(> SW&bten fefet; toenn er 
fte aber babei einer gottlidj^en Offenbarung j^ufd^reibt (ibique manifestavit Deus 
philosopho Slovenicas litteras et illico litteris formatis et sermone composito cum 
Methodio iter aggressus est Moravicum), fo crfd^ei nt fein gefunber 35erftanb offen? 
bar burd^ Slberglauben getrübt. S3cfonnener ift in biefem *Punfte bie bulga? 
rifd^e €. , »el^e gmar c. 2. bie (Srpnbung ber flamifd^^en @d&rift clU ein be? 
fonbere^ ©nabengefd^cn! be« ft. ©eiflcö anftebt, beffen bie ©ruber nad& anbal? 
tenbem Saften , (&thzii:j unb 33ugubungen t^eilfjaft it)erben , njobei aber bod^ i^re 
©eifie^tbutigfeit (nacti igitur hanc optatam gratiam excogitant — ^^BvqCa%ovai 
— slovenicas [litteras) nid&t auögefdS^loffen Unrb. — SÖib^^enb bie bobmifd&e 
^. c. 2. (inventisqiie novis apicibus sive litteris) ber @rfinbung ber flatoifd^en 
©d&rift burd^ (J^rill nur txxohifni o^ne Slngabe einer befiimmten 3eit, fe^t 
bie italifd&e S. fie flillfd^ireigcnb vorauf unb ^iUjar unmittelbar »or ber Steife 
nad^ SW&bren, inbem fie c. 7. be^ üon bem ^^b^ofot^ben inö ©latoifdS^e 
wberfe^ten @\)angelium^ gebenft (et Evangelium in eorum linguam a philosopho 
praedicto translatum). 

3)er SÄubm, bie ß'i^rillifea erfunben ju b^ben, gebubrt au^fd&licglid^ 'i>txa 
C^onftantinu^. SÖenn barüber bie genannten ßegenben — mit Sluönabme 
ber bulgarifd^en — einig fiub, fo ift bieg burd^ bag unöerJt»erfIidbe 3eugni§ 
% So bann VIII. auger @treit gefegt, toeldber, von SWetbob barüber belebrt, 
in feinem 33riefe an (Sn^ato^luf vom 3uni 880 bie @rfinbung ber f(ah)lfdben 
©dbrift au^bru(!(id^ bem ^bi^ofo^ben ©onflantin gufd^reibt (Litteras denique 
sclaviniscas a Constantino quondani philosopho repertas . . jure laudamus. Cod. 
p. 61 s.). 9(ud^ ber (Saljburger Ungenannte enttarnte ber neu erfunbenen fla^ 
»ifd^en (Sdbrift , tt>o er fid^ über bie burcb SWetbob \)erbr&ngte lateinifd^e Liturgie 
auilieg (quidam graecus, methodius nomine, noviter inventis sclavinis litteris, 
. . vilescere fecit . . missas ecclesiasticumque ofticium illorum, qui hoc latine cele- 
braverunt. Cod. p. 55 s.), obne jebod^ ben (Srlxnber berfelben ju nennen; benn 
bag erSWetbob bafür gebalten ):\c&t, fagcn feine Sßorte, flreng genommen, nid^t» 
5Da aber SWetbob e« war, ber bie flan)ifd&e Liturgie in^ Seben einführte (f. §. 
13.), fo fonnte ftd& gcrnerftebenben bie äWeinung leidet aufovingen, er fe^ audS^ 
ber ©rjtnber ber flamif^en ©djirift, iwie bieg beim SBerfaffer beö Excerptum ber 

3* 



36 

inbem er baö gtied^ifctfe %i)ßf)aUt mit einigen 3ügen i)ermel^rte wnb 
für ble ffatüifd^e (B^xa(i)t fo geflaaete, bafi e§ aUe bie mannigfaltigen 



Sali war, ber ganj beflimmt faf^t: quidam Sclavus . . nomine Methodius, qui 
ad invenit Sclavicas literas (Cod. p. 68.). 

^^vL^tt ber (S^^rilU^a l^aben bie (Slawen nod^ eine anbere i^nen eigentbüm.- 
liä)t (Sd&rift, bie ©lafloU^a, n)el(i^e t»on atten (Slawen SKi^rien« Vur ilter 
üU bie c^riWifd^e j^e^Uen wirb, unb welti^e — wie JDfimmler fd^reibt — 
\)on Jtojjitar, 3ac. ®rimm, ^aujjt nnb Tlithfiä} aU bie urfprunglic^e unb hh 
tefle anerFannt werben ifl. 3^re Partei ^at in jünpjler 3eit Äarl $ert er^ 
griffen, weici&ertn f. 9lbftanblun^ de cosmographia Ethici (p. 150—153.) nacb* 
^uweifen fud)t, bag ber ^bilofo^b (St^fu^ an« 3jlrien, ber \)iel(eic^t t»on 
flawift^er STbfunft war, in ber erjlen ^&(fte be« 4. 3a^)r^. bie ©lagolija er? 
funben ^aBe. iDurdb ben Ueberfe^er feiner Äoömograj)l^ie , ben ft. «&ieron^mu«, 
fanb jene (S(^rift fobann weitere SSerbreitung , weö^^alb biefer jufolge ber unter 
ben (Slawen ^errfd&enben Iteberlieferung allgemein al6 Urheber berfelben galt. 
2)cr .©ewei« , weldber öon ^erfc für biefe ©e^auptungen geful>rt wirb , mad^t 
bie @a(^e gwar &ugerfl wabrfd^einlic^, ifl jebodb nid&t üMlig ijwingenb, fo 'i>ai 
ba« SSerbdltnif beiber «Schriftarten ^n einanber Wo^l nodfe l&ngere 3eit ein flrei? 
tige« bleiben wirb (Slrdbiü a. a. £). XIII. 169.). Ueber bieg SSer^vUtnig fiebe 
in^befonbere ÄoVitar'6 Giagolita p. III ss., wo e5 unter Slnberm p. X. l^cigt: 
Quid st quis dicat , giagoliticum alphabetum etiamsi non ab ipso S. Hieronymo, 
at ab aiio quocumque deraum , fuisse inventum jam ante S. Cyrilium , sed non- 
dum adhibitum ad sacra, quae Slavi per Macedoniam Graecis Latinisque indige 
nis permixti nondum sua, sed indigenarum y quam aeque callebant, lingua ceie- 
brabani ; Cyrilium äutem et Methodium fratres , Slavorum linguam Pannonicae 
suae dioeceseos vernaculam adhibuisse etlam ad sacra, eamque scripsisse com- 
modioresibi, ulpote Graecis , charactere graeco , assumtis e veteriore glagoli- 
tico , ignoti , ut in re veteri , auctoris , nonnullis signis sonorum Siavis proprio- 
rum? Aut quid si ipse postea Methodius, ad vitandam graecizantis aiphabeti 
Cyrilliani inter Latinos invidiam, giagolitici auctor extiterit? Unb in f. 5lb? 
|)anblung Prolegomena hisiorica in Evangelia slavice in ber „(Slawifdf^e 93iblio? 
tbef ron %v, a)Mflofi^" 1. ©b. SBien 1851. (S. 72 f. fd&relbt Äo^jitar 
über bcnfelben ©egenflanb: „Ex bis omnibus conficitur antiquitas scripturae 
glagoliticae, si non major, saltem aequaiis cyrillianae. Sed objiciat aliquis: cui 
bono ejusdem iinguae eodem tempore scriptura duplex? Ei nos respondebimus 
aliis objectionibus : Quid si glagolitica scriptura jam ante Cyrilium exstiterit, 
hicque ex illa nonnisi duodecim elementa adsumserit, quorum signa simplicia 
deerant in gi*aeca, ad cetera retentis viginti quatuor graecis sibi commodiori- 
bus? Siavis contra, ex eadem sed sua commoditate totum alphabetum suum 
malentibus et in sacris retinere? Aut quid si vel ipse Cyrillus vel Methodius 
frater (cujus artem ipsam pictoriam in scriptura glagolitica agnoscit acutissimus 
Schmeller academicus bavarus) totum quidem alphabetum excogitaverit? Imo 
nescias, utram ipse Joannes VIII. a. 88i) scripturam jure coUaudaverit nomine 
litterarum slavinicarum? Cum in cyrilliana major pars sitgraeca, quidni hanc 
^ agnoverit Richbaldus doctus Salisburgensis ? Non enim vidisse quis credat ? Nos 
quidem , omnibus rite perpensis, in eam sententiam propendemus , ut olim m ipsis 
Siavis praevaluisse credamus scripturam nunc dictam glagoliticam , utpote ex 
integro slavicam, postea yero schismateobfirmato et accedentibus Russis Byzan- 
tinorum neophytis, scripturam quoque cyrillicam utpote graeciorem praepla- 
cuisse graeci ritus asseclis, glagolitica relicta latini ritus Siavis." — SDer ©e^. 
banfe ^o^jitar'^, 3Wet^ob !6nne bie ®lagoli;^a erfunben Hhtn, um \iä) berfelben 
unter ben Slawen feiner ^ir(3ben^>ro\)ini alö f ird^lic^er S3u(^jiabcnf(^rift gu 
bebicnen,erfc3^eintbemun5weibeutigen3eugniffe ^. Sodann VIII. gegenüber al^ 
minber beif&llig. 2)a ber unflreitig wob( unterridjitete $a^)fl nuröon'berburc^ 
(J^rill erfunbenen ©djirif t f^jric^t, in weldjier bie i^m |ur ^Prüfung öor? 



37 



^auU Ux^clUn, Bio auf i^re feinfien ©c^attirungen ^erat», mit tounber^ 
tarer ?Jräcif!on, Älar^eit unb SBodfiänbigfelt eejeid^nete*). 

^adöbem i^m biefer große ffiurf) gelunc^en, legte er fogleid^ ^anb 
an fein 2Berf, inbem er baö (Söaitgelium^) in bie f(ah)ifd^e (S^jrad^e 
beraWa^rer*^) dfcertrug. 



gelegten ^irci^enbu*et gef(^riel>en hjaren (f. §. 20.), fo \ä)tint mir b(e 9tn^ 
nannte, SWet^ob l^abe fid^ einer t»on ber ^^riUifta Derfd^jlebenen ®*r(ft, ber 
(SJlagoIiga, bebient, eine« l^iflori feigen ©runbeö gu entbehren. @. unten 6. 33. 

2) «Palacfi) ®efc^. i?. SSo^men I. 120. 

3) „(Bin gr6gere0 ©efci^enf l&gt jtci^ einem jungen SBoIfe faum madben af« 
ba« eine« STI^j^abet«, einer S3u(^ftabenfc5rift. JDamit erjl tbun ftcib <^m bie 
Pforten geijliger (Sutwidlung auf; mit biefer Litteratnra erfl befommt e« bie 
aWoglicibfcit einer ßitteratur; mit ber 5(nalJ?tif ber @pracbe erft bie STnalJjtif ber 
©ebanfen, unb bie 3W^gIid&feit biefe gugfeicft ^u firiren unb in lebenbigficr glitte 
gu entfalten." Stifg. Beitung 1855. S3eil. ^u 91. 286. @. 4570. 

4) ^ad^ bem au^brüdlid^en Seugniffe ber Translatio c. 7. braci^ten bie 
S3rüber ba« »on bem ^f}iio\o)pi}tn in bie ^pta(i)t ber 3W&brer überfeftte (S^an:; 
aelium fc^on mit in ibr Sanb. JDfimmler n)i(( bie§ Beugnig nid^t gelten laf? 
fen, inbem er a. a. D. XIII. 171. fcibreibt: „@« ifl getoig eine ungenaue 
€^ad&rici^t ber Translatio, bereu italienifd^er ißerfaffer leici^t einen folcben SÖer? 
flog begeben fonnte, bag 6onflantin bie ä)>angelien fdbon fertig iiberfe^t nadb 
SWil^ren mitgebracht l^abe, ba er jene beutfc^en SBorte, toeldbe ftcb befonber« 
auf firci^lit^e begriffe be;\ie^en (bereu ba« Sllt^Slotoenifcbe eine nicbt unbebeutenbe 
Wuj^abl entl^&lt), nic^t üon ben Ummobnern S^beffalonidb« , fonbern offenbar erft 
tu feinem frdtern Sirfung«f reife erlernte. S3or feiner Slbreifc mag er baber 
bocibften« bie Ueberfe^ung begonnen l^aben." 2)iefe dintoenbungen ücrmogen 
feine«h?eg« bie »on ber Translatio bezeugte ^iacibrici&t gu entfrdften, beren 93erf. 
al« SeitgenofTe ber ©latvena^ofiel burdb P^ f^^^f^ ^^^^ «^^^ 2ßidbtige am gc? 
naueften unterridfitet tüar. 2)ie Slngabe aber öon ber burcib ^- bereit« in (Sota 
jlantinot)el gefertigten Ueberfeftung be* ©»angelium« ertoeifct fldb al« üoUfommen 
glaubn)ürbig , weit fie in ben obtoaltenben Sßerbdltniffen gcgrünbet, ja burcib fie 
geboten toar. ^. \t>at berufen, bie religiSfe @rfenntnig ber SWd^rer ju beben 
iinb ^u fSrbern. ^a\u beburfte er notbu>enbig eine« firci^lic^en ßebrmittel«. 511« 
ein folcbe«, unb ^toax al« ba« Dorj&g^ic^fle, i)aiH in ber ^irc^e ftet« ^ae (Sd an ? 
geli um gegolten, b. b- ^te an« ben @\)angelien au«gejogenen unb 
auf bie ftrd^licben gefte »ertb ei Iten Sefefiucfe, an ivelcbe jtcb aller 
offentlicbe firc^licbe Unterrid^t aufflog. @« ifl alfo ^ier öon fern nicbt an bie 
Ueberfefeung aller ©öangelien, tt»ie JDiimmler, unb nodb weniger an bie ,' 
Iteberfc^ung ber gangen S3ibel, irie ^auM (SBiener Sabrbü^er LXXVI. ^ 
128 ff.) meint, ju benfen; benn bie Translatio bezeugt nur bie Uebertragung 
be« @»angelium«, n)omit fie nad^ firc^l. ©^racbgebrauci^e nic^t« a(« bie bei 
ber gcier be« ®otte«bienfte« gebrauchten Sefefliirfe au« ben ©uangelien be^eicft;; 
net. iDie Ueberfe^ung biefer @tucfe fonnte aber @. fei^r too^l \>ot feinem 5(uf/ 
treten in S^dbren unternel)men , ancb toenn er bie au« bem ^eutfdben entlehnten 
SBSrter ber altflotoenifdben Jtird(>cnfpraci^e nicbt gefannt ^httt (irie W'tU man 
aber bereifen, bag bem fprad^enfunbigen d. biefe 2B6rter unbefannt getoefen 
fe^en ?), tt)efl ber fird&licben ©egenftdnbe , gu beren Segeidbnung ba« §(ltfTott)eni.' 
fcfee beutfd&e ^Tiamen entlebnte, in ben (löangclien feine ärh>di)nung gcfcbiebt. 

— iDag n)ir übrigen« mit «&aupt a. a. O. »ollfommen baruber einverftanbcn 
feigen: bag im SWittelalter bie Sefel^rung leibnifcber ißfilfer nirgenb«, »ie 
tttoa ^eut }u 3!age (auger ber ^ircbe) mit ber Ueberfe^ung ber SSibel begann 

— »erftebt fidb »on felbfl. 

5) 3n njelcb' fla^ifcften ^ialect G. ba« (S»angelium unb fpdter anbere 



38 



§. 7. 

[Reife ber »ruber m^ 3)lä^ren, unb t^r SBirfen bafelbji bur(^ 

fünft^alb Sa^re. 

9trfo auögerüfiet unb ben auf ber tautifci&en ^alBlnfel gel^oBenen 
fofitaten ateliquienfci&a^ mit fld^ fü^tenb Begatjen flti^ nun ßonfiantin 
unb aWct^ob im Salute 863 auf bie aieife nad^ bem Sanbe if)nx 33e* 
rufung, unb baö 3iel berfel6m ol^ne 5(ufent^rti)erfoIgenb*), famen fle 



J^ird^cnbuci^cr übertragen l^abe, barubcr jtnb bie geleierten ftah)if(^en (S^^rac^? 
forf(i^er nici^t einig. *@ie^e ^DummTer'« (Srcurö über bie SHationaHtit ber 
arten SWd^rer a. a. D. XIII. 169 ff. iDa« ifl aber unjireitig, bag ba« ©la.- 
Jüifci^e, in ivefc^e^ ^. baö (Süangelinm übertrug, ben alten QW&brern yjerft&nblid^ 
unb gel&ufig fein mu§te, mit er für (le eben bie Ueberfe^ung fertigte. @tc^t 
e0 fe'^, bag bie flaiüifdbe Jlirdfienfprat^e altf(on>enifcl& ifl, fo ir&re, meinet ©r.- 
meffen«, baburci^ nur fo öiel erliefen, bag biefer 2)ia(ect im 9. 3abr^. \>ox 
alten anbern auögebilbet unb @. barin SWeijier n>ar. ^ie ^)pxa6)t ber alten 
aW&^rer fonnte immerhin öon biefem ^odEi^@lan)if(^en bebcutenb abtoeid^en, 
unb biefeö i^nen bennod^, bcfonberö unter aSermittlung i^rer fpradbgenjanbten 
fiei^rer (&. unb aW., red^t tool^l öerfl&nblid^ fel;n, fo irie ba^ ^od^beutfc^e ben 
»erfci^iebenen beutfcl^en <St»radejidmmen. 

1) Unb jttjar in ber erflen Hälfte biefem 3abre3. JDie c^ronologifd^en 
^au^tmomente in ber ©efd&idbte ber Flamen a)?oflel jtnb genau beflimmt burd^ 
bie Translatio, »eld&e c. 7. auöbrüdflidb bezeugt: fte blieben in 2)?ibren burd^ 
»ier unb ein ^albeö 3abr. darauf toerben fie c. 8. nad^ 9tom be* 
rufen, unb fommen bort c. 9. nidjt lange nadö bem-Xobe be^ ^, S^Hco^ 
lan^ (13. 9^o\j. 867), ba bereite ^abrian II. ben ©tu^l «Petri besiegen 
l^atte (14. T>u. 867), an. 3&re 5(nfunft in 3J?&ftren f&llt fomit in bie erfle 
^dlfte bc5 3. 863. 

2) 3Baö M »on felbji al^ n^al^rfdEicinlide auforingt, bag fie auf ba^ Biel 
i^rer Steife ununterbrochen lo^fieuerten — n^a^rfd^einiid^ geleitet öon Slbgeorb.- 
neten Slaftiölattj'ö — \>ae fiellt bie Translatio c 7. alö factum bin : Imperator 
Philosophum illuc , id est , in terram Sclavorum, simul cum Methodio germano 
suo , transmisit. Cumque ad partes illas , Deo praeparante , venissent etc. 
(Cod. p. 9). Damit jiimmt bie pannonifd^e ^. c 5. überein: Philosophus 
cum Methodio iter aggressus est Moravicum (Cod. p. 25.). 2)ie mv\^rifdee 
ß. aber c. 4. 5., fottjie bie bo^mifc^e c. 1. unb bulgarifd^e c. 2. 4. be? 
rid()ten, bie S3rüber fe^en ^uerfl gu ben Bulgaren gefommen, unb nad^bem fie 
biefe unter ti^rem Könige S3oriö o. ©ogori^ jum ©lauben befel^rt, l^dtten 
fie iftre Steife nad() SWd^ren fortgefe^t. Sir muffen biefe Eingabe b«r i^egenben 
von einer SBefe^rung ber SSulgaren burd& ö'onflantin unb SWet^ob im 3. 863, 
fo tt)ie ^n jeber anbern Seit, in ba^ ©ebiet ber ?5abel üerttjeifen, n>eil fie burd^ 
fein l^ijiorifdbe^ ßeugnig aud^ nur öon ferne geflüfet n^irb. ^enn tcit fd^iracb 
ber einzige 5ilnbalt^^)unFt fei), ben ber gortfe^er ber gried^ifd&en (S^ronif M 
X^eovl)aneö in feinem ©efdfiic^td^jen »on bem aW6nd^ unb 2Waler ÜJ?^t^obiu« bem 
<5)efdbi(^töforfd^er bietet, ttjirb Jeber 33efonnene einfel^en. SBeber gried&ifc^e 
©eft^icbtfc^reiber , nodb $. S'iicolauö unb ber ©ibliot^efar 3lnaflafiuö 
itiffen Qcttoa^ von ber 33eFe^rung ber Bulgaren burd^ bie @latt)ena)?oflel. Sßd- 
ren bie Söulgaren burdf> (S. u. ÜW. jum ©lauben gebradf)t loorben, fo n>dre 
biefer »ielbebeutenbe Umflanb von ber r6mifd)en ^ix^t für bie ©eltenbmadf^ung 
i^rer SCnfvrüdfee auf bie ^ulgarei geivig ftarf betont toorben, inbem bie romifc^e 



39 

unter bem ©eleite be8 ^extn in SKä^teit an — jur großen gfreube ber 
35etoo^ner beö :Banbeö, ju benen fc^on bie Äunbe gebrungen tvar, bafr 
bie trüber bie 0lefiquien be6 1^. ßlemenö mit flc^ für;ren unb ba6 öon 
bem ^\)ito^op^en in if)tc ^^xa(^e u6erfe|te ^ijangelium. 9Kö fle nun 
ber @tabt (9iafii§ran)'8) fld^ näherten, gog man l^nen entgegen unb 
em))fing fle e^renöoK unb mit Ü6erau3 großer SrS^liö^feit'). 



^ird&e \f\t 6(ah)cnapoflet mit dfem ^tä)t ciU bie iftri^en <in\(äf. 2)a§ Stna^ 
flafiuö, ber \)ertraute Sreunb unb SSere^rer ß^onjlantin'^ unb SW., in feiner 
Sßorrebe j^ur ©efci^ic^te be^ 8. aüg. ß^oncilö (Mansi XVI. 6ss.), iro er »on 
ber Sefel^rung ber aufgären fpric^t, ber ©langen a^ojlcl nid^jt gebenft, (&§t 
ficft nur barauö erfldren, bag fie an berfelben auf feine SÖeife be? 
tfteiUgt hjarcn. JDieg crfci^eint alö unbeflreitfcare 2^^atfaci^e befonber« bann, 
ivenn man bie ßtiimomtntt ertD&gt. ^ie 9ieife ber 93ruber nac^ 3W&^ren (unb 
i)oxQthl\^ }^VL ben Surgaren) f&Ut inö Saftr 863 , bie SefeBrung aber ber ^ul;: 
qaxtn burd^ bie ©rieti^en ine ^af)t 864 (fc^on Assemani Kalend. III. 22 — 44. 
i^atte bieg aue ben Briefen ^. Slicolauö u. beö ^ijotine ertt)iefen; in noc^ 
fteUere^ fiic^t aber fjat bieg ® fröre r in f. ©efc^. ber ojl.' unb mcflfr&nf. G^aro- 
Hngcr I. 430 f. gefleKt), tt»d^renb bie fc^Iecibt unterrichtete bufgarifc^e fiegenbe 
(c. 4. anno enim sexies millesimo trecentesimo septuagesimo septimo a mundi 
creatione hujus gentis vocatio facta est. Cod. p. 37.) bie Sefe^rung i^reS 
SBolf^ unter S3ori^ bur* 6:^riU u. 3netöob in€ 6377. Saftr nac^ (Srfd^affung 
ber ffiett ober in« 3. 869 ber c^rifllic^en ßeitreci^nung feftet, in toelcib^Jn Saftre 
@V)riU bereit« geflorben unb 3Weti)ob anberto&rt« ht\6ik^\(\t toax. Sßenn bai^er 
2Battenbadb' a. a. O. <S, 10. ft^reibt: ,,@^e fle Siiajli^Ian)'« Sanb, ba« 
3iel i^rer Steife, erreichten, mugten fle Suigaricn berüi^ren. Wo gerabe 
bamal« grieci^ifc^c SWiffloudre t^dtig roaren, unb e« ift fein @runb an^unebmen, 
bag nici^t au4 (S^onflantin unb ?Wet^obiu« fic^ bort eine Beitlang aufgebalten 
baben unb in S3erbinbung mit Sogori« getreten ftnb. SSielmebr mugte i^nen 
btergu fci^on bie Jllug^eit ratben, unb ibr S3efe^rung«eifer burfte fte bie gun^: 
flige ©elegeni^eit niät »erf&umen laffen ", — fo ijl ®runb e« in Sfbrebe gu 
ftelCen, bag bie S3ruber auf ibrer 9ieife nac^ 3W&bren haß fianb ber Bulgaren 
nur berubrten. JDenn tt)ie ©fror er a. a. D. ubergeugenb bargetban, batte 
Subitig ber 3^eutfci^e um 863 mit ben Bulgaren einen 33ertrag abgefd^foffen, 
ber jun&c^fl einen gemcinfamen Eingriff tt)iber \>it 3Wdbrer be^tt»ecfte,'9lafliölan) 
aber b^tte |tc^ mit bem bi);^antinifc^cn «&ofe bcgbalb »erbunbet. ©ei foldb' ge? 
fpanntcm »»olitifd^en SSerbdltniffe ber S9u(gare( gu aw&bren unb Q^^jang foUten 
eö (5. u. aW., bie f}h6)^ nja^rfcbeinlic^ öon Ölbgeorbneten Sflaftiölato'« geleitet 
tt)urben, geratben qefunben ^aben, burcb ba« ßanb ber S3ulgaren ju giel^cn ? 
Jamale, »o bie 33efebruug ber S3ulqaren jur r6m(fcbfatbolifcben Mixd)t au«^ 
bebungen Sorben war, waren griec^ifd&e 3Wiffiondrc unter benfelben no^ nicbt 
ti^dtig, unb mit S3oriö »oKenb« in ißerbinbung ^u treten, mugte ben ©rubern 
unter fold^en ibnen genau befannten SSerbdltniffen bie gemeinfle .^Iu0cit ah 
ratben, ba für i^ren ^efebrungöeifer fid^ bi^r feine günflige ©elegcnl^eit bot. — 
greilid^ nahmen gegen ba« folgenbe 3abr ^in bie ä)inge eine ganj entgegen? 
gefegte SÖenbung, tnbem e« ben S^j^antinern in golge fe^r groger Änflrenflun- 
gen gelungen war, ben S3ulgaren5(5ban babin ju bringen, ba« bem beutfdbcn 
jfeonige gegebene ^ffiort gu brechen unb ben ©lauben ^on ber griedbifcben^irdbe 
anätunei^men. 3Mefe iDinge fallen aber in« 3. 864, wo (S. u. 9Ä. bereit« in 
üWdbren in »oller 2:^dtigfeit iüaren. 

3) @o bie Translatio c. 7. Cod. 1. c. 2)ag unter ber ^ta'ot, »on 
welcher ber 93erf. ber Transl. ^ier fpric^t, bo^ Wol^l nur Sflafiiöiaw'« .&au^t? 
flabt gemeint fei^n fann, bringt ficb^mir Wie Sattenbadb a. a. JD. ©• 11. 
auf, unb id^ yjerfefee biefelbe mit @afafif nacb Devina ober äßclebrab, unb 
fann in«befonbere mit aöattenbac^'« 3Weinung mic^ nid&t befreunben, ber Ut 



40 

Sonflanttn unb SRet^ob finb nun am ßltlt lf)xtx 8letf^ Snodgen 
n)ii: t^re Stellung im mi^rifd^en ianU ! 

(Sie f!nb ^xu^n ber gried^ifd^en Äird^e, gerufen ijon einem 
toertlid^en Surften, um in feinem !?anbe unb unter feinem QSolfe, >aö 
in gröfler SÄenge I»ereit0 ben ®UuUn Angenommen*) unb ber firti^Iid^en 
®eric^t^6ar!eit be0 ^a^amx ©ifd^ofe« unterflel^t'), feinen 2l6fld&ten ge^« 
maß ju mirfen. @inb fie in ber ßage unb im @tanbe, benfelBen gu 
ent{>re^en? @ie f^aUn f^Ie^t^in für biefe« (^rifWi^e ICanb unb 33ol!, 
ba^t»ereit^ feinen »öirten f)at, f einerlei f ird^lici^e ©enbung. ^a8 
f6nnen fl^ bie in allen fird^lid^en JDingen e6en fo unterrichteten aU 
gemijfen^aften geififi(^en SSriiber felBfi niti^t ijertergen. JD^ne offenBare 
aSerlefeung ber gefefeliö^en ürd^lid^en Drbnung f6nnen fle, fallö ber 
35ifd^of öon 5^ojfau bie§ nid^t gefiattet, feinerlei geifllici&e Function in 
aWäi^ren öerrici^ ten'). @ie mußten fic^ bie i^nen gur aSerrid^tung firtl^* 
lid^er ^fmtg^anblungen not^menbige (Srlaufnif i)om ÄanbeöBifcl^ofe ein* 
Idolen, unb aftafiiölah) fonnte nid^t anberö aH Ui biefcm Schritte j!e 
unterpü|en, fo tt>ie ^intoieber ber 5^ajfouer 35if(]&of niä)t um^in fonnte, 
bie erSetene ©ene^migung ben Srübern §u ert^eilen^). 



r&t^fel^afte ©tabt MoQdßog t^g TlavovCag ber butgarifci^en £e<^enbe mit ber* 
fclben ibcntipcitt, fnbem baa Mo^a^og ber bulg. Seg. (Cod. p. 35.) nid^t eine 
@tabt, fonbern baa Sanb ÜW&^ren Bcjeidjnet, ireg^alb \6:j au(^ kox^ii 
tax nic^t Beiftimmcn Fann, m\<iftx (Glagol. p. LXX.) meint: \)ieneicl^t %(iht 
man unter (itoQaßog an bie SO^oo^burg ^octU ober fS'Iar&urg an ber ^rau ^n 
benfen. 

Ueber b(e ÜWooöburg fie^e unten §. 19. SHote 11. 

4) 2)ag ba« m&()rif(i&c SBolf in feiner ubertoiegenben SWei^rl^ett lange 3eit, 
tf)t @. unb 3W. \n bemfelben famen, (^dfllid^ )a>ax, beft^ti^en nid&t nur bie 
oben (§. 4. @. 30) an<^efu^rten Beuqniife, fonbern auci^ bie transiatio, totl^ 
c. 7. ben 9lajli«tan) gu Äaifer 3Widf>acI f^jre^en I&gt: fein SBoIf ^abe üom ©o^cn* 
bienftc |tdf> (o^gefagt. 3)ie md^rifcfte 8egenbe beqe^t bal^er einen argen JBer^ 
flog gegen bie gcfc^id^tlid^c aöa^rfteit, n)enn fle c. 5. baö QSoIf awd^reiiö fammt 
feinem ^6nige aU nodf) im Unglauben befangen barflellt unb bie ^thfjtnn^ 
unb 3:aufe berfelben ©. u. SW. lufci^reibt (Cod. p. 13 s.). 

5) @. §. 4. @. 30 f. 

6) @i(i^er n)urbe fn aWi^ren biefelBe ?Jrari0 toie in bem ^jannonifc^en 
Slnt^eiie ber faljjburger ^iocefe eincte^alten, bag n&mlidj fein tt»o immer ^er 
fommenber ^JreeiB^ter feinen £)rbo über 3 SWonate bort ausüben fonnte, oftne 
ßci^ über feine aBei^e bei bem 2)i6cefanbif(^ofe au«gen)iefen unb »on ii^m Ut (Sxf 
laubnig ^ur ^ern>altung ))rieilerli(^er Functionen erhalten j^u l^aben ; toit anS: 
brucfiic^ ber Anonymus Salisb. bej^eugt: neque presbyter aiiuade veniens plus 
tribus mensibus ibi ausus est colere officium, priusquam suam dimissoriam 
episcopo praesentaverit epistolam (Cod. p. 57.). 

7) aSaö ^ritoina in iPannonien bem ©al^burqer ©rj^bifd^ofe gecjenüber 
tbat nad^ einem Beuqnijfe beö Anonymus: Tunc dedit Privvina presbyterum 
suum, nomine Dominicum, in manus et potestatem Liuprammi archiepiscopi, 
et Livvprammus ilii presbytero licentiam concessit in sua dioecesi missam ca- 
nendl; commendans IUI ecclesiam iilam et populum procurandum sicut ordo pres- 
byteratus exposcit (Cod. p. 54.), ba« fonnte 9tajli«Imt» in SW%en gegenüber 
bem «Paifauer nici^t unterlajfen; benn ftanb er auc^ im 3. 863 in offener Stuf.- 
lebnung geqen Snbh?ig ben 2)eutf(iben, fo mugte er bennod^ aui 9lii(fftd)t gegen 
9lom ben befie^enben firci^lic^en SSeri^dltniffen feinem Sanbe« dtt^nnnq tragen, 



4t 

fJlun tooreit f!e alfo in @tanb gefegt, toenij^flenö t^eiltüelfe bem 
Stoecfe i^rer 33erufung gu entf^red^en unb, inner^aI6 ber ©renalen i^rer 
^)rieflernr^ett ©etoolt®), auf oHe Seife an ber d^tifilid&en QSilbung be8 
md^rlfd^en aSoIfeß gu arl»eiten. 3»it eUn fo ijiel (gifer alö (ginfid^t 
griffen j!e i^r SBerf an, inbem j!e ijorjuglici^ kmÄ^t toaren, au9 bem 
Sorte felfifi junge ?eute für ben 3)ienfi ber Äirc^e^eranguHlben'), mit 
benen fle nici^t Hoö bie firc^flic^en i'aggeiten öerrici^teten*^), fonbern 
äuc^ ein gemeinfameö ^eUn führten V^. 5Kit bemfelfen Sifer öerioaltcten 

benen er fidi) um fo tDeniger im fotgenbcn 3at)rc, too er t»on bem beutfci^en 
Könige in feiner Surg JDevIna bebr&ngt bemfelbcn ftci^ ergeben unb ber ^an^ 
ht^Mcit beffelben l^nlbigen mu§ie (fie^e ©fr^rer a. al D. €. 372. 454.), 
entgiel^cn fonnte. — 3)er ^paffauer 93ifc^of aber, fo natürlich ^ae SWigtrauen 
toat, ha€ bie Söerufuna ber SBröber bnt^ Otafii^Imt» in if)m lüecfen mugte, 
fonnte ber gang fir(t>l((ficn ^altunj^ ber ^riet^ift^en 5^rcdbi)ter feine Stnerfen^ 
nung nici^t »erfagcn. @ö iÜ ein SBorurtbeii , \)on bem freiließ -bie meiflen 
Bearbeiter ber ®ejfd)ic^te ber ©lattjena^oflel fic^ befangen .zeigen : aU ob ndmiid^ 
@. unb SW. in Stoec! unb ÜWitteln mit S^lafti^rah) »oHfommen einig getDefen 
feigen, ^er gange 93er(auf ibrer ®ef(<)f(bte »eifet biefe SCnnaiftme aU mit i^rer 
überall betodbrten flreng fircibnci&en ©efinnung unvereinbar gnrutf. 

8) (Sie ioaren eben nur ^Jre^bijter unb fonnten befVlb feine anberen 
firdbli^en Functionen »errichten, aU gu benen fte i^re liriejlerlidbe SBeilje 
befähigte, ©d^on au0 biefem eingigen ®runbe mufi bad 9)?onfe'fci^e Fragment, 
fraft beffen bie Seifte ber «Peter^fir^e gu Olmüft im 3. 863 bem ^i^riO! guge^ 
f^rieben h)irb (Ratis dum tradidit in die consecrationis ecciesiae S. Petri in Oio- 
mutici per venerabilem fratrem Kyriiium omnes homines castelii et civitatis 
(Oiomuci) ad ripam usque Maravi fluvii. 863. in Boczek Cod. dipl. I. 32.), 
al^ und(ftt »ertoorfen irerben, »eil bie ^onfecration einer ,^ir (fte nur bem iBi? 
f^ofc gufleftt. ^a^ aber bie anf&nglicibe Sßirffamfeit (5. u. SW. in SW&ftren fid^ 
jlreng intierftalb ber ©rengen ftielt, tt»elcfte iftr baö itird^jengefe^ gog, erfennt felbft 
bie »»annonifd^e 8. an, inbem fle c. 8. bem ^, «öabrian IL bie anerfen^ 
nenben 9Borte in ben SWunb legt: Uli vero . . contra canonem nihil fecerunt 
(Cod. p 26.). 

9) <Bo fdftilbert bie Translatio c. 7. iljr aBirfen. de legte fi* aU ^avi)pU 
aufgäbe ber trüber bar, ft(ft für baö gaftlreitfte dbrifll. SBolf @<el)ilfen be^ geifi? 
Ii(^en ^mte^ fterangubilben. 2)a3 brfirft bie Transl. mit ben Sorten au^: 
parvulos eorum litteras edocere, toobei »on ferne nicftt an eigentli^en .^inber^ 
Unterricht im Sefen unb ^cftreiben gebacbt n)erben barf. @ie unterri (bieten 
bie für ben 5)ienft ber ^ircfte emhhlttn jungen Seute in flatt)if(fter @dS)rift? 
fvradbe tüit in gatein unb in allem für ben Jlirc^enbienfl notbttjenbigen SBiffen. 

10) SBattenbad^ a. a. D. @. 11. überfe^t bie Sorte ber transl.: of- 
flcia ecclesiastica instruere mit: fle begannen ben ©otteöbienfl einzurichten. 
SWit officium eccl. begcicftnet bie ^ircftenfprad^e ba« @tunbengebetft ober bie 
iCaggeiten, »eld^e bie Äircfte eben ben ©eifilicften unb 3W6nc^en gur ^flidbt 
mati^t, unb loelcfter ^. u. aW. gen)iffenftaft mit iftren geifll. SSglingen nacft^ 
famen, bie fte natürlich barin unteriDeifen mußten. 

11) iDayon gibt unö ber ©ibliotftefar Slnafiaftu« Äunbe, »enn er ©onfiantin 
apostolicae vitae praeceptor (Cod. p. 44.) nennt; benn in ber J^irdbe warb 
»on \ti)tx bie gemeinfame ober canonifc^e fieben^tt>eife ber ©eiflli^en aucft bie 
a^)ofiolifdbe genannt (tiefte mein S3ucft : 3)ie canonifcfte l*eben5n)eife 
ber ®eifllid&en. 9tegcngburg 1851.). ^icfe Seben^meife toar im 9. Saftrft. 
trieber feftr verfallen , unb 5lnafiaflu^ i)tht ts burc^ bie obige Söe^etdftnung be^ 
©onflantinu^ al^ ein befonbere^ SSerbienfl beffelben ftervor, bag er \>aß gemein? 
fame geben, an i>a^ er al^ aWoncft gerooftntMuar, aud^ auger bem ^lofler unier 
ber ©eiftlidftfeit burdft Slnleitung unb S3cifpiel gefSrbert i}aU. 



42 

fie aitx au(f) bag 6ffentfi(]&e Se^tamt jum »Seile be« aJolfeö, mbem fle 
mannigfaltifje 3trtl^ümet, bie fie unter bemfelBeit antrafen, Biö^urU^er* 
nt(^tung 6efdttH)ften, unb nac^bem j!e öiel fc^dbUd^ Unfraut an^ bem 
öer6beten Stder ausgerottet, ben ©aamen beö gSttlid^en Sorten auö« 
jlreuten"). 

ffienn fle auf biefe ffieife nur im Äreife i^rer ^^riefierlicl^en ?fmtö* 
ijerrid^tungen fld^ fehjegten, fo mar i^re burd^ bie ©unfl beö »&erjog0 



12) mt biefer Sc&Uberunfj ber anfdncj Heiden 2Birffamfeit ^. u. 3W. 
in aWd^ren nad^ ber Transl. c. 7. flimmen anbcre fauellen nid&t uberein. 3)ie 
md^tifci^e Seijenbe ndmlit^) c 5. (cumque viri Dei ipsum Regem cum po- 
pulo suo religiosa solicitudine ad fidei lumen omoino provocassent, Ulis deinde 
vetus et novum testamentum vigiianti cura exponentes, et iaformantes eos, 
plura de Graeco et Latino transferentes , in Sclavoaica lingua canonicas ho- 
ras et mi&sas in ecclesia Dei publice statuerunt decantare. Cod. p. 14.) fo 
tt)ie bie bo^mifc^e c 2. unb bie pannonift^e c. 8. (libros in vestram 
ünguam interpretans secundum omnia ecclesiae praecepta plene cum sancta missa 
id est cum llturgia et baptismo, sicuti Constantiuus philosophus divina gratia et 
sancti Ciementis invocatione coepit. Cod. p.26s.),mit benen berJDiof feat über? 
einjlimmt (Constantiuus vir sanctissimus ordinavit presbyteros et literam lingua 
slavonica componens commutavit evangelium Christi atque psalterium et omnes 
divinos libros veteris et novi testamenti de graeca litera in sclavonicam, nee non 
et missam eis ordinans more Graecorum , confirmavit eos in fide Christi. 1. c.) 
hei)au)pitn, bie ©ruber (indbefonbere (Jonflantin) ^&tten bie geier ber V 
aWeffe unb ba^ lix^U (StunbenqeBct^ in flatoift^er ^pta6)t 
eingefül^rt. ^ie äugen fdjeinli(^e galfd^^>eit biefer Singabe leqt M »on felbjl 
bar." iDa§ in 2Wd^ren üor unb bei Stnfunft ber Vorüber bie äWeffe lateinifc^ 
naci^ bem Ritue ber rßm. Jlirt^e gefeiert tourbe, wirb ^Wiemanb befreiten. @. 
unb 9W. , eben f^ be6 Sateinifd^en lüie beö ©riec^ifd^en mdd^tig , muf ten fld^ an 
bie ßiturgie beö fianbcö galten ; benn \>a fie \>om ^Jaffauer SBifd^ofe juridbictio.' 
nirt toarcn, borten ftc auf ^Priejier ber grieci^ifd^en Äird^e gu fe^n unb mugtcn 
fidl^ in SSertoaltung \i)xte *Priefievamteö bem ©cfe^e unb ©ebraudbe ber lateini-- 
f(^en ^irdbe unterwerfen. Ueberbieg njurben fle burd^ ^elebrirung ber Tlt^t 
nad^ c^riedbifc^em fftitnß ba« d^rijlHdbe SSoIf aWdftren^ , \>ae nur bie aWeffe natb 
r^mifd^em fftiiü^ Fannte, nur in unnot^ige, ja nacbt^eiiige a3ertt»irrung qefe|t 
baben. Sin bie (BitUt ber lateinifd^en ^ird^enfpradbe aber ba« ©ia? 
irifd^e ^u fe^en, Fonnte ibnen hti i^rer untergeorbneten (Stellung aU $red.' 
bt)ter unb hti i^rem SSerbÄitniffe jum S3ifd^ofe bea fianbeö gar niä)t in ben 
®inn Fommeu; benn bie ©nt^iebung ibrer 5uri6biction unb Älage beim S^a^jfle 
tüiber fie ^on @eite be^ «Paffauer '©ifc^ofö ivdre ftd^er erfolgt. 3)iefe (Sttx^h 
aungen bringen ft(^ einer \)orurtbeiiöfreien gorfcbung fo feftr auf, bag felbfi 
3DümmUr nid^t umbin Fann ^n beFennen: „Qtß ift Faum ju glauben, baf bie 
beiben S3ruber eine fo groge iWeuerung (bie Siturgie in ber Sanbeöf^^radbe gu 
fingen) eigenmdd^tig unb toiUFiirHc^ in SWdftren eingefübrt iftaben foUten, m 
i^nen Feine Firdfilic^e Obergewalt gujlanb " (a. a. £). XIII. 182.). ^ntä) bie 
mdbrift^e fiegenbe unb ben 3MoFleaten lieg fid^ au^ iDobrowfF^ (SöÜbrifc^e 
fiegenbe ®. 91. fo wie etjriU u. aWetbob @. 57.) gu ber falfdben Slnfid&t »er? 
leiten: „ß^onfl. u. SWetbob l^aben alfo ben flawif^^gried^ifd^en 9litu« nodb üor 
ibrer S3erufung nad^ 9tom b. i. öor 867 in SWdbren eingefübrt." @ö gilt allein 
,^oi)ttar'ö Urtbeil: de linguae slavicae in sacris usu primis jam quatuor et 
dimidio annis tentato nulla in historia vestigia (SWiFlofid^, flawifdfee ©iblio* 
ti^eF. I. 2öien 1851. (S. 64.). 2Ba^ bie »on ben fiegenben nebenbei be? 
f}aii)ßitU Ueberfe^ung ber ganjen ^. ©c^rift in^ (Slawif^e betrifft, fiebe bie 
folgenbe 9^ote. 



43 

gefiufete unb gef6rberte 3Öir!famfeit bennoti^ eine tUn fo ^eiDortogenbe 
olg gefegnete; benit j!e twaren allen im ICanbe angefieHteitOeifllid^en burd^ 
öodfommite i^eitntttiß bet 3Solf3f))rad^e u6erregen, in welker fle nid^t 
nur ^jrebigten, fonbern in toeld^e j!e an(^ gum Se^ufe beö SBolföunter^ 
ri^teS alle firc^lic^en löefepucfe au8 bem Of. unb 3?. $:.**) fo mie bie 
gum »^ird^enbienfle not^menbigen 33üc^er u6ertrugen")- ®^ mirften 
afer bie ©ruber auf biefe Seife im Sanbe ÜHd^ren, beffen 33olf fie 
auf ber Sal^n beö fat^olifci^en ®fau6en0 leiteten, burd^ öier unb ein 
:^ar6eö 3a^r^'). 

§.8. 

Berufung ber 33tüber mä) 9lom. 

m 

93ei folc^en ijon ßonfiantin unb 3Wet:^ob erhielten (Srfolgen hjar 
eS natürlich, baß bie lateinifci^e ©eiflli^feit im Sanbe mit eben fo 
eiferfüd^tigem aU mißtrauifd&em Slide auf bie öom «^er^oge an^ bem 
fd^iömatifd^en ßonfiantino^^el ^erteigerufenen flatoifd^en ^Jtiefler 



13) 3u \>tn auß ben ©vjanf^elien ge^jof^enen (Stucfen, h?ct(^e ©. bereite \>ot 
feiner SReife nad^ Tlhf}vtn ins ©laiüif^c überfefet ^attc (jle^e §. 6. «Kote 4. 
@. 37.), famen nun auc^ aUc übrigen Sectionen au« ben t). Sudlern l^in^n. 
5)arauf jinb aUe 5(ttgaben ber Segenben unb be« JDiofteaten (fiebe »orige S^iote) 
fo tele anbrer fp&terer @djriftfte((er (bei 3)obrott)ffi) ^^rifC unb aWet^ob ©. 
54 ff.) s)on Ueberfe^ung be« gani<en S(. u. ^i. 2^. juru(!^ufü()rcn. iDenn h)(e 
ed einerfeit« eine fratoifc^e Uebcrfe^ung ber gan;\cn b- €(brift »or bem 15. 
3abrbunberte nid^t qaii (2)obron>ff9 m&b»^ifd&e Scgenbe @. 71.), fo lag für 
bie S3ruber nur bie SfJotbtüenbigfeit öor, ein flatt)lf(^e« i^ctionar gu fertigen. 
JDag |te nebft ^tm (S^angelium nur Jene ©türfe au« ber ©ibel übertragen batten, 
»eld&e bei ber geler ber IMturgie i^orgelefen irurben, ^ti)i burd& ba« Beugnlg?^.^^ 
3obann VIII. fefl, ioelcbcr In f. ©riefe an ®roatoi)luf üom 3uni 880 au«;: ' 
brndflid^ fagt: sive sacrum evangelium ve\ tectiones divinas novi et veteris testa- 
menti bene translatas et interpretatas legere (Cod. p. 62.). 2)ie§ iji audb 'ok 
Stnfid^t 2)obrott)ffö'« a. a. D. fo ivle Äo^jitar'« in SWiflofid^ flah>. S3ibl. 
@. 77. 

14) s^fla^ ber Transl. c. 7. liegen (S. unb 5W. alle jum 2)ien|l ber Äir(^e 
notbivenbigen ©ud^er (in Ueberfe^ung) gurfidf . 3^abin geboren alfo ba«, SWeg? 
budb, @tunbenbud^ ober ©regier, unb 9flitual. Senn ^obrotüff^ ((^^rlll unb 
SWetbob @. 57.) aber au« ber »on ben ©rubern unternommenen Ueberfe^ung 
biefer liturglfd^en (Sd^riften folgern tolll: „bieg ^eigt an, bag fte gleid^ hii 
ibrer Slnfunft in SW&bren, alfo einige Sabre »or 867 ben flatDonifcben ®otte«? 
bienjt an6) ijltx eingefubrt baben"; fo ^at er offenbar barau« j^u 93iel gefolgert. 
3)enn bie Uebcrtragung andi) biefer ^ucber unternabmen fie ^um Sebufe »or? 
jüglid^ ber ©ilbung junger geute für ben geiflli^en ©tanb (nebe oben 9t. 9.), 
unb feine«tt)eg« noc^ um ^on berfelben einen offentlid^ fircblid&en ^thxaud;) ju 
madben, n^ogu fie je^t (fiebe 9t. 12.) nod^ gar nicbt in ber Sage loaren. 

15) ^. i. öon ber erflcn ^vUfte be« 3. 863 W in ben ©pdtberbfl be« 3. 
867 — nad^ bem au«brürflid&cn Beugniffe ber Transl. c 7. Manserunt ergo in 
Moravia per annos quatuor et dimidium (Cod. p. 9.). Unrid^tig ifl bie Slngabe 
ber V a n n n i f d& e n S. c. s. Ac tribus annis elapsis reversi sunt ambo ex Mo^ 
ravia, postquam discipulos instituerunt (Cod. p. 25.)- 



44 

fa^; benn bU SSerufung berfelBen trug offenBar ben ß^arafter ein« 
gegen fle gerichteten 3lction an flc^. 

Dagegen aBer entf^rad^ bie in fold&e 9t6l^ängigfeit ijom ^^aflfauer 
39ifd^ofe unb in fold^e ©renken eingeengte SBirffamfeit ber 33ruber 
feineömegö ben ^fBfid^ten unb 5^IÄnen ataftiölato'ö, ber natf) fird^* 
lieber Unab^ängig!eit feineö ICanbeö öon ben Deutfd^en jIreBte unb ber 
eBen beö^alB Sonflantin unbaWet^^ob f!c^ ju5Bif(^6fen, unb jtoar 
unaB^ängigen Sifd^6fen, fÄr fein flamifd^e« 93oI! ^(i) auöerfe^en f)attt. 

Diefe (Snttoürfe be^ SWä^ren^ergogö fonnten nur burd^ bie oBerfle 
Äird^engetoalt be^ 5^avfleö realiflrt merben , unb eine unmittelBare S^er* 
toenbung na^ 01 om toar beö^alB unerld§lid&. @o fe^r ben 0lafii3rato 
ju biefem (Sd^ritte bie ^olitifd^en 33er^dltnijfe einerfeitö*), fo fe^^r bring* 
ten i^n baju anbrerfeitö bie ürd&lid^gejfnnten SSruber, hjeld^e mit 5(B* 
fd^eu gegen baö fd^iömatifdfie 5'reiBen in ßonfiantino^el erfüllt '), un* 
i)erBrü(^nd& on bem (Statthalter S^ifii fingen, öon loelc^em unmittel* 
Bar ürd^lid^e ©enbung ju erhalten fie aufö fieB^aftefie tüünfc^en mußten. 

(gö toenbeten fld^ fonad^ ßonfiantin unb 3Äet^ob fo irie Slafiilotü 
Brieftid^ an ben 0?ad^folger$etri'), unb ber glorreid^e $a^fi S^icolau«; 

1) (50 fd&efnt nicBt anber^ aU bag SRafli^Ian) fm % 862 \)on ben JDcut- 
fd^cn unb ben mit i^nen \)erBunbenen Bulgaren bebroBt f!c^ jum fjrfec^ifcBen 
.ÄlrcBent^wme hjenben tt»oUte, um fo beö ^joUtifdEicn Seijlanbe« ber SJ^j^antincr 
^d) ju »erfic^ern. 2ßenn i^n in biefem ©ebanfen bie Süfgaren, weld^c mit 
Subwig bem ^eutfc^en gebrochen unb im % 864 ben ©lauBcn »cn ben ®nti 
(tien angenommen Ratten, Befidrfen modfjten, fo mugte er bod(> benfeJBen auf; 
geben , ba er im 5lugujl beffelben 3aBreö ber Tlaä)i be^ beutfci^en Jlonig^ erla(j 
(§. 7. s«. 7. @. 40 f.). Söd^renb baburdö fein Streben naci^ ^joUtifd^er Unat- 
^dngigfeit auf 3a^re ^in gelWmt irar, fanben eö bie Bulgaren gerat^ener, 
ihre firdf>Ii(Be 35crbinbung mit 6'onflantinoi)er abj^ubredben unb fic^ ber romifd^cn 
Äirt^e anj^ufc^Hegen , j^u toetd^cm 3n)edfe fte im Ölugu^ 866 ©efanbtc an ^ovft 
Sfiicolau^ fd^irften. JDiefer 93organg ber Sutgaren fonnte auf SÜafli^tatv ni^t 
obne SÖirfung bleiben. 3n bem aj^ofloHfdben (Stützte erfannte er nid^t nur bie 
^a(i)t, totlti^t fein Sanb fird^flidb unabfidngig ju mad^en, fonbern audb, n>enii 
te i^m aeldnge bie poUtif^t @e(bjljldnbigFeit ju erfdm^fen, »iBn in 33e^upi 
tung berfelben auf^ 9iad&brficf(idbfle ju uuterflü^en ^ermodfite. 

' 2) @ie^e (Schlug §. 5. (S. 34. 5)a bie ©ebinaungen, an iüefd^e ^. mto-^ 
laue bie Wnerfennung beg «p^otiu« qefnut»ft Mtt (9Zote 6. ^u §. 5.), tiid^t er.- 
fuUt hjerben fonnten , fo tt)urbe ber ©inbringling auf einer @önobe gu 9lom im 
% 863 für abgefegt unb au^ bem Älerua au^ge fdfjlojfen erHdrt unb mit bem 
Joanne bcbro^t, wenn er ben angemaßten ©tui^I nod^ ferner bel^au^jtcn unb ben 
Patriarchen Sgnatiuö an ber Slu^ubung feiner .^irdbengewalt binbern tvurbe. 
ä)ie (Sentenij warb aegen ben SBiberf^diifligcn gef dUt, unb $botiu0\)om Zapfte 
wieber^olt im 3. 864 unb 65 mit bem Slnat^em belegt; ber <Sd^i«matifer aber 
erfü^nte f!d^ auf einer wabrfdbeinHd& gu 9(nfang be^ 3. 867 gespaltenen 93er; 
fammlung über ben ^apft bie ©rcommunifation au^gufpred&en unb barauf in 
einem Umlauffdbreiben an bie Sifdfiofe be3 Oriente bie gefammte abenbldnbi; 
fd^e ^irdbe ber ^drefte gu befdbulbifien. 

3) Dbne Bweifel unterliegen bie 93ruber nid^t , im eigenen Slamen an ben 
^a\>^ jtt fdbreiben, bemfelben ibre bijberi.ae SBirffamfeit ju fd^ilbern, i^ren 
mit ber r6mif(^en ^ird^e »ollFommen übereinftimmenben ©lauben bargulegen, 
ii^rer SSerei^rung gegen ben a^oflolifc^en <Stu^l Slu^brurf unb ^unbe »on bem 



45 

^cd& erfreut fiter baö, wa« er i^on bem 3Öir!en ber ©ruber erfahren, 
Berief unb lub fle bur^ ein apo|loUf(^e0 ©d^reiten^) ein ju t^m ^u 
fommen. 2llö fie biefeÄunbe erl^ielten, freuten fle f!(^ fe^r unb bonf^ 
Un ®ott, ba^ fie fo f)o(f) geehrt unb luürbig toaren Befunben tocrben, bcn 
bem avojiolifci^en @tu^le krufen ju tt>erben. SlföBalb txattn f!e bte 
Oletfe an, nahmen einige i^rer Schüler, bie f!e für luürbig beö (SnH)fang« 
ber tiffj^6f[i(]&en 933ürbe hielten*), mit fld^ unb fomen fo in furjer ßtit 
nad^ aiom. 

§. 9. 

5lnf unft ber 33rüber in diom mit ben [Reliquien be8 1^. dlmtni, 

unb SBei^e berfelben ju 33if^8fen. 

Sflö Sonfiontin unb aWet^ob am Biele i^rer 9leife Anlangten, hjar 

furj bor^er ber große $a^3fl0?i CO lau ö i^imifiergegangen*). 5fI0 «&abrian 
II., ber i^m im ^ontiflcate gefolgt luar*), i^6rte, ba§ ber borgenannte 



bntc^ ß^onflantin aufgefunbenen (Sci^afte ber Sleliquicn bc« f). (SUmtne ju geben. 
Slafiisjratt) betDarb fid^ aber tooi^I S)orgug«tt)c(fe um \>it (Sinfe^ung ber SJruber aU 
unabMngiger SifdS^^fe in feinen ffatoifdjen Sanben. 2)lefe <Sd^ritte gefd^aften 
»oi^l faum vor bem grn^ial^rc 867. 

4) @o bie Transl. c. 8. aß&re bo(^ bicfe^ \>hp^li6)t «Scifereibett un« auf? 
beivat^rt lüorben! Sßelc^' ein IMc^t njurbe auö bemfelben auf bie gcfammten 
SSer^iUniffe falfen, unter benen bie S3ruber in SW&^ren tüirften, bie n>ir nur 
burd^ l^ijlorffd&e ^Kombination einigermaßen i^u erfennen im ©taube ftnb. — 3)ie 
Segenben toiffen übrigen« gang befonbere SWotiue ber Serufuna (5. u. SW. nad& 
9lom angui^eben. (So fjtU bie m&ftrifd^e S. c. 6. bie (Sinfubrung be« ©tun? 
ben^ebeti^« in flatoifd^ier @t»rad(>e ^ervor, nm bereu roilien ber ^ci)p\l bie ©ruber 
tooriub; bie bo^mifd^e S. c 3. I&gt ^^rÜC, ber SWet^ob in aWdljirett gurüdP^ 
Id§t, aHein am Xrieb ber Slnbac^t nad^ Siom reifen; nad^ ber ^annohifc^en 
S. c. 6. ift e« ba« ißertangen be« ^a^fle« «nicofau«, biefe ^ngel ®otte« gu 
fe^en, unb nadf> ber bulgarifdfien c 3. ber SBunfdö ber örfiber, i^re Ueber:? 
fefeung ber ^. (Sd^riften öon bem ^apfit gutgeheißen gu feigen , h)a« fie nadj 
fftom treibt! 

5) $)ie§ geugt Don ber dfiriflHc^en 3)emut^, tt)eld&e bie ©ruber befecite, 
unb in n>el(^er fte gen)i§ alte« (Irnfte« bie $(dne unb S(ntr&ae IÄajli«(ah)'« öon 
fid^ iviefen. ^li^i fie, bie niebrigen SW^nd^e, hJolCten S3ifd^6fe twerben, fonbern 
einige h)urbiae @d^uler bagu erhoben feben. 

1) SCm 13. Siioyjember 867. 3)te ^rgd^tuufl ber Transl. c. 8. (Cod. p. 9.) 
t)on bem »or «^urgem erfolgten Xo^t Slicolau« I. irirb burd^ ba« in ber folflen^ 
ben ^oU angeführte Beugntß be« ^naftaflu« befldh'gt, unb bie !^ an nonifd^e 
ß. berichtet offenbar galfd^e« , ttjenn fte c 6. bie ©rüber unter ?J. Slicolau« in 
giom auftreten lü§t, ber bie Seftre ©eiber beftdtiqt, ba« ffott)enifdbe ©»angelium 
auf ben Slttar be« l^. 5^etru^ legt unb ben ÜWetbob gum $re«bjj(er orbinirt! 
aöai)renb bie md^rifd^e ß. c. 6. mit ber italifd^en übereinftimmt, gibt bie 
b^l^mifd^e c 4. gar Feinen Flamen be« ?Ja^)jle« an. 

2) (Seit 14. 3)ecember 867. 3)er ©crid^t ber Transl. n)irb bur(^ ben ©i* 
bliot^efar Slnaflafiu« beglaubigt, toeld^er unterm 1. S(^)ril 875 an ^arl ben 
Labien fd^rieb : Constantinus Phüosophus , Romam sub venerabilis memoriae 
Adriano junior! papa veniens, S. Clementis corpus sedi suae restituit (Cod. 
^.44.). 



46 

jp^ilofo^)^ ben SeiB be6 f). ßfemcnö, beit er bur^ feine Stülpe aufge« 
funbett; mit flti^ fß^te, h>at er ungemein erfreut borüBer, unb ben 95ru* 
bern aud ber ©tabt ^inaud mtt«Srerud unb ä^ol! entgegengtei^enb, ein« 
Vflng er {!e mit allen @^ren. ^a fingen in ®egenn?art ber l^eiligen 
Sleliquien burcl^ bie Äraft beö allmdd^tigen ©otteö tounbertare «öeifun« 
gen an ju gefc^e^en, alfo baß Seber, mit toaö immer für einem ®e« 
Bred^en Behaftet, naci^bem er bie l^eiligen UeBerre^e beö. Vteiöirurbigen 
aWart^r öere^rt, fogleid^ genaö'). 5Def^aIB freuten fld^ ber aVo^oIif(6e 
OBeri^irt foiüol^f aU baö gange r6mifc^e 3SoIf unter ben größten ^oh 
unb jbanffagungen gegen ©Ott ungemein in bem «^errn, ber i^nen 
nad^ fü langem 3«itraume bie ®nabe gemährt f)atU, in i^ren !X'agen ben 
l^eiligen unb a^^oflolifc^en 3Äann unb 0?ad&folger beö 2I^ofleIfurficn ^t^ 
trug an feinem @i^e toieberj^uer^alten, unb nid^t nur bie «&au^tfiabt, 
fonbern an(ti bie gange romifd^e ffielt burd^ feine ßei^m unb SBunber 
gu ijer^errüd^en ^). 

©0 i)atim Sonfiantin unb 2Ret:^ob fid^ ben a^ofiolifc^en (Btnf)l gu 
nid&t geringem ^anh i)er:>)frid^tet} unb ba We ©ruber i^re Oied^t* 
glauBigfeit unb il^re Stn^änglid^f eit an ben a:j)ofloIifd^en 
@tul^r ijollfommen Bemdi^rten^), trug $. «§abrian fein ©eben* 



3) ^urc^ bie tjiet ettt)df)nten Reifungen beglauBl^te ®ott nid&t nur ben 
3)krtertcb be« l^. (Jlemen^ , fonbetn — ira6 im StngefiÄte ber dtbmtv Befonbcrö 
not^lBat — auc^ bie 9(edEitBeit ber von (yonjiantin :^erBeigefii^rten fRelicimen. 
2)ie )pannon\^ä}t ^. erird^nt ber UeBertragung ber Sfleliquien c 8. nur Bei? 
Idupg, bie BoBmifd^c unb Bulgarifdfjc ^. gebcnfen berfeiBen gar nicftt, 
bie le^tere aBer ijl in i^rer ©cBilberung ber grcube be^ $at»flc^ unb ber 916; 
mer uBer bie Sfnfunft ber 93riiber unb in i^rer SJerel^rung gegen biefelBen fo 
uBerfcBtüdngfid^j , baf fie c 3. bie SÖunber, bie um ber Sieliquien VDilTen ge; 
fd^aBen, jur SSerBerrHd^ung ber anfommenben ®&jlc iJon ®ott gett?irft hjerben 

mt 

4) Transl. c. 9. (Cod. p. 9 s.). 

5) JDie Transl. ertt>dBnt einfach ber BifcB^ftic^en SBeiBe, hjetcBe bieS3rubcr 
em^j fingen, unb uBerge^t ba« gactum ju confiatircn, bag fte \>or (Sm^fang ber 
SBeiBe i^re Stec^tgl&uBigfeit unb Xreue gegen ben ^Ja^jfl Utühhvkn, mil biefe 
Setüi^rung aU unerldglid^e JBebingung be« (Smpfangö ber ©if(^of;Sh)ei()e 3eber; 
mann Befannt nicBt Bemerft gu »erben Brauchte. Seber, in ber ^irdBengefcBicBtc 
nur einigermagen S3e)r)anberte n>eig, bag 9iom xu feiner Seit Semanbcn gur 
Bifd^oflid^en 9Burbe erBoB ober in berfelBen ancrrannte, ber nic^t münblicB unb 
f(BriftlicB ben ©lauBen ber romlfdBcn Äir(^e Befannt unb Streue bem ^tatU 
Balter ©B^^ifli geloBt Batte. (B^ Brandet B(ö§ auf SBinfrib Bing^^iefen in wer? 
ben (fieBe meine ®efd&i(Bte ber Äir(Be. SDien 1847. 2. m. @. 138 f.). 
JDaf 9tom Don biefer unerl&glicBen S3ebingung ^um @m^)fang ber S3ifdBofötoeiBe 
in S3etreff ^onflantin'd unb SWetBob'ö feinen Umgang naBm, ijl burd^ baö um 
\)ertt)erfHd^e Beugnig % SoBann VIII. au§er fetreit gefcfct, iveld^er in f. 
SSriefe an aWetBob \)om 3. 879 biefen an feiif munblicB unb fd^iriftfid^ aBge.- 
legte« ®lauBen«Befenntuig erinnert: sicut verbis ac litteris te sancte Romane 
ecciesie credere promisisti, fo h)ie in f. ©riefe an ©toato^jluf Von felBem 
2)atum : Methodius vester archiepiscopus ab antecessore nostro Adriano ordina- 
tua . . coram Sede Apostolica se credere et verbis et litteris professus est (Cod. 
p. 58 et 59.). UeBer ben SnBalt aBer be« ®rauBcn«Befenntniffe«, ba« mi^ 
ber im Saufe ber ß^it fortfd^reitenben dntiDidfelung be« FirdfiTid^en ®lauBen^ 
gleicBen ©dferitt Bieft, fann fein Unterrid^teter in 3»eife( fe^n. 2)a bie ®rie.' 



47 

feit, bem ^egc^reit Slajiiörato'ö gu entf^red^en unb bie S^rübet ju 
33tfd&6fengu er^el6eit*). @ona(3^ etl^ielten SonPantm unb aWet^ob 
bie bifti^6fli(i^e SBei^e^, i^re (Sd^üler al»et toutben ju $reö6l?tertt unb 
5)iafonen orbinirt. 



d^en, feit Sa^rliunbertcn in bcr fielftre »omSTu^gangc be^ 1^. ®ei|le«mit 
ber abenbldnbifci^cn ^iv^t biffcrirenb, »on ^unbctt äa^ren :^er iibcr biefen 
$unFt mit bctfelBen flritten (f. meine ®ef*. bet ^irci^e Tl. 386 ff.) unb 
neufienö ^f)otiU6 in feinem UmlaufWreiben (§. 8. 91, 2. @. 44.) bie gefammte 
occibentaIif(i(»e ^itä)t ob i^red ©laubenö an ben ^u^gang be6 ^. ©eiße^ Don 
SBotev nnb @oftn ber ^atejte befd^ulbigt ^atte, fo ijl fein Btocifel, bag ber 
a^oMiWe «Stu^löon 6^. u. SW., ben griedjifd^en ^re^b^tern, ein qan^ bes 
fiimmteö unb beutlidbe«, mit bem ©tauben ber r6mifdEien ^irci^e ubereinfüm- 
menbe^ Sefenntnig über biefen Se^r^ unb ©laubenöpunft Dor i^rer SBei^e »er:: 
langte, ^ag j!e burdj Stblegung eine^ fo((feen SBefenntniffe« pd^ aU »olCfom^ 
men red&tgidubig betonten, ifl burt^ obige« Seugnig % äo^ann'ö VIII. feft^ 
geflellt. i)iefem bargelegten i^atbefianbe gegenüber muffen n)ir folgenbe Ur? 
ti)tiU aBattenbaci^'ö: „$)ogmatifc^e ©treitigfeiten fdbeinen bieSrüber, Dom 
h>a]5ren ®cifte be« @^rifient^um« erfüllt, über§au^t »ermiebcjU gu ^aben", unb: 
„Seibcr iji über bie 5Crt, tt)ie jid^ bama(ö SWet^obiu« mit «gabrian barüber (bie 
8e^te Dom 5Cu«gangc beö 1^. ©eifleö) »erffdnbigt f}(it, gar feine 9la(li)ti^t tt: 
i^alten", unb: „5iuö ben fpdteren ^Begebenheiten fci^eint mit «Sic^er^eit l)er- 
Dorgugci^en, bag 2Wet^obiu^ bie r6mif(i^e Se^re, bag ber ^eilige ®eifl 
Dom ajater unb bem @o^ne au^ge^e, niemal« angenommen f^ai" (a, a. 
O. @. 13. 17. 23.), aU nici^t aü^ ^iflorifci^cr Slnfd^auung geftoffen, unb beg^ 
hath aU gang unjlatt^aft auf« @ntfd^ieben^e jurücfroeifen. €>itf)t über biefen 
$unft no^ unten §. 18. 

6) JDa^u bejiimmten ben ^cDpfi ncbfl 8lafli«fah)'« Segel^rcn un\^ ber Hx: 
fonlidjen i£ü(^tigfeit , Sßürbigfeit unb S3ebetttung bcr Q3rüber au* Sflücfü^ten 
ber f^hUttn firdjHd^en $oUtif. 2)er (Sinbringling 5^^otiu« ivar burd^ ben 
neuen ^aifer Q3afiUu« (feit 24. (Sept. 867), ben 3)?acebonier , 867 Dom 
<Btüf)U d^onflantino^jel« geflogen unb Sgnatiu« rejlituirt n)orben. ^ie gün? 
jligjien Siu«f!(i&ten er6ffneten ftci^ nun für Sieberr)er|ieIIung ber ^ird&engemein? 
f(i^aft ih>if(^en ben ©rieci^en unb fÄom. 3^ie SBrüber, Don ie^er Sin^dnger be« 
ägnatiu«, einflugreic^ burc^ i^re Dorneftme ©eburt, i^ren @tanb unb i^re Sßttf 
binbungen in ber *&auptflabt, erfci^ienen al« bie geeignetften S)2ittelper fönen, 
\>U rec^tlidjcn gorberungcn ber r6mifc&en Mix^t in @onflantinoj)el jur 5(ner? 
fennung ju bringen. 

7) äudbrücfiid^ fagt bie Transl. c 9. consecraverunt ipsum (phUosophum 
Constantinum) et Methodium in Episcopos. Sßir l^alten biefe Angabe ber Hai 
lifcfeen fiegenbe, bie ^6) un« bi«^er in atCen Etüden al« gan§ Derl&fflg er? 
n>iefen i^at, für DoHfommcn gtaublDÜrbig, trenn aud^ ber Umftanb, Don bem 
bie Vita Constantini (nad& 3)ümmler a. a. D. XIII. 180.) wijfen toitt: unter 
ben bei ber Stixä)t fungirenben S3ifd&6fen fei? ©auberic^ D. aScKctri (ben n)ir 
für ben ttja^rfd^einlid^en aSerfaffer ber Transl. mit ®runb Iftalten) gehjefen, 
|tDeife(^aft ft&re. Senn biefem 3eugni(fe ber Transl. gegenüber Assemani, ge« 
jtü^t auf bie SÖorte ber m&l^ri feigen ß. c 8. Cyrillus episcopatum renuncians, 
habitum induit monachalem — meint : voluisse quldem Hadrianum papam tarn 
Cyrillum quam Methodium episcopali dignitate augere ; Cyrillum tarnen obiatum 
sibi honorem recusasse, et soium Methodium fuisse Episcopum creatum (Kaiend. 
III. 114.), fo mug mit3)obrotoff^ ((^jjria u. aWet^ob @. 70) bagegen bemerft 
toerben: renuncians i(i mit recusans feineötoeg« gu Derttjeci^feln, Dielme^r fefet 
bie mhf)xi\ä)t S. baburd^, bag f!e 6^. auf ba« a3i«t^um Dergicfeten, jtd^ bejfelben 
begeben lagt, Dorau«, bag er a3ifci^of gehjefen. gerner beruft jidb Assemani 
für öegrünbung feiner 5lnfl(^t, (S. fe^ ni*t aSifc^of geivefen, auf ben ©rief 



48 



§. 10. 

Job be« Konftantinu« , genannt (i\)xxü\xi, in fftom. 

S)od& ßonfiontinuö, ber Bei feiner SBei^e jum Sifd^of ben Spornen 
,,S9tiIl" ongenommenO/ foHtf feinen OeBrau^ ijon ber ent))fangenen 

% So^nn VIII. an @toatoj)Iuf »om 3- 880, in toel^cm er tDol^I \)on ber (fr; 
ücbung aWet^ob'« gur Bifd^6f[. Söurbe butciff % ^abrian frvici^t, bcm (Jonjlontin 
bafjeiien nur ba« 5^r&blcat ^^ilofojjl^ Beilegt, unb »orau« er folt^ert: quod 
argumento est, hunc numquam fuisse Episcopum ; quomodo enim Joannes VIU. 
qui Methodium praesentem vidit et allocutus est, ignorare potuisset, Cyrillum 
sive Constantinum ipsiiis fratrem non fuisse ordinatum Episcopum ? aut si Epi- 
scopiis fuisset consecratus, quomodo eum Philosophum vocasset, non. Episcopum? 
(ib. 115.) iDag biefe golgcrung 5lffemani'^ nid)t j^vinf^enb fei), leuchtet ei«, 
tocnn mau edrdgt, bag Sodann VIII., ber freilid^ fe^r toof^i auä) über ble 
bifd&ofliti^c SBurbe ß^onflantin'« unterrici^tet wat, bennoc^ allen ®runb f)aiit, bem 
©rfinber ber flatoifd^jen ^ä^tift ni^t fo feür ba^ «Prdbicat S3if c^of aU \)ielme^r 
Jene0 be« ^Jbilofo^jiften Bei^ulef^en. 3ienn gerabe babur(^nur, bag er fd^rieb: 
,,litteras sciaviniscas a Constantino quondam phiiosopho repertas'* begeid^nete 
er auf^ Seflimmtejle ben unter bem lülamtn Philosophus xar i^oxijv Befannten 
unb Berubmten Söruoer SWetbob'« al^ ben (Srfinber ber flaroifcben (£%ift, »d^^ 
tenb ber 92ame Episcopus burc^aud unbegeici^nenb gen^efen mdre. 

^ie bSb»ttift^e, ^jannonifd^e u. Bulcjarifci^e S.hjijfen tjon ber Bifd&cffid^en 
äBeibe G^onjlantin'd nici^t«, unb gebenfen nur ber GfrbeBung SWetbob'« jur 
blfdfiojlici^en aöurbe, toeld&e bie bobmifd&e ß. c. 6. bem ©hjato^jluf, bie 
vannonif(be c. 8. bem SSerlangen beö jjannonifd>en gürfien ^ojel ju; 
fc^reibt (über bie Slngabe ber ijaniionif eben S., SWetbob fc^ erfl in 9^oin butd^ 
% 9^ticolau^ ^um *^Jriejler gettjeibt Sorben, flebe §. 1. 91. 7. @. 23). (SJegen? 
über biefen Angaben ber offenbar unjuöerldffigen Segenben Moax t€ in ber 
Äircbe trabition'ellc« fefleö ^afurbolten, ©on^antin tUn fo ime aWetbob 
fei) SSifcbof getoefen. <So bei§t e« im rem. ÜWartJ)rolog ^um 9. ÜWdri^ i)on ben 
®latt>ena^)ofteln : „ In Moravia sanctorum Episcoporum Cyrilii ac Methodli, qui 
multas illarum regionum gentes ad ödem Christi perduxerunt." Unb in bem bem 
Ü)9art^rol.>gium beigegebenen Index Sanctorum Ordinis S. Basilii beißt ed eben« 
fall^ unterm 14. SD^drj^: Cyriili et Methodii Episcoporum. MartyroL Rom. ed. 
sup. cit. pag. 47. et 288. 

SBann bie SÖeibe ber 93rüber Jlattgefunbcn, b^t bie Transl. unferer Sin; 
f!(bt narf) c/10. ebenfall« genau angegeben, ndmticb 40 2:age öor bem Xobc 
©onflantin'«, unb "tta biefer am 14. gebruar 868 ftarb, fo fanb bie SBeibe am 
5. äanuar, berSSigilie be« b^b^ii Sefle« ber (Spi^jb^nie 868 ^iaii, »elcber 
^ag in jenem :Sabre auf einen t&errentag, an ta>el^em nacb altem ^ird^en'; 
gefe^ eine Sifcboföttjeibe nur ijorgenommen werben foHte, gefallen fe^n mag. 

1) 9ia(b ber Transl. c. 10. (Cod. p. 10.), au« toelcber bie mdbrifd^e 
i^egenbe c 1. (Cod. p. 12.) bie ^lotig öon ber ^lamenddnberung genommen 
(nur bag fic avi^ ben 40 2:agen ber Transl. 50 mac^t), fann bie Slnnabme be« 
JWamen« „©Jjrillu«" t»on (Seite ©onflantin'« nur Ui feiner SBeibe jumSSi- 
fcbofe gefdfjeben fe^n. 5Dag bie ^Pdpfte nid^t feiten bie 9iamen ^ercr, benen 
f!e bie bifcboflicbe SBeibe gaben , »erdnberten , bofur liegen genug ^eifpiele 
»or. @o gab *p. (Sergiu« bem Slngclfacbfen Söilbrorb ben ^amtXL „ß^le^ 
men«", al« er ibn am ddcilientage 696 gum S3ifcbof ircibte, unb eben fo 
©regor II. bem 5lngelfa(bfen 2Öinfrib am Slnbreaettage 723 ben 9iamen 
„©onifaciu«" (m. ©ef«. ber Strebe II. 133. 138.).* iDer 9tame „^on.- 
flantin'' mocbte gu ioeltlicb/ nicbt genug fircblicb erfcbeinen ; bagegen eignete 
ber in ber J^ircbe be« QWorgeu;: Me Slbcnblanbe« Berubmte 9^ame „ß^i^riU 



II 



49 



Bifd^öflid^en SBeil^e in 6ffentlid^er 5(mtötDir!famfeit unter ben fTamifd^en 
aSolfern machen, ©ö etfjriff il^n ein fiebere« a^orgefül^I feineö naiven 
enbeö, unb ß^ritt entfd^lief nad^ 40 $'agen Im «&errn am 14. getruar 
868"). 9ruf Q3efe^l beö ^a^jfieö hjurben für ben 33lfc^of S^nlT, ben fo 



einem ^ifd^ofe unb bem ÜWanne vorguijöii^eife , in h>cl(i^em fÄom bamat« bie 
SSerbinbunn ber lateinifciöett mit ber (irieci&ifci&en Äirc^e Iel>cnbig i>txt\>ixfU6)t 
fai). t^it Transl. bringt bie SSeireiiung'beö 9?amen^ ,,©i?rif(" in unmittelbare 
S3erbinbung mit ber Sßei^e ber S3rfiber, fo »ie mit bem SSorgeful^Ie feinet 
naiven J^obe^, ba^ ben »P^ilofo^jl^en ergriffen l}aU. ^ieg mag eben gerabe 
tt)d^renb ber Ö. ^anblung ber C?onfecration gefdfiefien fei)n, \)a^ bem frommen 
a)?anne fein nafic^ @nbe »on Oben, toie bieg ^&ufig im ^thtn ber J&eiligen 
tiorfommt, geoffenbart n^urbe. — 5)ie 9iuöfage ber Segenben, unb groar ber 
md^rifd^en c 8. (Cod. p. 16.), ber b6^mifdben c. 5. (ib. p. 20.) unb 
ber burqarifcfeen c 3. (ib. p. 35.): bd§ ber Wlofopft feineä bifci&^fridjen 
Stmteö jS(^ begeben unb SWonc^ gettjorben fe^, tooran ber 2) io de at (i>o: 
bromff^ (J^riU u. ü^. ©. 73.) bie )i>eitere ^eotij^ fnupft: Ui biefer dfinflei. 
bung ^um TUn^t fei? ©onflantin üom ^Papfte ber 9iame „(It}t\l[" gegeben 
Ujorben, tt»omit anä) ber ojtromirif^e ,^aienber (Kopitar, Glagolita p. LXVI.) 
ubereinfiimmt, — ijl gan§ unbaltbdr. 3)ie Transl. h?eig »on einem ^i^^ 
gururfgie^en (S^onjlantin'^ in« ^(ofler j^u 9lom nad^ empfangener bifcl(>6flidber 
2öei^e (wie Söattenbaci^ 33eitrdge @. 14. f. tt^iil) gar nid^ts« ; ffe Utit ff* 
aud& felbff iüiberf^jrod^en, toenn jte ben ©onflantin, ben ffe c. 11. (Cod. p. 10.) 
bem ^foffer \)on 3ugcnb auf angeljorig barftelit, je^t erff am @nbe feinet 
Sebenö ^as ÜWondb^genjanb an^ie^en liege. i)a e^ au^gemacbt ift, ba§ beibe 
©ruber a)?6nci&e »aren, efte ffe S9ifc^6fe tourben (fie^e oben §. 1. 9?ote 6.), fo 
f&nt üon feibff \>U ^inleibung Sonffantin'^ nac^ erhaltener bi fc^offid^er SBei^e 
in ba« Oleic^ ber gäbet, unb fein 9iame „©i)riK" iff alfo nic^t, h>ie fci^on 
Assemani (Kalend. III. 115: Sic enim fleri solere constat, ut cum vitae genere 
nomen simul Monachl mutent) irrig meinte, mit ber Sinna^me be^ Tlbnä)^: 
fleibe^ gu verbinben. JDie Transl. , meldte üon einem (Eintritte ©onffantin'^ 
in ben 5Wond^«ffanb nad) CJmj^fang ber ^ifd&of^tDei^e nidfjtö njeig unb fagt, 
erh>eifet fid^ tt)ieber fe^r gut unterrid(>tet ; benn ein foldfjer <Sd&ritt Ö^onffantin'ö 
tudrc nad^ firc^lid^er Sinfd(>auung eine groge Slnomalie gemefen. ©onffantin 
mar, »ie ungn^eifeli^aft feffftel^t, e^e er jum ©ift^ofe geweift njurbe , Tlhn(i) 
unb aU foId(>er an befonbere ©elfibbe gebunben. Sll^ Sifdfjof Fonnte er biefe 
©elübbe feine^hjegö in i^rem gangen Umfange erfüllen , unb er mugte bai^er, 
mic fein S3ruber 5IWett)ob, »om ^a^jffe Dor (Smpfang ber S3if(^of^n)ei^e ba\)on 
entbunben u^erben. 3)icg gefd^a^ um fo lei(^>ter, aU ba6 bifd^6flid^e 5Cmt nodfe 
bie ^eiligfeit beö SWcndbefftanbe^ übertrifft. 3B{e fonnte unb burfte (Jt?riU fo 
plo^lidb unb o^ne einen ®runb gurudfge^en ? ! iDag ber S3ifd^of d^riU in 9tom 
aber gururfblieb, ffatU feinen guten ®runb in ber i^m gen?orbenen, auf fein 
na^eö @nbe lautenben Offenbarung. 

2) 3)er Xaq ffel^t fefi nad^ Transl. c. 10. unb bem offromirifd&en ^alenber 
I. c. 5(udb gegen 'i>a^ äal>r 8ö8 ift nadb ber von un^ dbronologifdb feffgeftellten 
9lei^enfolge ber biöberigen 2^^atfadben (vergl. Assemani Kalend. III. cap. 20. 
pag. 115 ss. u. JDobroltffi) (J^rilC u. aj^ @. 76 f.) nid)t6 eingutoenben. 
5Dummler (^xä)i\> XIII. 181) finbet aber bie Eingabe ber altferbifc^en ße. 
genbe, ©^rill fei) er|l 869 geftorben, „ungleich irai^rfd()einlidber, n>enn man 
bebenft, bag bie trüber erfl nad^ ber JJ^fjronbeffeigung ^abrian'ö II., alfo nad() 
bem 14. <Dec. 867 ju 5Äom eintrafen, bag bann feonftantin nad^ i)ielen klagen 
erfranfte unb enblidb 40 (ober 50) Xagc ijor feinem Xoht ben Flamen ^^rilloö 
annahm. 5luf einen Idngeren Slufenti^alt (Fonftantin'et in JÄom beuten audb 
bie aBorte beö STnaftaffu« S3ibliot^efariu^ , itelc^er »on ßu^orern beffelben 
fprid&t, benen er bie ©d^riften be^ 3)ioni)ffuö Slreopagita empfahl unb einen 

©injel, ®cf(^. l>. ®latt>enaj)o|leI S^riH u. fDltü^ot u. Xftx flaw. fiiturgie. 4 



50 

ou0gejet(3^netett unb um (Rom fo ^od^öerbtenten aWann, ble Srequien öon 
bem gcfommten tömifd^eit ,^Ietu6 in fo feierlicher Seife begangen, toie 
bie^ nur fürben ^ap^ feH»fi ju gefc^e^en ))ftegt'). 2)arauf trataWet^ob 
toor ben $a^fl unb ^at um ben Seicönam feinet 99ruber§, um i^n, toie 
e8 i^re aWutter unter öielen ^^rdnen ijerlangt, in fein Älojier gururf* 
ju6ringen. 5)er$a^fl toermocl^te biefe Sitte nic^t jurucf^^utoeifen, ließ ben 
^eid^nam in einen marmornen @arg legen, ben er mit feinem eigenen 
Siegel fc^Ioß, unb erlaubte bem aWeti^ob naä) flehten 5'agen aBjureifen. 
9t(lein bcr rJmifd^e Äferuö, Sifd^ofe unb ßarbindle, tvk bie 33orne^men 
ber @tabt, brangen in ben ^a)p^: er. möge ni^t juge^en, baß ein fo 
auögegeid^neter aWann, burc^ ben 0lom einen fo !oft6aren <Bci)ai^ toieber* 
gewonnen, anbermdrtö^in ukrtragen hjerbe, fonbern eö geBu^re |t^, 
baß ein fo Berühmter 3Kann in ber Berü(;mtcflen @tabt au^ feine au8* 
gejei(i^nete ©raBflatte l^aBe. tiefer 23orfd^ lag gefiel bem^JaVJie, unb er 
Beifd^Ioß, i^n in ber SSaflüfa beö 1^. 5^etruÖ unb jtoar in bem für i^n 
felB^ Beflimmten ©raBmale Beigufe^en. ^a trat nod^matö ÜKeti^obiuS 
mit ber Sitte öor: i^n in berJtir^e be6 ^. ßlcmenö, beffen mitfo 
ijieler 3Äü^e unb (Sorgfalt aufgefuhbenen f), 8eiB er l^ergeBraci^^t, gu Be=: 
graBen. 3)a ber $a))fi biefe Sitte getod^rte, toarb ber in ben marmornen 
Sarg eingefd^Ioffene Äeid^nam ß^rill'8 unter ja(;lrei(^er Set^eiligung beö 
Äleruö unb Solfeö mit großer (S^rfurci^t in einem baju ^^ergerid^teten 
©raBmale in ber Äird^e beö 1^. Klemenö auf ber redeten Seite beS 
giltarö Beigefeftt*). 



5(u«fpvud& Don iöm mit ben SÖorten anfuhrt: „Qx i)ilef^te ju fajen." — $)iefe 
SSebenfcn JDummler'^ erfc^einen aU ungegrunbct; benn bie Sruber famen na^ 
ber Transl. c. 9. ^ar nidbt lanf^e nad^ bem IJ^obe be^ $. ^licolau«, alfo fe^r 
Balb nadj ber XhronBefleigung ^abrian'ö IL, !)c(^fl n>al^rfci&einli(i^ \)or bem 
Sßei^nac^töfefle 867 naii) 9tom, unb eö erfd^eint (\an^ uncilaubliä) , ha$ jte bei 
ber äJringlid&fcit, mit ttjeld^er JÄajIi^iaro ii)H SBeifte betrieb, über ein »oUeö 
Sci^r in diom ^tctdio^ foUten jugebrac't^t l^aben. $)aö Sßort beö Anastasius 
(Cod. p. 44.) frnbet feine ©rfldrung aud^ gegenüber einem Beitraume öon 
beinaBe 2 3Wonaten, tot\ä)t ($. Bi^ gu feinem %o\>t in 5Äom öerleBte. 3)er 
an ®eifl fo au^gegeic^nete 2Äann i^atU bort balb Silier an jtcB ge^o^en , toa^ 
in 9lom an fird&Iid^er SÖiffenfd^aft Sntereife na^m. @in fold^eö Sntereffe ge.- 
loderten inöbefonbere bie bem JDion^ftu^ 5(reo))agita ^ugefd^jricbenen SBcrfe, bie 
bi^ baBin bem SiBenbknbe fajl unbefannt, (Stritt nacB 9iom geBrad^t unb Bo(B 
emvfaBI. 

3) Transl. c. 10. Cod. p. 10. 

4) Transl. c. 11. 12. Cod. p. 10 s. SKan jteBt eö bem 2:one ber fe 
gdfjlung an, bag fte Uon einem 5(ugen^eugen Berruftrt, unb fd^on i^re naturlid^e 
(Sinfa^Beit fpricBt für iBre SaBrBeit. ^ie 2)arfieriung ber Bulgari fcBen 
ßegenbe c. 3. (Cod. p. 35.) jlimmt im 3ßefentlid&en mit bem burtB bie Transl. 
y^erbürgten XftatBeflanb üBerein. ©egenuBer bem burd^ ficB beglaubigten 93e; 
rid^te ber italifd^en gegenbe erfd&eint alö md^rtBcnBafte 3)idfitung unb @nt.' 
fleHung ber aBa^rBeit bie (Srjd^lung ber mdBrifd^en Segenbe, ioel^e c. 8. 
(Cod. p. 16.) ben ^^rili aU SW6nd^ in 9tom (dngere Seit leben Idgt, Bi^ iftn 
SWetBob Bei einer jn>eiten (Reife baBin mit ftd^ j^urfirffüBren »iH (c 12. Cod. 
p. 17.), i^n aBer nid^t meBr am ßeBcn finbet. SWetBob entfuBrt ben £*eid&nani 
Beim(id& be^ 9^iad^t5 aue ber ©lemen6fird;e , biefeir aBer h>iberfleBt auf bem 
äöege feiner toüUtn Deportation unb gtoingt enblid^ burcB (SrljeBung ber 



51 



•§. 11. 

SWet^obiu« \vxx\> jum drjbifc^ofe t)on äWä^ren unb ?Jannonien 

erhoben. 

<Bo toat nun nad^ bem »Eingänge ß^rid'Ö bem aWetl^ob allein bie 
gro^e unb fd&hjete ?tufga6e geworben, unter ben norbmefilid^en ©lahjen 
ein feltflanbigeö Äirci^entoefen ju fiegtunben. ©ie ben aiaPiöratü toor* 
juglld^ ^oütifd^e 3h>e(fe ,;ur 33etufung ber Grübet {iefiimmt Ratten, fo 
]\xcUe et auc^ um ber :j)oiltif(^en UnaB^dngigfeit feiner »öerrfd^aft toiden 
nacö ber firc^Iid^en Unaf^angicjfeit feinet Sanbeö öon ben JDeutfd^en. 
3ur @rrei(1^ung biefeö ndd^fien 3h)e(feö todre eö augenf(^einli(i^ nur eine 
^aI6e SWaßregel gemefen, toenn baö ®el6iet OiafliöIam'Ö jtoar öon ber 
jbl6cefe ^affau loögeriffen unb ju einem eigenen Bifd^Jftid^en ®:j)renger- 
bur^ ^jd^fllic^e 9futoritdt erhoben morben, aBer boc^ in bem frühem 
untergeorbneten ürd^lic^en QSer^dltniffe j^umüÄetro^JoIltanPu^fe öon @alg* 
t»urg geHieten mdre. 5ber neue U\^bfii(i)e @i)renger fonnte nur baburd^ 
gdnjlid^ frei unb unaH;dngig toerben, baß ii^m in ber ^erfon beö jum 
a^if^ofe gen)ei(;eten 3Wet^obiuS ein, nur bem rJmifd^en (Stuhle unmit* 
teliBar unterfle^enber, ^etxo)polit ober SrgBifd^of gegefen hjurbe. 

2)aö toar ber »öaujjt^junft ber 3ntentionen unb 39emül^ungen Ola* 
jliölato'ö Beim ^a^fle ; unb fo menig 9iom öerfannte, hjie bie ^rrid^ tu ng 
einer neuen Äird^envro^inj in ben oflüc^jien ber beutfd^en J&crr* 
f^aft unterworfenen li^dnbern ben Sntereffen biefer jutoiberlaufe, fo 
fe^r ntannU eö anbrerfeitö baö 93egel^ren beö aMdl^ren^erjogö in fol* 
d^em öinHange mit bem fircl^lid^en 3ntereffe *) fie^enb, baß ^. *&abrian 
II. flc^ tefiimntt fanb, aWdl^ren unb ^J^nnonien*) aB fel6fldnbige 



rechten «^anb benSWetl^ob, i^n itiebet gutucf in bie C?(emcn^ffr(^e nad^ fftom gii 
f*affen! 

1) 3^ie Srtid^tung einer neuen Jlir(^en!|)ro^in^ in jenen an bie 33 ut? 
garei grdnj^enben ßdnbern mußte fici^ Sftom befonbev« in .ginflc^t auf biefe 
emjjfe^Ien. 5)cnn ba bie Sulgarei erfl feit Jlurgem t)on dtom genjonnen »orben 
toar unb e^ fid) um bie ©r^altung berfelben ^anbefte, fo fd^ien bie in Wlhhttn 
Httb *Pannonien, ben iWac^batldnbern ber ©uTgarei, §u erdd^tenbe Äitd^enprotjing 
ganj geeignet, bem Umfid^greifen (lonjlantino^e(3 !)ier eine ©rdnje ju fe^en, 
fo njie aui ber Hinneigung biefer 956tfer gu ben ©ried^en gu Begegnen. 

2) 2)a§ bie md^rifd^e ^errfd^aft fld^ nadj ^annonien Bi3 an bie SWard^, 
5)önau unb ©ran erjiredftc, i|t oben §. 4. ^ott 10. @. 31. gefagt hjorben. 
^Ber aud^ ioeite @trl<i^e Unter^)annonienö,ba« heutige @teiermarf . Ädrntben 
unb ^rain umfaffenb, tt)aren \)on <£lah)en loinbifd^er 3unge (@Ioöenen) Be^ 
h>o^nt. UeBer ein große« ©eBiel in Unter^jannonien, ba« in fird^Hd^er ©egie^nng 
bem Stuhle \)on 6al;^Burg fc^on »on (Jarl bem ©rofen jugehjiefen n>orben mat 
(Anonym. Salisb. Cod.' p. 50 es.), geBot feit 860 ber fIo»enif(^e gurfi St o ? 
cel, @oBn be« ^rinjina (f. 5Dummler im Slrd^ii) ffir j^unbe ofterr. ©efd^idöt«- 
gueUen X. 41 f.). m iji nic^t untt)aBrfcl)einlid^, baf Äocel, ber felB(l\)er. 
fldnblid^er Seife »on Um Siuftreten (E\)xiWe unb SWet^ob'« in SÖJdBren fr6Bj«itig 
unterrid^tet hjar, »on Slajü^lah) gu gemcinfamen ©(^ritten in SÄom für rird^; 

4« 



52 

^itd^en)?roöin/^ ju conflUulteit, unb bem a3if(^ofe 9»etl^ob bie et§bif(^6f* 
n^e ©erid^töBarfeit ü6et biefeI6e §u 'onUif^en '). üBit biefer auggerüflet 
kgab M 9»et^ob alöklb auf baö i^m burcl^ bie ^6c^fle firdblid^e Sfutontdt 
gugen)iefene @et»iet feiner erjbifd^6fli(^en ®ir!famfeit *). 



§. 12. 

Ungünpigc ))oIitifd[)e Scr^ältniffe ^emmen bie t\xä)lx6)^ 

SBirffamfeit mtü)oVi. 

5Die ^rrid^tung ber Äird^en^roi)itt§ aHä^ten *> ^annonlen mu^te 3lom 
not^n)enbiget ®eife ben (Btnf)Un "oon ©aljBurg unb ^Jaffau amtlich 

Ji^t <Selbjl4nbi(^feit ber ffatüifdfien 2)onauI4nber genjonnen lüurbe; u^eg^alb 
aud^ «^abriiin II. fein ^ebenfen trug, in (Erinnerung an bad alte ))annonif(iS>e 
S3i^tftum (f. nber baffelbe <Dummier, 5(r(i^ii> Xlli. 183 ff.) auci^ nntexpan^ 
nonien in ben Umfang ber neu gu conflituirenben ^tr(i^en^ro)?ing einjube^ie^en. 
Ueber foldfi gemeinfame^ ^anbeln 9lajliglatt)'i3 unb Äocer« liegt gtoar fein 
^ijlorifdfie^ 3eugnig üor (benn ber von ber ^jannonifc^en ßegenbe ^abrian II. 
gugefd^riebene, an 9lajliölato, ©njatojjluf unb Äocel gerichtete S3rief ifl offenbar 
un&djit — naci^ Einleitung II. oben @. 8 f.), aber e« bringt M "^fi^ 9(nnabme 
bejfelben mit -^ot^toenbigfeit auf. ^enn »Pannonien bem (Stuhle \)on.(SaIi^burg 
ju tniiitf)tn, tt)&re tint offenbar unfluge aWaa§regeI gemefen, tt)enn nid;t % 
^abrian \)erfidfiert gewefen tchu, feine 5(norbnung tt)erbe aurf) burd^gefül^rt 
njerben. 2)iefe ©id^er^eit fonnte i^m aber nur burdfi ba^ @in»erfldnbnifi be^ 
Sanbeöfterrn geboten werben. — ^ie Unteri^anblung gefc^al^ aber fid&er I)inter 
bem SÄucfen beö <Sa(gburger unb ^Jajfauer S3ifc^ofö, bie fonfl Stüeö aufgeboten 
i^aben toürben, um bie ©aci^e gu vereiteln. @ie famen erjl gur Äenntni§ ber 
voUenbeten S^^atfac^e. y 

2)er tveite ^ird^enfprengel aWetbob'« erjlrecfte jid^ im @uben bi« über 
bie JDrau unb <Save gen ^almatien, unb umf a§te l^ier »orgugönjeife bie 
von ben flanjifd^en ^arantanen unb ibren 9Zadbbarn benjoi^nten, unb Sciavinia 
benannten Sdnberflridfie , fo 'oa^ jebod^ Sfavonien unb @^rmien am rechten 
Ufer ber obern 2)rau (toeil ^ur S3ulgarei ge^6renb), unb darniola (jum ^a< 
triardbat v. Slcruileia gehörig) au^gefd^Ioffen ivar. 3m 9Zorbojlen erfiredfte M 
bie i)annonifd^?m4^riMe Äird^en^rovinj über' bie ?ftaah unb 2)onau hü 
an bie ©r&ngen be^ m^brifd^en dtti^te. ©iel^e KopUar Cod. pag. 46. 9Zote, 
unb Äarl v. 6i)runer'ö ^ijlor. geogr. ^anbatlaö Jtarte 65. (SJot^a 1846. 

3) 2)af| SWet^ob von % ^abrian IL jum @rjbif*ofe cr^eu 
tvurbe , ifl au§er @treit gefegt burci^ !p. 3o^ann VIII. , meldfier unterm 14. 
3uni 879 an @lvato))Iuf fd^reibt: Methodius vester archiepiscopus ab ante- 
cessore nostro Adriano scilicet papa ordinatus (Cod. p. 59.). ^a§ fein erg- 
bifc^oflid^er (S^)rengel aWHten umfaßte, bezeugt ivieber Sobann VIII., tveldber 
im 3uni 880 an (Stoatojjluf "oon iWetbob fdbreibt: Methodio reverentissimo 
archiepiscopo sanctae ecclesiae Marabensis (Cod. p. 60.)^.unö bafi feine erj; 
bifcfeoflidfie Suriöbiction ftd^ über $annonien erjlredfte, bezeugt ber ©rief 
beffelben vom 14. 3uni 879 m aWetbob: Reverentissimo Methodio archiepi- 
scojpo Pannöniensis ecclesiae (Cod. p. 58.). 

4) 2)ie Transl. bezeugt auöbrücf (id^ , 'i>a^ 2Wetl&ob fogleidfi nad& e^riü'ö %oU 
bie Dlüdfreife antreten Ujolite. 2)ie ©ejlattung bejfelben nal^m aber fieben 
JCage iveg, nadfi beren SBerlauf iftm ber $a!(jft geflattete, 9lom gu verlaffen, fo 
bafi er alfo nadfi c. 11. ber Transl. (Cod. p. 10.) am 22. gebruar 868 bie 
9ludfreife antrat. 



53 

notiftciten. 3Bar fd^on bie @a(^e an f!(^ ben Sntereffen betferBen gu:« 
toibet, fo h)ar ber Uniftanb, baji man f!e gängHti^ t»ei «uöttag biefet 
fird^rid^en ^nqeUqenf^tit umgangen, für f!e et»en fo i)etle|enb ol8 gang 
geeignet, bie ^oHtifc^en ^intergebanfen unb ^Bfld^ten aia^iglan)'g t»ro| 
gu legen. @S fcl^eint bieg ber ^au^jtgrunb gewefen gu fepn, h>e§^art ber 
beutfc^e Jlonig fd^on im 3. 868 unb bem folgenben SJafHöIah) mit ^tieg 
üt>er;5og *). äBa^renb nun Der Jtrieg baö ^^anb ijeriüüfiete, fear ©rjBifcl^of 
aWet^ob auger @tanbe, in SfJaftiSlaiü'g @inne an bie ©eflaltung be« 
m%ifd&en ^ird^entoefeng ju gelten; ja feltfl ^annonien fd^eint h)%enb 
biefer S^h bemfelfcen unjugangrid^ geicefen gu fe^n *). 3h)ar Be^au^j» 



1) „2)a§ bicfe fixä)Uä)tn @rcigniffe gur aSerlüidfelung ber an ^ä) unBeftimm.- 

ten aScrWItniffe ghjifci^en bem beutfc^cn unb nt&fjHfd^en dttxti)t \)ict beitrugen, 

ifl giDar nirgenbö bemerft, aber bod^ fcljr toa^rfc^efnlid^. JDic dte^tt ber geffl? 

lid&cn unb ber loeltlidEien ^errfd^aft tourben Don ben 2)eutfd^en in Parti:: 

fd&en ßdnbern ftet« gemeinfd^aftUdfi unb ungetrennt ausgeübt. STud^ njurbe 

ÜWdbren« Unab^&ngigfeft \)on ben beutfd^en Jt6nigen niemals f6rmlidfi on.- 

erfannt. @ie bcfianb jebod^, fo oft unb fo lange ba^ ^rieg^glüdf ben m&bri* 

f(^en SBaffen günftig rtar. 3m 3. 868 brad^ ber tefcte große i^rieg jtüifdfien 

Otaftiöfah) unb i?. Subtoig au^. ^an ihmpftt lange beiberfeitö obne @rfolg. 

3m 3. 869 erweiterte ft^ ber ©d^au^Ia^ beö i^ricge«. Dbne Btoeifcl \)on Uta-. 

ili^Iart) angeregt, ergriffen ba hit S36bmen unb bie ©orben gleid^faUö bieSBaf:; 

fen , unb fielen t>Iuubernb , jene ' in S3aöern , bicfe in 2^^uringcn ein. ^n^ 

JRafli^IatD'ö SiZeffc. ©wato^Iuf, ber unter be? Obeimö ^of)tit] tt)ie eö fdj^eint, 

im Si^eitracr ©cbiete berrfdl^tc, trat je^t gum (Irjicnmal f&m^jfenb in ber ®e? 

fd&fd^te auf. Ä. ^ubmig rujletc brei große ^eere aug; ba^ eine, au^ Xburin? 

aern unb ©ad&fen beflei^enb, fanbte er unter feinem (Sobne ßubiuig gegen bie 

«Sorben ; ben @obu ,^arlmann lieg er mit ben 33aöcrn gegen ©rtato^pluf gießen ; 

mit ben granFen unb ©d^traben Juolfte er verfonIid& ben 9lajliöran) angreifen, 

h>urbe jebod^ franf unb mußte ben Oberbefebl über fte bem jüngjien @obn i^arl 

anvertrauen. 33eibe Jt^nigfo^ne brangen tief in SW&l^ren ein: Äarl, tt)ie ed 

fd^eint, üon Oeftrcid^, i^arlmann öon ^annonien b^r; fie fanben Feinen ern? 

^en SBiberftanb. Statl gelangte hiß gu «Äajliedah?'^ ^auptfite 3öelcbrab, 

beffen 33efcjtigung«tt)erfe in jener 3eit augcrorbentUdf) unb beifpiello^ rtaren ; er 

tuflete unb legte bie gan^e ©egenb in ©c^utt unb Stfd^e. $(ud^ ^arlmann 

rudfte feinerfcitö in ber S(rt beran, baß beibe $eere i^re SSereiniqung in gein? 

beölanb, — vermutl^IidEi im ©üben beg ^rabif^cr Äreife^ in aW&^ren — be? 

rterfftelÜf^en fonnten. ©teid^rtobl erreid&ten f!e ben ßrtecf be« S^Ibgugö, bie» 

Unterwerfung JÄaftiöIatt)*^, nid^t. JDie (SinWobner Waren »or ibnen gururfge? 

widben; unb bfr ÖWaugel an ßebene^mitteln in bem \)erwüjlcten ßanbe nct^igte 

fte untjcrrid^ teter ^in.^e jurüdfgufe^ren. JÄafliedaw toar »erlebt unb gereigt, 

aber nid^t beflegt, SBelebrab War nid^t erobert Worben; »iclmebr erlitten bie 

^eutfdben großen @d^aben M ibrem Siudfguge. 2)er triebe würbe l&ierauf Don 

@eite ^. Subwig'^ unter Wenig »ortbeitbaften S3cbingungen gefdfiloffen.'' $a? 

ladT^, ®ef(^. von SBobmen. I. 124—26. 

2) <I>aß @al;;burg unb ^affau, ja \>kUt\ä)t ber gange ba^erifd&e ^jji^co;: 
)pat, nad^bem fie Don 6'onflituirung ber Äird^eu^jtoDing SW&^ren ? $annonien 
.^unbe crbaltcn , Sd^ritte bagec^en in SKom tbaten , wetd^e Dom beutfd^en Jtcnige 
unterftu^t Würben , ifl unzweifelhaft angunel^men. @^e nun &iom barauf ge? 
antwortet, blieben bie fircblid^en «öer^&ltniffe bort. Wo bfe JDeutfd^en bieSWadbt 
in ^&nben batten, im frubern 3«fianbe. 3n Unterjjannonien alfo Würbe 
bie . f ird^lid&e Slutorit&t \>t6 ©algburger ©rgbifd^ofa aufredet gebalten, um fo 
mcbr, al^ bW tva^jrfd^einlid^ jlocel bem^arlmann, ber Don ^annonien au^ 
mit ben ^a^ern ben (Swato^luf angriff, ^ilf^trupjjen flellen mußte. 



54 

UU j!c6 aiafii^kh) gegen bie ^eutfd^en; allein fein UVo barauf bur^ 
33errat^ i^er^elgefü^rter @turj, in golge bejfen a»ä:^ren unter beutfc^e 
JiJanbe^öemjefer fam, mad^te ijoHenb^ ein ffiirfen aWet^ob'ö bafe(6fi un* 

3a feltifi aB ©hjato^Iuf bie »^errfci^aft ü6er aWd^ren gewonnen 
^atte^), mag Bei bem, iuie eö fd^eint, urf^runglid^ gefvannten 33er^a(U 



3) ,,@o jlanb JRaftiafanj ^u $(nfan(t be«3 X 870 auf bem ©ivfcl feiner 
aWod^t, im mirfiid^en ®cnug jener UnabWngin^eit unb ^elbfi&nb igf eit, mdj 
ber fe(n gan^e^ (Streben gerici^tet ttar. Um fü fd^mer^Hci^er mugte esi i[)n er; 
greifen, aU er biefen mit fo.üielem 33Iute errungenen nnb gcfid&erten $rei^ in 
feinem 33oIfe, ja in feinem J&aufe treuloi^ bebrolit fo^. @ein ehrgeiziger 5«effe 
(gtüatoptuf fanbe^i)ürtt)ei(f|aftcr, fici& ber «&obeit bcö unbeugfamen nnb ^errifc^en 
£)f>eim^, beffen strenge i^m öielleici^t l^ig (^etüorben, ^u ent^ieffen, unb unter 
feine« bi^^erigcn geinbe« «^arlmonn @ciiu^ jldb «nb fein l*anb ^u fleUen; an 
gocfmitteln bij^u ^attt eö \jon Äarlmann*« @eite nic^jt gefehlt. Ueber fold^en 
SScrratl) ergrimmt, fanbte JÄajIiölatü 2W&nner au«, mi^t (Sitjato^luf hti einer 
50?a^lgeit überfallen unb umbringen foUtcn. ^oä} biefcr frü^jeitig geirarnt, 
entzog ftdfi bem SWal^le unter bem SSortüanbc einer galfenjagb. 9^un fe^te 9Ja; 
jli^lan) mit einer bewaffneten ^dbaar if)m in $erfon nad^, tvurbc aber babei 
»on bem 9?effen überlijlet unb felbfl gefangen genommen. @matot>luf üergag 
fidb fo fe()r, bag er ben fd^&nblicib betrogenen J&errn unb Obeim, ben nunmebr 
toebrlüfen gelben feine« 93olf«, in geffeln legte unb feinem qrimmigflen ?^einbe 
Äarlmann überlieferte. 9Son ^arlmann hjurbe ber Unglücflici^e , mit Letten 
belaben unb jlarf bemac^t, nac^ JÄegenöburg gefd^icft, um bort nadb M, ?ub; 
mig'« 9lu(ffe^>r üom 9l^eine gerid^tet ju ttjerben . . Äarlmann brang ungefdumt 
in ba« üerlaffene ^titf), ba« üon einem fo un\)ermutbeten 5Öed^fei überrafdbt, 
feinen SÖiberfianb entßegenfleUte ; er befe^te alle <St&bte unb Burgen mit fei,- 
nen ^tuUn, beftellte 'tik ©rafen (fngelfd^alf unb aDill)elm ^n a3erh?efern beö 
Sanbe«, unb fc^rte mit 9lafti«lan)'« foniglici^en (5cbd^en belaben nad^ Mrntben 
gurficf ... 511« im 9f?o\jember 870 Ä. Subtoig naci^ fRe9en«burg guruiffebrte, 
lieg er ben mit fdjmeren .Letten belabenen 9tafli«latt) fici^ Dorjlellen, unb über; 
qai i§n bann einem an^ granfen, 33a^ern unb einif^en ^uf&Kig ontoefenben 
©lattjen gufammengefe^ten ©erici^te , ba« ibn gum 2!obc verurtbeilte. 3)er ^6; 
nig lieg i^m aber bie Slugen au«jled^en unb f^icfte i^n bann in ein beutfdbe« 
^lojler, — h)orauf feiner in ben (Si^ronifen nic^t me^r Qt'oa^i toirb." !Pa l arf ^, 
®efd^. ö. S3o^men. I. 127—29. 

4) „33alb jebödb ereilte audb i>en «Stüato^luf bie S^ergeltung für ben an 
feinem Ö^eim, an feinem 93olfe begani^enen Sreöel. 2)ie \)on Äarlmann in 
SWd^ren eingefefeten ganbe«\)erh)efer fanben ben bcrrfd^füd&tigen jungen Surften 
nid^t füfifam unb folgfam genug gegen beutfdbe S3efe^le, unb flagten i^n be«; 
balb be« S^reubrud^e« an. @r rourbe \>ox ^arlmann gelab'en unb naci^ berSln; 
fünft an beffen ^ofe, njie früher ber Ol)eim, in ben\^erfer genjorfen, um f))d; 
ter, mie biefcr, qeridj^tet ^u h>erben. -- 2)ie bieberen unb ^erjbaften SWdbrer 
fonntcn \>k n>iebcr]^olte 9}{ig^anblung ibrer gürjlen um fo weniger crtrac^en, 
al« biefelbe bie g&njHd^e Unterjoci^ung unb fd^toere 33ebrü(fung be« ßanbe« nacb 
fid^ jof]. (Sie erboben ftd^ in aWaffe unb begannen einen 9^ertilgunn«frief^ gegen 
bie beutfdben ©efafeunnen. Xtm i^rer S3en)egung mebr @inl^eit unb Slnfeben 
gu neben, ^njangen fte einen 93erh?anbtcn be« 'm&brifcben gürflenbaufe« , ^la.- 
njomir, obnleic^ er ein $riefier n)ar, fic^ an bie (S^i^e berfelben gn fteflen. 
SSielfad^e (Srfolge fronten ibre Slnjlrengungen, unb bie 2)eutfd&en famen ba? 
burcb in fd^were ©ebr&nguig. — ©ivatovluf inbejfen, von ber <&6be be« faum 
erft beftiegenen 3:brone« in ben .Werfer ^inabgejlurgt unb bamit befiraft, h)omit 
er gefünbigt, ^atte 3eit unb ©elegenl^eit, ha^ gegen 9'tafti«lan) begangene SBer? 



55 

niffe aWet^ob'ö gu biefem Surften *) nur genn^er <Bpklxaum für bie ^f)i^ 
tigfelt beö md^rifc^eii ©rjtifd^of« imßanbeaWd^ren fel6^ getocfen fe^n'). 

brcd&cn ^u bu§en unb gu bereuen, unb feine iimfire ©teUunci ju erfennen. iDa 
man i6n an i^arlmann*«? $ofe feinet 3^reubru(|i0 überführen fonnte, fotourbe 
er in grei^eit (^efe^t; unb Äarlntann, um ben fc^mer ©efr&nften bie erlittene 
UnbiK »ergefTen ju macben, uberb&ufte ibn mit @bren unb ©efd&enfen. @iva,- 
to)pUf aber, Utkt entt&ufcbt über htn Sertb biefer ©unftbejeuaunqen , brütete 
SÄad^e unb htnü^tt r&nfeöoU bie bo^j^elte Unfluq^eit feinem geiiibe«. Unter 
bem 95orh)anbe treuer ©rgebenbeit braute er e^ ba^in , bag Äarlmann ben Ober? 
befe^t über ein qxo^te fjegen 6(aiDomir neu au^j^erüfieteö ^eer i^m felbfl an? 
t»ertro«te; unb er Utxai nun an ber ^x>ii^t feiner eit^cnen S^inbe ba« blirtenbe, 
gum dugerflen ^am^)fe gerüftete aSaterlanb. ^ie ÜW&bren lüid^en »or il)m ^i|? 
rucf. Unaufqebalten brang er Us öor Sßelebrab, njo er baö J&eer ein !Bager 
be;^iehen ließ, fe(b<l aber, wie ^n frieblid^er Unter^anbtung für Äartmann, in 
bie ^taH einbog. 2)a \)erft&nbigte er ficb fd^neU mit feinem QSoIfe, ergriff mit 
neuer Äraft bie 3ügel ber 9legierung, t&ufcbte ba5 beutfd^e Säger burd^ ben 
Sd^ein friebUcben Erfolg«, unb überfielet barauf un\)ermut^et mit feiner gan? 
gen SWad^t. SlUer SÖiberflanb toar öergeblici^; ba^ gröge $eer n>urbe g&njiidb 
aufgerieben, wenige lieg man am i?eben, nod^ Wenigere retteten fidb burcb §ei? 
tige Wl«*t. 2)er 2)eutfd^en 93erluft War ungeheuer unb unerfefe(id& . . . ^tva-^ 
toVluf erfannte e^ wo^I, bag biefer erfle gidnjenbe (Srfolg, ber ibn mit feinem 
SSoIfe wieber auöfobnte, nur ber 5(ufang iint^ f^axttn Äam^jfe^ war. Worin bie 
gan^e SWadfit beö beutfcben JÄeidbeö aufgeboten Werben foKte, ben erlittenen 
^eriuft ju r&d&en unb ben fo gef&ljrlicö em^orjlrebenben @Iawen;^onig in bie 
frühere SlbbdngigFeit jurürfgufübren. 2)arum unterlieg er te niä)i, M ^^ ^i^- 
fem i^amv>fc eifrig ;^u jl&rfen unb üorjubereiten. @ine^ ber Wid^tigften SO^ittel 
baiu war für ibn \)it nähere freunbfdfiaftKc^c 33erbinbung mit ben friegölujligcn 
5^oftmen — f*on im ^erbjle beö 3. 871 . . me baber im foigenben 3. 872 
^onig ßubwig bie grogten J&eere, bie er auö alten 3^beilen feinet 9lei^eö gu 
fammeln »ermod^te , in mehren Sfbtbeilungen unb ju wieberbolten ÜWalen ge? 
gen @wato^luf auöfanbte, würben aud^ bie Sßbf)mtn in ben blutigen i^am^f 
\)erWi(JeIt ... 3m 3. 873 war ©wato^lu! »on ber flegreid^en SCbwe^r fdbon 
felbli gum Eingriffe übergegangen : er fcfete über bie iDonau unb bebr&ngte StaxU 
mann in beffen eigenem Sanbe fo febr, bag biefer, um nid&t gang gu unterlie- 
gen, ben SSater um fd^feunige ^ilfe hitkn mugte. Subwig eilte öon 5We^ ^er? 
hti, unb fd&log nunmebr nid&t allein mit ©wato^Iuf, fonbern aud& mit ben 
übrigen ©lawenfürjlen einen ^rieben unter fo gün^igen ©ebingungen , al« bie 
Itmji&nbe eben erlangen liegen." ?lJaladfi), ®efd^.'\j. ^b^mtn, I. 130 ff. 

5) <Diefe Spannung erfldrt fid^ aue bem innigen SSerbültniffe SOUtbob'ö 
gu ^Äafii^law unb ber ^cinbfdbaft <Swatopluf*^ gegen feinen Dbeim, weld^e ber 
an ®eift nicbt groge ä^&brenfürfl auf SJJet^ob übertragen gu baben fd^eint, — 
toae burcb alle gefd^id&tlid&en Urfunben unb .^egeuben blnburd^leud^tet. 

6) Ungweifel^aft Hut ftcb SWetbob im grübiabr 868 öon füom Weg nnmiU 
telbar gu JRailiälaw begeben, unb er fonnte in TObren hi^ gum Slu^brud^e be^ 
Kriege« in biefem 3abre ungeftort Wirfen. Slud^ wdbrenb beö Krieges mag er 
5W&^ren ntd^t »erlaffen baben, wo er wieber nacb bem @nbe beffelben im 3. 
869 hie gum 6turgc 9la)ii^law'ö im X 870 ungcbinbert feinet Slmte« Walten 
fonnte. (2)ie SWeinung ©frorer'ö in f. ©efd^i. ber oft? unb wejifr&nf. (^aro? 
Itnger IL 112.: „aWetbobiuö f)abe fid^ M feiner [Äücffebr aue JÄom guerfl in 
©bogir« ®ihittt niebergelaffen , weil er bamalö nid&t nad& ©rogmd^ren felbft 
gu ge^en wagte," erfd^eint unfrer ©arjlellung gegenüber aie unbegrünbet.) 2)er 
Untergang feinet ©d^irmberrn fc^eint aber für aWetbob bie l*ofung gewefen gu 
feijn, baö €anb, too er obnebieg, fo lange e^ \)on ben 2)eutfd^en befefet War, 
jtdb auger 3Birffam!eit gefegt fai^, gu verlaffen. Tümmler ($lrd^ii) XIII. 
190 f.), geflutt auf bie v^nnonifd^e ^ßegenbe c 9. (Cod. p. 28.) nimmt eine 



56 



§. 13. 

aWet^ob fängt an, ben ©otteabienjl in flamif^er ^pxa6)t ju 

feiern. 

ßine ber interejjanteflett unb I>ebeutungöi)o(rflcn (Srfci^emuugen in 
ber vf ird^engefd^id^te beö neunten Sa^rl^unbertö ifi fut immer an ben 
*J?amen aWet^ob'ö*) gefni'ivft: bie geietbeö ©otteöbienpe« in 

5)le Seier beö ©otteSbienfieö unter ben @Inn)en aKä^ren« in ber 
(Bpxadi^e feineö QSolfö erfc^len bem Olafiiölan) am meiften geeignet, ber 
beutfd^en ^Jriefierfd^aft in feinem ,^anbe bie ffiirffamfeit gu entjie^en, unb 
in Solge biefer ürd^Iid^en UnaB^dngigfeit feineö Olei^ö bie ^oHtifd^e 
@eI6ft4nbigfeit befi'erten§ut»efeftigenunb^ukl^au^ten ! ffiaSfld^ Olajiiölah) 
au3 :|?oIitifd^em @ef!c^tS^unfte em^fat;!, erfd^ien bem 3Het6ob nid^t minber 
au0 feinem religiSösfirci^lid^en @tanbJpunfte aU baö geeignetfie aKittel, 
unter ben feiner »^irtenforgfalt ani)ertrauten (Blamn^obltnn d^rifHid^e 
®r!enntnig unb JJrimmigfeit auf i>ie leid^teP'e unb nad^l^aftigfie SBeife 
JU 16egrünben unb gu f5rbern *). 3^ biefeni Stüerfe n)aren öon (S^irid 
unb aWet^ob bie Jtirc^enfcüd^er, b. i. baS SKeß^ud^, Olitual, unb 33rey^ier 
inö @fah)ifd^e üterfe^t worben, unb biefe 5tr6eit hjar bereits i)6r i^rer 
ateife na^ üiom i)oirenbet ^). SÖenn eö aBer ben ^riibern hjdl^renb i^* 
rer anfänglid^en funft^aI6j4^rigen SBirffamfeit in äWa^ren unm6glid& 
genjefen njar, f!d& beS ©fatoifd^en Bei ber Seier beS ©ötteöbienfleS ^^u U^ 
bienenO/ fo fcefanb f!d^ ber ^rjBifd^of aWet^ob nad^ feiner dlücffeftr 
i)On 0lom in tüdi güiifligerer Sage, bie§ jU t^un. 3tt)ax fonnte eö |t^ 
ber einf!d^t§v>o(re Jtirc^enfürfl nid^t bergen, bag er burd^ dinfü^rung ber 
33oI!Sf^rad&e in bie li^iturgie eine bieder unerhörte 3?euerung jiatuire*); 

l)ntt()att)i%i9e, üom ^crbfie 871 beginnenbe SSerbannung aWetOob'ö in 
JDcutf^Ianb an. 2)a aber urfunMicbem Seunniffe gufolgc (ficl)e ben folg. §.) 
aWet()ob geraume 3eit vor 873 im ffiblid&en «Pannonien wirffam mar, fo fann 
eine fold^e ®eh)altt()at njiber aWet^ob in biefe ätit ni^t \)erlegt werben, — 
um fo njentger, aU berfelbe im 3. 873, aU a^erbanblungen j^mifd^en bem r6.' 
mifd^en ©tubte unb ben 2)eutfcben über ba^ ))annonifd^e 33iötbum qet>fl:ogen 
tüurbcn, jidEi in ?Jannonien aufbielt. @iebe unten §. 14. 

1) Ueber bie falfd^c Sinqabe ber !&egenben, m\ä)t t>it ^eier ber 2Weffe in 
ff an?ifd^cr (Spraye »orjugömeife bem 6:^ rill jufcbreibcn unb biefe $:^atfacbe 
in bie ^di beö erjlen Stuftretenö ber ©lamenaboftel in aW&hren »erleaen — 
ftcbe oben §. 7. ^iote 12. @. 42. 

2) JDiefen ©ebanfen brudft bie mdbrifd^c gegenbe, at5 auö bem SWunbe (Si)-. 
riff ö fommenb , c 7. alfo auä : quia idiotas viarum Dei totaliter reperiens eos 
et ignaros , solum hoc ingenium almiflua S. Spiritus gratia cordi meo inspirante 
comperi , per quod etiam Deo innumerosum populum acquisivi (Cod. p. 15.), wo; 
mit 'oit bobm. ^e^. c. 4. ubereinjiimmt (Cod. p. 20.). 

3) @. oben §. 6. 9loU 3. (S. 37. unb §. 7. «Uote 13. 14. @. 43. 

4) neber bie ©telfung ber S3rüber in aw&bven unb bie Sßerb&ltnijTe, welche 
bie§ unmoglicb mad^ten — ftebe §. 7. »orjuglid^ snote 12. @. 42. 

5) Söenn aucb füom aU 3Wutter unb ^aupt alier i^irc^en auf bem ®ebiete 



57 

aUx er gaB ^(fj ber Hoffnung ^iit, bet a^jofiolifd^e ©tui^I tocrbe In 
aBürbigung be« liBemiegenbcn 0?u^en0 für ben ^rifWid^en ffortfd^ritt 
bcr @Iah)en biefe ?t6iDeid^ung öoit ber allgemeinen Äird^enorbnung ni^t 
i^erbammen. 

(Se \^eint gang ttnjtoeifel^aft gu fe^n, bafi SMet^ob al^Balb nad^ 
feiner Olütffel^r y^on'Olom am »i&ofe Olafiiölahj'ö unb anbernjärtö in 
SWa^ren mit feinen in Olom ju ^rieflern unb fDiaconen getoei^eten 
ffatoifd^en ©d^ürern bie f). ü)ieffe *) in flanjifd^er @^rad^e ju feiern, 
eben fo bie fird^Iid^en @tunbengeBete j;u (»alten unb bie @acramente 
unb anbre !ird^Ii(f>e 2(cte in berfelBen ju i)ern)alten Begann ''), Unb in bie* 
fem ©eBrauc^'e fu^rSÄeti^ob ungn)eifel^aft fort Bio gum(5turje3flafti«ran)'«. 

3)a naci& bemfelBen für äWeti^ob im Sanbe SKä^ren alte« fird^licl^e 
SBirfen auf längere 3eit gehemmt ober ganj unb gar aufgeT)oBen toar^), 
fo BegaB ftd^ SÄetl^ob in ben )?annonif(l^en 9lntl^eil feiner Jtirc^ens 
ijroijing'), ber il^m je^t jugänglid^ gen)orben hjar, toeil $. ^abrian IL 



ber ntorgenl&nbifcBen JtircBe bie ^biome be^ Orient« aU liturgifd^e <B)(>x(i6)tn 
anerfannte, ja felBjl in ben qxkä)\\(i^tn ^ixä^en Unteritalien« unb ben Mlh^ 
flern ber qriedfiifd^en SWond^e in &iom bem ®ebrauct>e ber griedbifdj^en Siturgie 
fÄaum gab, fo »ar t^ bod^ ein ^au^^tflreben alCer ^dpjle befonberö feit ©regor 
l., bie Siturqlc "ber romifd^en Äird&e unb mit berfetben aud^ bie <B)pxad}Z ?Rom^ 
aU liturgifd^e überall auf bem ®chittt be« Sibenbfanbe« berrfd^enb gu mad^en. 
3n %ol(\i biefe« (Strebend trurbe aud& im neunten ^abrl^unberte ber @otte«^ 
bienft in ben n?eiten !?&nbern be« d&riillid^en 5(benblanbe<s (mit SCu^naijme eine« 
XfitiU »on ^vanien, njo nod& bie altf^otbifc^je ober mojarabifd^e Siturgie im 
©ebraud^e mar) nur nadb ber Söeifc unb in ber S^rad^e ?ftom^ gefeiert. 9ln 
biefc tt)ar aud^ SWetbob aU ©r^bifcbof gebunbcn, benn er tüax gum 33ifd&ofe 
ber lateinifd^cn^ird^e gerne if)ct h)orben unb Ijaiit hti feiner (Jonfecration 
ben (Bih geleiflet, bie @inf)eit mit bem a^oftolifcben @tuMe nid^t nur im ©lau? 
ben fonbern anä) in allen fircblid&en @inrid&tungen iDabren jn n?ol(en. 

6) 2)ie Sragc: toelc^e 59?effe ober Siturgie, ob jene bcr gried^ifd^en ober 
bie ber r^mifc^en Jtird^e, SWetbob gebrandet f}aU^ pnbet ibre S3eantn)ortung 
unten in ber ^efdbidfite ber flahjifd^en fiiturgie §. 28. 

7) aßenn aucb fein biftorifd^eö 3eugni§ bafur ft>rid&t, \>a^ SWetbob guerft 
in aW&bren bie Liturgie flön^ifd^ gefeiert iyaU, fo ergibt ftd^ bieg bod^ au« 
bcr 93erfettung aller tbatf&d^lid^cn Umft&nbc, bie hjir Fennen gelernt, al« fid^cr 
unb gchjig, unb bie m&br. Scg. fagt baber mit 9tcdbt vom Sanbc SOf^dbrcn 
c. 5. : in sclavonica lingua canonicas horas et missas in Ecclesia Dei publice 
statuerunt decantare (Cod. p. 14.), menn fic ftd& aud^ in ber ätit arg vergriffen 
^at. — 2)ag aber bie flan)ifd&e Liturgie fcincöwcgö allgemein in SW&bren 
,;^u biefcr 3eit cingefubrt n^erben fonnte, erbcUt äu« bem Umjlanbc, ba§ bie 
aWebqabt bcr ®cijilid6feit im Sanbe beutfd^ mx, bag aWctbob ibrer Ujobl nid^t 
entbebren fonnte unb fte ibrcr 5lemter aud^ nid^t entbcbcn burfte, fo lange 
nidbt auf bie ^Äcclamationcn bc« ^ajfaucr ^ifdbof« von 9lom ein Urtbcil er? 
folgt loar. 

8) @icbe ben vorbergebenben §. 

9) 2öie rctit ftd& berfelbc crjtredft babe, iji nid^t leidet ju beftimmen ; 
hjabrfd^einlid^ erftrerftc er ftd& fublid& über (Serbien (fiebe Jlarl v. ©j^ru? 
ner'« blf^or. gcogra^b. 5(tla«. ®otba 1846. Äarte 65.); benn ber^erjog 
©lavojjicn« SWuntimir, ben 3^. Sobann VIII. a. 874. crmabnt, er folle ficb 
jur jjannonifd^em 2)i6ccfe unb an ben bort cingefefeten 33ifd^of hciittn („Mon- 
temero duci Slavoniae. Admonemus te, ut progenitorum tuorum secutus morern, 



58 

bie aieclrtmationen ber beutWen 33ifd&6fe^®) jururfgemiefcn, bie Kon* 
flitulrung ber mif)xi^(f) :^\>anni>m\ä)en ^ixiiien^xo'oini aufrecht gel^aften 
unb ben 3»et:^ob aU ^anpt Ux\tiUn Uftiüqi ^atte ")• 

D^ne 3wci\e\ fear §u ben @fan)en ^Jannonienö fd^on bie fro^c 
Äunbe gebrungen, bnfi 5Keti^ob i^ren @)?rad^getioffen in üHa^ten ben 
©ütte^bienfi in i^rer angefiammten @^racl^e feiere; unb aU nun ber* 
felfe, öon Jtocel mit greuben unb K^ren em^jfangen unb ijon i^m 
gefd^ö^et"), auci^ in biefem 5'^eile feine« (Strengere ben ©otleöbienp 
unb afre fird^Iid^en Functionen flateifcl^ §u tege^en anfing, fo fonnte eö 
nid^t anberö fommen, alö baf einerfeitö ade^ ci^nfHid^*fIan}ifd^e Q3oIf 
i)on ben füllen !?auten feiner @^radße, bie nun burd^ ben ®e6raud^ 
Uim ^. D\>fex geheiligt ioar, jtdf> fo mäd&tig angezogen füllte, baß eö 
f!d^ ber ©otteSbienftfeier ber faljburger ©eiftlid^feit gänglid^ ^«tjog "), 
unbbnfibabutd^ anbrerfeitö baö fernere ffiirfcn biefer in ben flatüifd^en 
©emeinben ^annonienö i)on felBfl i^r (5nbe erreichte *M. dUn fo lue* 



qiiantum potes, ad Pannoniensium reverti studeas dioecesim. Et qiiia ülic jam, 
Deo gratias, a sede b. Petri apostoli episcopus ordinatus est, ad ipsius pasto- 
ralem recurras sollicitudinem." Sam. Timon imago antiquae Hungariae. !. II. 
c. 16. p. 143. Steph. Salagiide statu ecci. Pannon. i. IV. p. 442.), tüar gurjl t»on 
(Serbien. @ie^e 2)ümmler im ^xä}i\> XIII. 187. 9Zote 6. SSergl. oben 
§. 11. «Wote 2. @. 51 f. 

10) (Bitf)t §. 12. sreote 2. @. 53. 

11) ^ie folgenben (Sreigniffe ^»ringen ^n biefer 5(nna^me. 

12) ffienn audj^ .^ocel, ber biefe Sinberflrid^e öon ben 2)cutfd^en nur ju 
fielen trug, nid^t bie obcrfterrlid&e §(utortt&t batte, fo lag bodfi bie unmittelbare 
^errfd^aft über bicfetben in feiner ^anb unb fie h?ar au^reid^enb ju einem 
fold^en (Sd^u^e aWetliob'^, ber if)n \)or gewaltt^&tigen Singriffen fidfier fielite. 
3^ie§ ]^inbertc aber frcilidb ben ^er;^og ^arlmann nid^t , im @inne beö @alg; 
burger ©rgbifd^of^ ben aWct^ob in feiner 2ßirffamfeit auf mand^ertei 2ßeife ^u 
beficHiftcn unb ju floren. 

13) ^tt @al;|burger Ungenannte bezeugt biefe !j:^atfad^e mit ben grat^bi- 
fdben Sßortcn: Quidam graecus, Methodius nomine, noviter inventis sclavinis 
litteris, linguam latinam doctrinamqiie roraanam atque lit^ras auctorales 
philosophice snperducens, vilescere fecit cuncto popiilo ex parte (sc. Scla- 
vorum) missas et evangelia ecciesiasticumque officium illorum, qui hoc la- 
tine celebraverunt (Cod. p. 55 s.). 3db fefec ba^ 5(uftreten 2Ret^ob'ö in ^ßam 
nonien unb bie (Sinfu^rung ber flatrifdben Jeier ber ßiturgic bafelbft mit Äo? 
^itax (Giagolita I. c. p. LXXVIII.) ine 3a^>r 870. 

14) ^tv Slnonijmuö öon (Salzburg bezeugt bieg mit ben 3Öorten : Quod 
ille (Richbaldus archipresbyter) ferre non valens sedem repetivit luva- 
vensem (Cod. p. 56.). SÜenn ber Slnonyjmuö ^ier bie in ben fiaioifd^en ®t: 
meinben ^ßannonicnö angcjlellte ©eijllid&feit ob ber i^r unertrdglidben 9ieuerun(^ 
SWeti^ob'^ nad^ ©aljburg gurüdffe^ren Idgt , fo barf nidbt übcrfcljen iDerben , \>a^ 
biefe dtMhi)t nid^t fo gan^ frcittjiiiig erfolgte, ^it firdbjid&e Suri^biction M 
SCrdbipve^b^ter SÄi^balb unb aller unter ibm flel^enben ©eijtlid^en in ^^annonien 
ftatte ja »on bem §(ugcnblidfe aufge^^ort, aU bem SWetI)ob tit er^bifd^oflidbe 
©erid^t^barfeit im Sanbe üon dtom guerfannt hjar; unb aU er nun 'oU 9iu6; 
übuna berfelben in feine ^anb na^m, mugtcn bie faljburger ©eijllid^en, \vo\U 
ten f!e ferner im ^anbe njirfen, nur üon ii)m jurieibictionirt »erben. 2)a^ 
modbten fte eben fo tt>enic|, 0.U fie Sufl t)at^ten fiatüifd^ ^u lernen, um im |)icn|te 
bleiben ^u fonnen. aWet^ob aber fonnte fie eben fo ircnig brcmdben. ^Dagegen 
aber mußte bem JjWetibob baran gefegen fe^n, \>it in ben Don ben ba^erifd&en 



59 

nig fonnte eö fehlen, bafi ble ffatoifci^e ©otteöbienfifeier auä) ii6etbie 
©renjen ber »&enf(l/aft JtocePö l^inauö in aden jum )?annomfti^en 
^iötfium gehörigen ©(ahjenlditbern fd^nelTen ®ngang unb ble tDirffoniö 
menjie 2tufna^me fanb, unb c^ iüar ftd&er aWetf;ob'ö »&au!|)tforge, eine 
auöreicl^enbe 3a^l frawifd^et @d^üler ^crani^uHfben, bie er jum Jfitd^en^ 
bienfle in ben flatDifd^en ©emeinben orbinirte. 



§. 14. 

9lom berbietet bie flatt)ifcf)e ©otte^bienpfeier. 

3)a $a^ft J&abvian IL bie i?om @afj6urger Gribifd^ofe gegen bie 
SBieber^erftellung beS :|)annonifc^en 33i^t^uni^ er^o6ene ^inf^Jtac^e ^n» 
ru(fgeh3iefen f)atte, fo burfte ber @aljüurger @tu^l nid^t erwarten , mit 
ferneren Oleclamatl onen 6ei biefem $a^fie burd^jubringen. ffiidfommen 
fear ba^er bemfel6en aU ttiftiger ©runb einer ^(age njiber üWet^ob bie 
^lö^er unerhörte O^euerung, bereu f!d^ biefer burd^ bie ffeier beö ©otteö* 
bienfieS in flawifdfer @vrad^e [d^ulbig gemad[;t; unb eö leibet feinen Bh^ei* 
fei, ba^ SrjSifdfeüf 9(ba(h)iu öüu @al^6urg feine ^(age miber aWet(;üb 
iei $. J&abrian im 3. 871 über bem folgenbeu eiuBrac^te. 2)er$'üb 
biefeö ^a^fie^ gegeu 9luögang beö 3. 872 fieigerte nod^ bie ©rwar* 
tungeu beö ^afjfcurger 6rj(nfd(^ofö; benn traS mau öon bem \jerflor6enen 
5Pa))fie nid^t erlangt ^atte, hoffte man Ui ^apft 3o^ann VIII., ber 
am 14. 3)ecem6er 872 ben @tu^I beö f}. ^etruö Befiiegen ^atte, burdb* 
jufe^en. 9UökIb trurbe Ui bemfeI6en bie SRüdtgaBe ^Jannonienö an 
beu @tu^I i)on (Saljt'urg auf0 9?ad^brucf(ic^jle Betrieben, inbem Jt6nig 
^ubmig unb fein <Bo^n Äarlmann, «&err ber Djlmarfen, ben ^c^ritt 
beö ©aljBurger unterflüftten ; unb man ermangelte nid^t, bem 3Serlangeu 
uac^ SÖieber^erfielTung beö frui^ern Bupanbe^ ber ürd^lid^en ^inge in 
^Pannonien in ber njieber^olt auSgef^rod^enen Jtlage üt»er aWet^ob'ö 
0?euerung in ber l^iturgie eine entf^red^enbe Unterlage ju gefcen. 

3n Solge beffen fonnte % 3o^ann VIII. nic^t um^in, fold^e 3Waa5* 
regeltt ju ergreifen, toeld^e geeignet toaren, bie 5(ngelegenT;eit tregen ber 
mdi^rifd^:»^)annonifd^eu Äird^en^roi)inj befiniti^ jju erlebigen. JDa er un^ 



(S^ofoniflen gearunbeten Äitd^enciemeinben , af^ ba ttarf^ bem 5(noni)mu^ iraren 
Salapiugin , Stepiliperc , Lindolveschirichiin , Uveidhereschirichun , Isangrimes- 
chirichun, Beatuseschirichun, Otachareschiriehun, Palmunteschirichiin u. 5(., 
cngefteKten fal^burger ©eiftüd^en §u erhalten; beim bicfcn b^eutfd^en ®c^ 
mcinbe'n fonnte ^unb toolUe SWet^ob bie flamifdj^e Siturgie nid&t aufbringen, 
aöcnn ba^er ^ot)itar (Glagol. LXXV. Nota 6. unb Cod. p. 56. not. 1.) meint: 
„Bawariorum vix quidquam intererat, sive latine sive slavinice sacra flerent"; 
fo fann \ä) bamit nfci^t einvevflanben feyjn, benn e^ leuciitet ein, ta^ ben ^tnU 
fc^en i^ir altgen^o^^nter latefnifd^er ©otteebienjl unftreitig lieber hjar ali5 ber 
neue flanjifti^c. — (Sdfion bie Älugl^eit flebot ben (galgburgern, in ben beutfd^en 
^ird^en ju bleiben; benn nur fo ivaren j!e im @tanbc, ibre S(nf^)rü(^e fort unb 
fort au6 bem 2:{tel beö ©eflfee^ geltcnb gu mad&en. 



60 

ter feinem 33otfa^ren v^abrian aI8 ^Ttd^ibiacon bct r5mif(]ben Jfird^e 
ben kbeutenb^en tix^ütijtn^o^tnlnmqefjaU, fo tüax er an ben JRe* 
gierun(}öacten beffel^en i)orjüglld^ Uif^dliqt getoefen. JDen ©tanb ber 
mä^rifd^*))annünifcl^ett Jtirc^enfrage fannte er beß^alB eben fo genau aU 
er Don ber Ueberjeugung burd^brungen n)ar: baö fird^Hci^e 3ntereffe 
geriete bie Sfufred^t^nltung ber toom a^ofionfd^en (Stuhle errichteten 
i^ird^en^roiMng in aWd^ren unb ^Jannonien. (SS galt nun ble geifHicI^en 
unb ^jolitifd^en ©egner in 5)eutfd^Ianb gu entnjaffnen unb gur %ntu 
fennung beS Don üiom in ben ojllici^en SKarfen beö carolingifd^en Oleictö 
errichteten felfflänbigen ^irc^enfprengelö ju i)erm6gen. 3u bem €nbe 
fd^itfte ber $a^^ ben ® ifc^of $aul toon 2fncona aU Unter* 
l^änbler nad) 2)eutf(]^lattb, njeld^em eö aucl^ g^röng, ben ^5nig 
Subtoig unb *&er/;og Äarlmann mit ber 3WaaßregeI Olomö au8§uf6^nen 
unb i;ur 9lnerfennung beö flle(l^töt»efianbeö ber )?annonifd^en JDificefe ju 
bringen 0- 



1) T>\t ®efanbtf*aft f&Ut in^ X 873. JDer ^a\^^ ^attt gum S3c^ufe ber 
Unterf)anblung mit ben JT'eutfd^cn bem 33ifd&ofc $au( eine 3nflructfon mttac^ 
(jcben, trovon'fic^) ein S^ragment erf alten i)at, miä)te M Mansi XVII. col. 264. 
alfo lautet: Joannes Episcopus. Commouitoriuni Paulo episcopo fungenti le- 
gatione in Germaniam et Pannoniam. Non enim solum inter Italiam ac caeteras 
Hesperiae provincias , verum etiam intra totius lUyrici ünes consecrationes , or- 
dinationes et dispositiones apostolica sedes antiquitus patrare consuevit. Porro 
si de annorum numero forte causatur; sciat quia inter Christianos et eos qul 
sunt unius fidei numerus certus afflxus est. Cum tamen uti Paganorum 
et incredulorum furor est in causa, quantalibet pertranseant tempora juri 
(non) praejudicant ecclesiarum, quae corporalia nescientes arma, solum Do- 
minum propugnatorem suum, quomodo ei placuerit misereri patientem, expe- 
ctant. Verum, si annorum prolixitas in talibus impedit, ergo Deus ipse 
reprehendendus , qui post 400. et 30. annos filios Israel de Servitute Pha- 
raonis e fornace ferrea liberavit, et qui hominum genus post longa tempora de 
claustris inferni et daemonum potentia eripuit. (^affelbe S3rucl^ftu(f na^ einem 
(Jober ber aßiener falferl. 93ibiiotl)ef hti ffiattenbac^ 33eitr&fle @. 48.) 
3n bemfelbeu <2innc Utk ber >Pa^)l um bicfc Seit (ber ©rief fhUi alfo in6 
3. 873) an ben beutfc^en Jtonia gcfcbrieben: „Pannonicam dioecesim ab olim 
apostolicae sedis fuisse privilegiis deputatam . . Hoc enim synodalia gesta in- 
dicant, historiae conscriptae demonstrant. Verum quia quibusdam hostilium 
turbationum simultatibus impedientibus illic ab apostolica sede non est diu 
directus antistes, hoc apud ignaros venit in dubium. Nemo autem de an- 
norum numero resultandi sumat fomentum , quia S. Romanae ecclesiae privi- 
legia — nullis temporibus angustantur, nullis regnorum partitionibus prae- 
judicantur; sed et venerandae Romanae leges — rerum ejus praescriptionem 
nonnisi post C annos admittunt" (Erben, Regesta p. 15 s.). @6en fo war 
üon @aljburg am ^um 33ebufe biefer Unterbanblunqen ein SWemorial ju $an; 
ben roabrftfeeinlid^ be^ .Äonig^ unb «öerjog^ \)erfa^t n>orben : bie oft genannte 
„Anonymi Salisburgensis historia conversionis Carantanorum " (Cod. p. 46ss.). 
(Sic^e über bie§ 3Wentorial Einleitung I. 3. @. 6 f. ÜBie biefe ©c^riftftürfe 
jeigen, fo Derfod&t ©al^burg feinen Slnf^rud^ auf *Pannonien am bem @tanb; 
j)unftc beö alten Äirdbenrec^it^, fraft beffen ein neu befcBvtcö Sanb bem ©ifc^ofe 
juficl, ber bort guerft ben ©lauben gc^)rcbigt, unb mac^^te einen ungeftorten 
33efi^ von 75 Sauren für ftdfi geltenb; JÄom jebod^ it)ie^ auf ben &ltcren S3e« 
fianb ber ^)annonif(i^en JDikefe bin, ber nur burd^ 3nüafion ber .Reiben unter:: 
brod^en Sorben, »oburci^ aber ba^ SRedfit ber r^mifc^en ^irc^e. nid^t \)eri&^rt 



61 

3!)er 93ifd^of ^aul i)on Stitcona ioat ater aud^ angetoiefen, fld^ 
nad^ 2f6f(I^Iufi bet 33erl^anbfungen in JDeutfd^Ianb nai) ^Jannonien 
ju6ege6en, nid^t nur um ben (SqHfd^of 9Wet^ob öon bem glucflid^en 
Otefultate berfeifcen in ,Äenntni^ gu fe^en , fld^ Dom staube ber JDinge 
an Ort unb stelle felbfi ju üterjcugen, fonberu l^au^Jtfäd^Iid^ um bem* 
felSen ein ^jd^jfHid^eö (Sd^reiBen einju^änbigen, toorin i^m bie 
Seier ber i). 9Weffe in ber flahjifd^en @^rad^e öerBoten 
njurbe*). 3)er $a))fi Begeici^nete gegendfer ben Reiben ^errfd^enben 



fe^. — (Sin gunpigcr Umjlanb für ba^ ©dingen ber Unteri^anblung toar 'ia^ 
Stblebcn beö ^al^burgcr ©r^bifc^ofö SCbalnjin am 21.S(pnl 873, ben fftom 
iju bcnu^en nid^t unterlagen ^aben roirb; benn cö fonnte 'oit ©ejl&tigung be« 
für ben (2aljburger ©tul^t Sfleugem&^tten an bie ©ebingung fnu^jfen, t>a^ er 
alten ^n\\>xnä)tn auf ^^annonien entfage. ßu ber $ro»ing ^annonien ge^ 
Porten naci^ ber etjematigen tbmi\(i)tn, öon ben 3^&pfien beibehaltenen (Sinti}tU 
Jung audi ©rogm&^ren, t>ae heutige Deflerreict» unb bie @telermarf. 25er 93ifdfiof 
». äff au mußte feine S(nfpru(|e auf baö m&^rifci^e iBanb, 'oa^ bla 868 feiner 
3uri«biction unterfianb, aufgeben: ha^ Utom aud) mit bfefer gorberung burdfi? 
brang, »crbanfte cö üorguglic^ bem in bie SSer^anblungen eingreifen ben @h)ato.' 
i)fuf, ber at^ Sieger im 3. 873 ebenfalls mit i^ubrüig bem JDeutfd^en einen 
für fein ganb üort^eil^aften grieben fc^^log. JDag bie aSer^anblung im @inne 
be^ $apfle^ burd^ ben S3ifct)of %Mil aufgetragen tourbe, Ui)xt ber 55rief % 
3o^ann VIII. »om 3. 874 an aWuntimir (f. §. 13. Sf^ote 9. @. 57 f.), fo toie 
ber S3r{ef beffelben öom 3. 875 an Äarlmann (Cod. p. 57.). 

2) sjiad^ bem unüertDerfl^id^en Beugniffe ^. 3ol&ann VIII. in f. ©riefe an 
SWet^ob \)om 14. 3uni 879: jam litteris nostris per Paulum episcopum Ancoiii- 
tanum tibi directis prohibuimus, ne in ea (barbara, hoc est sclavina) lingua 
Sacra missarum solempnia celebrares (Cod. p. 58.). 3)er i)om $a^?jle felbft 
angegebene Sn^alt feineö 33riefeö »om 3. 873 le^rt, ba§ bie bcutfd^en *8if^6fe 
gum ©egenflanb i^rer i^tagen n>iDer 3Wet^ob bi^^ er nur bie Uturgifc^e Steuerung 
beifelben gemadfit Ratten.* JDie Dtec^tgl&ubigfeit beffelben »ar bi^^er nicJjt »ers 
bad^tigt tuorben; benn nj&re bieg gefc^ei^en, fo mußte ber ^ap^ baöon tUn fo 
iüie üon ber »^(age in S3etreff ber Siturgie in biefem ©d^reiben @rtt)i\önung ge^ 
t^an unb etii^a gefd^rieben l^aben: thtn fo ^aben n?ir in jenem i)it burd^ 
S3ifd^of $aul ubergebenen Q^reue 2)id^ aufgeforbert, ^iä) wegen 2)eincr mit 
ber r6mif(!(^en ^irdfie nid&t ubereinjiimmenben ^eftre iju üeianttoorten. 3)a« 
g&n^lidbe @tiUfc^tt)eigen l^ierübet ijt ber untüiberleglid&e f&tmie, "oa^ bie Ziagen, 
beren ber $apjl im Eingänge feinet 33riefe^ ernj&^nt: audivimus, quod non 
ea , quae saucta Romana ecciesia ab ipso apostolorum principe didicit et cot- 
tidie praedicat , tu docendo doceas et ipsum populum in errorem mittas (Cod. 
p. 58.) neueren Datums unb bem ^avjte erjt jiphttx juge!ommen ttjaren. — 
5Dümmler fefet ba^ bem 2W. burc^ ben fb. $au( zugegangene ^)dpjlHcibe 3Ser:s 
bot iu X 878, inbem er (Strd&iv XIII. 193. l«ote 7.) fc^^reibt: ,M^ im 3- 
878 ber S3ifdfiof ^aulnS t»on Stncona al^ ^Spfllic^er ©efanbter nad^ (S^onjian? 
tino))el reijle, gab ibm 3of)ann VIII. ein ©dfireiben an SWet^obiu^ mit, hjorin 
biefem bie flait>ifdfie 9)k(fe unterfagt würbe"; aber er^t jtd^ in biefer ßeitan^ 
gäbe offenbar t»ergrijfen. Ober ift e^ gfaublid^, bag bie ©egner SWet^ob'ö, 
»on bem te fefifle^t, ba§ er vor 873 ben ©otteöbienjl flaroifd^ gu galten an? 
fing, fünf unb me()r äa^re biefer Steuerung ^ugefeften ^aben, e^e fte aU 
Kläger bawiber auftraten? Unftreitig ^aben fte fld& mit biefer ,^(age beeilt, 
fie bemnac^ 871 ober 872 in Dtom eingebrac^^t. Geben fo wenig l^at ber r6mif(i^e 
@tu^l fünf unb me^r 3a^re biefe ^(age unerlebigt liegen laffen. 5Da te nun 
urfunblid^ fefijie^t, bag einerfeitö bag ^j&^flUc^e SBerbot ber flawifdben ü)?ejTe 
burdfi ^ani v. Stncona an aWet()ob erging, unb anbererfeitö, baß biefer 33ifd(^of 
jur ^rlebigung be^ @treit^ über bag ^jannonifd^e 33i^t^um im 3. 873 nad^ 



62 

JHrd^enfj)tad&en, ber lateinifd^en unb gtie(l^if(^en, in benen aCein nlauU 
fe^, ble ^tlliqen ©el^eimniffe be0 ©fauBenö ju begeifert, bie flatoifc^c 
(B^xa^t als eine batBatifti^e, b. ^. ^Jtofane, Dom »öeingt^ume burd^ 
ben ©ettaud^ ber Äirti^e auögefd^Ioffene, beten man flci^ nur I»ei ber 
^rebigt Bebienen bürfe ^). ^tnn gur @rlaffung biefeö SerBote« ben 
^ai)ft einerfeitö ber gefe^Hd^e ©eBraud^ ber Mx^e Befllmmte, fo Betoog 
i^n bagu anbrerfeitö bie finge Sdirfftd^t auf biebeutfr^en®cgner aSeti^ob'ö; 
benn bieß SerBot n)ar geeignet, f!e einigermaßen mit berSWaaßregel Storni 
in a3etreff ber :|)annünif(^en 5)i6cefe gu ijerfo^nen. 

Sie ijerl^iert f!d^ nun ÜBet^ob gegenüber biefem im 3. 873 i)om 
a^jojiolifc^en @tul^le auögef^jrod^enen Q3erBote ber Seier beö ©otteöbien* 
fie« in fratoifcl^er @))rad&e? ©efc^ic^tlic^ fe^ iji nur bieg, bag 3»et^ob 
fortfuhr, fid^ be0(SIah)ifci^en heialUn firc^Iic^en gunctio* 
nen ju 6ebienen. ^^ater bieg an^ unBotmägigem ^ro^e gegen bie 
5(utoritdt beä a^oflolifd^en Stuf^U ? ^ieg an^nm^mcn ijerBietet bie f irc^Ii^c 
©eflnnung SWetl^ob'ö. @ona(^ BleiBt nur 3h)eierlei anjune:^men üBrig : e n t* 
n? e b e r ifi i^m baö pap^üä^t (Sd^reiBen burd^ ben ©ifd^ of 'oon 5fncona nif^t 
gugefommen unb baö barin auögef^rod^ene 33erBot BlieB ifem unBefannt, 
ober er ifi §ur Äenntnig beffelBen gefommen. 5Daö (Srftere fann ni^t 
leidet angenommen werben; benn tDcnn aud^ ber 33ifd^of $aul ftc^ felBjl 
nid^t nafü) ^annonien BegaB, too§u er bod^ ongetoiefen toax, fo f)atU 
er 3Bege, baö ^jd^fWid^e 33rei)e an aRett;ob fidler gu BefieHen} aud^ hjar 
ber 3n^alt bejfefBen fein folc^er, bag man an dm Unterfd^Iagung bef* 
felBen im beutfd^en ^arteiintere^e benfen fann. JDanun, hjie nid^t ju 
l^toeifeln, baö ^)d^ftnd^e @d^reiBen bem aWetl^ob burc^ ben Legaten ^n^ 
gefommen, fo bringt fld^ bie 2(nnai^me mit 0?ot^h)enbigfeit auf: ber 
6m^)fdnger l^aBe baffelBe an^ Beanttüortet. 3n toeld^em 
@inne, unb in hjeld^er 5(rt unb ffieife bieg gefc^ei^en, \^nnt eBenfalTö 
gang unjnjeifel^aft gu fe^n. 3n aller S^rfurd^t gegen bie 5tnorbnung 
beö ^a^fteS erlauBte f!d^ SWet^ob baS, toaö er um beö gortfd^ritt« ber 
@Iah)en m d^rifilid^er ©rfenntnig unb um ber ^r^altung berfelBen in 
©emeinfd^aft mit bem a^ofiolifd^en @tu:^Ie h?illen getrau, §u entfd^ul* 
bigen; hjaö er an^ bem Segaten gegenüBer münblid^ ju tf)un getoig 
nid^t unterlajfen i^atte. Unb in ffolge biefer Oled^tfertigung burfte 
vSKet^ob im ©eBraud^e beö (SIan)ifd^en Bei ber ©otteöbienftfeier fortfal^ren, 
Bis biefelBe ijom jpa^jie gurücfgehjiefen tvax. 



2)eutfd&Ianb unb unter (iinem naci^ ^annonicn gefd&icft tt>urbe, fo ijl bie (5oni^ 
Bination: baö erfle ^j&^jftUd^e SScrBot ber f lami f^en SWeffe fe^ in'« 
3. 8735ufcfecn — eine Worifci^ fiebere. 

3) Cod. p. 58. JDer ^a\>^ f^ridfit ^ier im (Sinne unb naä) gaffun^ ber 



63 



§. 15. 

ajJet^ob toirb beim römifcf)cn ©tu^Ic bogmatifc^er 3ttt^ümer 
befiä^ulbigt unb auf« 9leuc ob ber in fl^^ivifii^er ®))rad)e 

gcfungenen SWcjfc Derflagt. 

^le «t^ric^e ©erid^teSarteit aWet^ob'e ü6er ^^annonien unb a»ä^^ 
ren formte ijoit ben 3)eutfc]^en fortan xe^tÜ^n Seife nici^t me^r an* 
gefod^ten trerben. ®enn aud^ nid^t ganj unbehelligt i)on ?(u§en ax^ 
UiUU bod^ aWeti^ob i)om 3a:^re 874 an eifrig an bem Innern 2fuS6au 
ber v«ttnonifd^en Jtirdöe; unb ber (B(^an^lai^ feiner »öau^tt^ätigfeit 
fd^eint burd^ mel^rere 3a^re nod^ i)orjiiglici^ ber füblic^e ^^eil feiner 
Jtird^enVroi)inj getoefen gu fe^n. 

5Dort iüalteten unter ber d^rifWid^en a3e\)6rferung nod^ mand^e UeBer* 
refie be§ un^eiHgen »&eibent^umö, unb SRet^ob f}atU gro§e aWu^e, bie* 
felBen auszurotten. 2Bie ber un^eilige ©eifl beö ^eibent^umö fafi ükraU 
bie ßl^e tl^rer »^eingfeit Beraufct ^atte^ fo ^atte er an(^ unter ben @Iqh)en 
^annonienS, h)ie unter ben Slawen anbrer ,^«nber*), auf biefem ®e* 



1) 3. 33. S36f)mcn^ — nad^ bem Seugniffe be^ Cosmas in f. d^ronif: 
„Quia tunc temporis (int 11. Sal^rl^. unter «Öer^og Ultfci^ unb S3ifd^of @eöeru^) 
prout cuique piacuit, binas vel ternas conjuges habere licuit: nee nefas fuit 
viro rapere alterius uxorem, et uxori alterius nubere marito. Et quod nunc 
adscribitur pudori , hoc tunc magno fuit dedecori , si vir una conjuge , aut 
conjunx uno viro contenti viverent. Vivebant enim quasi bruta animaüa, 
connubia habentes communia" (Scriptores rerum Bohemic. Tom. I. Pragae 
1783. p. 72.). <Diefe fittlid^en ©ebred^en bcö e^elic^cn a^erfjaitmffcö unter ben 
(feriftUc^en ©laiDcn ^öi^nten^ maren aber eben nur traurige Ueberrejle a\x$ ber 
3eit bcö ^eibentftumö ; bcnn von ben I)eibnifdfien 33o()mcn fagt berfclBe Co«;?!«* 
I. c. p. 8. : „Quin etiam et ipsa connubia erant illis communia., Nani more 
pecudum singulas ad noctes novos probant hymeneos , et surgente aurora trium 
gratiarum copulam, et ferrea amoris rumpunt vincula." ^aladf^ (®efci^. ». 
«Bofimen I. 188. 9Zotc 177.) Mtxtoix^i bieg Beuqnig beö ^ofma^ o\9 un^iftorifc^ 
unb oi^ne ^ewei^fraft. 3d& ftnbe aber bieg äeugnig bea diteflen Bo^mlfd^en 
(5()ron(jlen bi« j^ur @inbenj beji&tigt burd& bfe \jon i^m im 2. ^uci^c feiner 
(J^ronif ad a. 1039 beigebrad^ten ©cfe^e, hjetd^e «öer^og S3reti«Ian? unb ^U 
fd^of <Se\)eruö gur SBa^rung be^ l^eiligen 6'^arafter« ber (S^c gu erfaffen ge? 
^mungen iraren, n?ie Cosmas 1. c.-p. 110. bezeugt: „Ergo hoc meum maximum 
et primum sit decretum , ut vestra connubia , quae hactenus habuistis ut iupa- 
naria, et ceu brutis animalibus conimunia, a modo juxta canonum scita sint 
legitima, sint privata, sint insolubilia, ita duntaxat, ut una vir conjuge, et con- 
junx uno viro contenti vivant. Si autem conjunx virum, aut vir conjugem spre- 
verit, et rixa inter eos usque ad discidium efferverit, qui ex eis ad priorem copu- 
lam legitime celebratam redire noluerit , nolo ut secundum ritum nostrae terrae 
hujus rei violator in servitutem redigatur , sed potius nostri immutabilis decreti 
per angariam, qualiscunique sit persona, redigatur in Ungariam, et nequaquam 
liceat ut pretio se redimat aut in hanc terram redeat, ne unius contagio oviculae 
totum Christi serpat per ovile. Severus episcopus dixit : quicunque aliter fece- 
Tit, anathema sit". 3)a ^JaladP^ (a. a. D. @. 280.) biefen SSerid^t be6 
©ofmaö aU voUFommen glaubtourbig anerkennt, fo fe^e iä} nic^t ein, iuie er 



64 

t»iete bcr ^äuölid^en unb 6ffentlici^cn Sittlidbfelt eine gräueboHe Q3er* 
njuflung angerfd^tet, unb ^^efrud^ unb 3SieIh)ei6ere( toaren giemlid^ 
allgemein ^errfd^enb. JDie 2f6fte(rung fold^er ffttHti^en ©rduel fonnte 
bem ©rjHfci&ofe nur geringen, njenn er in J&anb^atiung ber Jtird^engefe|e 
öon bem toeltüä^en 2frme unterfiü|t n)urbe. ^ai)ex erließ ^. 3o ^ann 
VIII. i)on Olaijenna auö, njo er im "äuguli 877 eine grojie @^nobe*) 
^ielt, an ben Surften Äocel') bie ffieifung, ben widfü^rlid^en au^ bem 
^beibent^ume ftammenben (S^etrennungen unb SBieberijer^eiratl^ungen Ui 
M^dttn beg entlaffenen S^et^eilö burc^ feine lanbeöfürfiric^e 3Wad^t 
gu fteuernO« 

ffienn nun aud^ bie ^Deutfd^en bie erjBifc^iflid^e ©eric^töCarfeit 
aWet^ob'g ü6er$annoniennid?t me^r 6eflreiten burften, fo ließen jie botl^ 
fein Bifd^5fnc^ SBalten nicl^t außer 2(ugen, ^arrenb unreiner ©elegen* 
^eit, baffel^e beim a^oftolifc^en @tu^Ie §um ©egenflanbe einer Jllage 
mad^en ju f6nnen. ffieil i^re .ffage oB ber Hturgifd^cn 9?euerung 
aWet^ob'ö HS^er bie feaBftd^tigte Sirfung nid^t gefunben :^atte, fo traten 
fle aUmhqev gegen aWet^ob'g Olec^tglduBigfeit^) auf, iDO^I toif* 
fenb, luie fd^trer eine fold^e ^(age am r6mifd^en @tu^Ie wiege, unb 
iefd^ulbigten benfell?en ijorjugötüeife beö ben ©ried^en eigentl^umlid^en 
Srrt^umb in ber Se^re* toom ?(uSgange beS 1^. ©eijieö ®). 



hit frühere (Sci^ilberung beffetben »on ber Un^eilinfeit ber gefd^ted^tlid^en SBer.- 
binbungen unter ben ^eibnifdjen S36^men, )miä}t^d) toeit in bie ^rijtlic^c 3eit 
ijintin fortge^itanjt i^ciitt, a\^ unbtjlorifd^L bcgcidSincn mag; benn bie beiben 
ßeugnijfe be^ ß^ofmaö tragen einanber n?ie ®rnnb unb golge, Urfad^e unbSÖir.- 
fung ; unb eö gibt fein verl&§ndberc^ Beugnig für ben Buftanb ber offentlieben 
©ittlicibfeft einer Seit aU bie ©cfe^gcbung berfetben. 

2) Mansi XVII. 335 ss. 

3) ^a'onxä) ifl auger Streit gefegt, bag ^ocel im % 877 nod^ lebte, 
iüorna^ jic^ bie 5(nnabme iDümmler*^ (Qlxä)i\> X. 41. XIII. 192.): Äocel 
fe^ nm^ 3. 874 gejlorben , aU unrid^tig crtüeifet. 

4) @. Cod. p. 57 s. 

5) sß. 3obann VIII. formulirt biefe ^tage in f. «Briefe an SWet^ob \>om 
14. i^uni 879 alfo: „Audivimus, quod noii ea, quae sancta Romana ecclesiaab 
ipso apostolorum principe didicit , et cottidie praedicat , tu docendo doceas , et 
ipsum populum in errorem mittas." (Cod. p. 58.). Unb in f. 33rlefe an ®tt)a; 
to^tuf ijon felbem 3!)atum : „Quia vero audivimus , quia Methodius vester archie- 
piscopus . . aliter doceat , quam coram Sede Apostolica se credere et verbis et 
litteris professus est, valde miramur" (Cod. p- 59.). 

6) SBeii ber ^ird^englaubc fidb im @^mbolum ober ©taubenßbefenntniffc 
feinen 5(u5bru(f gegeben i^at, fo h>arb SWetbob befdbw^bigt: er finge 'oaß Credo 
Ui ber b. 9)ie|fe nidbt bem ©lauben unb ©ebraud^e l>er Äird^e gem&g — nacb 
bem 3eugniffe $. 3obann VIII. in f. S3riefe an ^tt^atoplnt vom 3uni 880: 
„Methodium interrogavimus , si orthodoxae fidei symboium ita crederet, et inter 
Sacra missarum sollempnia caneret, sicuti sanctam Romanam ecclesiam tenere, 
et in sanctis sex universalibus synodis . . promulgatum atque traditum constat." 
(Cod. p. 60.). <Dag aber bie beutfc^en ©ifdbofe Ui biefer i^rer^Iage befonber« 
ben gebrpunft über ben Stuögang beö b- ©eijle^ im Stugebatten, (eudbtet eben 
iDieber auö bem Ätage))unfte fetbjl ein. (Sollte ibre Älage fidb nid^t aU eine 
offenbar lugenbafte ertoeifen , fo mußten ffe in SBabrbeit mit einigem ©runbe 
fagenfonnen: baö Credo, toeldbeö aWetbob finge , njeidbe »om firdblidficn ©ebraudje 



65 

9ftt biefe a3efd^ulbtgung fttü^ften fle bie to eitere Stlaqt: ÜRet^ob 
fa^re fort, ben ©otteSbieitfi in ber Bartarifd^en (Bpia^t ber @Iah)en 
ju feiern^); unb fle lU^tn f)kxUi too^I nid^t unbeutlic^ buriä^BIWen, 
er t^ue bief au« bem ©runbe^ um burd^ ben @c6raud& biefer feinen 
beutfc^en yia(i}hatn uni)erfiänbnd^en @^jrad^e feine bogmatifcl^en 3rr* 
t^iimer gu ijerberfen. 

©eflü^t auf ford^e Älage i)errangten fie bie 5I6fe^ung SMetl^ob*« 
öon feinem Hfd^ ofli d^ en 5tmte^)j benn biefe (Snbatftd^t lag alten 
i^ren ^d^ritten toiberben il^nen i)er^a^ten frembenSubringHttg juSrunbe. 

fragen tvit nad^ einer 4ufiern 93eranlaffung, ml^e bie 
beutfc^en 33ifd^6fe trieB, bie aiec^tglduHgfeit OTetl^ob'ö je^t, ndmlld^ 
gegen ^nbe beö 3. 878 ober gu 9lnfang beö folgenben anzugreifen, fo 
r4|t j!d^ biefelte nid^t unfd^toer auö bem a3rlefe beö 5P. Sodann VIII. 
an (Stoato^Iuf \)om 14. 3uni 879 erfennen. 5Den »&au|)tin^alt biefeö 
93riefe8 Bilben eSenfadÖ bie toiber aÄet:^ob'ö Oled^tglduBigfcit er^oBenen 
,ÄIagen. SBie fommt ber ^^a^fi bagu, üfcer biefe in Siom anf^anQiq ge^» 
mad^te ^lage bem @h)ato))luf ju fd^reiten? $Die§ fe|t ün nafeö 
S3er^ältni^ ber Älager fotorf^i al$ be« ©eflagten ju bem SWä^renl^erjoge 
ijorauö. 2Bir Begegnen Umnad) i^ier jum erfien 3WaIe auf gefd^id^t# 
lid^em 33oben einer näheren SSerBinbung, in toetd^e äWet^ob ju @n3atoi)Iuf 
getreten hjar. 3Wet^ob f)atU ndmlld^ — 2fnbereö angunel^men MeiBt 
nid^t üBrig — ben fübtid^en 5tnt^eU feiner *^ird^en^roi)ing, ben @d^au* 
))ta| feiner Biö:^erigen ®irffamfeit öom Saläre 870 Bio 877, ber baö 
l^änbergeBiet ^ottVQ (toeld^er eBen gegen 6nbe 877 ober 2(nfang8 878 



aB. Unb fo mug e« auc^ in ber Xfjat getoefen fe^n. 3n ben beutfd^en unter 
frdnfifd^er «gerrfd^aft flel^enben Äird^cn jfang man ba« @^ntBotum mit bem Bus 
fafee Filioque (yoit bie§ gefommen, baruBer f. meine ©efd^. b. Jtird&e II. 391.), 
hjdftrenb bie romifci^e »^ird^e, \>\t uBer^au^t baö Credo Bei ber S^ier beö if. 
Dpferö ju biefer Beit nod^ gar nic^t fang, Bi'^fter aucfi untedaffen Iftatte, gum 
nic&ifd&.-conjlantino^joUtanifdBen @^mBoIum baö 9Bort Filioque !)(n;\ugufe^en (f. 
Äoffing, titurgifcfee aSorlefungcn. SÄegenöBurg 1856. @. 339 ff.). STud^ in 
ben Jlirc^en aWd^ren« unb ^Pannonienö toar unflreitig, fo fange jte ber Suri^? 
biction @aIgBurgö unb ^affauö unterflanben , Bei ber Liturgie baö Credo mit 
bem Bufa^e Filioque gefungen roorben; SWetl&ob aBer, ber ^njar ba« 5lB:j 
fingen beö (S^mBolum Bei ber SWcffe beiBcBielt, fang ti boc^ 
o^ne ba$ Filioque. Unb biefer Umjtanb war e^, auf ben Bi" bie beutfd&en 
S3ifd^6fe i\)xt Jtlage toibcr 3KetBob'ö 9lecBtgI&uBigfeit grünbeten; benn ba er 
toa^rfd^einlidB aud& ben bcutfd^^lateiuifd&eh *ßriejlern, \>iz an ^ird^en feiner 
$ro»ing angejicUt waren, bie SÖeifung gegeben ifdiit , ba^ Credo Bei ber B. 
5Weffe fortan oBne Filioque ju fingen, fo lub er baburcB Bei ben mit ^);>ai%\t 
gegen i^n oftnebieg erfüllten 2)eutf(^en ben (Sdfieln ber gried^ffd^en ^drefie 
auf f!d^. 

7) % 3oBann VIII. in f. «riefe <\n SWetBob vom 14. 3uni 879: „Audi- 
mus etiam, quod missas cantes in barbara, hoc est in sciavina lingua (Cod. p. 
58.). SDer 0a^ft Begeid^net biefe ^laae aliS eine iofeberBolt gegen SW. »orge.- 
Brad&te, inbem er Bereite in früherer ^tii ba« SSerBot, bie B- SW^ff« i« fl<^^»' 
f^er ®i)rad()e gu feiern , burd& ben «ifd&of eßaul ü. 5(ncona an iB« BaBe ge^ 
langen faffen. @ieBe oben §. 14. S«ote 2. @. 61. 

8) <Dcn «etoei« bejfen ^eBe unten §. 19. ®. 75 f. 

<Bin}e(, ®ef(^. b. ©(awena^ojlel S^riQ u. SDlet^ot u. ber flaiv. Siturgie. 5 



66 

geftorten toar) nm^a^tt, \)erlaffen unb flc^ in ben norbSfilid^en bet 
«Öerrfd^aft ©toato^Iufö unterjle^enben ?(ntl^cil berfellBen iBegekn*). 
5Die beutfci^^lateinifd^e ©eitilid^felt toax in ^äf)xm unb bem baju gc^ 
1^6rigen ^annonicn ja^^lreicl^et aU bet fIan)ifcöeÄleruö, unb bcr (Sinffu^ 
berfeifcen auf (Sn)atoi)luf Ui bem freunblid^en QSer^dltniffc bejfelBen ju 
JDeutfd^Tanb üBerhjiegenb. ®ö toar nun I»ei bet urf^Jtünglid^ geringen 
(B^m\>atf)U, weld^e (Swato^Iuf für aWeti^ob ^^^te*^), unb Bei ber geringen 
33ilbung beffelBen ") nic^tö leidster, aU Ui bemferSen ben QRet^ob aU 
Srriel^rer ju ijerbdd^tigen unb i^n glaukn ju mad^en, toeld^e ©efal^r 
er laufe fel!6fi in ®(au6en8irrt^ümcr gu gerat^en, toenn er bem ©q* 
Hfd^ofe fein D^r lei^e "). @n>ato^)lut h)u{ite nun nid^t, toem er glau* 
t»en foHe: ob feinem öom rimifd^en @tul^Ie Befiellten 33ifd^ofe ober 
ben ?(nflägern beffelBen. ®eil nun biefe i^re ^lage toiber üRetl^ob an 
ben ^^apft §u Bringen im S3egriffe toaren, fo Belogen fle (Siuatovluf/ 
biefelBe gu unterflii|en. JDer »&erjog fd^icfte ba^er ben ^reöB^ter 3o^ 
^ann^') nad^ Olom, n)eld^er bem 5Pa^)fie miinbUd^ ju eröffnen i^atU: 
h)ie @iüato)?tut fd^toanfe, toaö er glauBen foHe, unb um fo me^^r bem 
3h)e.ifel üfcer ben redeten ®IauBen ^jreiögegeBen fe^, n)eil ber ßrjHfd^of 
üRet^ob ferSft ber3rr(e:^re Befd^ulbigt toerbe % tiefer 33ote ©»ato^IuF^ 
toar naturlid^ aud^ ber $!rdger ber »flage, hjeld^e bie beutfd^e ^Jflttet 
toiber äRet^ob Beim romifd^en (Btnf)U erftoB; unb baö Sfrö^jia^r 879 



9) THt Mocti ftattc ü)?et!)ob feine @tu^c verloren , unb eö fonnte je^t ber 
@algburger (Sr^bifd&of !5:i&eotmar, metd^cr im 3. 877 »om $a^fte baö $oL' 
lium er()arten i)aitt (Hansizy Germania sacra II. 138 ss.), feine Slnf^Jtüc^e auf 
^annonien leichter burc^fefecn. ^. Sol^ann VIII. wirb bc( aSertei^ung be^ $d; 
lium gttjar nic^t untcrlajfen J)aBen, \)on X^eotmar ba« a3erf))redfien ju »crtans 
gen, ba§ er ben ^rgBifc^of SWet()ob in SCuj^übung feiner 3uriebiction nic^t ftorcn 
unb ^inbern h>oUe ; aber ireue unb Sld^tunc^ bc^ ^t6)it6 haaren Bei ben ß^aros 
Ungern unb iBren ^ofUni^en leere .SBorte. 2)er %ti\> .^ocel*^ mad&te ein ferne? 
reo 5Birfeu unb S3(elBen SWet^ob'^ in Unter^nnonien unmoftlidö; er mürbe öon 
ben (SaljBur^ern, bie nun freie ^anb %<iiitu, f6rmlid& au« MrntBen Dertrie? 
Ben, unb er toenbete fic^ nad&SWdBren. 35aüon fprid^t ba« „Excerptum", »enn 
e« \)on bem ©latoen SWetBob fagt : „tandem fugatus a Karentanis partibus intra- 
vit Moraviam" (Cod. p. 68.). 

10) (S. §. 12. Jnote 5. (S. 55. 

11) 2)ie Bulf^arifd^c Seqenbe c 5. ^eid^net \^n troljl nic^t mit Unred&t a(^ 
„barbarum hominem et pulchri ignarum." Cod. p. 38. 

12) JDie unqiin)li(?e Sage aWetBob'« unb feiner ©eijlHd&en Bei fold^em Stanbc 
ber JDin^e in aWdBten ifl einleud^tenb : man fudjte fie au« bemSanbe ju brin- 
gen unb fie Ujaren aUer^anb UnBilben au«(|efefet — roie bieg bie md^rifcje 
Segenbe c 10. (Cod. p. 16 s.) fc^ilbert. 

13) ^odfifl h>a^rfcBcinlid& Sol^ann von aSenebig, t\n ^\^\ot iüinbi? 
fdBer Bunge, beffen fi(i& Stvato^tuf- f4on im 3. 874 al« ®efcBdft«trdger be; 
biente. ■ .. ■ 

14) So Bann VIII. an @n?ato^Iuf'14. 3uni 879: Quod autem, sicut Jo- 
hanne presbytero vestro, quem nobis misistis, referente didicimus, in recta fide 
dubitetis . . Si autem aliquis vobls, vel Episcopus vester, vel quiiibet sacerdos 
aliter adnunciare, aut praedicare praesumpserit . . . doctrinam falsam abjicite 
Cod. p. 59.). 



67 
ergieSt flcl^ aU ber 3"t^)unft blefer ©d^ritte toiber ben Vö»tnonlfc1^en 

§. 16. 

ü)iet^ob tauft ben Sö^men^crjog SBoritDo^. 

9Jn ©toato^jluf'ö unb aWet^ob'ö 0?amen fnüpft fld^ aud^ baö folgen^ 
reid^fie (Sreigni^ ber alten -66WWen ©efd^id^te *)• bieS'aufebeö «&erjog3 
35ofih)09. ©toato^jluf, um fld^ gegen bie 5I)eutf(i&en j^u.Bel^auvten, 
toar ffl^on im 3. 871 in nähere freunbfd^aftlid^e 33erBmbung mit ben 
friegölufligen S3c^men getreten; iinb biefeö (B^ni^^ unb Tru^h'mbnift 
beö «öerjogö S3ofltoo^ mit bem d^rifllic^en »^errfd^er ÜWä^renö fd^eint 
befonberö auf baö l^er^oglid^e ^anQ Q36^menö ijon fold^em ^inftuffe 
geiüefen ju fe^n, baß eö fid^ bem S^rifienglauBen jutoenbete*). ^d 
n>ar bem (Slatoena^jofiel aWeti^ob öorBel^altett , baö i^ergoglid^e ^aupt 



1) 3Die bie SSefel^rung ber 6ubftalren \um ©ftinftenti^ume im 7. 3a]^r? 
I^unberte »on ben Lateinern unb ^eutfci^en auggef^angen xoax (f. mtine^h: 
fianblung über bie S3eFe]^run(t ber (»(atoen gum (y()riftent^ume im „Äirdfeenteri^ 
fort" 10. ©b. greiburg 1853. 6. 222 ff.), fo fanb auc^ ber GrOriflent^raubc 
bei ben 9iorbtt)ejlftatt)cn 936^men3 guerjl öon S3ai)ertt l^er (Eingang. 
aSiergei)n au« ben @beln be^ bo^mifd&en SSolfe«, bie ,^u ^6nig Subtt)ig bem 
2)eutfd&en l^ielten, l&attcn fid^ fammt iftren i^euten am ^ofe beffclben gu Ote? 
f^en^burg an ber Dctau be« t), 5)reif ^nic^öfcflc« , b. i. am 13. Sanuar be« 5. 
845 taufen (äffen („Hludowicus 14 ex ducibiis Boemanorum cum hominibus suis 
christianam religionem desideranles suscepit, et in octavis iheopiianiae baptizari 
jussit"). Ruodolfi Fuldensis annales in Pertz Monumenta Germaniae. I. Hannov. 
1826. p. 364. «Bei S^aladfi? ©efc^. D. S36!)men I. 110. fiebt: ,,am 1. Sa,- 
nuar". SDenn bie§ nirf)t ein b(o§er 3)rutffe()(er ijl, fo tt?urbe irrtbu^lic^ unter 
Theophania, tt)omit bie ^irc^e h)ie mit Epiphania baö eine unb felbe gefl ber 
@rf(i^einung be^ $errn begcid^net, ba^ 2Bcil)na(i^töfefl üerflanben). SBenn aud^ 
biefe 14 bobmifd&e ©bie nur gr^^ere abelige ©runbbefifeer (roal^rfd^einlici^ au6 
bem fübn>efllidfien 936()men) geiuefen fe^n m6gen, fo toax bod^ bie 3a^( ber ©e? 
tauften immerl^in fo bebcutenb, ba§ t>k Mivä^e fortan in S36bmcn eine ®e.- 
meinbe gd^Ite. 5)a aber (5()riftentbum olftne ?Prie|ier nid)t befannt unb geübt 
irerben ifann, fo h)ar e^ eine notöh)enbige Solge ber S{nna()me beö ®(auben^ 
Von (Seite jener bo^mifdfien @b(en unb i^rer ßeute, bag fie ©eifHid&e mit ficj 
nad^ $aufe führten, benen ber ©ifd^of von S^ief^enöburg bie ^tti: 
bung gab. 5De§^alb ge^orte^o^men Von biefer 3eit an jum bifd^ofTi:: 
c^en @^jrengel vonS^ie^enöburg — burcft eine 2)auer »on me{)r aU 100 
Sauren , hiß iijtn ein eigner 93ifdf>of gegeben tt?arb. 

2) aßenn M i>«rd^ ^i^fc SSerbinbitng, in weld^e 6h)ato^Iu! ^u bem bol^^ 
mtfd^en -öergoge trat, am natürlic^flen "oU Slnnalftme be^ ©ftrijlcngfauben« Von 
©eitc be« iBe^tern erfl&rt, fo mag bod^ jene SSerbinbung immerbin nicbt bie 
altein »irfenbe Urfad&e biefe« @reif)niffe« gettjefen fe^n. 5Denn — h)ie S^a^ 
ladF^ (a. a. D. I. 136.) fe^r rid^tig bcmerft — ,M feit bem 3. 845 ein 
grofer Xt^eifber SBo^men, unb baruntcr einige ber m&d^tigflen Samilien be« 
i?anbe«, ba« ©^rijlentlftum angenommen l^atten, fo Fann biefe« bem «Öerj^oge 
f(^on in feiner 3ugenb nid&t ganj unbefannt geblieben fe^n , unb e« Faun aud^ 
von ^tite ber beutfd^en ?Prie|ler nid^t an SBerfuc^en gefehlt baben, ifjn jur 
5lnna^me ber Xaufe gu belegen". 

5* 



68 




3) 5)tcg bcjcuat bic beft&nbif^c Ucbcrifefcrung bcr hhf)mi\dotn Stirbt, Ui 
loi^rt burd^ ben altcftcii bfcbmifd^en ©f)ron(flcn Ck)8ma8 (f. Sffiurbif^ung ber 
alten bbf)m^ä)tn ®cfd6icötfd)retbcr üon g. ?JaU(f^. $ra(| 1830. (S. 1 ff.), 
bei bem kt)ir lefeit : „Hostivit genuit Borivoy, qui primus dux baptizatus est a 
venerabili Metudio episcopo in Moravia" unb: „Anno dominicae incarnationis 
DCCCXCIIII. Borivoy baptizatus est, primus dux (Boemorum) sanetae fidei ca- 
thoUcus". JDie n&^ern Umfldnbe ber Xaufe ju crtt)&^nen, l^ielt ß^ofma^ für 
uberflufftf) : „Qualiter autem Borivoy adeptus sit sacramentum baptismi ... 
maluimus praetermittere , quam fastidium legentibus ingerere, quia jam ab 
aliis scripta legimus" (Scriptores rerum bohemicarum. Tom. I. Pragae 1783. 
p. 23. 35 s.). 

4) 3n ^Betreff ber Seit, trann S3orittJi)^ (getauft irorben, c\Sli groar dofmo« 
(f. bie vorige SWote) aujbru(!li(i& ba« % 894 an; e^ ifl aber, toeil bamal^ 
weber 3Wetr)ob no(ib S3ofitt)o^ mel^r lebten, offenbar unri^^iic^. ^a\)tx toicben 
alle <Sj)&tern in ber 33eflimmunc| be« Xaufjal^r^ uon ©ofmaö ab, aber eben fo 
febr aud^ \Jon einanber, inbem ^albin \>(ki 3.856, ^effina u. ©treboipff^ 864, 
«Pnbitfdbfa 874, % SCt^ana« 876, ©^rfflo^^b Sorban 877, 3u(. ©öliman 880, 
ber 93oaanbljl eu^^fen u. 5)obner 890, 5)obron>ff^ 887—90, Slffeman 891, 
^aUäti 871 alö ba« ivabrfd^elnlit^e 3abr ber Xaufe angibt, (^iebe hierüber 
beö 3cfntten ^nbit^fa (bronol. ®ef(^. 936bmen« 2. X^l. gei^jgtg n. SJrag 
1771. @. 1 ff. JDobner Annales Hagec. TIT. 252 ss. 5)obroh)ff^ frit. 
93erfu(i^e I. 93ofin>oi?'3 3:aufe. ^Jrag 1803. e. 60 ff. ^^alacf ^ @ef(S. ». 
©S^men I. 132. 136.). 5)er ßefttere fiüfct feine Stnqabe auf folgenben »on l^m 
^iertoor(je^obenen Umflanb : „©dbon Im §erb|le be^ ä. 871 \)erm&]^lte ft(^ (Snja? 
to^jlnfmit einer b6^mlfdben gürftentod^ter , uermut^lldb einer ®d(>h)efter be« 
^erjogö ©oflhjo^ . . . 2)ie bol^mifcbe S^rln^effin mug fdbon bamal« ble 3^aufe 
angenommen l^aben, unb zi blnbert nld^t6, ju glauben, bag ba$ gange b^rg^g; 
lid^e J&auö ^u einer unb berfelben Seit getauft tDurbe". 3c^ fear früher (Jreti 
burger Älrdbenlerlfon 2. 33b. @. 63.) blefer ^Infi^t ^aladf^'a beigetreten ; ba 
ld& i^r aber je^t auf ben ®runb fe^e, erfdfielnt fte mir giemli(^ unbaltbar. 
JDie SBorte be5 SCnnallflen tjon gulba (bei ?Per^ I. 384.) : „Sclavi Marahenses 
nuptias faciunt , ducentes cujusdam ducis filiam de Behemis'* ftnb ber ©runb 
ber öon ^alacfö angenommenen Sßerm&blung. 5)lefe unbeftlmmten SBorte ober 
auf eine SBermal^tung @watovtu!'^ mit einer ^rinjefjtn au« bem regierenben 
^aufe ©o^men« ^vl beuten, fd^eint mir eine fo Fübne ß^onjectur ju fe^n, ba^ 
idfi Stnftanbnebme, l^r beizutreten, g&ttt aber audb ble fe angeblld^e aSerm&^lunji, 
fo bleibt bod^ bie ^^olltifd^e SSerblnbung 55ofltt)o^'« mit @tt)atoj)luf aufrecht, uiib 
f!e Ifl l^lnreldfienber ©runb gur ©rfl&rung ber 3^^atfadfie : bag 93ofltt)o^ \)om drj? 
blfd^öfe SWet^ob, aU blefer W i« ben % 878—79 In (atoatopluf« aielc^e auf; 
^lielt, getauft toorben fe^. 2)le ©rünbe aber, h)etdf)e mld^ befllmmen, blefc 
Xbatfad&e in bie genannten Sabre, unb gtrar in feine früheren, gu fe^en, er; 
geben ficj au« meiner bl^^erlgen i)arflel(ung ber SBirffamfelt 3Wet§ob'«. S(u(i 
5Dobroh)ff^ (@^rlU u. SWet^ob @. 123.) ftebt fidb gegtoungen, baffelbe anju; 
nel^men, Inbem er fd^relbt: „2)le Xaufe 93ofltt)o^'« mug tvenigflen« 880, too 
nld)t früher, am toa^rfc^einlld^jien fd&on \)or SWetl^ob'« s^elter Olelfe Vom % 
879 nadb SÄom gefd^el^en fe^n". — Ueber ben Drt ber2!aufe fd^reibt ?Pala(fi^ 
(a. a. D. @. 137.): „Ob ber 3^aufact In SW&^ren, an ©lüato^luF*« J&ofe, tele 
einige iBegenben bebau^jten, ober aber in 336bmen felbfl voKgogen' »orben fei;, 
mug unentfc^ieben bleiben". — 5)a e« feftjle^t, bag 93. von 5Wetbob getauft 
tt)urbe, fo fdfielnt mirauc^ jeber StrelfeHber ba« 28 o? befeitigt gu fe^n. SQöell 
Von aWet^ob, fo ivurbe ©. nlrgenb« anber« al« inSW&^ren, unb tvell bort, fo 
faum anber«h)o al« am ^ofe <Stt?ato^jluf'« getauft. Snbem \6:i jur ©egrönbunö 



69 



ßtrifient^umö Ü6er baö ^eibent^um in S36^men j!d^er gefieat. ^mn 
nun ber «ger^og unb beffen gamilie ftd^ gum Olaukn an 6^riflu8 Be* 
fannte, fonnte e« nid^t fehlen, ba^ berfeI6e burd^ ble i)om iT^rone 
i^eraB gefd^x'i^ten unb geffirberten S3emö]^ungen ber Olegenöfcurger ®eip 
nc^!e(t '*) j!d^ (mmetrmel^r unter ben ©Jörnen auöBreitete. 



meinem ^a^t€: »eil Don SWetfjob, fo nirgcnb« aU in SW&^ven — auf bie fol,- 
(lenbe SJ^ote »erioeife, matf^e i^ ^kx fuv benfelben nur bie (^q&^fung ber often 
^eacnben gcltenb. SBenn man ben gefci^fc^tlic^jen ®tf}alt ber Segenben t)on 
Sofiiroi;'^ i^aufe (f. 2)oIJrott?ff i^ a. a. £). ©. 31 jf.) »on ber 'Umhüllung 
fdöeibet, mit welcher i^n bie fromme (Sage umgeben unb au^gefd^mu(!t f}at, fo 
Hefbt aU ^iflorifd&e« ^ubflrat bie Xa'ufe 33. bur* SWetftob am .gofe 
■ (Smatoi^ruF'd ubria» 2)en »on bev mv^ftrifd^en Segenbe c 14. (Cod. p. 18.) 
ertrabnten Umflanb: ©n^atovliif t}iibt ben tjeibnifd^en ©ß^menfierjog niä)t mit 
fiä) am 2!ifc^e effen laffen, mochte i^ aber nic^t fo entfd&ieben, tt?ie 2)o^ 
Broh^fft) (a. a. D. @. 35.) unb S^afatfi) (a. a. £). @. 137.), in« Oteid^ 
ber ^abei »ertoeffen. «öergog 3ngo bebanbelte nadft bem fSni^it be« ^al^^f 
buraer Unc^enannten (Cod. p. 50.) auf hbnUä)t 3Beife bie ungetauften fied^en 
in ©clatoinien , unb ts ift Fein Bmeifel, ba§ ©nnttoijtuF i»on biefer ^aubfung«^ 
h)eife beö ge^jriefenen 3ngo ^unbe f^atit, SÖenn aber JDobrorofF^ (ebenb.) 
meinte: ,/2Baö ber «^erj^og S^ngo M g^gen feine Untergebenen erlaubte, \>a€ 
Fonnte ffcib ^^^ @n?ato^tiiF qef^cn ben «^ergog üon S3o^men, ber ale ®aft ju ii^m 
fam, niä}t erlauben"; fo burffe er fid^ \?on ber am J&ofe ^wato^jluF'ö ^errfdfjen^ 
ben 6'ourtoifie irol^f eine gu bofte SSorfieltung gemacht baben. — 9(u(J) ber Um^ 
(lanb, beffen bie m&br- l*egenbe h^eiter gebeuFt, ba§ 30 SW&nner au« bem 
©cfolfie SSoriiDoy?'« jugleid^ mit i^m fict^ taufen liegen, iji an |i(^ nid^t un? 
h>a^rfd&ein(i(6. 

5) ^aiaäi) bec^Ieitet W ©rgd^Iung \Jon ber Xanft 53. burc^ SWetbob a. 
a. O. ©. 138 f. mit ben SÖorten : „Xro^ bem @dbtoeigen ber dlteflen Duellen 
ifl e« nidbt 5ju bejjn^eifeln , bag SWetbob felbft nadb S3cbmen Fam, um f}itv, h)o 
nidbt bie b- Submila ^u taufen, fo boc^ ba« fo glucFlidb begonnene SBerF ber 
J&eibenbeFet)rung mit 2Dort unb %fiai ^u forbern. Dber follte ettt?a ber a^joflo^ 
lifd^e aWann, ber ben größten Xl^eil feine« Seben« in S^ieifen gur SSerbreitung 
be« abritten tbum« ;;ubradbte, nur bie Fur^e unb gefabrlofe Sabrt aue SW&^rcn 
na^ S36bmen gefdbeut baben, um fidb be« @ebeiben« ber vjon i^m felbft ges 
i^flangten erflen Jteime be« ^tiU (?) M einem ga^lreidben SSolFe i^u uerftdb^rn? 
Db übrigen« $l)'?etl)ob ba« unbeFel^rte Sanb für eine ©rlveiterung feiner eigenen 
5Di6cefe anfab, ober ob er e« ben SÄegeneburger 93ifcbcfen ubetlieg, hjeld^e feit 
ber Xaufe ber 14 bobmifdben 6'ecben im 3. 845 53^b"iC" fu^^ M in Slnfrrudb 
nabmen, Fann nic^t mebr ermittelt trerben." — 3)iefe an 2) o b ne r Annal. IIT. 302. 
f!db anfcbliegenbe $lrgumentation lüirb Feine«h)ea« burcb bie bifiorifd^en SSerb&lt? 
niffe geredbtfertirtt. *(§« ift unumfi6glid&e Xf)aiiaäit, njelcbe 5^aladfi) felbft a. 
a. D. <B. 110. 228. — freilid& im 3Biberfprudbe mit feiner eben angeführten 
SWeinung — anerFennt, bag gan,^ ©obmen 'oot @rrid&tung be« ^^ra? 
aer S3{«tbum« ,^um 9tegen«burger (Sprengel geborte, unb ^hjar 
feit 845. 5Dieg m%U SWetbob ebenfall« febr hjobl, unb eben fo toobl Fannte 
er ba« ®efe^ ber ^ircbe, ii^eldbe« jebe 2)i6cefe gegen bie (Sin? unb Uebergriffe 
eine« frembeit 33ifcbof« fdbufcte. Unb »er b&ttc bei ber i^m nur all;^u febr htf 
Unnten @iferfudbt ber beutfc^en ©ifc^ofe ficb toor einer SSerlefeung frember ^ihi 
cefanredbte mebr buten muffen, al« gerabe ber (Sr;;bifcbof SWetbob? @r Fam 
alfo fd^tüerlicb nad^ 336bmen, unb in Feinem galle jemal«, um bort bifcboflidbe 
5lmt«\jerridbtuni|en üor^unebmen. — JDiefe Fird^Hcben SSerb^tniffe »iberftreiten 
aud& berüon ?ßaladf^ ferner au«gef^rocbcnen S3ebau))tung i>on ber burdb 9We? 
tbob unb feine ^djuler „um biefe 3eit in 33M)men eingefubrtcn flatvifcben 
Liturgie, al« bereu ebr^ürbigjle« JDenFmal \>ae nocb ^eut gu Jlage in bo^mi,- 



70 
§. 17. 

2Wetf)ob tt)irb jui SeranttDortung naä) JRom tjorgelaben. 

5Öie naf)m ^a^jfi Sodann VIII. bie an feinem <Stui^Ie tüiber SÄe* 
t^ob'ö Oled^tgldubigfeit anhängig gemad^te ,^Iage auf? 0?i^t anberö aU 
mit Q3efremben unb 33ern)unberung. 9Ket^ob, ber fld^ mit 
feinem QBruberS^riH üon bem fd^iömatifd^en unb l^dretifd^en (Sonflantino* 
)ßtl lüögefagt, ber i^ov (Smi)fang ber BifclE;6fli(^en SBei^e feinen mit ber 
r6mif(^en »^ird^e in aUen @türfen ükreinfiimmenben ®lau6en münblic^ 
unb fd^riftlid^ fcetodl^rt ^atte, fodte Srrigeö lehren? ^iefe ^lage er* 
füdte ^. Sodann VIII. , ber ben aWetl^ob Ui feinem bie allgemeine 
Stufmerffamfeit auf fld^ jie:^enben Srfd^einen in JHom i)or ge^n Sauren 
^)erfünlid^ fennen gelernt, mit kfrembenber a?ertüunberung 0- ®ei( 
nun aBer bod^ einer f6rmlic^en, h)iber einen 33ifc^üf, unb gmar im 
fünfte ber Oled^tglduBigfeit anhängig gemad^ten unb ^on bem ^et^o^t 
aKd^renÖ unterfiü|ten »^fage Solge gegeben werben mußte, erlief 
«P. 3ü^ann VIII. unterm 14. 3uni 879 ein ©reöe an aWet^ob, ben 
(SrjHfd^üf ber pannonif^en ,fircf;e, fraft beffen er i^m Befahl, unm* 
h)ei(t nac^ Olom auf^u6recf)en, bamit er fld^ toor bem ^avfle münblic^ 
ü6er feinen ©lauten unb feine IBe^re verantworte *). Unter bemfel6en 
2)atum^) richtete ber ^ai)fl ein @(l;rei6en an ©wato^Iu! i?on 
aWä^ren, in weld^em er ben in 3it>eifel a?erflri(!ten auf bie unwanbel* 
fcare 0?orm beö ®lanhen^, bie ^ef)ve ber rfimifd^en ,^ird^e l^inhjeifet, an 
toeld^er er fefl^alten foHe, eS möge toer immer, Sifcf;of ober ^riefler, 
Salfc^eö ^jrebigen "*). SBeif er nun aBer au^ ber eingelBrac^ten ^lage 



fd)en ^ird^en qcfungcne fromme lOieb „Gospodi pomilui ny" Big in bie erften 
5(nfange be« ^^riflenthumö in äöo^men hinaufreiche". — ^o menig ein reli; 
qiofegS3olf«Iieb ein äöeflanbtfteil ber fird)Iid&en Siturgie iji, fo »enig fpri*t 
baö „Gospodi" für @infuf)rung ber f(anM'frf)en i'iturgie in 336f)men gu ir^enb 
einer 3eit. SBann biefe nad& Q36i)men fam, fie^e unten in ber ©efci^. ber ff«», 
giturgie §. 34 ff. 

i) dr gibt biefer 93ertrunberung in feinem 93riefe an (Sh)otoj)Iuf ben fpre- 
d^cnbfien Sfiiebrucf in bem 3Borte: „valde miramur^'. Cod. p. 59. 

2) „Unde his apostolatus nostri litteris tibi jubemus, iit omni occasione 
poslposita ad nos de praesenti venire procures , ut ex ore tuo audiamus et co- 
gnoscamus , utrum sie teneas , et sie praedices , sicut verbis ac litteris te sauclae 
Romanae ecclesiae credere promisisti aut non , veraciter cognoscamus doctrinam 
tuam". Cod. p. 58. 

3) SCuffaUenber SBeife biffcriren Q3öC,^ef unb ($rben (Cod. p. 58.) in ber 
Eingabe be^ 2)atum^ ber beiben S3riefe Sobann'ö VIII. an aWethob unb €»«? 
tovtuf vom 3uni 879. 3B%enb bie von *JWonfig. SWarini vibimirten ^h 
fc^riftcn ber 33riefe ane 'oen \>hp^U(i)tn 9fiege|ien Ui «oqef ba^ Saturn XVIII. 
Kalendas Julü tragen, fuhren bie von »Palacf^ au^ ben S'iegefien genommenen 
SJbfc^riften hei drben ba^ ®atum XIIII. Kalend. Julü. JDa Mansi unb Har- 
douin für bie l^e^art XVIII. Kai. Jiil. geugcn (bie Regesta Pontificum Romano- 
riim Von Jaffe mir aber nic^t ju ®:bote fielen), fo ^alte icb ba^ ^aivim \>ti 
14. 3uni für 'ixi^ richtige. 

4) Sreilic^ frug e« fid^ eben M @matot>tuf barum, ob lD?et^ob ober feine 
9(nf(&ger bie i*e()re ber romifc^en ^ird^e v^ebigen. 



71 



toernommen f}aU: ^r^Hfcl^of ÜÄet^ob leiste anberö, al8 er ijor jel^n 
Sagten münblid^ unb fd^riftlid^ Beim a^)ofionf(i^en <Btnf)U Utannt^aU] 
— fo ^aU er, hjie Befrembenb unb unglaublich i^m biefe Älage aud^ 
erfc^etne, bod^ anbenfelfcen bie SBeifung erlaffen, fld^ o^ne ^ntfd^uU 
bigung unb 35gerung gu i^m gu verfügen, bamit er au3 bem SRunbe bef^ 
feilten toernel^me, toie fein ©lauBe Befclf^affen fei?^). — Der ^reött^ter 
Susann, ber bie ,f fagf^rift iüiber ÜWet^ob nad^ 3lom getragen, Brad^te 
aucfi bie ^äpfllic^en ©d^reiBen an i^re 5lbrejfe. 



§. 18. 

SKet^ob n)irb t)om $a))jtt für tecbtglaubig erflärt. 

Sereittoidig folgte SWet^ob ber vä^?filt(^en SSorfabung; benn Im 
33etou^tfe^n feiner red^tgläuBigen ©eftnnungö* unb »öanblungötoeife er^* 
fannte er in feiner 33eranttDortung toor bem ^6d^fien 3lid^ter in ®Iaus 
fcenöfad^en bie Befle öom ^a:|)fle nur in feinem Sntereffe ergriffene 3!flaa^^ 
regel, ben forth)ä:^renben Stngriffen feiner rafifofen ©egner enblid^ ein 
3iel ju feien. 2»it {»efonbern 5luftrdgen an ben ^a)ßfi ^on @eite 
(Stoato^jlnfö Betraut *) unb 'oon ©emiftfn, einem QSafaden unb 33ertrauten 
beö ^er^ogö, Begleitet*), trat er ungefaumt bie Cfteife nad^ Olom an. 
Unjhjeifel^aft h)urbe SWet^ob, ber Berxil^mte unb Beim (Stuf)U beS 
^t^oflelfurfien in öerbientem Qfnfe^en fle^enbeSWann, mit bem gr6^ten 
SBo^rmoHen bort aufgenommen, ber, naclf^bem er an^ Bifd&5flid^er ^iü&t 
bie ©raBfiatten ber l^eiligen Sl^ofier Befud^t, bem ^a)p^e feine QSerel^rung 
Bezeugt unb in ^ri^atunterrebung bemfelBen bie nStl^igen 5fuffc^Ififfe 
gegeBen, geh)iß nid^t unterlief, bie (Srlebigung feiner Angelegenheit 
aufs mSglid^fle gu BetreiBen. (5ö fianben aBer fo h)id^tige ©ad^en in 



5) Cod. p. 58. 

1) 2)er SW&l^renlftcrgüg (ie§ bem $a^)fle feine unb feinem ganzen SBoffe^ 
aufri(^)tiae (Srgebenftcit c^egen ben @tu§l be^ ^. ^ttxm melben, unb jroar nic^t 
nur in fird^Itc^en JDingen, fonbcrn an^ in 55etre(f ber treltnti&en ^errfc^aft 
unb ^cHtifd^en ^teUung. @o fe^r bie $oHtif bem @ivatoi>(uF jic^ mit ben 
2)eutfc^en (na^ Äcnig ßubtoig'g bc« 2)eutfd^en Tobe am 28. $(ug. 876 gebot 
^arlmanu über 33at)ern, bie'^annonifc^e Dfimarf, ^Srntbcn, unb i)atk bie 
Dberle^n^^errlic^fcit über bie gin^^jfltcbtfgen g&nber ber @Iatt)cn, ^hijvtn unb 
©o^men; ^arlmann flarb im SWdrg 880, unb fiubtt)ig II. tourbe fein @rbe) 
auf freunbfcibaftHd^cn %u^ ^u jieUcn gebot, fo febr bcl^errfd^te iftn bodb, gleid^^ 
trie feinen Obelm SRaflialatr , baö (Streben nadfi ^)olitifd^er Unab^ingigfeit. 
fBolitt er biefe erringen unb be^au^^ten, fo toar ibm uidfit« notbioenbic^er al0 
ber ^eiflanb be3 $at>'fte6, um ttjeic^en er euentueli ftc^i gegenh)&rtig burc^ aWe^ 
tbob ben?arb. 9^ur 2)iefen, \jon bem er Feinen Sßerratb an bie i)eutfd)en gu 
fürdbten batte, Fonntc er mit biefer confibentieUen SWiffion betrauen. Unb ^U^ 
tbob l^atte fü^ berfelben, h)ie baö ph)i>fili^t €d^relben le^rt, »oUFommen im 
€inne unb gu ©unjlen beö SWaljren^er^ogiS entlebigt. 

2) ^obann VIII. an (Sn?ato))luF im 3uni 880: „Methodio una cum Se- 
misisno fideli tuo ad limina sanctorum apostolorum Petri et Pauli, nostramque 
pontificalem praesentiam veniente (Cod. p. 60.). 



72 

gfrage, ba^ bie baburd^ getotene groffe (Sorgfalt in ä^el^anblung betfelfcen, 
h>eld&e ben tJmifd^en (Stu^f ijon Jel^er aud^eid^nete, eine längere 3tit 
in 9tnf:t)ruc1^ nal^m; aud^ njenn man nid^t in Slnfd^fag Brdd^te, bafi bie 
beutfd^e ^Jartei för ii^re ^a^e unb einen günfligen Qfuögang berfeI6en 
in JHom nid^t mü^ig toar. 

2)ie »frage ber ©eutfd^en, h)eld^e 9Ketl^ob beö 3rrgIanBen8 in 
©ejtnnung unb l^e^re Befc^ulbigten*), h)ar ber ^au:|)tgegenflanb ader 
33er^anbrungen. i)a^ urfi)riinglid^e @efe§ ber ,ftrd^e üBertrug bie 
Unterfud^ung unb (Sntfd^eibung aller hjiber einen Q3ifd^of er^oknen 
,f(agen einer 6ifd^5flid^en @t?nobe. Deff^alfc yjerfammelte ^aijjfl 
3o^ann VIII., beffen ®erid^tö6arfeit SWet^ob aU (5rjbifd^of un* 
mittelbar unterflanb, ^ifd^6fe um j!c^ *), um in aUer ijom Äird^engefe|e 
sjorgefd^rieknen gorm bie Äfage wiber Siet^ob gu unterfud^en unb ba^ 
Urt^eil ju fdden. 2(uf ®runb ber Äfage *) bre^ete j!d^ bie Unterfud^ung 
iBefonberÖ um ben ©lauBenö* unb fie^rpunft ^om Qtuögange beö 
f), ©eifieö öom SSater unb @ü^n '). 2)a UtannU nun !Ket^ob, 
ba^ er allerbingö, h)ie bie Äfage i^m gur fiafi lege, baö ©^mfolum 
o^ne ben Bwfafe Filioque finge unb 'oon feiner ©eifiü^feit fingen laffe; 
toenn er a6er alfo ^^anble, fo flimme er öoHfommen mit ber romifdben 
*f irc^e, bem ^^an'pte unb ber üWutter aller ,f ird^en, üBerein, tüeld^e biefen 
3nfa^, toeil er bie ©anction eineö allgemeinen ßoncilö nid^t für flc^ 
l^afce, eknfaHö nid^t inö <Bi)mMnm aufgenommen f)aW'). 5Da man 
afcer au^ biefem ©runbe, baß er baö ©^mBolum oi^ne ben 3ufa^ Filioque 
finge, folgere unb i^n kfd^ulbige: er öemjerfe ben ®Iau6en unb bie 
IBe^re ber Äird^e öom 9fuögange beö f), @eifie3 ijom 33ater unb ©o^n; 
fo muffe er biefe Solgerung al^ eine irrige unb biefe 33efd^ulbigung 
alö eine falfd^e unb ungered^te jurüdfh)eifen , benn tote bie romifti^e 
Äird^e ®), fo glaute aud^ er, baß ber l^. ®eifi nid^t allein öom Q3a« 



3) (Sie^e §. 15. Si^ote 5. <B. 64. 

4) Sol^ann VIII. in bem ang. 33riefe: Methodium interrogavimus coram 
positis fratribus nostris episcopis (Cod. p. 60.). JDie @i?nobe butfte nic^t »or 
bem ^xmahvt 880 ^tatt gefunben ^dbtn. 

5) (S. §. 15. 9lok 6. e. 64 f. 

6) JDie ©efd^idftte biefer fie^re jte^e in meiner ®efc^. b. ^ir*e §. 297 
—99. II. 386 ff. 3)6ninger, Se^rl). b.jrird&en9ef(i&. 2. 5(ufl. Otegeneb. 1843. 
I. 387 jf. 

7) @i- unterlieg geh?i§ nidfit ^u bemerfen: ber ©cBraud^ ber beutWen 
^ird^en, ujelci&e nac^ bem SSorganc^e ber <Si)nobe von 3!olebo 589 auf ben 
©onciften ju griaul 791 unb granffurt 794 ba^ Filioque inö @^mbo(um 
aufgenommen , fe^ für t^n ntci^t maggebenbe 5Iutortt&t. 

8) 2)a6 bie romifd^e ^irc^e ben Sluögang be^ fj. ®eifleö »om SSater unb 
@o6n (glaubte unb leljrte, hjirb S'liemanb in "SlBrebe fleUcn. ^cfi^alb i|l eö 
aber fid&er unb gctoig, bag $a^jl So^nn VIII. ein entfc^iebener ^efenner 
biefeö ©kubensfa^e^ h?ar. 5£)enn tt)enn biefer iPa^fi aud^ bem ^^otiuö gegen? 
über in aUer SÖa^r^cit über ben SlrtiFcI Filioque fc^reiben fonnte : „ Novit fra- 
teruitas tua , quod quando accessit ad nos qui non ita pridem a te niissus est, 
de sancto symbolo nostram sententiam perscrutatus est; et invenit illaesum, 
quemadmodum a principio traditum est nobis , servasse nos , nihil addentes, 
nihil auferentes"; fo ftnb e^ offenbar SDorte beö bie ^dpflHdSien S3riefe gr&utic^ 



73 



in, fonbeth ani) »om So^ne, unb jtoar »on SSeiben juglei^ au«» 



t)erf&Tfd&cnben ©deci^cn, b(e bem ^^a^fte in bie gebet c^cfd^obcn »erben, loenn 
er il^n weiter fagen l&§t: „Iterum igitur tuae reverentiae significamus , ut 
de hoc articulo, ob quem suborta sunt scandala Inter ecclesias Dei, certam 
persuasioaem de nobis habeas , quod non solum illum non dicimus , sed etiam 
eos qui primum ausi sunt sua insipientia hoc facere, praevaricalores esse 
censemus divinorum oraculorum, qui pervertunt sacram doctrinam Domini 
Christi et Apostolorum ac ceterorum Patrum" (Mansi XVII. 239. 526.); benn 
in biefen SBorten (jl gerabeju eine S3ern>nfun(j ber bem §(rt. Filioque %a ®runbe 
liegenben Seigre felbfl ouögef^jrodfjen, unb 5)fimntler, loeld^er (9(r(^i» XIII. 195.) 
\>(ii ©egentftcif 'bt^avcpiti, iiai offenbar bie SBorte be« ©riefe« niit fd&arf genug 
angefe^en. — 3n)ar fci^ilbert 2öattenba(i&(93eitr4ge@. 22.) 3oftann VIII. 
qlU „einen Fingen SWann, tt)eld6er fid^ ttie!)r burdft eine getoanbte unb raftio« 
»erföTgte ^^olitif, aU burci^ eifrige« gehalten bogmatifd^er ©ift^ au^j^eid^nele " ; 
aber e« entbel^rt biefe« Urt^eii über ba« hjenigere gepalten bogntatif(^)er (£&^e 
ber ^fiflorifd^en ©egrunbung, unb in bem vorliegenben '^aMt atter ^ragmatifc^en 
Slnf^iauung. JDie Älage h)iber aWetftob befc^ulbigte i^n fpecieti be« 3rrtfium« 
in ber £e§re vom Slu^gel&en be« ^. @ei|le« (2)ümmler im Slrdfeiü XIII. 193 f. : 
„Slu« ben ©orten unferer Duelle, bag bie 9(n]&&nger ber ft^io^^atorifci^en ite^erei 
fid^ gegen ben ÜWetl)obiu« erhoben l^&tten, gei^t beutlid& l)er»or, bag ber streit-! 
t»un!t, um ben e« ildji l^anbeltc, ba« 2)ogma »om 9(u«gel)en be« i). ©eifte« toar")- 
Unb ber al« Stifter angerufene S^a^ft fammt ben §ur <Si)nobe um i^n verfam.« 
weiten 53ifci&6fen, ~ unter benen l^o^jfi tra^rfd^einlicj bie beutfci^en Slnfl&ger 
roaren, bie ber Fluge ?Pa^)fl vjorgulaben jtc^ier nidftt unterlicfl — folltcn ben 
^am)tFlagevuuFt nic^t feftgehalten unb über SWet^ob'« ©lauben unb i^el^re in 
biefem $unFte nid^it 'i)it beflimmteften drFl&rungen »erlangt liaben? SBerüber? 
bie§ erhJÄgt, ba§ gerabe ju biefer Seit, al« man ubeir SWetftob in SRom gu 
®eri(i&te fag, e« ft(ä& um bie SlnerFennung be« lüieber auf ben Stul^l uon (^ou:; 
ftantinoi)el gefegten »P^otiu« l)anbelte , Widder 869 bie abenbl&nbifd^e itir*e 
ob ii^rer Sebre vom Slu«gange be« l^. @ei^e« ber ^Sreüe 6jfentlid^ befdbulbigt 
^atte, ber lüirb »ollenb« Feinen Slugenblicf baran jtoeifelH/ "^^^ ^^^ rfcmifdjje 
@^nobe ben SWct^ob ber flrengflen Prüfung gerabe über biefen ©lauben^fa^ 
untertoarf. SBie e« bei allen @^nobalüer^anblungen über ®lauben«t)unFte 
Fird^lid&e« ^erFommen »ar, bag bie @^nobe bem SlngeFlagten ein in ba« detail 
ber in grage fle^enben Sel^rjjunFte cingeBenbe« ©eFenntnig \)orlegte, h>eld)C« 
berfelbe gum ©etoeife feiner 9^ed6tgl&ubigFeit annehmen unb unterfcibteiben mugte, 
fo unb nici^t anber« gefd^a^ e« auci^ liier. 5Der ganj un»er»erflidbe Beuge beffen 
ift Fein Slnberer alö ^J. äo^ann felbft, ber in feinem ©riefe an SJJet^ob »om 
23. 9W&r§ 881 fdfireibt: „te coram nobis positum sanctae Romanae ecclesiae 
doctrinam juxta sanctorum patrum probabilem traditionem sequi debere mo- 
nuimus, et tarn symbolum, quam rectam fidem a te docendam et praedican- 
dam subdimus" (Cod. p. 63.). Unb idft meine mid) nid^t ju irren, bag toir 
fogar ben SB ortlaut, wie bie r^mifd^e @^nobe ben ®lauben«fa^ über ben 
:^. ®eift, ber ba "ot^m 3Sater unb (Softne auögel^t, bamal« formulirte, \)or un« 
l^aben — in bem »on 2öattenbadb aufgefunbenen , bem % @te^)]^an V. 
unterfd&obenen ©einreiben (f. (Einleitung II. A. 2. ©. 9.), \)on ben 
SBorten „fundamentum fidei" (Cod. p. 64.) angefangen. ffii(f>ing, ber biefe« 
©(^reiben fertigte, um e« für ba« h^it <S(^)reiben 3o^ann VIII. »om 3uni 880 
an <Stt)atoi>luF ober ein f^jÄtere« beffclben $a^jte« ju unterfd^ieben , tt?ar al« 
befignirter ©ifd^of \)on 9iitra, lüenn nid^t Singen^ unb D^rengeuge ber ®^^ 
nobalöer^anblungen, fo bod^ bamal« in SÄom anttjefenb unb bal^er in genaujler 
Jtenntttig berfelben, unb er ^ai ba« bem ^Wetl^ob tjorgelegte ©eFenntnig bem 
\)on iüm gefertigten ©riefe einverleibt. 

9) i&er ariedbifd^e @d&{«matiFer , von bem bie Vita Clementis jiammt, 



74 

S)[e^ iSefenntntß bed orti^oboren ®lauUn^ ittoif^xtt SRet^ob bor 
bem ^a^fie unb aden «lfc^6fert fo grönblic^, ba^ fein 3toeifd üder 
feine red^tglduHge ®ef!nnung unb üJe^^re Bei benen, bie übet ii^n ^u 
©erid^te fa^en, übrig btief, unb ber ^a^)fi aU ber oberfie Wid^ter *") 
baö Srfenntniß auöf^rad^: ber ^rgtifd^of ÜRetl^ob fiimme y)oIl* 
fommen.im S3efenntniß beö redeten ©laubenö mit ber r6* 
mifd&en Äircl^e ü6erein, unb er finge baö Symbol, hjie eö 
bie r6mifd&e »^ird^e faffe unb eö burd^ bie ^4ter unb bie 
©tinoben feflgefe|t unb überliefert h)orben, unb er fc^ 
in aller unb jeber fird^lid^en fiei^re ort^obor erfunben 
tüorben "). 



madöt c. 5. bcn SWet^ob ^u (Seinc^gleici^en , inbcm er bcnfelben bie 8cbre ber 
romifcben Stirä^t »ont Stu^gange be^ 1^. ©effle^ aU J&&reiie befreiten ligl: 
„Multi invecta a Francis corruptela animas sauciarunt, qiü Filium genitum 
e Patre et Spiritum sanctum a Filio procedere contendebant , quorum ratio- 
cinaüones Sanctus partim e Domini verbis partim e vocibus Patrum evertit" 
(Cod. p. 37.). 9lu!5 biefer trüben Duelle ift an^ hai Urtbeü JDummfer'ö 
(5(r(i&iö XIII. 195.) gefToffen: ,,toir bürfcn ni6ft gwetfern, bag SW. in ber ^*re 
toom SCu^gc^en beö b. ®eijlc^ ber gried^ifc^en Äirc^e folgte, unb beg^afb ju 
ben frinfifdijen 3^rfeflern in entfd^iebenen ©egenfa^ trat". 

10) Sßiber bie SWeinung 2)ümmler'« a. a. D.: „5)cn bciben ftreiten? 
ben 55arteien jlanb aU ©cbieb^rid&ter ber ^avjt gegenüber, ber bamaf^ in 
biefer 9(nge(egenl)eit eine »ermittclnbe <£teHung eingenommen gu baben fd^eint" 
Tegt fid^ üon felbfi aU irrtf)umHd&e-9(nna^me bar, SWetljob fei^ mit feinen 9ln; 
flagern in ber ^e^re »om 2(uegange be« b- ©eilten Im ©egenfa^e getrefen. 
Posito aber — sed non concesso — e^ fet) bieg ber %aU getrefen, fo muf 
i^ fragen : toie fonnte benn ber %\p^ jmifcben ben im entfcbiebenen ©egen? 
fa^e ^Befangenen eine »ermittelnbe (Stellung einnebmen? ©efenntnig unD ^er^ 
roerfung einer Sebre ftnb contrabictorifd^e ©egenfd^e, unb eine 9Sermitt< 
lung fold^er gebart befanntl(d& inei ditid) ber Icgifd^cn Unmcglid^fciten. S(u6 
ber (Srn^&gung beffen ergibt fi^ aber mit @viben^, bag \>a^ )>&vftlicbe Urt^eil 
allein bi^orifcbe ©eltung i)at, tünl ^u feiner dugeren Beglaubigung aud^ bie 
innere, in ber ^latur ber ^aii)t unb aller SSerb&ltniffe liegenbe bingutritt. 

11) 3n biefem i)&t)fllid6en Urtfjeile, iveld^e« über alten (Bin^ unb aöiber^ 
fprud^ erbaben ifl, finb gttjei ?PunFte gu unterfdfteiben. 3)ie Slnflage lautete: 
SWetbob finge ba^ (Sijmbolum nid^t nad) fircbüd^em ©ebraudbe. it)arauf er^ 
fldrt ber $a)jjt: „Methodium interrogavimus coram positis fratribus nostris 
episcopis; si orthodoxae fidei symbolum ita crederet et inter sacra missarum 
solemnia caneret, sicuti sanctam Romanam ecclesiam tenere ^ et in sanctis 
sex universalibus synodis a sanctis patribus secundum evangelicam Christi 
Dei nostri auctoritatem promulgatum atque traditum constat. llle autem pro- 
fessus est, se juxta evangelicam et apostolicam doctrinam, sicuti sancta Ro- 
mana ecclesia docet et a patribus traditum est , tenere et psaliere " (Cod. 
p. 60 8.).* hiermit f^jracb ber %\x>it beutlid^ aui: nur an 'i>ae @y?mbol ber 
romifdften unb allgemeinen Äirtbe (nicbt an jeneö ber fr&nfifd&^beutfd^en Äird^en) 
ift üWetbob gebunben, unb ba^ glaubt unb gebrandet er. — aöefl aber bie 
J^loge gweiten« ben aWetbob befcbulbigte: burd^ Söeglaffung be$ Filioque ergreife 
er jid^ ^^^ i^Äugner ber ßebre »om Slu^gange be« b- ®ei|te« vom 95atcr unb 
(Sobn; fo erflirt ber S^avil: tro^ beffen, txi^ 9W. ba^ <B\}mho\ obne Filioque 
fingt, liugnet er eben fo hjenig aU bie romifd^e Strebe ben Stu^gang be^ ^. 
©elftem öom <Sobne, benn trirb^ben ibn in allem unb jebem fir(b* 
lid&en Sebrfa^e redfitgl&ubig erfunben (nos autem illum in omnibus 
ecclesiasticis doctrinis orthodoxum esse reperientes). S)a$ reperienles fe^et 



75 

®iefe6 tld^tetlid^e (Stfenntni^ mad^te ^apft Sol^ann VIIl. bem 
@h)atoi)Iu! in einem Befonbern @d^reiBen öom 3uni 880 Befannt"); 
benn eö galt (»efonberö ben aRd^renl^ergoq, ber ben ÜRet^ob in 5Ber» 
toaltung feineö ergBlfd^öflid&en Sfmteö gu fd^ö^en Berufen toat, toon ber 
9?id^ tigf eit ber toiber feine JHed^tgrduBigf eit erl^oBenen Xla^en ju Befe^ren "). 

§. 19. 

2)er $a))fi bejtatigt ben SKet^ob in [einem erjWfi^öflic^en 

«mte. 

^ie .^lage ufer üWet^ob'ö »geterobojrie toar toon ben ©egnern bef« 
feI6en in ber ^anbgreifliti^en 9f6fld^t er^oBen hjorben, um ben i^nen 
unBequemen Wann ju Jürgen; unb j!e ^^atten fürhia^r i^ur ßrreid^ung 
i^rer 9IB|!c^t nad^ einem unfe^lBaren aWittel gegriffen. SBdre eö il^nen 
gelungen, SRet^ob ber i^dugnung eineö einzigen fird^Iid^en IBel^rfa^eö, 
unb infpnberl^eit beö @a^eö bom Qluögange beö i). ©eifieö bon SJa* 
1er unb @o^n ju üBerfü^ren, fo mußte ber $ai)ft bem ,f ird^engefe^e, 
baö auf baö 33erBred^en ber »gdrefle bie QlBfe^ung bon jebem ^ird^en« 
amte unb bie (Srcommunicotion ijer^dngte, bie unberBrüd^lid^e golge 
AeBen unb üBer ÜWet^ob, ben ^dretifer, baö Urt^eil ber 5(Bfe|ung unb 
?tu6fd^Iießung f:|)re(^en M. 

0?adBbem nun aBer Bei Unterfud^ung ber ,f läge fld^ :^erauöflcITtf, 
baß biefelBe Bloß auf einer falfc^en Folgerung*) Berul^e, unb SWet^ob 



bie fhrenge wBer alle einzelnen fird^lic^en gel^rfd^c fid^ erfhedfcnbc Prüfung 
sjorauö (f. oBcn 9^ote 8.). — JDiefem Beflimmten unb beutlid^cn Urt^eile be6 
?Ja^)fle5 gegenüber erfdjeinen bie @&^c 2DattenBad&'ö (a. a. ö. : ^^SWetfeo^ 
biu^ h)irb nid^t untcrlaffcn l^aBen, bie ®efa^r bar^ujlctten , n?eld&e burd^ eine 
unBcbingtc Sßcrirerfung ber griecBifd^en Se^ire bem ganzen eben begonnenen 
SBerFc ber SBefe^irung unb (Srjieftung beö SSolFeö broftte. SBfe viel er auc^ 
nadögegeBen tjaBen mcgc, iriffen trir frei(id6 nid&t, bie SBorte beö 33riefe5 geBen 
baruBer Feine Bejlimnite 5(u$Funft . . (Bi fdf^eint mit (Sid&er^ctt bervorgugel^en, 
baß ?W. bie romifd&e ßel^re, baj ber l^eiHge ©cifl vom SSater unb bem ^o^nc 
au^gel^e, niemals angenommen ^at/') unb JDummler'^ (a. a. O. : „3n 
lüie Jt»eit SoBann VIII. , nad()bem er fo mit SWet^obiuö über ben SBorttaut uber^ 
eingeFommen h?ar, mit il^m aud^ in 33egug auf bie Sebre üom Slu^ge^eu bc^ 
betligen ©etfie^ fid^ vertragen \}abe, ifl nne nid^t überliefert ivorben ") aU um 
fiid^^altige ?Weinungen, bie eben fo toenig von bifiorifd&em 2!acte ale von Un^ 
Befangenheit bei :^nterpretation be^ J?&t<fllidben ^cbrciben^ geigen. 

12) Cod. p. 60 s. Ueber bie STecbtfteit beffctben f. (Einleitung I. 2. @. 6. 

13) Obne Btveifet n?arb ba5 ^d^fKicbe Urtf>ei( auc^ ben it(&gern njiber 
SWet^ob fd)riftlid6 gugefiettt. 

1) Öiner SBtHFü^ir bcö ^a^fle^ ivar gar nid^t dtanm gegeben, benn bie 
93erbanblung tvar eine conciiiarifd^e; unb tvenn man aud^, freilid^ gang un? 
Berechtigter ®eife, eine ^arteiifd^e Stimmung beö 5^apfteö für aWet^ob an? 
nebmen ivoüte, Faun bod^ an ein 2)urd&fd^lüpfenlaffen beffelBen nicbt gebac^t 
»erben, n?ei( bie§ bie Ui bem doncit vertretenen SfnFIdger SWetbob'^ binberten. 

2) yiamiidi) bem ge^(fdfi(uffe : iver \>aiS Filioque im ©^mbolum nidfit fingt, 
Wugnet ben 5(u^gang be« f), ®eifte6 vom «So^ne. 



76 

mit feinen 2{nfI4gern hjie mit ber Qan^^en afcenbl4nbif(3^en StixtS^e in allen 
)i^el^r^unften , alfo aud& in bem ®lau6enÖartlfef ijom ?lu8gange beö 
1^. ®eifieg i)o(r!ommen öBereinfilmme, fo fiel not^toenbig mit ber Äfa^e 
au(f) bie barauf gefiÄ^te gforberung ber 33efirafung unb 9t6fe^ung ÜRet^ob'ö 
$u S3oben. 3Beif ater biefe gorberung i)On ben itldgern eUn fo aug* 
brÄrflid^ toie il^re Älage gefieHt toorben h)at, fo mn^te bet 5Ja:^fi in 
feinem rid^terlid^en ^rfenntniffe mit ber^rffdrungiiBer aWet^ob'^dled^t* 
gläuBigfeit an^ bie forth)4^renbe 9fnerfennung beffelten in feiner erj* 
Bifd^Sflid^en SBörbe unb Stellung i?erBinben. ^Ifo t^at auri^ ^. Sodann 
VIII., inbem er an @toato^)Iu! toeiter fd^rieB: ,,2Beir toir i^n in 
allen fird^Iid^en ie^x^&i^m alöred^tglduHg unb ben fird^Iid^en Snterejfen 
ffirberlid^ erfunben f^aUn, fo f)aUn toir benfelBen an^ h)ieberum jur 
Slegierung ber i^m anijertrauten Äird^e ®otteö jurürfgefd^idt unb hu 
fehlen, baß i^r il^n aU euern eigentrid^en «&irten mit ber gel6üi^renbcn 
6^re unb 5(d^tung unb freubigen »öergenö aufnehmet'). Sfud^ ^aSen 
toir i^m fraft unfrer a^ojiofifd^en Stutoritdt baö ^ritoilegium ber er^* 
fcifd&6flic5en SBiSrbe betätiget unb berfugen, baß eö für immer mit 
©otteö «§irfe feflen ©efianb f^aU*), fo gtoar baf er nad^ fird^engefe^* 



3) Cod. p. 61. 3ebc5 ber \>h)pm^tn 9Dorte ijl Begeid^ncnt» , unb e« ge^t 
au3 benfclben ^tt\>0T, bag ÜW. aud6 Befd^ulbfgt ttjorben toar: er fd^abe burd^ 
feine fird&lic^en SWagnal^mcn unb Öinrid^tun^en. JDcfifialb loeifet ber 5Jaj)^ 
audf) biefe ©efcfjulbfgung burrf) bie SBortc gurudf: Nos illum in omnibus eccle- 
siasticis utiliiatibus proficuum reperientes. (^ie ^onjectur ?PaIadfi)'ö: flatt 
„ utilitatibus " fc^ ju lefen veritatihus (Cod. p. 61.) — cm^fiel^lt jtd& meine« 
©rad^tend nid^t; benn fo toie ba« „ orthodoxum " (id^ auf ecci. „ doctrinis " Be^ 
%\M, fo bcj^ic^t ficft ba« „proficuum" auf „eccl. utilitalibus ", unb fo iüie 
ba^ „orthodoxum" trefflid^ ben „doctrinis" cntfj.>ric^t, fo entfi)rid^t aud& ganj 
treffenb ba^ „proficuitm** bjen „utititatibus**, !eineönjeg« aber ben „verita- 
tibus", ba« offenbar :|:>Ieonafiifd& h)te.) $?erner leieren bie SDorte be^ ?5avfleg, 
ba§ 'oit ©egner aW. unb ©ttjato^luf mit ifjnen erwartet l^attcn , Wl. tüerbe nid&t 
mel)r gurüdffc^ren ; bag man benfetben bi^^er nid^t aU eigenen Wirten, fons 
bem al^ ^inbringling htixa^tti unb bie i^m gebül^renbe dftre entzogen l&abe. 
®en?i6 mu M ^lWetf)ob über bie§ mUe fe^r fd6mergfid& in Otom gedugert. 

4) Cod. p. 61. Wud^ biefe 2Borte jinb fel^r be^ci^nenb. 3)en ©egncrn 
SW. n?irb audft nidftt bie geringile Sonceffion gemad^t; e^ foU vielmehr in 3Wö^ren 
unb ?Pannonien ber burd^ ben aijofiotifd^en @tut)t gefd^affene fird^Hd^e Sujlanb 
aufredet erhalten trerben, ol^ne 5lu^fid&t auf eine SBcri\nberung in ber 3ufunft, 
fo bag biefe SÄnber für immer einen üon ben ©tüülen Salzburg unb $affau 
gan^ unabl^dngigen, nur bem a^joflolifd^en ©tuftle unmittelbar unterfiebenben 
ergbifd^6flic^en (S^jrengcl bilben foKen. — Dftne SttJeifel UtU fW. aU (^rgbifdljof 
»cm *Pa^fte audf) ba« ^Jaüium, ba« 9(bgeid&en ber er^bifd^cpid^en 2öurbe, tv 
balten. JDie 9Serlei!)ung beffclben ifi t\n neuer triftiger ®runb fiir feine Or? 
tl^oborie; benn e« rourbe baa ^ßaliium feinem ©ifd^ofe verliefen, ber ni^t 
vorber ba« ©efenntnig be« romifd&en ^ird()engTauben^ münblid^ ober fd^riftlii 
abgelegt f^aitt. 2öie genau unb ftrenge in^befonbere ^. 3obann VIIT. bei 
«Berlei^ung be^ ^Pallium e^ mit bem üorber abi^ulegenbcn ©laubenöbefenntniffe 
nabm, tebrt fein S3rief an Söitibert üonÄMn: „Optatum tibi pallium nunc 
conferre nequivimus, quia fidei tuae paginam minus , quam oporteat , continere 
reperimus : cum videlicet in ea nullam sanctarum universal i um synodorum, in 
quibus fidei nostrae symbolum continetur , nee decretalium pontificum Roma- 
norum constitulorUhi, secundum morem, feceris mentionem: sed nee illam 
propria subscriptione munieris, nee aliquem qui haue jurejurando firm aret mi- 



77 

li^em ^ntommm aUe tix^tiä^tn Stngelegen^eitett ju Beforgen unb flc 
tt)ie bot ®otteö Sfugen ju 'ottmalUn ^at. 2)enn baö aSoIf be8 »&errn 
ip i^m anvertraut hjorben unb er h)irb für bie (Seelen berfelten 
Sleti&enfd^aft ^u gefcen l^aBen*). SBir toerorbnen, baß bie ^reöfc^ter, 
3)iaconett unb ©eifllid^e Jeglid^en ®rabe8, |!e m6gen ©lahjen ober öon 
toa^ immer für einem SSolfe fe^n, tod^t inner^al6 ber ©renken beine« 
J^anbeö j!d^ fcefinben, unferm genannten Sruber, euerm ^rjBifd^ofe, 
untertoorfen unb in aUen @tü(fen ge^orfam fe^n foden, fo baff fle 
fd^fed^ti^in nid^tö ol^ne fein ffiiffen t^un bürfen *). ©outen aBer bie* 
fel6en wiberf^enflig unb unge^orfam fld^ unterfangen, @canbal unb 
(Sd^iöma ju fliften'), unb flc^ nad^ einer unb ber anbern @rma^nung 
feineötoegö Beffern, fo Befe^ifen tüit, fie fraft unfrer Stutoritdt aU fold^e, 
h)el(^e Unfraut füen, i)on ten »^ir^en unb euern aWarfen ju \)ertrei6en 
— naä^ aSorfd^rift unb SÄa^gaBe ber Äa^)itel, toeld^e toir i^m gegeben 
unb an eucl^ gerid^tet l^aBen"®). 

aSenn unö baö @d^rei6en beö $a^)fieö an ©toato^Iul: Blöder einen 
beutlid^en ^üd in bie üBerauö fdfewierige fiage aWet^ob'Ö eröffnet ^at, 
fo giBt un^ ber weitere Snl^alt beffelBen »f unbe von einer SRaaßregef, 
toeld^e ganj baju anget^an toar, bem aWetl^ob in feinem ferneren erg« 
Bifd^fiffid^en SBirfen a3ebrängniffe unb ^emmniffe ader 5frt ju fd^af«» 
fen. — %U bie beutfd^e Partei fid^ bie Äunbe öerfd^afft l^atte, bafi 
ber ^roceß, ben fle Sl^^et^ob angel^dngt, einen für benfelBen günfiigen 
5(uögang ntf)mm bürfte, griff fle na^ einem neuen ÜRittel, tooburd^ 
fle fld^ an^ für bie Bwfunft ^n Uf}avi)ßUn unb bem üWeti^ob tin fort* 
todl^renb ©egengetoid^t gu fe^en verm6d^te: einSWann ndmlid^ ii^rer 
^Jartei mußte in @h)ato))Iu!'ö fianben ©ifd^of toerben. 
i)aju l^atte man ben Stiemannen 3Bid^ i ng auöerfel^en, ber i^6d^fi tüof^x* 
fd6einlid^ fd^on längere 3^it in bem md:^rifd^en ^annonien im Äird^en* 



seris ** (Manst XVII. 242). JDicfe ^Decrctale 3o^ann VIII. ^at aud^ ® r a t i a n 
in fein Decretum aufgenommen: c. 4. D. c. 

5) Cod. p. 61. 5)iefe Söorte laffen nidfit unbeutHd^ burd&Btidfcn , ba§ bie 
33ifdfi6fe von @aljburg nnb ^a^art Bi^ücr nod& immerfort in biefen Vom o^)o^ 
jloUfc^cn ©tu^Ie iftnen entzogenen @^irengcln i^re Suri^biction anöguuBen 
fud^ten. 

6) Cod. p. 61. 5){efe Sorte finb gegen bie beutfci^latcinifci^e Jtterifel 
gerid^tet, xotl^t gu @algbnrg unb ?Jajfau l^attenb, vonSWetl^pb Feine SÖeifungen 
annehmen »oKtc. 

7) JD. Ij. SWetftob fort unb fort nid^t aU ben alieinigen orbentHd^en OBet:: 
!)irten an^uerfennen. 

8) Cod. p. 61. m 'otdt M in biefen SBorten ber Suflanb be« .^irc^en^ 
loefen^ in awd^ren unb ?Pannonien aU ein j^iemlid^ anarc^ifd&er auf, bem ber 
$ap|l burd^ ftrenge SWajregeln gu jieuern ffc^ gejh)ungen fielet. ^d)ci't>t, bag 
biefe (Sa^ungcn, rtjelc^c bem SW. jur ^anbtjabung ber'Orbnung unb JDi^cijjItn 
im StUxne h>aren gegeBen tDorben , verloren gegangen ftnb 1 SKeld^e« !iiä)t tt»ür? 
ben jie üBer ben bamaligen Fird^Iid6en ßujlanb verBreitcn! 2Die rtjeife erfc^eint 
SWetBob, h>eI(Ber ficB foIcBe Statuten vom ^ap^t erBat; benn j!e toaren nun 
nidBt von i^m, fonbern vom .&auvte ber gangen ^M)t gegeBen, nnb er nur 
93oftflredFer berfelBen ! 



78 

bienfle flanb unb unter ben bem ÜRet^ob toiberfpenfiigen ®eiflUci^ett 
hervorragte. ©roato^Iuf lieff fld^ Befiimmen, auf biefen gegen äWetl^ob 
gerid^teten Slnfd^Iog einjuge^en, unb er ^rdfentirte bem ^a))pe ben 
^rert^ter Sicl(>ing für bie ju einer Sat^ebrale ju er^eBenbe kix^e öon 
^Itra in^annonien. 2)er^a^fl fonnte nid^tuml^in, bem Oberlängen 
@h3ato^)Iuf ö ju entf^red^en unb bem na^ 0lom ©efenbeten bie tif(3^6f(i(^e 
®ei^e ju geSen *) ; h)eil er aBer , ijon aWet^ob aufgefldrt , bie (Snb* 
afcffd^t biefeö feinblid^en <Strategemö burd^Hitfte, unterließ er nid^t, bie 
untergeorbnete Stellung bejfelten im S3riefe an @toato^)Iuf mit ben 
®orten ju Betonen: „toir (»efe^Ien, bafi er feinem GcrjBifd^ofe in allen 
^tndm na^ Sorfd^rift ber ^eiligen Äird^engefe^e gel^orfam fe^n fod"^'^). 
2)a man ater tei ber 3Ba^I beö ffiid^ing jum 6ifd^6f[id^ett Stmte ben 
3Het^ob ganj umgangen ^atte unb ^n fcefürd^ten toar, eö burfte 6ci 
biefem einmaligen QSorgange nid^t 'oexUnUn unb neue bem ßrglBifc^ofe 
unlieBfame ^erfonen gu S3ifd^5fen erboten h)erben, fo fud^te ber^a:|)fl 
biefe ®efa^r för SRet^ob baburd^ gu Befeitigen, baß er an ©toatojjtuf 
fd^rieB : „Qlud^ hJoHen h>ir, baß bu in gleid^er Steife mit3«fitmmung 
unb 93orforge beö SrgBifd&ofö felBfi einen anbern öertoenbBaren 
^reöB^ter ober ^Diacon ju gelegener 3^'it an un3 aBfenbefl, ben h)ir 
für eine anbere Äird^e, in h>eld^er bu einen Bifd^6ffid^en <ktuXjl für 
not^h)enbig erad^ten h)irft, jum 33ifd^ofe fveif^cn, bamit euer i)orge* 
nannter SrjBifd^of mit biefen ^iDeien von unö orbinirten ©ifd^6fen na6) 
^ä^fllid^er SBeifung an(i} fiSr anbere Orte, an tod^tn ®ifd^ofe mit 
S^ren @i^ nehmen burfen unb fSnnen, fold^e ju toei^en vermag""). 

9) „Ipsum quoqu« presbyterum nomine Wichinum, quem nobls dire- 
xisti, electum episcopum consecravimus sanclae ecclesiae Nitrensis." SDid^ing 
\r>ax eine G^reatur Slrnulf 0, ber aU naturUc^er @o^n Äarlmann'ö im 3- 
880 mit Jtdrnt^cn tüav belehnt trorbcn. 5(rnu(f aber jlanb mit (Sitjato^jlnf auf 
fo freunbf(^aftltd^em %u^t, ba§ er feinen natürlid^cn @o^n »on i^m auö ber 
iaufe ^eben unb nad^ il^m ©roato^luf nennen l(e§. <Bo toax bem QWabrcn^- 
^er^oqe alfo »on feinem mdd^tigen ©evattercimanne SBic^ing aU ber redete SWann 
für einen 93ifdfiof in feinen Sanben emjjfoblen tDcrben. 3c^ fel^e feinen ®runb, 
bie 3bentit&t biefer ecclesiae Nitrensis mit ber nod^ ^tüU beflebenben Bifcbof- 
lieben ^irc^e von 9^eutra in Ungarn j^u be^toeifetn. Nitra, Nitrava geborte 
nac^ bem Anonym. Salisb. (Cod. p. 53.) aU (Sigcntbum bem ?Jrin)ina, unb 
bie bortige ^irdb^ ^ar Vom «Saljburiier Örjbifd^ofe 5(balram confccrirt h)orben. 
O^ne 3^üeifet ging ba^er 9Zitra nad^ ^ritoina'ö Xobe (ber ]u Salapiugin in 
ber @ct- ?Jeteröfir^e begraben »urbe — Cod. p. 54 s.) eigent^ümli^ auf fei; 
nen (Solftn ^ocel über; nad& bejfen Xobe aber n)urbe (Stoato^luf ^txx biefciJ 
©eji^tbumö, wie bie von i^m ausgeübte ^^n^fentation für bie bortige ^ird^e un.- 
jweifelbaft Ic^rt. 

10) Cod. p. 61. 

11) C?« Qah alfo unter SWetbob'^ Sfiec^ierung in feinem Äird^enfprengel nur 
eine bifcboflicbe «^ird^e , 'oit von Nitra. »JWetlftob felbft war gleidb bcm'Sl^oflel 
ber 5)eutfd^cn, SBonifaciu^, (f. meine (SJefcb. b. ^ird^e §. 198. II. J51) dx^' 
bifdjof obne bcftimmten ®ift, unb i^ieg bemnad^ officiell nidbt anber^ 
aU @rgbif(bof von aWdbren unb ?Pannonien (f. 3obann VIII. 33rief 
an aWet^ob vom 14. 3uni 879. Cod. p. 58. unb an «Swatoplu! vom 3uni 880. 
Cod. p. 60.), wie i^n audb hit bulgarifcbe ßegenbe c. 3. episcopum Moravi 
Pannoniae (Mogaßov TTjg Tlavvoviag) nennt (ib. p. 35). S^ergl. Tümmler 
Slrdbiv XIII. 188 f. ©ein S(mt bra*te e« mit fic§, balb ^ier balb bort gu 



79 

@« lag abtt bet 6rrid^tung beö Siöt^umö toon 9? Uta nnt> ber $ie^ 
fc|iing beffelßen mit ffiid^ing no(b ein Umfianb gu ©ruhbe, ben bet $a^)|i 
nad^ feinem gangen Gelange iüörbigen mu^te. ä)aÖ carantanifd^e Untere 
^jannonien h)at feit 878 bem aWetl^ob qan^ uniug4nglid& getootben (§. 15. 
9?ote 9. <B. 66.). (Sollte alfo baffelte ni^t toieber ©algBurg gufalTen, 
fonbern fortan aU gut pannonifd^en 2)i6cefe gel^6tenb einen ^l^eil ber 
»fitd^envroöinj Hlben, beren ^a\i)pt aWet^obtoar, fo HieB nid^tö StnbereS 
üBrig, alö für biefen pannonifd^en 2lnt:^eil einen 6ifd^6f(id&en @i| ju 
gtiinben. ®aö Q3iöt:^um 9?itra umfaßte affo neBfl bem md^rifd^en ^an* 
nonien nod^ bie Sttnulf'fd^en ^^änberfirid^e; unb eö legt t!c^ ijon felBjl 
naf)e, ba^ nur ein bem Arnulf genel^mer 3»ann, toie bieß SBid^ing toar, 
^annonifd^er 33ifd^of toerben fonnte. 

<Bo i)atU «ßa»)fi 3o^ann VIII. in toeifer Umfid^t alTeö ü»6grid^e 
getl^an, um burd^ baö 5tnfe:^en beö a^jofiolifd^en (Btu^c^ unb bie ge* 
nannUn ÜRaßregeln ben @d^h)ierigfeiten , mit benen ijorauöjid^tUd^ 



miUn, unb tu ÜWif>ren mag «or^ugöhjcifc aßefel^rab, bie ©urg SÄafli^Ia»-^ 
unb @mato))Iuf '^ , fo tt>k in ^annonicn bie 33urg unb @tabt ^rfiiina'^ , unter 
Äocel Moseburch genannt, i^m jum längeren Sfufcnt^altc gcbicnt l^abcn. — 
lUbev bie Sage ber SWoöBurg »ar man feit lange in @trcft. 2)obrott)fFi) 
in f, e^rill u. SDfJet^ob @.87/fd^rcibt: „(Be lag 3Wo«burg am ^^lattenfee, n>o 
hcnit (Balatüax jlei)t. SWan lefe bie (JJrunbe bafur bei @alagiuö im 4. ®uc^e 
de statu eccl. Pannon. @igentlidfi gebührt bie dftre biefer ^ejlimmung bem 
6'anonicu^ »on günffirciben äofeplft Wolter." ©eitler ijl bie SWeinung fafl all? 
gemein angenommen. @^ liefen if)r aber nidfit geringe Fritifd&e 33ebenFen ent? 
gegen, bie M au« ber urfrrunglicften Duelle öon felbfl aufbringen unb in 
beren Sid^te bie öulg&re SWeinung aU <3rrt^um erfd&eint. 2)er Anonymus 
Salisburgensis erjal^lt^ „Coepit (Privina) munimen aeilificare in quodam ne- 
more et palude Salae fluminis (Cod. p. 53.) b. l). mitten imSBalb unb 
@um^3f beö @ali;jluffe« (ob aber Sala ju lefen, iji nod^ nici^t auger (Streit 
gefegt). @ine fold^e gefie, mitten im Sumpf (\jon einem @ee, an toelcibem 
bie äWoöburg gelegen, ijl Uim Slnony^mu« gar feine Diebe) erbaute ©urg gab 
cö toohl in^drnt^en, nid^t aber in Ungarn, unb fie »urbe eben toegen il)rer 
Sage in SWoor ober Sumpf fpdter, unter ^rin>ina'« Sol^n Äocel, Moseburch 
genannt, nadfi bem Anonymus: „in castro Hezilonis, noviter Mose- 
burch vocato, quod Uli successit moriente patre sno privoino" (Cod. p. 56). 
2)cn neuen 9iamen aWoöburg gaben ber gcjle bie ba^erifd^en Slnjtebler, tvie 
Kopitar (Glagolita p. LXXVü s.) rid^tig bemerft: „novum nomen Moseburg, 
cujus apud Fuldensium annalium continuatorem ad a. 890 videtur interpre- 
tatio : urbs Päludarum, Mos enim Bavaris Idem est, quod Saxonibus Mor, 
i. e. locus palustris." ferner erh>d^nt ber Anonymus eine« ganj befonberu Um^ 
ftanbe«, ber ht\ ber S^age nad^ ber iloceffci^en SWoöburg ben Slu^fd^lag giebt; 
er fagt namlid^: „infra (intra) civitatem Priwinae honorabilem ecciesiam cou- 
struxerunt . . in qua ecclesia^ -4rfna»MÄ martyr humatus pausat " (Cod. p. 54.). 
Unb biefe SWoeburgfirc^e mit Ben Oieliquien beö SWart^r Slbrian liegt lieber nur 
in Ä&rnt&cn, hiie auö bem ^olgenben erhellet, ii?a« fc^on ber Fritifc^e 5Dob' 
ner gegen Salagiuö geltenb machte, inbem er in f. „Äritifd^en 5lbl)anblung 
über bie ©rdnjen 9(ltm&^ren«. $rag 1784. (S. 83 f. fc^reibt: „5)a§ biefe« 
aWofaburg ober SWoöburg i^irFlidb in Kambien gelegen, unb fd[)on um ba« 
880pe 3aftr eine berühmte Sefiung gctocfen fe^ , belel^ret un« Regino in biefcm 
3a^re, ba er fc^reibt: Concessii Rex (Ludovicus) Arnolphot Caranianum, in 
quo situm est castrtim munitissimum , quod Moshurgk nuncupatur, eo quod 
palude impenetrahili locus vallatus difficillimum adeuntibus praeheat accessum. 



80 

fr - 

SÄet^ob naäf ber ütMUf^x in feinen (Bpxtnqtl }u Umißfm 1)aitn hjiirbe, 
n^enigftend einiger äRaaflen gu Begegnen. 



§. 20. 

2)er $(H)ji gejiattet bic ^cicr bc« ®otte«bien|ie« in flan)if(l[)er 

ßnblid^ MieB noäf ein ^un!t ber h)iber SHet^ob in Stom anhängig 
gema(3^ten Älage gu ertebigen: bie öon i^m feit StnBeginn feineö erj* 
Bifcl^6fltcl^en Stmteö eingeführte ^) unb troft beö h)ieber^oIten !pa)ß^li^tn 
33er6oteÖ*) fortgefe^te Steuerung, fid^ Bei ber geier ber f). a»effc 
unb aller fird^Iid^en Functionen ber flah)ifd^en (B^xa^e 
gu Bebienen. 

(So großes Oetoici^t bie beutfd^en Q3ifd&6fe auf biefen ^Junft i^rcr 
Älage in ben Salären 873 unb 879 gelegt l^aBen ntod^ten, ber r6mif(3^f 
@tul^l ^atte benfelBen öon 2lnfang jlDar ni^t aU etmaö UuBebeutenbe^, 
aBer bod^ alö einen ©egenjlanb öon minberem Gelange benn®lauBenö* 
fad^en angefe^en unb Bei^anbelt. 2)ie ®rünbe, mit benen SRet^ob bcn 
©eBraud^ beö @lah)ifd^en alö ,^ird^enfi)rad^e gegenüBcr bem ^a))fHid^en 
QSerBote im 3. 873 ') ju redbtfertigen nid^t unterlaffen ^atte, fd^einen 
Bei 3J. SoT^ann VIII. ijon fold^er ffitrfung gelDefen gu fe^n, bafi er bie 
flahjifd^e SWeßfeier flidfd^toeigenb bulbete, Bio bie erneuten ,f lagen mow 
(Seite ber beutfd^en S3ifd^6fe i^n Befiimmten, unterm 14. 3uni 879 mit 
S3erufung auf baö Ältere 3SerBot bem ÜWet^ob biefclBe ju unterfagen*). 
2)a bem SWet^ob mit biefem 33erBote jugleid^ bie ^orlabung »or bcn 
Olid^terflul^l be§ $a))fleö gufam, fo toar i^m biefe aud^ im 3nterejfe 

JDiefeö ÜWoöBurg ifi noc^ f)tni gu 3:age an ber fo genannten Sffiertfee gtüifc^en 
^tagenfurt^ unb gelbfird^en üorl^anben, wit eö «&err SSalüafor in ber Se.- 
fc^reiBung be^ ^erjogtOum^ ^drnbtcn @. 140. anfui^rct, unb eö nic^t nur 
^af}n in feiner Oteidiö^iflorie 1. 33. ®. 275, fonbern aucB ber gelehrte @ott; 
lücincr 9(Bt <S. 494 bafür Wt ^alfer« 1 1 o SWaiefidtlBricf über bie ®ef(i}hnh 
nijfen ber ©algBurger ^irci^en bc^ Hundius in Metrop. T. I. p. 52. Befr&ftiget 
eö nod^ me^x , ha er nac^ ber Sage alle Oerter Berj&^)Iet, fo Normal« ju ben 
fahBurgcr ^ird^en gel^orlen, unb ^h)ar erjlen^ jene in £)ejlerrei(^, beren btc 
meifien nod& fteut inXaqt BcFannt finb, bernocB bic in ©teuermarf, unb J^arnten 
gelegen tfare'n, an beren (S^i^e fafi ÜWoöburg erfc^eint: Insuper siccam Sa- 
hariean et Penmchaha ei Mosahurch Ahbatiam, ubi sanclus Adrianus requiescit, 
h)eld&e^ ba^ n&mlic^e $rihjinncn'^ aWoöBurg ifl, bann eben ber unbenannte »on 
Söefe^rung ber öai^ern unb ^arnbtnern fagt »on ber SWo^burgfird^en : in qua 
Adrianus humaius pausai," 2)a^er \)Cii R, \). ©v^" n er in f. l^ijlor. geogr. ^anb^ 
atlaö Charte 65.) bie Mosaburg an i^re rechte «Stelle nad& ^Srnt^en gefeftt. 

1) (S. §. 13. (S. 56 ff. 

2) (S. §. 14. 15. (S. 61 u. 65. 

3) (S. §. 14. (S. 62. 

4) (S. Cod. p. 58. 3m abriefe an 6h)ato^?luF Vom felben Za^t erh>5bnt 
ber 5^a))|l biefer ^lage gegen aWet^ob gar nid^t, — jum ISöetoeife, bag er i^r 
ein gleid^eö ®eh)id^t tt)ie ber Älage über ^eteroborfe nid^t htmaa^. 



81 

feiner Kturgifd^en ^^euerung toidfommen; benn et qah fid^ ber jui)er* 
jtd^tnci^en »Hoffnung f^in, eö toerbe i^m gelingen, ben (Btattf)alUx ß^rifii 
mit berferten ju i)erf6i^nen, unb bie t^eure ^rBfc^aft feinet ^ruberd 
ß^rill wiber bie feinblid^en 3lngnffe betr beutfd^Iatcinifd^en Partei gu 
fd^ü^en unb §u be^uvten. Unb fie^e, feine »Hoffnung toarb nid^t ju 
©d^anben ! 

5Die ®egner bet flatoifd^en ©otteöbienfifeier Ratten in i^rer Älage 
njiber biefclBe bie @^)rad^e ber @fah)en alö eine barBarifd^e, b. l^. 
eine in i^rer ro^en Ungefd^Iad^t^^eit für gotteöbienfKid^en ®e!6raud^ ganj 
ungeeignete kjeid^net*). 9(Iö nun na(^ Beenbigter Unterfud^ung über 
ajJet^ob'Ö Oted^tgtduHgfeit bie Älage in betreff ber )Jiturgie i)or ber 
romifc^en @^nobe im 3. 880 jur 33er^anblung tarn, f)atte SWet^ob ©e* 
legen^eit, bie f(an)ifc^e ©^^rad^e wiber biefen ^ortüurf ber Q3arBarei 
gldn^enb ju red^tfcrtigen, inbem er barlegte: bie @^rad^e ber ©laiDen 
^ahe nm unMIbfame unb ungeHlbete ju fel;n aufgehört, feit fein Sru* 
ber S^rill, ber aU^f)ilo\o^l) gefeierte Sonfiantin, beffen 2in* 
benfen JHom unb ber apoftoli^(i}e (Btnf)l banfBar Betoai^re, biefer @^)rad^e 
)i^autjeid^en gegeben unb baburdi; allen ©(atoenöolfern bie ^^forte geifii* 
ger ^nttoid^elung erfd^loffen ^aU, 5(uf ©runblage biefer c^riHifc^en 
^ud^ftatenfd^rift (litteratura) fe^ ber ffahjifd^en ©eft Bereite eine l^eilige 
fird&Iid^e :&itteratur erhjad^fen; benn eUn fein ©ruber ^6e in SSerBin« 
bung mit if)m ade Äird^en6üd(>er inö ©latoifd^e übertragen ®). aReti^ob 
i)atte o^ne ßtonfel ßobiceö ber f(att)ifd^en ,kird^en6üd^er aU corpus 
delicti mit nad^ JHom geführt. SBenn nun and) bort S^iemanb im 
(Staube getoefen todre, bie ^reue unb QSerld^Iid^feit ber flaipifd^en 
Xteberfe^ung gu teurt^eilen, fo h?arbiefeI6e o^nebie^ ffd^ergefieHt burd^ 
bie alTfeitig anerfannte l^o^e ©ilbung S^riU'ö unb aWet^ob'ö, fo wie 
anbrerfeitö burc^ i^re nid^t me^r ju be^lDeifernbe Orti^oborie ^). 

©0 l^atte aWet^ob bie flamifd^e ®:|)rad^e aU i^olTfommen geeignet 
bargetr;an, in i^r h>ie in anbern geHIbeten @i)raclE;en ®ott gu )>reifen 
unb bie SBunber unb 5Ber!e beö ^errn jum ^eile aller 3?6lfer gu er« 
jd^Ien. aBie $. Sodann VIII. be|i^aI6 fd^on in feinem ©riefe an SRet^ob 
öom 14. 3uni 879 ben 5tuÖfVrud^ getrau ^atte; ,,3" ^tebigen ober 
an^ 33olf (in biefer (B\ita(i)tj ju reben ifi bir geflattet, toeif ber ^falmifi 



5) 2Bie '$. 3o^ünn VIII. untern 14. 3uni 879 im @inne ber ^tiger an 
SWell^ob fd^reibt: Audimus etiam, quod missas cantes in harhara, hoc est, 
in sciavina üngua. (Sic()e §. 14. ©. 62. 

6) (S. §. 7. S^otc 13. u. 14. @. 43. 

7) Asseman nimmt eine formlid^ie 5^rufung ber Ucberfe^ung an , toenn er 
(Kalendaria III. 170.) fd&reibt: „Pro certo affirmamus, motum Joannem papam 
ad concedendum Slavonicae linguae in sacris usum, praevio tum orthodoxae 
Melhodii doctrinae, tum accuratae sacrarum scripturarum divinorumque offi- 
ciorum in Slavicam linguam translationis examine.*' 9Wan fann biefer S(n? 
na^me unbebenflici^ beiflimmen, benn t9 jianben bem avoflolifd^cn ^ivi\)U nn^ 
porteiifd&e, be^ €lahjifd^en tooKfommcn funbige SWdnner au« JDalmatien unb 
SSenebig gu ©ebote, beren er ftd^ gum ^c^ufe einer Prüfung ber ©^riiC 
SWet^ob'f^en Ucberfe^ung ber Äirdficnbüd&er bcbienen fonnte. 

©inj er, ®cfd). b. ©lawenapotlel Stritt u. aWct^ob u. ber flaw. Siturgte. 6 



82 

ttia^nt: alle a36l!er foden ben «&ertn loten, unb ber 2U)ofieI fagt: 3ebe 
3unge befenne, bafi ber ^err 3efu8 in ber ^ertlid^feit Ootteö be8 
aSaterö iji"');'fo fidte er je^t ba8 Urt^eil: „SBaö enbri(]& bie 
flatolfti^e @d^rift Betrifft, toelti^e toon to eilanb ßonfi antin 
bem 0^ilofo^)l&en*) erfunben würbe, fo loben h)ir e§mit 
Sleti^t, ba^ in i^r »&^ntnfn jum J^o6e ®otte8 ertönen, utib 
toir (»efei^len, ba§ in berfelBen <B\)xa(f)t bie )^el^re unb 
ffi^erfe ß^rijli unferö ^errn ergd^lt iDerben. 5)enn ni^t 
Blo^ in brei, fonbern in allen <B\>xa^en ben Ǥerrn gu loben toerben 
mir burd^ bie ^. @(^rift ermahnt, toelcl^e gemietet : SoBet ben «&enn 
ade Stämme, loBet i^n ade ^6l!er. Unb bie bom ^. ©eijie erfüdtcn 
2t^)oflel öerfunbigten in aden <B>i^xa(ii)tn bie ©ro^t^aten ©otteö. ^af)tx 
au(^ ^)auluÖ ermahnt: 3egli(i&e 3nnge Befenne, ba§ ber «©err 3e[u6 in 
ber «&errlici^!eit beö QSaterS ifi. ©Ben fo ermahnt er nn^ im erfien 
Sorintl^erBriefe genugfam unb beutlicl^ üBer biefe 3ungen, wie irir 
mit 3«ngen rebenb bie Äircl^e ©ottel erBauen foden"*°). 

3)ie ©egner ättet^ob'ö Befam^ften aBer borjuglmeife ben ©eBrau^ 
ber flawifc^en ^^xa^e Bei ber Seier beö cigentli(i^en ©otteS« 
bienjie^, b. f). ber D^ferfeier ber 1^. ätteffe, fo h)ie ferner Bei 
@:^3enbung ber @acramente unb ben Ürt^lid&en'l'agSjeiten, 
inbem jle Behaupteten, baß adein bie l^eBrdifci^e, griecl^ifci^e unb lateinif^e 
<B^xa^t burcl^ ben ©lauBen unb bie J^el^re ber ^ix^e aU liturgifd^e 
@:|3rad^en autorijlrt fe^en ^'). (So fonnte SWet^ob nid^t fd^toer faden, 
biefe gegnerifd&e 93e^au^)tung burcl^ ^inweifung auf bie morgenldnbif^c 
Äird^e, bereu in ben öerfd^iebenen orientalifd^en @^)rac^en aBgcfafte 
Liturgien bre rimifd^e ^ird&e ai^j^roBire, alö irrig jurücfguweifen , unb 
tt)ie öerfel^rt e8 fe^, ben bon ^ilatuS gefertigten ^reujeötitel, beffen 
5luSfertigung in jenen brei @))racl^en f!d^ auö ber gemifd^ten 8etoolferung 
bei SubenlanbeS naturlid^ erfldre, gu einer (Srfenntnißquedc beS geoffen* 
Barten ©lauBenÖ gu maci^en. 9luci^ unterließ er getoiß nid&t, auf ben 
Bereits me^r alö gef;nid^rigen ©efianb ber flaluifd^cn ©otteSbienfifeier") 
l^ingumeifen, unb mit toeld^en ©efa^^ren für bie @ad^e beö ©lauBenö 



8) <S. Cod. p. 58. 

9) SBarum ber ^a\>ü ben ©rffnber ber ffairifd&en (Sd&rfft nid^t dyriü 
unb 93ifd^of nennt, f. §. 9. 92ote 7. (S. 48. 

10) (g. Cod. p. 61 8. 

11) SÖ^an berief fid^ gur SBegrunbunc^ biefer SWeinung auf 3o^. 19, 19. 
20., gleid^fam ai€ ob burd^ bie \)ün $i(atug anei Ärcug, bie DpferfliUte be0 
91. ©., gebeftetc Ueberfd^rift in jenen brei (Sprachen ©ott felbft au«g?fprod&en 
babc, eg bfirfe bie 0)>ferfeier beö 9^. 93. nur in bicfen brei @i)rad(^en begangen 
h)crben. 3)lc pannonifd^c ^gegenbe c. 6. fübrt in treffenber Steife bie SSer; 
t^eibi^cr biefer SWeinung alfo rebenb ein: Erant autem (ibi) multi alü homines, 
qui blasphemabant Siovenicas litleras, loquentes: Dedecet ullum populum 
habere libros hos, nisi Hebraeos, Graecos Latinosque secundum titulum Pilati, 
quem in cruce domini scripsity quos papa Pilaticos asseclas et trilingues no- 
minans damnavit. Cod. p. 25. 

12) (S. §. 13. (S. 57 f. 



83 

unb ber rSmlfd^en Äird^e unter ben @Iatt)en feiner Äir(3^en^)robin5 eine 
^Ifc^ettung biefeö ®e6rau(^e0 yjerBunben fe^ "). 

3n Solge ber treffenben 3Sert^eibigung3Ret^ob'ö fällte 5^. Sodann 
VIII. baö Urt^eil: „d^ hjiberjireltet bem gefunben ©laufen 
unb ber ^ei^re feineltüegd, ireberba^ in berfelBen flatoi* 
f(!^en <B\>xa^e bie 3Reffen gefunden, nod^ bap baö ^. ^i)an* 
gelium unb bie gut ü6erfe|ten unb gebolmetfd^ten 8efe* 
jiücfe beö neuen unb alten ^Tefiamentö gelefen unb bie 
gefammten Dfficien beS ürd^Iic^en @tunbengeBetl^e0 ") 
gelungen roerben; benn3)erienige,h)el(]berbiebrei*&am)tf^rac^en,ba0 
'geBräifc^e nimli^, baö ®riecl^ifc!;e unb)Öateinifci^e gemacht, i)erfeI6e ^at 
au(f) alle anbern ju feinem ^Jreife unb Slul^me gefd^affen" ^^). 

mm ber «Pa^P aU ^fid^fie ürc^Iid^e ^e^rautoritdt ben 9tu8fpru(l^ 
getrau, bap feine bogmatifc^en ©rünbe ber geier ber J^iturgie in flaluifd^er 
@^ra(S^e entgegenfle^^en , Wax eö feinem hjeifen ßrmeffen an^eimgefledt, 
in 5(nBetracl&t ber Befonbern 3Sert;äItniffe ber @Iah)enl4nber unb beö 
fird^Iid^en Sntereffe ben ©efcraud^ beö (Biatt)i\^tn Beim ßultui unb allen 
fird^lid^en Functionen auöna^möhjeife ^n geflatten. ^iep ^riijilegium 
getüd^^rte Sodann VIII., inbem er anorbnete: „2)ap in allen 8dn* 
bem @tt)ato^)Iu!'ö fortan baö @Iait)ifcl^ealö6ultuöf^ra(]&e 
geBraud^t werben bürfe, baßjebod^ f)ierauS ber allgemein 
neu liturgifd^en @^)raci^e beö 5lBenblanbel feinerlei ®or» 
h)urf ern)a(^fen, ijielme^^r biefelBe baburci^ Befonberö ge^ 
el^rt toerben folle, bap Bei ber Seier beö ©otteöbienjleö 
baö Sbangelium juerjllateinifci^unbbaraufinflatoifd^er 
UeBerfe^ung bem 33ol!e berfünbigt luerben folle, toie Be«* 
teit0 in einigen ,f ircl^en ju gefci^el^en vfl^gf"*®)- 

Stuf (Seite ber ©egner ber flahjifc^en »iturgie fianb felBfi @h)ato^)lu! "), 



13) 2)ie ®cfaftr, 't>a^ bie d&rifilic^en ©lalvenl&ubei- — im galic i^nen bie 
flairifd&e Liturgie, an bencn iftr ganj^e^ ^erg l^ing, genommen tüurbc — gleid^ 
ben Bulgaren fic^ ben ©riechen in bie Strme hjerfen fonntcn, erfannte SRom 
aU eine V)on üWetftob nid^t Bloß ijorgefpief^elfe, fonbern geqrunbcte unb broBenbe; 
bcnn feit ein «Slatve in ber $eifon bed üWacebonier^QSafiliuö (867—886) 
benX^ron beö ffah^o^griccBifci^en 3?ei(B^ Bejüegen fjatU, tüurbc von G'onflantinojjet 
auß unter ben Benad^Barten ©lahjenfi&mmen bie offenBarfle *Pro)?aganba gemacht. 

14) (S. §. 7. $«ote 13. 14. @. 43. 

15) Cod. p. 62. 

16) Cod. p. 62. 5(uö biefer Slnorbnung bes5 '^a\>\U^ erlftetiet, ba§ ber ffa^ 
tpifd^en ©ottc^bienffcfeier ber SSorhJurf gemadjt hjurbe: e^ hjerbe burd^ <!e bie 
^errfdBenbe liturqifdfjc <B\>xa^t t^eraBge'fe^t unb t»erdc^tliri) gemad^t (wie ber 
Anonym. Salisburg. : vilescerc fecit cuncto popiilo ex parle (sc. Sclavorum) 
missas et evangelia ecclesiasticumque officium iilorum , qui hoc latine celebra- 
verunt. Cod. p. 55 s.), ba§ aBer SWctBob, um ba« lÄic^jtige biefcö SBoritJurf« 
tBotf&d^lit^ bar^ut^un, feine 4oci&ad^tung ber latcinifd^en Äird&enfprad^e baburc^ 
^u Benjeifen fuc^te, ba^ er anorbnete: e« foltc baö (Süangelium frfif^er (atci- 
nifd^, bann flawifd) gcfungen ober gelefen Ibcrben. 

17) ein 33elea, vt>ie grog ber @infl:u§ ber beutfd^en »Partei auf ben 3W&^ren.- 
()er}og in fircBUd^en fingen toar. 

6* 



84 

unl) er fjatU feine QJoriieBe für bie lateinlfti^e Siturgie bem ^a^)fle n)a^t* 
fd^einlid^ burd^ feinen 93oten @emif!fn toie burd^ 3Öi(i^ing Befannt ge* 
ien laifen, mit bem 8ebeuten, bafi ade a^orne^men unb SRagijlrate 
feiner >}anbe gleicher ©effnnung fe^en, — an^ ber offenliegenben 5(6f!d^t, 
ben ^avfl jur 33ertoerfung ber flatoifc^en Ootteöbienfifeier gu Bejlimmen, 
St6er — an^ biefer getoid^tige Umflanb ijermoc^^te nid^t, bie ©ntfd^eibung 
be8 ^a^pfieö gegen bie ßoncefflon ber flahjifd^en Siturgie gu toenben; 
benn baö Sntetefle beö ja^Itofen flamifd^en 33oIfe8 toog i^m fd^hjerer 
aU bie ©^m^atl^ie beö giirflen unb feiner ©eamten. a)er $avji trug 
jebod^, iüeil bie Sleligion feine ©ad&e beö 3h)angel ifi, bem fo beutlic^ 
aulgef^rodbenen ®eget)ren (Sttjato^fufö Sled^nung, unb fd^rieB bemfeI6en 
unter Sefanntge^ung feineö vorgenannten rid^terlicfien Urt^^eifö; „^o 
e8 aBer bir unb beinen ©eamten gefdUt, bie 3Rejlfe lieber in lateinifd^er 
<B\^xa^e ju ^6ren, (»efe^Ien toir, baß für bid^ bie geier ber aWejfe 
lateinifd^ Begangen toerbe"*®). 

@o ^atte ^a))fi 3o]^ann VIII. an(f) bie grofie (Streitfrage üBer 
bie 95ered&tigung ber flaniifcl&en ^)pxad}e Bei ber Liturgie bem ©lauBen 
ber ^ird^e gemäß unb unter weifer 95erütff!d^tiguttg aCTer in Srage jle« 
i^enber Sntereffenentfd^ieben, unb ben beutfd^en ©egnern ber flamifd^en 
©otteöbienfifeier toar fortan bie Stnfeinbung berfelBen red^tlid^ unmoglid^ 
gemalt. 

§. 21. 

2)ie legten ®(^i(ffale SWet^ob'«. 

©0 tüax benn ber $roceß, ber 3Het^ob flürjen unb bie (Sad^e fei* 
nerOegner ffegen mad)en fodte, gidnjenb für i^n ausgegangen. SÖäre 
aucii nur ein Sunfe ijon 5ld^tung ber l^fid^jlen fird^Iid^en Stutoritat, 
hjeld^e ^ier ^cCi^t gefi^jrod^en, unb beö a6)tm ©iferl für bie (Ba^e 
®otteö in ben ©egncrn 9Äet^ob'ö toorl^anben gekoefen, fo hjürben für 
benfelBen nad) ^iDOlfja^rigen unauögefe^ten 5lnfeinbungen unb ©e^elli* 
gungen i)on @eite ber Ba^erifd^en S3ifd^6fe unb ii^rer Oeifilid^feit enblid^ 
3!age beö Sriebenl unb ber ungefi6rten ^eriüaltung feineö «§irtenamte0 
gekommen fe^n. 5Dod^ — fold^er ©unfl foffte ber ijielge^jrüfte $Wann 
jid^ nid^t erfreuen! a)a bie 33ifd^6fe bon ©algBurg unb ^^a^^an auf bem 
5Öege beö ^tC^M i^re Qlnfvrüd^e auf ^annonien unb ^Ra^xen nid^t 
f)atUn burd6fe|en f innen, fo fd^eueten fle fid^ nic^t, gejiü|t auf ben 
toeltlid^en Qlrm, biefelBen in geh?atttt;atiger Seife geltenb ju mad^en*)- 



18) Cod. p. 62. ^icfe Söorte be^ ^a^fte« ftnb ba^ un^lvefbeutige Seu^:: 
nifl, ba§ (Stuato^Iu! jid^ für bie lateinffd&e, alfo qegen bie flatütfd^c iBiturgic 
au^gef))roc^en hatte, unb Asseman {KalendguisiUL 170.) \iä) offenbar ^jergrijfen 
^at, hjenn er fdfiricB: Pro certo affirmamus, motum Joannem papam ad con- 
cedendum Slavoiiicae linguae in sacris usum . . iteratis precibus Regis populique 
Moraviae , quibus si postulala negasset , ii hauddubie ad Graecam ecciesiam 
confugissent, a qua, Bulgarorum instar, id facile obtinuissent. 

i) HansiZf Germania sacra II. 139.: Causam metropolilae Juvavensis 



85 

(Bin ijettraullcl&eS @(^teiBen bc3 ^a^fieö Sol^ann VIII. yjom 23. 
aÄdrj 881 an (SrjBifd^of TOet^ob*)/ toeld^cö aMn einige yjetWftlid^e 
Äunbe Ü6er bie legten (Sd^irffafe be0 an feiner Satire §um SWart^r ge* 
ttjorbenen (5lah)enaVofiel8 qdt, lägt unö einen 93Ii(f in baö fd&dnblid^e 
®ett)e6e ijon Sug unb S^rug unb ©eiüaltt^at toerfen , mit toef^em bie 
beutfd^e $artei ben md^rifd&en SrgMfd^of Bei feiner 9lii(f!ei^r öon Mom 
umgarnte. 

aHet^ob'^ Sirffamfeit in aHd^ren l^ing gro^ent^eill ijon bem 9tn^ 
fe:^en ah, in toelti^em er M (Bwato^lul jlanb. a)e|l(;alB i^atte ^. So* 
^ann fein Urt:^eil Ü6er bie tooITfommen red^tgläuHge ®ej!nnunq aKet^ob'ö, 
fo toie Ü6er bie Statt^aftigfeit, ja (grfi)rie|lic^feit ber flairifd^en J^iturgie 
in bem an ben SWd^ren^erjog gerichteten ^reöe ijom 3uni 880 auSge* 
f^)rof]&en. 3)a bieß (Sd^reiten für 3Ket(;ob'3 ©egner ijernic^tenb tvar, 
fo galt el, bie SBirfung bejfeifcen Bei ©toato^luf gan^ unb gar gu ijerei:» 
teln ober hjenigjlenö ju fd^toic^en. $Da^er tourbe bieg ®rei)e, toeld^e^ jur 
STuö^finbigunganben »§er^og^6(^ji toa^rfd^einlitJ^ bem ©emififn, Stoatos» 
^luf^Setreuen, ober bem^ifd^ofSBit^ingüBergeBen worben hjar, unter* 
fd^Iagen unb ein anbereö, im @inne unb Sntereffe ber beutfd^Iateinifd^en 
^artei^berenJöau^jtagentie^tSBid^ingnjar, baffi'r unterfd&oBen. (SÜonnte 
faum anber0 lauten, aU: SWetl^ob fe^ in ber fie^re öom 1^. ©eijle jhjar 
^eterobor Befunben toorben, aBer er i^aBe h)iberrufen unb gefd^tooren, 
f duftig ort^oboi: ju lehren; bie ätteffe ffatoifc^ §u feiern toerBiete ber 
^ap^ unBebingt; unb Q3ifd^of SBic^ing, ber ort^obore unb firc^liti^ 
geflnnte 9Mann, fei; ijom ^a^fie eiblic^ öer^fli^tet hjorben, iSBer bie 
^uöfu^rung ber ^)d))filicf;en 5tnorbnungen ju wad^en '). 

3n Solge biefeö fd^dnblid^en ©etrugö fonnte el nid^t anberS !om* 
men, aU baß QMeti^ob Bei ^Sertoaltung feineö «§irtenamteö mit ber Un* 
gunfi @tt)ato))Iur3 unb feiner Beamten in mannid^faltiger Seife unb 
in reid^em 9Maaße fdm^)fen mußte, affo baß nun uBer i^n bie mibrig* 
flen (Sc^icffale unb (SrIeBniffe i^ereinBrad^en, unb Uner^irtel i&m an* 



(Theotmari) per Pannoniam sustinebat Arnolfus , cui post obitum Carolomanni 
patris ditio castri Mosburgensis , deinde post obitum Ludovici patrui Germaniae 
regis, dominatio Carantanae, cui Pannoniae adscribebantur , cesserat. UcBer 
baö freunbfc^aftrid^ SBer^rtnig ^ipatopluf'g ju 5trnulf fiefte §. 19. yiott 9. 
(B. 78. 

2) Cod. p. 62 s. 

3) ^k^'<\tht beutlid^ ane bem v^^Wi^en 33nefe an 9W. t?on 881 ^erüor: 
nostris apostolicis litteris glorioso principi Sphentopulcho quas ei asseris füisse 
delatas (SWetl^ob in feiner (graben, ©efinnung meinte freilidb, baef dc^te ^hpit-- 
Uäit <Sd^rciben muffe Sroato^Iuf gugefommcn fe^n), hoc ipsum significavimus, 
et neque aliae litterae nostrae ad eum directae sunt , neque Episcopo Uli palam, 
vei secreto aliud faciendum injunximus , et aliud a te peragendum decrevimus. 
Quanto minus credendum est , ut sacramentum ab eodem Episcopo exigeremus, 
quem saltem levi sermone super hoc negotio allocuti non fuimus (Cod. p. 63.)- 
äd^ Balte ba« bem *p. (Stc^j^an V. ^ugefdbriebenc S3reüc an ©toato^luF (Cod. 

ip. 63—67.) für bag üon SBid^ing ^ier unterfd&oBenc (Schreiben (f. Einleitung 
II. 2. @. 9 ff.). 



86 

getl^an lüutbc*). 39efonber8 toar e8 SBiti^ing, ber fl(l^ offen gegen 
3Ketl^ob unb feine erjBifcl&6fli(i^e 5futorit(St auflel^nte, unb flc^ ber drg* 
jien 2(u0fcl&reitungen Bei ^JSertoaltung feine« 9lmte8 toibet 3Ket^ob fcä^ul* 
big machte*). 

9t6et QWet^ob, toenn aucl^ ijerlaffen ijon ber ©ttnjl beö J^errfd^crr, 
njar bod^ nici^t o^ne Stniife in SWä^ten. Die nid^t geringe 3«^! fei* 
ner auö ben (SingeBornen herangezogenen (Sd^nlcr unb ba0 gan^e fTahji^ 
f^e SSoI! fianb ju i^m. Sie nun ber Srfolg ber toiber l^n gef^onne« 
rten Stinte alefcalb nad^ feiner atürffel^r öon Slom in fo greller ©eflalt 
an i^n :^erantrat^ fo burfte Sttet^obbem fianbe^fürflen gegenüber nic^t 
fd^toeigen. greimüti^ig Berief er fld^ auf bo0 burci^gangig für i^n f^re* 
d^enbe Urt^eil beö ^a^)fle0, baö berfelBe bem «&ergoge funbget^an, fo 
tüie ni^tminber auf bie bemfelBen geiDorbene Sßeifung unb bie \>hp^^ 
lici^en SJefe^fe, i^m in feinem ergBifd^6f!id^en Stmte aUm <B^n^ unb 
©eifianb angebei^en jju lajfen®). a)a Swatoiplu! nun toiber SÄet^ob 
einen gan^ anbern 3n^alt be0 an if)n gelangten vävfilidl?«^ Srei^e geltenb 
mad^te unb SBic^ing lugnerifd^ ^^ auf einen i)om $avfle ii^m aBijer^ 
langten (Sib Beriefe BlieB in fold^' mißlid^er Sage bcm l^art Bebrangtcn 
unb felBfi in 3h)eifel an bie ß^rlid^feit beö^avfleö ijerflridften (SrjBifc^ofe 
nid^tö üBrig, alö feine »klagen unb 8eben!en an ben @tu^l öon 9lom, 
aU feine einzige Swflud^t, ju Bringen. 

3)urd^ bie treuen unb ijerldflid^en 33oten, h)eld[;e ben ©rief TOet^ob'« 
an ben $a))ji nad^ SRom geBrad^t^ gelangte öon $. 3o^ann VIII. ein 
lieBreid^e« unb toertraulid^eö ©d^reiBen ijom 23. 9Mar;^ 881 an SHet^ob. 
Der ^a^H gaB i^m in bemfelBen ,,unter Beifälliger 9(ner!ennung feiner 
»girtenforgfalt, unb unter bcm 2(ulbrutfe freubigen Danfeö gegen ®ott 
üBerbie f)elbenmüt^lge 33ert^eibigung beö redeten ©lauBenö fein großem 
^eileib üBer bie Bittern (^rleBniffe beffelBen ju erfennen, unb öerflcberte 
i^n, ba^ er !einerlei anberl lautenbe ©riefe an (Btoatoplnt gerietet, 
nod& bem ©ifd^ofe offen ober geheim 9(nbereö alö bem 3Äet^ob aufge* 
tragen, um fo weniger einen ®ib toon bemfelBen ijerlangt ^aBe, inbem er 
fein 2B6rtlein uBer bie Betüu^te 9tngelegen^eit ju bemfelBen gef^rod^en. 
@r m6ge alfo alle Q3eben!en aufgeBen unb fortfahren, ben regten ®Iau* 
Ben JDadfer ju i-tertreten unb fld^ üBer baö (Srbulbete nid^t ju BetrüBen, 
fonbern ju freuen"^). 

SBeil nun aBer 3Ket^ob gegen ben offen h)iberfe|Ud^en ffiid^ing 
ffirmlid&e ^lage er^oBen unb bie rid^terlid^e 9(utorität be8 5Pa:|3Jie8 an* 
gerufen f)atU, fo unterließ So^^ann VIII. nid^t, ben flagenben 6rj* 



4) 3)?ct]^ob l^atte bcm ^at>\ic gefc^ricBcn üon ben variis casibus vel eventi- 
bus, unb aüis tentationibus , quas diverso modo perpessus est, unb quidquid 
enormiter adversus se est commissum (Cod. p. 63.). 

5) Quidquid dictus episcopus contra suum ministerium in te exercuit. 
ibid. 

6) ^ci'oon toeig auci^ bie :|)annontfc^c Senenbc c 12. Cod. p. 29. * 

7) Cod. p. 62 s. 



87 

6if(]^of gu i>erj!cl^em : ,,fo6alb er unter @otte8 Oeleite lieber nad^ flUom 
gefommen, toerbe er (ber ^a))fi; nad^ ric^terlid^em QSerl^öre 39elbet 
(bcS Älfigerö unb beö ®effagten) üfcer alle STudfc^reitungen, beren f!ti^ 
aBid^ing toiber fein 9(mt gegen Sttet^ob fc^ulbig gema(J^t, tte^t fpte* 
d^en unb bie t;artnd(fige ffiiberfelHd^feit bejfelfcen ju jfid^tigen nld^t 
unterlaffen"®). 

60 unterliegt feinem ßtüei^d, ba§ in Solge ber JMage aWet^ob'd 
bon Sodann VIII. eine rid^terli(^e S^orlabung anSBicI&ing er* 
ging, flfl& in Slom yjor bem ^)a))jie üfer ba0 ii^m ^ur @c^ulb ©elegte 
gu öeranttoorten. 9(6er — je freubiger QMet^ob im ©enjugtfe^n ber ®e* 
red^tigfeit feiner @ad^e f!d^ naci^ Mom aufjumad^en bereit toar, befio 
toeniger fonnte SBid^ing ber ^ip^Udjm QSorlabung ju folgen geneigt 
fe^n*). SBeld^e« Urti^eil bon $. 3o^ann VIII. iUx it)n tofirbe gefälTt 
werben, barü6er !onnte er f!d^ feinen 9lugenBlic! tdufd^en. JDa^er toar 
eö aBer aud^ bie @ntfd(;eibung eine« Stugenblicf ö ; SBid^ing werbe eUn 
fo wenig bem ^ai^jjle ge^ord^en al8 SWet^ob ffd^ unterorbnen; unb be6 
S5eiPanbe3 %xnulf^ tou Swato^jlufö gewiß fonnte er eö aderbing« 
wagen, fel6ji bem ^a))fie S'rotj §u Heten, weld^en bie traurigen 3u* 
jidnbe beä bon ben einfallen ber @aracenen unb burd^ innere ä^trüt* 
tnxiQ f)axt mitgenommenen 3talien3 fiS ju feinem ^obe im 3)ecemBer 
882 fo fe^r kfd^dftigten, baß er bem febringten ättet^ob 6ei§uf^ringen 
außer @tanbe War. 

§. 22. 

gortfe^ung. 

SBid^ing fd^altete bemnad^ bom Eintritte feineö 6ifd^6ftid^en Slegi* 
menti aU ber erfidrtefie SBiberfad^er ber ftawifd^en )Öiturgie in feinem 
ganzen ^annonifd^en Sprengel *°); unb 9Met^ob ^atte wiber benfelBen 
enblid^ feine anbere aU bie fir^Iidlje SBaffe beö 9tnat^em0, mit Wef* 
d^em er benfelBen gleid^ bon StnBeginn feiner SBiberfeitid^feit Bebro^t 

^atte'O- 

<Bo war alfo fortan nur ÜÄd^ren ber @d[?au^Ia§ öon 3Ketl^ob'8 
SBirffamfeit unb BlieB e^ Bi^ gu feinem Snbe. SBenn an(f) (Swato^)Iuf 
biefelBe mit feiner W^adji nid^t unterflii^te unb f6rberte, fo legte er 
berfelBen bod^ aviC[) feine ^inbernijfe me^r in SBeg. Z)tnn War er auc^ 



8) Ibid. p. 63. 

9) 3* ftattc früher (3eitfd^rift f. faifj. 2:()eoI. VII. 377.) bie gcfjent^eirfge 
Slnfic^t auö^efprodfien , bie id& aber für un^aliBar erfenne. JDiefer Ümflanb cnt? 
jieht aber ben öon mir toiber bie Sied^t^eit ber Epistola Stephan! P. V. ^eltenb 
gemaci^ten ©runben nid^tej öon \i)um ©ehjid^ie. 

10) UeBer ben Umfang ber jjannonifcben 2)i5cefe flc^e §. 19. @. 79. 

11) S3on ber S(nbrof)nng beö 5inat()emö gefd^ie^t im untcrfci^obenen 
S3riefc <BttX>i)an^^ V. @rt»&]^nunf| : Anathema vero . . qui indixU (Cod. p. 67.); 
bie Bulgarifd^e ßeg. aber c' 7. mi$, ba§ aW. e^ über aBfc^in^ vergingt 
^aBe : Vichnicum a Methodio anathemati Satanae traditum (Cod. p. 40.). 



88 

aRell^ob feineSwegö l^olb^ fo fonnle er flti^ bo(i^ ber (Sf^xfüv^t, toeld^e ba§ 
gange a^ofloUfd^e aöefen bei e^t^ifc^ofö il^m cinfl6^te, nic^t entfd^la* 
gen; unb toie einetfeitö biefe ^eilige @d^eu i^n gurürf^ielt, ben ,,?)feil 
öon bem immer gef:|)annten 39ogen a6gubrü(fen unb ba8 gejücfte @d^h>ert 
lüiber ättetl^ob ju fd^njingen""), fo na^m anbrerfeitö ©toatovlu! üom 
3. 882 eine folci^e ^jolitift^e (Stellung nati) 5lußen ^In, bie i^n jlüanfi, 
bie feinbli^e 3Äitte, bie er Hl^^er jn)i[(S^en feinem d^riftlid^en @Iahjenöolifc 
unb bem geiflUd^en ^an)ßU bejfell&en eingenommen, aufjugelBen. 

Ä6nig ,f arlmann l^atte im 3. 870 bie. ^niber ^ngelfd^al! unb SBiN 
l^elm ju 3Kar!grafen in Defierrei(J^ eingefe^t, ^au^tfäd^Iicl^ nm Stoato« 
\>lut im 3öUJne §u Italien. 3)ie (Bi^nt berfelBen, Sttegingog unb $aBo, 
Begei^rten na^ bem ^öbe ii^rer QSdter mit bem 9Jiarfgrafentl^ume berfel* 
Ben Belei^nt ju toerben; aBer ßubhjig ber ^Deutfd^e toerlle^ baö 6jili*e 
©renjgeBiet bem ©rafen STriSo , toiber hjetd^en bie ©ritber i^re 9tnf))rü(^e 
mit SBaffengeiualt ju Bel^au))ten fud^ten. ^er Bebrol&te 5i[ri6o yjerBanb 
fld^ mit @h)ato))Iu!, unb aller ju 5lnfang bei 3. 882 toon feinen 
©egnern an^ bem J^anbe öertrieBen , aUt \)ux^ .^aifer Äarl ben i)idtn 
als (Sigent^ümer bei i^m entrijfenen !&e^en3 hjar befiätigt toorben, fe^te 
i^n ©toato^Iu! burc^ feine SBaffen in ben l^art tefirittenen ^eft^ beffel« 
ben. Die öertrieBenen(56^ne (ingeffd^am unb ffiil^elm'l nahmen i^rc 
BufTud^t gu Qtrnulf, bem Ǥergoge 'oon ^annonien (@teiermarf utib 
.fdrnt^en), unb baö frühere freunbfd^aftlid&e 33er^dltniß beö SWa^ren^er;» 
gogö gu bemfelBen ging baburd^ in offene Seinbfc^aft Ü8er. 3n bemfe^ 
Ben 3a^re 882 fielen bie Bulgaren, toal^rfd&einlicl^ auf 9(nfitften ^x* 
nulf'l, in (Swato^furs fianbe ein, benn mehrere QSafailen bei ^arnt^* 
ner^ergogl nahmen ^^eit an biefem ßn^e, tooBei felBfi Hfiige 2lnf(1^ldge 
gegen @h)ato:pIuri i^eBen entberft iDurben. tiefer i^erlangte ba'^er y^on 
Arnulf bie Entfernung feiner ©egner unb bie offene (SrHarung, baß er 
an jenen 5lnfti^Iägen feinen ^^eil ge^aBt. 9(uf bie -Sßeigerung 5frnulf8, 
biefe gorberungen gu erfülTen, uBergog er im 3af;re 883, i?on ben ^oij^ 
men unb anbern flah?ifd&en Golfern unterjlü^t, ^annonien mit »frieg 
unb öeriüüjiete baS J^anb mit öieler ©raufamfeit, o^ne großen SBiber* 
jianb gu flnben. 3m grül^iat^re 884 fiel <Btt)ato^lnt gum britten TOale in 
bal Sleid^ 9(rnulfö ein. @ein ^eer mar fo groß, baß ber 3ug bejfelBen 
burd^ einen Ort i^inburd^ öom frü^^en 3Äorgen Bio gum f:^äten 5lBenb 
bauette. 3Äit biefer ungei^euern ^D'^affe i?on ©treitern ijerhjüjlete ©tüato* 
\>luf gh)6lf ^age lang ^trnulf I ©eBiet unb feierte bann unBeldfiigt gurürf, 
nad^bem er einen 3'^eil feiner ^xn^^en bie i)onau :^inaufgefd&ic!t f)atU. 
2tfl bieß SHeginJog unb 5^aBo i?erna^men, rüdften fle bem geinbe uni>or* 
jfd&tiger Seife entgegen, ijertoren bie @d^tad&t, ertranfen auf ber Slud^t 
im OiaaBfluffe unb anbre beutfd^e ©roße geriet^en in ©efangenfci&aft. 
3m «&erB|le na(f) fofd^' grdulid^er SeriDuflung S^annonienl Befud&te ^ai* 
fer Äarl ber Ä)idfe bie Dflmarfe unb gu KumeoBurg, bem ^^eutigen 
Ä6nigfldtten in Defierreid^ , leiftete @h)ato)3lu! bem Äaifer ben (Sib 



12) iD(e Bulgcirifd^e Segenbe c 5. Cod. p.'38. 



89 

ber ^um'''), SBdl^tenb fo bie ffiaagWale «ntulfö fan!, flieg jene 
(Shjato^Iufö in fold^et Seife, ba§ er ni^tnux unaB^ängig bom beut* 
fc^en äfleid^e bafianb, fonbern Balb ber furc^tBarfic ©egner beffelBen 
tüutbe. 

a»it ber ^joUtifd^en ®r6ße unb SRad^t beö aRd^renreld^S flieg unb 
h)ud&3 in gleid^em 3Haa§e im Snnern beflfelten ber ß^rlfienglaute, in* 
bem SKet^ob'ö rafilofer ^ifer bemfelfen niti6t 6toß jal^Ireic^e neue fSe^ 
fenner geh)ann, fonbern bie »on i^m geüBte toeife 3w^t bie l^eilfamen 
SBirfungen bejfelien auf Umhjanbrung ber l^äuöfid^en unb iffentlid^en 
@itte förberte'*). Seit 882, n)0 ber bem SWet^ob feinblid^e «inftug 
Slrnuff ö auf ©toato^fu! auf^6rte unb on bie Stelle bejfelBen vjielmel^r 
bo§ nationale Sntereffe trat, toar e8 enblic^ bem SrjHfcä&ofe geginnt, 
un'Bei&eirigt bon ber totltUd^en aKa(J^t jum J^eife be0 aRd^renboIfeÖ feir- 
neö 2lmteö ju toalten ^'^). 



13) Annales Fuldenses in Perlz Monum. Germ. I. 399 s. ®fr6rer, (5)efd^. 
b. (yoroHnger II. 249 ff. ^alacfi), Öiefd^. V). Q3o!)men I. 141. 

14) 3)ie ^>annonifci&e Segenbe brucft bieg c 10. fe^r Wn mit ben SBorten 
avL^ : Ab isto tempore coepit doctrina Dei valde crescere et tonsi multiplicari in 
Omnibus civitatibus et pagani credere in verum Deum a nugis suis deficientes ; 
tanto magis etiam Imperium Moravicum coepit dilatare omnes fines et hostes 
suos vincere cum omni prosperitate , quemadmodum et ipsi semper narrant 
(Cod. p. 28.). 3)(efc (Steife le^rt un« in bem SBorte yytonsi" ben befonberen 
©cbrauc^ ber mdfirifd^en (Slalven fennen, 3ene, )n>el6)t haß ^cibenthum feileren 
Hegen, baburd^ du§erlici^ fennbar gu mad^en, bag i[)nen ber Mop^ j^efd^orcn 
irurbe. 3)ag bie ^jannonifd&e Seg. ftier gut unterrid^tet ij!, beWtigen bie ia\)ti 
rif^en S3ifc^)6fe in ibrem 33riefe'an «p. 3o^ann IX. v)om % 900 buvc^ bie ^e^ 
merf ung : Ipsi (Moravi) Ungaronan non modicam multitudinem ad se sumpse- 
runt, et more eorum capiia suorum pseudochristianorum penitus detonderunt (Cod, 
p. 71.). 

15) @in \)om 5ßrof. ÜWonfe im Dlmu^cr SWagiflrat^ard^iüe aufgefunbc:: 
ncö Fragment gibt Jlunbe \>on einer in bie Icfetc Seben^gcit üWetl)ob'ö faÜenben 
Hfd^oflidben »Function bejfelben, ndmlic^ ber ß^onfccration ber ?Peter? unb 
^avi\if\vä)t ju ©runn am 29. äuni 884. ^icg gragment, juerfl 'oon 
ÄoJJttar (Glagolita p. LXXL), bann öon S3ocgef (Codex diplom. I. 47.) 
tjeroffcntlici^t, unb beffen Sled^t^cit au^ inneren ©rfinben nid^t anqcfod&ten 
tt>erben fann , Tautet : Scribit nempe A. 1062 frater M. praepositus de Raygrad 
S. ,j(Severo) Pragensi episcopo, se invenisse in libro quodam, qui est ecclesiae 
S. Petri in Bruna et inscribitur his verbis : Incipiunt traditiones et portiones eccle- 
siae S. Petri in monle — in cujus initiante charta prima conscriptus est sequens 
notitia'e tenor in hunc modum : f Cf. In nomine patris et filii et spiritus sancti, 
Amen. Anno ab incarnatione Domini nostri Jesu Christi DCCCLXXXIIII. conse- 
crata est haec ecclesia in honore beatorum Petri et Pauli principum apostolorum 
Dei per reverendissimum in Christo patrem Methodium archiepiscopum Maraven- 
sem , ipso eorundem festi die dicato, ac prima ejus dos in Bme et Luze confir- 
mabatur scripti tenore coram Zuatoplch duce giorioso et populo illegibili. Amen 
in aeternum. Amen , amen. — Et hie flnis. Aliud vero , quod vetustiora attin- 
geret tempora , neque in libro praefato , neque alibi scriptura testante adnotatum 
reperi." 



90 
§.23. 

Ttd^oVi Job. 

9?aci^bem TOet^ob an bic jleSje^n Saläre ^ fein er/^Bifd^ötfic^eö «mt 
in toai^r^aft a^)oßolifd^er Seife 'otxtvalUt i^atie, jlanb er an ber ®renjc 
feineö J^efcenö. ,,^en ©tauten Betoai^renb unb bie ^rone bet ©ercd^^ 
li(j!eit erhjartenb öoITenbete er feinen ü^anf; unb iueil er®ott angenehm 
unb lieB tüat, naf)cit für i^n bie ßüt be0 SfnebenS unb ber 9lu^e öon 
«eib unb ©ebrängnip unb be8 ioi)nt^ für fo ijiele 3»ü^e unb OlrBein. 
3n attdl^ren, h)0 er feine a^oflolifd^e aWifffon begonnen, fodte er j!e 
auc^ Sefc^ließen'). 2Im ^almfonntage betrat Sttet^^ob Bei ga^lreid^cr 



1) ^ie bulgarifc^e Scg. c 6. fefet in offenbar irriger aßeife: »ier* 
unbf^ipanjig Sa^rc (Cod. p. 40.). SScrgl. 3) um ml er a. a. D. «S. 199. 

2) 3)ie tjan nonifc^e i^eg. c. 17. Cod. p. 31. 

3) 33i^f)er fci^iüartften über ben Ort, iro aWetr)ob gcjlorbcit, bie 9(nj!c!^tcn 
ber ^iflorifer gcroaltig. SBd^rcnb bie Qintn, unb ^mar ber Q3cbme ^Pulfatoa 
{Dohner, Monumenta historica Boemiae III. 63 — 290.), ber Olmu^cr unb Srnn; 
ncr $ro)?fl SCugujifnu« fn f- Series Olomucensium Episcoporum (Rerum 
bohemic. Scriptores ex biblioth. Marquardi Freheri, Hanoviae 1602. pag. 277.), 
barauf Baronius unb fafl alle neuern Ö^efd^id&tfd^refber, unter ihnen befonber^ 
^obrohjffD (©ijrill u. 9)lct^ob <S. 122 ff. On&ferif^e Segenbe @. 67 f.), ben 
SWet^ob in 91 om Herben unb an ber «Seite feinet 33ruberö in ber ^lemen^i 
fircfte begraben laffen, erfliren SCnbere, ber Drt unb bie 3eit feine« %et>t^ 
muffe unbejlimmt gelaffen n^erben ; unb nur einige iltere Beugniffe fpredben für 
SWibren. — 2öle fe^r e« immerbin ein fdfjSner, anf^jredbenber, ja befledb^n; 
ber ©ebanfe ifl, bie im lieben fo eng \)erbunbenen 33ruber unb Slt^oftcl btr 
©laroen tjon @tnem ©rabc umfci^loffen gu feben; — e^ liegt f(ibledbtbin fein 
Seuani^ \)or, bag biefer ©ebanfe ^ur 55:batfadbe gcnjorben fei). JDer ein^^ige bi- 
ftorifd^e 5lnbalt^punft, ber ffdb ben SSert^eibiaern biefer SWeinung Vxtiti, ijt 
brt^ SÖort 9J. 3obann VIII. an 50? etb ob : „Cum Deo duce reversus fueris" 
(Cod. p. 63.). !J)(e§ Jlöort fagt aber nicf)t 5tnbere« aU: ber $aj>ft isckU a)?ctbob 
im % 881 in 9tom erwartet, \^ UU aber (f. §. 21. 22. €. 87.) gejeiqt, 
ba§ biefe @rtt>artuna nidfjt in Erfüllung unb SWetbob nidbt ein britteö 9Wal 
nacb 9tom ging. SÖS^renb bie ?Weinung von bem Sibleben ÜWetbob'^ in 9iom 
fein ein^ige^ 3eugni§ für flc^ hai , fpred^en für ^Wd^ren au^er ben üon mir 
in ben \)orberge^enben §§. bargeftelitcn 95erbv\Itniffen aan,; beflimmte ^Wad^ritb* 
ten, n^elcbe eine befonncne ^ritif n(cf;t umbin fann für n'faubn:»ürbig lu erfli? 
ren. Dbenan unter bicfen ßeugniffen flcbt ba^ Excerpium e libello de con- 
versione Carantanorum , in irelrfjem e^ bei§t : Methodius . . fugatus a Karentanis . 
partibus intravit Moraviam, ibique quiescit (Cod. p. 68.). ^iefc Sßorte: „bort 
in SW&bren liegt er aud^ bearabcn", flnb fo beftimmt, ba§ ic^ ^obromff^'^ 
3inter^)retation berfelben (SWS^r. Segenbe @. 67.): ,,cr fe^t tixoa \jermus 
t^enb t)in^\i: ibique quiescit'' nidbt anber^ aU eine n^iftfüftrlid^e begcidb^en mu§. 
(So hjie n?ir ben SSerfaffer be^ Excerptum in Q3etreff feiner Sporte: tandemfugatus 
a Karentanis partibus intravit Moraviam — febr gut unterridfitet gefunben haben 
(f. §. 15. 5«ote 9. @. 66.), fo moi)l tt?ar er auc^ baruber unterrichtet, bag SW. 
in ä'^d^ren geworben fe^. JDa« „Excerptum" ifl aber febr alt, inbem e^ j!(§ . 
fd^on in einem ^ober beö 13. 3abr^unbert« auf ber faiferlici^en 33ibliotl)ef in 
Sßien öorfinbet, unb bem gelebrten JDobrotoff^, ber eö bem ^bmä) S3ern^ 
l^arb \>. ^rem^münjter (t 1327), 0Zoricuö genannt, jufcbreibt, iji titoni 
aWenfd^lid^eö begegnet, inbem ©ernbarb ü. ^rem^munfler n>eber in f. Catalogus 
Cremifanensium abbatum nod^ in f. Cronica Babarorum {Pez, Script, rerum 



91 

9SerfammIung ber ®l4u6igen bie Jttrd^e, l^telt einen futjen QSotttag, 
fegnete ben 8anbe0fürjien , bie ©eijWid^en unb ba0 ganje 33olf unb 
\pxa(fi^: Sachet Bei mir, Jtinber! Bi0 gum britten Xaqt. 9fIfo gefd^a^ 
antf). 3)enn a(0 ber britte S'ag anBrad^, ^pxact) er: ^err, in 3) eine 
.^anbe em^fe^^Ie id^ meinen Oeifi^). Unb fo entfci^lief er in ben 
^anben ber ^riefler am feci^flen ^agc beö a»onatö2I^rir, in ber brit* 
Un Snbiction, im So^^re 6393 \)on Srfc^affung ber ffielt*), b. i. im 3a^re 
885 ber d&rijilid&en 3eitre(l^nung. 



austriac. T. II. Lips. 1725. p. 51—73.) mit einem SB6rtlein be« SWetBob ge;: 
benft. — aWit bem Excerptum flimmcit bie ^) (innonifc^e Seg. c 17., fo ivie 
bie bulgarifd^e c 6. uberein; unb tpir »erben Hftt ^nc^ahtn über SWet^ob'« 
5(bfeben üoKfommen glaubhjürbig finbcn. 

4) «Pannonifi^e eeg. c 17. Cod. p. 31. ^a%Wl. fein 5[blcben 3 2:agc 
toor^er crfannt unb öorau^gefagt Mt, crhjSbnt audj bie bulp(arifd()c Scg. c. 
6. , toeld^c iftn bic§ bem ©n^atovluf eröffnen I&§t : Tum Methodius principi prae- 
dixit suum finem post tres futurum dies (Cod. p. 39."), unb eben fo bie furje 
bulgarifd^c Segenbc in ^obrohjff^'^ „3W&f)r. Segenbe" (S. 66. 

5) «Pannonifcfce ßegenbe a. a. D. SBattenbadb (^eiir&ge <B. 34.) 
&u§ert gegen ben üon ber ^jannon. Sei^. ancjcgebenen 2!obee(tag: „d^ ifi im? 
mer bebenfUci^, h?enn ber 2!obegtag i^eili^er ÜWÄnner mit einem ^oben ge(ic 
gufammcnfMCt, roic bier in ber Oftern^ocbe". 5(b(^efcften ba\)on, ba§ ber 
3)ienflaa ober bie feria tertia ber (Sbartoo^c fein ii^efttag, unb bie G^bar-- 
toccbe (hebdomas major) ni^i bie Oftertoodbe ifi , fo ift in ber Jlirc^c nid^t^ fo 
fidber geflcKt als ber S^obe^tag f)t\U(^tt SWdnner, ireil an biefem Xage, um 
unterbrocben von ibrem 5(b(ebcn an, ii)r ®ebÄ(btni§ fird^Iidb benanfjeii würbe. 
2)ie Stnaabc ber ^»annonifd)en ßeg. ifl alfo um fo mebr aU bie »abre unb 
fici^ere fefi^u^alfen, mit bie attaemeine J^rabition ber f(ürt>if(if>en Jtird^en htn 
6. Sr^ril al^ ben ®eb&cbtni^taq üWet^ob'ö feiert. (Bkht 2)obroh)fft)'^ d^ritt 
u. aWetbob @. 125. , SWabrifd^e Seqenbe <S. 64. , fo ft'ic ben STifemanifdben fla^ 
»ifdben (Jobcr, in bem ce j|um Q, 9(vrir bei§t: Memoria dorraitionis S. Patris 
nostri Methodii archiepiscopi superioris Moraviae (Kalend. VI. 235.). — ^enn 
audb im 5(i[gemeinen baö 5abr fircblicber ©rcit^niffe nid&t fo fidber »^ef^ettt ift 
aU ber 2^ag berfclben, fo ifl bodb an^ bie löeffcfmmung ber ^annonifd^en Seg. : 
aWetbob fc^'im3abre ber britten 3nbiction geftorben, febr glaubtoür:? 
biq, toeil innere ®rünbc fie aU foldbe erfdbeinen lafien. ^ie 3. ;3inbiction 
fiUt in bie 3abre 855, 870 unb 885. ^ie girci erflcrn 3abre fommcn felbH- 
oerftanbrid^er äöcifc nic^t in 5lnfdblan, unb fo bleibt nur t>a^ Sabr 885 aU 
Xobeöjabr SDhtbob'^ ^ü prüfen. 3u biefem 3abre jiimmt nun voKfommen ber 
vjon ber ^jannonifd^en i*eg. anqet^ebene 2!obe^tag SWetbobV. Dfiern fiel 
im 3. 885 — 3iduum (s. 11.) Apriiis (ftebe bie Dftertaf cl in Beda Vener. 
Opp. ed. Colon. Agripp. 1688 foi. Tom. I. 281.). @onacb fiel ber ^almfonntag 
in jenem 3abre auf ben 4. 5(^)ri(, unb am 3. Xage barauf (»om $a(mfonntagc 
inclusive), am 2)ienfiag ber^baripodbe h)ar ber 6. Sljjrif. @onad^ jiimmt 
bie Stngabe be« 2!obe^tage« unb beö 3abrcö, an toelc^em 9)1. gejlorben, M^Uf 
fommen mit einanber überein. — ^ie 3. Snbiction fier nadb Stnc^abe ber ^^annon. 
£eg. in t>ati 6393flc aSertjabr. 3n ber lateinifcben v>o'n ^ümmter im a. 3(r< 
^i\>t mitgetbcirten Ucbcrfe^ung ftebt <S. 163: anno millesimo trecenlesimo 
nonagesimo tertio (Cod. p. 31.); e6 ifl aber burdb einen offenbaren iDrudfj: 
febler Dor „millesimo" ba^ s^xies au^gefaUen; benn in ber vjon (Safari! 
»eranftalteten 9lu3gabc ber altruffifd^en Segenbc (Pamatky Drewniho etc. ^rag 
1851) ftebt : anno sexies millesimo trecentesimo «nonagesimo tertio , unb naä) 
einer gütigen 3Wittbei(ung beö Jperrn a3ib(iot^efar (Safarif fiimmen 'aUe ibm 
befanntcn J^anbfd^riften jener Secjenbe mit bem 5)atum feiner Sluögabe überein. 
$)a^ 6393fte Sa^r ber b^jantinifcben 9tera (nad^ hjeld^er t>a& 3a^r 1857 



92 

(Seine (Sd^iiler erliefen ii)m bie geBu^renben @^ten, f)itlUn ba8 
fltdjrid&e Officium für 33erflot6ene lateinifci^ unb flatoif*®), bradfeten 
baS D^fer bar unb begatteten feinen J^eic^nam in ber (S^nobalfird^e^). 
Unb er tourbe gu feinen 334tern, ju ben ^atriard^en unb St^ofleln, ^u 
ben Seigrem unb SKartt^rern berfammelt. (Sine unjd^lbare ÜÄenge M 
9Solfe3 tarn ^n feinem SBegräbniffe, unb eö Betoeinten bie I^eute ben gu* 
tm Seigrer unb »girten*, SKÄnner unb SBeiBer, Äleine unb ®rofle, JReif^e 
unb 9(rme, ffreie unb (Btla^tn, SBittoen unb SÖaifen, ffrembe unb Sin* 
^eimifdbe, «^ranfeunb ©efunbe — Sldefamen jur ^efiattung 5)e0iemgen, 
ber etilen Qllleögetoefen toar, umSUle $u gettjinnen®). 



§. 24. 

©(^irffale ber mäl^tifc^en Äir(^e mö) Tld^oVi 3;obe. 

^er ^ob aWet^ob'« toar ffir bie Äird^e aWäl^renö ein folgenfd&toereö 
(Sreigniß. 9tn i^m, bem »Saugte unb Präger beö toon il^m Begrunbeten 
flatuifc^en Äird)entoefen0 in SWdl^ren unb ^annonien f)atte baffclBe feine 
'i&auvtfiufee ijerloren; unb wie be^alB bie S^iUx aHet^ob'ö unb allcö 
ftahjifd^e QSoIf im leBenbigen ©efüi&Ie ber ®r6§e biefeö OSerlupe« mit 
Banger Srtuartung ber nfid^jlen ßvtnnft entgegenfa^en, trug bie beut:» 
fd&e Partei baroB trium^^irenb baö ^an)ßt em))ür. 




ba^ 7365JIC 3a^r ifl) i|l aber ba« 885jlc 3a^r nad^ (Sf^rW @eBurt ; benn irie 
ba« 6377fle aßeltiaBr berbulaarif^en Sc^enbc c 4. (Cod. p. 37.) bem 3a^re 
869 n. ©hr. entfj:»rid&t, fo entf^jrid^t ba^ 6393jle aBertjabr bem Sabre 885 n. 
(5^r. — 2)iefe innerlid^ burd^ ftd^ fclb(i fo Beglaubigte ^n(\aht ber ^annon. 
geg. über bag 2:obeg}abr SW. toirb uberbie^ burd^ ben gefc^ic^tftd^en 93edanf 
ber ^inae beitabrbeitet. 

6) JDie )?annon. ütc^. fe^t nocb „graece** i^in^u — auf^cnfti^efnlicb oljne 
aHen ©runb, ba eö in SWdb^^en eben fo tpenfg griccbifc^e ©eipiid&e af^ ®e; 
meinben gab. 

7) ^icfur^c bulgarifd&e Segenbe, hjelcbeGtonüantinÄalaibonjitfi* 
in f. ruff!f(^en SBerfc: Joann Exarch Bolgarsky @. 90. berau^qab unb 3)0' 
bröhjff^ in f. ,,3W&^rffcben Segenbe" @. 64 ff. in« ^eutf((;e uberfe^te, faqt: 
„Orr liegt in ber großen m&f)rifcben .^ird&e gur linfen (Seite in ber 9Banb bin'ter 
bem 5CItare ber b- ©otteögeb&cerin". ^iefe ,,grogc m&brifcbe Äird&e " ift bie 
,,<S^nobaIfir(be" ber i:»annon. ßec^cnbe. 5Benn aBer 3)oBrotrff^ a. o. £). @. 
67. meint: „2)iefc SlngaBe Befriebigc ben gefer hjenig, ber bocb »or 5llfcm jn 
toiffen »erlange, in tpeld^er @tabt er bie große ^ircbe gu fuc^en i)aW\ fo 
burfte eö ficb von fclbfl febr nabe leqcn, baß bie ^^nobal^ ober J&auv^tfirc^e 
aWd^renö, in njelcber SWetbob feine ©ei^Hcbfcit gu (Si;noben gu »erfammeln 
ijjfegtc, tt>of)l an feinem anbern Orte aU am ^au^jtfi^e (Shjato^luf « , Devina 
ober 3Belebrab, ?u fud^en ifl. 

8) ^annon. ßegenbe c. 17. Cod. p. 31. 



03 

genbere^ Stnliegen al^ bie ffrage an i^n : toelti^en unter feinen ©d^filetn 
er für toürbig ^alte, baß er i:^m ium S^ac^folger BejlelTt toerbe? Unb 
SWet^^ob tüieS auf @inen feiner treuen @d^üler, 0?amen0 ©orajb, mit 
ben 9Borten l^in: „tiefer i|i ein frelgeBorner 3Hann euerö 9SaterIanbe8, 
Im IBatelnlfc^en toorjjügllti^ unterrichtet unb red^tglauHg*); m6ge feine 
9ßaf}l ©Ott genel^m fe^n hjie eucl^ unb mir!" — STfer eBen fo tele aWe* 
t^ob unb ble ©einigen ben 39ejianb beö flatolfd^en ^Ird^enwefenö In 
SKa^^ren uur geffd^ert erfannten, h)enn (Slner ferner flamlfd^en <B(f)iUx 
onble 3^)l^e bejfelBen gejletrt toürbe, fo fe^r brang fld^ ber gegnerlfti^en 
Partei ble S^ot^toenblgfelt auf, blefem Srfornen entgegen §u treten unb 
l^n Witt i«i>^tt 0rel0 au0 bem gelbe ju fd^ lagen*). 

Unb nur aCfjufel^r toaren ble SSerl^dltnlffe baju anget^an, ben %n^ 
fd^ligen ber beutfcl^en ^Jartel ben <Sleg ju toerfd^affen. ©n)ato))luf 
toar öom Slnfange fein Sreunb ber ftalulfd^en filturgle getoefen unb ge* 
gen feine Steigung hjar ber ©eBraucI^ berfelSen In feinem Weld^e burci^ 
ble 9Iutorlt4t 8lom^ fanctlonlrt toorben'). 93el blefer ungfinfilgen 
Stimmung beö Sanbeöfürfien gegen baö fTamlfd^e Jtlrd^enwefen fonnte 
e3 ber rührigen beutfd^en Älerlfel nl(3^t ft^toer ioerben, baffelBe au8 bem 
ßanbe gu toerbrdngen; um fo me^r alö Strnulf, ber Im 3. 885 mit 
^tüatoplnt^^ toleber auf frcunbllc^en guß jlellte, In SerBlnbung mit 
SBld^lng nld^t unterließ, für odgemelne Söleberelnfül^rung ber latelnU 
^^tn J&lturgle Beim «&erjoge aufö S^ad^brurflld^jle ju tolrfen*). 

fSd ben forttodl^renben SlelBungen, an benen eö jtulfd^en ber beut:» 
fd^en unb flatolfcl^en ©eljHld^felt Im J^anbe nld)t fehlen mocibte, würbe 
ble lefttere, ble \>itUn(f^t au(f) burd^ l^re größere jlttllc^e (Strenge bem 



1) Snbem bfe vannon, Seg. cap. 17. (Cod. p. 31.) ben SW. alfo f^jrec^ien 
l&ßt, f)ai fie unfe()Ibar baö Sllci^tige getroffen. @ö tcat ein <6au)?tvorh)urf gegen 
SW. getüefen, ba§ er ein grembling fei;; barum begei(^net er ©oragb aU 
einen SWd^rer unb einen SWann »on ebler ©cburt , ber ebenfo in (ateinifdber 
tele ffoh)if(i^cr Literatur ben^anbcrt y^orj^üglicib J«nt J&au^^tc ber m&btifd&en J^irci^e 
geeignet fe^, unb gegen ben im ?JunFte ber Ortboborie feinerlei öinhjenbung 
erhoben tocrben f^nne. S(ud^ hit bulgar. ^q. fitgt im (Sdbluffe be« c. 6. 
(Cod. p. 40.) : ®ora§b fe^ yjon bem fein nabe^ @nbe fu^lenbcn äw. gu feinem 
iTiat^foIger bejeici^net njorbcn, unb in ber Vita Clementis c. 12. bei§t e«: Go- 
rasdus ille , quem e Moravo oriundum et utriusque linguae siovenicae et graecae 
peritissimum virtus Methodii ad sedem episcopalem evexit (ed. Miklosich p. 17.). 

2) <Sebr treffenb fiibrt bie bulgar. 8eg. bie gegnerifd^e Partei, bie fie 
freilidb JM ^dretifern mad^t, c 7. alfo rebenb ein: Sed non tulit audacissima 
haereticorum multitudo , Methodium habere post mortem vivum propugnatorem ; 
sed venite, dicebant, Gorasdum opprimamus eique insidiemur . . sihunc vivere 
sineremus, revivisceret nohis Methodvis (Cod. p. 40.). 

3^ @. §. 20. (S. 83 f. 

4) JDer %o\> SWetbob'^ fd^eint ber 'öauj^tbehjeggrunb für 5(rnuTf getoefen 
i^u fet^n, fidft mit €h)atoi>IuF au^gufo^ncn; benn ee galt liun feinen SBicbing, 
ber tt)&bfenb ber ^einbfd^aft ber beiben ^errfdber fcbtocrlid^ im mhi}x\\^tn 
^annonien bleiben fonnte, nid^t nur auf feinen <Si^ in S^litra ^urucfjufübren, 
fonbern iro mcgiidb 5;um J&au^te ber mdbrifd&4>annonifc^en .f?irc^env>rov>ing gu 
machen. 



94 

in flefti^led^tllti^er SSejIc^ung minUx biöcMlnirlen gürften^) n)emget 
Belirft »ar, bemfcll»en aU eine ben grieben fifirenbe unb bem ianU 
(d^ige ^Jartei bargejielTt, beren man fir^ eBen je^t am fugli^jlen ent* 
lebigen f6nne. S)ie ©d^iUer 9Wetl^ob'8, beren au^ bem geifHid^en @tanbe 
niti^t weniger benn an bie jwei^unbert waren*) unb unter benen neBfl 
®ora§b KlemenS, *J?aum, Qlngelar unb @at»6a0 l^eröorragten^), y)on 
ber Saction aBic^ing'0 unaBlÄfjig angejfeinbet unb Qe\ilaqt, würben enb« 
lic^ im 3. 886') burd^ SWilitärmac^t au3 ben mäl^rif^en l^anben ti9 
uUx bie $Donau gefd^afft, 'oon wo fle f!(^ m(f) ber ©ulgarei wenbf* 
ten, wo tle au^ — freilid^ um ben tf^enexn SJreiö ber 5bai^inga6e M 
ort^oboren öon i^rem QSater unb Seigrer ÜRet()ob i^nen einge:|3f[an^teit 
®lau6en6 an ben 5fulgang beö 1^. ©elfieö ijom 5^ater unb @o:^n — 9luf« 
na^me fanben*). 

a»it ber SBertreifcung ber flawifc^en ©eijHlcl&feit auö (Swato^tuf« 
ganben ^6rte toon fel6fl bie geier beö ©otteöbienfteS in ber ffawifc^en 
©^rad^e bafeI6fl auf, unb SBid^ing fd^altete aU ber alleinige ^txx in 
Äird&enfad^en. QKo^I mag biefer 5(lleö aufgeboten ^aBen, fld^ gur SKe* 
tro^jolitenwörbe em^or^ufd^toingen; aBer alle feine Semü^ungen fc^cl« 
terten eBen fo fel^r an ber geredeten SlBneigung, \>on Weld^er baö ge* 
fammte flatoifd^e 33olf toiber i^n erfüllt war unb weld^e (5wato:|)lu! 
gu Berörf fld^tigen nid^t um^in fonnte, aU an ben ©egenBemül^ungen ber 
bem ©ünfilinge 5lrnulf 8 nid^t ^olben BaJjerifd^en «ifd^6fe. 



§. 25. 

gortfe^ung. 

5Diefer wenig erfreulid^e Bujlanb ber Äird^e ÜRd^ren^ unb 35an^ 
nonienö war aBer nur ba0 33orfviel i^reö gdnjlid^en Untergangs, ber 



5) ^ie bulgarifd^e !8eg. nennt ihn c. 5.: mancipium voluptatum ma- 
liebrium et in luto obscoenarum se volutans actionum (Cod. p. 38.), unb bie 
Vita Clementis fagt 'oon i^m c. 10. : mens ejus a spurca voluptate erat abrepta 
(ed. Miklosich p. 15.), unb im S^ucfBlirf auf bie unter ben @latoen»6lfern bie« 
fer 3eit jiemlicö allgemein !)crrf(l^enbe Un,|ud^t (f. oben §. 15. 9loit 1. <S. 63.), 
bie aud^ in ber carolingifd^en ID^naflie ^eimifd^ n^ar, mol^l nie^t o^ne @runb. 

6) Vita Clementis c. 11. ed. Miklosich p. 17. 

7) ©ulgar. fiegenbe c 2. (Cod. p. 34.). 

8) S^ac^ ber Vita Clementis (c. 18— 20. ed. Miklosich p. 25 s.) fam im a^i 
ten 3a^re nac^ ber SSertreiBung ber ^iiler be« aWet^obiu^, (S^meon in ^nU 
garien gur Otcgierung unb mad&te ben Giemen« i^um 93ifd&of. 5Bir h>iffcn aber, 
ba§ 892 nod) beffen 'SSorg^nger 2BIabimir berrf^te unb ^a^ (S^meon guerfl im 
3. 893. erh)d^nt roirb ; red&nen tmr alfo öon ^ier auöi fieben 3a^re j^uruif , fo 
erhalten it>ir 886, al« \>ae ^ai^x ber SSertreibung ber <B(f)üUt bee< SDietbobiu^, 
hjelc^e nur furge ßtii nad) feinem Xobe fiattgefunben gu ^faben fd^eint. JDumm^ 
ler 5lrd^iV3 (S. 199. ^ 

9) 2)ieg ift ber l^iflorifd^e ^ern ber felbfl mit 3Bunbern guögefd^mudten 
(Srg&^Iung ber Vita Clementis c. 11 — 14. (ed. Miklosich p. 16 — 19.). 



95 

juni(^fl \>ux(fjr bie toieber auögekoci^enc gfeinbfd^aft jtoifd^en Qlrnulf unb 
(Btüato^luV) l^cr(»cigefiU;rt tourbe. 

(B(i)on im 3. 890 entf^ann flc^ ghjifci^en ©eibert ein langer t'futiger 
Ärieq , bejf en (5nbe hjeber @h)ato:^3luf noci^ ^rrnulf erlebte unb ber enblici^ 6ei 
ber 5I)a;^h)if^enfunft eineö Bfutigen furchtbaren Seinbeö, fcelbe JReicl^e inö 
SSerbert'en fWrjte. 3m 3. 892 berief Slrnulf bie 9» a g ^ a r e n *) unb ben 
^erjog in Unteri^jannonien ^rajfan) gegen ben »erfaßten (Btioato^lnt, um 
fo ben auf brei leiten, öon mdd^tigen S^inben eingegriffenen jld^erer 
bemut^igen ju !6nnen. ^ie 3Kag^aren, fcl^neHe SReiter'), brangen bie 

1) 2lrnulf hjar nicfct obnc J&ilfe (Swatoj^Iuföi 887 Äonig ber JDeutfd&en ge^ 
Sorben , unb er flrebte aU foldfier nad^ bem 2:obe Jlaifer ^axVe bea liefen 
(t 13. 3an. 888) na^ ber ^aiferfröne, bie er enbH* im 3. 896, toa!)rfc^ein.- 
H^ am 2b. ^)ßxiU errang. <S. ®fr6rer a. a. O. II. 362. 

2) 3)ie SWag^aren famcn au^ i^ren mittelajlatffc^en Urft^cn ftinter ber 
SBolga :&er, brachen burci^ (Subruglanb. Mitto 'ooxUi, nod^ aU irifbe Reiben 
über bie .^ar^jat^en auf bie gra^reid&en ^Juften j^tüifd^en ber Xt)d^ unb bem 
IDonaujirome herein, ^er abenteuerliche .3ug au^ ber a(tmag^arif(i^en ^eimat^ 
in bie neuen (Si^c i^at tttoa 20 3abre gebauert (von 884—903), unb trenn 
biefe nralifc^e, bürc^ frcmbe Bujfige angefc^iirottne Söanber^orbe bei i^rer S(n^ 
fünft am ^u§e ber .^ar^jat^en nac^ übereinftimmenben Eingaben nod^ 216000 
tt>ef>rbarc Sfteiter iWit, fo fonnte fie im ^anjen nic^t unter einer SWiUion 
Seelen betragen. 3)er (Sinbrudb in $annonien gefd^af) in ber ©cgenb »on 
3Wunfatf(^>, unb ber erfte fejic Drt, toelc^cn bie J&orbe befe^te unb al^ 5(uö; 
gang^^>unft Jüeiterer (Sroberung^^uge Hnn^tt , wax '^aß ^ajieltaUngu (J&ungu, 
i^eute Ungvdr), tt>ae gur fpSteren 93enennung beö SSoIfcö QJcranlaffung gab. 
i>tnn im SWunbe ber Oegner unb dingebornen bieg ^xpah, ber im ©ajleU 
^ung refibirenbe SDIag^aren^&uvtling unb glurfli(|e Se^njin^jer beö Sanbeö, 
dux Hungariae, unb feine 9ieiter n>arcn naturlidb «&ungarn, ein S^iamc, 
ber ii^nen bei alten 9Md^tungarn hie auf ben i^eutigen Xag geblieben, ^ie 
^offcribenten »on 33i?ganj nannten aber bie aWagijaren, foiüic bie D^manli, 
Xürfcn. SaUmeraljer. 

3) 2)ie urfprünglic^e ^am^f; unb Sebenöhjcife ber SWag^aren fdbilbern 
bie Annales Mettenses ad a. 889 alfo: Primo quidem Pannoniorum et Avarum 
solitudines pererrantes, venatu ac piscatione victum quotidianum quaeritant. 
Deinde Carantanorum , Marahensium ac Bulgaronim fines crebris impulsionum 
infestationibus irrumpimt, perpaucos giadio, multa millia sagittis interimunt, 
quas tanta arte ex corneis arcubus dirigunt, ut earum ictus vix praecaveri possit. 
Cominus etiam in acie praeliari, aut obsessas expugnare urbes nesciunt. 
Pugnant autem procurrentibus equis , aut terga dantibus. Saepe etiam fugam 
Simulant, nee pugnare diu possunt. Caeterum intoierandi forent, si quantus 
est Impetus , vis tanta et perseverantia esset. Pierumque in ipso ardore cer- 
taminis praelia deserunt, paulo post pugnani ex fuga repetunt: ut quum maxime 
vicisse te putes, tune tibi discrimen liabenduni sit; quorum pugna quo cae- 
teris gentibus inusitatior, eo et periculosior. Inter horum et Brittonum con- 
flictum hoc unum interest, quod Uli missilibus ipsi i^agittis utuntur. Vivunt 
non hominum, sed belluarum more. Carnibus siquidem, ut fama est, crudis 
vescuntur, sanguinem bibunt; corda hominum quos capiunt, particulatim di- 
videntes, veluti pro remedio devorant. Nuiia miseratione flectuntur, nuilis 
pietatis visceribus commoventur. Capillos usque ad verticem ferro caedunt. 
Super illos ire, consistere, metari ac -colloqui solent. Liberos ac servos suos 
equitare, ac sagittare magna industria docent. Ingcniaillis tumida, seditiosa, 
fraudulenta, praecocia: quippe eandem ferocitatem feminis, quam viris adsig- 
nant. Semper in externos aut in domesticos motus inquieti , natura taciti , ad 



96 

(Srfien »on Djien ^et In aRä^ren ein; boti^ tourben fle f}Ut, in toalbigen 
©eHrgdfd^Iuc^ten, ^on (Smato^luf auf()e:^alten, umtungen unb burd^ 
©erbaue eingefd^loffen^ fo ba^ if)t ©erberkrt unyjermeiblid^ [d^ien. 3n* 
bejfen gog aBer, im 3uli bicfeö 3a^rf0, aud^ Qtrnulf öon aBefien unb 
Q3rajlan) öon @üben ^cran; auc^ ber im Äam:|3fe ber @lah)en yjiel gcüHc 
^ifc^of 2(rnt toon ffiik^turg, ein gelualtiger Krieger feiner Seit, t^at 
mit einem t^uringifd^en »&eere einen ©infaCT in ®6i^men. (5toato:|)lu! 
fonnte bem Einbringen fo ijiefer Seinbe juglei(]^ nid^t toe^ren; er ^og 
feine @treit!rÄfte in bie befefligten ^)Id|e gurutf) unb gaB baö ftadf^el^anb 
bem geinbe ^reiö, ber e0 öier SBod^en lang graufam öerwufiete. 2lircin 
bieß \r)at aud^ ^fdeö, waö Qtrnulf erreid^te; benn (Btoatopluf unterwarf 
flti^ nid^t, unb am @nbe toanbte auc^ ber ©ort^eil jld^ auf feine @eite. 
5Die ÜRag^aren, toeld^e burd^ 5(rnulf toieber fiuft befommen f^atUn, jogcn 
fld^ jurörf ; aud^ ^frnulf unb S3ifc^of Strnt mußten jurücf. .3m 3. 893 
erneuerte 5(rnulf ben Selbgug, a6er mit nod^ geringerem Erfolge-, benn 
er tüurbe nid^t allein gurudfgefd^ lagen, fonbern erlitt aud^ großen @(i^a* 
ben unb geriet^ auf bem Slütfgugc felBjl in ®efa^r. 2ludb im 3. 894 
währte ber Äam^f frurt^tlo^ fort. 5(8er biefeö 3a^r war aud^ baö lc|tc 
ber mäi^rifd^en SKad^t unb bei md^rifd^en ©lanjeö; in ii^m jlar6 @toa* 
to:^3luf, ber getoaltigfle ^errfd^er feiner 3^it, ber fein angefiammte? 
Siäd) unter großen ©efa^ren burd^ Wutf) unb ^^atfraft, .flug^eit unb 
^i^, burd^ ®eh)alt unb Uekrrebung , nid^t nur erhalten, fonbern an^ 
anfe^nlid^ ijerme^rt unb 16efefiigt, unb fld^ allen feinen 0?ad^Barn fuT(^t* 
6ar gemad^t fjatU^), 

^Jla(t) ber Srj^a^lung beö im $ur))ur geBornen S^jantinerö*) t:^eilte 
(Stoato^luf ba0 9leid^ unter feine brei @6^ne®). ©terBenb rief er fie 
öor ftd^ unb Befahl (Sinem nad^ bem 5(nbern, ein 33unbel toon brei @tal?cn 
ju Bred^en. 2)a- fle bieß nid^t ijermod^ten, lifie er baö 33unbel auf unb 
reid^te Sebem einen @taB, ber nun leidet geBrodl^en tourbe. <Bo trollte 
er auf einfädle aBer Bebeutfame SBeife ben ©rübern bie S^ot^toenbigfeit 
ber (Sintrad^t red^t leB^aft ein^jrägen; benn ber finge »^errfd^er unb U^ 
forgte ^aUv fa^ too^I ben @turm unb Sammer ijorauö, ber iJBer ba3 
§anb unb beffen gürfJen fommen foHte, unbfo fiieg er mit fummeröollem 
»Öerjen inö ©raB''). 



faciendum quam ad dicendum promptiores. Hujus igitur nefandissimae gentis 
crudelitate iion solum memoratae regiones, verum etiam Italiae regnum ex 
permaxima parte vastatum est. Assemani Kalend. III. 244 s. 

4) «Pala'cft) a. a. D. @. I. 145 ff. 

5) Consianiinus Porphyrogen. De admiuistrando imperio, c. 41., U\ 
SWcurfiuö ed. Lami VI. 1045. in ^Jala rfi? ®efc^. I. 149 f. 

6) ^ic bcutfci&en Slnnalificn nennen blog jmei <g6l>ne, SWo^mir unb 
<Sn)ato)>luf. 

7) ^(ildcfy; a. a. £). @. 150. 



97 
§. 26. 

^ortfe^uitg. 

^aä) ©toato))ruf ö XoU Bot Stmulf aUeö auf, um ^if)vtn »lebet 
in bie alte ))ontlfd^e unb fird^Uc^e 5lb^ängigfeit ijon 5£)eutfc^lanb gu 
iBringen*). ßtoax tourbe im »gerBfie 894 jtüifd^en Sfrnulf unb äKo^mir 
Stiebe gefc^Ioffen; abet man fonnte i^n !aum einen SBaffenfiilTfianb 
nennen: benn bie SBafen »utben auf Seite Sftnulf'ö feineötoeg^ niebet* 
gelegt, fonbetn nut bie offenen gegen gel^eime getaufc^t, unb bet SBeg 
bet ;&ifi anjiatt bet bemalt eingefcl^lagen. 5£)tei ^au^jtutfad^en toaten e^, 
toeld&e ben Untetgang beö mä^tifti^en Sleid^ö ^etBeiffi^tten : bie 3tüie* 
ttacä^t bet S6^ne <BxDatopluV^, bet SlBfaÜT bet Bfi^mifrt^en «©etjoge, unb 
ba^ 3Sotbtingen beö 3)iag^ateni)olf eÄ ; Sttnulf ^at j!e ade, too nid^t 
^etijotgetufen, boti^ Bef6tbettunb Begunfligt'). 

3m ©eifie feineö fingen 3Satet3 f)atU aWo^mlt tootStdem fl^ ijot 
feinen gefä^tliti^en mag^atifd^en 0?a(^tatn, bie im 3. 894 Beteitö ba3®e« 
6iet gtt)if(^en bet ^^eiß unb ben 6fili(^en Äat^jat^en eingenommen l^atten, 
babutd^ flöget gu fieden getoupt, ba^ et i^nen ijetmut^lic^ einige ^änbet* 
fitid^e im jDflen unb Süben feineö 9lei(^eö aSttat^). SQBeil et a6et in 
bet SDililbe beö ß^tiftenglauBenÖ bie äÖaffe anetfannte, toel^e Sldeö ju 
uBettoinben unb bie to^e hjilbe Statut bet «§eibeni)6lfet ju fänftigen öet:* 
mag, fo untetliep et ni(^t, bie 3)iag^aten füt baö ß^tijlent^um §u ge* 
njinnenj unb bie Semfi^ungen bet 3)id^tet toaten fo etfolgtei(^, baß eine 
ni^t untettd(^tlid^e 3)ienge betfelBen fld^ taufen ließ^)* 

ffid:^tenb fo äßd^ten i^on ben aWag^aten unangefod^ten HieB, fiteif« 
Un fie i)om3.894an toiebetl^olt üBetbieJDonau nar^>Untet))annonien, 
njeld^eö f!e fo atg »ettoüjleten, baß im 3. 900 in biefet auögebe^nten 
gjtoijin^ nid^t eine einzige Äitd^e panb, meiere bet allgemeinen 3etfl6* 
Tung entgangen todte*). 

9t6et SD^d^ten, unSel^edigt bon Stußen, toutbe untet aKo^mit'ö Sie«« 
gietung Salb ein <kä)anplai^ beö ^eftigjlen ©tubetftiegeS, in toeld^em 
3ttnulf ben iitngetn Stoato^jlnf untetfifi^te. 2113 biefet im 3. 898 



1) ©frorer a. a. D. II. 392. 

2) «Palacf^ a. a. D. (S. 152. 

3) (Sbtra>. @. 156. 

4) Uttijertoerflid^e Beugen beffen finb bie 6al)erif(<>en 53ifci66fe, ioclc^e in 
i^rem ©einreiben an % 3o^ann IX. joom 3. 900 fagen: Ipsi (Sclavi Moravi) 
Ungarorwn non modicam multitudinem ad se sumpserunt, et more eorum 
capita suorum pseudochristianorum penitus detonderunt (Cod. p. 71.). @ie^e 
bie (Srfldrung biefer <^itVit oben §. 22. Silote 14. (S. 89. 

5) £pisL Episcop. Bavariensium : ecclesias Dei incenderunt et omnia aedi - 
ficia deleverunt; ita ut in tota Pannonia, nostra maxima provincia, tantum 
una non appareat ecclesia, prout episcopi a vobis destinati, si fateri velint, 
enarrare possunt, quantos dies transierint et totam terram desolatam viderint 
(Cod. p. 71 s.). 

®in$cl, ®ef(^. t. @Im»cnaj)pfleI S^rW u. SKct^oÖ u. ter flaw. Siturßle. ' 



98 

Ux VitUxmaäft aKo^mir'ö gu erliegen fd^len, fanbte et (l^m bie aKarf* 
grafen 8iut6oIb unb Sfrifo gu »§ilfe, toelc^e baö Sanb üBeraÜT, ttjo^in 
jfe famen, mit Seuer unb @ti^mert ijertoüfieten. ^in gleiti^er Selb^ug 
ttjurbe i)on i^nen im ndd^pfolgenben SBInter, ein britter im 3. 899 
untentommen. 3m le^tetn entfette baö ta^erifd^e «&eer ben auf eine 
eingige @tabt fefd^tdnften unb eingefc^Ioffenen (Btvato^ßluf , fierfte bic 
@tabt in ©ranb unb führte ben a)^d^renfürfien fammt beffen Sfn^^ange 
naCi) Sägern. Stifo iaite Mo^mir uUx ben aufru^rerifd^en Sruber 
txo^ bet beutfd^en SBaffen gejiegt, unb fein Stei^, 0i6gleid^ burd^ ben 
fSnluft i)on ^annonien unb 356^men gefd^todd^t, mar nod^ immer 
flar! genug, ber beutfd^en ÜHad&t gu miberfie^en*). 

Sie äWo^mir mit fluger unb fiorfer 'öanb fein 9leid& aufredet §u 
erl^olten .fud^te, toax er Befonber^ oud^ Bemfil^t, ben religi6fen unb 
fird^Iid^en 33ebürfniffen beffel6en in ber Befien ®eife ju Begegnen; 
benn bog Äird^enwefen aWä^reng war feit bem S'obe 3»et^ob'8 unb 
ber aJertreiSung feiner @d^uler unter ben fafi ununterlJrod^enen 
Ääm^jfen unb Kriegen in ben größten ffierfoH geratl^en. ©eit längeren 
3a^ren toor fein S5ifd^öf im l^anbe^), unb eö mod^te uter^au^jt an 
©eifilid^en, BefonberS aBer an eingeBornen tüchtigen ©liebern beö^le« 
ruS ein nic^t unBebeutenber aWangel^errfd^en; eö t^at barum bringenb 
^otf), bem Sleic^e lieber 33ifd^6fe gu geBen. ßn biefem 33e^ufe toen* 
bete j!d^ ÜHo^mir, foBalb er nad^ 33efiegung bc8 aufru^rerifd^en ^ru* 
berö bem ganbe griebe gegeBen, an ben a^jofiolifd^en ©tu^I, unb 5^a!|)fl 
Sodann IX. (898—900), bem gleid^ feinem 3Sorfa^ren 3o^ann VIII. 
baS fird^lid^e 3ntereffe beS großen a)^d^renreid6e0 am «§erjen Tag, fdumte 
nid^t im Sinne 3Ko^mir'g ÜHaafiregeln gu ergreifen, bie gang geeignet 
toaren, ben t^atfdcblid^en 3ufiänben unb ©ebürfniffen beö mdßrifd^en 
Äird^entoefeng 5lB^iIfe gu Bringen. 6r fenbete ndmlid^ im 3. 899 brci 
^od^gefiettte ©eifilid^e ber rSmifd^en ^ird^e,ben ßrgBifd^of 3o^an.n 
unb bie ©ifd^Sfe ©enebict unb 5£)aniel nac^ ÜÄdl^rett^), bamit jte 
bort burd^ eigene Stnfd^auung fld^ uBer ben fixö^ü^tn Bupanb beö aiei* 

6) «Palarfi) a. a. D. I. 152. 

7) ä)er rdnfc^otte SBic^ing war nur bi« gum 3. 892 im ßanbe; benn — 
toie fQaiitnha(i)a. a. £). @. 29 f. xi^iiq Bemerft — „in bem eben jejt 
au^Bredbcnben Kriege ghjifd^en SCrnnlf unb ©njato^jluf fonnte er feine SteKung 
nid^t Bebamjten, unl> fcBon am 2. (September 803 ftnben tt»ir ibn aU Rangier 
Ui Ä6nig SCrnutf (Mon. Boica XL 436.), in beffen @unfl er fidb forttodBrenb 
behauptete, mi 899 ba« JSaffauer S3i^t^um burd^ ^nftilmar'^ 2:ob erfebifjt 
mar, erbicft SBic^ing baffelbe; aber $:^cotmar yjon @algburg unb feine ©uf- 
fragane festen ibn naä) einem 3abre ab*, obne ©efa^r, benn fein mdd^tiger 
®6nner (StrnuTf + 8. 5)ecember 899) tubte im ©rabc". S5on ba an iji ®i* 
dbing yjerfd^olien , benn an eine ütuähf}t beffelben nad^aWd^ren Fann nid&t qt^ 
badbt tocrben, ba HWo^mir für immer mit ben 5)eutfci&cn gcbrodben ib^tte. 

8) Episiola Bavariens. : Venerunt, ut ipsi promulgavenint, de laterc 
vestro tres episcopi, videlicet Joannes archiepiscopus , Benedietus et Daniel 
episcopi, in terram Slavinonim, qui Moravi dicuntur (Cod. p. 69.). 3)iefe 
©cfanbten beö ^a^jjte^ werben burcB bie ungwcibeutigen Sl^orte: de latere vestro 
aU Sarbindle ber romifd^en ^irdfie begeid^net. 



99 

^ed unievxi^ien unb ber 9eh)onnenen UeBerjeu^ung gemd^ bad S^ot^« 
toenbige unb ©rf^rießlid^e toorfel^ren foHten. @ie toaren aBer ijom ^a^)fie 
angexpiefen, auf ©runb ber toom ^J. »öabriatt II. im 3. 868 bem Weici^e 
gegebenen iit^li(ben ajerfajfung, fraft beten ed eine felBfidnbige Äird^en» 
^)roi)ing fe^n follte®), i^re ÜÄaa|ina]^men ju treffen. Sie entf^)ra(l&en 
l^ret ©enbung in ber SBeife^ ba|i j!e aWd^ren*") inöier (Bpxenqtl, 
einen er^Bifd^fifTici^en unb brei Bifti^fifTid^e, aBtl^eilten"), unb bie jur 
0legierung biefer 5Di6cefen getoäl^lten ©eifilid^en im ^Ulamen beö $a^)^e« 
aU ßrjlBifd^of unb bejfen @uffragan6if(^6fe Betätigten, unb benfelben 
bie Bif(^6f«(^e SBei^e ertl^eilten"). 



9) (Sie^e of»cn §.11. @. 51. fRotn BHcB fici^ in 51ufrc(i^t^artung ber \)or 
30 Sauren in bcn ©laircnl&nbcrn (n^ fieben gerufenen fird&Iidt^en Orbnnng 
confequent; benn e^ Ratten f!(i^ bie SBerBdUniffe berfelben nici^t ge&nbert, unb 
n>ie bantat^ Siafii^lan) für ein )}on ben ^eutfci^en unaBB&ngige^ ^rd^enmefen 
in feinen 8anbcn alV fein Sinfeften beim a>)ofioIif(i^en "(Stul^Ie aufgeboten 
f)aiU, fo geh)i§ je^t nid^t tninbcr SWotjtnir für 5(ufrec^tbaUun(| bejfelben. 5)ie 
toCeber^olt von fftom surucfgetoicfencn Stnfjjtud^c ber ba^erifci^en S3ifd^ofc famen 
faunt mel)r in ^etrad^t. &enn nun biefe bie Sff&brenbefd^ulbiaen, f!e l^dtten 
bie (Srtid^tung »on »ier bifd^6fli(iben (Stublen burdfi fci^mereö ®elb in 9tom 
erfauft (jactitant se magnitudine pecuniae id egisse), fo l&gt fid^ ein foXä^tx 
CIU9 bem ÜWunbc Don ©cgnern fotnmenber 93orh)urf leidet rrurbij^en. greilid^ 
®elb unb »icl ®elb foflcte bie (Sa^t) benn ba ber ^ax>^ bie Sarbindle im 
Sntereffe unb auf SSerlangcn ber SWdi^rer in i^r l^anb fdbicfte, fo mu§ten na* 
turlid^ bie Soften einer folc^cn gldnjenben SWiffton t>on SWo^tnir (getragen toerben. 

10) 5)ae! ÜW&^rcn »erloren gegangene ^annonien fani um fo weniger 
in SSetradfet, aU bajfelbe fo qdnglid^ \)erit»ufiet toar, bag bie ©cfanbten be« 
$a^f>fle3, bie i^ren 9Beg nad& 9W&bren burd^ Mrnti^en unb (Stciermarf genommen 
f^atttn, audb nid^t eine eingige J^ird^e bort erblicft l^atten. @icbe oben02otc 5. 

11) Epist. Bavar. : Est enim unus episcopatus ia qiiinque divisus (Cod. 
p. 69). ^ta^ ba^erifd^cr 5(nfdbauung , fraft bcren gan;^ SWdftren gum ^a\f 
fauer S3iöt]^um geborte, fonntcn fie freiließ nadb (Srrid^tung ber vier md^ri^ 
fd^en 5)i6cefen fagen : fo ifl alfo baö @inc (^Jaffauer) Siöt!)um in fünf jer* 
f dalagen. 

12) Ibid.: Intraates praedictl episcopi in nomine vestro, ut ipsi dixerunt, 
ordinavenmt . . unum archiepiscopum et tres sußraganeos ejus episcopos. 
<So ungn?cibeutig biefe SBorte ftnb, fo unrichtig jinb ffc bod^ biöi^cr »on ben 
meiflen ^iftorifern (Asseman, 3)obroh)ff^, $aUcfü, ©frorer, ^aU 
itnhaä)) bal^in gebeutet roorben, aU ob bie vom ^a)p^e gcfd^icften brei 93i* 
fd^Sfe bie jur SÄegierung ber neu errid^teten mdbrifd^en 2)i6ccfen befiimmten 
SWdnner gctoefen fe^en, hit ftc^ nur einen SSiertcn, aU ben man gcn)6l^nlidb 
^idbing nennt, beigcfettten. SBenn Asseman (Kalend. III, 167.) feine irrige 
Siuffaffung gegen Hansiz (Germania sacra. Viennae 1755. IL 141.) mit ben 
üßorteu barlegt: „lidem ipsi Joannes, Benedictus et Daniel, faere Archiepi- 
scopus et duo Episcopi ab Joanne Papa in Moraviam , ad eam seil, dioecesim 
regendam missi; non autem, ut tamquam Pontificls legati , ordinatis Archiepi- 
scopo et Episcopis, Romam redirent", für biefelbe aber nid^t^ geltenb gu 
madben tvei§ al^ : ,, Verba Juvavensium clariora sunt , quam ut expositione in- 
digeant", fo mu§ man fidb billig rounbcrn, bag ber groge Oele^rte bie aller* 
bingö ungmeibeutigen SBorte ber bal^crifdben S3ifdb6fe fo migbcuten fonnte. 
iDenn Ut genannte« brei Sif(§6fe iuaren in ber X^di nur ©efanbte be« *J^ai)* 
fke« an bie SWd^irer , unb ffe legitimirten ftd^ al^ foldbe (tu ipsi promutgaverunt, 
f. oben STiote 8.) toal^rfd^einlidb gegenüber bem ©aljburger SWetropoIiten. @ie 
l^atten aSolCmad&t, im dlamen be« ^a^jfle^ SWdbren in 5)ioccfen abgut^eilen, 

7* 



100 

®egen biefe gum ^üU beö md^rifc^cn 6^tifieni)0l!e« toieber^erge* 
Pettte tix(i}üä)t Drbnung traten bie 3Jlfc^6fe ber faljburget Äir(i^eni 
^rotoinj in einer heftigen an ^. Sodann IX. gerid^teten Älagfd&rift") 
im 3. 900 auf. 3^re 9inf^)rfi(^e auf aWä^ren in ber olten SOBeife") auf 
baö dltejieÄird&enred^tpfifeenb^bie D6er^o^eit beS *a))jieÖ uferfe^enb, 
bie burd^ biefelk öor brei Sa^rjel^nten ijolljogene ßonfiituirung ber ma^^ 
rif(^*)3annonifti^en Äird^en^)roi)inj unb bie 3urü(fweifung i^rer bagegen 
er^o6enen (Sinf^jrArt^e gän§li(^ ignorirenb ünb bie Qtn^änglid^feit ber 
aWdl^rer an baö flatoifd^e Äird^entoefen al8 einen SfSfaÜf i)om (S^riften^^ 
t^ume Bejeid^nenb, ijerlangten fie nid^tö weniger allein Ungefd^e^en* 
a^ac^er beS ©efd^e^enen — unter ber offen auögef^roc^enen ©rfidrung, 
il^re Qlnfvrud^e auf bie firc^Iid^e «^errfd^aft üBer aJ^d^ren lüibrigenfaHS 
mit ©ettjaft geltenb maci^en ju tooHen. 0?oci[) ei^e biefer ^Jrotefi ber k^eri* 
fc^en ©if(^6fe nad^ Slom gefommen toar, unterfiü^te ber SKainjer ^rj* 
fcifd^of «&atto benfelBen, inbem er bem ^a^^e ju Bebenfen gaB^ toeld^eS 
Unheil in Stuöjlcl&t fie^e, ba bie granfen niemals i^r Siedet auf aWd^ren 
aufgeten würben ^*). Die beutfd^en 33ifd^6fe mußten red^t tDoi)l, toie 

unb f&r biefe 5)i6cefen ©ifci^^fe gu befletien. aWit au^briitflic^et ^Berufung 
auf biefe 3JoUmad^t orbtnirten fic einen ©rjBift^of unb brei (Suffraganbi? 
fci^ofe. SB&rcn fic fetbfl bie für iW&ijrcn bejleliten ©ifc^^fe gctüefen , fo n>ürben 
bie 2Bortc ber S3a^crn : praedicti episcopi in nomine vestro , ut ipsi dixerunt> 
ordinaverunt unum archiepiscopuan et tres suffraganeos ejus episcopos , ben 
offeubarfien Unfinn entl^alten. 5)ie baijerifc^en SBifd^ofc, genau über biefe für 
jic ^od^ttjid^tfgcn 35ovgdngc in ÜW&^jren burd^ i^ren geijiH^en 9(n()ang bafclbjl 
ober üicneid^t anä) burd^ bie j)&vjili(^en über ©aijevn rucffeijrenben ©efanbten 
unterrid^tet, berid^tcn aber auf bie unsweibeutigfie SÖcife yjon ber burd^ fie in 
aWd^ten üüUjogcnen Drbination »on vier ©ifd^6fen, beren @inen fie gum 
aWctroVotiten ober (Sr^bifd^of fraft papjilid^er SSoUmad^t erhoben Ijatten. @e^r 
n?abrfd^cinlid& fanntcn bie S3ai)ern aud^ bie Flamen ber bcfietiteu maf)rifd&en 
Sifcfeofe fo n?ie i^rer @ifee, unb jie ^^tten uneJ einen großen 2)ienfi buvc^ 
5lnfü^rung berfelben erU)iefen*, aber fie mod)ten bieg nid^t. Q€ »aren aber 
un^tteifelbaft eingeborne, ober bodfi njenigfienö langer im fianbe bienenbe ©eifl- 
lidbe, loelc^e bie SBa^l für bie neuen bif^oflic^en Stüble getroffen i^atte; benn 
fotdfie aUtin njarcn braud^bar. ^d(jon am biefem @runbe burfie man an rc? 
mifc^e ©eijllid^e nid^t benfen. 5)a m&ren nun bie unmittelbaren @d^ü(cr SWe« 
t^ob'0 hk rechten l*eute gewefen; aber bie meijien berfelben maren »ertrieben 
unb eine 33eute ber ^drefie geworben! ®eh)i§ h)dt)ltc man bie toorbanbenen 
3:üc^Hg|leh unb ber fianbc^fürfl l^atte babei bie ^au|)tjllmme. SBeil bie ^e-- 
mdbiten aber gu S3ifc^6fen qtxotii^t werben mußten, hjar e« not^roenbig ge-' 
ttjefen, eben brei 93ifd^6fe nadfi SWdl^ren gu fd^idfen, loeil nur biefe bie ©i- 
fd^ofj^toeii^e voUjieben fonnten. — 5)a aJ?oi)mir im ^inblicf auf bie traurigen 
gotgen, »eld^e bie «öinneigung feineö !i$ater^ ^ju ben 2)eutf(^en bem fftti^t 
gebradbt f)attt, cntfc^ieben mit benfelben gebrod^en i^aitt, fo ifl eö ttjol^l fein 
geblfc^Iug: eö fe^ unter üWo^mir mit bem- alten Äird^enf^fieme aud^ ber fla* 
h)ifd^e ßuttuö njieber in feine alten @^ren unb Sfied^te eingefc^t »orben — 
^um großen Subel be^ gefammten flawifAen SWd^renöolfe«. 

13) Cod. B. VII. p. 68 SS. 

14) (Siefte oben §. 14. $«ote 1. @. 60. 

15) Epistola Hattonis {Mansi XVIII. 203 ss. Harduin VI. P. I. 481 ss.): 
Pietali vestrae intimamus, quod fratres et coepiscopi nostri Bavarienses se 
apud nos conquerentes . . qualiter Maravenses populi Frattcorum poteslati 
rebelles, jactent se ab illorum consortio esse divisos, et seorsiim melropoli- 



101 

f 

'onqeiViä) i^te ^^totefiatlon fe^; iinb man fdutnte batunt tiid^t, bU 
auÖgefvro(i^ette 3)ro^ung unöer^üi^Ild; inS ffierf j;u fe^en^.mbcm bU 
33a^ertt in 33er6inbung mit ben 336^men in SDiä^ren cinfteleii unb ba« 
ßanb brei Soeben lang mit Seuer unb Sd^toert ^er^eerten ^*). üRo^mir 
fa^ fic]^ baburc]^ in bie 0?ot6tt)cnbig!eit toerfe^t, im 3. 901 ©efanbte nac^ 
aiegenöturg ju fci^itfen, um bort mit ben ^eutfd^en einen Sfrieben gu 
unterl^anbeln. daraufgingen ber ©if^of Slic^ar toon ^Ja ff au unb 
ber ®raf Ulric^ nad^ ^i^xtn, um bie Srieben8i6ebingungen ijon aWo^mir 
unb feinen ©etoalttragern Befd^tooren gu laffen"). ©oÜTte unter biefen 
grieben36ebingungen nid^t bie ürdblid^e 9tt»^dngig!eit be6 i^onbe« 
einen 5Jla| ge^a^t ^ai6en ? Ǥ6d^^ toa^rfd^einlid^ fianb j!e an ber @:^i|e 
berfelBen, unbbieSenbung beöQJifd^ofÖ ijön ^Jaffau nad^ aWä^s 
ren ifi ber f)E)red^enbfie ^Beleg bafur. 

Unb nld^t me^r foÜTte bie »^ird^e 9Rä^ren8 im ©enuffe elneS unge^ 
fiorten griebenS gebeil^en ; in njenigen Sa'^ren barauf ifl gürfi unb Sleid^ 
au« ber Slei^e ber Golfer ^uro^jaö bereits öerfc^tounben, bie fioI§en 
(Stdbte unb 33urgen, beren gefiungönjerfe ben geinben fo oft getrost, 
flnb nid^t mel^r, bie »^ird^en flnb gerfl6rt, bie ^Jriefier gemorbet, ba« 
®oIf berfd^eud^t, unb Ü6er ber allgemeinen 33erhjüfiung ^errfd^t ein 
tiefes (Sd^ttjeigen — ol6ne ba^ man angeben fann, toann unb toie 9(11' 
baS ®ntfe^Iid^e gefc^e^en ijl^^). SDid^ren h)urbe eine ©eute berSRag^a^ 



tano gloriantur a vestra concessione esse sublimatos: cum nunquam metro- 
politana sedes inter illos haberetur, sed semper illorum provinciae et dioecesi 
cohaererent. . . Haec autem perscripta vobis ideo dirigimus . . quia sanctis- 
simi pastores Christi superius dicti in nulla re a catholica flde deviantes, sed 
eandem sanctis operibiis et ecclesiasticis offlciis ornantes, apud nos conque- 
rentes postulaverunt, ut vestrae notitiae manifesta faceremus, quia et illi per se 
ipsos vobis eadem innotescere vita comite promittebant. Unde poscimus, ut 
vestra consolatio illorum moerorem ad laetitiam reformet . . Illi autem Mara- 
venses, ut nostris auribus illatum est, in occasionem superbiae suae assu- 
muut, quia a vestra concessione dictiut se metropolitanum suscipere: et sin- 
gulariter degentes aliorum episcoporum consortia refutant. Si hac confidentia 
diutius inflantur, usque ad sanguinis effusionem, ut multi arbitrantur, prosi- 
lient. In quantum praesumimus, admonemus, quatenus vestra auctoritas 
priusquam hoc contingat, ad humilitatis viam illos corrigendo deponat: ut 
tandem cognoscant , cui dominatui subjici debeant . . Quodsi vestra admonitio 
illos non correxerit, velint, nolint, Francorum principibus colla Submittent: 
et credimus absque effusione sanguinis et mutua caede ex utraque parte , tunc 
posse bene contingere. 9la(ü) ber 5(nlage unb im ©eifte btefe^ ©riefet, ben 
^aito ben Ba^etifd^cn 33ifd&6fen mitt^cilte, fd&rieben X{)eotmar »on (Salzburg 
nnb feine @uffraganen barauf an ben 3?apj|. 

16) ©frorer a. a. £). II. 385. 

17) ^it S(nnalen Don gulba ad a. 901 (Pertz, I. 415): Missi Moravorum 
pacem optantes pervenerunt (Radesbonam). Quod mox, ut petierunt, com- 
placuit et juramento firmatum est. Inde ob hoc ipsum Richarius episcopus 
et Udalricus comes Marahaha missi sunt, qui eodem tenore, ut in Bavaria 
firmatum fuit , ipsum ducem et omnes primates ejus eandem pacem se serva- 
turos juramento constrinxerunt. 93gt. ©fröret a. a. O. II- 410. 

18) ^alaäl) a. a. D. I. 157. 



102 

reu*'), utib in ben Untergang be« Slcid^ee iwar ber Sluln bet Stixijt 
t)erflo(^ten. 



19) (Sd^on h)&6renb ber Srieben^nnterfianbtitngen mit ben ^eutfc^en im 
3. 901 toaxtn bie Ungarn in bfe fubh?e|l(id&en löefl^ungen ber SWi^rer, in bie 
firntftncrffd&e SWarf , eingefallen — nad^ ben Slnnalen »on gnlba (Pertzl c): 
Interdum vero \J agAvi australem partem regm iUorum , Caruntanum , devastando 
iDvaserunt. S3ergl. ®fr6rer ebenb. 



^mtittx Sljeil 



©efiijidjte ki flatoif^en Stogie. 



a&L A»_ 



i 



§. 27. 

Uebergang. 

ffienn aud& bic !it(t^Ii(^e ^Jftanjunfl bet @(atoena^)oflel in W&f)s 
m unb ^annonien niCi)t lange nac^ TOetl^ob'« ^Tobc \>nf{mmtxU unb 
m 2tnfange beö je^nten Sa^r^unbertö bie legten Slejle berfelkn vjon 
en ^ufen bcr mag^arifd&en 8lo|Te gertreten mürben, fo rettete j!d& bod? 
^re eigentliiS^e Sd^6))fung, ble flawifti^e li^iturgie, nic^t nur ind 
»^nte Sa^r^unbert ^inüfer, fonbern ^at j!(^ au^ auf beut ^oben 
er a]6enbl5nbiff^en Mxä)e, auf bem fle inS Men getreten, ti3 auf 
m heutigen ^ag unter mannirt^faltigen S(^Wfal0tt)e(^feln erhalten. 

Setoor lä) eö afer unternehme, bie ©runblinien einer ©efc^id^te 
iefer flatoiff^en Liturgie ju geid^nen, toiÜT bie grage m^ ber eigent* 
dien ^efc^affen^eit biefer fiiturgie i^re enblid^e (Srlebigung 
nben. 5)enn fo einpimmig bie flatoifri^e Siturgie auf S^riK unb aSe* 
)ob aU i^re Url^eSer gurutf geführt toirb, fo menig jlnb bie ©ele^rten 
ariiBer einig: toelci^e giturgie blefe a^joflolifd^en SRänner in6 ©fatoifc^e 
Vertrugen. 

©d^renb bie einen bie fraglid^e Siturgie f4r bie gried^ if^e ber 
lird&e i)on (5onfiantino^)el auögeBen*)/ Be^aujpteu Sfnbere: 2»et^ob'6 
iturgie fe^ feine anbere alö bie ber r6mif(^en Äird^e getoefen*), in* 
fffen ©ritte bie grage nad^ ber toa^ren (Sigent^ümlici^feit ber ffatoifd^en 
iturgie ganj unentfd^ieben lajfen'). 

1) 2iä) nenne unter 3)iefen ben Seitmcri^et 9tat!)^l^errn unb B6^mif(i^en 
nilanten (S trän ff i) (+ 1657), totiä^tx au« StBueigunc^ gegen 9tonx in f. 
krfe rom Staate ©ohmcn^ (M. Pauli Stransky Respublica Bojema. Lugd. 
atav. Elzevir. 1634. 16. it. recognita et aucta 1643. 8. Amst. 1713. 12. 
rancof. 1719. fol.) c. 6. §. 3. f(i^reibt: Graecorum enim is (Methodius) in 
iiigiosis rebus instituta sequebatur , et graeco , in plerisque tum adhuc oppido 
nceriore, non Romano rf/w plantatam in ßojemia(!)eccIesiam ordinarat.; ^obl 
t f. Introductio in historiam et rem literariam Slavorum. Altonaviae 1729, 

oBrowff^ in f. (^t)xiK unb ÜWetf)ob, fo Wit in f. SW%ifc6en Segenbe, 
ummler im 5(rd^!ü f. Jlunbe fcftetr. ©efd^ld&t^queHcn X. u. XIII. ^be., unb 
offing in f. Siturgtfd&e SSorlefungen Aber ble f). SWeffe. JÄegenöburg 1856. 
. 140 ff. 

2) Jos. Simon Asseman in f. Kalendaria Ecciesiae universae. Romae 
^55. III. IV. 401 SS. unb Gelasius Dohner in f. Animad Version, in Wenc. 
igek Annales Bohemorum T. III. Pragae 1765. pag. 197 s. unb in f. befonbern 
itifc^en Unterfud&unq in bcn Slb^anblungen ber b66m. @*efc((fdbaft ber aBiffen^ 
saften. $rag 1786. IV. (£. 140 ff. 

3) Bariholomaeus KopUar (Carantanus , natus in pago Repnje ad Aemonam 



106 

©olti^cr UnSefiimmtl^eit unb fold&em ffiiberflteit ber aReinungen 
h)dre fein Staunt gegcScn, toetin ein deutet Sober ber utf^rfingliti^en 
toon Stritt unb aÄetf;ob verfaßten flatoifd^en glturgie Dori^anben todre*)- 
Sei bem bi^l^erigen SKangel eine« fold^en*) fann bie grage nati^ bem 
ß^arafter ber flatoifti^en iBiturgie ijon ber forfd^enben ©eft^id&te jtoat 
nur inbirect beantwortet werben; ed j!nb aBer ber jld^ i:^r ^ur @nt* 
fd^eibung biefer SJrage Bietenben l^ifiorifd^en aWomente fo ijiele unb ju^ 
glei(l& fo ffct^ere, baf eS f^d^ auf« (S^ibentejle ^erauSfieiren toirb: 



d. 23. m. Augusti 1780 , in slavicis literis augendis mafftU Dohrovii iageniosus 
aemulator obüt Vindobonae d. 11. m. Augusti 1844, bem Dr. 9W. 3. ge fl nW 
nur üorjle^enbe ©rabfd^rift feftte, fonbcrn auc^ in ber aBiencr Beitung vjomS. 
fKo\). 1845 üBcr bie ©ebeutung beffelBen in ber ffannfd&en Literatur " ffrf) alfo 
au«ftrad&: R- eroberte gegen bie ©rieci^en unb Siuffen ba« l^Sftere Stttertbmn 
be^ glaaolitifdben @d^dftentbumö , ben eigentlfd^en <Sdbam»la^ ber Söirf.- 
fatnfeit Ö'ijrilC^ [?] (im romifci^en ??anttonien , unb n&l^er in beffen Äaranta* 
nicn genanntem ©eBlcte), bie Satfnit&t ber f(an?if(i^en ©Mflianifirung unb 
ba^cr jlammenbe Jtirtibcnf^jradt^c in ber altci^rCUffcBen SiBelnberfe^nng unb tU 
turgie, enblid^ ba« SSerbienfl ber rSmtfci&en $d>)fie um bie gan^e SSilbung, 
iBiteratur unb ben hü an ^^lanj'd X^ore, {a in ba6 unermellidb^ Siuglanb 
flebrnngenen Äarantani«muö (JDialect) bcd flatoift^en Äird6entt»efcnö. j^aran; 
tanien ijl ba« (Sd^ibolet^, bie Carole in ber Urgcfd^icbte ber ^latocn, far 
toti^t er feine gange 9(rbeit, feinen (Auf, feine SÜul^e, ja fein geben felbfl ein; 
gefegt %clU Unb ba bicfe« .^arantanien bicjenigen ci^banubifd&cn Sanbft^afteB 
einfd^Iog, in meieren aud^ fein SSatcrlanb Ärain liegt, fo liebte er es, au^ 
fldb jutücilcn einen Jlarantanen^u nennen, unb er rubmte ftd& biefer bifto; 
rif(3& fo einzig merftourbigcn ®tWi^, toorin feine Söiege gcflanben. 3)arum 
burfte biefer 02ame auf feinem ©rabjieine nic^t fehlen; baö eigentlitibe ©e^ 
burt^tanb »urbe burcb ben 33eifa^ „Bei fiaiBac^" (ad Aemonam) genauer be^ 
flimmt. ^d^ ^otf SÄe>nje ifl in DBerfrain jjtrifci^en eaiba(]^ , ^tcin unb 
,Ärainburg gelegen) in f. Frolegomena Mstorica in Evangelia slavice (@ratrif(be 
©ibliot^ef V)on % ÜRiflofici^ I. 2Bien 1851. (S. 59. 64.) f^reibt: Methodius 
aut graece aut latine perrexisset dicere missam . . . Hoc ergo nobile Graecorum 
par fratrum Moravis jam per duas aetates christianis sacra procurabat, lingua 
rituque nescias graecone (nee enim schisma extiterat) an cui assueti erant laäno 
Moravi. 5PaIa(f^ f^^ric^t ftdb über bicfen 5Punft in f. ®ef(^. öon 336^men I. 
nirgenbd betlimmt au^. 

4) „3)ic Ueberfe^ungen ber beiben S3rubcr finb nicbt auö erfler ^anb auf 
nni gefangt, ba bie 93erfoIgungöfud)t ber bcutfc^cn ^ricjlcr unb bie Berficj 
rungihjutb ber Ungarn in ibrer SBicge, in SWdbrcn unb ^annonien, al(e@puj 
rcn ijon iftncn j?ertitgte. ^ie vertriebenen (Sd^uler beö ÜWctbobiu^ hxa^^itn fie 
jcboc^ nadb Bulgarien, too namcntlicb ber im 3. 916 vjerjiorbene Sifdbof ß'Ie^ 
menö fte abfd^reiben lie§, unb nacb Serbien, i)on h?o fie enbli(t> feit bem 3- 
988 in SRugianb (Eingang fanbcn, unb fo, in mannigfaci^ »erdnbcrter ©ejlalt 
freiHdbr für bie ^a^mii gerettet ivurben." JDfimmlcr, STrcbiV) XIII. 198. 

5) ^üj)itar woKte nid^t an ber Siufffnbung urfprfinaU(t>er @obiceg ber 
ftatr. ßiturgie Vjergiüeifeln : deesse adhuc genuinos nobis Codices primos, ipsius 
S. Methodii aetate A. 870—900 in ipsa Pannonia scriptos; nee tarnen eos de- 
sperandos, quippe cum alii ejusdem aevi graeci latinique piurimi aetatem tuie- 
rint {Glagolita Cioz. p. IX.). 



107 



§.28. 

2)ie t>on SWet^ob in flah)ifd^er ^\>xa6)t gefeierte Siturgie ijl 

jene ber römifd^en Äird^e. 

5£)ie ÜÄeinung, bie ijon Stritt unb aWet^ob fTatoijfrtc .^itur^ie fe^ 
jene ber J^irc^e 'oon Son^antino^jel geiocfeit; fiü^t j!d^ einzig unb aUeiti 
auf ben an |!c]^ jtoar rici^tigen; ater au(^ alTeö unb jfbeö ©eiüid^ted jum 
©etoeife beflfen, toofür er geltenb gemacl^t werben miH, ermangeinben 
Umfianb, ba|i bie @latoetta))OJiel na(^ i^rer Qttflammung fotool^I in 
nationelTer aU Krd^Ild^er Segiel^ung ®rie(3^en fe^en. ffiol^I toaren 
|!e ^Jriefier ber grieti^ifti^en »^irci&e, ater nur Hö jum 3. 
863^ too fie in ben^ienfi ber abenbldnbifd^en lateinifc^en 
Äird^e traten, um Hö an il^r @nbe in bemfelten ju ijer* 
Breiten*); unb eö erleibet fd^Ieci^t^in feinen 5Biberf^)ru(^, baß bie 
ebeln ©rüber, bie furtoa^r mel^r ©latoen aU ©ried^en unb gugleid^ 
ioä) Jpi^fiü^ gejlnnt toaren, aU ^Diener ber lateinifc^en ^ir^e bem 
®efe^e unb ^raud^e biefer ^ix(t)t, h)ie in allen Stutfen, fo inötefon* 
bere in ber ©otteöbienpfeier, unterworfen toaren. 

3h>ar Beruft jld^ ^DoBrotoff^ für feine 33e^au^)tung öon bem 
burd^ ßonfiantin unb SÄet^ob eingeführten flatoifd^^griec^ifcl^en 
3litu0*) auf ben 5) io de aten'), toeld^er fcl^reiBt: Constantinus vir 
sanctissimus ordinavit presbyteros (!) et literam lingua slavonica com- 
ponens commutavit evangelium Christi atque psalterium et omnes divinos 
libros veteris et novi testamenti (!) de graeca litera in slavonicam , nee 
non ei missam eis ordinans more Graecorum, confirmaWt eos in fide 
Christi; aBer einen unjuberldfflgern Btuqen*), bejfen Unh)iffen^eit in 



1) ©ie^e oBen §. 7. (S. 38 ff. 

2) SW&^rifd&e i^egenbe @. 91. (Sie^e öBer biefe falfc^e 5(nf!*t 3)oBrotoff^'ö 
oBen §. 7. mott 12. (S. 42. 

3) @o toirb insgemein ber SSerfaffer ber Regum Slavorum historia genannt, 
ber, ein ^riefler bc^ ©tgBi^tl&umö üon JDoclea ober 5)focfea, ba« naä) 3erft6j 
ning biefer <Stabt gegen @nbe beö 10. Sai&rB. nad^ JÄagufa iiBertragen irurbe, 
nad^ bem X 1161 fd^rieB. 9SergI. Assemani Kalend. I. 336. 352. 

4} @ö mag genügen, baö UrtBeil garlati*^ (Illyricum sacrum II. 144.) 
iiBer i^n gu ^^ernel^men: In historia Diocietana multa passim reperies, qnae 
quam neque temporibus, neque locis, neqne veterum monumentis consentanea 
sint, illius auctoritatem in magnum discrimen conjiciunt. Anachronismis 
scatet fere ubique; et Imperatores, Pontifices, Reges simul jungit, quos inter- 
valla aetatum actemporum longe inter se disjungunt. Loca commemorat, quae 
vetus recensque Geographia penitus ignoravit. Reges nominal vel autiquis 
seculis ignotos, vel e longinqnis terris genlibusque adscitos, atque in Dal- 
matiam invectos. Quae quum animadverteret Joannes Lucüis , fabulosum et 
commentitium magna ex parte habendum esse censuit hujusmodi Regnum de- 
scriptum aDiocIeate, qui?-, iit ipse ait IIb. 2. cap. 14. de Reg. Dalm. et Croat. 
in Regno statuendo, Regumque recensione, regiones, stirpes, tempora adeo 
confundit, ut potius fabulam quam historiam scripsisse deprehendatur : idem- 



108 

Ux ©efc^fid^te ber @Iatoen(H)OpeI j!d& Do6roh>f!^ In ben toenl^en ^ier 
angeführten ©orten bejfelSen aufbringen mufite, ^ittt er nid^t anfu^*: 
ren !6nnen. Der JDiocleat tllbete flc]^ fe(6fl bie aKeinung: ßonpantin 
unb aKetfiob l^dtten unter ben ÜHä^rern ben ©otteöbienfi nad^ Seife 
ber ©rieben eingerid&tet — auö feinem anbern ©runbe, aU h)ei( er 
in l^ifiorifc^^er Äurjf!d&tig!elt MofI il^r «&er!ommen im Sfuge l^atte. 

5nbem i^ hierauf baS, h)a3 id^ fiSer baS anfänglid^e ffiirfen 
ber ©latoenlel^rer in ÜHS^ren urfunblid^ nad^geiüiefen*), öertoeife, muf 
nod^malö .l^er^orge^oBen toerben, baß ßonflantin unb ÜHet^ob in ein 
8anb famen, in bem feit i;h>ei aKenfd^enalterh baö 6&rlflent(?um, unb 
jmar in 5orm beS lateinifd&en »^Ird^ennjefenö, ^elmlfci^ toar. 
®en erleud^teten, ijon Äunbe toie toon Std^tung beg Älrd^engefetfeö glel^ 
burd^brungenen ^Jrieflern fonnte e§ nid&t in ben Sinn fommen, »on 
ber in SKä^ren gefe^Ild^en Sorm beö fird^Iid^en Sultuö aBjuiDeid^en, 
unb jle lafen ba^er bie f). SKeffe nad^ r6mifd^em OUtuö*). 
SBaren j!e fd^on aU ^JSriefler im 5£)ienfle ber lateinifd^en Äird^;e an baS 
ÜHiffal unb {Ritual berfelBen geSunben, fo — toenn m6glid6 — in um 
fo ]^6^erem ®rabe, feit jfe im 3. 868 gu33ifd&6fen ber r6mif(^en 
t^irc^e gemeint toaren^. Sei feiner ßonfecration, fo lüie t»el feiner 
(Sr^eBung i;ur erjbifd^ 6f Hd^en Sfirbe®) toar aWet^ob nic^t nur 
auf ben ©lauten ber r6mifd^en Äird^e®), fonbern aud& gur SBal^rung 
ber ^in^eit in allen ürd^Iid^en Snfiituten unb ©eBräud^en berfelJten 
eiblid^ ber^)flid^tet h)0rben; alfo bor^ug3n?eife aud^ jum ©eBraud^eber 
rfimifd^enfiiturgie*^). 

$Die ®efd^id6te ber ersHfd^6frid&en Sirffamfeit 3»et^ob^« fe|t e8 
aber außer jeben 3it)eifel, baß er öom Stnfang bis an^ @nbe berfeffen 
feiner anbern Siturgle in feiner Äird^en^^ro^inj, aU ber i>on ben Seiten 
ber 9^ftangung beö d^rifilid^en ©(autenö in ©Z51^ren unb ^^annonlen 
l^errfd&enben r6mifd6en, Slaum gegeben ^nbe. 5Der unöertoerflid^fle 
unb berebtepe Beuge beffen finb bie beutfd^en ©egner 
unbSfnfldger aWet^ob'ö. 2(13 bief er feit bem 3. 870 in «ßannonien 



que aliis locis nihilo mitiorem liuic hislorico et hisloriae censuram inflixit. 
Un^Pagi (Critica iQ Annal. Baron, ad a. 870. num. 30.).* Diocleas quidem pres- 
byter in Regno Slavorum , editus a Joanne Lucio in calce historiae suae de 
Regno Dalmatiae et Croatiae , affirniat , Cyrilii nomen Constantino philosopho a 
Stephano Papa attributum fuisse. Verum is scriptor ^ qiii sub finem seculi XI. 
vixit , saepissime falsa veris permiscet etc. ©icl^e Assemani Kaleud. II. 74 ss. 
III. 118. 

5) (Sie^e §. 7. (S. 38 ff. 

6) JDm-ci^ Selebrirung ber SWeffe nad^ nriec^ifd^em Slitu^ würben fie ba^ 
d^riflUc^e SSolf TO6ren^, i>n9 nur bie SWeffe nac^ romifd&cm SÄitnö fannte, 
nur in unnot^iqe, ja fc^iblicf): 33erun'rrnnf] gefegt ^aben. SJerol. §. 7. IWote 
12. @. 42. 

7) (Siebe §. 9. ©. 47. 

8) @Oenb. u. §. 11. @. 52. 

9) ©iefte §. 9. ^ote 5. (S. 46. 

10) @. oben §. 13. ^oU 5. (S. 56 f. 



109 

anfing; jld^ tci ber geier bet 1^. SWejfe ber flatoifci&en @:))rad^e ju 
6eblenen";; hjurbe alS6aIb »iber i^n 06 biefer unet^6rten Di^euetung ijon 
<SaIgBnrg au6 In 9lom »^lage erhoben**), vorauf 3}ct^)ji 3ol^annVIII. 
bemfertcn Im 3. 873 in einem burci^ ben QJifc^of ^anl öi>n Sfncona 
l^m jugefd^irften Schreiten biefe Utnrgifd^e Steuerung üertot"). ^lage 
unb 33er6ot Betraf einjtg unb adein bie Uturgifclöe <S:))rac^e"), 
beren fld^ ÜÄetl^ob ju Bebienen anfing; unb baS tiefe (Sd^njeigen üBer 
eine 0?euerung im ©eBraud^e ber Siturgie fefBfi ifl baS un\)erwerfli<^fle 
Beugnip, baßSD^et^ob in bem vannonifc^^en Stnt^eile feiner ,^ir(^en))ro^ 
öinj; unb inöBefonbere ben flartifc^en ®emeinben (benn e6 gaB bort 
ber beutfd^en au^ eine Bebeutenbe 3aW ^^ ^^^ Stede ber früher 
geBraiid^Iid^en r6mifc^en nid^t bie gried^ifc^e aWejfe gefegt ^aBe^^). 
Dber fo dten bie (SalgBurger, tv^nn ber i^nen i)erl^a|ite ©ried^e toirf^* 
li^ auf il^rem frü:^etn tird^lid^en ^Territorium ben rSmifd^ert aJieprituö 
öerbrdngt l^ätte, baruBer mit (Stidfdl^hjeigen l^intoeggegangen fe^n? 
UnglauBIid^3 benn baburd^ l^ätte ^(f) aö^ieti^ob einer noc^ weit fd&reiern^ 
bern Steuerung auf beth 33oben ber lateinifd^en Äirc^e fd&ulbig ge* 
maä^t, beren unBeflreitBareS Siedet auf bie auöfd^Iie^Iid^e ©eltung il^rer 
eigenti^umlid^en :&iturgie er offenBar angetaflet i^dtte. — Ober fodte 
$avfi 3o^ann VIII. bie 3Serbr4ngung ber r6mifd^en J^iturgie burd^ 
aRet^ob, toenn er fld^ btrfelBen unterfangen unb ijon ben ©al^Burgern 
befi^alB in Stom ^erflagt toorben h)dre, aU eine ^a^e öon untergeorb* 
neter ©ebeutung ^aBen ^inge^en lajfen? 5£)iep Knute nur 3emanb glauB* 
lid^ flnben, ber üBerl^au^jt eBen fo toenig ben ®eifi beö r6mifd^en ©tu^:* 
leö aU bie Sebeutung ber firdjilid^en ;&iturgie hnnt, unb inöBefonbere 
üBerflel^t, ba^ ber ^ap]t not^toenbig auf bie wie immer articulirte 
Älage eingei^en mupte. — • @0 fie^t ba^er ^iflorifd^ fefl, ba^ gegen 
S^et^ob wdl^renb feiner erjBifd^ojIid^en 2Bir!famfeit in ^annonien feine 
Älage toegen ©inful^rung ber gried^ifc^en ßiturgie er^o* 
Ben tDurbe^ unb barum ifi eö a\i^ eine unBejireitBare gefd^id^tlid^e 1f)aU 
fad^e, ba| ÜÄet^ob bort an bie Stellt beS r6mifc^en aWe^ritu« nid^t 
ben gried^ifc^en gefegt :^aBe. 



11) ©. oBen §. 13. (Kote 13. (S. 58. 

12) e. oben §. 14. @. 59. 

13) (Sbcnb. (Kote 1. 2. (S. 60. 61. 

14) 2)ieg leieren eben fo bcutlici^ bie §. 13. «Kote 13. angcfii^rten Söorte 
be^ (SalgBurijer Anonymus, aU bie §. 14. «Kote 2. dtivten Sorte beö $a^fleö 
Sodann Vlli. 

15) ^a^ ben ungmeibeutigen SDorten beöi Anonymus führte ÜK. ben ®Ci 
Braud^ ber flatoifc^en feprad^e beim ©otte^tienjle blog in ben fUtüifc^en 
©cmeinben ein, unb in ben bcutfd&cn, au^ ba^erifd^en ß^olonijicn be? 
fle^^enben ©cmeinben blieb bie lateinifcöe 2Kcffc fort unb fort im ©ebraudbe. 
2)ic SSert^eibigcr ber gricd^ifc^ ; ftamifd^en ^itnt^it fonnen biefcm Beugniffe ge^ 
qenüber weiter nid^t« anne()men, aU ÜK. babc einer boyvelten Situr^ie in 
feiner Äird^enjjroVJin;^ Oiaum (^eficbcn, in ben f(an>ifci^en ©emeinben ber mor^ 
qenldnbifd^en , unb in ben beutfdben ©emeinben ber abenblditbifcbcn ; — eine 
SKeinung, burc^ mlä)e jie bem n>cifeh Statoenavofiel eine )Berfef)rtbeit fonber? 
gleichen anbid^ten. 



110 

Dlefe ^^atfad^e toirb but(^ ben toeiiextn 33etlauf bet ?tngelegen* 
Reiten SWetl^ob'^ in ba« l^eHfie »i*t geflellt. 3m grüWa^^e 879, aU 
SRet^ob ben S^au^Ia^ feined Strfettd in (Smato^Iufd Sanbe atv 
legt f)atU, erboten feine beutfd&en ©egner aufö ^me i^re »^(age tt)f* 
gen geier bet ^. ÜRejfe in f(atoifd^er S^rad^e 6eim r6mtfc^en ©tu^Ie'*). 
3n S^olge beffen mufite SRet^ob f!c]^ in 9lom gut Q^erantmortung fiel« 
len*^) unb bie wiber i^n txf^oUnen klagen fanben in einet conciliari« 
f(^en Unterführung i^re ßrlebigung. 2)a0 öon % Sodann VIII. uUx 
ben Äfage^^unft in betreff ber Siturgie gefddte Urt^eil ge^t einzig 
unb allein bie liturgifd&e <Bptaä)t an, unb e0 toirb ber ®e* 
htauit} ber flawifti^en (S^rad^e Bei ber Seier ber ff. aSejfe geflattet '®). 
9Bdre ber ©eBrauc^ bed griec^ifd^en SRefIritud in Srrage ge« 
toefen, fonnte ber ^a^fi in feinem Urt^eile baijon Umgang nei^men? 
Unm6glid&5 er mufite benfel6en auöbrütflicl^ enttoeber, tt)ie ben ®e« 
6raud& ber flatoifd^en @vw(^e, gefiatten ober toerBieten^®). 3)a nun 
toeber baö @ine nod^ baö Stnbere gefcl^el^en, fo ifi e0 jld^er unb getoig: 
niemals h>urbe ÜÄet^ob toegen SJerbrdngung ber rfimifd^en J^iturgie burd^ 
bie grieci^ifctfe toerflagt, toeil eö i^m niemals in ben @inn gefommen, auf 
bem ©oben ber atenbldnbifc^en Äird^e gried^ifci^e (Sultuöformen einju* 
fuhren. 

9tuö ben in 9lom gegen äWet^ob ge))ftogenen ©erl^anblungen er* 
giBt jld^ ater aud^ ein ))Ofitiber Setoeiö für ben @a|: bie ijon 3Re* 
t^ob in flamifd^er (Bpxad^e gefeierte fiiturgie toar feine anberc 
als bie Liturgie ber xbmi\(f)tn Äird^e. 5Den ©eBraud^ biefer 
Siturgie fanb SRet^ob in aWdl^ren h)ie in ^^annonien i)or, unb er 
^ielt fid^ — mit StuSnai^me eineS einzigen ^JunfteS — fort unb 
fort an biefe giturgie, unb jtoar in ber ©epaTt, toeld^e 
fie in bem frdnf ifc^ « beut fd^en Sleid^e gewonnen ^atte. 
^iex toax nSmlid^ im fleBenten unb achten Sa^r^unberte in bie r6mi* 
d^e 3Keffe baö Qttjingen beö Credo ober beS (S^mt»olum mit bem 3«* 
'a|e Filioque nad^ bem ^Sorgange ber ©^nobe i)on ^olebo im % 589 
eingeführt toorben*®), unb mit ber ^Jflanjung be6 (S^ripent^umö in 
^^annonien unb SKd^ren \)on ©algturg unb 5^ajfau au6 toar bie geier 
ber aHejfe mit biefem Credo bort ^eimifd^ geworben, ffiie SÄeti^ob aU 



16) @. §. 15. <B. 65. 

17) ©. §. 17. <B. 70. 

18) @. §. 20. (S. 81 fe. 

19) 3ebe f^jccfeUe Ma^t mug il^re ric^tctlid^e (5rlebi(^ung flnben. 2)a in 
bem (Bdfvtibtn Sol^ann VIII. an €h)atot»Iuf \)otn Suni 880 aUe h>iber 9W. er- 
l^oBenen klagen crlcbfgt toctben, be^ griet^ifd^en aWcgritn^ in bemfclBen aber 
mit feiner <£i)Ibe ©rhja^nung gcfd&ic^t, fo ifl c^ burd^ ric^terltd&cn SCudfprnd^ 
conjiatfrt, 'oa^ niemals gegen SW. in ©etrejf biefeö fünfte« eine Älage toax 
erl^oben toorben. 

20) @. meine ®efd^. b. Äird&e II. 391. 3n 9(iom aber tourbe gu biefer 
Seit hjcber ba« Credo bei ber SWcffe gefunden, nod^ aud& f}cittt bie r6mif4>« 
Äird^e jium @^mboIum t>on ^icha^^^on^aniinoptl ba« Filioque j^injugefe^t. 
<B. Äoffing, nturg. «Borlefungcn. @. 330 ff. 



$re8t»^tet na^ biefer im ian'ot gcBrdud^Iid&en Liturgie cele6rirt i)aitt, 
fo fu^r et al^ (5rjBifci&of fort, bie r6mifc^c äÄeffe mit bem S^mSolum gu 
ftngeti} afcei: — er lie^ in bemfelBen baö FiUoquetütq. Stuf bie* 
fen Umjianb ^in fod^ten bie beutfd&en ^ifc^ife bie Ort^oborie aJiet^ob'0 
an, itibem fie if}n ber gried^ifc^en *65refle üBer ben 9(u3gang beö 1^. 
©eifiea Befd&ulbigten")- ^arauö erg(6t j!c1^ aBer mit ijoHer ^öibeng, 
ba^ SKet^ob bie romifd^e Liturgie in ber Oeflalt, in toeld^er jfe burd^ 
bie beutfd^en ©ifd^ofe in aRd^ren unb ^annonien eingeführt toorben 
»ar, unijerdnbert fortBepe^en liep. 

(Sin weiterer ))ofitiöer Setoei« für ben <Ba^: bie ijon ÜHetl^ob 
flatt)ifci^ gefeierte fiiturgietoar feine anbere aH bie ber r6* 
mif(3^en Äirc^e — ifl in bem Urtl^eile entl^alten, fraft bejfen ^, 
Soi^annVIII. im3uni880 ben ©efraud^ ber flatoifc^en @i)rad^e 
Bei ber geier ber 1^. äWeffe, Bei (S^jenbung ber f). Sacra*, 
mente unb ben fird^lid^en ^agjeiten autorifirte**). 5£)er 
^a)pft erfldrte in biefem Urt^eile bie ijon toeilanb bem $l^iIofo))^ett 
Konfiantin erfunbene ffamifd^e Sti^riftf^raci^e aU geeignet unb toür* 
big'O, nic^t nur Bei ber $rebigt, fonbern auä) Bei ber Seier ber 1^. 
ÜKeffe geBrauci^t ju toerben, unb biefer ©eBraud^ toiberfireite nic^t bem 
©lauBen unb ber l^e^re ber Äirri^e "). 2)er ^apft erfldrte — in Solge 
einer mit ben bon SKet^ob aU corpus delicti nad^ Olom geBrad^ten So* 
bice« ber ffatoifc^en Liturgie ijorgenommenen Prüfung'*) — bie ffa* 
lüifci^e UeBerfe^ung ber liturgifri^en 33ü(^er aU eine gute**), unb Banb 
ben ®eBrau0 be^ (Slamifc^en aU (SuItuSf^rad^e nur an bie ©ebingung: 
bie allgemeine liturgifc^e <B)ßxa(()e beS 5(BenbIanbe8 baburd^ fort unb 
fort gu e^ren, ba^BeiterSeierbeS ©otteöbienfießbaS^ijan* 
gelium guerfi lateinifc^ unb barauf in flatoifd^er UeBer* 
fe|ung bem ®oI!e ijerfünbigt toerben foHe, toie Bereits in einigen 
^ird&en ju gefd^e^en ))frege"). 3n biefer ©ebingung, unter toeld^er 
ber ^apfi ben ©eBraud^ beö ©latoifd^en Beim ©otteöbienfie gefiattete, 
ifi aufg ^Deutlidl^fle auögef^rod^en: bie ijon SRet^ob geBraud^te ^i* 
turgie, um beren ^^xa^^ aUein eS jld& :^anbe(te, fe^bielateini* 
fd^e, b. i. bie ber r6mifd^en Äird^e getoefen*®), unb ÜÄet^ob l^aBe, um 

21) (S.§. 15. $notc 6. <B. 64 f. 5)ie 33efd&urb(9Utt(^ BctuJ)te auf bem offen. 
Baren gel^Ifd^lnffe : toer ba3 Filioque im <S^mBolum niä^t fingt, (dugnct ben 
5(u0gang beö f). ©eifieö »om @o^ne. 

22) @. §. 20. (S. 83. 

23) dBcnb. $«ote 5. u. 6. (S. 80. 81. 

24) @Benb. @. 82. 

25) (SBenb. «Wote 7. @. 81. 

26) Sacrum evangelium vel lectiones divinas iiovi et veteris testamenti bene 
translatas et interprctalas legere aut aiia horarum officia omnia psailere. Cod. 
p. 62. 

27) @. §. 20. @. 83. 

28) 5^enn menn Vxt gried^ifci^e Liturgie yjon SD^ct^ob eingeführt unb in« 
<2(ah>{fd^e uBerfeJt tüorben iuarc, tnü§tc ti vernünftiger Sßeife :^cigen: ba« 
(Jvangelium foUe i^uerfl gricd^ifd^ »orgelefcn itjerben, um fo mc^r alö ber 
5pai)fl vorder neBfl ber lateinifd^en unb l^cBrdifd^en bie gried^ifd^e @)}ra(^e 



112 

ben SSonvutf t^atfdd^Iid^ jurücf^uweifen, aM 'otxaiffit et bte lateinifc^e 
Äird^enf^tad^e, angeörbnet: e8 fülle In ben flatoifd&en ©emeinben Bei 
bem ®ottedbtenfle bad (S)>an9enum ftn^ct lateintfd^^ bann flatoifd^ gc^ 
fangen ober gelefen werben. 

(inblid^ wirb unfer @a^, bag bie 39ruber S^rid unb a)iet^ob feine 
anbere alö bie lateinifd^e IMturqie ber rimifd^en Jtird^e inö 'BU-- 
tt)if(i&e ufcertrugen, dufö Unumfloglic^fic ermiefen burd^ bieSatini« 
tdt ber flatoifc^en Äird^enf^prad^e, meldte burd^ Jto))itar") 
für immer au§er Srage geftelTt ifl. 

Diefer inbirect gewonnene Sctoeiö uter ben K^arafter ber f(atoi* 
fd^en Siturgie ifl fo öerligüd^, bag ein urf))rünglid^er ßober berfel»» 
6en i^n nic^t eöibentergu mad^en, fonbern nur ju teftdtigen^ijermöcl^te. 

3)ieff r6mifd^ ^ f(ah)ifd^e fiiturgie tourbe j)on äUet^ob nid^t HoJ 
In feiner md^rifd^^^annonifd^en Jtird^en))rotoinj getrauert, fonbern jle 
brang aud^ aud berfer6en gu ben id^rifd^en Flamen, unter benen jie 
{!d^ Hd auf ben heutigen ^ag erhalten ^at, unb f!e l^atte auc^ im 
eilften Sa^r^unberte an ®iner <BiitU S86^men0 Eingang gefunben* 

SWur bie ©efd^id^te biefer r6mifd^*flan)ifd^en fiiturgie fott na^ 
i^ren «§au))tumriffen ^ier bargefiedt toerben. 5Dal^er h)irb baö erfie 
*&au:|)tfiüdf \>on ber flamifcben J^iturgie unter ben id^rifd&en @Iah)en 
^anbeln, baö jmeite «§au))tfiüdf baö ©efd^icf bcrfelBen in 396^men, ba8 
britte bie ©efc^id^te ber gragolitifc()en ,Äird^enf))rad^e, unb baS ijierte bie 
Verbreitung unb ben gegenwärtigen ^e^anb ber flawifd^en iBiturgie 
barfieden. 



clU Utut<ii\ä)t J&au^)tfprad^e anerfannt hattt (Neque enim tribus tantum sed 
Omnibus Unguis dominum laudare auctoritate sacra raonemur). $(n eine %xtni 
nuHi} aber ber ^iturcjic üon ber i^r eigen tf)umnci^en (Sprache^ unb an eine Ueber; 
fe^unf) ber in ber griedb^fd^^i^ Liturgie vorfommenben Se^rftudfe in^ Satein »irb 
fein SBcfonnener benfen. 

29) Glagolita Cloz.cap. XH. Slavorum linguae sacrae origines. pag. VlHss. 
®cgeniiber biefem fo fiegreid^ ^on Äopitar üerfoti^tenen ß^^arafter ber ffaUMfc^en 
Äirc^cnf^jrac^e iji eö mir immer unerfi&rlici^ geblieben, ttjie er felbjl fiber bie 
»on aWet^ob gebraud&te Liturgie (f. oben 9Jote 3. (£. 106.) in Broeifcl bleiben 
fonnte. 



113 



Itt flawifdje Cifatrö« unter ien Ulgrifdjen SUiwen. 

§. 29. 

2)ie flalDtfc^e Siturgie im Mjienlanbe M abriatifc^en 9Weere« 
im erftcn Viertel beö je^ntcn S^^t^unbcrt«. 

^le fubtoefllid^en ober ill^rifd^en (Slatom toajren ble-(Sir^ 
fielt au0 ber großen [(atoifd^en SSSlferfamille getoefen, unter benen 
ber ß^rifienglauBe ^eimifcl^ tourbe*). S)it ©erben unb Sroaten 
In 3firien unb 2)almatien*) Ratten unter ber Oleglerung i^reö 
Sfur^en $orga im j!e6enten Sa^r^unberte in großen SÄaffen baö S^ri« 
^entl^um angenommen, ^le qtnannUn ^eibnifd^en ©lamen Ratten ndm* 
lid^ Bei i^rem ßinfaHe in ^almatien im 3. 639 @aIona gerfiort unb 
öiele ß^rijien umgeBrad^t. ^aö Bejie SWittel, für bie Bufunft d^n* 
lid^e ©rduel im ^anbe unb Bei ben 9?ad&Barn öon i^rer @eite gu öer* 
lauten, tüax bie ß^riftianifirung berfelBen. 

SDiefe tvax baö ffierf beö $a)?|leö Sodann IV. 3^m, aU einem 
auö Salona geBürtigen ^almatiex, mußte ^ie 3erft6rung feiner ^Sater^« 
^abt unb baö ixBer fo öiele feiner !?anböleute l^ereingeBroc^ene Unglütf 
Befonberö gu bergen ge^en. (5r fd^irfte beß^alB (nad^ bem QJerid^te 
beö «iBIiot^efarö 2tnajiafiug) im 3. 640 ben 2(Bt a»artinuÖ reid^ 
mit ®oIb toerfe^en in bie öerl^eerten J^dnberflrid^e 3firieng unb ^aU 
mattend, um bie gefangenen ©i^rifien loögufaufen, bie 39erau6ten ju 
unterfiü|en unb gugleid^ bie eingebrungenen «Reiben für ben S^rifien« 
glauBeii gu gewinnen, toaö benn au(^ gludflid^er SBeife in oBen Befag:* 
tem aJiaaße gefd^a)^. ^ie getauften @Iah)en mußten nun munblid^ unb 
fd^riftlic^ bem f). ^etruö mit einem (Sibe geloBen, mit i:^ren 0?ac^Barn 
in aftui^e unb Srieben gu leBen, wogegen i^nen ber ^ai>^ feinen unb 
®otte0 (B^n^ i)erl^ieß'). 



1) aBer ba einen ^M toirft auf bie ^dnberjlredfen »on SWacebonien, 3W6i 
fien, ^annonien unb 3tti)ricum, )x>tl^t von biefen @(att)en Bev6lfert ttjurben 
(f. Ä. ü. ©grüner'« Bifior-^geüf^r. 5(tla^ 91. 2. u. 3.) unb in benen fdfeon 
öor ©onjlatttin bie ^ircfte fefien (£i^ genommen ^aik , ber mu§te e^ ganj^ un^ 
erfldrlid^ finben, toenn bi'e neuen flatüifci^en dintoanberer nid^t frufi^eitig mit 
bem (^rijllid^en ®!auben ber eingebornen ©rted^en unb 9l6mer unb ber i^nen 
benadSibarten 3)eutfd^en befannt geworben tt)dren. 

2) 'Sie fcaren naci^ Constantin. Porphyrogen. ein fo ja^treid^er friegerifdber 
«Bolföjiamm, ba§ f!e nid^t mcnifler atö 60,000 «Äeiter unb 100,000 9nann Wuß^ 
»olf in« gelb ftetCen fonnten [Ässemani, Kalendaria IV. 294 s.). 

3) @. Assemani 1. c. p. 292 s. Constantin. Porphyrogeu. de admiui- 
stratione imperii c. 31.: Hi autem Chrobati baptizati extra limites propriae 
terrae non libenter aliis bellum inferunt, idque quia oraculum quoddam siye 
statutum acceperunt a Romano Pontifice , qui sacerdotes misit eosque baptizavit. 

®inie(, ®ef(^. b. ®(atvena^o{lel (S^riQ u. SKet^oD u. ber \{<m. Siturgie. 8 



114 

SÄr Sefefligung unb leitete SSertreitung beö unter biefen ®Ia* 
\r>tn*) ge^)|lanjten S^rifient^umö forgte $. aHarfin I. (649—54), 
inbem er gleiti^ nad^ feiner @tu^Ibefteigung* ben ^riefier So^anneö 
'oon atabenna ald li^egaten bed a^ofloltfd^en @tul^Id nad^ ^almatien 
entfenbete, bie neu getaute (Stabt @:|)aIato im 3. 650 gu einem er^* 
Hfci^Sflid^en @i|e macl^te unb auf benfeiten feinen !&egaten 3oi&anne3 
erl^ot. 2)urc^ biefen tourbe nun ein orbentlic^eö Äird^entoefen tegrin* 
bet, unb fo bie »öerrfd^aft be0 fat^olifc^cn ©lautenö unter biefen ©la* 
tuen für bie 3u!unft gefld^ert*). ^enn bie ©arantanen gur Qnt, 
ba baö S^riftentl^um ju i^nen !am, unter feltjlfidnbigen Surften ftanben, 
fo geriet^en f!e bocä^ unter i^rem Surften 39orut:^, ber im 3. 748 
gegen bie ifyx Bebrdngenben *&unnen bie 39ai?ern jU Ǥilfc rief, unter 
frdnfifd^e .^errfd^aft, inbem bie 53a^ern fle für ben i^nen gcleifleten 
©eifianb i^ren Ä6nigen tri6ut))flid^tig mad^ten. ^ieß fonnte natütlid^ 
nid^t o^ne ©infTuf auf bie ©eftaltung be^ ß^^iflenti^umg unter i^nen 
tielten; benn baffelte tourbe fortan gr65tenti^eiB öon ©a^ern unb ie* 
fonberS öon (Saljturg auö ge:pflegt unb unterhalten®), unb untoU 
berf^)red^Iid^ Bezeugt bieß ferner bie flatDi^d^e Äird^enfprad&e, bie ni^t 
wenige i^rer ^e^eid^nungen offentar bem i)eutyd^en entlehnt f^at''). 

^a8 unter biefen fübtoefilid^en ^latütn tegrünbete lateinifd^e Äir* 
d^entoefen fonnte burd^ ben f))dter flc^ dugernben (Sinftuß beS ®rie* 
d^ent^^umS nid^t öerbrdngt merben. ^in fold^er toolTte fld^ in bcr 
gleiten «&dlfte beS ncxinUn 3a:^r^unbert8 geltenb mad^en, aU in ber 
^erfon 39afiliu0 1. (867—96) ein @Iame auf bem !aif erlitten 
3^^rone toon ßonflantino^el faß. tiefem gelang eö, unter feinen 
(Stammeögenoffen h)eit unb treit eine fo ungünftige Stimmung gegen 
i^re tiö^erigen frdnfifd^en JDter^errn ju tcedfen, baß fle f!d^ ijon ben* 



Chrobati siquidem post acceptum baptismum pepigeruut , et chirographis pro- 
priis datis, Sancto Petro Apostolo juraverunt, nunquam se alienam terram 
arniis invasuros , sed pacem habituros cum omnibus volentibus ; et imprecatio- 
nem vicissim a Romano Pontifice acceperunt, iit si quando aliae gentes ipso- 
rum Chrobatorum terram invaderent belloque infestarent, pro iis pugnarei 
vindexque esset eorum Deus , victoriam conciliante Petro Christi discipulo (As- 
semani 1. c. p. 291 s.). 

4) ^oj) it ar nennt bicfelben mit S5or(icbe nad^ bem mittelalterlfd^en öla? 
men berfelBen „Sarantanen", unb fle i^atten ba« ()eutige Mrnt^cn, ®hx\, 
ba« Mjtenlanb, Äraln, <5te^ermarf unb bie anliet^enben @trid^e üon Ungarn 
unb 6^roat{en inne. 

5) Assemanil c. p. 293. SBeU (S^alato nur an 't>it ^itVit be« jerficr; 
ten (Salona getreten toar, fo ful^rte ^ird^e, @tu^( unb (Sjjrcngel \)on @pa? 
(ato burd^ öicle 3a^r§unberte ben 0iamen von (Salona fort. 

6) ®. Anonymi Satisburgensis historia. De Quarantanis, Cod. B. III. 
p. 47 8. 

7) 3. «. bie aB6rter ypKLI ^ir«e, O^TApB Slltar, XpLCTb 
unbXpLCTHTH(recentiiisKpCrbunbKpCTHTH) ©^riji unbO^^ri* 
flen, nOCTb gajie, IIOHl) ^f}apf) o, $faf , ÜEK.A'L unb UEKAO 
)?on pech, toomit bie ^eutfd^en im 9. 3a]^r]^unbert hit ^hUt Bejeid^ineteni 
Cpt^A (bie aWitte) SWitttood^ u. $(. @. Kopüar Glagolita p. IX. 



115 

• 

felBen unb gugleld^ toon ber 9Iutoritdt i^rer Holperigen lateinlfd^en Äir* 
ä^tnoUxn loSriffeh, unb ber ^jülitifd^en toie fird^Iid^en @m)rematle öon 
a^^janj ^ulbigten^). 

©alb a6er ertcad^te bie l^ieBe ju l^rer SKutter, ber rimlfd^en t^lrd^e, 
fo fiarf unter ben (BUmn 3)afmatienö unb mpxitn9, baß fle unter 
^. Soi^ann VIII. j!d^ mieber ^u i^r tüenbeten'), ber benn feinerfeit« 
ni^t unterließ, bie 9lüc!fe^r biefer geliebten @6^ne jur Äir^e 9lom8, 
,,unde parentes vestros mellifluae sanctae praedicationis dogmata susce- 
pisse agnoscitis", eifrig gu betreiben^"). 

8) Constantin. Porphyrog. de administrat. imper. ,c. 30. 

9) Scd \)ermut^e, 2Wct()ob fei) nici^t oftnc ©influg auf biefe SBenbunj^ ge^ 
roefen. S3ei beut regen Söerfe^re, in bem bie carantaitifd^en (Sfatt^en Sfirien« 
unb 5DaImatiend mit i^ren (Stammgenoffen unb ^a6:}haxn flanben, totlä^t ^ur 
i^irÄen^)ro»ing aWet^ob'ö geborten, unb bei ber natürliciben ^i^mpatUt, mit 
ber biefelben jid^ gu bem flaroifci&en (Srjbifcl^of unb ber tnvti) ii^n eingeführten 
f(att»ifd&en ©otteöbienflfeier not^njenbig bingejogcn fii^Uen, fonnte c^ nicbt an^ 
ber« Fommen, aU bag biefelben jid^ gebrungen ful^Itcn, jtd^ in firdblid^er S9e? 
gic^ung mit bem üerebrten SWetbob ganj gleidb 8« flellen. SBabrfdb^^nlic^ toar 
berfelbc na* ÄocePö Xoht (f. oben §. 15. giote 9. @. 66.) auf einige 3eit 
im ffahjifdben Äujtenlanbe genjefen (Excerptum: supervenit quidam Sclavus ab 
Hystrie et Dalmatie partibus nomine Methodius. Cod. p. 68.) , unb f^atte bort 
^erfonlic^ in ber genannten SBeife genjirft. 

10) (So fcibneb er unterm 4. 3uni 879 an ben gum SÖ\\ä)of \>o\\ 5Kona 
crto&blten JDiacon Xbeoboftuö : Monemus sagacitatem tuam , ne in quamlibet par- 
tem aliam declines et contra sacra venerabilium Patrum institiita episcopatus 
gratiam recipere quaeras . . sed toto corde totaque voluntate ad gremium sedis 
apostolicae, unde antecessores tui divinae legis dogmata melliftua cum sacrae 
institutionis forma summique sacerdotii honorem sumserunt, redeas, quatenus 
et ipse ab apostolica sede, quae caput et magistra est omnium Ecclesiarum 
Dei, episcopalem consecrationem per nostrae manus impositionem Christo an- 
nuente percipias. — S(n ben carantanifd^en Surften SB ran im ir unterm 7. 
Sunt beffelben Sabrcö : Tuae nobilitati dignas valde gratias his nostris aposto- 
latus litteris agimus, paternoque amore utpote carissimum-fllium ad gremium 
sanctae sedis apostolicae matris tuae , de cujus videlicet purissimo fönte patres 
tui meiliflua sanctae praedicationis potavere fluenta, redeuntem suscipimus. 
Oben fo an felbem S^age an ®ei|Hici^Feit unb 93oIf ber (Kroaten. — Unterm 10. 
3uni an bie ©eifllicib^eit von(Sa(ona alfo: Admonentes fratemitatem vestram, 
ut more praecessorum vestrorum ad sedem B. Petri apostoli toto animo iibenti- 
que voluntate reverti studeatis . . ut electus a vobis canonice archiepiscopus 
una cum vestro omnium consensu et voluntate ad nos veniens gratiam episco- 
palis consecrationis sumens pallium a nobis more pristino incunctanter perci- 
piat . . P«rro si aliquid de parle Graecorum vel Slavorum super vestra ad nos 
reversione dubitatis, scitote quoniam nos . . vos adjuvare auctoritate curabi- 
raus. Mansi XVII. Epist 183. 184. 185. 190. coi. 124—26. et 129. JDiefe 
Q3riefe beö $a^jteö lebren, bag bie iU^rifd^en (Slanjen ibre 2öünfcbe an ben 
a^)ojiolifdb^n @tubt burd& ben $re«b^ter 3obann (V)on JBenebig) gebradbt bat^ 
ten, ben toir bereit« aU ®ef*dft«trdger ©toato^luf« üon SWdbren fennen 
lernten, unb ber aU ©laitje niinbifdber Bunge \)orgug«tt)eife geeignet njar, ben 
SScrfebr gh)if(ben diom unb ber ftaroifcben Seit gu »ermitteln. 33a er im grüb^ 
jabre 879 (laut htm S3riefc ^p. Sobann VIII. an €n)ato^Iuf »om 14. 3uni 879. 
Cod. p. 59.) üon bem «öergoge Wlh,f)xtne nadb diom gefenbet würbe, nabmen 
feine ä)ienflc aucib i>i« flah?if(ben ©tammgenoffen in 3u^rien inSinfprudb, hjel* 
(iben er audb bie getoÄnfdbten 5inttt?orten be^ $a}3fie5 bradbte. JDerfelbe nennt 

8* 



116 

S)te Siebergekoonnenen ^lelt beir o^oflonfcl^e @tu]^I für Immer feß 
— Befonber« burd^ bie im 3. 880 für ben weitgebe^nten erjttifd^oflic^ett 
©Sprengel TOet^ob'e gemattete ©otte^bienfifcier in fTah?ifc^er ^\>xalijt, 
3u biefem @:|)rengel, ber fld^ 6i3 gen ^almatien l^in erpreßte"), ge« 
^6rten nun gtoar bie (Slawen 3firien8 unb JDalmatienÖ ni^t, fonbew 
gur Äircl^en))roi)lnj 'oon ^)palato, unb, ftteng genommen, galt baS 
toon $. Sodann Vlll. auöge^enbe ^riijilegium ber flaroifd^en Liturgie 
i^nen nid^t. ^ennod^ nai^men fle baffelBe für f!rt; in Qrnf:pruci^, unb 
aWet^^ob — ttjenn aud^ toeit entfernt in ein frembeö «Äird^engetiet ü6er* 
jugreifen — fonnte e8 bod^ nid^t l^inbern, bafi feine 9?euerung, bie 
aWeffe unb baö ürd^Iid^e Officium flatoifd^ gu iBege^en, noc^ Ui feinen 
Mitittn ihex bie fübtoefttic^e ©renje feines @))rengelö brang unb »on 
ben füflenldnb if c^en @Iah)en mit offenen Qlrmen aufgenommen unb mit 
fiarfer ^uU feflge^alten tüurbe. Unb nad^bem für a)ietl^ob'ö i&iturgie 
auf i^rem urf^riinglid^en ^oben ber md:^rifd^*:pannonifd^en ^iftcefe 
feine @tdtte me^r toax, fanb fle auf bem 39oben beö fTamifd^en Äufien* 
lanbed nid^t Hoß eine geitmeilige aufludet, fonbern fte foITte für alle 
Seit ^ier fo ^eimifd^ toerben, baß baö fo^bare ßr^e ß^riU'ö unb 
SWet6ob'0 nac^ lüieber^olten ,^dm^)fcn für bie 35c:^au^tung beffelBen 
ungefd^mdlert HS auf ben heutigen ^ag ben (Slawen beS abriatifd^en 
»^üflenlanbeS geBIietten ifi. 



§. 30. 

35erfud)e, bie flatt»ifd)e Siturgie unter ben Kroaten unb ©erben 

ju berbrängen. 

3)ag bie toon ÜKetl^ob inS Men eingeführte flatoifd&e !&iturgie 
unter ben ©ertten unb Kroaten beS «Äüfienranbeö ber 9tbria im erfien 
33iertel beö geinten Sa^rl^unbertö :^eimifd^ toar, Bejeugt ber ^am^f, 
toeld^en baö flatoifd^e ,Äirrt;entoefen bort im britten 3)ecennium beö ge* 
nennten Sa^r^^unbertS §u Befielen ^atte. 

93on biefem Stampfe geBen nn^ gtoei (Sd^reiBen beö $a^)fleö So* 
^ann X. (914 — 28) an bie 33if^6fe ber Äird^en))roüirtg »on @^a* 
lato unb ben 6roaten!6nig 3^amiölan) umö 3a^r 925 0/ ferner ein 
^efd^luß beö ^Jroijincialconcirs öon @i)alato um biefelBe 3«t, 
fo tüie bie üBer benfel6en ergangene Slefolution beö $a)?|leÖ*) eine foI(|e 

i^n im 53riefe an bie ©eijUi^feit von @alona „familiärem nostrum" unb 
^atte i(jn angetoiefen, berfelben no^ munblii^e (Sröffnun^en gu maci^cn: cui 
scilicet aliqua injunximus vobis verbotemis referenda : et ideo illi omnia quae 
de parte nostra dixerit vobis, credere niillatenus dubitetis. Mansi 1. c. 
p. 130. 

11) (Bxt^t oben §. 11. 92ote 2. e. 51 f. 

1) (S. Codex C. I. IL p. 75—77. 

2) Crbenb. III. IV. p. 78 s. 



117 

Äunbe, baß h)ir fattfam ju erfennen im @tanbe flnb: ber Stngtiff, ben 
bie frah)ifti&e Siturgie ^ier erfuhr, fei ein heftiger unb Ido^I comH* 
nirter geitjefen. 

SS feierte n4mn(i& aud^ in Sflrien unb ^armatien an ©egnern 
beö f(ah?ifcl^en Äird^entoefenö nidit: unb h)ir flnben biefelBen unter ber 
loteinifd&en ©eiftlid^feit beS Äüflenlanbeö. Sie bie urf^nglic^e 
romanifd^e ober nid^tflatüifflbe 33ei)6lferung be8 l^anbeS nod^ im* 
mer^in bie f^dteren flatoifc^en Sintoanberer an 3af}l übertreffen mod^te, 
fo auc^ ber lateinifd^e MtxnQ bie Oeifllid^feit ber rein ober u6erh)ie* 
genb fTatoifci^en ©emeinben. S3ei biefer aWifd^ung ber d^rifilid^en Sin* 
iDOl^ner beS Sanbeö fonnte eö bemnad^ oucl; auf bem firdblid^en ©ebiete 
an <Btteit unb ,^am:pf jmifd^en :Bateinern unb (Slatoen ni(f)t fe^* 
Un, unb ganj natürlid^ fud^te baö mdd^tigere Clement baö fcl;todd^ere 
ju ijerbrdngen, tüeld^eö feinen jidrfflen QSertreter in bem f(ah)ifd^en 53i* 
fd^ofe ®regor toon 0?ona ^atte. 5Die lateinlfd^en ^ifd^6fe ber Jtir* 
d^en:^roöing ijon @^a(ato griffen gur Sd^todd^ung unb 33erbrdngung 
beö flatoifdi^en Äird^entoefenö ju bem unfel^IBaren SWittel^ (Slatoen nid^t 
ju orbiniren} baburd^ toarb ber ^ifd^of üon 9?ona gebrdngt, nid^t nur 
ben <BUtüm feineS <S:prengeIS, fonbern aud^ frember ^iScefen bie ffiei* 
f)en in ert^eilen^). Z)a er akr baburd^ offen gegen bie «^ird^cngefe^e 
toerfiieß unb bie Siedete ber anbern 33ifd^6fe i>erle|te, fo tcar biefe 2(uö* 
fd^reitung beö flatoifd^en ©ifd^ofö benfelkn eine nid^t umpidfornmene 
^Seranlaffung, bie (Ba(f)t an ben a^ojiolifd^en @tu^I ju Bringen, um 
mit »öülfe beffelBen bem fCaioifd^en OlituS ein Snbe gu mad^en. 

3u biefem Stoedt Befd^ulbigte man bie fati^olifd^en (Slawen, bie 
man einer Befonbern 3rrle^re nidfet Bej^id^tigen fonnte, baß il^nen bie 
menfd^Ud^e Slutoritdt SÄet^ob'S uBer baö gSttlid^e STnfe^en beöStoan* 
gelium«, ber Äird^engefe^e unb 9tnorbnungen beö rfimifd^en ©tu^^Ieö 
gel^e^), unb biefe UeBerfd^d^ung SWet^ob'S f^)red[;e fldb öorjüglidl^ in 



3) aßenn ^opi tat in f. Prolegom. histor. bie ©aci^e alfo auffaßt: In 
Croatis Serbisqiie pro , nescio quo , primate se gerebat Gregorius Nonensis epi~ 
scopus, omnes oranium dioecesium presbyteros slavos ordinäre praesumens, 
sicque laesis latinorum episcoporum juribus et emolumentis , concilio provin- 
ciali Spalatensi causam praebuit injustae planae repressionis. Poterant nempe 
jure intra suam provinciam relegare Nonensem reliqui episcopi, quorum ille 
provincias quoad Slavica invaserat : sed debebant simul ia sua quisque provincia 
providere ordinandis a se ipsis presbyteris Slavis (<S(an)ifd&e ©iBHot^ef V- 9Wif ^ 
loffc^ @. 69. unb Glagolita p. XIII.), fo ^at er bie ?foIge mit ber Urfaci^e 
»ertoedfefelt unb c§ ifl feinem ©djarfBlicfe entgangen, bag bie SWaafireget bcö 
!8ifd&ofg üon ^lona ein 5(ct ber Olot^toe^r gur äiettung beö fd^tocr BebroBten 
f(an>ifd^en Olituci mar, ^u nielcBem er fid6 ani feiner anbern Urfad^e gebrdngt 
faB, aU toeü eBen bie kteinifcBen 53ifd&ofe ber ÄircBen^roijing ficB ireigerten, 
@eifllid^c für ben flamifcBen Olituö gu orbiniven. 

4) JDer !Pa^fi formulirt biefe Stnf^ai^e mit ben Söorten: fama revelante 
cognovimus per confinia vestrae* Parochiae aliam doctrinam puUulare, quae in 
sacris voluminibus non reperitur . . Absit hoc a fidelibus . . \it doctrinam Evan- 
gelü atque Canonum volumina Apostoiicaque etiam praecepta praetermittentes, 
ad Afe/Äorfti doctrinam confugiaut, quem in nullo volumine inter sacros aucto- 



118 

ber burdö ti)n eingeführten unb öon ben Kroaten fejlge^altenen Seitr 
be0 ^. a»eßoi)ferö in flatoifd&er @^)rad^e auö; ber a^^ofiolifd^e @tu^l 
m6ge ba^er 33orforge treffen, biefeö erotifd^e ©etüdd^S in ben flatoiWen 
fianbfirlcl^en 3)aImatienS auöjurotten. 

3n Sülge bejfen fenbete $a^ft Sodann X. ben «If^of Sol^ann 
toon 9tncona unb ben Sarbinalfcifd^of fieo öon ^alefirina (^ro^ 
nefle) aU feine ©efanbten in ble kix^tn)pxo'oini öon ^palato, unb 
erlief an ben 6^)iöco^at berfelkn ein @d^rei6en, in toeld^em er biefen 
aufforberte, in 33er6inbung mit feinen genannten Ißegaten alTe in ben 
flawifd^en Jtreifen i^rer »^ird^en^roöing eingeriffenen a»ißfl4nbe mit 
fu^ner »ganb atjufd^affen, fo bag in ben >}anbfiric]^en ber <SIotoenbet 
3)ienfl beö ^. D|>ferö na^ bem ©efcroud^e ber rSmifd^en ,^ird&e in la^ 
teinifd&er, nid^t ater in einer fremben @!|)rad^e begangen toerbe; benn 
toeil bie ©lalüen bie ganj Befonberen ®6^ne ber f). römifd^en* Äird^e 
fe^en*), fo muffen f!e aud^ tei ber l^el^re ber TOutter ttleiten, unb ber 
$a^)|l ttjerbe nur bann an i^nen Sreube iaUn , toenn f!e freubig bie^ 
fer itf)xt folgen unb ©Ott ein angenehme« jD:|3fer barBringen*). 

3n gleid^er SÖeife fd^rieB ber 5Ja))fi an ben SroatenWnig^^a* 
miflah) unb ben ß^ulmer^erjog'') ÜKid^aer, tcie auc^ an alle ßu^a* 
mn, bie gefammte ®eijllid^!eit unb baö 33oIf öon ©ctoonien unb 
5£)almatien, unter ber 9tufforberung, ben Ermahnungen unb Qlnorbs» 
nungen feiner ©efanbten ol^ne Säubern golge ju leiflen, toenn f!e nid^t 
i)on ber ©emeinfd^aft beö ^a^)fie3 auSgefd^Ioffen toerben tooHten ; benn 
i)on S)enen, tvtldit barauf tefiei^en, in flatoifd^er <Bpxa^t bie D))fer* 
feier ju Begeben, gelte baö ©ort ber ©d^^rift: <Sie f!nb i)on unö auö* 
gegangen, aBer fle ge^6ren nid^t ju unö®). — TOan lann fld^ benfen, 
toeld^en (Sinbrudt biefeö ^)d))fili(^e @d^reif>en auf baS gange ©latoenöolf 
mad^te, unb toeld^e Slufregung in bemfelBen l^eröorgerufen tourbe, ba 
eö fid^ in bem fofttaren ^efi^e ber flatoifd^en SÄeffe Bebro^t fa^! 



res comperimus (Cod. p. 75.)- ^a^ aWetftobiu^ ben be^ Satein unFnnbiflen 
(Slatoen über StTU« ging, i|l naturUd^; benn \)orgfi9n(i^ burd^ feine flaipifc^eit 
^ird^enbud^er tt^aren bie ß^roaten unb Serben ju beffercr ^enntnig beö (S^ava 
geltumö unb aller firc^Iici^en Snfiitutionen gcFommen. (Sine Ueberfd&dfeung 
be« SSermittler^ ber gottlid^en SÖa^ri^eft lag unter biefen ©latoen unb inebe^ 
fonbere aud^ unter ibrer ©eifilidbfeit bei bem geringen ©rabe i^rcr ©efammt; 
bilbung freilid^ fel)r nabe. JDer bod^gebilbete SWet^ob f^attt fic^ in aWWren 
unb $annonien einen unterrid^teten ^(eru« ^erange;;ogen ; aber bie f(ah)if(be 
©eifHid^feit be^ Mjlenlanbe« ermangelte fogar ber^enntntg beö Sateln; m^i 
fjoth $. Sol^ann X. ben ^roatenfonig ^amiflah) unb fein ganjeö Sßolf be? 
fd^tofirt, bie @lah)en mcdbtcn bod^ ir)re bem geffilidfien (Btanbe beftimmten Ana; 
Ben fru^jeitig gu ben ©tubien anbalten: Unde hortamurvos, ut vestros tenerri- 
mos pueros a cunabulis in studio litterarum Deo offeratis (Cod. p. 77.). 

5) Cod. p. 76. 2)er jpa^ft f^jielt bamit auf bie unmittelbar öom romifd^en 
6tul)le betoirfte Söefe^rung ber (Kroaten an; jiebe §. 29. (S. 113. 

6) Cod. p. 75 s. 

7) aSon bem S3erge @]&ulm l^ieg ein %f)til ber Kroaten bie (J^ulmer ober 
Badl^lumer, unb i^r &thiti Zachlumia. <B, v. ©^runer'^ 9ltla6 Äarte 65. 

8) Cod. p. 76 s. 



119 

0?a(^ ber Stnotbnutig be0 ^a^M n)urbe barauf unter bem Sorfl^e 
ber genannten vd:pfinc^en l&egaten ein ^Jroöinciarconcir gu @))a* 
lato gehalten, auf h)elc]^em ein fe^r heftiger Streit entbrannte'), ba 
eö ben Legaten unb ber SÄe^r^eit ber 5Jrotoinciar6ifd&6fe gelang, ben X. 
Sanon^°) burd^jufe^en, in toeld^em üter baS fratoifcl^e ^it^ 
d^entoefen baö ^obeöurtl^eil gefdUt toar. S)enn fraft bef* 
fetten foHte fortan fein ©ifd^of ber J^irci^en^rornng e8 ttjagen, 
einen Bloß beö (Slatoifcl^en t^unbigen gu bem ®rabe einer 
Ürd&Iid^en SBei^e gu 6ef6rbern")} ein tereitö Drbinirter foüfte 
nur in ben niebern SBei^en unb im aW6nc^öflanbe ®ott bienen")} ein 
?Priefier a6er, ber Hog flatoifd^ \^x$^^, foHe in feiner Äir(i&e gum aReffe* 
lefen gugelaffen toerben, unb nur Beim SWangel lateinifd^er ^riefler 
bürfe ber ^ifd6of nad& früher eingeholter ^d^filid^er (SrlauBnig einem 
reinen ©laioen gefiatten, fein ^rie^eramt auöjuüfen "). 

SBiber biefen ba8 flaiolfd^e Äird^enioefen mit 3Serni(i^tung Bebro^en« 
ben 33efd&Iug er^oB flcif^ bie TOinber^^eit ber öerfammelten 33ifd^6fe unb 
inöBefottbere ©ifci^of ©regor Don 9?ona, toeld^e unter Berufung auf ba« 
Urt^eil beö ^Ja^fieS entfd^ leben toiber benfetten :protefilrten. @le xiti}* 
teten ein (Sd&relBen an ben ^a^fi, in toeld^em f!e j!c^ nici^t Bloß auf 
ble i)on % Johann VIII. ausgegangene 2t^i)roBatlon ber flatolfd&en 
©otteöblenflfeier Berufen f)(kUn mod^ten^O^ fonbern aud^ mit bem Qxb^^ 
ttn 9?ad^brudEe unb nid^t o^ne 3Sorh)urf**) baö Unheil ^eröor^oBen, tütU 
d^eS jener ©efd^Iug üBer baS ja^Ireld^e d^rlfilld^e ©latüenöorf Bringen 
muffe. S)er Erfolg beffen njar, baf ber ^a))fi bie ©eltung beö 
Bejirittenen Sanon fu3)?enbirte") unb verlangte, baß ber ßrj* 
Bifd&of 3ol^ann toon @:parato ober (Siner ber @uffraganBlfc^6fe mit bem 
39ifd^ofe ©regor i?on 9?ona f!d^ naä^ Stom öerfiSge, um ijor bem ^a\>^t 

9) JDieg Iclireit bie Sßorte ber ^dj)ftlid{>cn D^cfolution: in vobis orta fuit 
contentio ante Legatonim nostrorum praesentiam — minime res praelibata tu- 
multuantibus vobis finiri valuit. Cod. p. 78 s. 

10) Cod. p. 78. 

11) 5)a« (Soncir l^attc Bei biefer S3efiimmung gnjar baö .^ird&engefej für 
fid^, hjeld&eö »on jel&er geBot, bag Befonber« 0i{cmanb bie BeBern SBeiBen be^ 
@uBbiacon, 5)iacon, $re«Bi^ter unb S3ifd^of enn:>fangen fotte, ber nid^t in 
fird&llc^er SDiffenfd^aft Binreid^enb Behjanbert fc^ unb ba^er a\e conditio sine 
qua non be5 i*atein «oUfornmen mdd^tig fei). 3)ennocB aBer ttjar e« unge^ 
mein t)art, je^t bie strenge be^ ^irdfeengefe^cö gegen bie «Slanien geltenb'ju 
mad^en. 

12) aWan Batte Bei biefer 53efKmmung bie unertauBter SBeife i)om ^u 
fd^ofe ®regor gu ben BoBern Seiten orbinirien fremben JDiScefanen int 5(uge, 
unb aud^ biefe Jöeftimmung toar im ^ird^engefe^e gegrünbet, weld^e« tjerorb^ 
net, bag fold^e, njeld^e un einem fremben ^ifd^ofe B^B^^c SBeiBen emj?fangen 
BaBen, biefe. nid^t auöuBen unb nur ju ben SSerrid^tungen ber niebern Orbineö 
(in clericatu) jugelaifen njerben fotten. 

13) (5. ben 2Borttaut unb bie drHdrung Sartati'g in Cod. p. 78. 

14) 2)ic§ fd^einen bie 9Borte be« $avfle«: vestras litteras suscipientes 
investigare non detuiimus angubeuten. Cod. p. 78. 

15) lilic maxiraa erat impressa murmuratio. Ibid. 

16) Suspendere hoc curavimus, fagt ber ?Pa))ji.** Cod. p. 78. 



120 

alle aSeti^dltniffe batjulegen, auf bag er ein geredete« Uttl^eil gu fddeii 
im (Stanbe fe^^O- ®i^ fodten o(»er ttjijfen, baß er (ber ^^a)pft) alTe o«* 
bern auf ber (S^nobe gum Sefc^luß er^oBenen ^a^iUl — mit 9tuöna^me 
be8 X, (Sanon — tejldtige^^). 

*&6d&fl toa^rfcl^einlici^ fam man biefer Sorlabung beö 5Ja^)jlf8 nad^, 
unb eS fd^eint mir feinem ßtvtifel ju unterliegen, baß, ttjie einjlüRe* 
t^ob i)Or Sodann VIII. ben ©eBraud^ ber flatoifcl^en <B)pxa^e Beim ®otteö* 
bienjle unb anbern ür^Iici^en Functionen flegreici^ ijerfod^t, fo au^ 
ie^t, ^iergig Sa^re nacl^ TOet^ob'ö S'obe, ber 53if(i^of ©regor \yon ^om 
fo glfirflicl toar, ^a)pft Sodann X. mit bem flatoifd^en »Jtirti^entoefen in 
3)almatien ju toerfi^nen , unb bie QTuf^eBung beö burd^ ben Befagten X. 
ßanon beö @i)alater ßoncilö üBerbaffelBe auögef^^roci^enen $^obe3urt^eiI3 
\)om ^apftt ju erh)ir!en. ffidre bieg nid^t ber Erfolg ber unmittelbar 
Beim rSmifc^en <Btnf)U ijon ben ©ratüen gevftogenen QSer^anblungen 
getoefen, fo h)dre eö unerfldrlid^, baß tvüt üBer ^unbert 3al6re i)on bie^ 
fer 3eit an baS flatoifd^e «Äird^eniüefen im abriatifd^en «Äüfienlanbe un« 
angef ödsten fortBeflanb unb Blühte. 

S. 31. 

gortfe^ung. 

erfi in ber gleiten »^dlfte beS eilften Sa^rl^unbertö ^atte bie fla* 
h)ifd^e Siturgie toieber mit ben alten 2tnfcinbungen ju !dm:pfen, bie oud 
berfelBen Duede entf^rungen biefelBe ^enbenj ijerforgten unb einen 
burd^auö ibentifc^en 6:^ara!ter mit icntn beö ^tijntm Sa^rl^unbertö an 
f!d^ trugen. 

^Jla^ bem ©erid^te beg 2trd^ibiacon 3'^omaö öon ^^alato^) n)urbe 



17) Ut ante nostram praesenHam aut tu cum Gregorio, aut unus vester 
suffraganeus Episcopus veniens cuncta per ordineni revelent ; quatenus per viam 
justitiae incedentes, quidquid rectum est inter vos definire valeamua. Ibid. p. 
78 s. 3)aiTc(be hatte ber $a^fl fd^on im (Singanne pefaj^t : volumus ad limina 
Apostolorum venientes ante nostram nostrorumque Episcoporum praesentiam 
cuncta definire satagatis. 3)ie Sacfee ber €Ian?en foUte alfo in diom conci- 
liarifdj no6)maU verl&anbclt n?erben, bamit cö jid^ ^crau^jieUe, oB, toaö einjl 
öom a^joftotifd^cn ©tu^le angeorbnet ivar (bie ©eflattung ber fianjifd^en ©otteö? 
bienftfe(cv) , im 3ntereffe ber ^letigion aufredet j^u Ifealtcn ober burd^ nene 5öe; 
jiimmungen abjudnbern fei), ^ieg fdfeeinen bie Sßorte be^ $a^jleö: quia tunc 
perfectio reiigionis adimpletur, cum per canonicae disciplinae regulas, quod 
quondam ordinatum fuerat, per nos emendare comprobatur — fagcn ^u tDoKen. 

18j De caeteris autem capitulis vobis innotescimus, quatenus hac ratione 
excepta, quidquid synodaliter nostri Legati Episcopi vobiscum una statuerunt, a 
nobis confirmata existant. Ibid. p. 79. 

1) @r (ebte im 13. Sa^r^unberte (1200—68, f. Assemani Kalend. I. 323.) 
unb fd&rieb bie „Historia Salonitanorum Pontiflcum atque Spalatensium," toeld^e 
^iierjl üerSffentlid^t ttjurbe burc^ Joannes Lucius in feinem Söerfe: De Regno 
Dalmatiae et Croatiae lib. VI. Francof. 1666. im 4. JÖUd^ pag. 371 ss. @r 



121 

unter ber flleglerung 3Ja|>fi 2(Ieranbei: II. (1061—73; unter bem aSor«« 
f!|e be« Karbinarblfcl^ofö aWa^narb \yon @^Iöa canbiba'), aU )pi)pp 
üh)en i&egaten, ein ^rotoincialconcil ju @^alato') gei^alten, auf 
luelci^em ber a^efd&Iug beö @^)alaterconciIÖ umd 3a^r 925 erneuert unb 
fejigefefet tourbe: S'Jiemanb folle eö tt)agen, ben ®otte8bienfl 
fortan in flatoifdöer (Bpxad^e ju feiern, unb fein <Blatüt 
(ber nicä^t oud^ jugleid^ i^ateiner fe^) foIIe jum (5m^)fang ber ^. 
SBei^en gugelaffen werben*). 

2)a biefer ^efci^Iufl bon bem $ai)fie 6efidtigt unb in SSoITjug gefegt 
»urbe, ergriff aUe flatoifd^en QJriefier ungeheure a9etrÄ6niß; benn alle 
^ircl^en tourben gefd^Ioffen, unb nid^t me^r ertinten in i^nen bie ge* 
too'^nten fügen !^aute be^ S^ationaHbiomö. — JDa mad^te fld^ tüieber au^ 
ber ÜÄitte ber <Blatoin eine ©efanbtfd^aft nad^ Olom auf — in ber »&off* 
nung/ben $a))fi 9Hexanber ju einem a^ntid^en SBiberrufe ju Betpegen, 
toie bieg bor Beiläufig 150 Sauren bem ä^ifd^ofe ®regor öon 9?ona Bei 
^a^)ft Sol^ann X. gelungen toar'^). :Beiber aber fc^eiterte ber (Srfolg 
biefer üRiffion an ber 6e!Iagenöh)ert^en Unmiffen^eit ber '^amit Se* 
trauten ! 

®ie iir^rlfd&en <Blatüm, gufrieben bie (Srbfd^aft OKet^ob'g gur 3eit 
be§ ^. Sodann X. gerettet ju ^aBen, l^atten barüBer ijergeffen, ber 
^d^firid^en STOa^nung ju folgen unb i(;re lum Äird^enbienji abf^irirenbe 
Sugenb gu (Stubien anju^alten. 5£)ie ©arBarei toar im ^anfe beö ge^n* 
ten Sa'^ri^unbertS unter it;nen fo grofi geworben, baß f!e felBfi über i^re 
9?ationaIit4t unb bie ^igent^umlid^feit beö (Slatoent^umS untoiffenb tca* 
ren. (SS ^atte fld^ im tf öfienranbe unter !&ateinern unb @Iah)en ber arge 
Srrt^um fejlgefe^t, bie ©TatDen fe^en i^rer SSoIfSt^ümlid^feit nad^ 
©Otiten*); ba^^er tourbe bie flattjifd^e ©d^rift unb Sitteratur, beren (5r* 



ift naci^ bem Urtfteile feineiS erflen ^erau^^ebcr^ „in rebus se antiquioribus 
(communi illorum temporum vitio) non diligens supputatör^ prout in contempo- 
raneis accuratus et veridicus scriptor". 3)er ©erteilt beffelBen ober ba3 ^ncK 
^VL <Bx>CLicito im cap. 16. f. Historia (öoHfldnbig üi Aßsemani Kalend. IV. 378 ss.) 
ift mit einer lang au^gefponnenen offenbaren gabel verwebt, fo baf a(^ iftifto- 
rifd^cr Äern feiner @r^d()iung bloß übrig bleibt, roaö ber Codex p. 89. entl^iu. 
IBergl. Assemani Kalend. IV! 386 s. 

2) JDaö Q3i0t6um S. Rufinae s. Sylvae candidae n^urbe fpdter mit bem 53is5j 
tbume von S^orto vereinigt. 

3) aWan verlegt baffel'be gewol^nnc^ inj5 3f. 1062; allein Asseman (Kalend. 
IV. 382 SS.) \)Oii aii« ber @r^ebung be3 aWoncd« von @af!no SWaijnarb ^um (5ar? 
binalbifd&of von ®^lva canbiba barget^an, \>a^ baö ©on dl erfi nad^ 1067 bi« 
^in <^um itobe Slleranber'ö jlattgefunben ^aben fann. 5d& fefee e« mit Slffe^s 
man in« 3a!)r 1068. 

4) @. Cod. p. 89. 33ergl. Farlati lUyric. sacr. Tom. III. Venet. 1765. 
pag. 129. 

5) ©. §. 30. @. 119. 

6) Siavi Dalmatae , Illyriique Neoterici communi errore Gothos pro Slavis 
accipiunt, Slavicamque linguam, quae nunc apud ipsos in usu est, eandem esse 
volunt ac Gothicam. Quo errore nihil turpius excogitari potest. Assemani 
Kalend. IV. 385. 3)(efen Srrtl^um t^eilt ber Slrd^ib.iacon Xboma«, wie ber 



122 

flnbutig man üRet^ob jufti^rieB, für goti^lfd^ unb bet (Srflnber üRef^ob 
^on ben fiateinem für einen bem 9lrionidmu8 ber ®ot^en l^ulbigenben 
J&dretifer extiixi^). ffieber auf bem Soncil ju (5^)alato, nod^ gegenüber 
bem ^a^fie 2lleranber, tcelcl^e auf biefen 3rrt^um gefiü^t &Ux bo3 fla* 
»ifd^e »^Irti^entoefen baö Serbammungöurt^eil auöf^ra^en, ijermoc^ten 
bie QSertreteir beö (Sloioent^umö biefen Strt^um in feiner ©runbloflgfeit 
aufjubecfen unb bie S^re i^reö i). 3Sater3 SWeti^ob ju retten®); outi^ 
fonnte ber in bemfelfcen Srrt^ume Befangene ^apft bem ,,güt^ifd^en" 
Jtird^entoefen im abriatifd^en Äiifienlanbe fuglid^ bie 5tnerfennung unb 
3)urbung nid^t getodl^ren, toeld^e er bemfelBen in ©Manien entjog. 
^tnn gur ffiörbigung ber i)om rimifd^en @tu^Ie in biefer 3^'^t gegen* 
üBer bem flatoifd^en Äirc]^enh)efen be8 ,f ufienlanbe^ ergriffenen 3Raap 
regel barf man baö 39ePre6en befferten nid^t üBerfe^en, bie UeBene^e 
ber got^ifd^en ober mogaraBifd^en fiiturgie in S^^amen ju 
verbringen, meldte vorgfigric^ in bie 3eit beö ^Ja^jfieö ^tferanber II.') 
unb feined C^ad^folgerö ©regor VII. faffen. 

(Sonad^ tourbe ber 53efd^ruß beö Soncilö öon <B)palato aufredet ge* 
l^alten unb burd{^ ben naä^ i)almatien gefenbeten pa\>fiü(^tn fiegaten, fo 
toeit ed anging, in SJoHgug gefegt, b. i). in ben ju i>almatien (baö feit 
997 ber «&errfd6aft ber 33enetlaner unterworfen toar) gel^6renben ^i6cc* 
fen von S^alato unb 3SegIia. 9fnber0 aBer toar e^ in ben fub6fHi* 
d&en flalüifd^en iJanbfirid^en, toeld&e unter bem Slegiment ber Kroaten* 
finige jlanben ; bort BlieB unter bem@d&u^e berfelBen tro^ be^ 5^efd^luffe3 
t»on @^)aIato baS flatoifd^e ^ird^entoefen in feinem ^ejianbe*"). 

JDiocte at (f. §. 28. 9iote 3. 4. (S. 107.), unb uor i^nen Xi)tot>f}i)iaU (Simo.- 
catia unb ^fjotiu^. Assemani Kai. I. 330. 318. (ihtn fo ber bafmatini; 
fd^e 9f6t Ludov. Tubero: Praeter Gothas, quos Slavenos nimcupant, atque ideo 
conjicio, Slavenos et Gothas eandem esse nationem. Schvandtner scrlptor. 
rer. hungar. Tom. II. p. 119. ©ot^en unb <SIatt?en \w ibcntiffciren ifl unga? 
rifcJ^e 93orfleirung. 

7) @o auf bem @oncit gu (S^jalato : Dicebant enim gothicas litteras a quo- 
dam Methodio haeretico fuisse repertas , qui multa contra catholicae fidei nor- 
mam in eadem sclavonica Iing.ua mentiendo conscripsit (Cod. p. 89.), unb 
^. Slleranber, ber ben ©cfanbten ber @(an)cn ern>(eberte : propter Arianos in- 
ventores literaturae hujusmodi etc. (ibid.). 

8) 9(Ber aud^ in JHom l&errfd^te nettjaltiqe UntDlffenfteit, bie nod^ unöerj^eilj; 
Ud&er ifl aU jene ber ©fattjen. ©erabe njaren e^ gtoeiftunbert 3aBre, feit (5i?riU 
unb ÜWetl^ob ben SlSmern ben foflBaren (Sdfeafc ber [Reliquien be« (). ^lernend 
QLVLi bem fernen Orient gebrad^t Ratten (f. §. 9. ®. 46.); aber gdni^Hdb unter« 
gegangen ttjar in Siom ba« ©ebdd^tnifi ber um bie r6mifc^e ^ird&e fo Bod& »er? 
bienten b* 9)'2&nner! 

9) Conc. Jaccetanian in Hispania a. 1060 : Data sacerdotibus lex, ne quo 
alio more quam Romano precarentur: neque Gothica, utpote peregrina, pia- 
cula exsolverentur. Conc. Barcinonense a. 1064: Per legatum a latere Hu- 
gonem Cardinalem haec synodus congregata fuit, in qua leges Gothicas, qui- 
bus Catalani utebantur , penitus abrogavit, novasque sanxit , quibus populus 
hactenus utitur. — Concilia celebrata in Hispania citeriori, in quibus gothici 
sacrorum ritus abrogati, anno, ut probabilius videtur, 1068. Harduin Acta 
Concil. Tom. VI. P. I. Paris. 1714. col. 1075. 1143. 1159. 

10) Assemani Kalend. IV. 387. 



123 



§. 32. 

^apjl Snnocenj IV. gemattet bie flan)ifd[)e ®otte«bienflfeiei: in 

©labonieif. 

33on jencir ßtii, ba unter ^. 9tle:canber II. bie flatülfd^e ®^)tad^e 
au8 bem ^geiligt^ume ber balmatinifd^en Äird^en öemiefen toat, friftete 
fle alö liturgifrtieö Se^ifel burd^ 180 3a^re l^r Dafe^n Bloß in @Ia^ 
bonien^. @i« ^atte bemnad^ untet biefen Sübflamen feit bem ^obe 
ü»et^ob'0 uUx biert^alt ^unbert 3a^re i^ren ^eflanb Uf)au\>Ut, unb 
fc^on burd^ biefen in ber Jtird&e ijiel geltenben ^itel einer unffirbenHid^en 
©etool^nl^eit einen atecl^töanf^mc^ für alTe Sufunft gen)onnen. S)iefer 
Sled^tötitel foHte benn enbli^ aud^ bon bem IObnf)an^tt ber Äird^e feier* 
lid^ anerfannt toerben. 

^ö lüar q}a^)fi Snnocenj IV. (124^—1254), ,,bie 3ierbe ber Sa* 
noniflen unb ber Saterbeö 9led^teg", toerd^er unterm 19. aWdrj 1248 öon 
S^on au9, h)0 er jfd^er ijorben S^a^fielTungen beö «&ol^enPaufen Sfrieb»' 
rid^ II. leBte, bem flamifd^en JRituö biefe Stnerfennung geiüd^rte*). (5r 
fa^ f!d^ baju öeranlaßt burd^ bie an i^n gerid^tete 39ltte eineS auf ben 
©tu^I bon 3engg') erbetenen neuen ©ifd^ofö, beffen 9?amen bie ©e* 
fd^id^te unö, leiber! nid^t aufBetoa^rt ^at 3)erfeIBe, bem Slituö nad^ 
ein l^ateiner, fa^ ftd^ aU «&aui)t beö @^rengelö ijon 3^ngg, in toeld^em 
burd^gei^enbö flatoifd^eö t^ird^entoefen ^errfd^te, in einer unleiblid^en 
(Stellung, toefd^e i^n Befiimmte, fld^ an ben ^a^fi mit ber SSjitte um 
bie SrlauBniß ju toenben, ben ®otteöbienft nad^ ber ©etoo^n^eit feiner 
JDiftcefe in flamifd^er ©Vrad^e feiern ju bfirfen*). 3)er erleud^tete ^a)pft 
getodl^rte in 9(nBetrad^t bejfen, bag bie <Bpxa(^t ber @ad^e, unb 
nid^t bie (Sad^e ber <B^xa(i)t untergeorbnet ifi*), bem Sifd^ofe 



1) ®. t)on ^-^riiner'« Wox, Wtto, Äarte 44. 

2) (S. ba« ^jdvjinc^e «Äefcript in Cod. C. Villi, p. 92. 

3) Seiif^g (Segnia, Senia) im croatffc^en ^ujienlanbe, ifl nod^ ^eut ju 
Jlage ein Bifc^offid^er (Si^ ber lateinif(i^en Äird)e, )t»cl(!^er mit jenem öon SWo:? 
brit« (Modrusla) ijereinigt, ^ur Äird^cn^roüing von 5( gram (Zagrabia) gebort. 
— 2)er @rla§ be« ?^a^jjle« ännocenji IV. (Üb. 5. epist. 753.) Bei 9eai)nalb in 
Annal. ecciesiast. ad a. 1248. num. LII. ifl uBerfd^rieBen „Scemensi Episcopo". 
Asseman (Kai. IV. 408.) tougte ble§ nic^t ^u beuten, unb bai5 SBerbieufl ber 
dntrdtftfelung geBul^rt, meine« äöijfcn«, JDoBrotoff^. ©ie^e beffen „Glago- 
litica". ^rag 1807. ®. 16. 

4) 5)leg lehren bie SBorte beö $a^fle«: „Ut Ulis (Slavoniae clericis) effl- 
ciaris conformis, et terrae consuetudinem , in qua existis episcopus, imiteris, 
celebrandi divina officia secundum praedictam litteram, a nobis licentiam sup- 
pliciter postulasti. Cod. p. 92. 

5) 5)er ben ^a\^^ ieitenbe fc^^ne ©runbfa^: JDie Liturgie felBfl ifl bie 
^au^jtfad^e, bie @prad^e, in njeCc^er fte ^u feiern ifl, erf^eint aU ^ac^e öon 
untergeorbnetei; ©ebeutung ; benn ba« SÖort ifl um ber <Sad^e ttjiffen, nic^t aBer 
bie @ad^e be« SDorte« ttjegen ba — ifl eBen fo einfach a(« Ireffenb in bem Söorte 
an«gefprodl^en : sermo rei, et non res est sermoni subjecta. Ibid. 



124 

ble ertetene Sefugniß ; — lebod^ nut für jene ^^anbflricl^e, in benen ber 
flah)ifd^e JRitud Blöder gcBräu^lid^ toat*), unb unter ber n)eitern 55e* 
bingung, baß ber jTamifcl^e ^ert ber Äird^enBüd^er mit bem lateinU 
fd&en Driginalterte beö TOegbuti^ö, 9HtuaI3 unb SretoierÖ iJolTfommen 
ö^ereinjlimmeO. 

§.33. 

*2lnerfennuna ber glagolitifc^en Schrift für ben firc^Iic^en 

©ebrauc^. 

9Rit biefer 9fnerfennung ber r6mifd^:sfTan)ifd6en !&iturgie bur(^$. 
Snnoceng IV. toar aber anä) ^uqltld^ boö eigent^ümncl;e jTatoifd^e 3biom, 
.bo8 Ui ben ilT^rifd^en ©lahjen Äird^'enf^prac^eO 'toar, fo njie bie eigen* 
t^fimlid^e ©ud^flaBenfcl^rift*;,. in toefd^er bie liturgifc^en ©ud^er gefd^m* 
ten ttjaren, autorifirt Sorben; benn ber ©ifc^of öon 3engg mu§te 
not^toenbig in feiner 39itte an ben ^a^fi fld^ über bie ber flah?ifd^en iu 
turgie eigentl^ümlid^e @:pracl^e unb @^rift dußern. @r t^at bie§ in 
ber 2Beife, baß er bem if^a\>ftt fd^rieB: bie flatüifd^e ©eiftlid^feit iBebienc 
fld^ tei ber Seier beö ©otteöbienfieö fold^er 39ud^er, bie mitganj 
eigent^ümlid^en Sud^jlaBen gefd&rieBen fe^en, ijon benen 
fie anntf)mt, baß fie ^om f), J&ieron^muö flammen'). 

3)iefe ^ier jum erflen 5WaIe in ber ©efd^id^te l^erbortretenbe ?tn* 



6) SDa ber ^apfi bie (lrlaubni§ auf ben S^itel ber ©etool^ni^eit grunbete, 
bicfe aber ettva^ Socale« \% fo ntu§tc Snnoceng IV., ber nid&t tcie einfl Sojann 
VIII. einer 0ieuerung bie firci^H(i6e ©ene^migung ert^eilte, feine @r(aubnii 
auf bie flatoifd&en ©ectenben ber ^ioccfe »on 3engg Befd^rdnfen : licentiam tibi 
in Ulis dumtaxat T^SiTiihns , ubi de consuetiidine observantur praemissa . . con- 
cedimus postulatam. Ihid, 

7) SBie % Sül&ann VIII. bie driaubnifi ber fTatoifcden ©otteöbieujlfcier 
unter ber 93ebingung c\t\x>h^xi l^attc, bafi bie liturgifci^en S3iid^cr in^ @Iatoif(iSe 
put uberfeftt fey)en (f. oben §. 20. <S. 83.), fo aud^ ^iec $. Snnoceng IV.: 
dummodo ex ipsius varietate litterae sententia non laedatur. Ihid, 

1) (Sie njirb in ben vom romifd^en (Stuhle ausgegangenen JDocumenten 
,,idioma Slavonicum, idioma illyricum, idioma Slavum litterale" genannt. 

2) ®ie tvirb offlciett „Illyricum litterale, character Hieronymianus", in^* 
gemein aber bie „gtaaolitifci^e'' (\znciixni, üon glagol, im ^Plural glagolj = 
aBorte, IBudbjlaben. Glagolski, ba3 Sibjectiö, ifl glagoHf^.b. i. mit giguren, 
©ud^fiaben, Settern, ßautgei(ibcn , bie glagolj bei§en. 9in|latt glagolifd^ fa(?t 
man aber gett^ol^nlid^er glagoütifc^, »on Glagolita, b. i. diner, ber Sücfeer mit 
fold^en Bugen lieft. Slnbere nennen bag glagolitifd&e 5(tpbabct auc^ Bukvica, 
öon bukva, ©ud^jlabe. digentlid^ foUte eö Azhukvica beigen, uon ben brei 
erflen ©ud^ftaben beö flatoifci^en Sllv^abetö Az, Bukt, Vidi, tt^eiftalb bie ditern 
©lagoliten baö Stl:|?5abet „Azbukownak", mit lateinifdber @nbuna „Azbukivi- 
darium" nannten. JDobronjff^, Glagolitica. (Sin 5(n^ang ^um <SIat)in. ^rüii 
1807. ©. 47 f. 

3) Porrecta nobis petitio tua continebat, quod in Slavonia est littera spe- 
cialis, quam illius terrae clerici se habere a B. Hieronymo asserentes, eam ob- 
servant in divinis officiis celebrandis. Cod. p. 92. 



jld^t ^on bem Urf))runge berglagolitif^en (Sd^rift forbert eine nii^ere 
SÖurbigung berfetten. 

5Öie mag ber ^a))fi gejiaunt ^a6en, alö er fiter ben Berühmten 
,fird6enlc^rer auö @tribon ijerna^m, tüoöon baö gefammte cl^rifilic^e ^U 
tert^um nid^tö gemußt ^atte: bag berfelBe nebfi feinem auögegeicl^neten 
^ßerbienfle aU Ueterfeler*) unb ^rfldrer ber ^. ©d^riften nocä^ bie ^alme 
errungen f)ahe, Sd^o^fer ber flatüifd^en @d^rift unb Äitteratur ju fe^n! 
£)a ftd^ bem ^^a^iie, abgefei^en ijon bem abfoluten ©tidfd^toeigen be8 
gefammten d^rifttid^en 9Utert^um6 unb be8 «^ieron^mu« feltft*), bie 
ig:rifieng einer flatüifc^en @d^rift feit bem ffinften 3al^t* 
^unberte gegenüber bem gdnjlid^en TOangel einer flatoi* 
fd^en iBitteratur Bio u6er bie SKitte beö neunten 3a^r* 
:^unbertS f^in'') aU ettüa^ Unerfldrlid^eö \>on felBji na^e TegteÖ, Heß 
er baö auffällige 3Sorge6en ber f[ai)onifd^en ©eijllic^en aU eine fut* 
jectiije 2tnjid^t berfel6en auf fid^ berufen®). 

^^ic^t minber legt fld^ ober aud^ ber ertodgenbcn ®nj!d^t nal^e, wie 
unb tvann bie id^rifd^en (Slatoen auf ben attenteuerlid^en ©ebanfen fa* 
men, i^re fird^Ii^e @d^rift mit ber 2(utoritdt beö ^. «§ieron^muö ju 
bedfen. — 3m je^^nten unb eilften 3a^r^unberte tcar unter ben ill^ris» 
fd^en @ratt)en nid^tö getoijfer, aU baß bie fTatcifd^en 39fid^er, beren fle 
jld^ beim ©otteSbien^ bebienten, öon SWet^ob flammen*). JDa fle 
aber ii^r flatüifd^ Äird^entoefen al9 ijom got^ifd^en 2lriani3mu8 flammenb 
öon ben Sateinern angegriffen fa^en, unb fle fel6|i, in bem 3rrti^ume 
i)on ber 3bentitdt ber ©ot^en unb @lah)en befangen, außer @tanbe tüa» 
ren, baffelbe lüiber il^re ©egner mit (Srfolg ju i)ertl^eibigen , fo bot fld^ 
i^nen für ben öerfe^erten SKeti^ob aU unanfed^tbare 2tutorit4t , hinter 
toeld^e fle i^r Äird^eniiefen bargen, ber i). 'öieron^muö; benn biefer. 



4) .§ieroni)mU9 fc^teibt in f. Opusculum de viris illusirihus c. 135. \)ott 
fid^ felbfl: Novum testamentum graecae fldei reddidi, vetus juxta hebraicum 
transtuli. 

5) @r njürbe in ber genannten ©d^rift, in beren \t%km (S^a^jitef er oMt 
feine Htterarifd^en ßeiflungen Bio ^um 3. 392 nambaft macbt, \)\t (Srjtnbung 

. einer <Sd^rift für bie ^lairen nidftt nnermdbnt getajfen ^aben, ttjenn fle »on ibm 
ausgegangen xohxt, 

6) @. §. 6. $«ote 3. (S. 37. 

7) Ceterum neque ante SS. Cyrilli ac Methodii aetatem sacras litteras in 
slavicum sermonem fuisse translatas neque ante Joannis VIII. Papae tempora 
usum slavicae linguae in drvinis celebrandis concessum, res jam est apud viros 
emunctae naris certissima: quidquid sit, de neotericis quibusdam, qui patriae 
amore diicti, sine uilo docuraento, imo contra aperta scriptorum omni exceptione 
majorum testimonia, dictitant, et slavicum sermonem Dalmatis Illyriisque con- 
genitum fuisse, et a S. Hieronymo Ecclesiae doctore sacras scripturas slavice 
conversas. Assemani Kalend. IV. 446. 

8) 2Die bie Raffung feiner SBorte (ebrt : littera specialis, qiiam illius terrae 
derici se habere a B, Hieronymo asserentes. 

9) e. ben ©rief % 3übann X. an bie m^ä)hft ber ^trd&enj)roüing ®pa^ 
lato c. a. 925 (Cod. p. 75 s.), unb Soncil ». ^^aiato im % 1068 (Cod. p. 89.), 
unb §. 30. mott 4. @. 117. unb §. 31. S^ote 3. 0. 121. 



126 

aud bem ^on Un®otf)tn getfl6rten (Stribon auf ber @rengfcl^eibe jtou 
fd^en ^annonien unb i)almatien flammenb^"), h)ar mit geleierten @o* 
t^en"), b. i. nad^ \>n ixxtf)umli(ifen SKelnungber Süf^ner mitSlawen, 
tjertraut ! Unb fo toenig früher bie ©latoen ©atmatienö im (Stanbe ge^ 
toefen ttjaren, bie (§:f)n i^reö 1^. SSaterö QRet^ob gegen bie fiateinet ju 
retten, fo toenig toaren nun bie fiateiner im @tanbe, bie für baö fla* 
hjifd^e Äird^entoefen angerufene Qfutorfd^aft beö ^. «^ieron^muS ben @(a< 
tütn ju enttoinben "). 

Um fo me^r brdngt fld^ ^ter afer toieber bie Sftage nacl& bem 211* 
ter unb bem Ur^^eberberglagontifd^enSd^rift auf. Snbcm 
iüir unfer, ber Jtoi)itar'fcl&en ^n^d^t gegenüber oben*') auögef:|)rü« 
d^eneö Urt^eil fd^drfer ju fajfen unb tl^eiftoeife gu Berichtigen und ge* 
brungen feigen, glauben mir Solgenbed aU bad au^ ben tl^atfid^Iid^en 
SSerl^dltnijfen fld^ ergebenbe fllefultat fejil^alten ju muflen. 

2)ie glagolitifd^e @d&rift ifi toeber 4rter nod^ iungct 
aI3 bie flawifcl^e fiiturgie ber Sll^rier. 2Bie nUtf^aitipt \i\t 
dltefie fiitteratur aÜer S36lfer eine religiSfe ifi (a Jove principium), fo 
ift inöbefonbere bie ditefie fiitteratur ber @Iatoen eine fird^lid^e; bennbic 
ffatoifd^e Sud^fiaBenfd^rift mürbe grabe ju bem ßtücde erfunben, 33c* 
^ifel unb ^rdger ci^rifllici^er ^ilbung für bie Flamen gu fe^n. S)ie So* 
biceö ber fCamifc^en fiiturgie, beren man fld^ in Serien unb 5DaImatien 
nod^ Bei fieBjeiten TOet^oVö ju Bcbienen anfing")/ ttjaren oi^ne 3toeifel 
mit glagolitifd^er ©d^rift gefd^rieBen, — auö bem einfad^en Oruhbe, 
meil e0 gerabeju ungtauBIid^ erfcl^eint: bie ©lagoliga fe^ etfi in f^)dtetn 
Sa^r^unberten an bie (Stelle ber unter ben Flamen SCf^rienö früher gc* 
Brduc^Iid^en (S^ridiga erfunben unb eingeführt morben. 

2)ieß Be^aui)tete alTeö (SrnfieS ^oBromf!^, toeld^er, f!(^ auf bie 
2(nerfennung ber gragolitifd^en ©d^rift gu liturgifd^em ©eBraud^e burd^ 
9). Snnocenj IV. im Saläre 1248 flü|enb, bie ^rflnbung berfelBen in bie 
Seit i)om 3. 1222, mo ber mit gragolitifd^en ^ud^ftaBen öon bem Äle* 



10) De scripioribus ecclesiast, c. 135.: ffieronymusy patre Eusebio natus, 
oppido Stridonis, quod a Gothis eversum Dalmatiae quondam Pannoniaeque 
confinium fuit. Opp. S. Hieronymi ed. Martianay. Paris. 1706 fol. Tom. IV. 
P. II. col. 128. 

11) (5r ftanb mit gotftif^en ©eifilid^cn in gelehrtem Serfe^^re, \\>\t fein 
SSrief an Sunnia et Fretela le^rt (Opp. ed. cit. Paris. 1699. Tom. II. col. 
625 SS.). 

12) 2)ie $&\)fle ertod^nen in i^reii ^rlaffen über bie r6mifd^iflan3if(i6e £1- 
turgle wo^I ber <£age, bie fic^ feit 1068 unter ben iU^rifdfeen Flamen bilbete, 
^ieronijmuö fe^ Url^ebcr ber glagolitifd^en ©dferift, obne fie aber aU begrünbet 
anguerfennen. @o $a^ji Snnoceng X.: Illyricarum gentium . . libros sacros 
jam inde a D. Hieronymi temporibiis, ut pervetusta ad nos detulit traditio, vel 
cerie a Pontificatu fei. rec. Joannis Papae VIII. uti ex ejusdem data super ea 
re epistola constat, riiu quidem Romano, sed idiomate SiavonicOy et charactere 
S. Hieronymi vulgo nuncupato conscriptos (Cod. p. 98 s.). 

13) @. §. 6. «Kote 1. @. 36. 

14) @. oben §. 29. @. 116. 



127 

rifer 9?icolau3 S)on 3(rBe gef^rietene ffatoonifc^e ^\alUt aU bad erjie 
Qlaqoliti\(^e (S^riftfiucf gefettigt tootben fe^, 6id l^ln j|um 3. 1248 i>n* 
legte ^^). ffienn aud^ 5Dobrotofl^ nur glagolitifc^e (Sobiceö aud bem 
14. Sa^r^unberte tannU, fo f^itU bod^ aud^ fei 9?ic]^tfenntni§ dite* 
rer*®) bem ©d^arffinne beffelben nici^t entgegen foden, baß feine 2ln* 
na^me ijon ber ßrfinbung unb (Sinfii^rung ber glagolitifd&en ©c^rift im 
13. Sa^r^unberte aU ganj unfiatt^aft burd^ bie t^atfac^Iic^en ^nf)ilU 
nijfe guriidfgenjiefen toirb. 

3)ie ftart)ifd&e löiturgle f)atte fd^on Sei löeBjeiten ü»et:^ob'a Eingang 
im ,füpenlanbe gefunben; unb, toenn aud^ bort im i^i)nUn unb eilften 
Sa^r^unberte angefeinbet, f)atU j!e j!d^ in ©faöonien iid jum3. 1248, 



15) ^o^itar U^t bie ^J^afen ber 2)obromff^'f*en ^^^jotl^efe alfo bar: 
Cum Illyrii quidem plerique semper manserint in vulgari opinione, alphabetum 
glagoliticum cyrilliano esse antiquius, non parum tarnen labefactaverat apud 
mobilioris praesertim judicii homlDes hanc persuasionem x^trtxcoroirrog b. m. 
Dobrovius bohemus, urgens et augens mille modis per sesquiseculum conce- 
ptara a se et in publicum emissam hac de re hypothesin, esse hoc totum al- 
phabetum glagoliticum pia fraude excogitalum intra annos 1060 — 1222 a pres- 
bytero aliquo Slavo, aegre ferente sat inique ne dicam stolide damnatam a 
Concllio provinciali Spalatensi a. 1060 liturgiam cyrillianam, una cum ejus 
auctore Methodio graeco ; adornasse eum ideo, lingua quidem eadem sed cha- 
ractere de industria inimutato (ne agnosceretur pro damnato), missam latini 
ritus : huncque suum foetum suppösuisse S. Hieronymo ecclesiae doctori, nato 
Stridone Dalmatae, et mortuo a. Chr. 420. — Et successisse fraudem, non so- 
lum apud rei sponte cupidos populäres, sed et ipsum ei summum Pontificem 
Innocentium IV. in tantum indulsisse, ut a. 1248 episcopo Seniensi „petitam 
licentiam, sacra peragendl lingua slavonica et litera spedali, quam habereni a 
S. Hieronymo, concederet iis in locis, uli de consuetudine ohservarenlur prae- 
missae (lingua et litera specialis)". Ac primo quidem concedebat Dobrovius 
huic piae fraudis invento seculum XI, utpote cujus excogitandi, a concilio a. 
1060 damnante Methodium haereticum una cum suis literis gothicis, sat urgens 
necessitas esset subnata. Sed jam tum (1780 — 1792) ducentos fere annos 
superaddebat, quippe pro antiquissimo hujus literaturae monimento accepto psal- 
terio Nicolai presbyteri Arbensis a. 1222, quamvis Nicolaus ipse expressis ver- 
bis testaretur, se illud descripsisse ex antiquiori Theodori ultimi Salonitani 
archiepiscopi. Doctissimus Assemanus, cum Cyrillum seculi IX. exeuntis Grae- 
cum crederet certo certius auctorem literarum Slavicarum, neglecto hac de 
causa vero ultimo Salonitano a. 640 Theodoro, nee tamen ausus fraudis ar- 
guere Nicolaum, alium indicarat a. 880 — 890 Theodorum Spalatensem, qui, ut 
mos est , anti^uae metropoleos Salonitanae , in cujus eversae dignitatem suc- 
cesserat Spalatensis titulum retinuisset. At longe ilio audacior Dobrovius, sine 
jtista, ut nobis quidem videtur, causa f praecepto quod probandum erat, descri- 
ptum a Nicoiao glagolilicis literis psalterium Theodori ccQXtygcKpov perhibuit 
scriptum fuisse cyriliianis ! Ita ille in ultimis suis libris omnem et alphabeti et 
iiturgiae glagoliticae inventionem ad sec. XIII — XIV. detrusit, cyrillianis qua- 
tuor ad minimum seculis posteriorem. Glagolita Cloz. p. III s. ^ie le^te ^er? 
fion feiner ^^»jotl^efe ^at 3)obrotoff^ in f. Glagoliüca. «Prag 1807. @. 9 ff . 
bargeleqt, too er bie Srage bcanttoortet: Sntoeld^e ^tii fdUt mutl^ma^« 
(id^ bie (Srfinbung ber glagoUtif^en S3ud^ilaben? 

16) S^erglei^en \xxCt> bie »on Slffeman, ben frangSflfd&en aWaurinern 
unb guleftt y)on Äo|)itar veroffentlici^ten glagolitifdjfen ©dj^riftbenfmale, toeldde 



itie^i )}ott 
>— 11. %a 



bem 9 — 11. ^al^r^unberte angel^Sren. 



128 

h)0 j!e i)on ^. Snnocenj IV. anerfannt tourbe, nf)alten — alfo burt^ 
einen 3eitraum öon me^r benn i)iert^aI6 :^unbert Sauren. ®d^renb 
biefer langen 3nt todren nad^ ^D(»ron>ff^'a »ö^^jot^efe alle liturgifd^en 
^u^er ber lH^rifcl&en (Slatoen mit c^rillifd^en ^ud^fia6en gefd^rie* 
ien gemefen. ^a ^aBe Semanb, um ben ^a^, ben bie l&ateiner auf bic 
flamifd^e l&iturgie geiüorfen, aBjutoe^ren, an^att beö c^rittifti^en M 
ber gorm ber fateinifc^en ^uc^fiaben afffmilirte glagolitifd^e 31^)^0* 
Ut im 13. Sa^r^unberte au^gebad^t, bieg für eine (Srflnbung beS 1), «gic^ 
ron^mud auögegeSen, unb fo fe^ eö gelungen, biefe neue glagolitifc^e 
@d^rift in ben fird^lic^en ©eBrauci^ einjufü:^ren. 

iJiefer ^^potf)t\t gegenüber bringen j!c^ Bei einem ^lirfe auf M 
lüirflid^e Men folgenbe fragen auf: fflurbe benn bie ffaiüifc^e iitux^ 
gie i)on ben !&ateinern um ber a^ud^fiatenfc^rift ber liturgifd^en 8ü* 
d^er njiHeU; ober nid^t i^ielme^r um ber flatoifci^en S^)rac(;e toegen 
angefeinbet? fflurbe biefer J&a|i burci^ Serdnberung ber fform ber S3u(^* 
fiaBen, tod^renb bie ©^jrad^e BlieB, Befeitiget? 5Da bie ßrfinbung eineö 
%tpf)ahM nur öon einem gropen ©eifie ausgebet : foHte ein @olä^er un* 
ter ben auf fo niebriger ©tufe ber ^ilbung jiei^enben ©latoen beg croa« 
tifd^en Äüfienlanbed im 13. 3a^r:^unberte gefeBt ^aBen? S)ie neue, 
njenn auc^ ben 0?amen beS f). «öieron^mu^ tragenbe ^ud^fiaBenfc^rift, 
bie Bid:^er 0?iemanb fannte, toixe im @tanbe getoefen, bie altgewohnte 
c^riHifd^e ©d^rift ju i^erbrangen? 5Die alten mit (S^ridija gefd^rieBe* 
nm Äird^enBüd^er todren alle ^ertoorfen, unb neue glagolitifd^e ge* 
fertigt hjorben? 3Burbe eine folc^e 0?euerung unter ben ©latoen o^ne 
bie fd^toerfien Ädm^jfe ^aBen burd^gefüi^rt werben f6nnen, unb öon 
9fu{ien ol^ne ben gered^tefien 33orh>urf unb ^o^n ber ©egner geBlie« 
Ben fe^n? 

5Die auf alle biefe fragen j!d^ aufbringenben 9tntworten lehren 
jur ©enüge/ baß bie öorgeBlid^e Srfinbung ber glagolitifd^en @(^rift 
im 13. Sa^r^unberte mit bem angegeBenen ßtoed^ eBen fo unöereinBar, 
aU bie (Sinfu^rung berfelBen an ber ©tedc ber früher geBrdud^lid^en 
fijrillifd^en unm6glid^ erfd^eint. 

3Benn 



perannt lüuroe, ]o ifi ^lemii oie ^-aniroori auf Die tyrage nac^ oem 
(Srfinber ber ©lagoliga fd^on gegeBen. QIB biefer erfd^eint ndm* 
tic^ fein Olnberer al8 — S^rill. 

2l(re (Sonjecturen üBer ben Ur^eler ber glagolitifd^en (Sd^rift muf^* 
fen jurüdftreten ijor bem unöertoerflid^en 3^ugniffe 3Javp 3 o 1^ a n n 
VIII. *^), Weld^er, i)on a)let^ob barüBer Belehrt, bie ßrfinbung ber 
flawifd^en ©c^rift auöbrüdflid^ bem toeilanb 3J^ilofo^)^en 



17) Litteras deniqiie sclaviniscas a Constantino quondam {^losopho re- 
pertas . . jure laudamus. Cod. p. 61 s. 



129 

ßonfiantin juf^rei6t *®). Unter biefer flatoifd^en ^Bdjtift 

tann feine anbete y)erfianben hjerben aU ble glagolitifd^e; benn toeil 

hie 33ruber (Stritt unb Wletljo'o, feit fle ben ^oben ber tateinifd&en 

^irci^e Betreten unb flcfi in ben 5Dienjl berfetkn t>ege6en l^atten, in aUm 

tixä)li^en ^Dingen jtc^ an ®efe^ unb ©ebrauc^ berfelBen anfd^Ioffen, 

fo fanben fle fiir bie ©lahjen üKd:^renö unb ^Jflnnonienö, gu benen j!e 

alö Seigrer gefenbet .toaren, bie latinijlrenbe [[amifd^e 33uci^jia6enf(^rift 

geeigneter aU bie gräciflrenbe, unb in i^r würben bemnac^ alle i>on 

Sonftantin unb 3Wet:^ob inS ©Ian)if(l&e i'i6ertragene »firc^>en(»üc^er ge* 

^t^tieBen. S)iefe ^üdber alfo toaren e^, bercn ©cl^rift 5J. Sodann VIII. 

alö eine jmedfmd^ige (Srfinbung Io6te, unb beren ^nt er aU eine gute 

unb treue Ue6erfe|ung Betätigte ^*). 3)iefe glagolitifc^ gefcl&riebenen 

Älr^enBud^er njanberten au^ ^J^nnonien l^inü6er gu ben ©ktoen 

Sjlrienö unb .5)almatien3, unb biefe lernten fonad& bie glagolitifd^e 

©^rift jugleid^ mit ber ffatoifci^en l&iturgie fennen*®). 



18) e. unten §. 36. Oiote 7. 3)em Beugnfffe $. Softann VIII. gegenüber, 
bag eigcntlid^ baö 3eugnig SWet^ob'« felbjl ift, erfc^eint bie ©onjcctuv 
^o)ßitax'e: Hettcictit ^e 9Wet()ob baö glaiiontifclje 5ll^ftabet aus'gcbat^t 
(f. oben <B' 36. 9Jote), aU unjlatt^aft; unb'tDcnn ber ba^crifc^e Slfabcmifcr 
©(^mcUer ane ber gfagolitifci^en (Sdjrift i^u erfennen ^täubte, ber ©rfinbev 
bcrfelben mn^t ein SWalcr gettefen fe^n, fo berechtigt auc^ bieg nocib nfcä^t an 
SWeti^ob }u benfen. ^enn »enn aud^ ba^ ©cfdjic^td^en \)on bem ÜKont^c 3We? 
t^ob, ber burci^ tin ®em&Ibe beö iüngften ©eridbte^ ben S3ulgarcnfünig 93ori^ 
gur Stnna^me be« d^rfflHd^en ©lauben« gebrad&t babe , h?abr ivÄre , fo ifi biefer 
malenbe SWond^ eine »on unferem aWetbob üerWebene ^^cvfon, ba e^ b^f^ötifc^ 
feil jie^it, bag toeber ©onilantin ho^ SWctbob auf irgcnb eine Söeife an ber SÖe^ 
fe^rung ber Bulgaren betbeiligt »aren (f. oben §. 7. ^lote 2. (5. 38 f.). — 
JDaö glagolitifc^e un'o cijrlUifcijie STlp^abet flebe auf ber JTopitar'ö Glagolita 
Cloziaiius beigegebenen 3^afel: Slavorum utriusque Ritus unius ejusdemque 
linguae sacrae Alphabetura utrumque, Latinorum glagoliticum s. hieronymianum, 
Graecorum cyrillianum. 

19) €. oben §. 20. (S. 83. 

20) (B^ ijl ba^er meine, auf ^iflorifd&en ®rfinben rubenbe Slnflc^t, bie g(a^ 
goIitif(^e (Sci&rift fe^ t^, mld)t(Ei)x\U gegen (Snbc bc« 3. 862 ober ju 5(n^ 
fang 863 urfprünglid^ erfunben f)ai (f. §. 6.*^. 34 ff.). Unb njer Ut bie 6:i)^ 
rillija, beren S^lame fd^on auf feinen Urheber hjcifet, erfunben? ^a§ ber 
biöge S^ame in ber ©eantiDortung ber Srage nac^ bem llr][)eber ber c^rillifc^cn 
©d^rift fein entfc^eibenbe« ober auc^ nur befonbercö ®ch)ici&t i^aben fonne, bringt 
fic^ Sebermann auf, ber ba ertttdgt, bag bie DZamen ber ©lagotiga njic (Si)- 
riUija v>on fpdterm JDatum jinb. 3c^ mag unb fanu nic^t in 5lbrcbe ftetten, 
bag auc^ bie cijriKifd^e (Sci&rift auf ben J&eiligen , beifen S^lamcn fie tr&gt , at^ 
(Srfinber i^uriitfgefur)rt trerben muffe; aber eö bringt ftc^ mir bie 35ermut()ung 
auf^, te burfe bieg nur mittelbarer 2öeife gefc'jjeben. (S^ lag für ©cnfiantin 
ben ?P^ilofov6en, ber allein gu aSolfern ber lateinifc^cn ^ir^e al^ 
!Be^rer berufen iüar, feine S'lot^lüenbigfeit üor, neben htm latinifirenben \ia)mu 
fd&en Sll»)^abet noä} tin gr&cifirenbeö i^u fcbaffen. JDieg ©ebürfnig, audb für bie 
®vitä)tn ein i^rer ®c^rift d^julicfte^ flatt)ifc^e5 5lU^l)abet ju bilben, madbte ficö 
erji lange nac^ (^^rill'ö Xs)\)t geltenb, aU n&mlicö \>it im 3- 886 au^ mM}vcn 
»ertriebenen €d^ü(er aWetl)ob'ö M ben S3ulgaren 5lufnar)me fanben. 2)a nun 
(na* Dr. (gafafif) bie 3:Mfa*e glaubnjurbig gemelbet ivirb, bag üWet^ob'« 
@dbiiler unb Oebilfe ©lemen^ ciie nachmaliger 33ifc^of in «Bulgarien ein an- 
bereö beutlici&ereö 5ll)?^abet für bie ©übpatt^cn jufammengcfl.'nt babe (f. ®la? 

einitt, ®ef(^. b. @fan>cnapofte( S^rillu. S^et^ob u. ber flaiv. Siturgic. 9 



130 

J)te ?(ncrfennüng be'r flatüifd^en JtJiturgie unb ber glagolltifd^en 
(S^rift burd^ % 3nnocenj IV. l^atte bie naturlid^e Solge, baf baö jTa* 
h)ifd&e Äird&entoefen j!d^ i)on (Slaöonien au^ rafc^ ijerBreitete, unb nl^t 
nur in itne Äreife iüicber einbrang, au8 benen e8 feit 1068 toax m^ 
bringt toorbcn , fonbern aud^ unter anbem ©latocn , bie bem ®UnUn 
ber rimifd^en Äirc^e anfingen, eingeffil^rt mürbe. 

(tf)t aUx unter $. 2lleranber II. bie flamifc^e :?iturgie in M-- 
matUn ber ^arte Stillag getroffen, Tratte biefetk in ^6^men dingang 
gefunben. ^e^^aI6 fc^ilbert^baö jn?eite J&au^tflücf baö ©efc^irf, hjcl^eö 
bie flamifc^e ISiturgie im Sed^enlanbe erfuhr. 



^ 



Ute flattrtfdre Cituröie in ÜlJJrmen* 

§.34. 

Äetne ©^ur ber fTah^ifd^en Siturgie in SBö^men 

U Bio gut @rtt4tung bed fraget S3t$t$umS. 

^atU auc^ ber drj6ifc^of aWet^ob jtd) burd^ ® or imo^'S 
^aufe*) ein großes SSerbienfl um bie weitere 33erSreitung beS S^rijicn* 
glauBenö unter bem ^olfe ber ^ol^men unb ein unöergdugfid^ 5tnre(^t 
auf bie banfSare ^ere^rung beffe(6en erhjorben, fo fodte bod^ bie bur(6 
if)n unter ben ©latoen feiner ^ird^en^jroöinj eingeführte geier beö @ot* 
teöbienfieö in flatoifd^er ©i)rad)e nid^t jum ^fnt^eile be8 Bo^mifc^cn 
^olfeS toerben. 

3Benn ber ßrjBifd^of öon 3Rd^ren unb ^J^nnonien gdn^Iid^ au^cr 
©tanbe tvax, birect auf bie ©efialtung beö Äirc^entoefenö in ^o^mtn, 

golitifd^e gragmente. J&erau^gegebcn üon Dr. $6fUr unb Dr. «Safar'lf. 
Sluö ben 9(b^anbl. ber f. boftm. ®cf. ber SÖilTenfc^. V. goCge. 10. 03. ^rag 1857. 
4. (S. 57.), fo burftc bieg fein anbere« aU ba3 natife bem bod^üere^rten SWei- 
jler be« Orienten« Qtnanntt fe^n. — ©ag bie flanjffci^en ^ird^enbudjer urfprung* 
li^ in gtagolitifc'jjer @d^rift gefc^ricbcn hjurben, ijl burd^ bie genannten, »on 
$rof. Dr. ^oflcr aufgefunbincn glaj^olitifd&en gragmentc ^augcr Streit 
fiefe^t; benn ber Urfprung berfelbcn ijl naä) bem Urt^eile Dr. @afaf i!'^, 
be« grSgtcn Äcnncrö flatvif^er @(l)rift unb 5((tert^umci:, ,,in eint 3eit gu feten, 
»eld^e jener ber apofioHfd^en 2:f)dtinfeit beö ft. ß^^riUuä unb SWcti^obiu^ niii» 
i^rer ©e^ilfen in 9Wd()rcn unb ^annonlen (862—885) iDenfg ober gar nit^t 
nati^fte^t (©(agol. gragm. <S. 20.)". 
1) @. §.'16. @. 67 f. 



131 

baö feit 845 bcm 6ifc]^6f(ic^en @))rengcl i)on Oleg enö tut g einiger* 
leibt toax^), einjuimtfeit^), fo machte ^bieferfirc^lic^e ^JerBanb mit Olc^ 
Qtn^huxQ, in aUen (Bt)m^atf)ien ber ßcd^cii für flaiDifd^en ©otteS* 
bienfiO/ ^i^ (Sinfü^rung unb ba« (ginbringen bejfelben m^ 336^mett 
aBfoIut unmoglid^. 

3tt>ax erjd^It unö bic fflcfd^ic^te h>eber ijon ÄunbgeBungen ber 
QSorlicBe beö Böl^mifd^en (S^rifienöolfeö für flatoifci^en ©ütteöblenjl, 
nod^ öon Ole:|)reff!tomaaßregern ber Olcgenöfurger 39ifc^6fe gegen blefet* 
Bett} bennocö ift eS eine unBefireitfiare ^^atfad^e, ba^, fo lange (845 
— 973) 336^men gur OlegenöBurger 3)i6cefe ge^Srte, ber ®otte«bienfl 
unb alTe fird^Iici^e Functionen bafelSfi auöfc^lie^Iic^ in lateinifc^er 
<Bpva^e Begangen towrben, unb bem flamif^en ßuItuS ber Eingang ins 
Sanb fefl öerfc^Iojfen toar. 

^ie UeBerjeugung ijon ber Sßa^r^^eit bicfer gefci^id^tlid^en ^f^aU 

fati^e h)irb fic^ Sebermann mit OKacj^t aufbringen, ber ba einen ^üä 

prücfmirft auf bie «fdmvfe ber 6a^erifcl;en ^if(i;6fe gegen 

baö flatoifd^e Äird^entoefen in ^äf)xtn unb ^Jannonien. 

Unb aJla^ren unb ^Jannonien toar, aU ber flatoifd^e ©otteöbienfl bort 

eingeführt tourbe, il^rer fird^Iidben 3uriöbiction burd^ ^jdijjfKici^e DSer* 

^o^eit entjogen; 336^men bagegen ge^6rte unBcfiritten gum ©V^engef 

beS (RegenöBurger 93ifd^ofö! 2Bie CWa^^ren unb gum ^^eil ^annonien, 

lt>ar gan§ 396^men ein ©latoenlanb. ©otften bie Ba^crifd^en 33i^ 

t^ofe nur na^ einer (Seite "^in bem ©lamentl^ume in ^ird^enfad^en 

entgegengetreten fe^n? Ober toaren bie Ädnujfe ber Bai^erifd^en CBi== 

f(^6fe gegen baö ffatoifd^e Äird^entl^um in 2Äd^ren unb $annonien 

2) ®a biefe 5!§atfad&e von alfen neuern ®cfd)i(|)tfci^reibern S36ftmen5 aU 
unBeflritten anerfannt imrb, fo qtnn^t ts, bfe ^Wcinung ber ünfritifd^en ^tU 
tcrn : So^men fiaht üor (Srric^tung be« *$rager S3i^t()um^ ^u SWd^ren, atfo ;jur 
^ird&cn^roüinj ÜWet^ob'ö gefjort, unb beg^alb fei) awä) in So^en ber f(an>ifci&e 
dtiin^ etnl)eimif(l6 geivefen — einfad^ alö 3rrt]^um ^u be^eid^nen, üon bem 
felbfl Slffeman nid^t frei toar, hjenn er (Kalend. III. 169 s.) alfo ft^rieb : 
Idem denique Methodius tamquam Slavorum omnium in Bohemia , Moravia et 
Pannonia inferiori degentium archipraesul „presbyteros et diaconos, seu cujus- 
cunque ordinis clericos, sive Sclavos, sive cujuslibet gentis, qui in provinciae 
legibus Moravorum Svatopluco ejusque filiis subjectae finibus consistebant (ut 
scribit Joannes VIII. Papa), ordinandi polestatem habuit" : ordinavitque etiam 
in Bohemia sub ducibus Boriwojo et Vratislao, quemadmodum tradit Duhra- 
Wtt*, inquiens : „Diu satis Bojemi a privatis sacerdotibus sacrorum religionis- 
que disciplinam percipiebant". Nimirum tamdiu, donec Bohemis Episcopus a 
Sede apostolica concessus fuit . . . Nam antea tarn in Moravia, quam in Bohe- 
miay romano quidem ritu, sed sermone slavonico sacra peragebantur, inducente 
hunc morem Methodio etc. 

3) @. §. 16.'(£. 69. 

4) SBir motten nid&t leugnen, bag bie ©^l^men ^unbe öon ber in SW&ftren 
geBr&ud^lid&cn f(an)ifd^en ©otteöbienjlfeicr Batten ; aber e^ fann in Srage c^ejiettt 
»erben , oB ©ofitDo^ unb fein ©efolt^e , baö mit i^m im 3. 879 »on SWetBob 
getauft würbe, bcn flatelfdBen ©otte^bienjl auö eigner Slnfd&auung fannte, ba 
am $ofe (£tt)ato|)tuf'^ Bei ber geringen ©ortieBe beffelbcn für bie flawifdBc SWeffe 
ber ©otteöbienfl kteinifd^ gefeiert tvurbe. @. §. 20. @. 83 fl:l^ 

9* 



132 

ttma^ fd^on Idngjl QJergangeneS? <Bu toaren ijielme^r grabe je^t, aU 
8ontoo5 bic ^aufe ijon aWet^ob genommen f)attc, in i:^r l^eftig^eö @ta^ 
bium getreten*). aHufite bie ^aufe beö ^6^men^er^ogö bur^ ben ben 
Ba^erifc^en ^ifci^6fen fo unlieHamen aWet^ob ni^t im aftegenöBurgcr 
33ifc]^ofe bie 33eforgni|i toecfen, .n)ie aHa^ren bem 8ifd^ofe i)on $ajfau, 
fo f6nne auc^ i^m ^6^men ijerloren gelten? D^ne 3h)eifel. Unb 
mu^te biefe S3eforgni|i nici^t aU' feine ffiaci^famfeit aufrufen, bieß ju 
ijer^uten ? Un^reitig. 

2lBer bem 33if(^ofe Don aiegenö6urg flanb afö fiarfer ^üter gegen M 
Einbringen eineö fremben ßtementS in feine Bol^mifd^e «beerbe bie fefle 
fird^Iid^e Orbnung jur @eite. 9fu§ ^olitifc^en toie religiofen ÜÄo^ 
ti^en toaren bie ^ol^men toeit entfernt, fi(i^ bem firc^Iid^en aiegimcnte 
beö Olegen^Burger 33ifd^of8 entjie^en §u n)oITen; unb fo galt e3 für 
biefen nur, bie gefe^Iic^e Orbuung ju l^anb^aBen. Äraft biefer (onntc 
unb burfte aBer in ^ol^men lein ^Jriejler fein 9fmt Dcrnjälten , ber nic^t 
\)om SflegenöBurger 39ifci^ofe unmittelbar bie ©enbung, ober, fo er an* 
berönjol^er gekommen, i)on bemfelBen tvenigfien^ bie ®ene:^migung pr 
9tu§u(»ung ^)riefier(id^er Functionen er^^atten i)atte^), SBenn nun ein 
ffahjifd^er S^riefier nac^ 396^men gekommen h)äre, fo unterliegt eö nit^t 
bem geringjien Bt^eifel, ba^ ber 0legen0Burger 33ifd^of biefem unter 
feiner 39ebingung gemattet l^aBen ipürbe, nad^ a^^ett^ob'ö -ffleife flatoift^ 
ju liturgiren'^); unb bem batoiber :^anbelnben $riejier toürbe unfe^l^ 
kr unb ungefdumt bie 39efugni^ entjogcn hjorben fe^n, bie a)ieffe ju 
lefen. 

3)a^ aBer gegen ben SSBiUen beS 33if(]^ofö bon SflegcnöBurg bie 



5) ©. §. 15. ®. 65 f. u. 17. ©. 70. 

6) @^ tt»ar in Sol^men nic^t anbec^ aU in bem ^^annonifd^en 9(ntl)ei(e bct 
(Salj\bnraer 2)ioccfe : Tunc dedit Privvina presbyterum suum, nomine Domini- 
cum, in manus et polestatem Liuprammi archiepiscopi , et Livvprammus iili 
presbytero licentiam concessit in sua dioecesi missam canendi; commendans 
illi ecclesiam illam et popiilum procurandum sicut ordo presbyteratus exposcit... 
Neque presbyter aliunde veniens plus tribus mensibus ibi ausus est colere of- 
ficium , priusquam suam dimissoriam episcopo praesentaverit epistolam (Cod. 
p. 54. 57.). @ben fo tüax c>5 in 936^men nid&t anberö ciU in SWa^ren, fo lfln(|e 
tiefen gur ^affauer 2)iccefe get)6rte: Pataviensis episcopus civitatis, in cujus 
dioecesi sunt illius terrae populi ab exordio christianitatis eorum, quando vo- 
luit et debuit, illuc nullo obstante intravit, et synodalem cum suis, et eüam 
ibi inventis, conventum frequentavit, et omnia quae agenda sunt potenter egit, 
et nullus ei in faciem restitit (Cod. p. 69.). JDie oben 9lotc 2. ertvd^nte ^n; 
ftd^t be« Dubravius (53ifc^>of üon Olntufe t 1553, in f. Historia bohemica. 
Prostannae 1552 fol. Basileae 1575 fol. Hannoviae 1602 fol. Jrancof. 1687. 8.): 
Diu satis Bojemi a privalis sacerdotibus sacrorum religionisque disciplinam 
percipiebant — \^ ^ang un^iflorifc^; benn ^rieflet, bie ganj unablfe&nj^ig »on 
einem S3ifd&ofc, auf ibrc ^aufi ^in in ^öo^men gehaltet \)hiitn, ^(Az^ bort 
feit 5(nbeginn be^ ©()riften glauben 6 nic^t. 

7) @benfo mic ©onftantin unb 3WetI)ob jid^ an bic in aW&^ren berr; 
fc^enbe latcinifd&e Liturgie Ijalten mußten, to^brenb baö Sanb gut ^Baffauer 2)iO' 
cefc geborte, e. §. 7. 5«ote 12. (S. 42. 



133 



flalpffd^e Liturgie Umgang na^ ^6^mcn nid&t getoann, lag ijorjugö* 
»eife an ber 0Utdt, mit iüeld^er bic ganülie unb )}?ac^fommen ^Bori* 
lüO^*ö bem :Banbc8^ifc^ofe guget^an gchjcfen gu fe^n fd&elnen, h)le 
auöbtücflid^ ^on «öer^og SÖengel ferid^tet toirb^), ber an ber e^rifiiani:» 
jtrung feineö Äanbeö e(>en fo rafiloö al8 fegenreic^ arkitete®). 3)a{i 
aUt in berv^^at feinerlei Cßerfud^e ijon üKd^ren ^er gemad^t tourben, 
bie flaiDifd^e ISiturgie nad& 936^men ju Deri)|Tan jen , bafür jeugt baS 
S(t}xciUn ber Ba^erifc^en ^ifci^6fe an $. Sodann IX. Dom Sa^re 900*°). 
^enn toaren bie fird^Iic^en ©ereci^tfame beS SflegenSturger 33ifc]^ofö üBer 
336l^men auf irgenb eine 3Beife angctafiet hjorben, fo hjürbe ^ifc^of 
^utto unb bie gu i^m fie^enben anbern Ba^erifc^en 5Bifd^6fe jic^er 
nid^t unterlaffen l^aBen, biefen $un!t aU ©egenfianb Befonberer 33e* 
fd^toerbe uBer bie Qtnma^ungen ber OKa^rer ^eröor^ul^eBen. 3^r gänj^^ 
n^eö ©tidfd^iDeigen ^ierüfer ifl ber fiJrec^enbjle'^eiüeiö, ba^ in 936^^ 
men Qtlleö nad^ romifc^er Sßeife in Drbnung toar, alfo ber ©otteSbienfi 
auöfd^Iie^ndl^ lateinifd^ gefeiert iüurbe. 



§. 35. 
2« Hon @tt{4tung bed fraget Si^t^umd Bid inB tilftt Sa^t^unbett. 

@6en fo hjentg Begegnen h)ir einer ©i)ur beS flatoifc^en 3iitn^ in 
336^men; feit mit 3upimmung Siegen 06 urgö^ ein eigene^ 33i0t^um 
im ^anbe gegrünbet h>urbe. 



8) Cosmas 1. I.: Vir Dei Wenceslaus, dum carne viguerat, nimio eiim 
(Ratisponensem) coluerat, utpote patrem spiritualem et benignissimum prae- 
sulem. Nam et praesul Michael similiter hunc sibi adoptaverat in filium di- 
lectissimum , tum saepe instruens timorem et amorem Dei, tum saepe mittens 
ei sua donaria, quibus maxime illo in tempore indigebat nova Ecclesia Christi. 
Scriptor. rerum bohemicarum Tom. I. Pragae 1783. p. 40. ^m S^lamen bcö 
SÄegenöburger ©ifc&of^ \)ai fic^j freiließ dofntaö ücvgtiffcn, inbem 5DHc^>ael erfi 
im" 3. 944 ben @tu^t \)on ^Icgcnöburt^ bejiicg; er ^attc S3if(i&of 3fen(^rfn, 
ben SfJad^folgcr S^utto'^, im @iune. (5. Dohner Annal. III. 024 ss. unb IV. 49. 

9) <S. bie auefuftrltcä^e, eben fo grünblit^e al^ fc&one (Sd^ilbcrung bcffcn in 
spaTacf^, ®efc^. I. 201—210. 

10) Cod. p. 68 SS. 

1) Sffiie @argburg unb ^affau ber ©rric^jtung bev Äirti^envroüin^ ÜK&()ren? 
»Pannonien ^m^ bem @tanbpunfte be« alten ^irc&cnrct^t^ entgegentraten (f. §. 14. 
sjlote 1. @. 60.), fo vereitelte ba^ 2Diberfireben SÄegcnöburg^ auc§ lange bie 
?^emü^>unacn für ©runbung beö fraget 33{^tl)um^, bi^ enblic^ nad^ bem *Xobc 
bc^ S3iWöfö [Wicidacl (972) ber l). 2öolfgang ben €tuljl bcflfeg, beffen ajjofto^ 
Hft^e ©eftnnung qe^en bie «Stimme feinet ita^itelö ^u ©unjten ber S36^men 
entWieb, toic bie Vita S. Wolfgangi apud Mabill. saec. V. Bened. p. 986 (bei 
Dobner Annal. IV. 214. unb »;paladf^ ®efcif>. I. 228 f.) er^Wt: Inter tanta 
pietatis studia videtur pandendum, quid etiam famulus Dei fWolfgang) egerit 
super gente Poemorum. Haec namque gens, noviter per christianam imbuta 
Mem , sacrilega idola, licet tepide, abjecit, sed quomodo catholicam exseque- 
retur religionem , quando caruit pastore , prorsus ignoravit. At medius Otto 
Caesar (Otto II. aU ÜWitregent feinet S3ater^ Otto I.) divinae cultor praeci- 



134 

^le Crri^tung cincd eigenen 93idt^um8 in einem rein flatoiWen 
iani>e, in einem flleid^e i)on fold^em Umfange, toie if)n bamalö ^6^* 
men unter 53oIeftan) II. f)atU*), fonnte aderbingö ben «&4m)tern bet 
(ateinifd^en Äird^e bie ^eforgnifj na^e legen: eö f6nnte :^ier In biefem 
neuen i»ifcl^6fnc^en Sprengel, ber jld^ iiBer lauter flatoifd^e HnUx, 
barunter SWÄ^ren, erfirerfte, bie 0?euerung jTatoifd^er ©otteöbienflfeier, 
bie i)or ^unbert Sauren fo gro^e 33etoegungen ^erborgeruf en , toieber 
$la| greifen, menn ein bem ffamifd^en aiituö anl^dngenber ©eifllic^e 
auf ben neu ju erri(ttenben 33ifc^oföfiu^I er^ot»en tourbe. 

9tl§ ba^er «&erjog 93oIeflato feine bitten um Srrid^tung eine^ 
Hfc^>6flid^en (Btn^U in feinem meidl^e an Sodann XIII. Brad^te'), 
na^m ber ^ap\t, bem bie ßrhjeiterung unb (Sri^6^ung ber Äird^e am 
«§erjen lag, biefelkn ^it freubigem ^an!e gegen ®ütt auf, unb ge* 
ne^migte fraft feiner ai^jofiotifd&en 5(utoritdt bie Srrid^tung eine8 ^1=^ 
fc^oföjffeeS in ber Äir(^e beö ^. 33eit ^u 5Jtag*). 2t6er er unterließ 



puus religionis, a gloiioso duce Heinrico (vjon S3a^ern) ceterisqiie fidelibus 
est interpellatus , ut qiiod apud ipsam gentem inchoatum esset, pro domini 
amore regali potestate perageret. Talibus igitiir petitionibus Caesar libenter 
assensum praebuit. Sed quod Poemia provincia sub Ratisöonensis ecclesiae 
parochia exlitit, peragi non potuity nisi ipsius antistUis praesidio. Unde rex 
legatione missa ad episcopum petiit, ut acceptis pro parochia praediis in Poe- 
mia, sibi liceret episcopatum efficere. Tunc vir Dei niniium laetatus in bis 
quae dicta sunt sibi, primates suos convocavit, exquirens ab eis consilium, quo- 
modo Caesari conveniens redderet responsum. Ulis autem, ne petitioni tali 
consentiret, unanimiter consiliantibus dixit: Pretiosam igitur margaritam sub 
praedictae latentem provinciae terra conspicimus, quam ni venditarum compa- 
ratione rerum non acquirinms. Ideoque audite quae dico; ecce ego me mea 
que omnia libenter inipendo, ut ibi domus Domini per corroboratam seil, ec- 
clesiam stabiiiatur. Haec ergo memorans consensurum se Caesari remandavit. 
Cumque tempus peragendi concambii venisset, tanta favit alacritale, ut ipse 
Privilegium componeret. 

2) (g. hierüber ^Jalacf i) ®efc^. I. 226 f. 

3) ^ia^ bem 3cu9nfffe be^ 5^apflc-^ burc^j feine €d^tt)eftct 2WIaba (Cod. 
p. 79.), i)on ircld^cr Cosmas 1. I. bcridtitet : Hujus fuit germana soror, nomine 
Mladtty virgo Deo devota, sacris litteris erudita, christianae religioni dedita, 
humilitatc praedita, alloquio bianda, pauperibus et orphanis fautrix larga, ac 
omni morum honestate decorata. Quae dum causa orationisRomam veniret, benigne 
ab Aposlolico suscipitur : ubi tempore aliquanto degens, monasticis sat disciplinis 
imbuitur, et ad ultimum dominus Papa suorum Cardinalium consilio, imo vo- 
lens novac Ecclesiae benigno subvenire suffragio, consecrat eam Abbatissam, 
mutato nomine, Mariam, dans ei sancti Benedicti regulam et abbatialem vir- 
gam. Scriptor. rer. boh. I. 47. 

4) (Sie tourbe \)om i). fficn^el txhant, aber erjl na6 beffen S^obe »om 
Dlecjcnöburöer 53if(i&ofc confecrlvt. Cosmas (1. c. p. 39 s.) nennt irriger Söeift 
(f. §. 34. 9iok 8. @. 133.) aU (^onfccratör ben f&i^6)of 3nid^ael. Dobner 
(Annal. III. 624 ss. IV. 49.) fe^t für bie 6:onfeci:ation ba« 3. 933 an; ba aber 
Cosmas fo umftdnblid^ eq&b(t, bie SBeifje ^aht erfl nac^ bem Xobe be« 1^. 2öen; 
i^el ftattgefunbcn, fo fann bieg nur im ^. 939 gefci&eljen fe^n, tocil nur in bie; 
fem Srtftrc ber 22. September auf einen «öcrrntag pel, an »elc^em nac^ nlU 
Fivc^lid^em ®ebrauc3^e bie Sßei^e einer ^in-^e vorgenommen n>urbe. 



135 

aud^ nid^t in bem an bcn »&erjog gerid^teten Sd^relBcn*) mit U^oiu 
berm S^ad^brutfe ^erboqui^eBen : berfelSc folle, nid^t ben ®e^ 
l6raudben unb ber ©ecte beS S3ulgaren« ober €luffeni)oU 
feö, ober ber 9?euerung ber fIan)ifd^en@i)rad^e(ieim®ots 
teöbienjle, fonbern luelme^r ben ^inrid^tungen unb 
@a|ungcn beö ai)ofionf d^en (Stu^Teö folgenb, ju bem i>i^ 
[d^oflid^en Qtmte jur 93efriebigunq ber gan;;en Jtird^e 
einen tüd^tigen, i^orgüglld^ lateinifd^ geBifbeten ©eifis 
liä) en hid:^ren*). 



5) Cod. p. 79 s. 

6) Verumtamen non secundum ritus aut sectam Bulgariae gentis vel Ruziae, 
out Slavonicae Unguae, sed magis sequens instUuia ei decreta apostolica, unum 
potiorem totius Ecclesiae ad placitum eligas in hoc optis Clericum, latinis adprime 
lüeris eruditum (Ibid.). 2)i€ Unüerf &tf d&t ftcit bfefe« <B^tt\UU, ba« aU 
baö crfle v>cm a^oflolifcfeen ^MU in betreff SBol^mend auic{t<\anqtm 2)ocu- 
ment ein i)oi}t^ Sntercffe in 9(nfpruc^ nimmt, ifi me^rfad^ in 5l6rcbe gejieKt 
n?orbcn; aber, tric ic^ barj;ut^ini ^offe, mit Unreci&t. 5(I(c gegen bie Sntet^rit&t 
biefeö ^j&Jjfllid&en (Sd)rcibeni5 »orc^ebraci^ten ^ebenfen finb iDeqen ber angeffi^r^ 
ten (SteKe beffelben erl^oben Sorben. Um bieferSBorte tt»iICen l^ielt guerfl 9(ffe^ 
man (Kai. III. 169 s. : quemadmodiim Cosmas Pragensis ex depravato ejus- 
dem Joannis Papae diplomate tradit) ba<J ®cbrcibcn für Vjerfdlfd&t ; aber auö 
feinem anbern ®runbc, a(ö ireii er meinte : Nam antea (uor Stiftung beö $ra.' 
(jcr SSisitbum^) in Boliemia, romano quidem ritu, sed sermone slavonico sacra 
peragebantur, inducente hunc morem Methodio, et permittente Joanne Vlli. 
Pontifice. S3efangen üon biefem 3rrtbum (f. §.34. ««ote2. @. 131.) mugte 
i^m freilidb ba« v^VWcbe ©(bleiben »erfdlfdfit bunfen; benn einem fajt ^unbert^ 
iibrigen ^ejianbe bei? ffatrifdjen ^Irdbentrefen« im ganbe ge»^enuber, ben er 
irriger SBeife annaf)m, bunften ibm mit JRecbt bie SBorte be^ 5^at>fleö unerfl&rj: 
lidb, ttj&()renb fie im ^ici^fe ber (lefdbidbtlitiben SBa^r^eit üoUfommen Ffar jtnb. — 
?^ubitfd&fa (c^ronol. ®ef(^>. III. 8.) flieg ffcb an ben SBorten: „secundum 
ritus aut sectam Bulgariae gentis vel Ruziae"; benn bie Bulgaren fei)en eben 
bamalö bem romifdben JÄituiJ ergeben, bie 9tufTen aber nodb Feine ß^briflen ge^ 
toefen. 5lber $ubitfdbfa ifl in offenbarem 3rrtbume; benn bie Bulgaren 
toaren feit 868 fort unb fort aucb nocb in biefer ditü bem bi)gantinif(ibcn ^xxi 
dbentüefen unb @cbi^ma jugetban, h>enn aucti ber (Srgbifdbof ber 93uigarei feit 
c. 925 unabi^&ngig üom iPatriard^en i>on (S^onftantinoiel »ar (iDoüinger a. 
a. O. I. 338.). fea^ aber bie fÄuffen betrifft, fo reichen befanntUdb bie 9(n^ 
fdnge be« dfjriftentbum^ unter ibnen über ba« 3. 988 hinauf, unb fie gingen 
ebenfaltö öon Si)üang aU (JDoUtnger ebenb. ©.336.). — j)ie angefodbtene 
stelle be« ^)&^flKdben ©d^reibcn^ \)h\i alfo baö geuer ber fritifdjen «Prüfunj^ 
red&t tooftt clm^. 5(Iieö, toa^ fte enthalt, fonnte ber ^a^^ft fagen, mit ©infdblug 
felbft be« „vel Ruziae gentis"; benn bie ®reni\cn be^ boljmlfc^en 9teici^.8 unter 
33oIefrah) II. erflredFten ficb fo njeit nad) Ofien, bag aucb bie m&c'jjtigen 33ef)err? 
fd^er 9luglanb^ in ^itxo ber S3oBmen unmittelbare 9Jaci^barn »aren ($aladfj) 
®cfd^. I. 226.); bem bi)jantinif^en ^ird&enwefen aber roaren bie $&^fle mit 
^ti^i nici&t bolt>* — ^«^ „Slavonicae linguae" be« (Scbreiben« gebt auf bie @la^ 
»en Sfirienö unb 2)almatienö, unter benen nacb ?Wetbob'^ 2Beife ber ©otteö^ 
bienfl gefeiert tourbe. 2ßenn 9iom, nadf> C?inbeit ber fiiturgie auf bem ©ebiete 
ber ganzen abenbidnbifdben J^irdf>e flrebenb, unter ^. Sodann X. bort fo fr&ftig 
bem flamifcben ilircbentt»efen entgegengetreten h>ar (f. §• 30. (S. 118.), fo fann 
eö 9^iemanben befremben, bag 9J. äoTjann Xlfl. ^jer, n>o e« ft(i^ um \>k ®rün^ 
bung eineö neuen 53i^tbum^ in einem rein flah?if(i^en ^tx^t b<inbc(te, ben W«>vt? 
bejianb be^ lateinifc^en J^irdfienmefen^ in bemfelben ^umabren 



136 

CWad&bem bcr $a»)|l ein fo nad^brutflld^eö SBort gef^rod^cn ^atte, 
h)ar bcr ßinfu^rung bcr flamifc^cn !^iturgic in 86^mctt ijon @cite fcu 
ncr Äird^ctt^äu^tcr eine unüferficigüd^c @d^ranfc gefcfect. 

Oflö baö 93iÖt^um bon $raq im Sa^rc 973 burd^ SulTc 5^. 39ene^ 
biet VI. errid^tct toar^), ftcl bic 3Ba^I bc8 ürd^^rid^ geflnntcn 'öerj^ogö, 
iüie beö gefammtcn Jtleruö unb bcr ©roficn bc8 l^anbcS auf bcn biir4 
93crebfamfeit unb njiffcnfd&aftlid^e Q3ilbung auögcj^cid&ncten fd^jlfc^cn 
gK6nd? unb ^Jrc^C^^tcr ^itmar, bcr i)om OKainjcr (SrgBifd^ofc bic 35cs 
fiätigung unb fflci^c cr^iclt^). DSfc^^on er bcr flamif(^en @^)rac^e 
ijollfommcn mdd^tig h>ar, fo fam c8 tocbcr U)m noä) einem feiner fflad^s 
folger (^TbalBcrt, fT^ibbag, (Sffarb, «Öi^o, @eöeruö) Don 
gerne in @inn, bic ^crrfd^cnbe Iatclnif(i^e SuItuSfvrad^c au^ bcn Jtir^ 
c^^cn ju ijcrbrdngen. 

aBdrc aber au^ einer biefer 93ifc^6fe i)erf6nli(^ für bic flatoiWe 
©otteöbicnjlfeier eingenommen gen?efen, — flc in feinem ©v^^cngel in« 
gcBcn einzuführen bürfte er faum im «Staube genjefen fe^n. 2)enn er 
njarc ©cfal^r gelaufen, feincö 9tmte8 o(» folct)er Steuerung burd^ bcn 
a)letro^oliten \)on a}ialnj unb feine @uffragan6ifc^6fe entfe|t gu toc^ 






fuc^tc, inbcm er bic @rrid&tung be^ bift^cflic^jen ^inhU \n ^nxci an bie ^c- 
bingung fnuvft, ba^ nur ein bcn ^nftttutioncn bev romifc^cn Ätrt^e unb bcm 
Iatetnifcl)cn JWitu^ ^ulbigenber ©ciftlid^c jum 33ifc^ofe neh)&{)It trerbe. — ®enn 
aber JDobrotttffi) (^Jefd^ic^jtc ber bcfjnt. (S^rat^e unb Literatur, ^rafi 1818. 
@. 50.) bcbaui^et: (X^ofma^ ftabe ben bem 5^. 3ot)ann XIII. gugcfd^ncbenen 
33rief an 33oIef(au> conci^irt; benn mit bem 3ufa^c : „Verumtamen non se- 
cnndum ritns etc." babc er bcm $. 3o^ann (5tttta^ in ben SWunb gelegt, »a^ 
crjl gu -feiner Seit ©regor VII. 9DratifIah> »erboten batte — ; fo toaUtt ein tv 
bcblitfjcr llnterfc^jicb ob'girifcbcn bem SScrbotc ©reaor'^ VII. an 9BratifIan> (Cod. 
p. 91.), unb bcn ©orten »ß. 3obann XIII., bicein äue^brucf bcö 9?crtrauen6 
^ur fircf^lid^en ©cfinnung 53olefIan> II. finb, ber, iucilcr t>a€ ®t)^xhqt 
ber 3eitücr()&UniiTe an fid^ tr&gt, fic^ aU i>ottFommen glaubhjürbig unb unwr- 
fdifcbt (baraftcrifirt. — d^enn biefcn Semerfungcn gufolae bie Stcci&t^eit unb 
Uni>crfalfcl^tbeit beö php^iidjtn €(^reibeh<? an^ innern ©rünbcn (i^ barte(|t, fo 
iü fie »oUenb^ burd^ ba^ i>erl&füge 3eugni§ be^ ©ofma^ lieber gejlettt. 2)ic^ 
fcn cbriicfjen G^f^roniflcn (f. über ben ^crtb feiner d^ronif ^alaä\), SBürbi« 
gung ber alten bM)m. ®cfcbi(l)tf(brciber. $rag 1830. 6. 20 ff.) bcfcbulblflcn, 
er f}abt ben fraqlici^cn 33ricf concit>irt, b. b- er fe^ auö feinem ^o^fe unb 
feiner ?^eber, nic^jt au§ jener be^ ^a^ftce (^cfloiten, ^altc icb für ein um fogrc* 
^crCiS ibm angctbane^ Unred)t, al^ er gcrabc Ui SD'?itt()eifung biefeö ©riefet 
auöbrucfiicb ft^ für bie 5(ec^tbeit unb Integrität bejTcIbcn mit bcn SBorten ver- 
bürgt: Soror amantissima (r>it üon 9tom aU 5(ebtiffin SWaria jurücffebreube 
@(btt>eflcr beö «^crjogä) insuper Utteras ex parte Aposlolici sibi directus obtulit, 
quarum formula hujxismodi fuit (Scriptor. 1. c. p. 48.); benn biefe eben fo bcut^ 
lid^en aU bebeutfamen SBorte laffcn bo(b feine anberc 3(u^Iegung jju, alö bfl§ 
ber Q3ricf bcö $avfie(J genau feinem SDortlautc nacb ^on Sofma« mitge; 
\S)t\\i hjerbe. ^ergt. ^alacf ^'ö aßürbigung @. 26 f. 

7) JDer fritifcfte 3)obner l^at baö 93erbicnfi, ba« hjabrc ©tiftung«ta^r bc« 
5Jrager S3i^t^um5 in f. Annal. Hagec. IV. 213 ss. fcfigcfleUt ju ^a^tn. 

8) Cosmas 1. I. 1. c, p. 49 s. 



137 

bett'*)^ unb eö unterliegt feinem Stodfd, baß €lom biefen 35efd^Iuß 
Bejldtigt ^aBen toürbe. — eine fold&e 9'?euerung fammt i^ren unauö^ 
HeiBIid^en Solgen toare jebenfalTö eine fo ^ebeutungöbode ^^atfa^e in 
ber ©efd^id&te ber jungen J^ird^e 536^men§ getoefen, baß i^r ©ebdd^tniß 
nid^t i^itU erl6f(j^en fSnnen. JDer gdnjtid^e SÄangel einer aud^ nur 
fernen Slnbeutung eineö folci^en Sactumö Bei bem dftejien Bö^mifd^en 
e^roniflen (SofmaS gitt beß^alB bie fiebere ©etod^r, baß Jteiner ber 
genannten ^rager 53ifc^6fe fld^ mit bem ©ebanfen trug, bie flah>ifd^e 
©^rad^e an bie ©teile ber lateinifc^en Beim ©otteöbien^e /ju fe|en. 

§. 36. 

$Die flatotfd^e Siturgie toirb burd^ 3lbt ^xotop in ba« bon t^m 
gegrünbete Älojter an ber ©äjatoa eingeführt. 

3)aß Bei bem Im J^anbe l^errfc^enben lateinifc^en ßuItuS boc^ in 
ijielen ©emüt^ern QSorlieBe unb 9'?eigung für bie ffeier beS ©otteöbienpeö 
in flahjifd^er @))rac^e büV^anben hjar, ifl Begreiflich. ffioHte aBer eine 
fold^e *J?eigung ^a8, h>ofür fle Brannte, hjirfüd^ in bie Zf)at unb Inö 
ktUn fe|en, fo mußte ber ^rdger berfelBen ein SRann bon ©eifi unb 
^atfraft fe^n, ber j!d^ gleici^hjie burd^ feine fird^lid^e (Stellung fo aud^ 
burd^ bie ©unjl unb aHad^t beS »&errfc^erö baju in ©tanb gefe|t fa^. 

einem fold^en üKanne Begegnen h>ir im eilften Sa^r^unberte in ber 
«Perfon be« B6^mifd^en ?(Bte8 ijjrofo^). 

©d^on ju Seiten beö »^erjogö Ulrid^ (1012—9. 9^0b. 1037) :^atte 
fld^ namlic^ ber auö Sl^otoun*) im Äaurimer JDecanate jlammenbe 
^Jrofo^, ein burd^ ®ei|i unb (Stellung ^erborragenber 5ßefti)riefier*); 

9) SWet^ob mar aU unaB()&ng(ger, nur bem ^a\>^t untergebener, er^bifc^of 
in einer anbern Sage. 

1) Chotoun, fjtut ^u Xac^t im daflauer J^reife, S3cgirf .^auflm. 

2) (S»)&tere Duetten tt)otten miffen, 53rofoj) l^abe feine 53ilbung am 20^0 ej- 
rab gch)onnen unb an ber bortigen <St. ßlemenöfirc^e ^a^ ^Jdejleramt »er? 
hattet. ©0 eine an& bem (Slawifd^cn in^ iBatein uberfefetc ßegenbe: Videntes 
ejus (Procopii) praeclari genitores pueri tantam gratiam . . commendaverunt 
eum in caslro Visegradensi Magistro liberalium litterarum studiis . . ubi tunc 
temporis famosum Studium Sclavonicae linguae vigebat. 3n einem alten SWif^J 
fale ^ci§t e« : Erat S. Procopius . . a beato Cyrillo (!) sclavonicis apicibus epi- 
scopo imbutus, in Wisegradum a parentibus nobilibus ad scolas ad litteras ap- 
positus. ^ev ^efuit ©rugcr (Georg. Crugerii Saeri pulveres regni Bohemiae, 
menses Januarius — October. Litomyslli, 1668 ss. 8.) : A. D. 1053 Procopius 
Confessor Eremita et Sazaviensis monasterii Abbas . . Antequäm benedictinum 
cucullum Brevnoviae indueret Procopius, Wissehradi ad s. Clementis sacerdos 
Sacra administravit (f, W. Hanka, Sazavo-Emmauntinum Evangelium nunc 
Remense. Prag. 1846. p. III s.). 2Öenn au(^ nid&t \vi Be^meifeln ift, "iXi^ am 
Söij^'el^rab öor ©rünbung be« floUegiatftifte« (1070—1088) burdf> SBratiflanj bie 
(Jlemenöfirc^e flanb, fo mag bodö ber SBejlanb einer berühmten ©d&ule für fla? 
»ifd&e Sitteratur gu Slnfang beö ll.^a^^r^. bafelbfl in Sfage gefieUt »erben fonnen. 



138 

In eine toalbige (5in6be gurütf gebogen , um j!(^ bon aller UeBungen 
ber afcetifc^^en i&etenötoeife aU ^inflebler gu Befleißen. 3)ort fanb l^n 
eineö ^ageS ber bem Vergnügen ber 3agb nad&gc^enbc »öergog, ber 
ben frommen (Sifer beö aWanneö Betounbernb flU^ bem ©eBet^e bejfel* 
Ben em^fal^I unb i^n ju feinem ^eid^töater erfor, ben er i?on ba reiti^* 
li* unter jlufeteO. 

ajon biefer 3eit an \)erBreitete j!c^ ber Stuf $rofoi)'ö hjeit unb 
Breit, unb fc^>aarenn)eife ^>ilgerten bie ^ewtc ju il^m, um fld^ feinem 
©eBetl^e ju emjjfe^Ien. ^urd^ bie reit^Iid^ gef:|)enbeten D^jfergaBen bct:» 
felBen fa^ j!c^ ^rofo») Balb in @tanb gefegt, im 3. 1032 an ben ^au 
einer Jtir^e gu e^ren ber ©otteögeBdrerin unb So^anneö beö Käufer« 
gu ge^eU; fo toie einige gleid^gejlnnte trüber mn fld^ gu berfammeln, 
bie er auf bie {Regel bed f). 3Saterö 33enebict öerVftid^tete unb aU ber ®e* 
ringfle unter i^nen leitete^). 

^iefe 9fnfdnge einer Älofierfiiftung eri^ielten unter Sretifrah) 
(1037—10. San. 1055), bem @ol^ne unb i>?a^foIger Utrid&'ö, im Sa^re 
1039 il^re ^äodenbung. 2tuf irieber^olteö einbringen beö J&ergogö mu^te 
$ro!o)) enblid^ toiber ffliUen bie 5Q[5ürbe unb- Surbe beö Jtloflerregi:» 
menteö üBernei^men, unb er tourbe i)on 33ifc]^of @e\)eruö aB 2(6 1 
i)on @ajah>a'*) Benebicirt®). 

5rBt ^rofoj) Jüar e8, ber fein Jtlofier jur @tdtte einer Bebeuten* 
ben 0?euerung im Jtir(^enh)efen 336^men8 machte, inbem er bafelSfi 
nad^ ber 3Beife a»et^ob'ö ben ©otteSbienfi i n flahJtfd&er 
@!|3rad^e ju feiern Begann. SBie fam er aBer ba;;|u, in fein Äfofier 
an ber @ä);ah)a biefe liturgift^e 0?euerung einzuführen? 

$ro!o^) toirb un^ alö ein geBorner 936^megefc]^ilbert, ber in ^O:» 
l^em ®rabe mit ben 5DenfmaIen ber öon (S^rill inö !&eBen gerufenen alt* 
flan)ifc^4ir*lid^en ^itteratur, b. i. mit ben i)on (S^riH unb OWet^üb M 
@lah)ifctie üBerfe^ten .^irc^enBud^ern (aKefBuc^, Olitual unb 33rei)ier) 
flc^ i^ertraut gemad^t f)atU''), 



3) dftronif beg a)^?en(i&ei ü. <BaLiam (f. ^alacfi), SBürbigung k. @. 46 ff.) 
in Cod. p. 80 s. 

4) Cod. p. 81 s. 

5) Säzawa, aud^ Äloflcr beö l). *ßrofo^ genannt, lan an ber @tctte OJa^- 
larfi), Popis krälowstwi^cesköho. «ÜB ^ra^c 1848. <B. 221.) be$ heutigen Budy 
cerne, ©d^ivaqbuba im Qiapauer J^reife, 33ejirf ^oljlianoiric. JDer glufi, ben ber 
Snkrpotator be^ ß^ofmaö Amilobuz nennt, ifl bie 6ä^an>a, m\(i)t am Äfoflcr 
üoruberfl[o§ unb bemfelBen \)tn ^Warnen gegeben f}ai. 

6> Cod. p. 82 s. 

7) Slavonicis litteris, a sanctissimo Quirülo episcopo qiiondani inveutis et 
statutis, canonice admodum imbutus (Cod. p. 80.). @ö ifi bemerfcn^n?ert^, ba§ 
ber Tlhn6} »cn 6äjaroa über ben ivabren Urheber ber flamifd&en <Sd^rift unb 
firc^Hctien Sitteratur (f. §. 33. ©. 129.) \t>oi)l untcrrid&tct ift. — 2ßenn «Palacfi^ 
(inf. aöurbigungu*. @. 47.) frafjt: lüo aber lernte ?Jrofop bie flan)ifd()c 
:&iturgte felbjl fennen? — fo beanthjortet fici^ biefe grage »on felbft, it»enn 
anä) gan5 \)erfd^ieben nac^ ber verfd^iebenen l^iflorifd^en $(nf(^auung über ben 



139 

Unjtoeifel^aft tvax eö ^oqugUd^ biefe Vertrautheit mit ber flatoi^ 
fd^en l&iturgie, toeld^e ben in fo ^o^er SSere^rung 6ei feinen fianb^Ieu* 
Un jie^enben Sinflebfer bem «öerjoge Vretiffart) ungemein em^fa^f. 
^enn biefer^ ber SÖieber^erfieCfer ^o^menö, firette in06efonbere bar:» 
naä}, bem beutfd^en Oleid^e gegenükr biefelte ©tufe ber ©elBfianbigi» 
feit hjieber gu erringen, bie fein ©ro^üater, 33oIefIart) IL, t>e]&au:|)tet 
l^atte. 2113 ein fel^r geeignete^ aWittel gur ©rreid^ung biefer ^)oIitifci^en 
SeI6fianbigfeit mu^te il^m i)or -Mem bie f ird^Iit^ e (Sefttflänbigfeit unb 
UnaS^ngigfeit feineö J^anbeö üon einer beutfd^en üKetro^JOIe erfc^einen; 
unb hjie einfi aiafiiölan? ^on ^&f)xm, fanb auc^ 33retifrah) bie (Sin* 
f Irrung ber ffahjifd&en «S^jrad^e in bie Seier beö®o tteö* 
bienjieö Befonberö bienlici^ unb f6rberli(^ gur ^Durdfefü^rung feinet 
^Jlaneö^). SBie er jld^ ba^er in JRom um bie ßr^ebung ^ragö jur 



©eflanb ber ffaivifci^en Liturgie in S36^men. 9Benn ber größte Jtenner ber 
®ef(^i(ibte f&hi}mtm nod^ bie (®efd&. ». ^Böhmen I. 338.) au^cief^jrod&ene ^m 
ftc^t fcfi{)Mt: ,,JDer flatrifd^e 9iitu^,ber feit SWct^ob'« unb «orlirol)'« I. Seiten 
in S36^men neben bem lateinifd^en, obgleid^ »(elfad^ anqefeinbet, M \>nx6) be^ 
^olUe ®unjl ermatten, fd^eine enblic^ in ber gn?eiten ^dlfte be^ 11. Salferi^wn? 
bertg auf feine 3u jlud^tfi&tte , ^a€ MU^tv an ber (gäjauja, allein befc^r&nft ge^ 
n?cfen ju fe^n" — fo fjhtie natürlich ii)x gufolge ^roFoV) in ^Sg^ftmen felbfl bie 
nid^fte unb befte ©clegcnfteit gehabt, bie flahjifdje IMtuniie ane Slnfc'jjauung fo? 
toobl aU au^ ben im ^anbe »or^anbcnen flatuifd^^Iiturgifd^en S3ftd^ern fennen 
gu lernen. 2)a aber, nne ic^ gegeigt, biefer Slnfdjiauung alle aef^ic^tHd^ be? 
qrunbeten 58erb&Itniffe n?iberfireiten,* fo fann bie 5(nfh>ort auf biefe Wracke, ioo 
^rofoj) bie flairifd^e Liturgie felbft fennen lernte, nic^t anberiJ lauten, aU : nic^t 
in ©o^men. too üor ^$Yohp feine @^>ur be^ ffan^ifd^en JRitu^ gefunben hjirb 
(Kopitar : Certo est certius , Bohemiam ab olim pertiniüsse in Ecclesiasticis ad 
episcopatum Ratisbonensem, nee unquam domi audivisse missas slavicas, nisl 
ex a. 1030—1096 in monasterio Sazavae — in SWifloftdb ftah). 33ibr. @. 74.), 
fonbern ein.^ig unb aliein von Ungarn ober »om abriati fd^en lüften? 
lanbe ber fonnte er ^ur ^enntni§ beffelben (gelangen, mit fonfl nin^enbö feit 
33eginn be« 10. 3abrf)unbert«-bie flan^ifc^e Liturgie' beimifcb \mt (f. §. 29. 30. 
(S. 113 ff.). Ob $rofoi) felbfl, ba er norf; „in seculo praesbyter" mar, biefe 
^cnntnig hti ben (Slamen in Ungarn ober Serien unb ^almaticn fid& erworben, 
unb öon bort flah)ifd&?liturctifdf>e (S^obiceö mit nadb S36bmen gebrad^t t)at, ober 
ob er f!df> \)on ©lagolitcn, bie man na* 336^men rief, in ber (Sd^rift unb Mix^^ 
d^enfprad&e berfelben unterricbten Heg? JDie 9(ntmort in ber fofgenben 9Jote. 
8) «Palarf^ (®efd^. I. 278.) conftatirt biefe ^Idne Sfetiffan»'^ mit ben 
aöorten : „<S))ricbt niä)t fcbon ber üom fad^flfd^en Stnnalijlen erm&bnte Umftanb, 
ba§ man ben romifd&en ^of üor 1041 um ©rrid^tung eine« ©rj^bietbumö in 
536i)men anging (quod Severus — pallium apud Apostolicum — sibi usurpare 
vellet), beutlidji genug für fold^c $l&ne? Unb foUte benn aud^ bie fo entf(i(>ie? 
bcne ©egunfligurifl ber ffamifd^en i^iturgie in S36l)men, fo mie bie ithtut^amt, 
in SSo^men fonft beif^jieUofe JDeJoife auf ©fetifiato'« SWüngen: „5/. Clemens" 
gar nur jufdWig fep?" — 3n ©rm&gung beffen irrt man tt>of}l n\ä)t, mnn man 
bie Öinfu^rung beö f(amifdf>en ©otte^bienfte« bem «Öergoge alB bem 2:rcibenben, 
unb $rüfo^) aU bem ©etriebenen gufd^reibt. O^nc ben m&d^tigen ^öelflanb bee 
^ergog« mar bie @ad^c fc^Ieti^t^in nid^t inö 2Berf gu fe^en, unb meber bie fla? 
mifdi» ? liturgifcben ©fidler, nod& ftamifd^e SWond&c für 336(>men gu gewinnen. 
SBcnn .Äo^jitar (a. a. D.) fd^reibt: S. Procopius coloniam monachorum sla- 
vicam ex Hungaria, ul putatur, adduxerai; unde verisimile est, eos a vicinis 
Ruthenis attulisse scripturam cyrillicam ; non tarnen cerlum, quum ex alia parte 



140 

flrAlid^en ܻettoj)oIe hmaxi, fo toax bcr Sreunb ber flatoifc^en gitur* 
HH Um{ii)t, bem (Sremiten ^Jtofo^) bur^ ^r^ebung jur SBürbe etneö 
216 tc^ eine folc^e ürd^lid^e Stellung in QcUn, toeld^e U;n in Stanb 
fe^te, be6 «öergog^ unb feinen 3Bunf(^ burd^ ^infu^rung ber flaiDifd^en 
Liturgie unte^inbert ju erfüllen*). 

<So tourbe ba§ Jtlojler 5Jro!o^)'d an ber ©äjahja eine ^titU, an 
toelc^er ber ©otteöbienjl in flatoifd^er (Bpxa(f)e begangen hjurbe, tod^« 



benedictinae fuisse regulae cum ipso S. Procopio perhibeantur , potuerintque 
etiam e Dalmatia advenisse, utentes scriptiira glagolitica — fo ifl bicfe 9((tcr; 
naHv>e, oB bie f(ah)ffc3^en SWcnt^e audUnnatn ober bem J^ufienlanbc famen, 
eine ^a^t ber atlergr^gten !lBebeutung. ^enn totnn bie SD^onc^e ane Ungarn 
qetronnen würben, fo waren ii)xt Uturgifd^en S3uc^er nac^ «r ie(^i feiern 91 i; 
tuö, »eil bie .bortigcn flamifd^en J^lofict griec^ift^e üWcndje inne Ratten. 
2)enn — »ie (Safarif (©(agolitffc^c Fragmente. ?Pragl857. @. 58f.) f*reiBt 
— „niä)t lange naä) ber Seftfe^ung ber SWag^aren pnbcn wir bort eini^ie 
gr&fo5ftahjif(^e Älofier unter bem ©d^iifee ber J^onige üon Ungarn unb ber 6us 
i^rematie be« $avfled, namentU(i& in ©edprim, SD^Iegrab, (Ifanab, 9(rab, \>kh 
lei^t audt bei S'leitra auf bem S3erge Sobor u. f. w. 3m 3. 1204 bemerft 
*p. ännocentiuö in einem Schreiben an J^g. Gmericb, bag ftc^ in ber ®eqenb 
t»on @umeg nur ein lateinifd^eö Älofier bepnbet, h?&(>renb bocb mehrere griet^i* 
fd^e J^lofter bort'fei)en (licet unum sit ibi Latinorum coenobium, quum tarnen 
ibidem sint multa Graecorum). Gnblici^ im 3. 1221 befiehlt $. 4»>n«>riu^, in 
bie ^htti gu aßtt^egrab in ber QSefprimer ^iocefe (latt ber vjon Siliert t)er bort 
anfÄffiaen gried^if(?^en SWcnc^e lateinifd^e einjjufu^ren. JDenn bcn Sluebrucf mo- 
nachi Graeci glaube i^ um fo mebr berechtigt ju fei)n auf ben 9litUi3 gu be<ic; 
ben unb buri^ Slavi gu beuten, aU e^ in bem p&jjfiHd^en <£(breiben an % 
@meri(b '^eigt : „Nee novum est nee absurdum, ut in regno tuo diversarum na- 
iionum conventus uni domino sub regulari habitu famulentui*," at^ baö 95olf bort 
au @(awen, nicbt ©ried^en, befianb, aB ficb ?^rofo))'^ flawifd^e ÜWond^e 1055 
au« Sägawa ba^iu fludjleten unb 1061 »on ba toieber gurucffamen, unb al^ 
nacb ber 33erfid^erunn meine« geehrten ^reunbe«, be« «&rn. $a(acfi^, ber 9(u^- 
brutf Slavi ober slavinica lingua in einer Urfunbe im r^mifd^en 5(r(^i\) in S3ej 
gun auf biefe J^I6ficr wirflid^ üorfommt". J^amen aber bie 3W6nd&e civii bem 
Äuflenlanbe, fo waren i^re J^ird^enbüd^er nad& lateinifci^em 9litug. — 
<r)a nun bie »on 3Jrof. Dr. J&ofler im Oflo». 1855 aufgefunbenen , aud bem 
(Sägawerflofter unfireitig fiammeiiben glagolitifti^en f^tagmente (f. ben 
Slnbang II.) nac^ bem Ürt^eile ©afarif '« (a. a. £). ®. 42.) „«Beflanbtbellc 
öon (iturgifci^en Sudlern nac^ griec^ifd^em 9litu«" finb, fo fd^eint berfeibe 
in €äi^awa beinüfd^ gemefen, unb burc^ bie gr&coflawifd^en äWond^c avi^ Ungarn 
eingeführt worbcn gu fe^n. 

9) Jöifd^of (5c\)eru« üon ?Jrag, ber mit bem •^ofe auf febr gutem gugc 
ftanb, war naturlidfi mit ber ®acbe einöcrfianben , unb e« lajlete auf i^m, bem 
^a)[>fie unb SWainger aWetro^Joliten gegenüber, feine SSerantwortlicbfeit wegen ber 
im ©ä^awcr Älofier eingeführten liturgifd&en 9leuerung. 3)enn fd^on Stapft 
ßacbaria« \)Ciiit im 3. 748 alle SBenebictinerfloiter ber biftboflid^en 3uriö^' 
biction entzogen (Baronii Annal. eccl. ad a. 748. Tom. IX. Augustae Vindel. 
1740. col. 235.), unb biefe @remtion war ber (Scbilb, Womit ©ifcbof (£e\^cru« 
flcb becfen fonnte; ber aber begbalb nur um fo flrenqer baruber toaä^tn mugte, 
ba§ ber flawifcbe ©otteöbienjl auf Sägawa bcfdbr&nft blieb unb in bie J^ircben 
ber 2)i6cefe feinen Eingang fanb. — JDa ^rofo^^ crjt im 3. 1039 gum mt er; 
boben würbe, fo tourbe aud^ erft üon biefem 3abre an bie Liturgie in Säjatoa 
flawifd^ geb<ilten. 



14t 

renb et fonfi nUxaU in 3J6^men nacl^ urf^rünglici^er SBeife lateinifd^ 
gefeiert hjurbe. 

@o groß baS Sluffe^en war, toelci^eS biefe 9?euerung erttjecfen 
mn^tt, fo toielfäftig toax bcr SÖiberf^jrud^ , ben jle uterall bort l^ertoor* 
rief, rt)0 man am firci^Iid^en J&erfommen ^iett. ffreunbe unb 33ef^u^er 
^atte bie D'^euerung nur am «&ofe ^retiflahj'ö unb an ben öon i^m aS^än* 
genben ®roßen bed l^anbeS; ja felSjl unter ben @6^nen beS «&erjogö h>ar 
ber ?feltefle, ©^Jitil^neto, i^r feineötoegö l^olb. ^Da^^er fonnte ^äf 
bem SlHe ^xoto)p bie ©efürd^tung na^e legen, bie er furj \)or feinem 
^obe (25. 3HÄrj 1053) gegen bie (Seinigen auSf^ra^: unter ber Ölegie*» 
rung «§erjog ©^jiti^neto'ö toürben bie flaiüifd^ liturgirenben aW6nc^e baS 
©äjahjaHo jler berlaffen miiffen ^°). 



§. 37. 

©))iti^ne^t) IL tritt ber flamifd^en @otte«bienjlfeter in Säjah)a 

entgegen. 

9frfo gefc^a^ auc^. 9?ac^ bem ^obe $rofo^)'d tourbe fein 9?effe 
SSeit jum 2t6te qttviilt^), bei bie liturgifc^e J&interlajfenfd^aft feineö 
Ö^eimö mit ader (Sorgfalt i^iUete. 2lBer fd&on am lo. Sanuar 1055 
ftaxh 39retiflan) gu (S^rubim*), unb @))iti^neh5 fcefiieg alö ber 3>üeite 
biefeS D'^amenö ben BS^mifci^en ^:^ron. ©etoaltig iwaren in biefem iun^ 
gen Sürfien bie flawifd^en ©^m^jatl^ien unb 2tnti))at^ien')) a6er 
no(j& jldrfer toar in i^m bie firc^Iid^e ©efinnung*), alfo bafi fle. 



10) Cod. p. 83 s. 

1) Cod. p. 84 s. 

2) Cosmas 1. II. 1. c. p. 127 s. 

3) 2)en fpred^cnbjicn ^öemeig beffen gab bie erfle 9iegierun(i«magregel @i)i^ 
ti^ne*»'«, \)ott toelci^er Cosmas 1. II. (1. c. p. 129 s.) fc^teibt: Prima die, qua 
inthronizatus est, hie magnum et mirabile, ae Omnibus seculis memorabile feeit 
hoc sibi memoriale. Nam quotquot inventi sunt de gente theutonicOf sive dives 
sive pauper, sive peregrinus, omnes simul in tribus diebus jussit eliminari de 
terra Bohemia. — Sntmcr^iu macj biefeö Slu^iteifung^ebict — toie fc&on Dohner 
Annal. V. 329. geltenb gemacht ()at — 5(u«na]^men fiiaum gegeben ^^fcAtxi) tt)enn 
aber ^alad'si (®efc^. I. 293.) ,,bctt fc'jjlagenbften ©cgenbcttei« jener Eingabe 
be^ Cosmas in ber %^ai^Ci6:)t finben toitt, \>(i^ <Sviti^ne''tv bie flamifc^en SWond^c 
\)on <Säjah)a Vertrieb, unb an t^rer ©teile bort einen bcutfd^en 9(bt ein^ 
führte"; fo fann i(i^ barin einen folc'jjen ©egenbcöjei^ au^ bem ©runbe nic^t 
finben, »eil bic§ eine firc^lidfie, üon allem 5f?ationcllen unabf)dngige Wia'^f 
regcl beö «&ergogö mar. 5lbt ^tii unb feine aWoncä^e mu§ten nid^t bel^alb njei^ 
(^en, h)cil fie ©tarnen maren, fonbern iücil jie fTamlfcft Uturgirten, unb an 
i^rc ©teile fam ein neuer 9lbt, nid^t meil er „genere Teutonicus" mar, fonbern 
meil er „latinae auctoritatis Abbas" hjar. Cod. p. 85. 

4) Cosmas 1. II. (l. c. p. 134.)-* Cujus inter caeteras virtutes hoc praecipuum 
Studium memoria dignum, posteris vero imitabile exemplum proferemus in medium. 
Talis enim mos suus erat semper quadragesimali tempore aut monachorum aut 
Canonicorum degens in claustro, eleemosynis vacabat, divinis officiis instabat, 



142 

too eö jld^ um ateligionö* unb JMrd^enfragen ^anbelte, bie nationett«n 
Neigungen unb ^6neigungen nid^t ju Qßotte fommen He^. 

33or biefcr flrc^Iid&en ©ejtnnung @:|)(tt^nrh)'ö fonnte ble liturgifd^e 
Steuerung ©äjatoa'Ö feine 33i(rigung finben ; unb h>ie toenig ber junge 
Surft if)X f)f>VD ]ct), toax lange i)or feiner ^^ronbefteigung fein ©e^eim* 
nifl. 5Dafi nun nad& berfeI6en bie im^&anbe, unb jtt)at in ben anbern 
^I6fiern (ju (Set. @eorg in ^rag, Q3reh>nüh> unb Dfiroit>), unter 
ber ©eijilid^feit unb am neuen «ßofe Befie^enbe D^:|)ofition gegen bie fla* 
toifd&e üJiturgie aW6alb (aut tourbe*), toar ekn fo natürlic^^, aU baß 
ber *&ergog, feiner eigenen UeSer^eugung unb bem i(;r entf^red^enben 
einbringen öon 9tuflen Solge geBenb, ber 0?euerung in ©ägatoa entge* 
gentrat, unb anftatt ber fTatoifcJ^en bie lateinifd^e JiJiturgie bort ju ge* 
traud^en gefot'). 

m f)atU biep biegolge, bafi ber mt 33eit mit feinen flatüifd&en 
a»6n(^en im 3a^r 1056 baö Äfofier an ber (Bi^aWa »erließ unb flc^ 
nadj) Ungarn toenbete, wof^in anä) i^r alter Sreunb unb ®6nner, 



vigiliis et orationibus inhaerebat, sie tarnen, ut ante mtitutinalem melodiam 
aut cum extensione manuum, aut cum genuflexionibus totam ruminaret psal- 
modiam. Post completorium vero ad instar monachorura servat silentium us- 
que ad primae Stadium. Et quamdiu jejunus fuit, ecclesiastica disponit nego- 
tia; post prandium autem secularia tractat judicia. Pelliceam autem episco- 
palem et tunicam clericalem, quam desuper induens in capite jejunii per totam 
quadragesimam gestabat, in coena Domini suo capellano cubiculario eam da- 
bat, bene et religiöse reputans, ut qui tempore poenitentiae particeps laboris 
iieret, in die magnae festivitatis non immunis abiret. 

5) 2ßic cinji SWet^ob üon feinen beutfd^cn ©egnern ber $&rcfie befd^ulbifit 
tourbc, fo üerbdd^tigtc man aucf) bie flamifd^en SWcncbe aU ^Srctifci^c (Scctirer: 
Abbatem et fratres ejus . . per sclavonicas litteras haeresis secta ypochrisisque 
esse aperte irretitos ac omnino perversos. Cod. p. 85. IBei Sß^rbfgung biefer 
SSefd^uIbigung barf aber ber Umfianb nid^t fiberfeftcn Sterben, bag eö §cd&^ waijv 
fd^clnlid^ gricd&ifci&?f(att»if(]^c Tlbnä)t maren unb ber in ^ä^attta Ijcrrfd^enbe 
mtu^ ber gricd^ifd&c (f. §. 36. 92ote 8. e. 139f.). 91un luar ober na* 
bem Xoht be^ f). ^xohp baö (Sci&iöma gtvifd^en ber romifd^en unb gried^ifcbeii 
.Äird&e n?ieber gu geiratfigem S(uöbrud^e gefommen, unb ber ©eqcnfafc ber im 
Sanbe r)errfc^cnben lateinifdjen iBiturgie ^u ber in ^äjatta cuttiöirten gried^i; 
fd^en mad^te jtd^ natnvliä) je^t fd^arf gcltcnb. 

6) @^ galt nur: latinae aucloriiatis abbatem et fratres constituere, b. 1^. 
ÜWond^c, toeld^c ben ^irdfjenbicnji u>ieber lateinifd^ verrid&tcn, cinjufe^en. 2)er 
50?6nd^ »on ^^atoa fagt beg^alb aud^ nid^t, bie flamifdjen SWondje feigen öon 
@^>iti^nett) \)ertricbcn hjorben. @ie gingen felbji (Vitus Abbas assumptis 
fratribus suis . . peregre profectus est in terram Hunorum) , njeil ftc ber Sor; 
berung beö «öcrjogg, bie jTamifd^e Liturgie aufzugeben, nic^t nad^fommen »ott-' 
ten. ©pitibnetD crfd^eint bIo§ aU ©egner ber @ad&e, nid^t ber ?Perfonen. 
3)ag aber biefc mit ber <^(i6i)t fid& ganj unb gar ibentificirten, n?ar iCjre, nidbt 
bcg -Öerjogg ®d&ulb. — 2)ie au^fd&lic|li(i& gegen baö $rofo^öfIojlcr gcrid&tete 
SWagregel ©^^iti^nett)'« ifl ber unumilogtidf^e SBemei^, bag in bcmfelben allein ber 
©otteöbienft flaitjifd^ gefeiert njurbe. — 2)ag übrigen^ ber (S'^roniji öon (gä^ahja 
mit ^t\\i unb ^seele ©latce unb affectüoHer greunb ber ffairifc^en Siturgic njar, 
lehren feine Sßorte. invidia etc. Cod. p. 85. 



143 

»Öcrjog äBratlfrato, in Solge beö Senüürfnijfc« mit (S^iti^nito ftd^ 
UQcUn unb M ^6nig Qtnfercaö T^eilna^me gefunben f^atW). 

5)er öon @^iti^nch) in (Sägatca eingefefete beutfd^e 5f6t, ber bie 
iBiturgte bort latelnifd^ beging, fonnte aUx im Jtlofier nicl^t l^eimifd^ 
werben ; eine toieber^olte (Srf^einung beö fellgen 5(6teö ^rofo^, ber 
il^n gule^t unfanft 6egru^te, bertriet if)n i)onbort; unb biefer Vorfall 
folT auf ben *&ergog einen folgen (Sinbrutf gemad^t ^afen, bafi er in 
feiner frühem 5fnfid^t ükr bie flatoifd^e lUturgie toanfenb »urbe®). 
aÖaS immer an biefer ^rjd^lung fe^n mag, gewig iji, bag, fo lange 
(B^iti^new II. regierte, bie flawifc^^e iiJiturgie an^ ^B^atoa Jjertannt 
HM. 

§. 38. 

Söratiflatt) IL jieUt ben flah)ifcl)cn @ottc«bten|i in ©äjartja 
h)ieber^er unb ^ält \\)n toiber ba8 93crbot % ®regor VII. 

aufregt. 

(5))iti]^nen) aBer fiarf fti^on, erfi 30 Sa^re alt, am 28. Sanuar 
10610; w«^ ^^^ nw" f^in trüber SB rat if law jjur 3legierung fam, 
war biefer alte @6nner beö @äjaWaflofier« al«6alb barauf Ma^t, bie 
©enoffen feineö el^emaligen ^ril8 jur StMU^x in bie *&eimat:^ ein* 
julaben, unb %bt ^^it, biefem 9lufe folgenb, ^og mit ben ©einigen 
in bie geliebte alte @tdtte ein*), unb wieber ertonten jie^t in @äjawa 
bei ber Seier beö ©otteöbienfieö ©ebetl^e unb ^t)mnen auö bem SKunbe 
ber aWSnd^e in altflawifd^er (B\>xa^e. 

Unter 5t6t a^eit (f um3 3. 1078) unb feinem 0?a(i^folger ßmme* 
ram erl^ob fld& baö Älofler ju immer groflerm 5lnfe^en'). 

@o fe^r aber aud^ Söratiflaw über @äjawa unb bie liturgifd^e 
@onbert^ümlid^feit beffelben feinen fd^ü^enben 5trm :^ielt, fo blieb bie» 
felbe bod^ feineöwegö o^ne 5lnfecl^tung; unb um ben fortwd^renben 5fn* 
griffen auf bie flawifd^e !?iturgie eine ©rdnje ju fefeen, fa^ j!cl) enblic^ 
ber »öergog bemüfflget, fld^ an ben :|)dvplic]^en @tu^l um Genehmigung 
berfelben gu wenben^). ffiratiflaw t^at biefen @d^ritt im Sa^re 1079 



7) Cosmas 1. II. ad a. 1055. 1. c. p. 132. Cotl. p. 85. 

8) Cod. p. 85 s. 

1) Cosmas 1. II. 1. c. p. 136! 

2) Cod. p. 86. 

3) Ibid. p. 86 s. 

4) Dohner (Annal. V. 483.) meint, cö fei? i)ie§ befonberd auf 5(itbringert 
be^ Wiit€ «ßcit felbft gefcbcben; »Palatfi? (®efci&. I. 338.) aber: ,>at)rfd&e(n^ 
Ii(^ auf SSerlaitgcn be'ö bo^mifc^en fianbtag«". (S^ bürftc ba^ @iitc irie ba« 
9(nbere ©tatt gcfunben b^beu. 



144 

unb fiÄ|tc benfeiten auf baö 33erfangen beö ungeBilbeten SSoIfeS, bem 
fromme 3Rdnner entfvred^en gu foden QtQlaubt ffitUn^). 

2t6et ber rSmifc^e <Biuf)l, ber feit längerer 3eit fd^on Bemalet toax, 
ble bamalö in ©Manien noci^ fcefJe^enben 2t6tt)e(d^ungen öon ber Siturgle 
ber rSmifd^en Äird^e ju tefeltigen, unb toefd^er öor iüenfgen Sauren 
unter ^. 9He.ranber II. auf bem Goncil ju ©^ijafato im 3. 1068 ben ®e* 
traud^ ber ffatoifd^en @:|)rad^e Uim ©otteöbienfie in 5Dafmatien unb 
Kroatien öer6oten iattt^), fonnte um fo Weniger geneigt feJ^n bem 5Ser* 
langen beö 536^men^er/^ogö — audi? toenn berfelSe in freunblid^eren 
^ejie^ungen ju 3lom gefianben toare, aU eö ber Sali h?ar — ju enU 
f^red^en, aU berfelbe fein 53ege^ren nidl^t auf bie einzelne Statte öon 
^i^awa tefd^rdnft, fonbern ganj im ^(Tgemeinen um ©efiattung M 
flatüifc^en 6ultu« in Q36^men gebeten l^atW). 5£)epal6 toieö 5^. ®re* 
gor VII. in einem 53rei)e an QBratiflaU) öom 2. Sanuar 1080 ®) ba^ 
^egel^ren beffelBen al3 ein uni)erfldnbige0 entfd^ieben jurürf, unb 
i^erlangte, ber ^erjog fode mit ader aWad^t biefer eiteln UnBe* 
fonnen^eit entgegentreten®). 

?taein ffiratiflato, ber fd^on feit 1075 ^n ^einrid^ IV. öon ^Deutfc^^^ 
lanb fld^ gefd^ lagen, ge^ord^te bem Q3efel^le M ^a^fieS nid^t, unb 
unter feinem (Bdtin^e liturgirte ^Bi^atoa fort unb fort flatcifd^, U^ baö 
Älofier feltji bur^ Uneinigfeit unb 3ertt)urfniß ber ©lieber mit bem 
^aupU bem flamifd^en Olituö baö (Snbe Bereitete. 



§. 39. 

(Snbe be« flan)if^en 9txtni in ©äjatoo. 

«uf ben aöunfd^ ffiratiflah)'« , bem ^einrid& IV. im 3. 1086 bie 
^6nig8frone i)erlie^en l^atte, tcurbe nad^ ßmmeram'ö ^obe ^ojeted^ 
jum 5t6te i)on @äjah)a getod^lt. 5Diefer War ein ungemein leutfeliger 
unb freigebiger aWann, ber eben fo meifier^aft ben 5^infel Ujie ben 
aWeiflel ^u führen, unb baö ©d^ni^en h?ie baö JDred^feln öerjlanb. 
aWit folt^er Äunjifertigfeit öerbanb er gewaltige 35erebfamfeit unb um« 
fajfenbeS ©ebdd^tniß, unb — hjar er baBei m(i) lüfiern nad^ 33olf3ru^m, 
anfvrud^8i)0ll unb auftoadenb — fo h)ar er bodi? ber i^ieBling beö kh^ 



5) 3Bic auö bem ©einreiben 5P. ®reqor VII. erhellt: „Quidam religiosi viri 
hoc, quod simpliciter populus quaerit, patienter tulerunt seu incorrectum di- 
miserunt". Cod. p. 91. 

6) ©. §. 31. <B. 121. 

7) Nobilitas tua postulavit, quo secundum Sclavonicam linguam apud vos 
divinum celebrari annueremus officium. Cod. p. 91. 

8) Cod. p. 90 SS. 

9) „Unde ne id flat, quod a vestris imprudenter exposcitur, auctoritate 
beati Petri inhibemns, teque . . Jmic vanae iemeritati viribus totis resistere prae- 
cipimus . . . Cod. p. 91. 



145 

nigö, bet if)n ben anbern 5(eBten offen i^orjo.q. Die frelgeBige ®un|l 
beS Ä6nlg« f)atU if)n in <Btan\> gefegt, Äird)c unb Äfofler ju emeU 
tern unb mit ©fang auöjuflatten ; baBci unterliefl er nic^t, aUm SJe* 
bürfnijfen beö f(6jietnd^en SeBenö feine (Sorgfalt gU;i;un)enben *). 

0?iti^tÖ bejiotoeniger eröob jld^ a6er unter feinen SRind^en 0?eib 
unb ©iferfud^t gegen i^n, unb an ber <B^i^e ber meuterifd^en Partei 
jianben öorjjuglici^ bie ^riefler 3)cmeter, Äanqn unb »öoliö, iüeld^e 
nad^ bem Sturge 33ojetecJ^'Ö einen SRann il^rer ©orte gum %bU erboten 
ju fetten :^offten *). 0?a* bem S^obe SBratifkttj'Ö ') trat bie £)ppo- 
)ltion offen l^er^or unb beflürmte ben 9?ad^foIger beffeU^en, ^retifku) II., 
mit ben tüiberf^red^enbfien JWagen unb 33efd^ulbigungen n^iber Q3ojetec^. 
2)a tt>urbe ber »&erjog enbfidb mit feinen ©ro^en ü6er ben 33efc^Jn^ 
einig, nici^t nur ben Hö^erigen 5(6t mit feinen 9W6nc^en auö bem 
«flo^er ju ijerhjeifen, fonbern auc^ bem fort unb fort angefoc^« 
ttnen ^efJanbe ber flatcifd^en Siturgie in <Ba^atva ein 
^nbe jumad&en. ®egen (Snbe M % 1096 mufiten bemgufolge bie 
flatt>if(^en ÜR6nd^e baö ^loftn räumen, unb fd^on am 3. Sanuar 1097 
txnannU Sretiflato, tefonberö auf ben ffiunfci^ be$ 5^rager 33ifd^ofg 
Sofmaö, jum tateinifd^en 5((>te öon ^si^atva ben a(Ö SRenfd^ unb 
DrbenSmann auögegeid^neten ^to^pfi beö ^enebictinerflofierö 33reh)noit>, 
5)iet^arb, tüefd^er barauf am 8. SRarj y?om 33ifd^ofe 6ofma8 bie 
^enebiction erhielt*). 

%i^ ber mue 9t6t in ^Bi^awa einjog, fanb er nid^tS aU f(an)ifd^e 
Äird^^enBöd^er i)or. 5Da fle nie me^r geBraud^t n^erben foHten, wur* 
ben fle vertilgt unb öernid^tet''). SKit ungeheurer 3Rü^e njur« 
ben bie gur Seier ber lateinifc^en l^iturgie unentSe^rfid^en *45öd&er 
^erfeigefd^afft; 5(6t S)iet^arb pU^U fl^ feftfl mit bem 9l6f^rei(>en ^a^ 



1) Cod. p. 87 s. 

2) Ibid. 

3) SIm 14. San. 1092 nad^ Cosmas 1. II. 1. c. p. 191. 

4) 35er ^W^ndö ». <Sä;;aira Bei Cosmas 1. III. (1. c p. 203 s.): Anno do- 
minicae Incarnat, 1097 dux Bracizlaus cnnctonini Primatum terrae collauda- 
tione et Pontificis Cosmae electione, cum magno gaudio titulum Zazovensis ab- 
batiae Diethardo Breunouensi Praeposito III. Non. Jan. imposuit, viro latinis 
litteris sufficienter imbuto, qui tunc in religione monachismi praeclarus habe- 
batur. Homo egregius, vultu decens, solers ingenio , animo gravis, moribus 
gratus, sermone cultissimus, ad loquendum parcus, infestus vitiis, tranquilissi- 
mus adeo, ut nee vultum ex gaudio, nee ex moerore mutaverit. A Praesule 
ergo Pragensi Cosma abbas VIII. Idus Martii ordinatus est. 

5) Ibidem : Idem abbas libros non invenit loco sibi commisso praeter scla- 
vonicos. Unb Cod. p, 88. : libri linguae eorum deleti omnino et disperditi. 
3)obrotoff^ u. S(. ubcrfefeen ungenau: ,,jerft6rt unb jerjlrcut". OTc biefe 
^ird&cnbüd&er traten mit glaqolitifd^er @d^rift gefd(>ricben, unb Fragmente* 
berfelben ffnb fn einem ber 33i6liot^cf be^ $rac}er aWetrotJoI{tancav>itelö ge^joren? 
ben (S^ober au« bem 11. 3at)r^unberte unl&ngft üon $ervn $rof. Dr. ;^6fler 
in $rag aufgefunben »orben. <Sie()c über bicfcn intereffanten unb tt?id^tigen 
^alaogra^l^ifd^en Sunb ben gujeiten Qln^ang. 

®iuje(, ®efci>. b. (Slanjcna^oflef ßtjvia u. aWct^ob u. l>cvf(a»v. üJiturftie. ■^'' 



146 

unb 9?ad&t, bingte 2t6fd^rei6er, unb faufte unb entlei^nte ble atternot^* 
teenbigfien ^ird^enbiid^er •). 

. Die "ontxkUntn fraiüift^en aWond^c irrten aU Sanbjireid^er um^ 
l^er, unb afö Einige ber »&au^taufh)iegrer reumüt^ig h)ieber in i^rem 
Älojier fld& elnfanben, tcurben f!e nur mit 0?ot^ aufgenommen; benn 
fle Jüaren ju ben Functionen beö ©otteöblenfieö ioie §u bem ß^orge* 
hüf)e, bie nun lateinifd^ Begangen tourben, nic^t gu gefraud^en^). 



§. 40. 

J)er [lart)tf(^e @ottc«bienfl im tlofier t)on (Smmau« ju $rag. 

(Seit biefer 3eit i)ergingen u6er britt^aft ^unbert 3a^re, e^e 
ber flatoifc^e atituö in Q36^men toieber einr @tdtte fanb. @ö mx 
Äari, ber @o^n beö Sodann i)on IBurenburg unb ber ^rinjefftn ®l* 
fafet^ i^on ®6^men (geb. 14. 9Wai 1316), aU ^aifer ber 3Sierte, ber 
große Steunb ber flatüifd^en Slationadtdt*), tüerd^er bie f(att)ifd6e ü-- 
turgie i^orjüglid^ um i^rer feltfi hjiden*) in fein geliebte^ SöJ^men 
ijer^jfTanjte. 



6) 35ie 6:^ronif \). (Säjatoa bei Cosmas 1. III. (1. c p. 2035) : Idem abbas 
libros, quos non invenit loco sibi commisso, praeter sclavonicos, ipsemet nocte 
et die immenso labore conscripsit, quosdani emit, quosdam scriptores scribere 
conduxit et omnibus modis acquisivit. 

7) Cod. p. 88.: eidem loco inepti; fie iuaren alfo, glcid^ ben croatifc^en 
®eijiUd&en im 10. Sa^v^unberte, fo untDijfcnb, bag jte felbft ber ^enntnij W 
Äir^eniatein ermangelten. 

1) Kopitar: Carolus, ex matre tantum bohemus sed, ut fit in neophytis, 
hoc ipso q)LXonoctQtdeGzsQog (SWif lof ici^, flahj. S3ibt. I. 74.). 

2) @r fvric^t bie§ giemtidö beutifcft in bem ©tiftöbriefe be^ (Sranjenflofler^ 
au^: qui (Abbas et fratres) divina officia in lingua Slavonica duntaxat ob re- 
verentiamet memoriamB. Jeronymi Strydoniensis Doctoris egregii, et translatoris 
interpretisque eximii sacre scripture deEbraica in Latinam etSlavonicam linguas, 
de qua siquidem Slavonica nostri regni Boemie idioma sumpsit exordium pri- 
mordialiter et processit, debeant futuris temporibus celebrare (Cod. p. 94.)» 
trorauö gugleid^ erl^elCt, bag ber unter ben fütjrlfci^en (Slawen naci& 1068 ent; 
ftanbene Srrti&um von ber Ueberfe^una ber l). (S^riften in^ (Biatt>\\ä)t burc^ 
.ben ^. *ieron^mu^,(f. §.33. (S. 124f.) aucj in ben gebtlbetjlen Greifen ^hh 

men^ get^eilt würbe. — ^atl maq immerl^in hti Öinfuljrung ber fiawifc^en 
Liturgie nod^ »on einer anbcrn 5lbf!(^t geleitet worben fe^n, weld^e ^aUdi) 
(®cf*. II. 2. mti). (S. 305 f.) alfo barlegt: ,,35ie ©runbung cine^ 35enebic^ 
tinerflojlerö für ben flaWif(i.'fat^oHf(i^en SÄitu« . . f^nnte leidet al« eine 
gwetflofe unb fd^lefe Üieb^aberei gebeutet werben: fie l&atte aber eine f}ol)t unl) 
weitau^feftcnbe S^ebeutung, unb eö lag eben nid&t an Äorl, bag jie biefelbc nlc^t 
erfüllte. iDie Union ber occibentallfcjen unb orientalifd^en, romifd^en unb grif? 
dfeifc^en Äird^e, \>it erft ^unbert 3a^xt naä} Äarl gum 3:()eil gelang, wuroe »oä 
ben $&p|ten uUxf^anpt fd^on feit 3ial)tl)unberten inö sfcerf i^u fc^en gcfuc^t. 
^arl bot bie ^anb bagn, unb fparte feine SWittel unb 6d^meicjelclen, »ornebm? 
(id^ ben m&c^tigen iDu^'an, ber ftd^ einen J^aifer ber (Serben nannte unb bei« 
na^e bie gange t^racifc^e »^albinfel unter feine .gerrf^aft qthvaäfi l^atte, H- 



147 

5fud^ ie^t fonnte ber 33orne6e beö t6^mifcj)ett aicgentcn für ben 
flotoifti^m aittiiö, tt)ir bamaB gut Seit be« 2l6teö S^rofo»), nirgcnbö^cr 
Q3rfriebigung fommen, aW auö bcn füblid^cn @fah)cnI4nbern, in betten 
jt^ feit ben Seiten ^. 3nnoceng IV. bie fni^er bort öerbrdngte jTatoi* 
fd&e !iJiturgie toieber toeiter unb toeiter öer6reitet l^atte; unb toU im eilf»« 
ten Sa^rl^unberte ffan^ifd^e aJi6nd^e au« bem Ungarlanbe i)on ^ietif(att) 
gum ©e^^ufe ber C^infüötung be« ffatoifd^en ßuftu« toaren getoon^ 
nen toorben'), fo toaren jie|t SJenebictinerflöfier in S>almatim, ßroa*» 
tien unb 33üönien Bereit, auf ben Oluf M SKarfgrafen Äarl ijon 
aWd^ren*) eine entf))red^enbe Sa^I i^rer ©lieber ju gleid^em B^etfe 
nad^ ^o^men gu fenben. 

Um feinen Sietlingö.qebanfcn inö Serf ju fe^en, toenbete jtd^ J^arl 
Ui feiner Slntoefen^eit in Sli^ignon im 3. 1346 an ^ap^ (S^Umen^ \l.^), 
toel(i^er im 33ertrauen auf bie äBa^r^eit ber öon bem aWarfgrafen gel* 
tenb gemad^ten t^atfäd^lid^en QJer^dltniffe®) in einem an ben @rj6ifd^üf 



für ^iu geirinnen. (9l(ö €tcj)]^an 35u^'an von Serbien fid^ bercittt^illig gei'gtc, 
jene Union angunel^men, fd^rieb i^m ^arl nod^ auf feinem SRomcrgugc i»on $ifa 
aü€ am 19. gebr. 1355 einen fd^meid&el^aften 33rfef, um i^n in biefem SBor^ 
fa|e ]^ü Wrfen. Si de cujuslibet hominis, cujus etiam gradus existat, propter 
identitatem humanae speciei, delectamur salute laelari ; de vobis tarnen singu- 
lariter, ut fratre carissimo, quem praeter humanae parilitatis consortium nobis 
regiae dignitatis honor fraternali diiectione parificat, et ^usdem nohilis Slavici 
idiotnatis participatio faeit esse communem , cum ejusdem generosae linguae 
suhlimitas nos felicibus auctore domino et gratis auspiciis parturiverit utrobique. 
Gr unterlieg nid^t, f!d^ unD i^m xaii ber änbeutung ®(ucf gu hjünfd^en, bag fte 
S3efbe flawifd^e (gtamni? unb ©vradjgenoffen im ^Begriffe fe^en, bie .gerrfd^aft, 
ber eine im romifd^en, ber anbere im gried^ifd^en fSlti^iit anzutreten, ©tc^an 
Su^'an ftarb aiitx fd^on im 3. 1356, al^ er eben auf bem fünfte flanb, feon? 
fiantinojjel gu erobern, unb bie S^urfen ben erfien Sm§ nad^ (Suro^a fefeten.) 
Sie flatoifdfjen SW6nd&e be3 Älüfter« foUten ben 3öcg baiu bal^nen i&elfen. 

3) €. §. 36. 9^ote 7. 8. ©. 138 ff. 

4) 9ll0 Äonig 3o^ann üon Surenburg bem ^ronjjringen ^arl im 3. 1333, 
tro^ bejfen 9(lter üon crji 17 3alfircn, bie oberfte ©emalt im ^iacLit anvertraute, 
befaW er i^m, fid& babei nur be« %\UU eine^ SWarfgrafen von ©Ul^ren 
5U bebtenen; benn e^ rodre bem erjt 37j&§rigen SSatcr fel^r gutt)iber gewefen, 
roenn man i^n, im ©egenfa^c ju bem @o^ne, fd^on ben alten Äonig ^t^ 
nannt W^t. 'Paladf^ a. a, O. @. 202 f. 

5) ^cter fRogcr, geb. gu (§,^(i\tcivi be SWaumont in ber 3)i6cefe 8imoge^, 
JBenebictinermond^, JDoctor unb 5?rofeffor gu %\xii, %hi von gecamj), bann S3i^ 
fc^of von §(rra^, f^nigiic^er ©iegelbenja^rer unb Rangier, ©rgbifd^of von @en« 
unb SÄouen, feit 1338 6'arbinal, irurbe ben 7. gWai 1342 ^um $«ad^folger S3e.' 
nebict XII. (f 25 $(ptil 1342) gcn)d()lt unb nannte fid& 6:iemen« VI. 35ie.' 
fer $a^ft, einfl (Srgie^er \>t€ 5ßringen J^arl am J&ofe von 5ßari«, beivd^rtc bie 
fru^ gefaxte ^itH unb Stnl^dnglid^fcit gu feinem l^oljen 3&glinge bnrd^ (Srftebung 
^ragö^m @rgbiöt^um fraft S3uUe Vom 30. Sl^jril 1344, burd^ a3egunjligung 
feiner SBal^l gum Könige von JI)eutfdf)lanb am 11. 3uli 1346 unb burdb bie gur 
@rri(^tttng einer l^ol^en ©d&ule in ?Prag am 26. 3an. 1347 ert^eiltc gacult&t. 

6) i)er *Pajjfi fj^rid^t bicfelben (Cod. p. 93.) in ben ^Borten: Signiflcavit 
nobis — esse noscantur au6 unb fugt l^ingu: Nos igitur de predictis notitiam 
non habentes etc. Kapitar (SWif loficj flah). ©ibl. 1. 75.) begleitet bie SJJotivc, auf 
xoti^t StaxX bem $a|)fte gegenüber fein ^ege^iren ftu^te* mit ber Jöemerfung: 

10* 



148 

5lrnefi loon $rag unterm 9. aWai bejf elften 3a^re8 erlaffenen <Bä}xtU 
Un'') gefiattete, ba^ frembe flamifdje 3H6nd^e mit ©ene^mlgung be^ 
^rjfifd^ofö in3J6^men fl(^> nieberlajfen, unb bort ben ®otteöbien|l 
nad& bem toom a^jofiolif^en <Bt\iiU üorldngfl gutgeheißenen 9lituö In 
flan)ifd^er@^rad^e feiern burften, — iebod^ mit ber 95efd^rdn!ung, 
bafi eine fofd^e *J?ieberlafi['ung flamifd^er ÜRJnc^e nur an einem ein* 
jigen jDrte 336^menö (Statt ^afen burfe®). 

J)iefem ))S))fHici)en ^^riöiregium entf))reci^enb fliftete benn ber miiU 
leriüeile gum »Könige öon ^eutfd^Ianb ertoä^lte Äarl fraft ber auö ^ürn« 
terg gegebenen Urfunbe toom 21. !}?oöemfter 1347®) an ber aufber9?eu* 
fiabt $rag gelegenen ^^farrürdje ber f). Kofmaö unb JDamian ein ,f(o* 
Hex, hamit in bemfelfen 33enebictinerm5nd^e in fTaiüifd^er <^pxa^e für 
imi^ertod^renbe Seiten ben ©otteSbienfi bei ^ag unb S^ad^t gum ®e* 
bdd^tttiß unb §u S^ren beö f), *§ieron^muö bort feiern, auf ba§ ber^ 
fette In ^6^men gleid^ioie unter feinem SJolfe unb in feinem Sßater^ 
ianbe immerfort öer^errlic^t unb fein berbienteö 5fnbenfen gefeiert 
tcerbe ^°). 

@o tourbe alfo biefeö Äfofier ^on @mmau3") bie <Btatte, an 
toelc^er bie f), SReffe unb baö S^orgetet^ na(i) bem romifd^en SiU 
tu$ in altfratoifci^er «Äircl^enf^>ra(j^e Begangen tourbe"); aber bie %h 



Prae se ferebat Carolus hu jus fundationis scopum, lucrandi lingua slavica nescio 
quos schismaticos in ipsa Bohemia ejusque confinibus ; sed successus ipse raon- 
stravit, illum ante omnia voluisse gratificari popularibus Bohemis, anhelantibus 
quid patrii propriique habere et in sacris, ut audierant olim habuisse tempo- 
ribus Suatopluci Moravos, quos illi falso pro majoribus sibi arrogabant. 

7) Cod. p. 92 s. 

8) Ibid. p. 93. : ^nvc^ bie S3cftimmun(^ „unum locum duntaxat" entfj^tad^ ber 
9Japflber SSitte^avl'^ nur in befc^rdnftcr QBeife, inbem biefer eine unbcfc^ranfte 
^Wieberlaffung ber f(aft)if(ben ÜWcncbe im gangen 9leid&e im ©innc l&attc. ®en 
*Pavfl leitete babei unjireitig ber 9iMbi\ä auf 6äjan)a, 'oasi in ber fird&Ii^en 
SSor^eit 336^men0 ebenfalTö bie.eingige <BthtU ber flott>ifc^>en ©otte^bienjtfeier 
geii^efen tt?ar. 

9) Cod. p. 94 SS. 

10) Ibid. p. 95. 

11) 2)a3 ^loficr l^ieg insgemein ba^ (Slawen? ober (Sloiuafenflofter, 
monasterium Siowacensium, Slowan, Slavorum, Slowanense (.§ 6 f I e r , ©cfcijiitit« 
fcibreiber ber ^ujttifci&en Jöetwegung I. Xi). in ben Fontes rerum austriacarum, 
Scriptores IL S3b. SBien 1856. ®. 4. 44. 361. 365. 416.). S)er 5namc em- 
mau0 fd&reibt M ^on ber bur(i^ ben ^^rager ©rgbifci^of Dcfo öon S^ lag im 
im X 1372 am Ojiermontage, \t>o h(i$ ©vangellum \jon ben naä) @mmau^ mh 
lenben hungern gefunden toirb, üol^ogenen fißt\f)t ber neuen ^lofierfird^e ier, 
ml^tv ber ^aifer (feit 5. $(^)ril 1355) Maxi felbjl beiwohnte. @. «ßubitfc^fa 
d&ronol. ©efd^. Jöoftmen^ 5. S3b. «Prag 1784. <B. 339 f. 

12) M, ^axl toieö im 3. 1356 bem €c^)reiber 3o^ann, ber bie jtotbigf« 
liturgifd^en ^uci^er (libros legendarum et cantus nobilis linguae slavonicae) für 
bie SWond^e fd^rieb, einen jd^rlicben ©e^alt an. 5)ie alten, guerß unb »ieKeic^t 
nod^mal« berufenen G^roaten, fiarben nacf) unb nadf) auö, unb man nal^m au« 
9htf) geborene ©oftmen inö ^lojier auf (2)obroh?ffi), ©efc^. berbo^m.^^racöe. 
^rag 1818. @. 53. 56.), toeld&e tro^l bie glagolitifd^: (Sd^rift, aber nid^t bie 



149 

ffd^t unb bet ffiide beö erratenen ©tifterö, bap bieg für immer unb 
etolg gefd&ei^cn fülle, tourbc nur aU^u frül^ burd^ bic u6er 536^men ^cr* 
einbrecfeenbe »^atafirov^e bcö *&uflti$mu3 gu nid^tc gemad^t. 

^Die »&ujlteit burd^ ben britten 2t6t, ^anl IL, Befdnftigt öerfd^on* 
ten 5h)ar in bem Saläre ber Äl6)lcr* unb t^ird&cnfJürmerci '*) ba3 Älo* 
fier ^mmauö; na^ bcni ^obe beffelüen 'ontxitUn jlc Jeboc^ bIc flatoi* 
fd^en !K6nd&e barauö. Unter ber »&errfd^aft ber Utraquijien tüurbe 
bag Älofler @i^ i^reö ßonfifioriumö; ber flatoifd^e ©otteSbienfl tourbe 
mit bem lateinifd^en i)ertauf(]^t, unb an ble ©tefTe ber altflaiüifd^en 
^ird^enlieber traten ced^ifc^e. 3m ^o'oemUx 1438 Ua^ten jtoar b(e 
lUraquiflen in 35afel aud^ baö 33erlangen nad^ ber Seier ber !i^iturgie 
in ber tol^mifc^en Sanbeöf))rad^e "oox, iDurbe^i aBer natiirlid^ mit 
bemfelBen afegetoiefen ^*). 

2Bar aii(^ bie altf(ah)ifd^e »^ird^enfvrad&e kim ©otteöbienfie in 
(Smmauö lanq^l öerffungen, fo tvax ba$ kioftn bod^ nod^ im 3. 1584 
mit flotoenifd^en Q3üd^ern ijerfe^en ^*) , öon benen fld^ eine Oleliquie in 
bem 6erü^mten (Si^angeliencober i)on SJ^eimö ") erhalten f)at. 



altflairffd&e ^ird^enfijrad^e erlernten, n?ie Äopüar (üWiflofi^ fl«»v. f&ihi. I. 75.) 
fd^reibt : Emauntes Pragenses, nt vides e subscriptione nostri codicis (Remen- 
sis) jam a. 1395 demortuis primis.et fortasse etiam secimdis e Dalmatia gla- 
golitis, assumtis novitiis natione Bohemis, lilteris qiiidem utebantur adhuc gla- 
goliticis, sed lingua non amplius ecclesiastica, sed bohemica vulgari eaque sat 
soloeca, ut fieri solet in talibus rerum adjunctis. 

13). CÄromcow Universitatis Prag, ad a. 1419 in «Öcfler, ©efc^id^tfcft. 
b. f}ufii. ©eiuecj. a. a. £). ©. 37. 

14) Inter peiitiones Bohemorum^ propositas in synodo Basileensi anno 1438 
mense Novembri, quas Aeneas Sylvius cap. 50. refert, septima haec fuit: 
„Item siipplicamus , ut siipra, quatenus ex eisdem causis vestrae Paternitates 
dignentur permittere, ad minus Evangelia, Epistolas et Symbolum in Vulgari 
in Missis et Ecclesiis coram populo ad excitandam devotionem libertari, legi 
et decantari. Nam in nostro linguagio Slavico, ex indulto Ecclesiae olim ab 
antiquo in Vulgari suo exercetur, etiam in nostro Regno". Responsio Patrum 
haec est. Ad septimam petitionem, quod illa est de directo contra compaetata, 
et ipsorum Bohemorum promissionem , per quam tenentur se conformare riti- 
bus Ecclesiae. Certum autem est, quod ritus Ecclesiae hoc non habet, ueque 
in ipsa Pragensi Ecclesia ante ista disturbia hoc fiebat. Unde justum et ratio- 
nabile foret, quod conformarent se ritibus Ecclesiae, et in hoc, et in Omnibus 
aliis compaetata efficaciter adimplerent, et tunc possent honestius a sacro Con- 
cilio petere, et rationabilius sperare" ( Assemani KaXend. IV. 222.). 

15) Lupacius (M. Procopii Lupacii, Hlavaczovaei , Rerum bohemicarum 
ephemeris, sive Kalendarium historicum. Pragae 1584. 8.) bei^eugt für baö 
genannte 3a!&r beim 29. SWdrg: Extantque etiamnum hodie ibidem libri hoc 
ipso idiomate (slavonico) conscripti — bei ^obrotuff^, .®efd^. b. bc^m. 
@pradbe @. 59. 

16) ^iefc berühmte, auf ^Pergament in flein Duart gefertigte ^anbfc^rift 
beftet^t au^ jtoei 5lbtl)eilungen , beren (Eine mit cDritlifci^en , bie 5(nberc mit 
glagolittfd^en S3ud&flaben gefiferieben iji. Ueber Urfjjrung unb 5llter ber 2 
%i)t\U be^ ©ober gibt eine, üon ben glagolitifci^en SWond&en be^ ^lofierö ©m.- 
man« l^errnbrenbe 6cJlugbemerFung ^unbe, ttjeld^e in toortgetreuer Ueberfc^ung 
be6 flatt»ifd&en %txit^ alfo lautet: ,,3a^r beö $errn 1395. § JDiefe 



150 

ßrfi im 5. 1593 jo^en lieber ftembe TOind^e [(atoifd^et 3wnge in 
(gmmauö ein, bie f!d^ aUx nur Bio jum % 1635 bort etl^telten. (5« 



@\)an(^cnen unb CJpf jlcf, lueld&e finb f^efd^ricben in flotocnifdjer 
©Vtad&c, bic foUcn fjcfungcn n?crben an Beirren 2:agcn, toann 
ber 2lbt unter 3nful bie SWeffe feiert. § Unb bie anbere Stbt^ei; 
lung biefer S3Mer, n?eld^e ift natb ruffifd^em JÄitu« (podle niss- 
keho zakona), bie f^ai (^efd^ricben ber b. ^tofo)p, ber STbt, mit fei? 
ner «öanb, unb biefe ruffif(i^e «&anbf(i^rift hat gegeben ber fe; 
ligeÄarl, ber\)lerte rSmifd^e^aifer^gurSSerberrliti^ung bie fem 
Ä( öfter, unb gur @bre bem f). ^ieron^mu« unb bem b- Srofojj. § 
JDer «öerr irolle i^m (^^h^n bie etrige fRntjt S(men". @ona(b »ar 
ber gtagülitlfcbe Xf^tii beö (Jober, von ben 3W6ncben in (Smmane gefcbrieben, 
im X 1395 fcrtici ; ber cDriHifcbe 3:beil beffelben aber toarb \)on ÄarllV., 
ber iftn feinem ©latDenfiojier verehrte, fo toie »on ben aWonti^en beifelben fk 
ba^Sfuto^ra^jb i>«^ b« 3Jrofot)»on ^a^ama gebalten. 2öaö fagt bie Stxiiil 
gu biefer irabitlon be« 14. 3abrbunbert«? Sßenn e« mit ©runb faum inSlb; 
rebe ju fteUen fet^n burfte, ba§ biefe ^anbf(brift bem elfften Sabrbunberte an? 
gebort, wofür foh?obi ber Ö^^arafter ibrer cj^rit(if(ben ©d^rift aU ibr mit bem 
geitc^flu« be^ oftromiriftben ©ober \)om 3. 1056 ubereinftimmenber 3nHt 
fpricbt, fo erbebt bo(b bie biftorifcbe Ärltif geredete 33ebenfen gegen bie SSer- 
fi(berung: bie ^anbfcbrift flamme auö ©ä^awa unb fe^ »om b. 5^rofo^) felbjl 
gefertiget. Senn bie fiawifd^en ^ircbenbucber in Sä^anja itaren n\ä)i mitci); 
rilUfcber, fonbern mit glagolitifd^er ©cbrift gefcbricben (f. §. 33. unb 36. 
@. 124. 139 f.), unb U>cnn bort ein »om b- ??rofo)j (t 1053) fclbji gefcbriebener 
©ober vorfianben geirefen, fo rodre er im 3. 1096 bem aligemeinen @(bitffa(e 
ber fiahjifcben ^ircbenbucber »erf allen : libri linguae eorum deleti omnino et dis- 
perditi (Cod. p. 88.). Ober Xolxt ba^ 3(utograj)b bc3 b- $rofop ber SBernicb- 
tung aiicin entgangen: iffc ti glaublicb, bag feine ©rifteni^ burcb voKe brei 
3abrbunberte in Q36bmen ganj unbefannt geblieben, h\i ÄarllV. e^ au« ber 
tieften 93erborgenbeit berttor^og? Sem na(b ^laldogra^^bifcben ©d&i^en begie; 
rigen ^errf(ber, ber fo glöcflid^ n?ar, im % 1354 gwei Duaterne bed b- SWar? 
fueeöangeliumö \vi gewinnen, ba« »on ber ^anb be^ @»angeliffcen gef(brieben 
fei)n folite (f. ^alacfi) (Defcb- H. 2. Slbt^. ©. 328.), fonnte freilid^ für fein 
@lan?enFloficr feine fojibarere 9leliguie angeboten toerben, al^ ein (§\)angelieR; 
unb ©piftelbud), ba« ber b- ?Jrofo>j felbji gefcbrieben b«be. — 3u biefem nn; 
f(b&febaren ©efcbenfe be^ .^aiferö fügten bie 3Won(be v»on @mmau« bie, ira^r^ 
fcbeinlicb Von ber 'öanb beö faiferlicbcn €(b6nfcbreiber« 3obann ($)obrott»fft> 
@ef(b. ber b6()m. (Spraye. $rag 1818. (S. 53.) mit glagolitifdjer @(brift 
gefcbriebenen fiectionen bingu; ber gan;^e ©ober würbe gebunben, ber ©inbanb 
mit @olbble(b überwogen unb mit ©belfieinen unb SReliquienbiltern befe^t. 3n 
fold^er ©efialt biente bic§ ^leinob gum feierlicben ©otteöbienjie in dmmau«, 
Big e« in bie $inbe ber «öufiten fiel. Söie fam baffelbe na(b 91 beim«? Sffia^r^ 
fd^einlicb auf bem weiten Umwege über ©onfiantinovel. 3n bem Inventar ber 
Äofibarfelten ber SiZotre^Same^^lrd^e von Ütbeim«, ba« 16ß9 au« dltern^nveH? 
taren erneuert Würbe , beut e« ndmlicb von bem @mmau«cober : Item , un liuvre 
dans lequel sont ecrits les Evangiles en langue grecque et siriaque (baneben 
von viel fpdterer $anb: selon d'autres eu sciavonique); du donde mondict 
seigneur cardinal de Loraine faict la veille de Pasques 1574. I celui couvert 
d'argent dore d'un coste auec plusieurs pierres et cinqiie cristaux sous lesquelz 
sont plusieurs reliques, scauoir une croix du bois de la vray croix et des reli- 
ques de sainct Pierre et sainct Phi'ippcs apotres de sainet Silvestre pape^ de 
sainct Cyrille , de sainete Marthe- saincte Margucrite , de TEspagne et de la scin- 
lure Nostre-Seigneur aux quatre coings sont les figures d'argent emaille de 
laigle, de Ihome ledict Hure provient aussy du Tresor de Constantinople et on 
tient venir de sainct Hierom et pese six marcs six onces. Sie <!^uftten, getrie- 



151 

^(ng mit ber nad) UeberiDtnbung bed $roteflant[dmud im !^anbe burd^^ 
jufu^renben tatf)OÜ^ä)tn 0leform beö JMrd^entoefenÖ gufammen, bafi m 
bem qtnannttn 3ar;re ber f(ah)if(^e ©ottedbienfl in (Smmaud 
abgefd^afft, b(e a»6itd^e in ba« J^rofJer beö ^. 3f?iHa« auf Ux^lU 
flabt t>erfett, unb in ^mmauö firengerc ^cnebictinet bet aWontferratet 
Kongregation au^ @))anien eingeführt ttjurben "). 

<Bo f)atU benn bie ffatoifc^e ©otteöblenflfeier in S6^men im eilf^ 
Un toie im öierjel^nten Sa^r^unberte, auf @inen Ort tefd^ränft, einen 

htn öon i^tcr 9(bnefgung gegen SÄom, festen j!dj ndmlid^ (m3. 1451 'oütä) ben 
M. ©onjiantin 3(nglicu« in 93erBinbung mit bem fd^i«matif(i^en ß^onflantino^ 
\>tl, unb mögen aU ^tmtie i()rer @i)m)?at]^ien mit 9^eu;9tom unb jugleld^ aU 
befledjenb ©efc^jenf bem ^atriard^en ben (Jober überfd^icft ^aben, unter «&in; 
tt>ei^ \)orgugli(ä6 auf ben tu ff if(^ gef(i&riebenen Xi)tii beffelben (Epistola Con- 
stantinopolitanae Ecclesiae ad Bohemos. Vittebergae 1564. Chytraei Oratio 
de statu ecclesiarum hoc tempore in Graecia, Asia, Boemia etc. Franeof. 1583. 
p. 261. Rerum bohemicarum scriptores aliquot insignes Marquardi Freheri. 
Hannovlae 1602. p. 235.). 3n ^t^jan^^ blieb bcr (lober ein ganjeö Sa^rbun^ 
bert, bi^ er toabrfd&einlicb burc^ ben gried^ifc^en ÜWaler Paleocappas, bereinen 
^anbel mit foftbaren Seltenheiten trieb, bem berühmten ^arbinaf »on fiot^> 
ringen gum ^aufe angeboten, ^on biefem gen^onnen unb aU foflbare^ ^(einob 
feiner erjbif(^6f[i(i^en ^ird^e \)on Dt^eimö im 3» 1574 rere^rt irnrbe. «gier 
n»arb er fo b^i^r gebaUen, ba§ er burdb gtoei 3a^rl^unberte Ui ber Salbung 
ber franjcjif(iben Äonige aU Texte du Sacre biente, auf ben fie ben @ib ablege 
ten, biö bie äi^ettolutlon bem Äonigt^ume ein @nbe maci^te, beren Sturmflutben 
im 3. 1793 avL(f) iftn öerfc^Iangen. S&ngere 3a^re galt er fiir ^hn^Uä) unb 
immer »erloren , befonberö feit Syivestre de Sacy (Magasin eucyclopedique 5. 
annee t. VI. 457.) feinen Kammer über ben 93erlufl beffelben in bie SDelt gern; 
fen, big auf einen S3efebl bed erfien ß^onful S'iaijoleon 33onai)arte, alle ver^- 
f(ible^^>ten ^anbfci^riften in bie ÜWunicipalbibliotbefen abzuliefern, anä) ber 
Texte du Sacre, roenn audb feiner fofibaren Raffung beraubt, bennodb un»er; 
fe^rt im Stabtarci^iije tton Oibeimö niebergelegt irurbe.' 35er gelehrte Oiuffe 3:ur' 
genev) »erbreitete juerji bie ^unbe »on bcr ©rbaltung be« ©ober , für iveldben 
von ba an ber rufftfd^e ^aifer ba« lebbaftefie Sntereffe bet^dtigte, unter beffen 
Slufpicien enblid^ bie Jpanbfdbrift burci^ ben erfien Äaligra^jben @uroj)a« ver^fs 
fentlidbt tt>urbe unter bem iitel : Evangelia slavica quibus olim in Regum Fran- 
corum oleo sacro iuungendorum solemnibus utl solcbat ecciesia remensis vulgo 
Texte du Sacre ad exemplaris simiiitudinem descripsit et edidit Silvestre Ordinis 
S. Gregorii Magni unus e Praefectis aliorumque Ordinum Eques. Lutetiae Pa- 
risiorum 1843. ^iadb biefer ^arifer 5(uögabe »eranfialtete TV. Hanka eine on.- 
bere , »eld^e im 3. 1846 burcb bie 33u(ibt>ru(!erei toon (iJottlieb *aafe <S6bne 
an« Si(ibt gefiellt tourbe unter bem 3^itel: Sazavo - Emmauzskoje Svjatoje Bla- 
govestvovanije. Sazavo-Emraauntinum Evangelium nuncRemense, vulgo „Texte 
du Sacre." in gr. 8. mit einer (Einleitung unb gn^ci gacfimilen be« ct)rillifd(^en 
unb glagolitifd^en Original«, toeld^e ben !j:ert ber ?Jorifer 9(u«gobe mit bur*^ 
ge^nb« ci^ritlifd^en Settern in gtoei ß^olumnen auf ber redeten, unb bie flawi? 
fdbe 8e«art be« cj^rillifc^^en 2:erte« mit lateinifc^^en Settern auf ber linfen <Bt\it, 
unb bie entfprecbenben Sefejliicfe au« bem Ofiromirifc^en (Jober unter bem alerte 
gibt. 3nr (SJefc^i^te be« ©ober f. 2)obrohjfJi>, Stoin. 55rag 1808. S. 
275 ff., 3uf(ibtift 3afirgeb«fi'« an ^anfa in Casopis ceskeho Museum. 1840. 
S. 187 ff., ,&anfa'« Einleitung gu f. o. a. 5lu«abge be« ©ober p. I— XII., 
Kopüar, Prolegomena historica in Evangelia slavice in SWiflofic^ flail). ^U 
bliotbef. I. aöien 1851. p. 57—84. 
17) ^ubitfd&fa a. a. D. 



152 

95efianb ijon nur fe^r !urjet ©auer ge^aBt. 2ßaö Uf}tt bUfr (gtfc^eU 
tiung? ^a8 cl^nfHic^e 536^men, eine ^ftanjung bet lateinlfd^en Äir(^e 
unb bur* Sal^r^unberte berfelben alö leBenblgeö ®fteb einöerleiBt unb 
ununterl6rod^en bie ^t)^men beö 1^. ®(au6en^ in ber (Bpra^t giorn« 
feiernb, ^at fld^ tro^ bet flatoifd^en DIationalitat feiner 3?en)ül^ner aI3 
ein ttjenig geeigneter 33oben für baö ©ebei^en unb ben ^eflanb ber 
fünflli^ bal^in i)er:|)franj5ten flaUjifdjen Siturgie erliefen, — gum 3?e* 
toeife ber alten ffial^r^eit: bap in ütd^Iid^en 5Dingen mit bauembem 
(Srforge ffc^^ 9?id^tö mad^en läßt. 



®efd|td|te kr flawtfdjen Ätrrirenfpwrire. 

§. 41. 

UrfjJtung unb ßiäentpmli^feit bet flatoif^en Ätr(i^enf))rac[)e. 

Se^er a\x^ ben i^h)6lf ^ialeften beö flahjifd^en @))rac^ flammet 
eg getoefen, in ben ß^rill unb a)^et^ob bie .^ird^enBud^er ber iBateiner 
ükrfe^ten*)/ wnb ben ber (SrjBifc^of aWetl^ob juerfl in ben flahjifd^en 
©emeinben 3Wa(?renö unr> barauf ^annonienö j^ur gotteöbienjili^fn 
@^rad^e erl^oü ^), bariiBer flnb bie großen Kenner ber flatcifd^en @^ra(^c 
nid^t einigt), tiefer SBiberflreit ber SReinungen, in h)eld^en bie ge^ 



1) @. §. 6. €. 34 ff. §. 7. e. 43. 

2) (S. §. 13. (S. 56 ff. , 

3) 2) ob r Ott? ff t) fü()rt in f. „(J^rtU unb SWetM" @. 131 ff. bie mfc^ie; 
benen hie ju feiner Seit aufgejieUten 2Weinunf]en alfo on: ,,9ßie foU man aber 
bie (B\>xa^t, in h)c(d^er bie flatüifd^^feibifd^cn, ffatrifd^ ? rufftf(i^en (beibe mit 
ci)dr(if(^en tdndj^aUn) , bie f(att?if(i^ ^ balmatifd^en J^irc^eubud^er (mit gragoli^ 
tifci^en ©ci^riftjugen) üerfagt fiitb, bem JDialcfte naä) nennen? ©e^cn bie 
^Benennung SWoffottjitifd^ ober 9lut!)cmifd& eifert Mof^l, unb witt au(^ 
(S. 10. \)on einem Stuffen, ber in ©favonicn (iiroifd^en ber 35rau unb ©au?) 
reifte, gebort ^ben, ba§ man bort noä) biefelbe ober eine nur feftr loenia »er; 
fcbiebenc ©pradf^e rebc, bie er fonft bie (alte) flaiDonifdbc S3ud^erfpra(i&e 
nennt. 9^ad^ @. 11. aber foK tviebcr mit ber alten S3uc6erfj)ra(bc, tcie 3)6; 
berlcin auö bem SWunbc eine« §oben bluffen vernommen baben tt.M'tt, ber ^to; 
ttjffdbe ^ialeft in ber UFrainc unb bem ©trid^e fianbc^ geqen SWorgen in 
ÜWo^Fau biHein, fonbcrlid^ ubereinfiimmen. (^brifto^j^ »on 3orban meint, 
(S)!)xiU babe fidb ineUcicbt beci bul^arifd^en 3)ia(efteö, ben er in Gonftantino; 
^cl erlernte, bcbient, unb fefct bin.^u, bie SWdbrer bitten biefen 35iafeft bin- 
ldn^nd& »erfieben Fonncn, menn ibre gemeine <Bpuä)avt aud) »erfd^ieben )mx 
(Orig. slav. T. IV. p. 126.). fiuciu« unb (Sdb6nl eben ttjeifcn auf bie na^en 
©egcnbcn um 2!^effatonicb t)in. (Se^r naturlidb. (Stet)ban 9^0 fa, ein 
Siiaguliner, f)hlt fof^ar bie c^ri((ifd[)en Ucberfeftungen ber beigemifc^ten tl^racifd^^eu 



153 

h)iegtc^en jTatoifd^eit @))ra(i^forfd&er ü6er ben Urf^rung wnb (Sf)axalUt 
ber ftatüifd^ien Äitc^enf^jrad^e auö einanbcr gelten, fc^elnt fattfam an* 
jubcuten, baß bie Srage nad) bemfel^en auf bem ©eHetc bcr ©^jrac^en* 
funbe alfein nic^t I636ar fe^, \jie(me^r i^rer ^ifiorifci^en ^atux ju Solge 
i^re Beantwortung öoqiiglid^ auf bem gelbe ber ©efci^id^te flnben muffe. 

S)ie ©efci^id^te toelp aBer auf bie grage, in toeld^er flatoifd^en 

SJJunbatt 3Retl^ob ben ©otteöbien^ feierte, feine anbere ^nttoott $u 

geten, aU: in jener ber mä^rif(1^»))annonif(^en (Slatoen*). 

Unter biefen allein traten Gonflantin unb SRet^ob aU ^c^xn unb i^i« 

.turgen auf, unb eö todre eine mit ber :|)raftifd^en ffieiö^eit biefer er* 



ffiorter toegen nid^t für rein fIatoonif(i&. ^atfiia^ SWied^otoita nennt 
bie ^pxa^t ber ruff!fcl^en ^ird^cnbüd^cr oJ)ne 33ebenfen ferHfd^, toenn g(ci^ 
\>a€ gemeine ©crbifcS^e feiner 3cit fd^on mit tnrfifd&cn SDortern ^anfia gemifd^t 
unb felbft audb in üiefen gormcn »on bem SlltflaiDonifd^en ober 9(Itferbifd&en 
ahqttü\ä)tn n?ar. (Selbfi bie beutigen ©erben (©crwicr) nennen ein aitt^ fcr? 
bif(^eö i^irdbcnbucb Srbulja, baö aber, toie 2ßuf bcmerft, bem ferbifdb^n ^ia^ 
left nib^r ijl, aU bie neuen rufSfd^en 5(uf(agen . . 5tndb i^ i^aht mid^ immer 
mcbr nbcrgeugt, bag (Ki)tiU'e <Bx>vaä)e bcr alte, nod^ unöermifdbte fcr? 
bifdb'Bulgarifdb?maccbonifd&c JDialeft war, unb mug bei biefer Ue? 
bergcugunt^ nodb bleiben, felbfi na^bcm idb bcö Kalaidovic neuen Sluffafe über 
bie alte itirdbenf^jrad^c gelefen ^be ... unb fann nid&t begreifen , tt?ie er üon 
einer m&^rifd^en ,Äircbenf^>rad^e be^au^jten fonnte, ibre 9(ebnlid)fctt (Ueber^ 
einfunft) b^ttc ba;|u beigetragen, bag fie audb üon ben S3ul(^aren unb (Huf? 
fen ^annencmmen n?urbc". — S)ic Unflidbbaltigfeit ber 2)obron?ff^'fd^cn 8lnjtd)t 
bat<Safarif {<^h\i\ Siltert^umcr II. 484 ff.) bargetban unb gegeigt, bag bie 
ferbifdbe SWunbart ft^on im Beitalter iSf)x\lV&, ja feit 550 d^arafterijlifcb »erfdbic? 
ben von ber bulgarifdben tt»ar, n?eld^e er aU jene bejeidbnet, t>U gur ^ir.- 
(benfj>radbe erboben tvurbe. Äo^itar bagegen ijinbicirt bem flawifdben ^Pan^ 
nonien bie (5bre, bie urfprunglidbe ^eimat^ ber flan?ifdben itirdbenf^jrarfjc 
getrcfen gu fci)n unb fjat ben pannonifdben ober carantanif(ben ©barafter 
berfclbcn grünblid^ (in f. Glagolita Clozianus, dbrnef« cjierr. ©efdbidbtöforfcber 
I. 3. «&./ Harjehii glossographi epiglossistes Russus. Vindob. 1840, Prolegomena 
historica ^in üWiflofidb flatt). S3ibl. ) ijerfod^ten. ^ie entgegenfte^ienben SWei? 
nungen ©afafif'ö unb ^o^ntar*^ fu^t SWiFlofirf) (öcrgl. ©rammatif ber f(att>. 
©tiradben. p. VIT s.) baburdb ^u »ermitteln, bag er ba^ 5(lt;©Ioipenifdbe, 
bie gemeinfame 2öurgel be« S3ul(^arifdben tt>ie bc^ Sßinbifdben ((Farantani? 
fdben), aU bie ©^jradbe ^rdbiclrt, in n>cldbe (i\)xiK unb 9Wetbob bie iTirdbenbu. 
d^er übertrugen. 

4) Qte ift bicmit guglei^ gefagt, bag bie SWunbart ber aWabrer beö 9. 
3abrb. unb ber i>aunonifdben *6latoen eine unb biefclbe n?ar. SWo^mir, 
dtaiii^, ©rojato^jolf, \>k aWdbrenbergoge , ivarcn ©lattten irinbifd^er 
Bunge n?ic bie jmnnonifdb^flottenifd^en gürjicn ^Jriiuina unb ^ocel. Unb 
hjaö von ben gürften atlt, gilt »on ibren SSolfern. SBenn JDobroirff t) ((5»? 
rill u. SWetbob €. 133.) bemerfte, baö heutige aWa^rifdb, ©fotrafifdb, S3ob^ 
mifd^, ^olnifdb gebore ja gu einer gang anbern @^>ra(borbnung al^ baö Söin^ 
bifdbe u. f. h)., fo ^at er voUfommen SÄcdbt, aber er b«t bie fdbrcdflidbe Maia^ 
ftxc\)i)t, welche gu Slnfana be3 gebnten ^abrbunbert^ baiS mibrifd^e 9*tcidb unb 
$Bolf traf (§. 26. @. 97 ff.), übcrfeben. @. 2)ümmler'ö @rcur.5 über bie 
«Wationalitdt ber alten ÜHSbrer im a. 5lr dbiü XIII. 169 ff. 35urd^ bie n(b 
bier ergebenbc 3bentit&t ber @^radbe bcr m&brifc^cn unb ^jannonifdben ©la^ 
n?en ffiibet baiS oben §. 6. yiotc 5. @. 37 f. ©cfagte feine n&^ere unb fc^&r? 
fere äSejUmmung. 



m£?^!r'' >'^''' «etfe^tt^clt berfeften getoefen, 

Ilnb bur* ^ /^^/^ ^''"'^'" ^""^"^'^ ^'' ^'"^ Unterrichte 

ununtert-r- ^^'^'''^' 

feiernb, ' /^^^i>^'V^^/gw"9 ber ^ifiorifc^en gSer^dttnijTe Don ffK-fl 

ein h)e' ^ ^^j^^^^r^t ^^^^ grauBtowrblge ^tn^ni^ ber Translalio S. 

MnfHr '^^fjf'^>f iDicfer 3)ialeft bcr mSr)rifc!;*»)annonifd^en (Sfa^ 

toelff v'^p-^^i Widmen q}a»)fJ Sodann VIII. bie „sclavina , scla- 

^''^ /^^f!fit'^'^ '^' f"** *^^^^^ (Sonfiantin, ber S^^irofo»)^, nac^ bcm 

^ i^i]ff^ ^apfleö bie „lilleras sclaviniscas^^ erfanb ''), in tütl^tjt 

^'''^fif.n^ Äet^ob baö :^. ^toangelium unb bie gectionen beö % 

.'^^rf/r/'^.f ip/e bie fird^Iid^en ^agjeiten o^\xi unb rid^tig übertrugen, 

% •* ^;/l*^r *. 3o^ann VIII. im 3. 880 bie geier beä ©ottcöbien* 

uti^ "^ wV Stix(t}tnpro'oini i)on SHd^ren unb^annonien geflat^ 

(;. 7.! Kvangelium m eorum (Sclavorum) linguam a Philosoplio praedicto 

J^-joni (Cod. p. 9.). 2)ie ^annonifd^e Se^. c. 4. fennt Dta^i^fah» ««^ 

ir^fl^Jj^olf «ur dö „[[ovenifc^e" gurjien, ©onjlantin. unb aJJetftob fpret^en 

^*J Oft »»pure Slove?iice" unb ßonjlantin erpnbet bie „Slovenicas litteras" 

'/^- P* ^^*^' ""^ ^* ^' "'^^^ SW^^ren unb ba« flan?ifd^e $annonien partes 

/.^'siovenicae (Cod. p. 26.) genannt. 2)ie bulgarif(^e geg. c 2. )pxM' 

•tt fl^er au(i^ bie 33ul(|aren alö @lo»enen: „Slovenorum gens sive j9m/- 

Sör^'w" (Cod. p. 33.) ; troburci^ bie von SOMnofi* (oben !Kote 3.) mt^eü 

hirite Slnfid&t Beir&()rt n?irb. 

^^6) Cod. p. 58. 62. 

7) Ibid. p. 61. (2. §. 33. (S. 128. 

8) ®. §. 20. @. 80 ff. — mit ber »on ber ®eWid&te gegebenen Antwort 
flimmt anä) am @nbe bieS^i^rad^enfunbeuberein; benn l^eute nod) ifl ba^9Bin; 
bif(ij)C ober SiZeuflomenifcl^e unter aUen flaiuifc^en JDialeften jener, tret^er btr 
fTart»(fcl&en ,Ä(rc^)enfpraci^e am nic^j^cn fommt. Pannonici Slavi (fci^reibt Äo^i- 
tar in f. Glügolitap. XII s.), olini primi iinguae Slavorum sacrae auctores, ho- 
die . . domi tantum utuntur vernacula; quae tarnen, licet plus mille annis 
interlapsis, sacrae veieri et ipsi inter peregrinos plus minus mutatae eiiam hodie- 
que reliquarum omnium proxima et simülima permansii. ®te^e in Äovitar'ö 
Glagol. p. XLIX s. \><{ii (Jtoangelium »on ben nad^ (Smmauö ivallenben 3Mn5 
gern, 8u!. 24, 13—35. in altflowen ifd^er Äird^enfvrad^e (au^ bem Dflro^ 
ntirffd^en dober »om % 1057, einem glagolitifd^en (5ober v. 1368, einem 
ferbifd^en v. 1372, unb nacft bem gemeinen ruffifd^en %txi ber Petersburger 
5(uSgabe \)on 1816) unb fn neuflomenif dbem ^ialeft ber 5(gramer Kroaten, 
ber <SIott?enen am $lattenfee, an berSWur, in Ärain unb Mrnt^en p. LV— LX. 
— JDie 3Öinben.ober ©lottenen, bie unj^n^eifel^aften S'iad^fommen ber alten Sa- 
rantaner, beren @i>rad^e fidler a(tf(on?enifdb war, gegen ^irei SWilUonen fiarf, 
ben>o]^nen gegento&rtig einen bebeutenben 2:^ei( üon it&rnt^eu, ^rain, 3ftrien, 
bem ßittorale, ber ©teiermarf, baö 3alaber (S^omitat in Ungarn, fo luie bie 
3u)>anien 5lgram, SBaraiSbin unb ^reuj in bem fogenannten Kroatien, fie er? 
ftrecfen ftd^ alfo, me^r ober weniger mitbeutfd^en Öintranberern »ermifdbt, Aber 
ben ganjen 9laum jwifdfien 2!riefi unb (Jffegg, STgram unb ^f^iUa^:^, bem %{aU 
tenfee unb Oebenburg. Ungfeid^ ausgebreiteter war biefer SBoUsftamm, über 
beffen JKieberlaffung in jenen (Segenben feine fidlere Äunbc auf uns gelangt ifl, 
in bem 3eitalter bes SWetbobius, in weld^em f!e im 9öefien auf beiben Ufern 
ber 2)onau in ga^treid^eu Slnftebelungen ftd^ fafl bis gum 3nn unb bis in bie 
"XifhXtx bes ^ftfidben 2^l^rotS ausbet^nten, im (Suboften aber bis gurJDonau, jur 
@au unb gur ^ulpa. ^Dummler im OTrcl^iü XIII. 171 f. 



155 

SDirfc flatotfd^e SKunbatt na^m aU JMrd^enf^tad^e, totU m ©c^rift 
^xixt, natürlicher Seife ben (S^arafter ber <Statigfeit unb Untoanbel* 
tarfeit an ; benn bie ^ietdt für baö f ird^lid^ Ueterlieferte fie^ bie J^ir:« 
c^en6üci^er unb bie in il^nen 6efc^Ioffene J^irc^enf^racl^e \ion einem @e* 
fd^Iecj^te jum anbern in ber iüefentlici^ urfprunglid^en ©efiaü TiBergel^en : 
unb tod^renb bie fefenbige 3Solf0f^rad6e ber SÜinben ober @lon)enen, 
in fietem SfufT^ Befjriffen, not^njenbig im i^nufe ber 3eit t»on i^rer ur* 
f^runijli^en ©eflalt me^r unb me^r fid^ entfernte, Uf)idt bie in ben 
«^irdftenSüd^ern firirte 3Äunbart ber mdr;rifd^*))annonifcl^en ^latven — 
trofe mannici^faUiijer in bie Sobiceö burd^ ©orgfoffgfeit unb Untoiffen* 
^eit ber 5t6fcl^reiBer eingebrungenen 33erdnbcrungen®) — im ©ropen 
unb ©anjen i^re urf))rüngliclbe ©igentpmlid^feit; njurbe aBer baburd^ 
natürfic^^ ber leknbigen ^olU\^xa(fjt gegenii6er, gleid; nUen Äird^en^ 
f^rac^en beö SWorgen* unb ^IfcenbTanbeö, gur tobten <Bpxa^$ *°). 

y?0(^ Bei SeBjeiten ÜRet^ob'3 \jerBreitete ftci^ bie flatoifd^e J^iturgie 
toon ^annonien an^ unter bie f^ra(^t)erh)anbten @lan)en beö abria* 
tifd^en Äüftenlanbeö "X h)e(d^e Berufen iüaren, biefelBe unter allen 
fat^olifcfeen (Slaujen beö 5(6enblanbeö alö i^ren BlelBenben 2(nti^eil ju 
Beflfeen '*). 0?ad^ SÄet^ob'ö ^Tobe famen bie ffateifd^en JTird^enBi'id^er 
burd^ bie an^ SÄd^ren ijertrieBenen ©d^üfer beffelBen im 3. 886 ju ben 
i8 ulnaren"), unb tjon biefen f))dter gu ben aiuffen ^*)] unb fo ifl 
eö gefommen, bap bie <Blatvm be§ Tateinifd^en tcie beö gried^ifd^en 9li* 
tu« eine unb biefeI6e»^ird^enf^rad^e f)aUn^^), nur mit bem Unterfd^iebe, 



9) Solent enim omnes linguae, praesertim quae sint per vastius diflFiisae 
spatium , in dialectos abire. Imo et imins ejusdemqiie dialecti praesertim vivae 
aut vel semivivae Codices, diversis temporibus aut loeis descripti variare, et e 
vernacula inscii librarii vel invili lingua sensim complura adsciscere. Quid quod 
etiam de industria jussuque superiorum vocabula siibobscura mutantur magis 
obviis? Id quod e. g. disertis verbis narrat sibi mandalum Joannes clericus 
Russus, qui Izbornikum a. 1073 descripsit. Kopiiar , ülagolita p. IX. 

10) Ut nunc habet res, haec Slavorum vernacula (quam Methodius e foro 
evexit ad aram) non magis jam intelügitur ab illiterato populo , quam aut latina 
ab Italo, Gallo, Hispano, Lusitano , aut graeca vetus a Graeco hodierno, aut 
denique Syriaca, Armena, Iberica, Coptica, Abyssinica aut vel ipsa Sinarum 
manderinica ab ipsarum hodiernis popularibus: fructu ad populumvix alio, quam 
popularioris ad aures patriae linguae soni, sed vel ideo minime contemnendo. 
Kopitar, Prolegom. histor. in 3)nf(of i(i& f(an?. «Bibl. €. 57. 

11) (S. §. 29. @. 113 jf. 

12) (S. §. 30—32. (S. 116 flg. 

13) @. §. 24. ©. 94. 

14) Liturgia slavica, ex prima sua patria et sede per Hungarorum ir- 
ruptionem et vastitatem exul et extorris, ambabus ulnis excepta ab Illyriis et Moe- 
siae Bulgaris, et mox (ab a. 988) a Russis, elsi peregre, inter propinquos 
tamen et cognatos laetissime et latissime effloruit. Kopitar, Glagol. p. IX. 

15) Missalis et Breviarii Romani in linguam Slavicam ecciesiasticam (ean* 
dem plane cum Slavorum graeci ritus lingua ecclesiastica) conversorum Codices. 
Idem ibid. p. XIII. 



156 ^ 

bag flc hti ienen öom Stnfange an baö QSc^ifcI ber glagolltifd^cn "), 
Bei biefen an jeneö ber c^tUlifti^en Sci^rift geBunben iji "). 



§.42. 

I)ie «^anbf^rifteu ber glagolitif^en Äir^enbüc^et. 

^ixti)tnln(S)(x im cngflcn (Sinne biefeö ffiorteö finb baöÜJlef* 
(>ud&, atitual unb^teöiet. 3)ie ffatoifd^e/öon ß^riH unb ÜKet^oD 
unb beten ©e^ilfen in aRd^ren nnb ^^annonien gefertigte Ueterfe^ung 
biefer ©üd^er tarn in ^anbfd^riften jundd^fi §u ben ©latoen 3(I§* 
rienö, ben eigentlid^en Kroaten unb Serben. 33on biefen ani bem 
neunten Sa^rl^unberte fiammenben urf^rünglid^en ober met^obianifc^en 
*&anbfd^riften liturgifr^er ^üd^er ift fiö auf ben heutigen $'ag jebc 
@))ur i)erfci)h)unben. JDaö dltefie Biö^er kfannt geworbene 3)enfmal 
berfelfcen toar ber unter bem C^rjHfd^ofe ^^eobor t)on @aIona ober 
@:|)aIato (880—890) gefd^riefene glagolitifd^e ^falter, loerd^en 9?ico^ 
lauö öon 9trf e im 3. 1222 atfd^rieB '). 

5tuö ber i)om Saftre 925 6iö 1248 für bie ffahjifd^e Siturgle in 
3firien unb ^Dafmatien fo Bebrdngten ^^eriobe f!nb eBenfaCfg — U)enn 
man nid^t ben Stffemanifd^en in ber 33aticanifd^en Q3i6liot]^ef aufBc^ 
tpal^rten gfagolitifd^en ©ober bai^in red^nen tt>i(I — feine *§anbfd^rifs! 
Un beö 93ieß6ud^3 unb 53rei)ierö Befannt genjorben. 

(Srfi nad^bem 5^a))fi Sunocenj IV. im 3. 1248 ben fratoif(^* 
lateinifd^en Olituö unb bie ©d^rift ber ©ragofiten f6rmrid^ a^))roBirt 
l^atte, unb bie ©fanjen Sü^rienö, unangefodl^ten öon ben ©egnem ih 
rer Äird^enf^rad^e, flc^ im ©cnuffe biefeö ^^ri^ilegiumö ber i^nen früher 
entjogenen »firdTjen fiir bie ffeier i^reö KuTtuö nad^ unb nad^ toieber 
Bemäd^tigtcn, warfen f!e j!d^ mit neuer 8ufi auf bie QSertoielfdItigung 
fc^on gefd^rieBener ©iiffafe unb Q3rei)iere, öon benen nid^t wenige au3 



16) @. §. 33. (S. 126. 

17) aWeti)ob'^ ©dualer brachten bie ffatvifd^en mit glagoritifd^en S5u(^.' 
jlaben gcfd^riebenen Älrci^enb fidler ju ben SSutgaten, unb bei i^ncn erft n^urben 
ffc fv&tcr mit ci^riUifc^er @d(>rift gefc^ricben. 2)a^ ift ber ®runb ber (Su 
[(Meinung, ba§ unter ben 33ulgaren beibe Sd^riftarten getroffen iverben. Pro- 
xiiYii a methodiauis sunt Codices, qiios Methodii discipuli et successores in Bul- 
garis aut novos conscripsere , aut e primis descripsere, qualem hunc ipsum, 
quem edimus , Clozianum putamus esse , sive is e cyrillico bulgarico sit glagoH- 
tice transscriptus , sive eum malis primitus literis glagoliticis exaratum. Nam 
apud Bulgaros utrumque characterem simul viguisse omnia clamant : primo codex 
Assemani glagoiiticus, in quo subscriptio et alia plura literis cyrillianis sunt 
exarata. Subscriptio monstrat, codicem scriptum esse in Macedonla. Kopitar, 
Glagol. p. X. — 35ie Dluffen gebraud^en für (l^re Jlird^enbudber bie dd&te cp 
riüifc^e ^d^rift, h)&^renb bie gemeine ruffifd^e (Schrift, jtoar ane ber (S^ridija 
entjtrtuben, ein toenig »un if>r abtt>eid^t. 

1) Assemani Kalend. IV. 442 ss. 



157 

bem 14. unb 15. 3a:^rl^unberte bie ^Motf)eUn {HomÖ Be(!|en'), unb 
mel^rere au^ bie Sßiener «^ofSiMioti^e! burc^ bie 33emu^ungen Äo^i* 
tar'3 getDonnen T^at'). 

§.43. 

2)ie ?lu«äaben beS glagolitif^en SKiffale. 

^ie ^od^eble ^unfl beö Sd^riftbrucfe^ mittelfl tüd^ener ^taU \mv 
faum erfunben, aU bie ©lagoHten aud^ temu^t tt>axm, i^re Äird^en« 
hici^er brucfen ju laffen. 3n bem (»enad^barten 03 e neb ig, einem ber 
erfien «&au^)tfi^e beö JiBud^brucfeö, mürben ijon ben a)?ei)ierr;dnben bor« 
tiger ^unfiler fe^r fd^Sne glagolitifd^e Q3ud^fla6en i)on gefddiger Sorm 
gefd^nitten, unb eö erf(^ien bafeUbfi im 3. 1483 bie erfie gebrudte 
9luÖga]6e beö flabifd^en aWiffale*), tüeld^e« eBenbafelbfl im 3. 1528 
bei ^inboni opera Fr. Pauli de Modrussa Ord. Minorum Conventualium 
toieber^olt aufgelegt tüurbe*). ^iefeö aReßfud^ ließ brei 3a^re barauf ber 
Q3ifd^of @imon ßogifir^ bon a)?obru3 §u Siume (Flumii sive Tarsa- 
licae) im 3. 1531 auf feine Soften brucfen, unb ein anbereö hjurbe 
ju 05 e neb ig im 3. 1561 ijon D^icolauö 03rojid^, Pfarrer ber Äird^e 
i>on Dmi^cel auf ber 3nfel OSeglia l^erau^gegekn '). 3)iefe 9lu3« 
gaben beö ^Wijfale waren ^ri^atunternei^mungen, inbem fle ol^ne ®e^ 
ne^migung Olomö beranfialtet hjurben. 

Di^ad^bem aber in Solge beö OBeJd^Iuffeö ijon Orient ^) ber a^o* 
fiolifd^e Stu^I eine OSerbeffetung beö romifcöen W^e^hn^^ bur(^gefü^rt, 
unb ^a^fi $iuö V. biefe^ ijerbefferte 3Äi(fafe jum ©ebraudje aller 
^irci^en mit 9(u3nal^me jener ^eroffentlii^t i^atte, ioeld^e bemeifen fonn» 
ten, baß i^r 9)2i(fale gleid^ 9tnfangö öom romifd^en Stul^Ie a^)^)robirt- 
bei i^nen bereits über jhjeil^unbert 3a^re im ©ebraud^e fe^*), be« 
fanben fld^ jhjar bie flahjifd^en Äird^en beö Äüfienlanbeö in biefem 9fu3* 
na^mgfaUej aber — foHte i^r alteö SÄiffale einer Olefonn unterzogen 
toerben, fo fonnte biefelbe fortan fraft berfelben Sonfiitution ^iu3 V. 
nur bom a^)ofioIifd&en (Stuhle auögel^en. 

^aö glagorttifc^e aKiffale tvax feit ber SÄitte beö fer^Ö^e^nten 
3a^r^unbert0 lange nid^t me^r gebrudt toorben, unb bie flatüifd^en 



2) Ibid. p. 422—25. 

3) Kopitar, Glagol. XIII. 

1) 3)ie @remplate bfefet princeps editio finb bie aUerfettenfien ; bie faifer* 
lid^e 2Biener 33ibHot[)cf befi^t ein @remvlar berfelben. (S. Kopitar 1. c XV. 

2) Sßon biefcr $(ug(iabc, n>el(i^c Asseman (Kai. IV. 425.) h?ie SDobrotofft) 
(Glagolitica ©. 58.) irrig für bie crfle gebrucfte 9(u^gabe \)ii\i, ijl ein @rem^ 
Viar auf ber faiferlid^en «ibliot^ef in ^rag. 

3) Assemani Kai. IV. 425. 

4) Sess. XXV. Decretum de indice . . et missali. 

5) 3)urd& Sonfiitution „Quo primum" t)om 14. 3u(. 1570. Bullnr. ed. Lu- 
xemb. 1727. Tora. IL 333 s. 



158 

Jtird^en bed Jtäßenlanbe^ litten einen fold^en SRangel bed 9Ke$(ud^d, 
baß ber t6mif(^e ©tul^I bur(l& eine neue 5DrurfIegung beffel^en biefer 
3?ot^ 2f6^ilfe gu kingen jl(^ gegiüungen fa^'). !Da biefe neue 3(ul* 
(jate beö flaiüifc^en 3)?iffale mit bem burc^ bie Sorgfalt ber ^a^fle 
^iu8 V. unb Slemenö VIII. öerfcefferten romifd^en ÜÄeßtmd^e ganj 
unb gar ü^ereinfiimmen foffte, fo lieg man «öaubfö^riften fomoi^I all 
gebrucfte glagolitifd^e ©^iffale au8 2)almatien nad^ Siom i^ringen'), 
unb bie Kongregation de Propaganda fide übertrug bad ©efd^äft ber 
$5eranfialtung biefer neuen \)erkfferten 9tu3gal>e bem $. dtapf^aeH^t-- 
öacotoid^, einem croatif(^en StanjiÖfaner ber flrengen JD^feri^anj. 
J)iefer SKann l^atte ater fo n)enig auöreic^enbe Jtenntnig ber altfla^ 
toifd^en Äirci^enf^)rä(^e, ba^ er ber il^m üf ertragenen Strbeit burd^au^ 
nid^t gewad^fen tioax, unb beß^aI6 jiimmten iüeber bie l^ectionen ber 
(Stoangelien unb ^^ifiel mit ber toerSefferten lateinifc^en Sufgata ü6er* 
ein, nod& toar baö 2(ItfToh)enif(^e ijon eingebrungenen SB6rtern ber id^« 
rifd^en QSoIKf^jrad^e burd^ ii^n gereinigt toorben**). 9?id^tö befio toe^ 
niger tourbe bie STrBeit beö l^e\)acoi)id^ i)On ber Kongregation de P. F. 
a^^)roBirt unb auf Äoften berfelBen im 3. 1631 gebrudtt®), unb biefeö 
aWiffale burd^ $. UrBan VIII. ftaft a^oftolifd^en ©d^reiknö i)om 
29. 2r»)ril 1631, i)er6ffentrid&t am 29. 9?o^emter b. 3., mit Stuafd^Iu^ 



6) Äaifet ?^etbinanb II. i)aHe fiä) bafur beim $avfie vemcnbet, toie 
Asseman (Kai. IV. 432. Not. G.) beric^itet. Illustrissimus idemque amicissimus 
Antonellus in Dissert. super nova editione Missalis Illyrici seu Slavonlci : „Fer- 
dinandus II. Imp. (ut narrat Ingolns , qiii erat eo tempore S. Congr. de Prop. 
Fide Secretarius) diversarum provinciarum Illyrici, in quibus divina officia ritu 
latino, sed lingua illyrica celebrantur, snpplicationibus motus ilagita?it a Rom. 
Pont, ut missalia illyrica imprimi curaret ; quoniam populi quum a suis sacer- 
dotibus, missalibus deficientibus , missam audire nequireut, ibant ad Schismati- 
corum ecclesias, qui graeco ritu , lingua autem illyrica, sacra faciebant. Unde 
grave animarum saluti detrimentum afferebatur : nam Catholici non solum cum 
haereticis in divinis communicabant, sed insuper plurimi eorum ad Schismatico- 
rum errores transibant. ^. gerbfnanb II. Jpar e^ audf», ber ben 5^rurf be^SWif- 
fale moglid^ mad^te. @. 9?üte 9. unten. 

7) ©. Litterae ürbani VIII. Cod. p. 97. 

8) Asseman (Kai. IV. 433 s.) urtlieift über bie STrbeit be«S Levacovich alfo: 
An vero Missale hoc Slavonicum ita prodierit et Romano prorsus conforme, et in 
Epistolis atque Evangeliis juxta Vulgatam editionem latinam emendatum, et a 
nonnullis vulgatis peregrinisque sermonis Dalmatici vocabulis purgatum; non 
ausim affirmare. 

9) JDie glanoIUifd^en %YfX^en bagu famen \)on Äaifer gerbfnanb I. 
(+ 25. 3ur. 1564) ber, unb ber 9]untiu« Gar! darafa b^tte fie von Ä. 
^crbinanb II. im 3. 1621 erbalten, tine er felbft berfdbtet : Eos obtinui gra- 
tiosissime a Caesare dono dandos sacrae Congregationi , quos Ferdinandus pri- 
wiM*posuerat Gretzii, ex qua civitate ad castrum fluminis in Dalmatia, inde per 
mare Adriaticum ad Anconam transmiitendos curavi, qui integri Romam perve- 
nerunt (Commentar. de germ sacra. Francof. 1641. p. 147 s.). Asseman (Kai 
IV. 431.) \)k\i irriger 2ßcife bicfe glac^oHtifd^cn üon ©rag jlammenben, toabr^ 
f^einlicb urfprüngiidb üenetianffd&en %\))?tn für bie Ungnabffd^cn au^ 3:ubin; 
(ten. ®. ^obrotoff^ GlagoHtica. ,,Äamen bie qlagoHtifd^cn 3!t^j?en »on 

. Ürad^ in bie Xt^x^oc^xatfyie ber ^ro^aganba nad^ SÄom?" ' @. 1 ff. 



159 

aller dfterit geffl^ricfcenen unb qebrucften aReßbüc^er jum aCfgemeitten 
©cJraud^e ber ©fagoUten i)orgefc^neJeu^°). 

5Dic^ 3Ri|faIc erfd^len n)ieber^ort gu Otom in beit 3at)ren 1688 
unb 1706, alber In felneömegö ijerkfferter ©eflaft; benn ber balmatU 
nlfc^e ^riefier ^afiriduö, ber biefe Stuögaten U\oxqU, flanb nod^ tiefer 
in ber «fenntnip ber glaqolitifd^en <B)pxa^( unb Scl^rift, alö )Beijaco* 
^id^, unb fo erfd^ien ba^ 3Äefl6uc^ toom 3. 1631 in getreuem 9l6brucf 
mit allen feinen Seglern ^*). 

5Die le^te auf^ 0?eue burc^gefe^ene Sluögalbe be0 glagolitifd^en 
ÜÄiffale ging auö ber 2)ru(ferei ber ^ro^)aganba im 3. 1741 l^ertoor. 
5)ie Kongregation de P. F. tourbe jur Seranftaltung berfelten \>ox^ 
guglid^ burd^ ben ^qbifd^of 'oon 3«ra, Sincenj 3maiet>id^, \)eran* 
laßt, toelc^er nid^t nur üBer groflen SRangel ber flah)if(^:»liturgifd^en 
^ud^er in 2)almatien, fonbern auc^ über mand^erlei mißfrSud^lid^e 
IWeuerungen flagte, bie in ber Seier ber f}. a)?effe unter ben ©lago^ 
liten eingeriffen"), unb hjeld^e augenfd^einlid^ auS ber gSnglid^en unter 
benfelben i^errfd^enben Unfenntnip ber altflan)ifd^en Äird^enf^jrad^e ^tx^ 
vorgegangen loaren. ®^ fodte bemnad^ ber altflawifd^e ^ert beö 3Äef|s: 
i)ü(f)Q mit feiner glagolitifd^en Sd^rift in ber Sd^ten urf^jrünglid^en 
©eflalt burd^ biefe mm 5luögabe beö a)?i(fale tüieber l^ergejiedt toerben. 
3u biefem ßtoede f^atte ber ^rjBifd^of Bmajeijid^ ben ^riefter 3Rat* 
t^ÄuÖ 6a tarn an auö ber ^iocefe (S^jalato aU ben tud^tigfien 3Äann 
em^)fo^len, toeld^er ftd^ burd^ einen me^rjäf;rigen ?tufent^alt in @t. 
^Jeteröturg tooUfommene »fenntnifl ber altflamifd^en Jtird^enf^^rad^e 
ertoorben ^a6e. (Seine 9trfeit n)urbe ijon i)ier rutl^enifdöen (5en=* 
foren gutge^eiflen"), unb fo erfd^ien bie i)on if)m beforgte 5luögak 
M 9)?epu4)^ unter bem ^itel: Missale Romanum Slavonico idiomate 



10) Cod. p. 97 8. 

11) qjaflri^i befennt feine Unfenntni^ bc^ ©(agolitifd&en in f. 33riefe an 
bie 5^if(||6fe 3)almatien^ mit ben SBorten : Puer fere septennis e patria exivi 
Venetias, et Romam deinde pedem Ulli fixique . . Characteres, quos vocant 
Sancti Hieronymi, a teneris annis noveram; sed ad quinquagesimum secuudum 
auniim fere obsoleta notitia cariem induxerat. Unde renovare lectionem et peri- 
tiam oportuit, et typis inhaerere, iit quod in priori erat impressione, fideiiler 
recuderetur. Assemani Kalend. IV. 414. 

12) JDiefelben be^ei^net % «enebict XIV. in f. G^onjlitution »om 15. 
9(UiV 1754 a(fo : Cum ex fide dignorum testimonio acceperimus, in ritum Siavo- 
Latinum . . nonnulios irrepere abusus , Apostolicae Sedis inlentionibus instilu- 
tisque contrario», perniciosa aliquorum libertate, qui audent Missas, insertis 
orationibus et precibiis Slavo vulgari sermone conscriptis, componere, Initium 
quoque Evangeiii secundum Joannem et Psaimum Lavabo, eadem vulgari lin- 
gua , latinisque characteribus inipressa , niilla desuper a Nobis facultate et ap- 
probatione praeobtenta, sibi aliisque sacerdotibus legenda proponere. Cod. 
p. 102. 

13) Procurator Generalis Monachorum S. Basilii Rutlienorum Maxiniilianus 
Zwodski et Caesarius StebnovsM, uterque alumnus collegii Graecoruni S, Atha- 
nasii de Urbe; nee non duo monaclii Rutheni, Inuocenlius Piehowich et Sylvester 
Rudizki, nunc Lueiorensis Episcopiis. Assemani Kalend. IV. 435. 



160 

editum jussu Urbani VIII. etc. Romae 1741 in 4. O^tDO^I biefelif 
^on ^ffeman *0 aU eine „numeris omnibus absoluta, et Ruthenomm 
omnium atqiie Dalmatarum plausu excepta^^ gerühmt tDirb, fo ift fle 
bod^ in \)px(k^\[^n «&inf!c^t bie ijerborknfie ; benn an bie ©teile ber 
burd^ )&ei)acot>iti^ in baö aj^epudf; hineingetragenen ill^rife^en 
SbiotiSmen fefete ßaraman ruti^enifd^e; unb erlaufte f!cl^ fogarbie 
glagolitifcfie @d^rift gu entfierTen, inbem er f!e ber rufflfd^en a^nlic^ 
§u mad^en fud[)te^'^). ^al^er baö 8ot ber ruti^enifd^en Senforen unb 
ber ber altflan^ifd&en Jtird^enf^jrad^e unfunbigen ^almaten! 

^ie ^frteit Saraman'ö, ben man für feine !&eijiung nac^i bem 
^obe beö ^rjMfd^ofö 3»iajeüid^.auf ben (Stuf^l öon ^axa er^oB, h)um 
i)on einem balmatinifd^en ©eifilid^en angegriffen , hjorauf ber ©rjHfdjof 
im 5(uftrage beö rimifcl^en (Studio eine Sinologie ber altflatüifd^en 
Äird^enf^jrad^e fcl^riel6, n^eld^e auf ©e^eiß ber Olituöcongregation toon 
jluei ßenforen gutgei^eißen ") unb enblid^ bie Stuögaf e beS 'OKiffale 



14) Kalend. IV. 435. 

15) Dignus omnino erat riUhenis laudatoribus Caramanus , utpote vitioruin 
etiani ruthenicorum ^| '^fiifiad'B^as caecus admirator. Explosis enim prioris editio- 
nis illyricis idiotismos ille ruthenicos substituit ! Audi de millibus unimi. Signum 
crucis inchoat Levakovich bis verbis : Va ime ötza etc. Caraman autem : Vo imja otzä. 
Sed lUrumque, et Va et Vo, vulgare est, illud illyricae, hoc russicae dialecti, 
pro genuino V. Audi iterum Dobrovium etiam de Caramano: „Levakovichü niis- 
sale a. 1631 sacerdotes Dalmatiae multo melius intelligebant , quia illius lingua 
propius aberat a domestica eorum dialecto. Sed Caramanus, faho credens ^ ve- 
terem linguam nonuisi in Ruthenorum libris ecclesiasticis incorruplam servari, 
tot russismos in suum missale invexit , ut clerus illyricus non potuerit non aegre 
ferre. „Adde russismos non singulorum modo vocabulorum, sed et accentuum 
et pronuntiationis , quibus ille primus libros glagoliticos oneravit et obruit magis 
quam illustravit ; adeo ut quod Rutheno , quamvis incertum , quodam tamen modo 
placere possit (quia commodum et domesticum), idem Giagolitam ad desperatio- 
nem adducat, quia et incertum et incommodum et a sua dialecto alienissimum . . 
Ut taceamus de virgulis et punctis et lineolis, quibus ille, ut ruthenicum alpha- 
betum exaequaret, glagoliticum maluit deturpare, quam ex Assemani codice in- 
staurare antiquumplenumquealphabetum glagoliticum. KopitoTf Glagol. p. XVI. 
Cf. ejusdefti In Caramanum epicrisis" ibid. p. XXVII. 

16) Caramani dissertationem tum Dalmatarum, tum Ruthenorum nomine 
probarunt viri docti, Antonius Tripcovich electus Episcopus Nonensis, et Basi- 
lius Boskovich ordinis S. Basilii Congreg. Ruthenorum Procurator Generalis, 
conceptis hisce verbis : „Obtemperando mandatis Em. et Rev. D. S. R. E. Cardi- 
nalis D. Fortunati Tamburini Congreg. S. Rituum, et deputatae super correctione 
librorum orientalium Praefecti; opus manuscriptum, cui titulus = Identita deiia 
lingua litterale Slava, e necessita di conservarla nei libri sagri. Considerazioni, 
che si umiliano alla Santita di Nostro Signore PP. Benedetto XIV. da Matteo 
Caraman Arcivescovo diZara, sopra TAnnotazioni del Sacerdöte et in ordine 
alla versione del Messale Romano stampato in Roma l'anno 1741 — attente le- 
gimus , nee non Adnotationes ipsas contra supradictum Missale a Sacerdöte NN. 
factas, oppositas, et SSniio Dno Nostro feciliter regnanti PP. Benedicto XIV. 
exhibitas, considerationesque apologeticas lUmi et Rniii Dni Matthaei Caramani 
Archiepiscopi ladren . . memorati missalis olim Correctoris , diligenter pondera- 
vimus: ünde, sicut a Critico, dante operam Litteralem linguam Slavicam extin- 
guendi, vulgaremque substituendi , voces et textus litteralcs, demptis, additis, 



161 
Dom 3. 1741 burc^ % «enebict XiV. im 3. 1754 formlid^ ap\>to^ 

§.44. 

2)a« gkgolitifc^e iBrebier. 

3)a^ Sreijier, tocldf^eö bic i>on ber ©eifiriti^felt gu ben j!ebeit be^ 
fiimmten ^age^geiten gu Dcrrid^tenben ©ekt^e enthält, curfirtc in ber 
i)on (Statin unb aMet:^ob gefertigten flan)if(1^en Ueterfe^ung unter ber 
glagolitifd^en ©eifilid^feit in »&anbfc^riften , beren mehrere an^ bem 
14. 3al^r^unberte na(f) Slffeman in rSmifd^en 33iHiüt^efen ffd^ beftn* 
ben, fo it)ie einige an^ bem 15. 3a^ri^unberte, bie in 5Dalmatien auf* 
behja^rt tourben, öon ßaraman ertoS^nt Serben ^). 

^a^ erfie mit glagolitifd^en ^\))pen gebrurfte 33rei)ier erfd&ien gu 
33enebig im 3. 1561 , l^erauögegekn a Nicoiao Brozich^ Plebano eccle- 
siae Omiscel, in insula Veglensi; baffelBe n)urbe in ber ^9^)ogra))l^ie 
ber fPro^)aganba im 3. 1621 in Duart, unb 1629 in JDctai) gebrurft*). 

0?a(^ bem SSefd^Iuffe öon iTrient') ließ ber a»)ofloIif(i&e (Stul^I 
baö römifd^e S3re\)ier \jerk|fern, unb $iuö V. ijeroffentlid^te baffelbe, 
inbem er burd^ bie 33uire „Quod a nobis" ijom 9. 3uli 1568 ben ®e* 
Braud^ anberer 35 regiere ijerBot, mit Sluöna^me jener, toeld^e öom 
romifd^en (Stuhle gutgel^eißen unb über 200 3a^re im ©ebraud^e fe^en'*). 



(livisis litteris, corruptos, depravatos et vulgarizatos observavimus ; ita Illustris- 
simiim ac Renum D. Archiepiscopum LUteralis Slavae linguae peritissimum, noii 
minori eruditione quam sinceritate, et catholica doctrina, productis luculentis 
testimoniis ex liturgicis aliisque sacris libris, quibiis iiterque Ritus Latinus, et 
Graecus Unitus , per varias regiones , et provincias tot saeculis constanter utitur, 
atque ex Breviario Romano Slavonico jussu S. Sedis a vulgaribus vocibus expur- 
gato, approbato, ac typis S. Congregationis de Prop. Fide 1G48 et iterum 1688. 
edito , Litterali lingua Siava strenue vindicata, omnibusoppositisaCritico, ipsius- 
que irrito conatui plene cumulateque satisfecisse ; nuUique, saepe memorati 
Missalis voces et textus censura notatos , posse esse offensioni , nisi iis , qui sa- 
cras litteras in propriam perditionem depravare voluerint, sentimus, et pro rei 
veritate testamur, ac in horum fidem subscribimus. Datum Romae ex liospitio 
St. Sergii et Bacchi die 2. Julii 1754. {Assemani Kalend. IV. 436 s.). 
17) Cod. p. 102 SS. 

1) Assemani Kalend. IV. 422 s. 

2) Breviarium, unacum Missae CanonCf nee non Missa pro defunctis, atque 
Rituali, Venetiis editum est, anno 1561 a Nicoiao Brozich, Plebano ecclesiae 
Omiscel , in insula Veglensi : de quo Breviario intelligendus videtur cl. Le Long 
Tom. I. Bibliotbecae sacrae art. 6. pag. 436. ubi de libris Slavice editis loquens: 
Psalterium (inquit) lingua Slavica, charactere lUyrico sive Serviano v. Brevia- 
rium slavicum, 8. Venetiis apud fllios Jo. Francisci Turresani, mense Martio 
1561. Idem in 4. Romae, e typographia S. Congr. de Propaganda Fide 1621, 
in 8. ibidem 162Ö. Assemani Kai. IV. 425 s. 

3) Sess. XXV. decret. de indice et breviario. 

4) BuUar. ed. Luxemburg. 1727. Tom. II. 278 s. 

©injcl, ®cf(^. b. <5(awenai)o|lcI S^rill u. «Dlet^^ob u. l>cr ffaw. Sitiivöic. 1 1 



162 

3rt toieber^ott toertefferter ©eflalt iDurbe baö Breviarium Romamim ^tu 
ausgegeben yjon ßlemenö VIII. „Cum in Ecclesia" ^om 10. ÜWai 
1^02, unb Ur^an VIII. „Divinam psalmodiam*' üom 28. Sanuar 1631. 

3n Solge beffen tt>at ber r6mifcl^e (Bt\if)\ an^ auf QSertefferung 
beS flatoifti^en 39retoierö fcebad^t, unb n)ie er f!ci& i^ur 33eforgung einer 
5tu3gafce beö ffah)lf*en aMiffale yjom 3. 1631 beö P. J^eöaf oi)id& I^e. 
bleut :^atte, fo n)urbe bemfeI6en auti^ m(ii ^erauögeget>enem SOiepM 
ble aiebijfon beö gtagoritlfti^en Sre\)ler« übertragen. ®r n)ar Im 3. 
1635 mit feiner QMelt fertig, unb fle iourbe ijon jtüei ruti^enlfti^fit 
Wlbntffm ap)(>xoüxt^), JDennoci^ §6gerte man mft ber 5Dru(flegun9; 
unb ba mlttleriüelle fld^ ^erauögefledt ii^atU, bafi bic UeBerfe^ung beö 
5^falter0 nl(i^t mit ber 33ufgata iiterelnflimme, iüurbe burd^ ^javfilic^e^ 
$Decret Im geheimen ßonflfiorlum i>om 10. 0?oi)emBer 1642 angeorbnet, 
baß an^ bler öorflegenben ffan)lfd^en UeBerfe^ungen be8 ^falterö jertf, 
toelci^e am melfien mit ber SJuIgata uBereInfilmme, ijerfceffert unb ju 
bUfem 39e^ufe ber fran)if(]&en tflrd^enf^rad^e funbige ^^eologcn Belqe* 
jogen merben foHten^). 5t6er wo gaB eö Sold&c? :Da erfa^ man ^ 
in bem {Ruthen en 3Het^obluÖ ^erledfl, 39lfd^of i)on SH»" «"^ 
©elc, n)elc^er In STngelegen^cItcn ber Union Im 3. 1643 nac]& 0loin 
gekommen tüar, ben geeigneten 9Mann. tiefer tourbe üon ber ßongre^ 
gatlon ber $ro^)aganba am 1. @e^)tem6er 1643 angetolefen, ben ^faltet 
mit P. getoafobld^ burd^jufel^en, unb am 16. @e^tem6er I?ejeugte er, 
baß ber bon l^m reölbirte ^fatter mit bem $ert ber ^SuTgata uUu 



5) Nos infrascripti monachi ordinis S. Patris Basilii, S. Theologiae pro- 
fessores, jussu S. Congr. de Prop. Fide, atque de mandato Rmi P. Fr. Nicolai 
Riccardi Mägistri S. P. A. legimus et examinavimiis Breviarium Romanum 
Slavonico idiomate per R. P. Fr. Raphaelem Levachovicz Croatam Theologum 
Ord. Min. de Observantia conscriptum , liymnosqne in eodem non nisi magno 
cum labore metrice compositos. Quod quia fideliter translatum atque in Omni- 
bus, concordans cum novissimo Breviario a SS. D. N. nuperrime correcto in- 
venimus, ideo bis nostris superinde testimonium propriis manibns subscriptum 
dare voluimus; summopere exoptantes, ut opus ipsum quantocius typis excu- 
sum in commodum Illyricanae Ecclesiae prodeat. Datum Romae in Collegio 
Graeco ad aedes S. Athanasii die 24. Augusti 1635. Josapliat Issacliovicz 
monachus Ord. s. Basilii Magni. Philippus Borovicla Monachus s. Basilii Magni 
(Assemani Ka\. IV. 427 s.). 

6) Die 10. Novemb. 1642. In Consistorio Secreto. Referente Emo D. 
Card. Brancatio instantiam PV. Raphaelis de Croatia Ord. Min. de Observantia, 
ut SSrnus D. noster declarare dignaretur, an juxta Vulgatam editionem impri- 
mendum esset Psalterium in Breviario lUyrico imprimendo, quum ex quatuor 
illius translationibus Illyricis, quae habentur, nulla perfecte coneordet cum 
Vulgata editione Latina; Sanctitas Sua jussit, ex praefati Psalterii translationi- 
bus illam, quae magis concordat cum Vulgata editione, corrigi et emendari 
juxta eandem Vulgatam in Congregatione particulari pro emendatione Biblio- 
rum Arabicorum instituta coram Emo D. Card. Paleotto, vocatis ad eam aliis 
Theologis linguam lUyricam callentibus, eandemque translatibnem juxta Vul- 
gatam editionem Latinam emendatam in dicto Breviario imprimi. Francisciis 
Ingolus Secretarius (ibid. lY. 428.). 



163 

einfitmme, l)on tdi^rifc^en Sbioti^men gereinigt unb bie j(^te ffatDtfc^e 
Jtlrc^enfprad^e in bemfelSen tüieber^^ergefielTt fe^''). 

Qieer leiber traten buri^ biefe SBei^iffe S'erlerf i*« an bie ©tede ber 
hinaufgeworfenen Sd^riömen nur 3lut]^eni3men®); benn XerUäi, 
bie altf(ah)ifdt;e ^Ird^enf^radbe e6en fo mniq fennenb, aU Sei)afo\jid&, 
^Iflt irriger ffieife bafiir^ biefefk fe^ in ben rut^enifd^en Mxd^enH^ 
d^ern immer un\)eranbert h*n)a^rt tüorben. ;;2Bie tüiirbe jlfl^ S'erlecfi 
gewunbert l^al^en, iüenn man ii^m auö ber JDftroger 33ikl toom 3. 1581 
gegeigt })atte, ba^ für baö neuere iskusenije (Serfud^, tentamen, 
periculum) n)irf(ic]f| baö ^atmatifc^e napasl (Qjerfud^ung, tentatio) 
barin jie^e"^). 

0?ac]^bem ^erlerfi fein 3eugnifl anögefiedt, erfolgte ber 33efel^I ber 
5Dru(!Iegung^°), unb e§ erfri^ ien baö glagoütifd^e ^rei>ier unter bem 
^itcl: Breviarium.Romanum Slavonico idiomate, jussu SS. D. N. In- 
nocentii X. editum Romae typis et impensis Sac. Congregationis 
de Propaganda Fide MDCXLVIII. , luelcl^eö Snnocenj X. fhtmütf) 
a^^rotirte"); fiebafoi)ic^ ciUx tüurbe gum )?o^n für feine 2frBeit gum 
©rijHfd^of i)on 3fc^>riba ober Prima Justiniana in ber 39ulgarei erl^oben. 

• 

Snneri^alf biergig Sauren tvax baö 33rcüier yjon ^t'oafo'oi^^^exUdi 
öerBrauci^t, unb bie 39ifcl^6fe ^almatienö baten briatgenb 6ei ber Gton* 
gregation ber ^ro^)aganba um eine neue STuögaBe beffet^en. SHa« 
Getraute mit biefem ©efc^afte ben an^ (S^^alato gebürtigen ©eifirici^en 
^Paflriji (t ju {Rom 2Q. ÜÄdrg 1708), ber fic^ toie gur »&erauöga6e 
beö QD^iffale'*) in (Ermangelung eineö Beffer Unterrichteten bagu getrau^ 



7) Cod. p. 99 SS. 

8) SWan \)ergleid&e ba^ SBater unfer beö iilagolitifd&en SWiffale t>om 3. 
1528 mit jenem be« gla^olitifd^en 93rciMcrö »om 3. 1648. 

mmU J528.) ^ (^rct»ier 1648.) 

Oce nag ize jesi nancbcsih. Olce nas ize jesi nanebesih. 

1. swetise ime twoje. 1. da swälitsä imä twoje. 

2. pridi cesarastwo twoje. 2. da pridet carstwije twoje. 

3. budi wola twoja. 3. da budet wo'ja twoja, jako 
jako na nebesi i na zemli. nanebesi i na zemli. 

4. hläb nas wsedanni daj nam danas. 4. hljeb nas nasuscnij daj nam diies. 

5. i otpusti nam dlgi nase, 5. i ostawi nam digy nasä, 
jakoze i mi otpuscajem jakoze i my ostawljajem 
dlznikom nasim. dlznikom nasini. 

6. i ne uwedi nas wnapast. 0. i ne w-wedi nas w-iskusenije. 

7. na izbawi nas ot neprijazni. 7. no izbawi nas ot lukawago. 

9) ^obtotoff^, ©ragod'tifa. $rag 1807. (£. 67. 

10) Coram Sanctissimo die 28. Septemb. 1643. Referente Emo D. Card. 
Bi-ancatio attestationem R. P. D. Metliodii Episc. Chelmensis, Rutheni uniii, de 
confrontatione facta Psalterii illyrici cnm Vnlgata editione, ejusque emenda- 
tione ; SS. D. Noster mandavit, Breviarium lllyricum quamprimnm imprimi cnm 
pracfata; attestatione. Franciscus Ingolus Secretarius. Assemani Kalend. IV. 428. 

11) Cod. p. 98 s. 

12) ©. §. 43. @. 159. 

11* 



164 

^en ließ'*). 9B!e ba0 toon i^m bcforfjte aRepu^ nur eine untoeran^ 
berte 9tuf[age beS toon gei)afo\)lti^ im 3. 1631 reüibirten ÜÄiffale war, 
fo l^ielt er ftci^ ganj unb gar auci^ in Q3etreff beö S3rei)ierö an bie 
2fuÖgabe ijom 3. 1648*0- ?f^ct feit jenem 3a^re lüaren 21 mm Df^ 
ficien de praecepto unb gh)6lf ad libitum jugeiüaci^fen. 2Bie ^alf er 
jl^ l^ier? 9tuö Unfenntnig ber flah)if(]&en Äird^enfiprac^e fa^ er f!(^ 
na(l& rutl^enifcl^en l^el^rmeifiern um"), unb fo erfd^ien baö toon 
i^m Beforgte 33reöier im 3. 1688 unter bem ^itel: Breviarium Roma- 
num Slavonico idiomate , jussu SS. D. N. Innocentii XI. editum. Romae 
typis et impensis Sac. Congregationis de Propaganda Fide MDCLXXXVIII. 



13) (Sx fd^rieb unter Slnberm an bic QSifc^cfe ^almatien# : lllud sanevestra 
sapientia, vester in ecciesiasticam disciplinam fervor, necessarium simul ac 
destitutum opus deploravit non semel, Breviarü Illyrici Roniani novam impres- 
sionem. Nostis optime, neminem' esse, qui eam loquendi rationem calleat; 
ex usu tamen aiiqua scire, quae ad vertendum ex latinis officiis in Slavo- 
nicum non sufficiunt, quum et artis grammaticae regulae et vocabula Slavoni- 
cae linguae sint necessaria, nee non alia comphira. Miror sane tot saeculis 
squaluisse nostras regiones in praecipno coronae nostrae radio, nempe in* lite- 
rali diaiecto. Unb tt?citer : Quis typographiae correctionem operam navarel? 
Quis versionem meditaretur pristinae consentaneam? Placuit tandem Eminen- 
tissimis Dominis, vettris pelitionibus fieri satis, et opns aggredi qualecunque 
illwd esset pro temporis conditione, panem si non nitidum, qiialemcnnque ta- 
men esurientibus frangere. Mihi hanc spartam, post inceptum ab alio quoque 
Spalatensi ingenioso ac docto viro laborem, terendam dcdere, repugnanlibiis 
meis curis. Supposni tamen rogatus humeros, he penitus opus collaberelnr. 
Assemani Kalend. IV. 416. 414. 

14) 2Bie er ebcnfaU^ an bic balmatinifd^en 33ifd(>cfe fc^rieB: Quoties anti- 
qua manuscripta pervolvi Breviaria, tot erroribns conspersas lineas, et in or- 
thograpliia et in grammatica reperi, iit stomachum mihi moverit, nullibique 
meliorem loquendi formulam, quam in impresso Breviario Romae 1648 con- 
spexi ; multamque et aeternam gloriam mereatur vir ille eximius P. Raphael 
Levacovich . . ; immensum enim laborem subiit in vertendo feve toto Breviario 
Romano, et ubique, quod mirum est, servando proprietatem vocabulornm, ol 
Grammaticam iiteralis locutionis. Ibid. p. 416 s. 

15) Quum vero ad officia propria Sanctorum pervenlum est, ibi ex penn 
proprio depromenda erat materies. Sed ubinam expiscanda? nimicum videba- 
tur (videbar mihi) inteiligere quod dicebam. At vere ne in literalem diale- 
clum, hoc opus, hie labor erat. Neque in Dalmatia tota erat qui nosset. Con- 
sului, ut potui, per Rubricas emendando ad calcem Breviarü officia propria, 
et interim quaerere modum, ut si fieri posset, regulas grammaticae mihi elice- 
rem et vocis. Longus tamen labor et incertus. Adjumento non modico fuit 
antiqua Ruthenorum characterum peritia, quoniam in illis expressa sunt quae- 
cunque literali sermone a Ruthenis Slavis recitantnr in officiis et missalibus, 
imo quaevis scripturae sacrae eloquia , Sanctorum Patrum et auctorum monii- 
menta in Slavonica lingua leguntur. Animadverti itaque nostram Breviarü lin- 
guam concordare penitus Ruthenicae in übris sacris, characteres ipsos in siia 
varietate a scribendi modo Ruthenorum pendere et propterea a graeca lingua 
multa trahi; adeo ut graecam primum, tum Ruthenam et sie Slavonicam in Bre- 
viario possem ac deberem habere perspectam . . . Itaque coactus sum longum 
subire laborem in interrogando ab iis (Ruthenis duobus alumnis) quae ad rem 
meani fieri videbantur. Ibid. p. 414 s. 



165 

(Sine neue, unb 0ax bie le^te Hö^er erfct^ienene 2lu0ga6e ifi ijom 
3a^re 1791 *^). 



§. 45. 

2)a8 iaijrifc^e SRitual. 

^i(S)t Ho^ bie Jtenntnifl ber f(an)ifc^en .Äird&enf^jrac^e toar, toie 
auö ber ©efd&id^te ber glagolitifd^en »Äird^enBud^er fattfam erhellt, ber 
id^rifd^en ©eifllid^felt Qan^ atl;anben gefommen, fonbern bie große 
aWe^rja^r i^rer ©lieber ermangelte, n)ie fd^on im gel^nten unb ben foU 
genben Sa^r^unberten, fo auc^ in ben Seiten nadi) ferflnbung ber 33u(l&* 
brutferfunji, fo fe^r audi) ber ^enntniß ber lateinifd^en @^)rad^e, baß 
fie eten fo totniQ bie lateinifd^en aB bie flaioifd^en »feird^enBüd^er ijer* 
flanb. 3)iefe Unn)iffen^eit ber fTahjifd^en ©eifilid^feit beö ^üftenlanbeö, 
toeld^e nur bie gemeine @^)rad^e beö itt^rifd^en 33oIfeö ijerftanb, tvax 
ber »&au^)tgrunb, baß baö OtituaT, n)eld^eö bie öon ber .feird^e toor* 
gefd^rieBene 9trt unb ffieife enthält, n)ie bie (Sacramente, ffiei^ungen 
unb Segnungen öeriDattet n)erben foHen, für ben ©et^raud^ berfelSen 
in bie 3[^ol!3f^rad^e ut^erfe^t hjurbe. 

5Da bieß Äird^enfud^ fo unentfce:^rlid^ aU baö üWiffal unb 95reijier 
ifl, fo fe^^Ite eine öon ben 5t:|?ofleIn ber (BUtüen für fle gefertigte 
UeBerfe^ung beffelben nid^t. ^ennod^ tüirb n)eber ijon ßaraman nod^ 
5lffeman einer glagolitifd^en ^anbfc^rift beö Olituarö gebadet, unb eö 
finbet fld^ eine ein.^ige gebrudfte 5(uögaBe beffelBen ijerjeid^net, ndmlic^ 
jene, iDeld^e 0?icorauö Q3rojid^, Pfarrer gu Omifcel (Almissa) *auf 
ber 3nfer QSeglia im 3. 1561 gu QSenebig ^erauöga^^. ^ieß Olitual 
iüurbe mieberi^olt in 3tom im 3. 1621 unb 1629 gebrutft. 

D6 ber großen unter bem ilT^rifd^en ^leruö I^errfd^enben, in 9lom 
^inldnglid^ Befannten Unfenntniß ber altf (ah) if d^en unb lateinifd^en 
@^)rad^e erhielt ber Beinal^e fleBjigjd^rige Sefuit, ber ^almate Q3ar* 
tf)otomau^ Saffiuö, vulgo »fafficd^, ben Stuf trag, baö rßmifd^e 
aiitual in^ Sll^rifd^e ju ukrfefeen *). dt f)aik feine 9Meit im 



16) Breviarium romanum slavonico idiomate seu Liber precationum quo- 
tidianariim litteris Hieronymianis vulgo Glagoliticis. Jussu P. Pii VI. In duas 
anni partes divisum. Romae 1791. 8. Typis et impensisS. Congr. de Prop. Fide. 

1) Breviarium unacum Missae Canone, nee non Missa pro defunetis atque 
Rituali, 8. Venetiis apud filios J. F. Turresani 1561. 

2) 3n feinem ©d^rciben an $. Urban VIII. fagtcv: Prudenti ac piissimo 
consilio factum est, B. P. ut Rituale Latinum fieret Iliyricum, Te praecipiente, 
et expetitum a tota natione in lucem ederetur. Perdifficile enim erat lilyricis 
sacerdotibus non paucis sacros ritus iatino eloquio scriptos intelligere, eosque 
in praxi exercere, apud quos non ea lalinae linguae viget eruditio, ut possint 
exequi praescripta rite recteque, sicut oportet. Meum itaque fuit, sacra jubente 
Congregatione, cum adliuc essem in Basiiica Vaticana Pöenitentiarius lilyricus, 



166 

3. 1636 Beettbiflt, unb ba pe i)om Sefuitengcncra^^lterrefci unb bem 

mu« in {Rom gutgei^eißen tourbe'), fo erfd^Un f!e im 3. 1640 unterbcm 
^itel: Rituale Romanum Urbani Vlll. Pont. Max. jussu editum lUyrica 
lingua. Romae ex typographia Sac. Congreg. de Prog. Fide 1640 in 4. 
0?ur ber bicfem mit lateinifci^en Settern gebrucften Slitual fceigeijekne 
r6mifcl^e «Äird^enfalenber in altffotoenifd^em ^ialect erinnerte no(^ an 
bie alte Äirc^enf^raci^e ^). 

<Pa))fi ©enebict XIV. i^ert'ot jtoar burci^ feine 6onfiitution „Ex 
pastorali munere" toom 15. 2fugufi 1754 ben iff^rifd^en ©lagoHten ben 
®eBraud^ anbrer JtirtibenBud^er aufler ben in altffowenifd^er ©^racöf, 
mit glagolitifci^er ©d^rift gefc^rietenen unb i)om a^ojloiifd^en ©tu^Ie 
gutgeheißenen*); aBer baö itl^rifd^e 9flitual Wuh um fo me^r im nll^^ 
gemeinen ©efraud^e, aU ber rßmifd^e ®tu^I eint glagolitifd^e 2(uö* 
gak beffel0en gu teforgen unterließ. 



«icrte« ^anpt^üd. 

§. 46. 

2)ie flan)ifd)e Siturgie in SDalmaticn unb Spticn t)om breijefinten 

bxi in« ac^tjc^nte S^^^t^unbert. 

9?a(1^bem ^^a^^ 3 n n o c e n j IV. im 3a(;re 1248 bie fla>t)if*c 
Liturgie nad^ r6mifr^;em diitn§ genel;migt featte'), !am für biefelk 
na(f) ül»ertlanbener gn)ei(;unbertiiU;riger 53ebrangnlß eine ^criobc bcä 



diuturno iabore in pene iiifinita idiomatis Illyrici varietate perscribere commu- 
niori dialecto lllyricis, quod Latinis scrmo lalimis praescripsit. Assemani Ka- 
lend. IV. 438 s. 

3) ^fe SeUiinijfc bei Assemani Kalend. IV. 438. 

4) Ibid. I. 119. 

5) §. 1. Cod. p. 103. 
1) @. §. 32. @. 123. 



167 

jid^ern Snebenö, unb mit bicfem Stieben eine ßcit be0 SBad^dt^umd 
unb gortfd^rittö. 

JDenn menn au(l& ber ^ap^ gunÄc^ft nur bem 33ifd&ofe ijon 3^ ngg 
ben ©ebraud^ ber flahjifc^en !&iturg[e für feinen <Bpxenqtt g^eftattct 
ffatte, fo ftu^te j!d& bod^ biefe ©ema^runq auf ßrtlid&en ^efianb unb 
@etDof)nf)eit] unb eö h)ar fonadf;. ü6eraff, wo immer nod^ in ben 
,^ufienlanben beö abriatifd^en a»eereg*) ber flaiDifd^e 6uItuS eine (BdtU 
fjatU, fein rec^tlid^er Sortfcefianb anerfannt. 

^§ fonnte barum md}t fehlen , ba§ \jon ber ^i6cefe 3engg auö 
bie flattJifc^e Liturgie burr^ bie ganje Jtird^en:|?ro\)inj i)on <B)palato^), 
aU bem urf^jrunglic^en ^auptfl^e beö firc^Iid^en @(an)iömuö, alte unb 
neue Eroberungen mad^te, inbem bie ©lagoliten nidjt nur bie lÄird&en, 
an^ bentn i^re ©otteöbienfifeier in Solge beö ^efc^Iuffeö öon @^aIato 
im 3a^re 1068^) toax i?erbrdngt loorben, n)ieber geu^annen, fonbern 
biefelBe aud^ in neue (Bt&ttm einführten. 3« biefen ge:^6rten tcfon* 



2) ^atmat'itn beflanb in bicfcr 3eft auö^em Oeflerreid^ifc^en, 93ej 
netianifc^ien, 9^a(^ufanifdben unb ^^urfifc^ien 9(ntftcffc — na^ Farlaä 
bei Asseman (1. c. IV. 406.): Prima pars Dalmatiae, seu vetus Japydia ad 
sinum Flanaticum, exceptis iusiilis, fere tota Archiducibus Austriae parct. Par- 
tem alteram multo maximam, quae Liburniam, Dalmatiam antiquam et Illyrici 
proprii portionem haud exiguam complectitur, cum omnibus fere iusiilis, Veueti 
obtinent ; nisi qiiod Venetorum ditionem interseeat respublica Ragusina , ter 
tiam Dalmatiae partem inter Naronem ac Rhizoniciim sinum, paucasque prae- 
terea e regione insulas jamdudum adepta. Quarta eademque postrema pars 
Dalmatiae, quae nunc dicitur etiam pars Albaniae, infra Butuam Venetorum 
urbem initium ducens, et iisqtie ad Drilmiem antiquiim Dalmatiae terminum 
novamque Epirum producta, obtemperat dominio Turcarum, quod quidem ex 
ora maritima, quo raagis recedit, hoc latius in locis montanis protenditur. 

3) ^arlati befd^reibt bie Vxx^M^z (Jint^citun« beö aften JDalmaticn alfo: 
Principio atque instituta fuit Salonae sedes pontificia, unus erat Episcopus, 
cujus ditione ac potestate metropolitica continebatur universa Dalmatia. Huic 
posterioribus seculis tres deinceps adjecti sunt, qui ecclesiae Dalmaticae ad- 
ministrationem curamque metropoliticam inter se partiuntur, eamque aliqui ex 
illis etiam ultra Dalmatiam extendunt. Hinc quadripartita extitit ecclesiastica 
divisio Dalmatiae hodiernae; quippe quum ecclesia omnis Dalmatica conflata 
sit ex provinciis omnino quatuor, totidemque civitatibus metropolibus sive ar- 
cliiepiscopalibus constet ; una est Jadrensis, altera Salonitana nunc Spalalensis, 
tertia Ragusina, quarta Diocletana, quae post excidium Diocieae urbis olim 
nobilissimae translata est Aniibarim, Metropolitae Jadrensi tres subsunt Epi- 
scopi: Arhensis, Veglensis, Absarensis, Salonitana sive Spalalensis undecim 
ipsos subjectos habet Episcopos: Segniensem, Modrussiensem sive Corbavien- 
sem unitos, Nonensem, Scardonensem , Tiniensem, Pharensem, Traguriensem, 
Sebinicensem , Bosnensem, cujus sedes episcopalis est Diacovi in urbe Slavo- 
niae extra Savum, Maccarensem et Dutnnensem. Metropolitae Ragusino sex 
Episcopi parent : Slagnensis, Tribuniensis, Nareniinus, Bracliensis, Rhiziniensis, 
Curzolensis Demum Diocletana sive Aniibarensis provincia composita est ex 
decem Episcopatibus : Scodrensi, Polatensi, Drivastensi, Olchiniensi, Sappatensi 
et Sardonensi conjunctis , Buduensi; quibus adde tres in Serblia constitutos 
Prisrenensem, Semandriensem, Belgradensem. Assemani Kalend. IV. 406 s. 

4) @. §. 31. (S. 121. 



168 

berö bie Äl6fter bcr ffranciScaner unb ©enebictmer, roeld^c f!d& auf 
3SerIangen beö itli^rifc^en Sotfeg baju yjerfle^en mtt|tcn, ben ©ottel* 
bienft in if)xtn Ȁirc^en ffahjifd^ ju feiern '^). 

(50en fo finben hjir bie flahjifd^e Liturgie in ber Äirti^en^ro^lnj 
Don 3atra, Jadera, ^eimifc^^, U^eld^e an^ ben Sprengern öon 3«^«/ 
^rU, Q3eglia unb Öffero (Obsara s. Absara) tefianb *). Sugfeid^eit 
n)ar bie fCan)ifr^e ©ottegbienfifeier Sei ben <Blartim !&iburnienö^) 
unb in ber Äird^en^roijinj "oon ^tquileja ju «&aufe, h)el(^e bie (S^ren^ 
ge( t>on 5(quileia, Sftria, 6a^)0 b'Sftria; ßitta noba unb 
ißarengo umfaßte®). 3a aud^ Ui ben fat^olifd^en (Slawen inO^oö* 
nien, (Serbien unb Bulgarien n)ar bie fTaiüif(i^e!^iturgiel^eimif(^'). 



5) 3n bem ^^.^rcngel von 9Jona fanben n?ir fd&on j^uSinfani^ be^ 10. Sa^r^ 
l)unbert^ b(e ^auvtjlnfee ber flan^ffd^cn Situniie (f. §. 30. (S. 117.). Wuf ber 
^i^cefanfijnobe i)on @vafato im 3. 1688 unter (lrgbifd(>of ©tev^an ^^ofmiii? 
iüurbc amtüc^ au^.qcfprocfjen : unter ben 30 i'anbvfarreien ber 3>i6cefe ^e^e e^ 
btog 8 vom (ateinifd^en dt\iu€ (Cod. p. 101.). dar am an in f. oben nenann; 
ten ^iffertation „Identitä etc." num. XXII. bejenqt: Li Vescovi di Segna, 
e di Modrussa, sono stati il piü forte sostegiio de! Clerico Illyrico. Nella Ca- 
tedrale di Segna si celebrano li divini offici nella sudetta lingua. Et num. 
XXIII. liiinc ipsum ritum in dioecesibus Nonae, Sebenici, Tragurii, Spalati vi- 
gere asserit : L'abbate Pastrizi nell' accennato M SS. numera in quella dioecesi 
(di Spalatro) dieci fra Capitoli, e Collegiate, oltie le trenta parochie della 
stessa lingua. Nella diocesi di Nona tutte le paroebie sono Illirichc, .tolteiie 
quelle, ove li parochi sono Regolari. Nella Diocesi di Sibenico sussistono due 
Conventi del Terzo Ordine di B. Francesco. {Assem. Kai. IV. 410.). 

G) (Saraman a. a. O.: Nella diocesi di Zara, e neue tre suffragenee 
ü' Arhe, Ossero e Veglia, tutti sono'Illyici, toltene le Catedrali, e le due Col- 
"legiate di Pago e di Cherso. Vi sono pure Otto Conventi del Terzo Ordiuc. 

7) Matthaei Caramani verba recito, qui num. XXXI. liturgiam aliaquc 
divina officia Slavico sermone in Liburnia celebrari, testimonio Orbini de Regno 
Slavorum p. 46. demonstrat: I cui Sacerdoti (inquit Orbinus) massime degli 
Slavi della Liburnia, che sono sottoposti all' Arciduca de' Norici, ancor' oggi 
celebrano la Messa et altri divini offici nella lor lingua nativa., non avendo 
alcuna cognizione della Latina. Assemani Kalend. IV. 410. 

8) §(uf bem ^Jromndalconcil ju Stquileja unter bem ißatriard^cn Fran- 
ciscus Barbarus a. 1596 lourbe befd^fofi'cn; Qui Illyricam oram colunt Episcopi, 
in qua Breviarium et Missale lingua lllyrica in usu habetur, curent, ut illa dili- 
genter adhibitis doctis et piis viris, qui linguam illam calleant, revideantur et 
emendentur. — gur t»ie fpiUere 3eit beg?Ui^t ß^araman: La Messa stessa cou- 
servata nelle quattro diocesi dell' Istria, Capo d' Istria, Cittä nova e Parenzo, 
hanno Conventi del Terzo Ordine di S. Francesco, li quali con altri della Dal- 
matia formano una Provincia, che celebra li divini offici in lingua Slava. L'ab- 
bate Pastrizi numerava nella diocesi di Parenzo diecinove parochie. Ed il Si- 
nodo di quella Chiesa 1' anno 1733 pag. 10. costituisce sette esaminatori periti 
per la lingua Illirica. Nella diocesi di Pola li Beziachi litorali del Seno Fla- 
natico , e nominatamente Bersez, Muschienize, Lovrana, Kastua, Vepinaz con- 
servano la stessa officiatura. Assemani Kai. IV. 409 s. 

9) Anseimus Bandurius animadversionibus in librum Constantini Porphy- 
rogeniti de Admin. Imp. ed. Paris, p. 106. subjungit nonnulla adnotata ab Ur- 
bano Cerro S. Congreg. de Prop. Fide Secretario circa Slavos hujusmodi in 
Bosnia, Servia et Bulgaria habitantes, qui himirum Romanum Ritum sermone 
Slavico observant. Asseman ibid. p. 411. 



169 
§. 47. 

93erfatt bc« firc^Iic^en ©labiSmu«. 

®egenü6er einem fold^en Q5eftanbe ber flahjifd^en !Btturgie in ben 
auögebe^nten »Äüfl^nflrir^en beö abrlatifc^en a)?eereö (fi eö eine bettü* 
Benbe ^rfd^einung, bag biefe i)om a^jofiolifc^en Stuhle h)ieber^olt toer:» 
Briefte unb fceffegelte ^interlaffenfd^aft ber ©ramenavoftel ijon i(;ren 
ßr6en unb Gütern fo n^enig Qta(i}Ut unb cultiijirt iüurbe. 

5$enn and) bie fTan)ifc3^e vÄirc^>enf^ra(i^e im )Baufe ber 3eit bem 
id^rifc^en (5Ioh)enent>o(fe jur tobten (B^xa(t}e Serben mugteO, fo 
burfte f!c bod^ ber ^leruö, ber leBenbige Präger unb SJenoalter ber 
Liturgie, j!cl^ ni^t gur tobten @ad^e tüerben laffenj i^ielmel^r mußte 
baö i^m überlieferte (iturgifc^e ffiort, aU leknbiger 3fuöbrurf beö 
(^rifiridO*f(an)ifc^en ©eifleö, ^on bemfelten allezeit nic^t nur Menbig 
erfaßt unb \)erfianben, fonbern aucl^ baö ©er^Subniß beffelBen bem 
33orfe burd^ ii^n ijermittelt n)erben. 9l6er biefeö i^reö ©erufeö tvax 
j!d& bie ffah)ifd)e ©eifirid&feit ^afmatienö unb 3flrien5 öom 2lnfange 
M auf bie ®egenh)art fo n)enig Utvn^t, baß baö 9'?i(^töerflänbniß 
beö flatoifd^*liturgifd^en äBorte^ öon @eite berferten gleid^ einem 
fd^toarjen gaben burc^ bie ©latter ber ©efd^id^te iSuft. 

$Da6 tüeife unb too^liüollenbe ffiort $. 3o^*ann X. an bie 6roa* 
tcn @la\3onienö unb ^almatien^ im 3. 925: ffiir ermal^nen euc^, ge^« 
lieStefle @6^ne, baß i^r eure garten Äinber, bie i^r für ben 
geifHid^en (Staub bejiimmt, fru^jeitig bem (Btubium ber 
5Biffcnf(^aften n)ei^et*), würbe gar toenig getourbigt, alfo baß 
unter bem id^rifcöen ^Uxu^, gleid&toie unter bem gemeinen Solfe, 
nid^t nur ba^ Serfldnbniß ber flatoifc^en »fird^enf^rad^e immer me^r 
erfiar-6; fonbern an(^ eine auöreid^enbe «Äenntniß ber allgemeinen 
lateinifd^en »^ird^en^rad^e ber großen. SKaffe beffelten ganj unb gar 
mangelte. 

3)a^er n)urbe baö liturgifd^e SBort ber flabifd^en ©eifllid&feit 
immer me^r jum tobten unb t6btenben ©ud^fiaten, bie «&anbfd^riften 
ber tfird^euBüc^er gingen in immer öerborfnerem 3«fianbe v>on einer 
©eneration jur anbern ü6er^), unb M man ju einer Olei)i|!on bcö 
3Äiffale unb ©re\)ierö unb einer SBieberl;erfiedung beö urf^rüngli* 
(iien Wertes berfelkn i?on @eite.beö r6mifd&en (Studio im 17. 3a:^r* 
ftunberte fd^ritt, tvax im ^leruö üon ganj JDafmatien unb 3flrien fein 
aRann, ber biefer 9lufga6e nur einiger 9Maaßen gehjad^fen getoefen 



1) ©. §. 41. ©.155. 

2) Cod. p. 77. 

3) 3)ie 9lotf)mnH(^hii einer 95erbefferung berfelben tourbe fd&on auf bem 
5^roöincia(concU öon 5lqui(eia im 3. 1596 auögefprod^en. <S. §. 46. ^ioteS. 
@. 168. 



170 

tvixt, alfo ba^ .^ei)a!oi)id^ unb ^aftriji/ ivci(t)^ biefelC^e lofeit 
fofftcn, ani Unfenntnl^ beö idioma slavum litterale gu r u ff i feiern 
iöclflanbe i^re 3ufl^«^t nel^mcit mufItenO/ «nb fo ber Olutl^eniöimiö 
In ble glagolitifc^^en Älr(1^en6ucl^er einSracl^'^). ^ajlrigi flaute bafeer 
mit 3fleci)t u6er bie arqe 33eruad^Idf|!gung beö @tubium^ ber flah)if(^en 
»^ircl^enf^rad^e burd^ fo lange Sa^r^unberte ®). 

3tt3ar fud^te barauf bie (S^nobe v>on (S^jalato im 3. 1688 bicfem 
fc^reienben ®eBrecl)en aBjul^elfen; fd^drfte ben 5(bfpiranten beö geiflli* 
(i)cn @tanbe0 baö @tubium beö ffamifc(;en «firc^^enibiomö unter In* 
bro^unq ber Qtuöfd^Heflun.q öon ben Seiten ein, unb öerorbnete bie 
Qluffledung yjon fed^ö beö Illyricum litterale funbigeren ^rieflern in 
ber ^roj)inj ^OQÜ^^a, n)eldl)e bort bie anbern flatvifd^en fPriefler )pt\u 
fen unb anleiten folTten, bie l). 3i)lc^e, baö 33reüierge!6et^ unb bic 
anbern fir^Iic^en Functionen nacf) Q3orfcl^rift ber »^ir^enhid^er öod* 
fommen ju öertoalten ^). 3u gleid^em BtuedCe mürben auf ber 8^uobc 
üon ^arengo im 3. 1733 fecl^Ö ©raminatoren au3 ber f(atüifc^en 
^irc^enf»)rad^e kfiellt'). 

3f6er bag »geirmittel fam gu f^ät unb bie aI3 2fergte ^Berufenen 
burften faum im @tanbe getüefen fe^n, bie geiDunfc^^te «Teilung ^u 
Bringen. 5Da3 8tubium ber Jtird^enf^rad^e Hie6 h)ie früher unter ben 
©fagoliten Bracl^ Vuqtw] benn tt)mn aud; für ben gragotitifci^en Jtleruö 
^u ärtta, Omisl (Aimissae) unb i)ief(eic]^t auci^ in ^ogli^^a @eminnre 
hjlanben, fo fe(;Ite eö e6en fo an tu'v"^tigen Se^rern alö an einer 
®rammatif bed Slavum litterale. 

51(0 bal^er im 18. 3a^r]^unberte unter $. ^enebict XIV. baö 
glagolitifci^e 9MiffaIe reinbirt unb l^erauögegekn lüerben folfte, panb 
:^iefur bem r6mifcl^en @tu^Ie 0?iemanb ju ®e6ote aU ber beö 3luf* 
fifci^en funbige ßaraman*). 

Iß. 33enebict XIV. iooITte nun baö Uetel gnmblic^ Reifen unb 
öerorbnete im 3. 1742 bie (Srrici^tung eineiS !?er;rfiu^f^ für ffah)if(te 
lÄird^enfvrad^e im Collegium Urbanum ; a6er biefen lÄat^eber foflte 
iüieber nur ber ruffifcl^ geHIbete @oöic]^, tin @d^ü^Iing ßarn* 
man'ö, Befieigen, ber f:|)dter aH 5(rd;ibiacon ijon Offero bie flamifc^e 



4) @. §. 43. 44. e. 158 ff. 

5) Coepit jam tum (tempore Levacoyich), scholae slavicae loco, infausta 
poteutioris quidem sed non doctioris Rutheuismi in glagoliticam linguam sa- 
cram vis et sIgqot]; post seculum, duce ipso Dalmata Caramano Ruthenorum 
discipiilo, inuiidatura et vix non suffocatura verum glagolitismum ! Kopitar 
Glagol. p. XV. 

6) Miror sane tot seculis squaluisse nostras regiones in praeeipuo coronae 
nostro radio, nempe in literali dialecto. Asseinani Kai. IV 416. 

7) Cod. p. 101 

8) @. §. 46. SfJote 8. ®. 168. 

9) @. §. 43. @. 159 f. 



171 

©rammatif (S m o t r i ^ ! i ' ö i^um ©cBraud^e ber gelfiricl^eu ilTl^rifcöen 3u* 
flenb iibnaxMtcU ^^) , bie af»er «^aiibfc^rift Hieb unb «icmalö in ©e* 
Uaudf fam. 

5)er Unterricljt, ben bie Ganbibateii bc0 fjc{fl(irl)cn @taiibcö In 
bell [(atDifd^en 3cmlnarlen ju B^f« unb Omisl im ®(a.i]oIitlfd;en tx^ 
gleiten, mai] fc()r biirftu] f]cn)efen ffi;n unb fiel; bamit ['Ci]nuijt [>rtkn, 
benfe(6en ba3 Azbnkividarium nacl; ^orfcl;rift bcr @paIatcrfi;nobe vom 
3. 1688 *') t»el.^u6nn.i]en unb j!e ben glaijolltifcl^en ^cxt ber ^ixdjen^ 
Wiener fertig lefen gu macl;en. 

§. 48. 

©cgentDärtiger Scftanb ber ffah>ifc^cn Siturgic. 

^ic f^efammte flah)ifcf?e ^ei}6lferun(j ber 6flerreid?lfcben ^lo^ 
narcl&le Utxnc\ i>or je^n 3at)ren 15,282,196, in tDelci^er bie fiibfla* 
mi feigen (Stämme 4,050,248, unb unter biefen ber fIon)enif(t;e 



10) ilel^cr ihn fc^rcibt bcr Slbate Fortis in f. ^cife burd) ^almatien I. 
91. : II (lotto, pio, benefico,^d ospitale Arcidiacono Matieo Sovich b passato da 
questa a miglior vita, verso la fine dello scaduto Febbrajo (1774?) con vero do- 
lore di tutti i buoni, e gravissima perdita Nazionale. La memoria di qiiest' iiomo 
degnissimo diu piü lunghi anni, e di piü luminosa fortuna, iion dovra perirc, sc 
i Damaltini vorranno aver a cuore il proprio oiiore c vautaggio. 11 Sovich nacqiie 
a Pietroburgo sul principio del secolo, da padre Chersino colä passato al servi- 
gio di Pietro il Grande. Restovvi orfano nella piü tencra etfi: ma v'ebbe nobi- 
lissima educazione in casa dell' Ammiraglio Z//iflyewerÄ; dopo la morte del quale 
fu condotto in Dalmazia dall' allor abaie Canaman^ ch'era stato spedilo in Russia 
per aequistar noiizie inservienti alla correzione de' Breviari e Messali glagolitici. 
11 giovinetto Sovich fu acceltato , per la racommandazione di Monsignor Zmaje- 
vich allora Arcivescovo di Zara, nel semiuario della Propaganda, dove si applico 
agli studj sacri , e particolarmente a quello degli antiehi Codici glagolitici. Fu di 
grande ajuto a Monsignore Caraman^ che mori auch' egli tre anni sono Arcive- 
scovo di Zara, nella correzione del Messale nella redazione d'una voluminosa 
Apologia, che resto inedita. Otlenne in premio delle sue fatiche rareidinconato 
della Cattedrale di Ossero, dove visse contenlo in filosofica pace, dividendo lieta- 
mentecoi poveri ecogii ospiti quel poco ch' ei possedeva. Fu richiamato a Roma 
piü voite pella correzione del Breviario; v'ando una sola, e se ne torno malcon- 
tenlo. Non abbandono gli studj nella sua soütudine ; e ne renda buona testimo- 
uianza la quantitä di pregevoli Schede ch'io vidi piü volle standomene presso di 
lui. Fra queste deve trovarsi una fatica condotta a perfezione, ch'e la Granwia- 
tica Slavonica di Melezio Smoiriski, messa in latino, col teslo a fronte, purgala 
(lalle superfluitä , ed arricchitta di nuove osservazioni per uso de' giovani Eccle- 
siastici Illyrici. Quest' opera e tanto piü meritevole di vedere la luce , quanto 
che la lingua sacra Slavonica, che si siudia ne' Seminari di Zara e d'Almissa, 
non ha grammatiche ben condoUe, e che, niorto V Arcidiacono Sovich, non v'e 
piit (sia detto con buona pace de' vivi) chi possa a buon diritto chiamarsene Pro- 
fessore {Kopitar, Glagol. p. XVII sj. JDie Grammatica Slavonica b?ö SOJcIctiuet 
<Smütriöfi, eine« rutbenifc^en QSajtHanermond^ö, erfc^ien gu ^ilna 1619, \\x 
0)'2offau 1721, unb aU ©cmjjenbium 1723 unter bem %\it\: Grammatica Sla- 
vonica breviiercoUecta, in Graeco-Slavonica Schola, quae est in magno Novo- 
grodo apud domum archiepiscopaiem. Assemani Kalend. IV. 415. 

11) Cod. p. 101. 



I 



172 

Stamm 1,153,382 jaulte 0- SB'« i)o(i) jfd^ a^'er bic 3fffcr ber ©lotce* 
nen belauft, weld^e §um r6mifc^*ffah)ifc^eii Olituö gel^ören, ifl nid^t 
ermittelt*). @ie jfnb ^eut ju i'age am ja^Ireic^jien in ber >Äirci^en* 
^roi)inj \jon 3^^«/ h^eld^e bie 5£)i6cefen S^tra, (SeBenico, @^as 
lato, l^eftna, 9lagufa, unb (Sattaro umfaßt, bann m ber «f ir* 
ci^eni^roüm;^ 'oon ®6rj, meiere an^ ben @:^tengeln ®6rj, ^^aitad^; 
^riefi*6a^obiflrta, 5^aren§o*5^üIa unb QSeglia befielt, unb 
in ber jur 5(gramer ^ird^en:^roi)inj ge^Jrigen JDiocefe i)on Sengg* 
aWobruö im croatifd^en ^ufienlanbe. 

5£)er innere ^Serfad beö ©lagoritiömuö, ber im 18. Sa^r^unbertc 
bereits grofi unb fc^reienb mar, iji im l^aufe bc8 19. Sa^r^unbcrtö 
allen ?tn§eid^en nad^ nur immer meiter fortgefd^ritten ; benn e8 Ifl 
nid&tS gefd^e^en, hjaö if)n ^itU l^emmen unb ben flecken 3wfiflnb bcf* 
feI6en fraftigen !6nnen. @0 ifl in ben (Seminarien beS ^ufienranbeö 
nic^t nur fein !iJe^rjiut)I für flahjifci^e ^ird&enfvrad^e erridbtet iüorben, 
i)ielme^r f)at fogar baö befonbere ftahjifc^e Seminar in ßaxa gu fe^n 
aufgehört. 5£)aS gragolitlfd^e m^al ifi feit 1741 unb baö gragoritif^c 
^reüier feit 1791 nid&t mel^r aufgelegt hjorben. äBie mag eS um bicfc 
^ird^enbüd^er im »J^ufienranbe auSfe^en? 

« 

3n 33etrad^t beö fd^timmen Sufiönbeö, in n;eld^em fld^ bie gfa* 
goritifd^en Jtird&enfcud^er gu (Snbe beS 16. 3a^r^unbertö befanben'), 
fprad^ baS ^roüincialconcir i)on ^tquileja ben ffiunfd^ auS: bie 
33ifd^6fe beö »^ujienlanbeS fodten fld^ bemühen, nad} unb nadt> an bie 
"Stelle ber glagolitifd^en bie lateinifd^en »^ird^enbfi^er einjuful^renO. 
a»an fann biefen ffiunfd^ gegenüber einer @eifilid&!eit, roeld^er bag 
3Serfidnbni^ ber flatoifd^en »J^ird^enf^rad^e ganj ab^anben gefommcn 
ifi, nid^t anberS alö ijernunftig Reifen. 



1) «örtin, ^anhhuä) ber Statiflif be^ ofterr. ^aiferftaate^. 2öien 1852. 
I. 191. 204. 

2) ^ot>{tar (Glagol. p.XVII.) ffagte l^or 20^a^rcn: Operae esset pretium 
scire , quoi hodie animarum catholicarum ritus hie Slavolatmus curam gerat ; aliis 
verbis, quae ejus olim latissime per Illyricum dominati adhuc manserint reli- 
quiae, nisi ruinas maus dicere. Neque nos negleximus quaerere. Sed partim 
in rubricis statisticis Giagolitae non ritu sed iinguae tantum privilegio diflFerentes 
a reliquis Latinis confunduntur cum his, ita ut eorum numerus non appareat 
separatim. Partim amici, quos iterato eosque diversissimos interrogavimus, qua- 
cunque demum de causa, nil nobis iniegri cerlique retulere. Notum est Segniensem 
aliasque Istriae et Dalmatiae dioeceses etiamnum piures habere ecclesias (dixere 
universim plus centum), quae missam nonnisi giagoiitice celebrant. — Rt'xw 
neuerem flatijiifd&eö SÖerf unb felbfi nicbt bie Sd^ematiömen ber betreffenbcn 
JDfocefen »^eben über ben S3ejianb be^ @lagonti<?muä fiebere Sluenjeife. 

3) S. S. 46. 0eote 8. @. 168. 

4) Optnndum esset, ut Episcoporum lilyricorum diligentia sensim Breviarii 
Romani usus cum Missali item Romano et Rituali Sacramentorum induceretur: 
quod efücere pro eorum pietate ac prudentia non erit summopere difficile, si 
juniores Clericos et ex Seminarii scholis selectos, qui studio et ingenio magis 
proflciunt , exercere sensim coeperint , et ad opus hoc pium studiose promoverint. 
Assemani Kalend. IV. 409 s. 



173 

3)er innere a3erfall ber glagolitifci^en @ad^e tonnte §u nid^tö 
Stnberem führen, aU bag baö feit brei Sa^r^unberten in Miqtx 9Iuf* 
lofung ^/griffene gdnjlid^ Befeitigt tourbe unb baö J^eBenbige unb ^alu 
Bare an feine (Stelle trat; unb bemnad^ ttjerben l^eutigen ^ageö bie 
glagolitifc^en Äird^enBud^er immer me^r öon ben lateinifd^en ijerbrängt, 
o^ne iebocl^ baö flaiüifci^e 33oI! um fein alteö ?tnred^t 
ju Bringen, jene ©türfe ber ^. aMeffe, iweld^e laut gef^^ro* 
c^^en njerben, in ben Sauten beö flawifd^en 3biomd gu 
öerne^men. 

3n biefe^ ©tabium ifi bie fratoifc^e li^iturgie in ben ^iJcefen Si* 
Burnienö laut folgenber öerldfjUc^er 3Mitt^eiIung ^) getreten: ,,3c^ jog 
bie notßigen ^rfunbigungen ein, in mie meit fld^ noc^ in manchen 
Orten meiner 3)i6cefe bie flatoifd^e !i?iturgie erl^alten ^aBe, unb n^aö 
fonft ^ieruBer Befannt fe^. 3)ie 0?otijen flnb fe^r mangelhaft; man 
fann au^ ben öorl^anbenen ^auf:*, @terBs= unb ^rauung^regifiern nur 
entnehmen, baf Bis jum Sa^re 1678 bie flamifd^e i^iturgie in ben 
^Pfarren li^iBurnienö, ndmlid^ gu ßafiua, ^Se^rinaj, Sot>rana, SRofcl^e:» 
ni^je unb Sergej burd^gel^enbS uBIid^ mar, hjie eö bie alten 3»e^Biu 
d^er unb Q^re^larien nac^toeifen. . ^bie $riefier jener 3fiten famen 
meifienö auS 3!)almatien unb ben umliegenben 3nfeln toon ß^erfo unb 
3SegIia in bie ijorBenannten ^^farren, unb Brad^ten ben flamifd^en 
9titü6 unb bie fkipifd^e 33IIbung mit, toie f!e ißnen in ben flattjifd&en 
©eminarien, »pie foIci^eS nod^ ju unfern Seiten in 3«ra Bepanb, Bei* 
geBrad^t hjurbe. 0?ad^bem ju Winnie ein 3efuiteinconegium errid^tet 
njar, wenbeten fld^ aud^ einl^eimifd^e 3ungnnge ju ben t^eologifd^en 
©tubien, unb barauf i^crfd^toanb nad^ unb nad^ bie flatoifd&e )öiturgie. 
@egenn)drtig Bejie^t faji in allen ^^farren beö altöfierreid^ifd^en (nid^t 
beö 6ra=33enetianifd^en) 3firienS bie Sitte, baß an Sonn* unb geier* 
tagen bie (5 ^i fiel unb baö ßijangelium Bei ber aWeffe öom ^riefier 
in ber flatoifd^en ©^rad^e gefungen Juirb; aud^ iji au^ ber Benad^* 
Barten 5£)i6cefe t>on 3engg, too mit 9(^^roBation beö bortigen 33i* 
fd^ofS im 3a^re 1824 dn ^iefur Befiimmteö ^udfeeld^en erfd^ienen mar, 
in unfere ©egenben Idngö ber liBurnifc^en Jlujie.ber ©eBraud^ liBer:» 
gegangen, neBp ber ©^iflel unb bem ßijangelium aud^ bie Oraliones 
unb bie Praefation flamifd^ ^u fingen; allein gegenwärtig fommt i'iBeraH 
ber lateinifd^e Olituö in Stufnal^me." — @ö ifi nid^t ju jhjeifeln, baß 
bie 5Dinge auc^ in ^Dalmatien fid^ nid^t anberö gefialtet ^aBen; 
benn bie Statur einer (Baä^t ma^t ftc^ üBeraH not^menbig geltenb. 

J)a in ber gefammten aBenblanbifd^en Äird^e Beim feierlid^en 
©otteSbienfic nur bie Oratio nen, bie ^^^»ifiel, baS ßijangelium, 
bie ^rdfation unb baS Paternoster gefungen Werben, alleö 
2lnber^ aBer nur füll t>om ^^riefier geBet^et wirb, fo ift baö alte 
Slnred^t beö flawifd^en 33olfeö üoHfommen gewahrt, tvtnn bie genann* 



5) 3c6 ücrbanfe biefclBe ber freunbfd&aftlic^en ®ute be^ P. T. ^errn 93if(i&of^ 
»on S^rieftjß^a^obijlna, Dr. 93art]^olüm&u^ Segat. 



174 

ten ©tÄrfe ber f), SReffe bemfeI6en laut vorgetragen njerben*). Sa 
aC^er bem iir^rifd;en J^leruö ba« ^^erfläiibnig ber flaroifc^en Äirc^en* 
^pxa^e ganij ab^anben gefommen Ift'), fo ijl naturlid^ bie lateinifc^f 
@:^ra(^e, in hjeld^er berfel^e i^on 3ugenb auf unterrichtet mirb, für 
i()n affein geeignet, um in berfe(6en eBen fo bie canonifd^en ^a^^tU 
ten, m benen ba« ^43oI! gar ni(Vt Bet^eiligt ifl, aU auti) bie jiiden 
©ettet^e ber !^iturgie ju verrichten, — um fo me^r, hjcnn alle anbern 
Vrieflerlicl^en Functionen fi'ir bie ©IduHgen beö ifT^rifci&en ^olfeö no(^ 
bem in feiner Ie(»enben @vrad^e aufgefaßten 0lituaP) vermaltet irerben. 

(Soffte eine folcl^e ©eflartung ber .^inge bem @inne unb ®elpe 
ber großen ^eiligen aRänner, ß^riU unb aMet(;ob, ber Q3äter ber 
flamifc^en l^iturgie, gutoiber fe^n? 



6) 2)l*§ ift au(l& @ebrau^ an ber fla»rif((>en 9iationaIfird^e in 9?om S. 
Hieronymi Illyricorum, treidle eine ^arbinal; ilitularfird^c ifi. 

7) 9Mc^ttJ beilo tt>cnificr bleibt e^ ein gevec^te'5 55erlangen , bap .für bie 
B^glin^e beö $rieftcrflanbe^ fUnvifcTjer Diation in t>cn .tuj^cnlanbcn ein ?c()r; 
jiul)i if)rer alten ^irc^enfpradjc txtidjict, unb fte burd) bati Shibium berfelbcn 
in @tanb gefc&t tt>erbcn, '^i( C^^cfangflücfe beim feierlichen ®o tte?biv»n fte grünt»' 
V\ä) ^u ver^ef^en. 



8) ©. §. 45. e. 165. 



% n\} a na I. 



( 



I 



CODEX 



LEGENDARUM ET MONUMENTORUM 



DE 



SS. CYRILLO ET METHODIO 



NEC NON 



DE 



LITURGIA SLAVICA 



A GENTIUM. 



fiiBiel, Codex z. Gesch. Cyrills u. Melhods u. d. slav. Lilurg-ie. 1 



i 



A. 



LEGENDAE 



DE 



SS. CYRILLO ET METHODIO. 



1* 



1 



I 



i 



f 



I. 

Legenda Italica, 



Vita cum Translatione S. Clementiso* 

1. 

Tempore igitur quo Michael Imperator Novae-Romae regebat 
imperium, fuit quidam vir nobili genere, civitate Thessalonica 
ortus, vocabulo Constantinus , qui ob mjrabile Ingenium, quo ab 
ineuute infantia mirabiliter claruit, veraci agnomine Philosophus 
est appellatus. Hie cum adolevisset, atque a parentibus fuisset 
in urbem regiam ductus, essetque insuper magna religione et 
prudentia praeditus, honorem quoque Sacerdotii ibidem, ordinante 
Domino, est adeptus. 

Tunc temporis ad praefatum Imperatorem Cazarorum legati 
venerunt, orantes ac supplicantes , ut dignaretur mittere ad illos 
aliquem eruditum virum, qui eos lidem catholicam veraciter edo- 
ceret; adjicientes inter cetera, quoniam nunc Judaei ad fidem suam, 
modo Saraceni ad suam nos convertere e contrario moliuntur. Verum 
nos ignorantes ad quos potissimum nos transferamus , propterea 
a summo et catholico Imperator e consilium quaerere nostrae fidei 
ac salutis decrevimus, in fide vestra ac veteri amicitia plurimum 
confidentes. Tunc Imperator, simul cum Patriarcha consilio ha- 
bito , praefatum Philosophum advocans , simul cum legatis illorum 
ac suis, honorificentissime transmisit illuc, optime confidens de 
prudentia et eloquentia ejus. 

2. 

E vestigio igitur praeparatis omnibus necessariis, iter arri- 
piens venit Cersonam, quae nimirum terrae vicina Cazarorum et 
contigua est, ibique gratia discendi linguam gentis illius est ali- 



1) Acta Sanctorura Bolland. Martii Tom. II. Antverpiae 1668. Fol. 
pag. 19—21. 



i 



6 

quantulum demoratus. Interea Deo inspirante, qui jara jamque 
tantum tamque pretiosura thesaurum, corporis videlicet S. Clemen- 
tis, fidelibus suis revelare decreverat, coepit praefatus vir, ac si 
ciiriosus explorator, ab incolis loci diligentissime perscrutari ac 
solerter investigare illa , quae ad se tum litterarum traditione , tum 
quoque vulgari fama, de corpore B. Clementis, de templo ange- 
licis manibus praeparato sive de arca ipsins, pervenerant. Ad 
quem praefati omnes, utpote non indigenae, sed diversis ex gen- 
tibus advenae, se quod requireret omnino nescire professi sunt. 
Siquidem ex longo jam tempore, ob culpam et negligentiam in- 
colarum, miraculum illud marini recessus, quod in bistoria pas- 
sionis praefati Pontificis celebre satis habetur, fieri destiterat, et 
mare fluctus suos in pristinas stationes refuderat. Praeterea et 
ob multitudinem incursantium Barbarorum locus ille desertus est, 
et templum neglectum atque destructum, et magna pars regionis 
illius fere desolata et inhabitabilis reddita; ac propterea ipsa 
sancti Martyris arca cum corpore ipsius fluctibus obruta fuerat. 

3. 

Super quo responso miratus valde ac tristis Philosophus red- 
ditus, ad orationem conversus est, ut quod per homines explo- 
rare non poterat, divina sibi revelatio meritis praefati Pontificis 
dignaretur ostendere. Civitatulae ipsius Metropolitam , nomine 
Georgium, simul cum clero et populo ad eadem de coelo expe- 
tenda invitans : super hoc etiara- referens illius gesta passionis, 
seu miraculorum ejusdem beatissimi Martyris , plurimos eorum ac- 
cedere et tarn pretiosas margarit^i^ tarn diu neglectas requirere, et 
in lucem Deo juvante reducere, suis adhortationibus animavit. 
Quadam autem die, quae in III. Calendarum Januariarum inscri- 
bitur, tranquillo mari navem ingressi, Christo duce iter arripiunt, 
praedictus videlicet Philosophus cum Episcopo ac venerabili clero, 
nee non cum nonnullis de populo. Navigantes igitur cum ingenti 
devotione ac fiducia psallentes et orantes pervenerunt ad insulam, 
in qua videlicet aestimabant sancti corpus Martyris esse. Eam 
igitur undique circumdantes , et multo luminum splendore lustran- 
tes, coeperunt magis ac magis precibus sacris insistere, et in 
acervo illo, quo tantum thesaurum quiescere suspicari dabatur, 
curiose satis et instantissime fodere. 



4. 

Ubi diu raultumque desiderio sancto cunctantibus , et de spe 
divinae miserationis pluriraum confideuiibus ^ tandem ex improviso 
velut clarissimum quoddam sidus, donante Deo, una de cosiis 
Martyris pretiosi resplenduit. Ad quod spectaculum omnibus im- 
mensa exultatione repletis, magisque ac amplius sine aliqua jam 
excitatione terram certatim eruderantibus , sanctum quoque caput 
ipsius consequenter apparuit. Quantae jam omnium voces in coe- 
lum, qnantae laudes et gratiarum actiones in Deum ab universis 
cum laciymarum effusionibus, dat«e sunt, si vel aestimare qui- 
dem vix possumus, quanto minus exprimere? Tanta siquidem 
in omnes tum de sanctarum inventione reliquiarum, tum de im- 
mensissimi odoris suavitate erat innata laetitia, ut cum jubilo 
ineffabili gratulantes in paradiso extra sese putaretur consistere. 
Cum ecce post paullulum rursus quasi ex quibusdam abditis 
sanctarum reliquiarum particulis paullatim et per modica inter- 
valla, omnes repertae sunt. Ad ultimum quoque ipsa etiam an- 
chora, cum qua in Pontum est praecipitatus , apparuit. 

5. 

Omnibus igitur pro tantis Dei bonis immensa repletis laeti- 
tia, celebratis ibidem a sancto Pontifice sacrosanctis mysteriis, 
ipsemet sanctus vir super proprium caput sanctarum reliquiarum 
loculum levans, ad navim cum ingenti universorum subsequen- 
tium tripudio detulit; ac deinde Georgiam ') metropolim cum hym- 
nis et laudibus maximis transportavit. Interea cum jam civitati 
appropinquarent , vir nobilis Nicephorus ejusdiem civitatis dux, 
illis cum pluribus aliis obviavit, et adoratis sanctis reliquiis, cum 
multis gratiarum actionibus praecedens sanctum loculum, ad ur- 
bem cum gaudio remeare properabat. Ibi etiam cum ingenti uni- 
versorum tripudio sanctum ac venerabile corpus receptum adora- 
vit, et recitato coram omni populo inventionis ejus mysterio, cum 
jam advesperasceret , et prae nimia populi frequentia ingredi 
ultra non posset, in templo S. Sozontis*), quod urbi erat conti- 
guum, cum diligenti custodia posuerunt: demum vero ad ecclesiam 



1) BoU. minus recte: Gloriam. 

2) Egregio perfunctus martyrio est S. Sozon Pompejopoli in Cilicia. 
Nota Bolland. 



8 

S. Leuntii ') transtulerunt. Inde cum mane factum esset, uni- 
versa civitatis multitudo conveniens, assumpto sanctarum reli- 
quiairum loculo, totam cum magnis laudibus in circuitu lustrave- 
runt urbem, et sie ad majorem basilicam venientes, in ea ipsam 
honorifice locaverunt: sicque omnes demum ad sua gaudentes 
reversi sunt. 

6. 

Post haec praedictus Pbilosopbus iter arripiens, et ad gen- 
tem illam , ad quam missus ^erat , veniens , comitatus Ködern- 
ptoris omnium Dei praedicationibus et rationibus eloquiorum suo- 
rum, convertit omnes illos ab erroribus, quos tam de Saraceno- 
rum quam de Judaeorum perfidia retinebant. Unde plurimum 
exbilarati, et in fide catbolica corroborati atque edocti, gratias 
referebant omnipotenti Deo et famulo ejus Constantino Pbilo- 
sopho. Litteras insuper Imperatori cum multis gratiarum actio- 
nibus transmiserunt ; quia eos studio suo ad veram et catbolicam 
revocare studuerit fidem ; affirmantes se ob eam rem imperio ejus 
semper subditos et fidelissimos de cetero velle manere. Dedu- 
centes autem Pbilosopbum cum nlulto bonore, obtulerunt ei mu- 
nera maxima, quae ille omnia, ut revera Pbilosopbus, respuens, 
rogavit ut pro muneribus illis, quotquot captivos externos habe- 
rent, sibi secum mox reversuro dimitterent. Quod protinus com- 
pletum est. 

7. 

Philosopho autem reverso Constantinopolim , audiens Basti- 
laus princeps Moraviae , quocj factum fuerat a Philosopbo in pro- 
vincia Cazarorum; ipse quoque genti suae consulens, ad prae- 
dictum Imperatorem nuntios misit, nuntians boc, quod populus 
suus ab idolorum quidem cultura recesserat, et cbristianam le- 
gem observare desiderabat; verum doctorem talem non babent, 
qui ad legendum eos et ad perfectam legem ipsam edoceat: ro- 
gare se ut talem bominem ad partes illas dirigat, qui pleniter 
fidem et ordinem divinae legis et viam veritatis populo illi osten- 



1) Multi in martyrologiis tum Latinorum tum Graecorum memoran- 
tur Leontii, cui potissimum in Taurica Chersoneso dicata fuerit ecciesia, 
nos latet; Not. BoH. 



9 

dere valeat. Cujus precibus annuens Imperator, eundem super- 
uominatum Philosophum ad se venire rogavit; eumque illuc, id 
est, in terrara Sclavorum, simul cum Meihodio germano suo, trans- 
misit, copiosis valde illi de palatio suo datis expendiis. Cum- 
que ad partes illas, Deo praeparante, venissent; cognoscentes 
loci indigenae adventum illorura, valde gavisi sunt; quia et re- 
liquias B. Cleraentis secum ferre audierant, et Evangelium in eo- 
rum linguam a Philosopbo praedicto translatum. Exeuntes igitur 
extra civitatem obviam, honorifice et cum ingenti laetitia rece- 
perunt eos. Coeperunt itaque ad id quod venerant peragendum 
studiose insistere, et parvulos eorum litteras edocere, officia ec- 
clesiastica instruere, et ad correptionem diversorum errorum, quos 
in populo illp repererant, falcem eloquiorum suorum inducere; 
sicque abrasis et extirpatis de agro illo pestifero multifariis vitio- 
rum sentibus , divini verbi gramina Seminare. Manserunt ergo in 
Moravia per annos quatuor et dimidium, et direxerunt populum 
illius in fide catbolica, et scripta ibi reliquerunt omnia, quae ad 
Ecclesiae ministerium videbantur esse necessaria. 

8. 

His Omnibus auditis , Papa gloriosissimus Nicolaus^ valde laetus 
super his quae sibi ex hoc relata fuerant redditus, mandavit et ad se 
venire illos litteris Apostolicis invitavit. Quo nuntio illi percepto 
valde gavisi sunt, gratias agentes Deo, quod tanti erant habiti, 
quod mererentur ab Apostolica Sede vocari. Mox igitur iter ag- 
gressi, duxerunt etiam secum aliquos de discipulis suis, quos dignos 
esse ad Episcopatus honorem recipiendum censebant: sicque post 
aliquos dies Romam applicuerant. 

9. 

Sed cum ante non multos dies supradictus Papa Nicolaus 
transiisset ad Dominum, secuudus Adrianus, qui illi in Komano 
Pontificatu successerat, audiens quod praefatus Philosophus cor- 
pus B. Clementis, quod studio suo repererat, secum deferret, valde 
nimis exhilaratus est, et extra Urbem cum clero et populo pro- 
cedens obviam illis, honorifice satis eos recepit. Coeperunt in- 
terea ad praesentiam sanctarum reliquiarum, per virtutem omni- 
potentis Dei, sanitates mirabiles fieri; ita ut quovis languore qui- 
libet oppressus fuisset, adoratis pretiosi Martyris reliquiis sacro- 



10 

sanctis, protinus salvaretur. Quapropter tarn Venerabilis Aposto- 
licus quam et totius Romani populi universitas, gratias et laudes 
Deo maximas referentes, gaudebant et jocundabantur in ipso, 
qui iis post tarn prolixi temporis spatia concesserit in diebus suis 
sanctum et Apostolicum virum, et ipsins Apostolorum Principis 
Petri successorem, in Sede sua recipere; et non solum Urbem 
totam, sed et Orbem quoque totum Romani Imperii, signis ejus 
ac virtutibus illustrare. Multis itaque gratiarum actionibus prae- 
fato Philosopho pro tanto beneficio redditis , consecraverunt ipsum 
et Methodium in Episcopos, nee non et ceteros eorum discipu- 
lo8 in Presbyteros et Diaconos. 

10. 

Cum autem Philosophus , qui et Constantinus , diem transi- 
tus sui imminere sibi sensisset, ex concessione Summi Pontificis 
imposuit sibi nomen Cyrillum^ dicens hoc revelatum sibi fuisse: 
et sie post quadraginta dies dormitionem aceepit in Domino sexto 
deeimo Kalendas Martias. Praeeepit autem sanetus Apostolicus, 
ut omnes tam Graeei quam Romani eleriei ad exequias ejus ac- 
eurrerent eum psalmis et eantieis, eum eereis et thuris odoribus, 
et non aliter ei, quam ipsi quoque Apostolieo, funeris honorem 
imp ender ent. 

11- 
Tune supradietus frater ejus Methodius aeeedens ad sanctum 
Pontifieem, et proeidens ad vestigia ejus, ait: Dignum ae neces- 
sarium duxi suggerere Beatitudini Tuae, Apostoliee Pater, quo- 
niam quando ex domo nostra ad servitium, quod auxiliante Do- 
mino feeimus, sumus egressi; mater eum multis laerymis obte- 
stata est, ut si aliquem ex nobis, antequam reverteremur , obiisse 
contingeret , defunetum fratrem frater vivens ad monasterium 
suum redueeret, et ibidem illum digno et eompetenti obsequio 
sepeliret. Dignetur igitur Sanetitas vestra hoc munus meae par- 
vitati eoneedere, ne precibus matris vel eontestationibus videar 
aliquatenus contraire. Non est visum Apostolieo, quamvis grave 
sibi aliquantulum videretur, petitioni et voluntati hujuseemodi re- 
fragari: sed clausum diligenter defuneti corpus in loeello mar- 
moreo, et proprio insuper sigillo signatum, post Septem dies dat 
ei lieentiam reeedendi. Tune Romanus elerus simul eum Episcopis 



11 

ac Cardin alibus et nobilibus Urbis consilio habito convenientes 
ad Apostolicum coeperunt dicere: Indignum nobis valde videtiir, 
venerabilis Pater et Domine, ut tautum tamque magnificum virum, 
per quem tam pretiosum thesaurum Urbs et Ecclesia nostra re- 
cuperare promeruit, et quem Deus ex tam longinquis regionibus 
et exteris ad nos sua gratuita pietate perducere, et adhuc etiam 
ex hoc loco ad sua regna est dignatus assumere, qualibet inter- 
veniente occasione in alias patiamini partes transferri: sed hie 
potius placet, honorifice tumuletur, quia et dignum valde est, ut 
famae tam celebris homo, in tam celeberrima urbe, celebrem 
locura habeat sepulturae. Placuit hoc consilium Apostolico, et 
statuit ut in B. Petri basilica poneretur, in suo videlicet proprio 
monumento. 

12. 

Cernens Methodius jam suum defecisse propositum, oravit 
iterum dicens: Obsecro vos Domini mei, quandoquidem non est 
placitum vobis, meam petitiunculam adimplere, ut in ecclesia B. 
Clementis, cujus corpus multo suo labore ac studio repertum huc 
detulit, recondatur. Annuit hujusmodi petitioni Praesul sanctis- 
sim'us, et concurrente cleri ac populi maxima frequentia, cum 
ingenti laetitia et reverentia multa, simul cum locello marmoreo, 
in quo pridem illum praedictus Papa condiderat, posuerunt in 
monumento ad id praeparato in basilica B. Clementis ad dex- 
teram partem altaris ipsius, cum hymnis et laudibus, maximas 
^atias agentes Deo : qui in loco eodem multa et miranda opera- 
tur, ad laudem et gloriam nominis sui, per merita et orationes 
Sanctorum suorum, qui est benedictus et gloriosus in secula se- 
culorum, Amen. 



12 



IL 

Legenda Moravica. 



Legenda Sanctorum Cyrilli et Methodii Fatronorum 

Moraviae^). 

Chazari, Bulgari, Moravi, Bohemi per eos conversi; corpus S. Cle- 
mentis Papae Romam allatum; usus linguae slavonicae in sa- 
cris; adver sa Methodio illata. 

1. 

Tempore Michaelis Imperatoris fuit quidam vir genere nobi- 
lis, civitate Thessalonica ortus, nomine Conslantinus ^ qui propter 
mirabile ejus ingenium dictus est Philosophus. (Hie quinquage- 
simo die ante obitum suum, concessione Summi Pontificis impo- 
suit sibi nomen Cyrillus^ asserens sibi nomen hoc revelatum divi- 
nitus.) Cumque adolevisset, magna religione et prudentia est 
praeditus, honoremque sacerdotii ibidem est adeptus. Eodem 
tempore ad praefatum Imperatorem in Constantinopoli venerunt 
Gazarorum legati, "supplicantes quatenus dignaretur aliquem ad 
illos mittere virum eruditum, qui eos fidem catholicam veraciter 
edoceret; adjicientes inter cetera, quomodo nunc Judaei, modo 
Saraceni, ad suam fidem eos molirentur convertere. Tunc Im- 
perator simul cum Patriarcha habito consilio, praefatum Philoso- 
phum illuc transmisit, optime confidens de ejus prudentia, con- 
versationeque laudabili, et morum probitate. 

2. 

Vir autem clarus iter arripiens, venit Cersonam^ quae Gaza- 
rorum terrae vicina et contigua est, et ibi gratia discendi lingiiam 
gentis illius, est aliquantulum commoratus. Interea, Deo inspi- 
rante, interrogavit babitatores loci illius de corpore S. Clementis. 
Sed quia advenae potius erant quam indigenae, professi sunt se 



l) Mährische Legende von Cyrill und Meihod, Nach Handschriften 
herausgegeben von Joseph Dohrowsky. Prag 1826. 

Acta Sanctorum Bolland. Martii Tom. II. Antverpiae 1668. Fol. pag. 22 s. 



13 

nescire. Miraculum enim marini recessus ob culpam inhabitan- 
tium jam dudum cessaverat, et ob incursum barbarorum tem- 
plum fuerat destructum. Porro vir sanctus ad vigilias, ad jeju- 
nia et orationes convertitur, supplicans Domino, ut quae per ho- 
mines explorare non poterat, divina sibi revelatione pandere 
dignaretur. Tunc mari siccato divinitus ecclesiam ibi dudum 
constructam ingreditur, et corpus S. Clementis Papae et Marty- 
ris cum anchora invenit, et reverenter sustoUens, quocunque 
iret loco, secum deportabat. 

3. 

Post haec iter arripiens ad terram Gazarorum perveniens pro- 
phetica et evangelica semina serebat in populo, virtutibus et 
exemplo lucebat omnibus , dulci praedicationis sermone corda 
refecit esurientium , ita ut ab errore idololatriae ad viam veritatis 
terram illam reduceret. At illi plurimum exhilarati, et in fide 
catbolica roborati omnipotenti Deo, et famulo ejus Constantino, 
quod ab errore draconis flammimovi essent eruti, gratias refe- 
rebant, offerentes Philosopho maxima munera, quae ille omnia, 
ut revera Philosophus, respuens, rogavit eos, quatenus pro mn- 
neribus illis, quotquot captivos haberent Christianos servituti de- 
ditos , dimitterent liberos , quod protinus adimpletum est. Quo 
facto Philosophus reversus est Constantinopolim. 

4. 

Audiens autem princeps Moraviae, quod factum fuerat a 
Philosopho in Gazarorum provincia, ipse quoque genti suae con- 
sulens, misit ad praedictum Imperatorem nuntios rogans, quate- 
nus genti suae verum doctorem dirigat, qui eis pleniter fidem 
rectam, legis ordinem, et viam veritatis valeat ostendere. Cujus 
precibus annuens Imperator praenuntiatum Philo sophum cum Me- 
ihudio germano suo illuc transmisit, mandans ei copiosas expensas 
dari pro itinere. Egressus vero venit primo ad Bulgaros, quos 
divina cooperatrice gratia, sua praedicatione convertit ad fidem. 

5. 

Abinde procedens devenit in terram Moraviae, secum por- 
tans corpus beati Clementis. Coepit autem ad id , propter 
quod venerat, peragendum studiose insistere, et ad correctionem 



i 



s 




ferhate, fastn in- 
ilii pari conspira- 
i , doctrinam viii 
secam erroneoa 
int exterminare. 
< fidelem admo. 
'<• salntaria ejus 
umaeiter asper- 
. t PS BacerdoteB 



Ions, qnomodo 
't alioB impie 
t'CB boni car- 
ürimm decli- 
itholicae ab- 
. idico snSbl- 




r*-"" 



i-öo mnocen- 
sum Swato- 
omnea ejuB 



secnm reda- 

t saltem ^a- 

iirre , pro de- 

Lioni cum non 

pro tempore 

i ecclesiam S- 

tum, id occnit« 

0. Cumqne jam 

via, in loco quo- 

.Dtem vir sanctns 

Dtilla ratione ab 

3 orationibas in- 

pus illnd sacrnm 

- elevala oatendit 



16 

tanti viri industriam et fidem , studiosa deliberatione praebabita, 
statuerunt supradicto ordine et sermone in Ulis partibus, quas 
Cyrillus Deo acquisierat, et sicut statuerat, canonicas horas 
cum missarum solenniis ita debere deinceps celebrari. 

8. 

Cum igitur fama viri Dei magnificaretur in populo, expa- 
vescens ne rumigero populi celebraretur favore, sub magna vi- 
gilantia deliberavit, potius Deo soli cognitus esse, quam hominum 
efferri laudibus. Sciens omnium esse virtutum veram in humili- 
tate custodiam, episcopatum renuncians, babitum induit monacha- 
lem et ex auctoritate Apostolica dereliquit post se sanctum Me- 
tbudium fratrem suum , gloriosis virtutibus glorificandum , cui pro 
foedere caritatis aeternae , tamquam pius Magister discipulo suo, 
amore devoto curam commendavit pastoralem, in quo caritatis 
munificentia, religio optimae vitae, et verbi Dei instantia vera- 
citer residebat. Factus ergo Moravorum antistes et lucerna pa- 
triae, gregem commissum curae suae discreta pietate monuit, 
docuit et correxit, evellens nocua, saltitaria seminans, ecclesias 
Dei ad culmen summi decoris erigens, mira exercens, unum- 
quemque a polluta gentilium religione persuasit discedere, et per 
baptismum induere Cbristum. Tali instantia vir Dei rexit Eccle- 
siam sibi commissam, Sic per suam salutarem doctrinam sanctis- 
simum Christi nomen cunctorum resonabat in ore. Sic omnes quie- 
scebant in pulcbritudine pacis, omnes gaudebant in agnitione 
veritatis, universi laetati sunt in sanctitate christianae religionis. 

9. 

Cernens autem ludificator animarum diabolus populum suis 
semper mancipatum servitiis sibi subtrabi, et vero Regi Christo 
Jesu applicari, nequitiarum indutus armis ad tantam malignitatis 
Deo^odibiles excitavit perfidiam, ut seditiosus Swalopluk princeps 
doli, cum sibi adhaerentibus fraudum complicibus fremeret in 
tantum, quod religiosum principem avunculum suum occulti po- 
tione veneni appeteret occidere, quatenus in loco ejus posset 
regnare. Sed pius Rex sumpto ignoranter lethali potu, divina 
se protegente gratia, nil nocuum sensit in corpore. 

10. 

Postquam vero devotus Rex fuisset natural! morte defunctüs 



17 

et Swatopluk regnum Moraviae guberaaret sna feritate, fastu in- 
flatus arrogantiae cum ministris satanae, qui sibi pari conspira- 
tione tamquam canes rabidissimi erant connexi, doctrinam viri 
Dei vanam fore asserebant, et eos, qui una secum erroneos 
revocabant ad viam salutis et gratiae, laborabant exterminare. 
Praeco autem Christi constantissimus plebem Deo fidelem admo. 
nuit, ut in via veritatis persisteret, qui alacri corde salutaria ejus 
monita capaciter susceperunt. Eebelles vero contumaciter asper- 
nabantur legem Domini, plurimis injuriis afficientes sacerdotes 
Domini. 

Pater autem angelicus alta consideratione perpendens, quomodo 
nonnullos pie credentes splendor lucis accenderat, et alios impie 
derogantes tetra caligo diffüderat, et quomodo sequaces boni cur- 
runt ad gloriam, et perfidi trahuntur ad poenam, illorum decli- 
nans pertinaciam, illos tamquam hostes religionis catholicae ab- 
horruit, omnem eorum conversationem detestans, Davidico sufful- 
tus exemplo dixit intra se: De cetero non sedebo cum consilio 
malignaniium ^ et cum sceleratis non manebOy sed adhaerebo innocen- 
libus, et ciröumdabo altare Dei mei, Quapropter in ipsum Swato- 
pluk, frontosum principem et suos satellites, et in omnes ejus 
Gades excommiinicationis fulminavit sententiam. 

12. 

Quo facto Komam adiit volens beatum Cyrillum secum redu- 
cere, sed inveniens eum mortuum, petiit Papam, ut saltem fra- 
ternum corpus exanime secum possit Moraviam deferre, pro de- 
votione gentis ipsius noviter conversae. Cui petitioni cum non 
annuisset Apostolicus, sanctus Metbudius occulte pro tempore 
stetit Komae, et tandem quadam nocte ingrediens ecclesiam S* 
Clementis, in qua fraternum corpus fuerat sepultum, id occulte 
recipiens , secum versus Moraviam voluit deportare. Cumque jam 
per aliquot dies corpus sanctum secum portasset in via, in loco quo- 
dam amoeno pausabat causa requiei. Postquam autem vir sanctus 
ulterius voluisset cum corpore sancto procedere, nulla ratione ab 
illo loco potuit recedere. At beatus Methudius orationibus in- 
sistens petiit sibi divinitus revelari, quonam corpus illud sacrum 
deberet deferre. Tunc S. Cyrillus manu dextra elevata ostendit 

Cliliel, Codex z. Gesch. Cyrills u. Methods u. d. slav. Liturgie. -^ 



_J[8 

fratri suo Metbudio maltis videntibus, quod Komam debeat re- 
portari. Quo reportato Papa cum populo Romano sancto occur- 
rens corpori, illud reverenter recipiens in ecclesia S. Clementis, 
ubi antea jacuerat, iterum sepelivit. 

13. 

< 

Post baec Swatopluk poenitentia ductus super bis , quae viro 
sancto injuste intulerat, per nuntios misit ad virum sanctum, per 
quos petiit, quatenus revertatur ad ecclesiam suam, promittens 
errata emendare. Tunc vir Dei gregem suum revisere properat, 
quem corpore reliquerat, non affectu. Ad cujus adventum oc- 
currentes nobiles cum civibus patriae et in mirum exultationis 
gaudium versi, gratulantes Deo dixerunt: visitasti Domine ter- 
ram nostram, laetificasti eam, remittens nobis nostrarum pasto- 
rem animarum. 

14. 

Accidit autem, ut rex Swatopluk in quodam convivio ducem 
Boemiae Borziwoy sub mensa sua in detestationem suae perfidiae 
locaret, incongruum asserens debere cum Cbristicolis hominem 
gentilem edere, quem S; Metbudius convertit ad fidem catbolicam, 
praedicens ei ore 'propbetico , si baptizaretur, quod ipse et sui 
successores potentiores omnibus principibus et regibus fierent. 
Cujus verbis dux Borziwoy consentiens, se petiit cum XXX suis 
numero baptizari. Quo baptizato, sacerdotibus secum receptis, 
Boemiam revertitur, et uxorem suam S. Ludmilam cum multitu- 
dine gentis Boemiae procurat baptizari. Qui in Christi fide vi- 
ventes post multa tempora aninjas Christo reddiderunt, saneta 
exempla post se relinquentes posteris. usque in hodiernum diem, 
ad laudem et gloriam Dei omnipotentis , cui est honor et gloria 
in secula seculorum, Amen. 



19 



HL 



Legenda Bohemica. 

Ex Legenda de S. Ludinillai). 



1. 

Diffundente sole justitiae radios sanctae fidei cbristianae 
orbis per climata universa, temporibus magnifici Doctoris beatis- 
simi Augustini, sanctus Cyrillus^ graecis et latinis apicibus suffi- 
cientissime instructus, postquam Bulgariam^) ad fidem Jesu boni 
convertisset , in nomine sanctae trinitatis et individuae unitatis 
Moraviam est ingressus, ubi omnipotenti Deo, cum ejus adjutorio, 
non modicum populum acquisivit. 

2. 

Inventisque novis apicibus sive literis vetus et novum testa- 
mentum, pluraque alia de graeeo sive latino sermone in Sclavo- 
nicum transtulit idioma, missas ceterasque canonicas boras reso- 
nare sclavonica voce in ecclesia statuendo, quod usque bodie in 
Bulgaria et in pluribus Sclavonorum regionibus observatur, mul- 
taeque ex hoc animae Christo Domino acquiruntur. 

3. 

Qui Cyrillus postquam multos manipulos in borreum Domini 
congregaret, fratrem suum Metudium, virum strenuum omnique saneti- 
tate decoratum, in Moravia relinquens, Romäm causa devotionis 
est profectus. 

4. 

Ubi a summo pontifice et aliis sapientibus redargutus pro 
eo, quod in Sclavonico idiomate missarum solemnia ordinaverit, 



1) Kritische Versuche, die ältere böhmische Geschichte von spätem 
Erdichtungen zu reinigen. I. Boriwoy's Taufe. Von J. D(obrowsky). Prag 
1803. S. 70 ff. Acta Sanctorum BoUand. 16. Septemb. 

2) Dobrowsky 1. c. scribebat „Ungariam**, et c. 2 „in Ungaria"; sed 
seriori tempore in codice, qui „per fratrem Johannem de Saczka, exulem 
in Rudnicz, 1440 scriptns erat, inveniebat lectionem ,,Bulgariam'^ Vide 
ejusdem Cyrill u. Method, der Slawen Apostel. Prag 1823. S. 41 Anmerkg. 

2* 



20 

se humiliter excusavit accepto psalterio et reperto versu, in quo 
dicitnr: omnis Spiritus laudel Dominum, Si omnis Spiritus laudare 
debet Dominum, cur patres electi probibetis missarum solemnia 
sclavonice modulari, cum illud idioma ita bene Deus fecit, sicut 
cetera idiomata. Et cum illis ad salutem animarum aliter non 
potui subvenire, Deus illud remedium mibi inspiravit, per quod 
sibi plurimos acquisivi. Quapropter ignoscite mihi patres saneti 
et Domini, siquidem et beatus Paulus, egregius doctor gentium, 
in epistola ad Corinthios dicit: loqui Unguis noliie prohihere, At 
Uli baec audientes et admirantes tanti viri (fidem), solemnia mis- 
sarum ceterarumque canonicarum borarum in sermone praefato, 
in partibus illis hymnizare auctoritate Apostolica statuunt et con- 
firmant. 

5. 

Idem vero beatus Cyrillus Komae remanens eidem genti gra- 
tiam sedis Apostolicae destinavit, monachicumque babitnm susci- 
piens diem clausit extremum. 

6. 

(Ipse) vero Metudius per regem Moraviae, qui vocabatnr 
Swatopluc, religiosum utique et devotum, qui tunc temporis po- 
tentissimus erat, quasi Imperator habens latissimum regimen, 
quod postea per insipientiam secundi Swatopluk nepotis primi 
dimembratum est, in archiepiscopum ordinatur, sibi aliis septem 
sufiraganeis surrogatis. 



Vi. 

Legenda Pannonica ^ ). 

Mensis Aprilis VI. die Commemoraiio et Vita heaii pairis nostri et 

doctoris Meihodii archiepiscopi Moravici. 

1. 
Benedic paler! 
Deus benignus et omnipotens, qui creavit a nonexistentia in 
existentiam omnia visibilia et invisibilia et ornavit ea omni 



1) Archiv für Kunde österreichischer Geschichtsquellen. XIII. Bd. 
1. H. Wien 1854. S. 156-63. 



21 

pulchritudine ^ quam si quis singilatim perpendit, ex parte potest 
cognoscere et intelligere eum, qui fecit talia opera mirabilia et malta ; 
e magnitudine enim et pulchritudine operum etiam parens eonim 
perspicitur, quem canunt angeli ter sancta voce et omues ortbo- 
doxi praedicamus in sancta trinitate, videlicet in Patre et Filio 
et Sancto Spiritu, id est in tribus substantiis, quas possumus 
tres personas yocare, at in una divinitate: ante omne enim tem- 
pus praeter omnem rationem et intelligentiam incamaliter Pater 
ipse Filium genuit, sicuti dixit Sapientia*): Anle colles ego par- 
iuriebary et in evangelio*) dixit ipsum divinum Verbum purissimo 
ore caro factum ultimis temporibus nostrae salutis gratia: Ego in 
Patre et Pater in me-. ab eodem Patre Sanctus Spiritus quoque 
procedit, sicuti dixit ipse filius divioa voce'): Spiritus veritatis, 
qui a Patre procedit — bic Dens perfecit omnem creaturam, sicuti 
dicit David ^): Verho Domini coeli firmati sunt et spiritu oris ejus 
omnis virtus eorum; ipse dixit et facta sunt, ipse mandavit et creata 
sunt. Ante omnia creavit hominem, limum e terra suscipiens, 
a se animam vivificante inspiratione inflans rationisque cogita- 
tionem et voluntatem dans ut intraret in paradisum. Praeceptum 
dedit ei ad tentandum, ut, si observaverit id, fieret immortalis, 
si vero transcenderit, morte moreretur sua ipsius voluntate, non 
autem jussu divino. Diabolus vero cum bominem ita honoratum 
videret atque evectum ad eum locum, de quo ipse superbia sua 
decidit, effecit ut transgrederetur praeceptum, ac Dens e para- 
diso expulit hominem ad mortem condemnatum. Et ab eo tem- 
pore exagitare coepit diabolus et tentare multis insidiis genus 
humanum, sed Dens pro magna misericordia et amore bominem 
band prorsus dereliquit, verum quovis anno et tempore elegit 
viros et ostendit bominibus opera et certamen eorum, ut illis si- 
miles se reddentes ad virtutem excitarentur. Ejusmodi fuit 
Enocb , qui primus ausus est appellare nomen Domini , Enocb vero 
postea Deo gratus mortuus est. Noe justus inventus est ex ge- 
neratione sua atque a diluvio in arca liberatus est, ut terra ite- 
rum divina creatura impleretur et ornaretur. Abrabam post di- 



1) Proverb. 8, 25. 

2) Job. 14, 11. 

3) Job. 15, 26. 

4) Psalm. 33, 6. 9. 



22 

visionem gentium dum oranes-errant, Deum cognovit et socius 
ejus dictus est et promissionem accepit*): Benedicentur in semine 
tuo omnes gentes terrae, Isaac ad effigiem Christi in montem ad 
sacrificium ductus est. Jacob idola loci delevit et scalam vidit 
a terra usque ad coelum et angelos in illa ascendentes et de- 
scendentes et in benedictione filiorum suorum de Christo prae- 
dixit. Josephus in Aegypto homines nutrivit divinum se exhi- 
bens. Job Aphsitidicum*) justum rectum irreprehensum scriptura 
vocat, qui tentationem suscipiens et perpessus benedictus fuit a 
domino. Moyses cum Aarone a presbyteris Dei Dens Pharaonis 
appellatus est et Aegyptum ciuciavit, Dei homines eduxit, inter- 
diu nube lucida noctu columna ignea, mare divisit et transivit 
per siccum, Aegyptios submersit et in deserto arido hominibus 
aquam praebuit et pane angelico et avibus satiavit et collocutus 
cum Deo coram eo quantum homo cum Deo loqui potest, legem 
hominibus dedit Dei digito scriptam. Jesus Nave hostibus de- 
bellatis terram hominibus Dei distribuit. Judices etiam multas 
Victorias reportarunt. Samuel Dei gratia accepta regem unxit et 
constituit verbo Domini. David dementia populum salvavit et 
cantica divina docuit. Salomon sapientiam a Deo accipiens ma- 
jorem sapientia omnium homii)um multa dicta bona cum parabo- 
lis edidit licet ipse non perfecerit. Elias malitiam populi fame 
castigavit et mortuum puerum resuscitavit et ignem de coelo verbo 
attulit , mukös combussit et sacrificia mirabili igne cremavit. Abo- 
minandos vero sacerdotes occidens ascendit in cadum in curru igneo 
et equis, discipulo duplicem spiritum largitus. Eliseus pallium 
excipiens duplicia miracula fecit. Ceteri prophetae suo quisque 
tempore prodigia, quae futura erant praedixerunt. Deinde Jo- 
hannes magnus mediator inter vetus testamentum et novum, ba- 
ptistes Christi et testis et praedicator vivis et mortuis factus est. 
Sancti Apostoli Petrus et Paulus cum ceteris discipulis Christi, 
qui tanquam fulgura totum orbem permearunt, illustrarunt totam 
terram, Deinceps martyres sanguine suo maculam abluerunt et 
successores sanctorum apostolorum, reges baptizantes, multo cer- 
tamine et labore paganismum exstirparunt. Sylvester venerandus 
cum trecentis octodecim patribus magnum imperatorem Constan- 



1) Genes. 22, 18. 26, 4. 

2) Legendum fortasse Usiticum. 



23 

m 

tinum in adjumentum accipiens, synodo prima Nicaeae convo- 
cata vicit damnavitque Arium et haeresim ejus, quam excitabat 
contra sanctam trinitatem, sicuti Abraham olim cum trecentis 
octodecim vernaculis regem percusserat; et a Melchisedeko rege 
Salem benedictionem accepit et panem vinumque. Erat enim sa- 
cerdos Dei allissimi. Et ipse theologus Gregorius cum centum vi- 
ginti quinque patribus et cum magno imperatore Theodosio Con- 
stantinopoli confirmavit symbolum, id est, credo in unum Deum, 
et Macedonium excommunicatum damnarunt et blaspbemiam ejus, 
quam pronuntiabat contra sanctum Spiritum. Coelestinus et Cy- 
rillus cum ducentis patribus et cum alio imperatore Ephesi Ne- 
storium vicerunt cum omni errore, quem pronuntiabat contra 
Christum. Leo et Anatolius cum orthodoxo imperatore Marciano 
et cum centum octoginta patribus Chalcedone Eutychii amentiam 
et errorem damnarunt. Vigilius cum Deo grato Justiniano et 
cum sexcentis triginta patribus quinta synodo convocata scrutati 
. . . . ^) damnarunt. Agathon papa apostolicus cum centum septua- 
ginta patribus et cum venerando Constantino imperatore in sexta 
synodo mültas turbas oppresserunt expulsasque damnarunt cum 
Omnibus illis qui in synodo aderant, videlicet Theodorum Pha- 
ranicum, Sergium et Pyrrhum, Cyrum Alexandrinum , Honorium 
Romanum , Macarium Antiochenum ceterosque socios eorum , chri- 
stianam vero fidem ad veritatem constituentes confirmarunt. 

2. 

Post hos autem omnes Dens misericors, qui vult ut omnis 
homo salvetur atque in cognitionem veritatis perveniat, nostro 
tempore nostri populi gratia, cujus nemo unquam curam gessit, 
ad virtutem erexit magistrum nostrum beatum Methodium, cujus 
omnes virtutes et certamina cum bis Deo gratis viris singulatim 
comparare non erubescimus. Aliis enim similis erat, aliis vero 
pauUo minor, et magis quam alii facundos strenuitate, strenuos 
facundia superabat; omnibus enim similis factus omnium imagi- 
nem in se ostendebat, timorem Dei, legum reverentiam, camis 
castitatem, assiduas preces et sanctitatem, sermonem vehemen- 
tem et lenem, vehementem in adversarios, lenem in eos, qui 



1) Desunt nonnuUa. 



24 

praecepta suscipiebant, iram, hilaritatem, misericordiam , amorem, 
constantiam, patientiam, omnia omnibus f actus esi, ui omnes lucri- 
facerel '). ' Erat autem utrimque haud infimo genere natus sed 
admodum nobili et bonesto, noto antea Deo et imperatori et 
omni regioni Tbessalonicensi , uti forma quoque corporis ejus ex- 
cellebat. Postea vero etiam Graeci illum a puero amantes magni 
faciebant, donec imperator, sagacitate ejus cognita, principahtm 
Slovcnicum eum teuere juberet. Dico vero ego tanquam fntura 
praevidens voluisse eum Slovenis magistrum mittere, primum ar- 
chiepiscopum , ut omnes mores Slovenicos disceret et iis panlla- 
tim assuefieret. 

3. 

Multis in illo principatu annis per actis cum in bac vita tur- 
bas innumeras (esse)^) videret, transmutavit tenebras terrenas co- 
gitationibus coelestibus. Nolebat enim animam pretiosam inquie- 
tare rebus non manentibus in aeternum, et data occasione prin- 
cipatu solutus ivit in Olympum, ubi sancti patres vivunt et post- 
quam se 'totondit nigra vestimenta (cepit) et obediebat bumiliter, 
perficiens omnia et totam explens monasticam regulam in libros 
incumbebat. 

4. 

Cum vero occasio venisset, accersivit imperator pbilosophum 
fratrem ejus, (ut) ad Kozaros (iter aggrederetur) et hie assum- 
psit eum secum in auxilium: erant enim ibi Judaei, qui cbristia- 
nam religionem admodum blaspbemabant. Ille autem dicens: 
Paratus sum pro christiana religione mori (hoc) non detrectavit, 
sed iens servivit minori fratri velut servus eique se subjecit. Hie 
orando , philosophus vero verbis , vicerunt eos ruboreque suifu- 
derunt. Cum imperator et patriarcha pulchrum ejus certamen in 
via Dei vidissent, cogere eum voluerunt, ut ordinaretur arcH- 
episcopus in nobili loco, ubi tali viro opus esset, cum ille autem 
nollet constituerunt invitum ahhalem in monasterio, quod nomina- 
tur Polychron, cujus reditus est quatuordecim modiorum auri; in 
patrum autem numero in illo habentur plus quam septuaginta. 



1) 1. Cor. 9, 22. 

2) Verba uncis inclusa ad sensum facilius explicandiun addita sunt. 



25 

5. 

Fuit vero in illis diebus Roslislav cum Suialopolko princeps 
Slovenorum et miserunt ex Moravia (nantios) ad imperatorem 
Michaelem loquentes ita: Misericordia Dei bene valemus et in- 
traverunt ad no8 doctores multi christiani ex Italia et ex Graecia 
et ex Germania, docentes nos contrario modo, verum nos Slo- 
veni simplices homines sumus neque habemus quempiam, qui nos 
in veritate instituat et sensum (scripturae) interpretetur. Age 
igitur, domine, mitte talem virum, qui nos omnem veritatem do- 
ceat. Tum dixit Michael imperator Constaniino pbilosopho: Au- 
disne pbilosopbe verba ista? Alius hoc perficere non potest nisi 
tu. Ideo dabo tibi munera multa et assumpto fratre tuo Melhodio 
abbate , proficiscere : etenim vos estis Thessalonicenses , Thessa- 
lonicenses vero omnes pure Slovenice loquuntur. Tunc non ausi 
sunt repugnare Deo atque imperatori secundura verbum sancti 
apostoli Petri*), prout dixit: Deum timete, regem honorificate ; sed 
cum magnum audivissent sermonem in preces incubuerunt cum 
aliis qui erant ejusdem ingenii atque hi. Ibique manifestavit 
Dens philosopho Slovenicas litteraSy et illico litteris formatis et 
sermone composito cum Methodio iter aggressus est Moravicum. 
Qui iterum coepit huniiliter obtemperans servire philosopho et 
docere cum eo. Ac tribus annis elapsis reversi sunt ambo ex 
Moravia, postquam discipulos instituerunt. 

6. 

Nicolaus apostolicus de talibus viris certior factus, accersivit 
ütrumque desiderans eos videre , tanquam angelos Dei ; sanxit 
doctrinam amborum, evangelio Slovenico in altari sancti apostoli 
Petri deposito , et ordinavil presbyierum beatum Meihodium, Erant 
autem (ibi) multi alii homines, qui blasphemabant Slovenicas 
litteras, loquentes: Dedecet uUum populum habere libros hos, 
nisi Hebraeos Graecos Latinosque secundum titulum Pilati , quem 
in cruce Domini scripsit*), quos papa Pilaticos asseclas et tri- 
lingues nominans damnavit et mandavit episcopo cuidam , qui eo- 
dem morbo laboraverat, ut ordinaret ex discipulis Slovenicis tres 
presbyteros et duos lectores. 



1) 1. Petr. 2, 11. 

2) Luc. 23, 38. Joh. 19, 20. 



26 

7. 

Post multos vero dies philosophus in Judicium*) iturus dixit 
ad Methodium fratrem suum: Ecce frater nos consortes eramns, 
unum sulcum imprimentes atque ego in agro cado, postquam diem 
meum terminavi, tu autem amas montem*) valde, noli relin- 
quere montis gratia disciplinam tuam, hac re cnim potes melius 
salvus fieri. 

8. 

Kocel vero ad apostolicum mittens rogavit eum, ut sibi ce- 
deret Methodium beatum doctorem nostrum et dixit apostoliciis : 
Non tibi tantum, sed omnibus partibus illis Slovenicis mitto illum 
magistrum a Deo et a sancto apostolo Petro, primo episcopo 
et clavigero regni coelestis. Et dimisit illum postquam scripsit 
epistolam hanc: Andrianus^) episcopus et servus^) Dei Rostis- 
lavo et Kocelo, gloria in altissmis Deo et in terra pax, hominibus 
bonae volutilatis^), Audivimus de vobis spiritualia, quae sitieba- 
mus cum desiderio et precibus vestrae salutis gratia, quoniam 
expergefecit Dominus corda vestra, ut eum quaereretis, et mon- 
stravit vobis, quomodo non solura fide, verum etiam bonis operi- 
bus oporteret Deo servire, fides emm sine operibus morlua e$t^\ et 
falluntur ii, qui putant, Deum se cognoscere, in operibus autem 
ab eo desciscunt. Non enim apud hunc episcopalem thronum tan- 
tum rogastis doctorem, sed etiam ab orthodoxo imperatore Mi- 
chaele, misitque vobis beatum philosophum Constantinum cum 
fratre, cum nobis occasio deesset. Uli vero jure sedis aposto- 
licae in vestras partes cognito, contra canonem nihil fecerunt, sed 
ad nos venerunt sancti Clementis reliquias ferentes. Nos autem 
triplici gaudio repleti statuimus re considerata Methodium in par- 
tes vestras mitter e filium nostrum, postquam eum cum discipulis 
ordinavimus , virum perfectum intellectu et orthodoxum , ut vos 
edoceret, quemadmodum rogastis, libros in vestram linguam in- 
terpretans secundum omnia Ecclesiae praecepta plene cum sancta 



1) i. e. ad mortem. 

2) i. e. Olympum. 

3) i. e. Hadrianus (II). 

4) Suppl. servorum. 

5) Luc. 2, 14. 

6) Jacob. 2, 26. 



27 

missa, id est, cum liturgia et baptismo, sicuti Constantinus phi- 
losophus divina gratia et sancti Clementis invocatione coepit, 
item si quis alius potuerit digne et orthodoxe docere, sit sanctum 
et benedictum a Deo et nobis et omni catholica et apostolica ec- 
clesia, ut facile praecepta divina discatis. Hunc unum servate 
morem, ut in missa primo legant apostolum et evangelium Ro- 
mane, dein Slovenice, ut expleatur verbum scripturae^): Lau- 
date Dominum omnes gentes, atque alio loco*): Omnes loquentur va- 
riis Unguis magnalia Dei, proui Spiritus sanctus dahat loqui Ulis, Si 
quis verö ex doctoribus ad vos venientibus et ex discipulis 
(eorum) aures suas a veritate avertentibus , ausus fuerit aliter 
vos in errores seducere, vituperans litteras linguae vestrae, sit 
excommunicatus , sed tantum in Judicium detur ecclesiae, donec 
se correxerit; isti enim sunt lupi et non oves, quos convenit a 
fructibus eorum cognoscere^) ^ et cavere ab illis. Vos autem filii 
carissimi, audite praecepta Dei nee repudietis institutionem ec- 
clesiae, ut inveniamini veri adoratores Dei Patris nostri coelestis 
atque omnium Sanctorum. Amen*). — Excepit autem illum 
Kocel cum magno honore et iterum misit eum ad apostolicum et 
viginti viros honestos, ut illum ordinaret episcopum in Pannonia 
in sedem sancti Andronici apostoli, qui ex septuaginta fuit. 

9. 

Post hoc vero antiquus inimicus invidus bono et adversarius 
veritatia incitavit cor hostis Moravici regis cum omnibus episcopis 
contra nos. In nostro (inquiunt) imperio doces. Ille autem re- 
spondit: Ego quoque, si intelligerem , vestrum id esse, abscede- 
rem, sed sancti Petri est; et in veritate, si vos propter ambitio- 
nem atque appetitum antiquos fines praeter canones exceditis, 
prohibentes institutionem divinam, cavete ne ferreum montem 
osseo vertice pertundere conati cerebrum vestrum effundatis. Di- 
xerunt autem illi: Iracunde loquendo malum accipies. Respondit 
ille : Veritatem loquar coram regibus neque (ejus) me pudebit, 
vos autem voluntatem vestram persequimini contra me, non sum 



1) Psalm. 116, 1. ' 

2) Act. Apost. 2, 11. 

3) Matth. 7, 15. 16. 

4) Vide accuratiorem hujus epistolae spuriae versionem infra B. II. 



28 

enim praestantior illis , qui veritatem loquentes mnltis cruciatibns 
hanc vitam amiserunt. Multis verbis factis cum Uli respondere 
uon potuissent, dixit rex pronus'): Ne fatigetis Methodium meum, 
jam enim sudare coepit, ac si esset prope fornacem. Dixit ille: 
Nae domine, philosopho sudanti quondam facti homines dixerant 
ei: Quid sudasV Ille: Cum idiotis, inquit, disceptavi. Postquam 
de illa re contenderunt , discesserunt, illum vero miserunt in 
Suevos et detinebant annos duos et dimidium. 

10. 

Venit nuntius ad apostolicum, qui de hac re certior factus 
anathema contra illos misit, ne ullus regis episcopus caneretmis- 
sas id est officia, dum eum detinerent, atque ita eum dimiserunt 
dicentes Koceloi Si hunc retines apud te, te a nobis haud facile 
absolves. Sed illi non sunt absoluti a judicio sancti Petri, nam 
quatuor ex illis episcopis obierunt. Accidit vero tunc temporis, 
ut Moravi, postquam cognoverunt presbyteros Germanicos, qui 
apud se vivebant, non favere sibi, sed insidias struere, omnes 
expellerent. Ad apostolicum autem nuntium miserunt: Quoniam 
antea patres nostri baptisma a sancto Petro jam acceperunt, da 
nobis Melhodium archiepiscopum et doctorem. Illico misit enm 
apostolicus et Suiatopolk princeps cum omnibus Moravis accipiens 
illum commendavit ei omnes ecclesias et clericos in omnibus op- 
pidis. Ab isto tempore coepit doctrina Dei valde crescere et 
tonsi multiplicari in omnibus civitatibus et pagani credere in ve- 
rum Deum a nugis suis deficientes; tanto magis etiam imperium 
Moravicum coepit dilatare omnes fines et hostes suos vincere cum 
omni prosperitate , quemadmodum et ipsi semper narrant 

11. 

Erat autera prophetica quoque gratia in illo, quoniam multae 
ejus propbetiae impletae sunt, e quibus unam vel duas referam. 
Princeps paganus admodum potens, qui inter Visiulae accolas 
sedebat, illudebat christianis vexabatque eos. (Methodius) init- 
tens ad illum dixit: Bonum tibi esset, fili, baptizari ultro in tua 
terra, ne captus invitus baptizeris in aliena et recorderis mei; 
quod etiam contigit. Alio vero tempore iterum Suiatopolko 



1) i. e. humiliter. 



29 

bellam gerente cum paganis neque proficiente qaidpiam sed 
cunctante, dum sancti Petri missa id est litnrgia appropinquat, 
misit ad illum loquens: Si mihi promittis, fore nt diem sancti 
Petri cum militibus tais apud me transigas, credo in Deum, eum 
tibi illos brevi traditurum esse. Quod et factum est. (Homo) 
aliquis admodum dives et consiliarius (regis) duxit fratriam suam 
in matrimonium et (Methodins) multum instituens docens monens- 
que hon potuit eos disjungere. (Homines vero quidam) Dei ser- 
vos se esse simulantes clam corrumpebant eos , propter pecuniam 
adulati et tan dem eos ab ecclesia seduxerunt. Et dixit: Veniet 
tempus, quando non poterunt vos juvare, meorum autem verbo- 
rum recordabimini , sed non poterit quidpiam effici. Repente 
postquam ii a Deo defecerunt periculnm eis injectum est et locus 
eorum non est invenius^), sed turbo quasi pulverem tollens dispersit 
eos. Et alia multa similia bis (acciderunt) , quae in parabolis 
palam monstrabat. 

12. 

Quae omnia cum antiquus inimicus perosus genus humanum 
ferre non posset, excitavit aliquos adversus illum, sicut Dathan 
et Abiron contra Moysen, alios palam alios clam, qui laborant 
yiopatorica haeresi et infirmiores de via recta ad se devertunt 
dicentes: Nobis dedit papa potestatem, hunc autem et doctrinam 
ejns jubet expelli. Tum congregati omnes Moravici homines 
jusserunt coram se recitari epistolam, ut audirent expulsionem 
ejus, homines vero, prout mos est hominibus, contristabantur et 
dolebant, quia tali pastore et doctore privabantur, exceptis de- 
bilibus , quos error movebat sicut ventus folia. Honorantes autem 
apostolicos libros invenerunt scripturam: Frater noster Methodius 
sanctus, orthodoxus est, apostolicum opus perficit et mauibus 
ejus sunt a Deo et ab apostolica sede omnes partes Slovenkae 
traditae, ut quem condemnaverit sit condemnatus, quem vero 
sanctificaverit sit sanctus, et rubbre suffusi digressi sunt cum pu- 
dore sicut nebula. 

13. 

Malitia eorum nondum hie substitit sed dixerunt loquentes: 
Imperator illi irascitur adeo, ut si illum repererit, haud amplius 



1) Psalm. 103, lö. 



30 

Sit ei vivendum , sed Dens misericors neque in hac re volens le- 
prehensnm servum cruum, imposuit in cor regi, prout cor regii 
semper in manu domini esi^)^ ut mitteret litteras ad eura: Pater 
venerande valde desidero te videre ; hoc mihi gratificatus ad 
nos venire festina , ut te videamus , donec es in hac vita et pre- 
ces taas accipiamus. Imperator eum statim illuc profectum cum 
magno honore et gaudio suscepit, et doctrinam ejns coUaudavit 
atque ex discipiilis ejus presbyterura et diaconum cum libris re- 
tinuit; omnem voluntatem ejus perfecit, quantumcunque voluit, 
nulla re ei recusata, et osculatus eum comitatus est mnltis do- 
nis iustructum iterum solemniter ad ejus sedem , item et patriarcha. 

14. 

In Omnibus itineribus in multa pericula a diabolo adduceba- 
tur, in desertis in praedones, in mari in undas turbulentas, in 
fluviis in syrtes insperatas, ita ut- in eo impleretur apostolicum 
verbum*): Pericula laironum, pericula in mari, pericula fluminum, 
pericula in fälsis fralribus^ in lahore et aerumna^ in vigiliis müliis, 
in fame et siii^ et in ceteris ti-ibulationibus , quas apostolus memorat. 

15. 

Post ista autem relicto tumuitu et dolore suo Deo commen- 
dato, prius vero ex discipulis suis duobus presbyteris constitutis, 
qui valde velociter scribebant, vertit brevi tempore omnes libros 
(scripturae) plene, exceptis Maccabaeis, ex Graeca lingua in Slo- 
venicam, intra sex menses, a Martio mense inchoans usque ad 
vicesimam sextam diem ctobris mensis. Opere vero finito de- 
bitas gratias et laudem Deo egit concedenti talem gratiam atque 
eventum, et sanctam elevationem mysteriosam') cum clero suo 
(laudibus ex-)tollens fecit memoriam sancti Demetrii. Psalterium 
enim tantum et evangelium cum apostolo et electis oflficiis eccle- 
siasticis cum philosopho antea converterat. Tunc nomocanonem 
quoque id est regulam legis et patericon transtulit. 

16. 
Dum Ungricus rex in partes Dannbii venit, voluit illum 



1) Proverb. 21 , l. 

2) 2. Cor. 11, 26. 27. 

3) St. Demetrii, cnjus memoria celebrabatur die XXVI. memf. Octobris. 



31 

videre et licet (homines) quidam loquerentur et putarent, eum 
non posse sine cruciatu ab illo liberari, ivit ad eum. Ille vero, 
pront decet dominum, ita hunc suscepit honorifice et solemniter 
cum gaudio; et collocutus cum eo, prout tales viros decebat ser- 
mones facere, dimisit illum cum amore et cum donis magnis, 
deosculatus eum, atque dixit: Memento mei semper, pater vene- 
rabilis, in sanctis precibus tuis. 

17. 

Omnibus causis ita ex sua parte dimotis, ora multiloqiK)rum 
obseravit, cursum perfecit, fidem servans et justitiae coronam 
exspeetans; et quoniam sie Deo gratus et amabilis erat, appro- 
pinquabat tempus pacem accipiendi a passione et multorum la- 
borum mercedem. Interrogarunt autem et dixerunt: Quem agno- 
scis pater et doctor honorabilis inter discipulos tuos in instituendo 
tibi successorem? Monstravit vero illis unum ex fidis discipulis 
suis dictum Gorazd, dicens: Hie est vestrae patriae vir ingenuus 
atque in Latinis libris apprime eruditus et orthodoxus; hoc sit 
Deo gratum et vobis sicuti et mihi. Congregatis vero per illum 
dominica palmarum omnibus hominibus ecclesiam ingressus et nou 
multum locutus benedixit regem et prineipem et clericos et omnes 
homines et dixit: Custodite me proles, usque ad tertium diem. 
Sic etiam factum est. Cum tertia dies illucesceret dixit igitur'): 
Domine in manus tuas commendo spiritum meum. In manibus pre- 
sbyterorum requievit sexta die mensis Aprilis tertia indictione anno 
mlllesimo trecentesimo nonagesimo tertio a creatura totius mundi. 
Discipuli ejus re considerata debitos honores reddiderunt et offi- 
eium ecclesiasticum'Latine, Graece, Slovenice instituerunt et sa- 
crificium peregerunt et coUocarunt (eum) in synodali ecclesia. 
Kt collectus est ad patres suos, ad patriarchas et apostolos, 
doctores et martyres. Homines vero, populus innumerabilis con- 
gregatus, in funus venerunt, deflentes dootorem et pastorem bo- 
num, viri et mulieres, parvi etmagni, divites et pauperes, liberi 
et servi, viduae et orphani, peregrini et domestici, infirmi et 
sani, omnes in ejus funus venerunt, qui') omnia omnibus facius 
est, ut omnes lucrifaceret. 



1) Luc. 23, 46. 

2) 1. Cor. 9, 22. 



32 

Tu vero desuper sanctam et venerabile caput^), precibus 
tuis nos respiciens desiderantes te , libera discipnlos tnos ab omni 
pericnlo, et doctrinam propagans et haereses persequens , ut post- 
qnam tali modo, qualis vocatione nostra dignus est, viximus hie, 
perveniamus ad te tnus grex, ad dexteram Christi Dei nostri, 
aetemam vitam ab illo percipientes ; ipsi enim est gloria et ho- 
nor in secula seculoruro. Amen. 



V. 

Legenda Bulgarica. 

£ Vita Clementis Episcopi Bulgarornm*). 



1. 

Venite, filii, andite me, yenite et narrabo vobis, omnes qui 
timetis Deum, ut cognoscat generatio altera, filii, qui nascentnr, 
et populus, qui creabitur, landet Dominum. Quae quidem Da- 
vid jam dixit, nos vero cum illo hodie. Oportet enim divinam 
magnitudinem omni tempore et onmibus , non solum hoc loco nos 
enarremus. Quam multa enim nuntiaverimus et enarraverimus, 
numerum exsuperant ea, quae relinquuntur. Sed et leviores et 
eos, qui in bono agendo dormitant, expergefacit celebrata Dei 
miraculorum magnificentia. Putant enim plerique, nostram aeta- 
tem nihil antiqui in se continere, sed priores quidem aetates et 
miraculis ornari et vitis virorum decorari, qüi fere sine corpore 
viverent in corpore; nostrae vero generationi nihil tale datum a 
Deo esse. Qua de causa etiam ad diligentem vitam, tanquam 
natura praesens eam non acciperet, misere obtorpuerunt, male id 
scientes et valde false; naturae enim ratio eadem, neque mutata 
est, et reliquit sibi Dominus et in nostris temporibus viros sat 
multos, qui genu non curvantes ante deorsum trahentium quem- 
quam in gloriam coelestis Patris vitae luce eluxerunt, lumina in 



1) Confer vitam S. Clementis c. 29. 

2) Vita S. Clementis Episcopi Bulgarorum. Graece edidit Dr. Fran- 
ciscus Miklosich. Vindobonae 1847. 



33 

mundo facti, verbum vitae ferentes. Ita nunc etiam Bulgarorum 
terram illustraverunt in bis ultimis temporibus patres beati et 
magistri, lucentes praeceptis et miraculis, vita et sermone, positi 
ad dexteram Dei, quorum omnem quidem vitam describere res 
voti mibi est, sed major verbi facultate. Pauca quaedam ante- 
ponens, Dei erga homines amorem gratiamqne ostendam, qni 
nobiscum est et erit per omnes dies usque ad finem, sicut ejus 
promissum est ; et omnibus ostendam hominibus , naturam nostram 
non mutatam, sed voluntatem depravatam esse. 

2. 

Qui igitur bi sint patres , forsan cognoscere studetis. Melho- 

dius, qui Panonum eparcbiam omavit arcbiepiscopus Moravi (Mo- 

Qaßov) creatus, et CyrilluSy multus in exteriori pbilosopbia sed 

major in interiori, rerumque naturae peritus, magis vero ejus 

Unius, qui est, a quo omnia ex non apparentibus existentiam 

acceperunt. Hi enim vitae puritate Deum in se ipsis habentes 

et timore concepto in corpore salvantem Spiritum gignere stu- 

dentes, satis quidem poUebant oratione didactica, quae graeco 

sermone profertur, multosque trabebat bujus sapientiae catena: 

cum autem Slovenorum gens sive Bulgarorum non intelligeret libros 

graece conscriptos, damnum boc maximum reputabant Sancti, et 

facem scripturarum caliginosae Bulgarorum regioni non accendi 

inconsolabilis doloris faciebant materiam: conturbati erant, ferre 

non poterant, vitam abdicabant. Quid tandem faciunt? Ad Pa- 

racletum respiciunt, cujus primum donum linguae et sermonis 

auxilium, et ab illo gratiam petunt, literas inveniendi, asperitati 

Bulgarorum linguae respondentes, ut possent sacras scripturas 

ad^ linguam bujus gentis interpretatione transferre. Et revera 

jejunio intenso et precatione constanti, corporis macerationi et 

animi contritioni ac humiliationi cum se dedissent, cupitum con- 

sequuntur. Prope enim, ajunt, est Dominus omnibus invocantibus 

eum in veritate, et te adhuc loquente, ecce, inquiet, adsum. 

Dens enim e vicino ego sum, et non Dens de longe. Impe- 

trant nunc et bi Spiritus gratiam ut matutinam dotem, et lux 

orta est justis cognitione, et communis eorum laetitia priorem 

tristitiam ipsorum abstulit. Nacti igitur banc optatam gratiam 

excogitant slovenicas literas, et divinitus inspiratas scripturas e 

graeca lingua in bulgaricam vertunt, et magno cum studio acutio- 

fiiudi, Codex z. Gesch. Cyrills u. Melhods u. d. slav. Lilurgpie. 3 



34 

ribus discipnlis tradunt sacras doctrinas. Non pauci ex eorum 
doctrinae fönte biberunt, quorum praecipui sunt et chori cory- 
phaei : Gorasdus et Clemens , et Naum et Angelarius et Sabbas, 

3. 

Cumque etiam Paulum nossent cum Apostolis evangelium 
contulisse, currunt et ipsi Romam^ beato Fapae opus interpre- 
tationis scripturarum ostensuri, quod feliciter successit iis, nee 
incassum cucurrere. Nam qui eo tempore apostolicam omabat 
sedem Adrianus, audito illorum adventu laetatus est gaudio magno 
valde; e longinquo enim tonitru Sanctorum famae perculsus cupie- 
bat et fulmen videre gratiae, quae in illis erat, illud sentiens 
erga viros divinos, quod Moyses erga Deum, et faciem sibi appa- 
rere eosque clare adspicere desiderans ; non poterat se continere, 
sed sumto secum omni sacerdotio cum praesenti tunc apud illiim 
episcopatu, Sanctis obviam processit, signo crucis, ut mos est, 
praelatOf faciumque luminibus significans et gaudii serenitatem — 
licet autem dicere — etiam hospitum adventantium splendorem, 
quos glorificans glorificatus in Sanctis Dominus multa ab illis 
miracula tempore eorum introitus patrari largitus est. Cum opus 
ostenderetur Papae, et ipse scripturarum versionem apostolicum 
esse fructum cognosceret, non habebat quod prae gaudio faceret; 
beatos praedicabat viros, omnigenis nominibus vocabat, patres, 
desideratissimos filios, gaudium suum, coronam fidei, gloriae et 
decoris ecclesiae diadema. Deinde, quid facit? Libros versos 
divino altari iraponit, quasi sacrificium offerens Deo; ostendens, 
talibus sacrificiis fructuum oris Deum laetari et in odorem jucun- 
dum ejusmodi sacrificia accipere. Quid enim Verbo (Dei) jucun- 
dius, quam verbum homines (intelligentia praeditos) a non - intel- 
ligentia Überaus^), quandoquidem simili simile gaudet? Aposto- 
licos viros in ecclesia proclamavit , qui idem quod Paulus certamen 
subierint, et gentium oblationem perfectam et sanctam Deo reddere 
conati sunt. 

Tum ex Sanctorum comitibus, quos slovenicarum literarum 



1) TC yciQ tiß Aoycfi Xoyov tovg .Xoytyiovg dXoyiag XvtQOVfiivov tsi^' 
nvotSQOv; Graecus to verbum interpreians ingeniöse reddidit verbis: Xopi 
tovg XoyiY.ovg aXoyCag XvtQOV(i£vog i. e. verbum, quod intelligentia prae- 
ditos (homines) a non -intelligentia liberat. 



35 

idoneam peritiam habere et venerabili vita ornatos esse magistri 
testificabantur, alios ad presbyterornm, alios ad diaconorum, quos- 
dam et ad subdiaconorum gradum evexit, ipsnm autem magnnm 
Methodium^ etsi mnltum refugientem et deprecantem , episcopum 
Moravi Panoniae (MoQaßov rijg Ilavoviag) ordinat, fas non esse 
judicans, carere nomine eum, qui re dignns sit inventus; nam 
idem peccatum esse, si quis nominis particeps sit, qni permul- 
tum absit a re , ao si quis , cum episcopus sit factis et dignitate, 
negligatur in serie idiotarum occultatus, et fax quum sit, in lectum 
obscuritatis ponatur. Sed Melhodium ita Romae Pontifex digni- 
tate episcopali honorat, vel potius episcopatum per illum. 

Cyrillum autem, revera pbilosophum, magnus Pontifex in 
sancta sanctorum advocat, ibi sacrificium missae celebraturum 
(XBnovQyrfiovxct) intra tabernaculum verum , et mysteriis functurum 
modo spiritualiore et diviniore novique poculi participem futurum. 
Quasi enim ad eum finem manere in carne ei concessum esset, 
ut inventionem literarum et translationem scripturarum efficeret, 
postquam hoc praestiterat divinae voluntati, ab eo, qui ipsi Dei 
cognitionem tradiderat, adsumitur. Praesciens autem finem suum 
monachoirum habitum induit, quod jam dudum desiderabat, sed 
ob modestiam tanquam magnum quiddam et suam facultatem ex- 
cedens , refugerat , et ad lucem lucem accipiens in coelum demi- 
gravit, ubi Christus est, quum lacrimarum locum , tenebrarum val- 
lem, fimum sordium, hocce habitaculum deseruisset. Et spiritum 
quidem Deo spirituum tradidit, corpus vero ejus, quod ante na- 
turalem mortem ex voto mortuum erat, hymnis a divino Papa et 
a clero omni honoratum sepultum est in templo Clemenlis^ illius 
Clementis, qui Apostolorum coryphaeo Petro convixit, et Christi 
sapientiae hellenicam, uti dominae servam, subjecit. Et excipit 
pbilosophum philosophus , magnus magister Verbi vocem percipit, 
formator gentium eum, qui reliquas gentes luce cognitionis collu- 
straverat, in sua recipit. Significat etiam Dens suo testimonio 
Cyrillo captam in coelo gloriam, et apparentia non apparentium 
facit praecones. Nam etiam a daemone occupati, ad feretrum 
accedentes, sanitatem invenerunt, multisque aliis morbis gratia 
sancti Spiritus expellens facta est flagellum. Simulac quis ad 
feretrum accessit, aut nomen invocavit hujus d^BOipoQOv patris, do- 
loris discessus mensuram fidem inveniebat, unde multus injßoma- 
norum ore Cyrillus erat, magisque in eorum mentibus. Ita erant 

3* 



36 

miracula fundamentum circa eum gloriae, haec vero adhuc ma- 
Joris honoris causa , et Sanoti honor divinae gloriae ünnamentum. 

4. 

Atque Cyrülo qnidem talis mors et talis honor a divinissimo 
Papa et a Deo contigit. Meihodius vero laborum et viarum socio 
amisso, germano in omnibus, et in carne et in Domino, fratre, 
tristitiae animum dedebat, patiens hoc hnmanum et consuetudine 
captus erat. Consolabatur autem altera ex parte non minus, nisi 
forte vel magis, sperans, habere Cyrillum adjutorem muneris 
doctrinae, et quo extra camem propinquior sit Deo, eo ef^ca- 
ciorem habere rogandi libertatem. 

Cum jam tempus esset Methodio illius regionis episcopatum 
aspicere , et postquam ad monumentum fratris crebro carum nomen 
Cyrilli Yocasset , corporis quidem solitudinem deflesset, orationem 
autem manum in auxilium invocasset, in viam cum discipulis se 
dedit. Ubi in Moravum venerat, episcopus erat ibi, tantos, quanti 
episcopali Pauli imagini colores adjecti erant, prae se ferens, et 
in magisterio omnibus praelucens; non enim talentum defodiens, 
neque gratiam spiritualis doni vendens, munus suum mollitiei ini- 
tium fecit, sed omnes reddidit participes boni, aeque verbi solem 
augens, et cum distribuit, non mensuram evangelii definitam 
omittens ; nam qui et ante episcopatum ita verbo doctrinae stu- 
debat, et id non periclitans in re , quomodo is, cum opus ei con- 
fisum esset pignusque accepisset et vae jam Apostolo non evan- 
gelizanti assignatum, disciplinam non amplecteretur eique adhae- 
resceret, et totum per diem diligenter curae haberet divina effata, 
majorem super mel et favum dulcediuem ei parantia? 

Non solum tunc temporis ducem Moravi Hastislavum {aqxwxi 
MoQocßov ^PaOic^Xcißip) quotidie hortabatur divinisque praeceptis 
informabat ejus mentem, sed etiam Panoniae u^lversae imperw- 
tem, cui Coizeles {Kor^eXrig) nomen erat, instituebat et monebat, 
ut timori Domini adhaereret, et eum ab omni malo removebat, 
sicut quodam freno compressum et retentum. Quin etiam Bulga- 
rorum ducem Borisen {Boglarfv) , qui sub Eomanorum imperatore 
Michaele erat, quem magnus Meihodius jam olim filium suum fe- 
cerat, et suae linguae omnino pulchrae affixerat, tunc sermonis 
beneficiis indesinenter donans captabat: erat enim Borises hic 
ingenii dextri et boni capacis, sub quo Bulgarorum gens diyini 



37 

baptismatis dignari et christianizare coeperat, quando Sancti hi, 
Cyrillus inquam et Meihodttis^ mnltitndincin credentinm videntes, et 
nt multi qaidem liberi nascantur ex aqua et Spiritu et spiritualis 
omnino cibi indigeant, literas excogitarunt, uti supra diximus, et 
scriptnrarum in linguam bulgaricam versionem fecerunt, ut nati 
filii Dei divini cibi satis baberent, et ut ad augmentum spirituale 
et ad mensuram aetatis Cbristi pervenirent. Sic scythico errore 
Bulgarorum gens liberata veram et certam viam , Christum , cogno- 
yit, sero quidem et circa undecimam aut duodecimam vineam 
divinam ingressa vocantis gratia; anno enim scxies raillesimo tre- 
centesimo septuagesimo septimo a mundi creatione ^) hujus gen- 
tis vocatio facta est. 

5. 

Non cessabat magnus Meihodius omnem adbortationem duci- 
bus adhibere, tum ad vitam honestam eos dirigens, tum eccle* 
siae non adulteratum dogma tradens, quasi regium quemdam 
nummum et sincerum, et animis eorum salutem et asylum man* 
dans. Erant enim et tunc, qui id adulterarent et dimoverent 
terminos, qnos patres nostri ecclesiae Dei posuerant, et multi 
invecta a Francis corruptela animas sauciarunt , qui Filium geni- 
tum e Patre et Spiritum sanctum a Filio procedere contendebant, 
quorum ratiocinationes Sanctus partim e Domini verbis partim e 
vocibus patrum evertit et omnem altitudinem extollentem se ad* 
versus scientiam Dei, et multos in captivitatem redigebat in ob- 
seqnium Christi, avertens ab opinione erroris ad veritatem irre* 
prehensibilem , et dignos educens ex indignis et propterea Dei os 
et factus et nominatus. 

Itaqne fidelibus quotidie dilatatio fiebat et verbum Dei cre- 
scebat, quod dicentem de doctrina Apostolorum audivimus Lu- 
cam; si vis antiquum illud: domus quidem David proficiebat, do- 
mus vero Saul decrescebat quotidie. Haereticorum vero systema 
verbi vi et veritate devictum quum esset, quod unum poterant, 
vel potius ab ipsorum patre iis subministrabatur , qui ab initio 
homicida erat et male faciendo gloriabatur, hoc tractabant: in- 
numeris malitiis et tentationibus Sanctum torquentes. 

Tum etiam Sphentoplicum {Zq>€vr67tXtKOv) , qui post Eastisla- 



1) i. e. octingentesimo sexagesimo nono a Christo nato, 



38 

vum princeps erat Moravi, circumvenientes dolo, barbarum ho- 
minem et pulchri ignarum , totum sui dogmatis fecerunt. Et quo- 
modo ille, mancipinm voluptatum muliebrium et in luto obscoe- 
naram se volutans actionum, non illis potius mentem suam trade- 
ret portam ad omnem libidinem ei aperientibus , quam MethodiOy 
omne voluptatis virus ut animo pemiciosum notanti? Quod enim 
Eunomius ille, qui Anomoeorum coepit baeresin, invenerat, ut 
plures discipulos attraberet, idem etiam Francorum gens demens 
excogitavit, peccantibus nempe ad omnia indulgere, sine labore 
et sine cura, pro unico consensu cum suis dogmatibus, et ob- 
scoenam vitam praebere pro dogmate perverso acquirendo, quasi 
si qui mutuo sibi darent, alter stercus, alter lutum; dignique 
talinm illi copiarum tractatione, in qua et merx lutum, et pre- 
tium sordes. 

Ab bis igitur Sphentoplicus corruptus, omnia ipsi permittenti- 
bus, ad Methodii verba minime animum advertebat, imo ut erga 
inimicum se gerebat. Monstrum enim, inquit, peccatori pietas. 
Quid non dicebat bilare, quid non minabatur terribile Magnus 
duci? Modo a divinis scripturis veritatem dogmatis deducens, 
et bis ut vitam conciliantibus et fontibus salutis animum adver- 
tere eum jubens (Dominus enim in studio scripturarum vitam 
esse positam docebat, Isaias nos baurire aquam non ex baereti- 
corum coeno sed ex fontibus salutis jubet) , modo etiam eum ex- 
terrens, si adhaereret baereticis, et se ipsum corrupturum esse 
et omnes subditos, inimicis factus facilis captu et domitu; impie- 
tas enim, etiamsi paululum floreat, tempore vero circa se defluit, 
ne improbitatem pii discant, et baec, dicebat, post suum finem 
duci eventura esse, quae quidem etiam secundum Sancti prae- 
dictionem facta sunt. Nam quamdiu Methodius inter vivos ver- 
sabatur, neque dux partum sui cordis edidit, sed basiliscum in 
Ovis anguium reconditum et nutritum tenebat , neque justitia suum 
admovit flagellum, sed tenebat quidem arcum intensum et gla- 
dium districtum, sed numquam emisit sagittam in cor inimici, 
neque manum injecit ad plagam. Cum autem Sanctus abesset, 
omnisque improbitas adesset, non sub velo et larva turpitudinem 
abscondens , sed sub facie scorti abundans impudentia , et inseeta- 
tionem ortbodoxorum excitans, tum vero et Dens ducem poenis 
exagitare non omisit. Sed baec posteai 



39 



6. 



Tum Methodius principi praedixit suum finem post tres futu- 
rum dies, frequentium adhortationum hanc praedictionem confir- 
mationem , uti ego judico , faciens ; si enim praedictio exitum 
nacta prophetam eum faciebat, cui futurorum praevisio Spiritu 
data sit, manifestum erat, etiam dogma ab ipso enuntiatum spi- 
rituale et a Deo inspiratum esse. Convocabat discipulos imitans 
Faulum vel potius meum Jesum, eosque ultimis verbis consolatur 
et confirmat, pulchram sortem discipulis postquam informaverat, 
et laboribus, quos tulerat, dignam ut talem sibi thesaurum com- 
pararet. Quae sors sit haec, fortasse optatis cognoscere: Dei 
effata, magis auro gemmisque cupienda, et sapientia, quam com- 
parare melius quam opes auri et argenti. Nostis enim, inquit, 
vos, qui mihi cordi estis, baereticorum in impietate potestatem, 
et quo dolo verbum Dei omni modo corrumpant, proximo cuique 
corruptionem obscoenam ceu potum praebere studentes, haec duo 
cum adhibent et adjungunt: vim persuadendi et severitatem, al- 
teram simplicioribus , alteram timidioribus ; vestras vero animas 
Line atque illinc bene se gesturas esse spero precorque. Neque 
enim vi persuadendi a dictis abstrahemini , perque vanam frau- 
dem iis spoliabimini ; fundati enim estis in apostolici consensus 
et magisterii petram , in qua cum condita sit ecclesia , portae in- 
feri non praevalebunt ; fidelis enim est is, qui promisit. Neque 
cuiquam terrorem incutienti vobis in fundamentis cordium concu- 
tiemini; nam didicistis: haud timeatis a supremo die, neque ab 
iis, qui corpus quidem occidere, sed animam perdere non pos- 
sunt. Potius ceteros confirmate, ut servent depositum, quod ab 
Apostolis et successive a Patribus accepimus, quod a nobis re- 
petent die restitutionis. Ecce, praedixi vobis et peccato impli- 
citos hac praedictione feci; si enim non venissem, inquit, iisque 
locutus non fuissem, peccatum non haberent. Innocens sum a 
sanguine vestro, non enim metu reticui, quin vobis loquerer, sed 
in munere custodis secundum Jezekiel invigilavi; videte, quo- 
modo caute ambuletis, non ut insipientes, sed ut sapientes, et 
quomodo omni vigilantia vestra ipsorum et fratrum vestrorum 
corda servetis; nam in mediis laqueis pergrediemini et in pin^ 
naculis urbium ambulabitis ; nam et post meum finem ad vos ve-r 
nient lupi rapaces, non parcentes gregi, ut populum post se ftb-^ 



40 

ducant, quibus resistite fortes in fide. Paulus vobis baec per 
me indicat. Omnipotens Deus et Pater, et ex eo ante saecula 
genitus impassibilis Filius, et Spiritus Sanctus, qui a Patre pro- 
cedit, docebit vos omnem veritatem, inculpatosque constituet ad 
gloriam meam in die Christi. 

Haec et plura hisce quum dixisset , spiritum angelis , qui 
eum stipaverant omnibusque in viis custodierant , ducendum tra- 
didit, postquam quaiuor et viginii annos episcopatum omaverat^ 
multo labore et aerumnis non solum suam sed etiam aliomm 
salutem operatus; non enim sua spectabat, sed multorum ut sal- 
varentur, et per dies noctesque buic soli vivens, quod aliis esset 
saluti. Ostendit hoc etiam niultitudo presbyterorum et diacono- 
rum et subdiaconorum , quos moriens ducentos intra fines eccle- 
siasticae suae dioecesis reliquit. Nam si soli derlei tarn multi 
erant, quantam laicorum multitudinem fuisse conjiciamus. Ho- 
rum vero primas tenebat Gorasdus, quem jam supra praecipuis 
Methodn discipulis adnumeravimus , qui ab ipso Sancto £nis sni 
conscio archiepiscopus Moravi renunciatus est. 

7. 

Sed non tulit audacissima haereticorum multitudo , Methodium 
habere post mortem vivum propugnatorem ; sed venite, dicebant, 
Gorasdum opprimamus eique insidiemur. Discrepans est enim 
vita ejus a nostra et diversae ejus viae, nobisque exprobrat 
peccata; si hunc vivere sineremus, revivisceret nobis Methodius. 
Hunc ergo ab episcopatu movent, et Vichnicum {Bi^xv^Tiov) quem- 
dam haereseos mero inebriatum, aliosque inebriantem, et pro- 
pterea a Meihodio anathemati Satanae traditum, cum agmine co- 
mitum furentium, hunc — o labores et certamina Methodn et 
Trinitas in proprietatibus confusa! — in sedem episcopalem 
evehunt, vel potius per hunc sedem devehunt, et quanto per 
Methodium clara erat et multis praelucens , tanto per Vichnicum in 
obscuritatis spelunca declinata. 



B. 



MONÜMENTA EPISTOLARIA 



DE 



SS. CYRILLO ET METHODIO 



AGENTIA. 



I. 

Testimonia Anastasii Bibliothecarii Romani de 

S. CyriUo. 



1. 

Ex Fraefatione ejusdem in Conciliuin Constantinopoli- 

tanuin 17. a. 869 habitum. 

Ante annos aliquot Photius idem duarnm unumqneinque ho- 
minem animarum consistere praedicabat. Qui quum a Constaniino 
Philosopho, magnae sanctitatis viro, fortissimo ejus amico, incre- 
patus fuisset, dicente: cur tantum errorem in populum spargens, 
tot animas interfecisti? Eespondit: non studio quemquam lae- 
dendi, talia, inquit, dicta proposui; sed probandi, quid Patriarcba 
Ignatius ageret, si suo tempore quaelibet baeresis per syllogis- 
mos Pbilosopborum exorta patesceret, qui scilicet viros exterioris 
sapientiae repulisset; verum ignoravi me sub bujus fomite pro- 
positionis tot animos fore laesurum. Ad quod ille: o sapientia 
mundi, quae infatuatur et destruitur! Jactasti sagittas in multi- 
tudinem copiosae turbae, et ignorasti quemlibet ex bis omnibus 
vulnerandum. .Gerte omnibus liquet, quia sicut oculi quantum- 
übet sint magni et aperti, si fumus palearum interjacuerit, videre 
ultra non possunt; ita oculi sapientiae tuae quantumlibet sint 
ampli et patuli, avaritiae tarnen et invidiae fumo penitus obcoe- 
cati, tramitem justitiae videre non possunt. Ac per id verum 
est , quod dicis , neminem ictu tuo putasse esse laedendum , quum 
sie obcoecatum sensum praedictis adversum Patriarcbam passio- 
nibus babens, nee quid emiseris praevidisti. 

{Mansi Conc. Coli. Tom. XVI. pag. 6.) 



44 



2. 



Ex Epistola ejusdem ad Karolmn (Calyuin) Begem a. 875. 

Deuique vir magnus et apostolicae sedis ') praeceptor Con- 
sianlinus Philosophus^ qui Romam sub vener ahilis memoriae Adriane 
juniori papa veniens, S. Clementis corpus sedi suae restituH — qui- 
que totQm codicem saepe memorati et memorandi patris memo- 
riae commendabat , et quantuin utilitatis medulla ejus haberet, 
anditoribus commendabat, solitus erat dicere: quod si sanctos 
videlicet priores institutores nostros, qui haereticos vix et quo- 
dammodo cum fuste decollaverunt , Dionysium contigisset habere, 
cum acute illos gladio procul dubio trucidassent. — Kalend. 
Aprilis. Indictione VIII. 
(Veteram epistolaram Uibernicaram sylloge. Collegit Jac. Usserins. 
Dublinii 1632. in IV. pag. 67. apud Waiienbach, Beiträge zur Ge- 
schichte der christl. Kirche in Mähren. Wien 1849. S. 14.) 



II. 

Epistola Hadriani P. II. ad Rastilavum, Swato- 

pulcum et Cozelum spuria. 

(Ex P. J. Safarik: Pamätky drevn. pisemnictni Jihoslov. Zivot S. Me- 
thodia. V Praze 1851. pag. 5. Hae literae extant versione tantum in 
llngua veteri Pannonica siveSlaylca, cujas tenor una cum reversione 
latina hie subsequitur :) • 



Hadrianus. episcopus et servus dei Bostislavo et Svjatopolco 
et Cocelo. Gloria in excelsis deo et in terra pax hominibus bo- 
nae voluntatis! Quemadmodum de vobis spiritualia audivimus, 
quae optabamus cum desiderio et precibus propter vestram salu- 
tem, quod elevavit dominus corda vestra ad quaerendum eum, 
et ostendit vobis, quod non solum fide, verum et bonis factis 
deceat servire deo. Fides enim sine factis mortua est, et fal- 
luntur ii, qui se putant deum noscentes, et factis ab eo decidunt. 



1) Loco „sedis** alii legunt: vitae; qaae lectio et mihi raagis arridet. 



45 

Non solum enim ab hacce sacrosancta sede petiistis praeceptorem, 
verum et a pio imperatore Michaele. Hie misit vobis beatum 
philosophum Constantinum una eum fratre, prius quam nos ap- 
properaremus. Hi autem cognoscentes apostolicae sedi heredi- 
tarie obvenire vestras partes, extra canones nihil fecerunt, sed 
ad DOS venerunt, simul sancti Clementis reliquias ferentes. Nos 
autem trina laetitia percepta, constituimus animo, habita explo- 
ratione , mittere Methodium presbyterum una cum discipulis , filium 
nostrum, in partes vestras, virum perfectum ingenio et ortho- 
doxum, ut vos edoceret, quemadmodum petiistis, interpretans 
libros in linguam vestram, in omni ecclesiastico facto totaliter, 
una cum sacra missa, nominatim cum liturgia et baptismate. 
Sicuti philosophus Constantinus inchoavit divinum evangelium et 
per sanctum dementem preces: ita et si quis alius poterit digne 
et orthodoxe interpretari , (hoc) sanctum et beatum deo et nobis 
et omni catholicae et apostolicae ecclesiae sit, ut facile prae- 
cepta divina discatis. Hanc autem unam servate consuetudinem: 
ut in missa primum legatur epistola et evangelium lingua Eo- 
mana, postmodum Slavica, ut impleatur verbum scriptum: quod 
laudant deum omnes linguae; et alias: omnes loquuntur linguae 
diversae magnitudinem dei, ut fecit eas spiritus sanctus respon- 
dere. Si quis collectorum vobis magistrorum et audientium au- 
ditus, et a veritate avertentium in nugas incipiet temerarie aliter 
persvadere vobis, vituperans libros linguae vestrae, excommuni- 
cetur, imo vero in Judicium detur ecclesiae, donec sese correxe- 
rit. Hi enim sunt lupi, et non oves, hosque oportet secundum 
fructus eorum noscere et vitare eos. Vos autem, filii dilecti! 
audite- doctrinam divinam, neque contemnatis praeceptum eccle- 
siae, ut convertamini veri cultores dei ad patrem nostrum coe- 

lestem cum omnibus sanctis. Amen. 

(Car. Jarom. Erben Regesta Bohemiae et Moraviae. Pars L Pragae 
1855. in IV. pag. 14 s.) 



46 



HL 



Anonymi Salisburgensis A. 873. scriptoris , Historia 
conversionis Carantanorum et de S. Methodio testi- 

monium querulum. 

(Editio nova ope quinque codd. plenior et emendatior a B. Kopilar m 
„Giagoiüa Clozianus'' Windobonae 1836. pag. LXXII—LXXVI.) 



„Hactenus praenotatum est, qualiter harvarii facti sunt chri- 
stiani, seu numerus episcoporum et abbatum conscriptus in sede 
Juvavensi. Nunc adiciendum est, qualiter Sclavi^ qui dicuntur 
Quarantani et confines^) eorura, fide sancta instructi, christiani- 
que effecti sunt. Seu quomodo ffuni Romanos et Gotbos atque 
Gepidos de inferiori Pannonia expulerunt, et illam possedemnt 
regionem. Quoadusque franci et bawarii cum quarantanis conti- 



1) Ex iis, quae sequuntur, patebit, horum „Carantanorum, et con- 
finium eorum" nomine intelligi Slavos reliquos , qui e Norico releguntur 
per toiam Pannoniam, exceptis bodierna Slavonia et Sirmio in dextra in- 
ferioris Dravi ripa, quippe tum Bulgarorum ditioni parentibus; exceptis- 
que ex parte etiam Slavis Camiolanis qui Aquilejensium patriarcharum 
opera fnerant conversi. Hie nonnisi Salisburgensium missionariorum res 
gestae enarrantur; idque eo fine, ut ostendatur, iis injuria nunc intnidi 
ab ipso summo pontifice graecum Methodium. Hanc illi querelam fusius 
etiam extendunt in epistola A. 900 ad Joannem IX. papam! Hujus qni- 
dem tum responsum intereepere pagani Pannoniae domini Hungari : at sa- 
tis postea declaravere et ipsi Salisburgenses fundatione episcopataam 
Seccoviensis , Lavantini et Gurcensis, et Hungari suam Pannoniae partem 
quinque episcopis committentes : Jaurinensi , Sabariensi, Vesprimiensi, 
Alba-Regalensi et Quinque-ecclesiensi ; ut de SCrigoniensis parte itemque 
Viennensi arcbiepiscopatu taceamus. Vides Salisburgensem dioecesin nunc 
non in quinque (ut A. 900 lamentabantur Bavari) sed in bis quinque epi- 
scopatus esse divisam, communi bono, ipsisque Salisburgensibus non no- 
lentibus. Ex Job. VIII. autem papae Epistolis patet, Methodii dioecesin 
ex nna parte et ultra Dravum Savumque Dalmatiam versus fuisse pro- 
tensam , ex altera ultra Danubium ! Cumque suis oculis usnrpasset Cha- 
zariam Metbodii frater Cyrillus, vix dubites bis praesertim in Transda- 
nubianos Slavos prospectibüs raotum Job. VIII. et slavinicas jure lau- 
dasse litteras, et Methodii dioecesin pro antiqua Sirmiensi libenter in- 
' Staurasse et amplificasse. 



47 

nuis affligendo bellis superay erunt , eos antem qui obediebant 
fidei et baptizmum sunt consecuti, tributarios fecerunt regum. 
Et terram quam possident residui, adhuc pro tributo retinent 
regis usque in hodiernum diem. 

Nnnc recapitnlandiim est de Quarantanis. 

Temporibus gloriosi regis francorum dagoberli Santo quidam 
nomine, Sclavus roanens in qttaranlanis, fuit dux gentis illius. Qui 
venientes negociatores dagoberti regis interficere jussit et regia 
exspoliavit pecunia. Quod dum comperit dagobertus rex, misit 
exercitum suum et damnum quod ei idem Samo fecerat vindicare 
jussit. Sicque fecerunt qui ab eo illuc missi sunt, et regis ser- 
vitio subdiderunt illos. Non multo post tempore coep erunt Huni 
eosdem Quarantanos bostili seditione graviter affligere. Fuitque 
tunc dux eorum nomine borulhy qui bunorum exercitum contra 
eos iturum bawariis nunciari fecit, eosque rogavit sibi in auxi- 
liujn venire. Uli .quoque festinando venientes expugnaverunt 
hunos, et obfirmarunt Quarantanos servitutique eos regum sub- 
jecerunt similiterque confines eorum, duxeruntque inde secum ob- 
sides in bawariam. Inter quos erat filius horuth, nomine cacatius, 
quem pater ejus more cbristiano nutrire rogavit, et cbristianum 
facere; sicut et factum est. Et de chellimaro^) filio fratris sui 
similiter postulavit. Mortuo autem borutb, per jussionem franco- 
rum bawarii cacatium jam cbristianum factum petentibus eisdem 
sclavis remiserunt, et illi eum ducem sibi fecerunt. Sed ille 
tertio postea anno defunctus est. Iterum autem permissione do- 
mini pippini regis ipsis populis petentibus, redditus est eis Cbet- 
timarus cbristianus factus; cui etiam lupo presbyter ordinatus de 
Juvavensi sede in insulam Cbemingi lacus, quae et auua voca- 
tur, dedit ei nepotem suum, nomine majoranum ad presbyterum 
jam ordinatum. Et quia compater ejus erat idem lupo presbyter, 
docuit eum, ut ad juvavense monasterium se devota mente ad 
christianitatis officium subdidisset. Quem suscipientes idem populi^ 
ducatum illi dederunt. Ille vero secum babens majoranum presby- 
terum, in juvavensi monasterio ordinatum presbyterum, qui admonuit 



1) Alii codd. habent Chettumarus, Chetmarus. Verum nomen putes 
XOTHMHpz (pacia amans). Patruelis item nomen qui hie est cacatius, 
biograpbo S. Yirgilii sonat carasius; avunouli et boruch. 



48 

eum ad ipsum monasterium suum caput declinare in servitium 
dei. Et ille ita fccit ac promisit se ad ipsam sedem servituram. 
Sic et fecit, atque annis singnlis ibidem suum servitium persol- 
vebat, et inde semper doctrinam et oMcium christianitatis per- 
cepit usque dum vixit 

Peractis aliquantis temporibus praenominatus dux Caranta- 
norum petiit Virgilium episcopum visitare populum gentis illius 
eosque in fide firmiter confortare. Quod ille tunc minime adim- 
plere valuit, sed sua vice misso suo episcopo nomine modeslo ad 
docendam illam plebem; et cum eo watonem, reginhertum^ cozka- 
rium atque Jatinum presbyteros suos, et ekihardum diaconum, cum 
aliis clericis, dans eis licentiam ecclesias consecrare et clericos 
ordinäre, juxta canonum diffinitionem, nihilque sibi usurpare qnod 
decretis sanctorum patrum contrairet. Qui venientes carantanis, 
dedicaverunt ibi ecciesiam S. Mariae^) et aliam in Liburnia civi- 
täte , seu ad Undrimas , et in aliis quam plurimis locis. Ibique 
permansit usque ad vitae suae finem. Eo igitur defuncto episcopo 
postulavit iterum idem Chettimarus dux Virgilium episcopum, si 
fieri posset ut ad se veniret. Quod ille renuit, orta seditione 
quod carmüla dicimus. Sed inito consilio misit ibidem Latimni 
presbyterum , et non multo post orta seditione alia exivit inde ipse 
Latinus presbyter. Sedata autem carmula, misit iterum Virgilius 
episcopus ibidem Madalhohum presbyterum , et post eum Warma- 
num presbyterum. 

Mortuo autem Chettimaro, et orta seditione, aliquot annis 
nuUus presbyter ibi erat; usque dum Wdliunc dux eorum misit 
iterum ad virgilium episcopum; et petiit ibidem presbyteros mit- 
tere. Qui tunc misit eis heimonem presbyterum, et reginbaldm 
presbyterum, atque majoranum diaconum cum aliis clericis. Et 
non multo post misit iterum ibidem eumdem heimonem et dupUte- 
rum *) ac majoranum presbyteros et alios clericos cum eis. Iterum- 
que misit eis gozkarium presbyterum, majoranum et erchanberlum. 
Post eos reginhaldum et reginharium presbyteros. Ac deinde ma- 
joranum et auguslinum presbyteros. Iterumque reginhaldum et gmd- 
harium. Et hoc sub Virgilio factum est episcopo. 



1) Cod. 73. sec. XIII: S« Mariae in soHo: Et mox: ad imdrtmas. 

2) Cod. S. 79 dapliceram. 



49 

Item anaoephalaeosis de Avaris. 

Antiquis enim temporibus ex meridiana parte danubii in pla- 
gis pannoniae inferioris et circa confines regiones romani posse- 
derunt, ipsique ibi civitates et munitiones ad defensionem sui 
fecerunt, aliaque aedificia multa, sicut adhuc apparet. Qui etiam 
Gothos et Gepidos suae ditioni subdiderunt. Sed post annos 
nativitatis domini CCC.LXX.VII. et amplius huni ex sedibus suis 
in aquilonis parte danubii in desertis locis babitantes, transfre- 
tantes danubium expulerunt romanos et gothos atque gepidos. 
De gepidis autem quidam adhuc ibi resident. Tunc vero Sclavi 
post hunos inde expulsos coeperunt istis partibus danubii diver- 
sas regiones habitare. Sed nunc qualiter huni inde expulsi sunt, 
et Sclavi inhabitare coeperunt, et illa pars Pannoniae ad dioe- 
cesin Juvavensem conversa est, edicendum putamus. 

Tgitur Karolus imperalor anno nativitatis domini DCC.XC.VI. 
aericum comitem destinavit et cum eo immensam multitudineni, 
hunos exterminare. Qui minime resistentes reddiderunt se per 
praefatum comitem Karolo imperatori. Eodem igitur anno misit 
Karolus pippinum filium suum in huniam cum exercitu multo, qui 
perveniens usque ad celebrem eorum locum qui dicitur rinch, 
ubi iterum omnes eorum principes se reddiderunt pippino. Qui 
inde revertens partem Pannoniae circa lacum pellissa inferioris, 
ultra *) fluvium qui dicitur hi*apa , et sie usque ad dravum fluvium 
et eo usque ubi dravus fluit in danubium, prout potestatem ha- 
buit, praenominavit cum doctrina et ecclesiastico officio procu- 
rare populum qui remansit de hunis et sclavis in illis partibus, 
arnoni Juvavensium episcopo usque ad praesentiam genitoris sui, 
Karoli imperatoris. Postmodum ergo anno DCCC.TII. Karolus 
imperator bawariam intravit, et in mense Octobrio Salzpurc ve- 
nit. Et praefaiam concessionem filii sui ilerans potestative multis 
astantibus fidelibus suis affirmavit, et in aevum inconvulsam fieri 
concessit. 

Simili modo etiam Arn episcopus, successor Virgilii, sedis 
Juvavensis deinceps curam gessit pastoralem, undique ordinans 
presbyteros et mittens in Sclaviniam in partes videlicet quaranta- 

m 

1) Nota ultra fl. hrftpa. Ergo et hinc liqiiet , perperam lacum pelissa 
haberi a quibusdam pro recentius nato Neusiedler See, Auetor noster 
Blatensem mtelligit. 

Giniel, Codex z. Gesch. Cyrills a. Melhods u. d. slav. Liturg^ie. 4 



50 

nas atque inferioris Pannoniae illis ducibus atque comitibus, sicut 
pridem Virgilitis fecit. Quorum unus Ingo vocabatur, multum 
carus populis et amabilis propter suam prudentiam ; cui tarn obe- 
diens fuit omnis populus, ut si cuiquam vel charta sine litteris 
ab eo directa fuit, nullus ausus est negligere suum praeceptum. 
Qui etiam mirabiliter fecit. 

Vere servos credentes secum vocavit ad mensam, et qui 
eorum dominabantur infideles foris quasi canes sedere fecit, po- 
nendo ante illos panem et carnes et fusca vasa cum vino, ut sie 
sumerent victus : servis autem staupis dcauratis propinare jussit. 
Tunc interrogantes primi de foris dixerunt: cur facis nobis sie? 
At ille: Non estis digni, non ablutis corporibus cum sacro fönte 
renatis communicare, sed foris domum ut canes sumere victus. 
Hoc facto fide sancta instructi certatim cucurrerunt baptizari. Et 
sie deinceps religio christiana succrevit *). 

Interim contigit, anno videlicet nativitatis domini DCC.XC 
VIII. arnonem jara archiepiscopum a Leone papa accepto pallio 
remeando de Roma venisse ultra padum eique obviasse missutn 
Karoli cum epistola sua , mandans illo *) ipso ilinere in partes 
sciavorum ire et exquirere voluntatem populi illius et praedi- 
care ibi verbum dei. Sed quia hoc facere nequivit, antequam 
responsum referret suae legationis, festine perrexit ad impera- 
torem, et retulit ei quidquid per eum domnus Leo papa manda- 
vit. Post expletam legationem ipse imperator praecepii arnqni archie- 
piscopo pergere in partes Sciavorum et providere omnem illam regionm, 
et ecclesiasticum officium more episcopali colere, populosque in fide et 
cbristianitate praedicando confortare. Sicut ille praecepit, fecit 
illuc veniendo; consecravit ecclesias, ordinavit presbyteros, po- 
pulumque praedicando docuit. Et inde rediens nunciavit impe- 
ratori, quod magna utilitas ibi potuisset effici si quis inde ha- 
buisset certamen '). Tunc interrogavit illum imperator, si ali- 
quem habuisset ecclesiasticum virum, qui ibi lucrum potuisset 
agere deo. Et ille dixit se habere talem, qui deo placuisset et 
illi populo pastor fieri potuisset. Tunc jussu imperatoris ordi- 



1) Cod. S. 79, sec. XIII: crevit, Non male. 

2) Codd. plerique: illi. 

3) i. e. hujus rei diligentem curam. V. Cangii Glossarium. Idem 
quod AmOy sensit et Johannes VIII. papa. 



51 

natus est Theodericus episcopns ab Arnone archiepiscopo Juva- 
vensium; quem ipse arno et Geroldus comes perducentes in scla- 
viniam dederunt in manus principum, commendantes illi episcopo 
regionem caranianorum et confines eorum occidentali *) parte dravi 
fluminis, usque dum dravus fluit in'amnem danubii, ut potesta- 
tive populum regeret sua praedicatione et evangelica doctrina 
doceret servire deo, et ut ecclesias constructas dedicasset, pre- 
sbyteros ordinando constituisset, totumque ecclesiasticum officium 
in illis partibus, prout canonicus ordo exposcit perficeret, domi- 
nationem et subjectionem habens juvavensium rectorum ; sicut 
ille fecit quamdiu vixit, 

Post diem vero transitus de hoc seculo Amonis archiepi- 
scojji, anno nativitatis domini DCCC.XX.T. adalrammus piissimus 
doctor sedem juvavensem suscepit regendam; qui inter cetera 
beneficiorum opera finito cursu Theoderici episcopi, prout arno 
archiepiscopus antea Theoderico episcopo sclavos commisit, ita et 
ipse oilonem constituit episcopum. Ipse enim Adalrammus anno 
nativitatis Christi DCCC.XX.III. pallium accepit ab Eugenio papa 
rexitque gregem sibi commissum XV annos; eoque superna de- 
mentia vocante a nexibus corporis absoluto Liuprammus venera- 
bilis praedictae sedis pontificatum accepit pastor, quem Grego- 
rius pallio honoravit DCCC.XXX.VI. qui innumerabilibus Deo 
placitis operibus peractis sydereas conscendit sedes anno nativi- 
tatis Christi DCCC.L.VITI. Cui successor quem ipse nutrivit 
Äddlvnnus venerabilis praesul pallio honoratus a Nicoiao papa ad 
praesens eniiet tempus, cum omni regens diligentia divinitus sibi 
gregem commissum. Quorum temporibus , Liuprammi videlicet et 
Adalmni archiepiscoporum , Oshaldus^) episcopus Sclavorum rege- 



1) Hanc occidentalem partem intelligimus cum doctissimo Consiliario 
aulico Th. Dolliner Dravi superioris per Carinthiam et Styriam et Croa- 
tiae hodiernae partem, excepta hodierna Slavonia , quae Bnlgarorum erat. 
Nisi plane malis occidentalem Dravi partem negligentius dictam pro agui- 
lonari, quam A. 810 Carolas M. adjudicavit Salisburgensibus , ausirali 
Aqnilejensibns relicta. 

2) Hinc frequens per Carinthiam et Camiolam Osbaldi nomen. Ad 
hunc yfishaldum Chorepiscopum Quadrantinum ** exstant binae in Corpore 
Juris Canonici Nicolai papae decretales (dist. 50 , cap. 6 et 39) , unde 
videas, maluisse illum papae proponere dubia, quam suo metropolitae. 
Hinc deinceps plerumque maluerint ,,in nomine dLomim per semetipsos legtre 
gentem illam** Salisburgenses. 

4* 



52 

bat gentem pront jam priscis temporibus jam dicti episcopi fece- 
runt subjecti episcopis juvavensium , et adhuc ipse Adalwinus 
archiepiscopus per semetipsura regere studel illam gentem in no- 
mine domini, sicut jam multis in Ulis regionibus clarei locis. 

Enumeratis itaque episcopis Juvavensium conamur prout 
veracius in cbronicis imperatorum et regum francorum et bawa- 
riorum scriptum reperimus, scire volentibus manifestare. Post- 
quam ergo Karolus imperator bunis rejectis episcopatus dignita- 
tem Juvavensis ecclesiae rectori commendavit, arnoni videlicet 
arcbiepiscopo et suis successoribus tenendi perpetualiter atque 
regendi perdonavit , coeperunt populi sive sclavi vel harvarii inha- 
bitare terram, unde illi expulsi sunt hurtig et multiplicari. Tunc 
primus ab imperalore constitutus est confinii comes goierammus, se- 
cundus werinharius, IIIus albricus, IVus gotefridus, Vus geroldus^), 
Interim vero, dum praedicti comiies orientalem procurabant pla- 
gam, aliqui duces babitaverunt in illis partibus ad jam dictam 
sedem pertinentibus, qui comiiibus praefatis subditi fuerunt ad 
servUium imperatoris ; quorum nomina sxmi privvizlauga ^ cemicas, zioi- 
mar, etgar^), Post istos vero duces bawarii coeperunt praedictam 
terram dato regum babere in comitatum . . N. ^) Helmwinus, alb- 
garius, et'pabo. His ita peractis ralbodus suscepit defensionem 
termini. 

In cujus spacio temporis quidam prirvina exulatus a moimaro 
duce maravorum supra danubium venit ad ralbodum^ qui statim 
illum praesentavit domno nostro regi Hludvico. Et suo jussu fide 
instructus baptizatus est in ecclesia S. Martini loco ireisma nun- 
cupato , curte videlicet pertinenti ad sedem juvavensem. Qui et 
postea ratbodo commissus aliquot cum illo fuit tempus. Interim 
exorta est inter illos aliqua "*) dissensio; quam Privina timens 

1) Nos cum aliis sie intelligimus , hanc „maximam" provinciam a 
Carolo M. in quinqiie marcas fuisse dlvisam, singulis praefecto coraite, 
primae Goterammo, secundae Werinhario, teriiae Albrico, quartae Gote- 
frido , quintae demuni Gerolde. 

2) Praeter hos quattiior posterioresque Nostri Katimarum, Privinam, 
et Hezilonem , ex Eginhardo aliisque novimus Brazlavonem et Ljudevitum, 
quorum ultro citroque penitiorem historiam perquirendam relinquimns 
Dalmatis et Croatis, Lucil et Kercselicsii successoribus. 

3) Lege: nomine: 

4) Sic omnes codd. Oportet ergo male legisse ,,aniiqua^^ editorem 
Juvaviae. 



53 

fugam iniit in regionem Wülgariam cum suis et chozil filius ejus 
cum eo. Et non multo post de Wulgariis Ratimari ducis adiit 
regionem. Illoque tempore Hludovicus rex Bawariorum misit 
Ratbodum cum exercitu multo ad exterminandum Batimarum du- 
cem; qui diffidens se defendi posse, in fugam conversus est cum 
suis qui caedem evaserunt *). Et praedictus Privvinus substixit, et 
cum suis pertransivit fluvium Sama^ ibique susceptus a Salachone^) 
comite pacificatus est cum Ratbodo. 

Aliqua vero inlerim occasione percepta rogantibus praedicti 
regis fidelibus praestitit ') rex Privinae aliquam inferioris Panno- 
niae in beneficium partem circa fluvium qui dicitur Sala. Tunc 
coepit ibi ille habitare et munimen aediflcare in quodam nemore 
et palude Salae *) fluminis, et circumquaque populos congregare 
ac multum ampliari in tenra illa : cui quondam Adalrammus archi- 
episcopus ultra danubium in sua proprietate loco vocato nilrava 
consecravit ecclesiam. Sed postquam praefatum munimentum aedi- 
ficavit , construxit infra *) primitus ecclesiam , quam Liuprammus 
archiepiscopus , cum in illa regione ministerium sacerdotale po- 
testative exercuit, in illud veniens castrum in honore s. Dei ge- 
nitricis Mariae consecravit anno videlicet DCCCL. Ibi fuerunt 
praesentes chezil^ unzhal, chotemir, liwtemiry zcurben^ siliZy wulkina^ 
wilemiry trehiz, brisnuz, zwemin, zeska, crimisin, goymer^ zislilo^ amel- 
rich, ältrvart^ wellehelm, fridepercki, seroi, cuntker^ arfrit, nidrid, isan- 
pero, raio, deoterih item deoierih, madalpercht, engelkadi, tvaliken 



1) Hunc Ratimarum ducem , praeter Nostrum nemini nominatum, prae- 
clare illustravit Th. Dolliner in laudata dissertatione p. 64, habens illum 
pro Croatarum Duce Crasimere^ filio Terpimeris, quo regnante Martinus 
ille podagi'icus e Francia Croatas in fide confortabat. Cf. nos supra 
p, XXXI. Clara hinc patescit Privinae fuga duplex, et reditus. 

2) Sic codd. omnes. Male legerit „Juvaviae** auctor: Saladione, 

3) Sic codd. S. 414 sec. XII. et S. 76 sec. XIV. At Caes. vetustiss. 
bist. eccl. 148 , caret hoc folio : alter vero 73. sec. XIII. babet Sana, 

4) Sic disertim codd. supradicti. Vides pallu sellede natnm esse e 
praepostere collocatö de, quod prior codex per correctionem habuerit 
supeme aut in margine , utpote spectans ad palu - de, Similis error e 
male intellecta glossa natus est in Jordanis civitate Novi et Sclavinorumu- 
nense pro civitate Novidunense , cui voci curiosus quidam superscripserat 
glossam Sclamnorum. 

5) Sic omnes codd. sensu infimae latinitatis pro : intra ? Vide 
Cangiam. 



^ 54 

deobald, Ipsi viderunt et audiverunt complacitationem illo die inter 
Liuprammum et Privinam^ quando ille dedicata est ecclesia, id 
est IX. Kai. Febr. Tunc dedit Privvina presbyterum suum , no- 
mine Dominicum, in manus et potestatem Liuprammi archiepi- 
scopi, et Livvprammus illi presbytero licentiam concessit in sua 
dioecesi missam canendi; commendans illi ecclesiam illam et po- 
pulum procurandum sicut ordo presbyteratus exposcit. Indeqne 
rediens idem pontifex, et cum eo Hezhil, consecravit ecclesiam 
Sandrati *) presbyteri, ad quam Hezil territorium et silvam ac prata 
in praesentia praefatorum virorum tradidit et circumduxit in ipsum 
terminum. Tunc quoque ad ecclesiam Erinperli presbyteri, quam 
memoratus praesul consecravit, tradidit Hezil, sicut Engildeo et 
filii ejus duo, et Erenpercht presbyter, habuerunt, et circumduxit 
praefatos vires in ipsum terminum. Transactis namque fere duo- 
rum aut trium annorum') spatiis ad Salapiugin consecravit in bo- 
nore S. Hrodberti ecclesiam, quam privvina cum omni superpo- 
sito tradidit deo et S. Petro atque S. Hrodberto in perpetuum 
usum fructuarium viris dei Salzburgensibus habendi. Postmo- 
dum vero roganti Privvino misit Liuprammus archiepiscopus ma- 
gistros de Salzburch muratores et pictores, fabros et lignarios, 
qui infra civitatem Privinae honorabilem ecclesiam construxerunt, 
quam ipse Liuprammus aedificari coepit , officium ecclesiasticnm 
ibidem colere peregit. In qua ecclesia Adrianus martyr humatus 
pansat. Item in eadem civitate ecclesia S. Jobannis Baptistae 
constat dedicata, et foris civitatem ad dudleipin, ad ussitin, ad 
businiza, ad bettoviam, ad stepili perc, ad lindoluescbiricbun, 
ad keisi, ad uveidhereschirichun, ad isangrimeschiricbun, ad bea- 
tusescbirichun , ad quinque basilicas temporibus Liuprammi de- 
dicatae sunt ecclesiae. Et ad otachareschiricbun , et ad palmim- 
tescbirichun ceierisque locis ubi privvina et sui volu.erunt populi. 
Quae omnes temporibus privvinae constructae sunt et consecratae 
a praesulibus Juvavensibus. 

Pervenit igitur ad notitiam Ludovici piissimi Regis, quod 
privvina piissimus fuit ac benivolus erga dei servitium et suum; 



1) Cod. 148: sandiati. 

2) Cod. 148: triam spatii rannorum. Hinc vides ipsum nostrum an- 
tiquissimum codicem apographum esse, non autographum ; librarius lite- 
ram post ro spatii credebat esse r. 



55 

fidelibus suis quibusdam saepius ammonentibus concessit illi in 
proprium*) totum, quod prius habuit in beneficium, exceptis illis 
rebus, quae ad episcopatura Juvavensis ecclesiae viderentur per- 
tinere, scilicet ad S. petrum principem apostolorum et beatissi- 
mum Hrodbertum ubi ipse corpore requiescit. Ubi tunc ad prae- 
sens *) rector venerabilis Liuprammus archiepiscopus praeesse di- 
noscitur. Ea ratione diffinivil domnus senior nosler rex easdem res, 
quae tunc ad ipsum episcopum in ipsis locis conquaesitae sunt, 
et quae inantea deo propitio augeri possunt, ut sine ullius ho- 
minis contradictione et judiciaria consignatione illibate ad ipsa 
loca supra dictorum perpetualiter valeant perseverare. Tsti fie- 
bant praesentes: N. liuphrammus archiepiscopus, erchanhertus ep., 
erchanfridus ep., harirvigus ep., Karolomannus. hludovicus. ernust. 
ratpot. werinheri. pabo. fritilo. tacholf. deotrih. vuaninc. gerolt. 
liutolt. deotheri. wuolfregi. Jezo. egilolf. puopo. adalperht. me- 
gingoz. Item adalperht. odalrih. peringer. managok. Actum loco 
publice in reganespurc. Anno domini DCCC^.XL^.VIIII^ Tn- 
dictione XI, sub die IIII idus o ctobris '). 

Quamdiu enim ille vixit, nihil minuit rerum ecclesiastica- 
rum nee subtraxit de potestate praedictae sedis, sed ammonente 
archiepiscopo , prout valuit, augere studuit; quia ad augraentum 
servitii dei primitus post obitum Dominici presbyteri, Svvamagal 
presbyter ac praeclarus doctor illuc missus est, cum diaconis et 
clericis. Post illum vero Ällfridum presbyterum et magistrum cujus- 
que artis Liuprammus illuc direxit; quem Adalwinus successor 
Liuprammi archipresbyterum ibi constituit, commendans illi claves 
ecclesiae, curamque post illum totius populi gerendam. Similiter, 
eo defuncto, rihbaldum constituit archipresbyterum. Qui multum 
tempore ibi commoratus est, exercens suum potestative officium, 
sicut illi licuit *) archiepiscopus suus , — usque dum quidam graecuSy 
methodius nomine^ noviier invenlis sclavinis lilteris, linguam latinam dociri- 
namque romanam aique lileras auctordles lalinas philosophice superdu- 



1) Sic codd. omnes. Perperam ergo resolvit Juvaviae aiictor com- 
pendium tov proprium , in to : perpetuum. 

2) Yides hinc, Salisburgensem nostrum e schedis Liuprammi aequali- 
bus congessisse hanc diatribae suae partem. 

3) Sic correcto e nostris codd. anno 849 pro 8ö9 bene quadrant omnia. 

4) Sic nostri omnes, praeter S. 79, sec. XIII — XIV., ex quo Juva- 
via habet: injunxit. 



56 

cens , vüescere fecil cunclo populo ex parte *) missas et evangelia eccle- 
siasticumque officium illorum, qui hoc latine celebraverunt. Quod ille 
ferro non Valens sedem repetivit Juvavensem. 

Anno igitur DCCC.LXV. *) venerabilis archiepiscopus Juva- 
vensium Adalwinus nativitatem Christi celebravit in Castro Hezi- 
lonis, noviter Moseburch vocato, quod illi successit moriente patre 
suo priwino quem Maravi occiderunt; illo quoque die ibi officium 
celebravit ecclesiasticum. Sequentique die in proprietate Witti- 
maris dedicavit ecclesiam in honore S. Stephani protomartyris. 
Die vero Kai. Jan. ad ortahu consecravit ecclesiam in honore S. 
Michaelis archangeli in proprietate Hezilonis. Idem eodem anno 
ad weride in honore S. Pauli apostoli id. Nov. dedicavit eccle- 
siam. Item in eodem anno XIX. Kai. Febr. ad Spizzun in ho- 
nore S. Margarethae virginis ecclesiam dedicavit.' Ad Termperch 
dedicavit ecclesiam in honore S. Laurentii. Ad Fiskere eodem 
anno dedicavit ecclesiam. Et singulis proprium dedit presbyte- 
rum ecclesiis. Sequenti quoque tempore veniens iterum in illam 
partem causa confirmationis et praedicationis , contigit illum ve- 
nire in locum , qui dicitur cella , proprium ') videlicet unzatonis, 
ibique apta fuit ecclesia consecrandi, quam dedicavit in honore 
S. Petri principis apostolorum, constituitque ibi proprium pres- 
byterum. Ecclesiam Stradachi dedicavit in honore S. Stephani. 
Iterum in weride ecclesia dedicata floruit in honore Petri principis 
apostolorum. Postea vero tres ecclesias consecravit, unam adquar- 
tinacha in honore S. Johannis evangelistae ; alteram ad Muzzüiches 
chirichun, tertiam ad dbldnza; quibus constituit proprios sacerdotes*). 



1) Bene interpretatus est summus Dobrovius: ex parte sc. Sclavorum; 
nam „Bawariorum" quidem, qui Nostro auctore „cum Slavis inhabita- 
bant has terras ," quoramque bavarica ecclesiarum nomina ad Isangrimes- 
chirichun et similium satis indicant parochias, vix quidquam intererat, 
sive latine sive slavinice sacra fierent. At intererat Salisburgensium ne 
latius serperet exemplum. 

2) Sic codd. nostri vetustissimi ambo. Rectissime; nam A. 875 jam 
dudum erat mortuus Adalwinus. 

3) Sic. codd. omnes. Auetor Juvaviae male legit solitum compen- 
dium Tov proprium; itemque male mizatonis pro unzatonis^ cujus nomen 
superius recte legerat. 

4) Cod. 148 in margine inferiori habet ab eadem manu notatnm 
numernm ecclesiarum a Salzburgensi Archiepiscopo Adalwino dedicata- 
rum, sie: ,^Est summa ecclesiarum XXX.II. et amplius,*'^ 



57 

A tempore igitur, quo dato et praecepto dorani Karuli Ira- 
peratoris orientalis Pannoniae populus a Juvavensibus regi coepit 
praosulibus , usque in praesens tempus sunt anni LXXV *) , quod 
nuUus episcopus alicubi veniens potestatem habuit ecclesiasticam 
in illo confinio nisi Salzburgenses rectores : neque presbyter aliunde 
veniens plus tribus mensibus ibi ausus est colere officium, prius- 
quam suam dimissoriam episcopo praesentaverit epistolara. Hoc 
enim ibi observatum fuit, usque dum nova orla est doctrina Me~ 
ihodii Philosophie^ 



OII. 

Epistolae Joannis Papae VIII* genuinae. 



1. 

Joannes P. VIII . Karolomanno regi Methodium, ordinaium episco- 
pum Pannoniensium , commendat a, 875. 

„Reddito ac restituto nobis Pannoniensium episcopatu, liceat 

fratri nostro Methodio^ qui illic a sede apostolica ordinatus est, 

secundum priscam consuetudinem libere, quae sunt episcopi, 

gerere." 

(A. Boczek Codex diplom. et epistol. Moraviae. Olomucii 1836. I. 
pag. 36. — Erben Regesta diplomatica nee non epistolaria Bohemiae 
et Morayiae. Pragae 1855. I. pag. 16.) 

2. 

Joannes P. VIII. Chocili comiti de non dimittendis uxoribus scribiL 

E concilio III. apud Ravennam a. 877. 

Joannes VIII. papa Cozili comiti de bis, qui uxores suas 
dimiserint, vel ad alias, illis viventibus, migraverint. — „Porro 



1) Sic retinuimus e cod. S. 79, quamquam codd. sec. XII. ambo ha- 
beant: L.XXX.V. quod non quadrat cum Adalwini tempore vita functi 
die 21. Apr. anni 873. Quamquam nil impedit, imo quod supra vidisti 
de Liuprammi tempore aeque praesenie, invitat credere, Nostrum sive 873, 
siye etiam 883, utcunque fuerit, aequalem Meihodü^ quidni vel ipsum 
Richbaldum, diversas hujns negotii schedas obiter quidem disposuisse, 
quin tamen suam compilationem denuo examinaverit diligentius. 



58 

eos, qui uxores suas dimiserint, vel Ulis ad alias viventibus mi- 
graverint nupcias, tarn diu cum consentaneis eorum excommuni- 
camus, quousque posterioribus remotis priores penitendo recepe- 
rint. Sicut enim nupciae a Deo, ita divortium a diabolo est, 
teste S. Augustino, repertum. Praecipue cum haec pessima con- 
suetudo ex paganorum more remanserit, quorum in talibus non 
aliuS) nisi ipse diabolus erat magister et auctor." 
(^Boczek 1. c. p. 36. s. — Erben 1. c p. 15.) 

3. 

Joannes P. VI IL Methodium, archiepiscopum Pannoniensem {Mo- 
raviensem) ad reddendam docirinae suae rationem ei riim 
Slavici in Moraviam inducti Romam evocat 18. Kalend. 
Julii, 879. 

Joannes episcopus, servus servorum Dei , reverentissimo Me- 
thodio archiepiscopo Pannoniensis ecclesie. — Predicationis tue 
doctrinis populum domini tibi quasi spiritali pastori comissum, 
salvare instruereque cum debeas, audivimus, quod non ea, que 
sancta Romana ecclesia ab ipso apostolorum principe didicit, et 
cottidie predicat, tu docendo doceas , et ipsum populum in erro- 
re{m) mittas. Unde bis apostolatus nostri litteris tibi iubemus, 
ut, omni occasione postposita, ad nos de presenti venire procu- 
res, ut ex ore tuo audiamus, et cognoscamus, utrum sie teneas, 
et sie predices, sicut verbis, ac litteris te sancte Romane eccle- 
sie credere promisisti, aut non, veraciter cognoscamus doctrin^m 
tuam. Audimus et iam, quod missas cantes in barbara, boc est 
in sclavina lingua. Unde iam litteris nostris, per Paulum episco- 
pum Anconitanum tibi directis prohibuimus, ne in ea lingua 
Sacra missarum solempnia celebrares, sed vel in latina, velgreca 
lingua, sicut ecclesia Dei toto terrarum orb« diffusa, et in omm- 
bus gentibus dilatata cantat; Predicare vero, aut sermonem in 
populo facere tibi licet, quum psalmista omnes commonet Daum 
gentes laudare, et apostolus omnis inquit lingua confiteatur quia 
Jhesus in gloria est Dei Patris. — Data XVIII. Kalendas Julii, 
Indictione XII. 

(Boczek p. 39. s. ad exemplum ex Regestis pontificiis, cui per M. 
Marinij Tabulariorum Praefectum, fides facta. — Erben 1. c. p. H' 
exhibet hanc epistolam, prout ipsam Pälacky in Tabulariis Vaticanis 
descripsit sub d. XIIII. Kai. Jol.) 



59 



4. 



Joannes P. VIII, Swatopluk, ducem MoraviaCy ad fidem horia- 
iur, miraturque, Meikodium archiepiscopum aliter, quam sit 
professus, docere, ac ideo illum Romam esse vocatum in- 
sinuat. 18. Kalend. Juliiy 879. 

Joannes episcopus, servus servorum Dei, Zuventapu de 
tfaravna. Scire vos volumus, quia nos, qui per Dei gratiam 
>eati Petri Apostolorum principis vicem tenemns , pio amore vos 
[uasi karissimos filios amplectamur , et paterna dilectione ama- 
nus , nostrisque assiduis precibus vos omnes Jhesu Christo Do- 
Qino commendamas orantes semper pro vobis, ut Dens omnipo- 
ens, qui corda vestra inluminavit, et ad viam veritatis perduxit, 
Q bonis operibus confirmet, et usque ad finem in recta fide, 
»onaqne actione decoratos vos atque incolumes dignetur perdu- 
lere. Quod autem, sicut Johanne presbitero vestro, quem nobis 
aisistis, referente didicimus, in recta fide dubitetis. Monemus 
lilectionem vestram, ut sie teneatis, sie credatis, sicut Sancta 
lomana Ecclesia ab ipso Apostolorum principe didicit, tenuit, 
jt usque ad finem seculi tenebit. Atque per totum mundum 
iottidie sancte fidei verba, rectaque predicationis semina mittit. 
^t sicut antecessores nostros, sanctos videlicet Sedis Apostolice 
?resules parentes vestros ab initio docuisse cognoscitis. Si äu- 
em aliquis vobis, vel Episcopus vester, vel quilibet sacerdos 
iliter adnunctiare, aut predicare presumpserit , zelo Dei accensi 
mo animo, unaque voluntate doctrinam falsam abiicite, stantes, 
5t tenentes traditionem Sedis Apostolice. Quia vero audivimus, 
juia Methodius vester archiepiscopus ab antecessore nostro 
idriano scilicet papa ordinatus , vobisque directus , aliter do- 
jeat, quam coram Sede Apostolica se credere et verbis et litte- 
•is professus est, valde miramur. Tamen propter hoc direximus 
lli, ut absque omni occasione ad nos venire procuret, quatenus 
jx ore eius audiamus, utrum sie teneat et credat, sicut promi- 
lit, aut non. Data XVIH. Kalendas Julii, Indictione Xn. 

(Boczek 1. c. pag. 40. s. — Erben 1. c. p. 16. s. sub d. XIIII. Kai. Jul.) 

5. 

Joannes P. VIII. ad Swaiopluk comitem, Graiulatur de ejus et 
subditorum illius ohservantia erga sedem apostolwam, recipit 



60 

eos in fidem suam, ostendit Meihodium archiepiscopum ortho- 
doxam fidem fuisse professum , cujus Jura confirmat eumque 
ad eos reffendos remittit Nitriensis ecclesiae episcopum 
{Wichinum) consecratum significai, et alium ad se vuli mitii, 
quem altert ecclesiae praeficiat. Jubet omnes ipsi archiepi- 
scopo Metkodio öbedire: concedit ut divina officia sclavinica 
lingua recitari possint, dummodo evangelium honorificentiae 
causa latine prius recitetur, Mense Junio, 880. 
Dilecto filio Sfentopulcho glorioso comiti. Industriae tuae 
notum esse volumus, quoniam confratre nostro Methodio reve- 
rentissimo archiepiscopo sanctae ecclesiae Marabensis, una cum 
Semisisno, fideli tuo, ad limina SS. apostolorum Petri et Pauli, 
nostramque pontificalem praesentiam veniente, atque sermone 
lucifluo referente, didicimus tuae devotionis sinceritatem et to- 
tins populi tni desiderinm, quod circa sedem apostolicam et no- 
stram paternitatem habetis. Nam, divina gratia inspirante, con- 
temptis aliis seculi hujus principibus beatum Petrum apostolici 
ordinis principem vicariumque illius habere patronum et in Omni- 
bus adjutorem ac defensorem pariter cum nobilibus viris fideli- 
bus tuis et cum omni popnlo terrae tuae amore fidelissimo ele- 
gisti; et usque ad finem, sub ipsius et vicarii ejus defensione 
colla summittens, pio affectu cupis, auxiliante Domino, ntpote 
filius devotissimus , perraanere. Pro qua scilicet tanta fide ac 
devotione tua et populi tui apostolatus nostri ulnis extensis te 
quasi unicum filium amore ingenti amplectimur; et cum omnibus 
fidelibus tuis patemitatis nostrae gremio, veluti oves Domini no- 
bis commissas, recipimus, vitaeque pabulo clementer nutrire 
optamus atque nostris assiduis precibus omnipotenti te Domino 
commendare studemus: quatenus sanctorum apostolorum suffra- 
gantibus meritis, et in hoc seculo adversa omnia superare, et 
in coelesti postmodum regione, cum Christo Deo nostro valeas 
triumphare. Igitur hünc Methodium, venerabilem archiepisco- 
pum vestrum, interrogavimus coram positis fratribus nostris epi- 
scopis , si orthodoxae fidei symbolum ita crederet , et inter sacra 
missarum sollempnia caneret, sicuti S. Komanam ecclesiam teuere, 
et in sanctis sex universalibus synodis, a sanctis patribus, se- 
cundum evangelicam Christi Dei nostri auctoritatem , promulga- 
tum atque traditum constat. Ille autem professus est, se juxta 
evangelicam et apostolicam doctrinam, sicuti sancta Komana 



61 

ecclesia docet, et a patribus traditum est, tenere et psallere. 
Nos autem illnm in omnibas ecclesiasticis doctrinis et utilitati- 
bus*) orthodoxum et proficaum esse reperientes, vobis iterum ad 
regendam commissam sibi ecclesiam dei remisimns, quem veluti 
pastorem proprium ut digno honore et reverentia, laetaque mente 
recipiatis jubemus, quia nostrae apostolicae auctoritatis praecepto 
ejus archiepiscopatus ei privilegium confirmavimus , et in perpe- 
tuum, Deo juvante, firmum manere statuimus; sicuti antecesso- 
rum nostrorum auctoritate omnium ecclesiarum dei jura et pri- 
vilegia statuta et firmata consistunt, ita sane, ut juxta canoni- 
cam traditionem omnium negotiorum ecclesiasticorum curam ha- 
beat ipse et ea, velut Deo contemplante , dispenset. Nam po- 
pulus Domini illi commissus est et pro animabus eorum hie red- 
diturus erit rationem. Ipsum quoque presbiterum, nomine Vi- 
chinum, quem nobis direxisti, electum episcopum consecravimus 
sanetae ecclesiae Nitrensis; quem suo archiepiscopo in omnibus 
obedientem, sicuti sancti canones docent, esse jubemus, et vo- 
lumus, ut pariter cum ipsius archiepiscopi consensu et Providentia 
et alterum nobis apto tempore utilem presbiterum vel diaconum 
dirigas, quem similiter in alia ecclesia, in qua episcopalem cu- 
ram noveris esse necessariam, ordinemus episcopum; ut cum 
liis duobus a nobis ordinatis episcopis praefatns archiepiscopus 
vester, juxta decretum apostolicum, per alia loca, in quibus 
episcopi honorifice debent et possunt exsistere, postmodum va- 
leat ordinäre. Presbiteros vero, diacones, seu cujuscunque or- 
dinis clericos, sive Sclavos, sive cujuslibet gentis, qui intra 
provinciae tuae fines consistunt, praecipimus esse subjectos et 
obedientes in gmnibus jam dicto confratri nostro, archiepiscopo 
vestro , ut nihil omnino praeter ejus conscientiam agant. Quod 
si contumaces et inobedientes exsistentes scandalum aliquod aut 
Schisma facere praesumpserint , et post primam et secundam ad- 
monitionem se minime correxerint, quasi zizaniorum seminatores 
ab ecclesiis et finibus vestris auctoritate nostra precipimus esse 
procul abiiciendos, secundum auctoritatem capitulorum que illi 
dedimus et vobis direximus. Litteras denique sclaviniscas a 
Constantino quondam philosopho repertas, quibus deo laudes 



1) F. Palacky censet, legendum esse: veriiatibus. Literarische Reise 
nach Italien. Prag 1838. S. 15. 



62 

debite resonent, jure laiidamas; et in eadem lingua Christi do* 
mini nostri preconia et opera enarrentnr jubemus. Neque enim 
tribus tantum sed omnibus Unguis dominum laudare anctorltate 
Sacra monemur, que precipit dicens: Laudale dominum omnes 
gentes et collaudate eum omnes populi. Et apostoli repleti Spiritn 
sancto locuti sunt omnibus unguis magnalia dei. Hinc et Pau- 
lus coelestis quoque tuba insonat monens: Omnis lingua confitea- 
iur f quia dominus noster Jesus Christus in gloria est Dei Pairis. De 
quibus etiam unguis in prima ad Corinthios epistola satis et ma- 
nifeste nos admonet , quatenus unguis loquentes ecclesiam dei edi- 
ficemus. Nee sanae fidei vel doctrinae aliquid obstat, sive mis- 
sas in eadem sclavinica lingua canere, sive sacrum evangelinm 
vel lectiones divinas novi et veteris testamenti bene translatas et 
inteipretatas legere aut alia horarum officia omnia psallere: 
quoniam qui fecit tres linguas principales, hebream scilicet, 
grecam et latinam, ipse creavit et alias omnes ad laudem et 
gloriam suam. Jubemus tarnen, ut in omnibus ecclesiis terrae 
vestrae propter majorem honorificentiam evangelium latine lega- 
tur et postmodum sclavinica lingua translatum in auribus popnli, 
latina verba non intelligentis , adnuncietur, sicut in quibusdam 
ecclesiis fieri videtur. Et si tibi et judicibus tuis placet, mis- 
sas latina lingua magis audire, precipimus, ut latine missarnm 
tibi soUemnia celebrentur. Data mense Junio, indictione XIII. 

(Erben Regesta Bohemiae ed. c. p. 17. s. — Harduin Acta Concil. 

Tom. VI. P. I. Edit. Paris. 1714. col. 85. ss.) 

6. 

Joannes P, VIII. Methodium, archiepiscopum Moraviensem, afidei 
orthodoxae cuUu ejusque propagandae studio idudat, ei de malis, 
quae perpessus est, humanissime soiatur. X. Kai, Jprilis, 881. 

Joannes episcopus, servus servorum Dei. Metbodio archi- 
episcopo pro fide. Pastoralis soUicitudinis tue curam, quam in 
lucrandis animabus £ldelium Domino Deo nostro exhibes, appro- 
bantes, et orthodoxe fidei te cultorem strenuum existere contem- 
plantes, nimis in eodem Domino iocundamur, et ei immens&s , 
laudes, et gratias agere non cessamus, qui te magis ac magis 
in suis mandatis accendat, et ad sancte sue Ecclesie profectmn 
ab omnibus adversitatibus clementer eripiat. Verum auditis per 
tuas litteras variis casibus, vel eventibus tuis, quanta comp&s* 



63 

sione tibi condoluerimas ex hoc advertere poteris, in quo te co- 

ram nobis positum sancte Komane Ecclesie doctrinam iaxta 

sanctorum patram traditionem sequi debere monuimus, et tarn 

simbolum, quam rectam fidem a te docendam, et predicandam 

subdimus*), nostrisque apostolicis litteris glorioso Principi Sphen- 

topulcho quas ei asseris fuisse delatas, hoc ipsum signiücaviinus, 

et neque alie littere nostre ad eum directe sunt, neque Episcopo 

illi palam, vel secreto aliud faciendum iniunximus , et aliud a 

te peragendnm decrevimus. Quanto minus credendum est, ut 

sacramentum ab eodem Episcopo exhigeremus , quem saltem levi 

sermone super hoc negotio allocuti non fuimus. Ideoqne cesset 

ista dubietas, et Deo cooperante, sicut evangelica, et apostolica 

se habet doctrina, orthodoxe fidei cultura fidelibus cunctis in- 

culca , ut de labore tui certaminis Domino Jhesu Christo fructum 

afferas abundantem, et gratia eins remuneratus mercedem reci- 

pias competentem. Ceterum de aliis temptationibus , quas di- 

verso modo perpessus es, noli tristari, quin potius hoc secun- 

dum Apostolum omne gaudium prorsus exhistima, quia si Dens 

pro te, nemo esse poterit contra te, tamen cum, Deo duce, re- 

versus fueris, quicquid inhormiter adversum te est commissum, 

quicquid iam dictis epistolis') contra suum ministerium in te 

exercuit, utramque audientiam coram nobis discussam , adiuvante 

Domino, legitimo fini trademus, et illius pertinaciam iudicii 

nostri sententia corripere non omittemus. Data X. Kalend. Apri- 

lis, Indictione XIII. 

(^Boczek 1. c. pag. 44. s. — Erben Regesta Bo^emiae I. 18. b.) 



V. 

Epistola Stephan! P. V. ad Swatopluk Morayiae 

Principem spuria. 

EPISTOLA. STEPHANI. PAPE. AD. ZVENTOPOLCVM. REGEM. 
Stephanus episcopus seruus seruorum dei, Zuentopolco regi 
Sclauorum. Quia te zelo fidei sanctorum apostolorum principi 

1) Assemard (Kalendaria Ecclesiae univ. III. Romae 1755. p. 159. 
legit : subdidimus. 2) F. Palackj et ante ipsum jam Assemani 1.' c. cen- 
set legendum esse: dicius episcopus. 1. c. 



64_ 

Petro uidelicet regni celestls clauigero, omni deuocione denonisti, 
eiusque uicarium pre cunctis huius flucti uagi seculi principibns 
principalem patronum elegisti, eiusque te cum primatibus ac re- 
liquo terre populo tuicioni pariter commisisti: continuis precibus 
deum bonorum omnium largitorem exoramus, ut ipsins muniaris 
suffragio, in cuius manu sunt omnia iura regnorum quatenns 
eins uallatus auxilio et interuencionibus apostolorum prineipum 
Petri et Pauli et adiabolicis muniaris insidiis, et corporali so- 
spitate laeteris, ut anima et corpore tutus abeterno iudice bonis 
operibus decoratus, perpetua felicitate doneris. Nos eciam qui 
eins uicariacione fungimur, debitam solicitudinem prote gereu- 
tes, inquocumque indigueris negocio, inhis que ad salntem tuam 
pertinent deo auxiliante protectorem inuenies inomnibus. Quem 
obfidei dignitatem cum omnibus tuis fidelibus, nulla terrarum 
obsistente inter capedine, spiritualibus ulnis quasi presentem 
amplectimur amore ut spiritualem filium. Igitur quia orthodoxe 
fidei anhelare te studio audiuimus , et certo indicio exhoc agno- 
scimus , quod admatrem tuam sanctam uidelicet romanam aeccle- 
siam recurrere uoluisti, quae capud est omnium aecclesiarum 
collato sibi priuilegio inbeato Petro principe apostolorum, cui 
suas oues uerus pastor commisit dicens: Tu es Petrus et super 
banc petram edificabo aecclesiam, et porte inferi non preuale- 
bunt aduersus eam — portas inferi, ora ortbodoxam fidem blas- 
femancium appellans; que auctore Christo omnes hereses destru- 
xit, et uacillantes omnes infide solidauit creatoris sui munita 
auxilio, dicente domino nostro Jesu Christo: Simon ecce satanas 
expetit uos ut cribraret sicut triticum. Ego autem rogaui prote 
ne deficiat fides tua et tu aliquando conuersus conflrma fratres 
tuos. Quis rogo nisi insipiens intantum audeat blaspbemie ba- 
ratrum mergi ut Petri fidem infamet? proquo uerbum dei indua- 
bus naturis existens, quod natura serui autem natura contulit 
deitatis. Tuam deuocionem amplectimur, uolentem discere ut- 
prudenciam tuam digna attoUamus laude, quae non alibi uagari, 
sedipsam quae caput est studuit consulere, aqua eciam omnes 
ecclesiae sumpserunt exordium. Uerumptamen fundamentum fidei 
super quod suam Christus constituit aecclesiam istud est: Tres 
certe persone subsistentes, patris, et filii, et spiritus sancti coae- 
terne sibi sunt et coequales, et istarum trium personarum una est 
deitas natura, una substancia, una diuinitas, una maiestas. In- 



65 

quibus personis discrecio est non confusio, distinccio non sepa- 
racio. Distinccionem dico , quia alia est persona patris , alia 
iilii, alia Spiritus sancti; pater enim anuUo, filins apatre, Spiri- 
tus sanctus ab utroque, unius eiusdemque substanciae cuius pa- 
ter et ülius est. Et hec sancta trinitas, unus, et uerus, deus 
est, que nee inicio incipit, aut fine clauditur, nee loco compre- 
henditur, nee tempore uariatur. Pater enim solus dealio non 
est, et ideo solus ingenitns appellatur, filius autem depatre sem- 
piternus filius et ideo genitus dicitur, spiritus uero sanctus patris 
et filii est spiritus sine ullo inter uallo, ubi nulla tempora quae- 
que habent prius uel posterius, sunt cogitanda: et ideo nee in- 
genitus, nee genitus, sed procedens dicitur, nee duo patres nee 
duo ülii credantur. Quod filii sit spiritus apostolus, et ineuan- 
gelista testatur: Si quis spiritum Christi non habet hie non est 
eins; et Paulus apostolus quod patris filiique sit spiritus testa- 
tur: Uos autem non estis incarne, sed inspiritu; si tamen spiri- 
tus dei habitat inuobis. Et iterum ut patris sit spiritus, lucidis- 
sime distinguit dicens : Quod si spiritus eius qui suscitauit Jesum 
amortuis habitat inuobis, uiuificauit et mortalia corpora uestra. 
Ut uero filii sit spiritus, idem Paulus testatur: Quoniam autem 
estis filii dei, misit deus spiritum filii sui in corda nostra, cla- 
mantem abba pater. Ut a patre procedat ipsa ueritas dicit: 
Spiritus qui apatre procedit, ille me clarificauit. Ut afilio procedat 
eodem ueritas testatur: Hie me clarificabit, quia demeo accipiet. 
Absit enim ut spiritus sanctus credatur depatre infilium, et de- 
filio ad sanctificandam creaturam quasi quibusdam gradibus pro- 
cedere, sedquem admodum depatre, ita et defilio simul proce- 
dit. Quis enim negabit esse spiritum sanctum uitam? et cui 
uita pater, uita sit filius; sicut pater uitam habet insemqt ipso, 
sie dedit et filio uitam habere insemet ipso. Haec tibi demultis 
pauca dixisse sufficiant, quae te absque ambiguitate lingua con- 
fiteri et corde oportet credere sed nonultra uires examinare. 
Quia solis corporei radio oculorum retunditur intuitus, quanto 
magis ineffabilis deitatis claritate terrena mens retunditur. Hanc 
fidem adomino inapostolos et apostolis fundatam sancta catholica 
et apostolica romana tenet ecclesia: quam tu ut firmiter teneas 
monemus, exoramus, et testificamus. Inqua et Wichingum ue- 
nerandum episcopum et carissimum confratrem aecclesiastica 
doctrina eruditum rfepperimus, et ideo eum uobis adregendam 

fiiiMl, Codex z. Gesch. Cyrills u. Methods u. d. slav. Liturgie. 5 



66 

sibi comissam adeo aecclesiam remisimns, quia fidelissimum eam 
tibi, et prote satis solicitum inomnibus agnouimus. Quem nelnti 
spiritualem patrem, et proprium pastorem digno honore et de- 
bita reuerencia sincera mente recipite tenete et amplectimini, 
quia in eo exibitum honorem Christo conferitis, ipso dicente: 
Qui uos recipit, me recipit. Et qui me recipit, recipit eum 
qui me misit. Ipse itaque omnium aecclesiastieorum negociomm 
officiomm habeat cnram, et dei timorem pre oculis habens dis- 
penset eadem , quia et prohis et proanimabus commissi sibi po- 
puli ipse redditurus erit districto iudici racionem. Deieiunio 
itaque scias alege, prophaetis, et abipso domino ineuangelio ap- 
probatum. Moyses namque ut legem acciperet quadraginta die- 
bns et noctibus ieiunavit. Haelias qui caelum orando clausit, 
ut non plueret annos tres et menses sex, et rursum orando ape- 
ruit, et caelum dedit pluuiam et terra dedit fructum suum, qua- 
draginta diebus et noctibus ieiunavit. Auetor et ipse legis Jesus 
Christus dominus noster quadraginta diebus et noctibus ieiuna- 
uit. Siquis uero ieiunium reprobat, reprobet et oracionem et 
blasphemet esse malum demones eici, dicente domino: Hoc ge- 
nus noneicitur nisi inoracione et ieiunio. Preceptum quippe est 
ieiunare, sedquibus diebus sit ieiunandum quibus ue pranden- 
dum, precepto domini uel apostolorum non est diffinitum aser- 
cione, sedantiqua patrum consuetudine tenet aecclesia, quia et 
priorum instituta et consuetudo maiorum prolege tenenda sunt. 
Quarta feria ieiunandum est, quia considerato euangelio quarta 
sabbati Judei consilium inierunt, ut Jesum dolo tenerent et oc- 
ciderent. Sexta autem sabbati recte ieiunio deputatur, propter 
dominice passionis reuerenciam. Sabbato quoque nihil ominus 
ieiunandum est propter renouandam memoriam rei geste, quia 
discipuli dominum humane intellegentes eo die in sepulchro quie- 
scentem doluerunt. Quintam uero feriam quidam arbitrati sunt 
esse dissolutam quia eo die reconciliacio sit penitencium, et eo 
die sanctum crisma conficitur, et eo die redemptor cumdiscipulis 
cenauit, et eis sacramentum sui corporis et sanguinis tradidit, 
eo die uidentibus discipulis ad caelos ascendit. Dominicus certe 
dies propter resurreccionis gloriam et aduentum sancti Spiritus 
laeticie consecratus est. Duos quiremanent, proprio unius cuius- 
que relinquamus arbitrio; in quibus id obseruandum censeo ut- 
qui manducat nonmanducantem nonspernat, et qui nonmandocat 



67 

manducantem noniudicet, utquicquid agimiis, ingloria dei facia- 
mus. Jeiunium scilicet quod qnatuor tempornm dicitur antiqui 
patres celebrandum nonfrustra sanxerunt, dicente psalmista: Be- 
nedicam dominum inomni tempore, utsingulis quibusque tempo- 
ribus anni humiliemus animam inieiunio. Primi itaque mensis 
ieinninm dominus inexodo, quarti, septimi, et decimi ieiunium 
per Zachariam prophaetam celebrari precepit, utqui omni tem- 
pore demisericordia confidamus penitendo. Haec tibi deieiunio 
pauca dixisse sufficiant, quam uis plurima dici possent eins mi- 
steria que nunc exponere non est temporis. Hoc tamen ieiunium 
deo preceteris acceptabile credito: dissolue colligaciones impie- 
tatis, solue fasciculos deprimentis, dimitte eos qui coniracti sunt 
liberos, et omne onus disrumpe. Quod bis adomandum est mo- 
nilibus: Frange esurienti panem tuum et egenos uagosque in- 
duc indomum tuam. Has scias deo acceptabiles lampades, quibus 
ieiunium adomandum est cotidie ut deo sit placitum. Metbodium 
uamque supersticioni , nonedificacioni, contencioni nonpaci iusi- 
stentem audientes plurimum mirati sumus ; et si ita est ut audiuimus, 
supersticionem eins penitus abdicamus. Anatbema uero procon- 
temnenda catbolica fide, qui indixit incaput redundabit eins. 
Tu autem et populus tuus sancti spiritus iudicio eritis innoxii, 
sitamen fidem quam romana praedicat aecclesia tenueritis inuio- 
labiter. Diuina autem officia et sacra misteria ac missarum so- 
lemnia que idem Methodius Sclauorum lingua celebrare presum- 
psit, quod neulterius faceret supra sacratissimum beati Petri cor- 
pus iuramento firmauerat, sui periurii reatum perborrescentes 
nnllo modo deinceps aquolibet presumatur. Dei namque nostra- 
que apostolica auctoritate subanathematis uinculo inter dicimus, 
excepto quod adsimplicis populi et nonintelligentis aedificacionem 
attinet, si euangelii, uel apostoli, exposicio aberuditis eadem 
lingua annuncietur, et largimur et exortamur, et ut frequentis- 
sime fiat monemus, ut omnis lingua landet deum, et confiteatur 
ei. Contumaces auteiQ et inobedientes , contencioni et scandalo 
insistentes, postprimam et secundam admonicionem si se minime 
correxerit , quasi zizaniorum seminatores ab aecclesie gremio abici 
sancimus , et neuna ouis moruida totum gregem contaminet nostro 
uigore refrenari et auestris finibus procul excludi precipimus. 

(Wilh. IVallenbach's Beiträge zur Geschichte der christl. Kirche in 

Mähren und Böhmen. Wien 1849. S, 43. ff.) 

5* 



68 



VI. 

Excerptum e Kbello de conversione Carantanomm. 

Ex cod. bibl. caes. 423 olim bist. eccl. 73. saec. XIII. 



Karentanis primo predicavit Modestns episcopus missus et 
consecratus a beato Virgilio sub Pippino Francorum rege. Post 
bunc missns et consecratus est Tbeodoricus episcopns in pre- 
sentia Karoli imperatoris ab Amone arcbiepiscopo. Post hunc 
Otto episcopns consecratus ab Adelrammo arcbiepiscopo. Post 
bunc Hosbaldus episcopus sub Liuprammo et Adelwino archi- 
episcopis. Huic Osbaldo scripsit Nicolaus papa duos canones 
qui in corpore decretorum inveniuntur. Post bunc interiecto ali- 
quo tempore super uenit quidam Sclauus ab Hystrie et Dalmatie 
partibus nomine Metbodius qui ad inuenit Sclauicas literas et 
Slauice celebrauit diuinum officium et uilescere fecit Latinum; 
tandem fagatus a Karentanis partibus intrauit Morauiam, ibique 
quiescit. {Waüenhach. Beiträge pag. 50.) 



VII. 

Epistola Episcoporum Bavariensium ad Joannem 

P. IX. scripta a. 900. 



Queruntur unum archiepiscopum et episcopos tres in Moravonim 
terris, prius Pataviensi eptscopo stibjectis, creatos esse, 

Summo Ponlifici, et universaK Papae, non unius Ürbis^ sed Iß- 
lius OrhiSy dotnino Joanni, Romanae Sedis gubemaiori magnifico, hu- 
millimi Patevnitalis vesirae filii, Theotmarus Juvavensis ecclesiae 
archiepiscopus , Waldo Frisingensis , Erchenpäldus Eystatensis, 
Zacharias Saebonensis, Tutto Ratisponensis , Richarhis Pataviensis 
ecclesiae episcopus. Nee non et universus clerus, populusqae 
cbristianus per totam Noricam, quae et Bawaria vocatur; pro- 
sperum in Salvatore nostro profectum, catbolicae pacis augmen- 
tum, et regnum optamus aetemum. 

Antecessorum vestrorum decretis et catbolicorum patrum in- 
stitutis plenissime instruimur, in omnibus nostro ministerio sa- 
cerdotali obstantibus et adversantibus Romanum appellare Pon- 



69 

tificem: ut, quod ad unitatem concordiae et ad cnstodiam per- 
tinet disciplinae, nnlla dissensione violetnr, sed ab ipso summa 
provisione decematur. Nequaqnam enim credimus, quod cöacti 
quottidie andimus, ut de illa sancta et Apostolica sede, quae 
nobis sacerdotalis mater est dignitatis, et origo christianae reli- 
gionis , profluxerit quippiam perversitatis , sed doctrina et auctori- 
tas ecclesiasticae rationis. Sed venerunt , ut ipsi promulgaverunt, 
de latere vestro tres episcopi, videlicet Joannes archiepiscopus, 
Benedicttts et Daniel episcopi, in terram Slavinomm, qui Moravi 
dicantnr: quae regibus nostris et populo nostro, nobis quoque 
cum habitatoribus suis subacta fuerat, tam in cultu christianae 
religionis quam in tributo substantiae saecularis; quia exinde 
primum imbuti et ex paganis Christiani facti sunt. Et idcirco 
Paiaviensis ^jpiscopus civitatis , in cujus dioecesi sunt illius terrae 
populi ab exordio christianitatis eorum, quando voluit et debuit, 
illuc nullo obstante intravit, et synodalem cum suis, et etiam 
ibi inventis, conventum frequentavit , et omnia quae agenda sunt 
potenter egit, et nuUus ei in faciem restitit. Etiam et nostri 
comites illi terrae confines placita saecularia illic continuaverunt, 
et quae corrigenda sunt, correxerunt, tributa tulerunt, et nuUi 
eis restiterunt; usque dum incessente corda eorum diabolo chri- 
stianitatem abhorrere, et omnem justitiam detrectare belloque 
lacessere et obsistere saevissime coeperunt: adeo ut via episcopo 
et praedicatoribus illuc non esset, sed libitu suo egerunt quae 
voluerunt. Nunc vero, quod grave nobis videtur et incredibile, 
in augmentnm injuriae jactitant se magnitudine pecuniae id egisse : 
qualia de illa Apostolica sede numquam audivimus exisse, ne- 
que canonum decreta sanxisse, ut tantum schisma una pateretur 
ecclesia. Est enim unus episcopatus in quinque divisus. In- 
trautes enim praedicti episcopi in nomine vestro , ut ipsi dixerunt, 
ordinaverunt in uno eodemque episcopatu unum archiepiscopum 
(si tamen in alterius episcopatu archiepiscopium esse potest) et 
tres suffiraganeos ejus episcopos, absque scientia archiepiscopi, 
et consensu episcopi, in cujus fuerunt dioecesi. Cum in concilio 
Africano cap. XX. decretum sit, ut plebes quae in dioecesibus 
ab episcopis retinentur, quae numquam episcopos habuerunt, 
nonnisi cum voluntate ejus episcopi, a quo tenentur, proprios 
accipiant rectores vel episcopos. Et item in eodem concilio 
cap. LXV. ut plebes, quae numquam habuerunt proprios episco- 



70 

pos, nisi ex concilio plenario uninscujusque provinciae et pri- 
matis, atque consensu ejus, ad cujus dioecesin eadem plebs per- 
tinebat, episcopos minime accipiant. In decretis Papae Leonis 
cap. XV. scriptum est; NuUa ratio sinit, ut inter episcopos ha- 
beantur, qui a provincialibus episcopis cum metropolitani judicio 
non consecrantur. Item cap. XLIX. Si indignis. quibusque et 
longe extra sacerdetale meritum constitutis pastorale fastigium 
et gubernatio ecclesiae detur: non est hoc consulere popnlis, 
sed nocere, nee praestare regimen, sed augere discrimen. Et 
in eodem capite post pauca: Difficile est, ut bono peragantar 
exitu, quae malo sunt inchoata principio. Et in decreto Fapae 
Coelestini antecessoris vestri cap. XVII. continetur, ne alicui 
locus concedatur sacerdoti in alterius injuriam. 

Antecessor vester Zuentihaldo duce impetrante tFichingum con- 
secravit episcopum; et nequaquam in illum antiquum Palaviensm 
episcopatum eum transmisit, sed in quamdam neophytam gen- 
tem, quam ipse dux domuit bello, et ex paganis Christianos 
esse patravit. Cum autem iisdem Sclavis locus familiaritatis apnd 
legatos vestros dabatur, accusabant nos et diffamabant nos in 
multis et verbis mendacibus instabant, quia nemo eis vera re- 
spondebat, dicentes: nos et cum Francis et Alemannis scanda- 
lum et discordiam habuisse; cum hoc falsum esse ex hoc con- 
vincitur, quia amicissimi nostri sunt et caritative cooperantes. 
Et etiam cum ipsis impacatos nos esse accusabant; quod non 
nostra culpa exigente, sed sua protervia faciente, ita fatemoi 
esse. Quia quando christianitas illis coepit vilescere, et insuper 
debitum tributum senioribus nostris regibus, et principibus eo- 
rum solvere respuerunt, belloque resistere et gentem nostram 
coeperunt lacessere, orta est seditio inter illos. Et quoniam 
armis si eos defenderint, in servitium redegerint: idcirco jure 
proprio tributarios habere debuerunt et debent; et sive velint 
sive nolint, regno nostro subacti erunt. Quapropter oportet vos 
ab alto speculari, et moderaminis temperiem prae omnibus te- 
uere , ne pejor pars confortetur, et melior infirmetur. 

Progenitores namque serenissimi senioris nostri, Hludmd 
videlicet, imperatores et reges ex christianissima Francorum 
gente prodierunt. Moravi vero Sclavi a paganis et ethnicis vene- 
runt. Uli potentia imperiali Romanam rempublicam sublimave- 
runt, isti damnaverunt. Uli christianum regnum confortaverunt, 



71 

isti infirmaveront. Uli toti mundo spectabiles apparuerunt, isti 
latibulis et urbibus occultati fuerunt. Illornm consilio Apostolica 
sedes pollebat, istorum persecutione c)iristianitas dolebat. In 
Omnibus bis juvenculus rex noster, nulli praedecessorum suorum 
secundus, nulli et inferior, sed secundum virtutem a Deo sibi 
datam sanctae Bomanae ecclesiae et vobis, summo Pontiüci, cum 
Omnibus regni sui principibus adjutor optat esse fortissimus. 
Omne namque regnum divinitus sibi commissum ad Dei servitium 
suumque adjutorium unum vult et operatur. Unde et pace viget, 
et concordia gratulatur, atque ad vestram paternitatem, sicut 
patres sui, se pertinere laetatur. 

Quod nos praefati Sclavi criminabantur , cum Ungaris fidem 
catholicam violasse, et per canem säu lupum aliasque nefandis- 
simas et ethnicas res sacramenta et pacem egisse, atque ut in 
Itfüiam transirent pecuniam dedisse: si vobis coram posito ratio 
inter nos agitaretur ante Deum , qui cuncta novit antequam fiant, 
et coram vobis qui vicem ejus Apostolicam tenetis, eorum falsi- 
tas manifestaretur et innocentia nostra probaretur. Quia enim 
Christianis nostris longe a nobis positis semper imminebant et 
persecutione nimia affligebant, donavimus illis nullius pretiosae 
pecuniam substantiae, sed tantum nostra linea vestimenta; qua- 
tenus aliquatenus eorum feritatem molliremus et ab eorum per- 
secutione quiesceremus. Talia namque , ut praescripsimus , juxta 
malitiam cordis sui argumentantes , et Pontifices nostros ad in- 
juriam nostram incitantes; adeo ut directa nobis epistola, quasi 
ab Apostolica sede, haec omnia improperabant et diversas in- 
jurias ingerebant, atque inter alia divino gladio feriendos dignos 
dicebant. Impletur enim in nobis, quod quidam sapiens ait: 
Jusius iulii crimen iniqui, Ipsi enim crimen quod nobis falso se- 
mel factum imposuerunt, multis annis peregerunt. Ipsi Ungaro- 
rum non modicam multitudinem ad se sumpserunt, et more eo- 
rum capita suorum pseudocbristianorum penitus detonderunt et 
super nos Christianos immiserunt; atque ipsi supervenerunt et 
alios captivos duxerunt, alios occiderunt, alios ferina carcerum 
fame et siti perdiderunt, innumeros vero exitio deputarunt et 
nobiles viros ac honestas mulieres in servitium redegerunt, 
ecclesias Dei incenderunt et omnia aedificia deleverunt; ita ut 
in tota Pannonia, nostra maxima provincia, tantum una non ap- 
pareat ecclesia, prout episcopi a vobis destinati, si fateri velint, 



72 

enarrare possunt, quantos dies traDsierint et totam terram deso- 
latam viderint. 

Quando vero Ungarqs Haliam intrasse comperimus , pacificare 
cum eisdem Sclavis teste Deo multum desideravirnus , promit- 
tentes eis, propter Deum omnipotentem ad perfectum indulgere 
omnia mala contra nos nostraque acta, et omnia reddere, quae 
de suis nostros constaret habere; quatenus ex illis securos nos 
redderent et tamdiu spatium darent, quamdiu Longöbardiam nobis 
intrare et res sancti Petri def ender e popnlumque cbristiannm 
divino adjutorio redimere liceret. Et nee ipsum ab eis obtinere 
potuimus , ut post tanta maleficia haberent * beneficia ; et sunt 
falsi accusatores, qui semper fuere Christianorum persecutores. 

Si quis in toto mundo aliorsum nos oberrasse et justitiae 

restitisse probare conetur, veniat praesens, et eum ludificasse 

nosque de hac re sentietis purissimos esse. Idcirco singnii 

omnesque admonendo precamur, ne ullo modo alicui falso de 

nobis aliquam suspicionem referenti creduli sitis, antequam op- 

portunitas exigat, ut bujus rei gratia missus de vestra celsitn- 

dine nobis, aut a nostra parvitate directus appareat vobis. 

Communis gemitus et generalis dolor angustat, quos Germania 

et tota tenet Norica, quod unitas ecclesiae dividitur scissnra. 

Est enim, ut praemisimus, unus episcopatus in quinque divisas. 

Ideo si quid fraus maligni Sclavorum calliditate adduxerit, justitia 

avertat. Vosque virtute ex alto induti et Apostolica potestate 

armati juxta Propbetam: quod fractum est aUigate^ quod infirmum 

consolidate, quod abjecium reducite ; ut deinceps populus et fidei in- 

tegritate gratuletur, et sancta ecclesia tranquilla devotione laetetur. 

Theoimarus indignus archiepiscopus et Apostolicarum rerum 

procurator promptissimus. Pecuniam vestro juri debitam, propter 

infestam paganorum saevitiam, nee per me poteram nee per alios 

transmittere ; sed quia Dei gratia liberata est lialia, quantocins 

potero , vobis transmittam. Precatur nostra humilitas , ut dignetur 

vestra sublimitas respondere per singula transmissa cum epistola. 

Älme Pater mundi, dignus praenomine Petri ^ 

Nomine quem sequeris, uiinam virtute sequaris; 

Sisque iuis famulis protector verus, ei ipsos 

Commendes Domino^ coelo qui praesidei alto. 

(ffarduin, Acta Concil. loco supra cit. col. 126. s. et 483. ss.) 



c. 



MONUMENTA 



HISTORIAM 



LITURGIAE SLAVICAE 



ILLUSTBANTIA. 



Ä 



L 

Epistola Joannis P. X. ad Joannem IIL Archi- 
episcopum Spalatensem et Episcopos provinciae 
Spalatensis circa a. 925 scripta. 



Joannes Episcopns Servns servornm Dei. Keverendissimo 
et Sanctissimo Confratri nostro Joanni S. Salonitanae Ecclesiae 
Archiepiscopo omnibusque Suffraganeis. 

Cum religio vestrae dilectionis per tot annorum curricula et 
mensium spatia sanctam Komanam et Apostolicam atque univer- 
salem Ecclesiam, in cujus cathedra Deo auctore nos praeside- 
mus, visitare neglexerit, omnino miramur. Cum p^r caritatis 
augumentum omnis religio ad soliditatem fidei et ad lapidem per- 
tinet, sicut scriptum est: Tu es Petrus et super hanc petram 
aedificabo Ecclesiam meam; meam videlicet, quod aliud dicere 
nisi absque reprehensione et in iidei robore solidatam, non ha- 
bentem maculam aut rugam , a qua omnes Ecclesiae augumentum 
intelligentiae atque saporem- bonae doctrinae suscipere debent. Et 
quia fama revelante cognovimus per confinia vestrae Parochiae 
aliam doctrinam puUulare , quae in sacris voluminibus non reperi- 
tur, vobis tacentibus et consentientibus valde doluimus juxta illud 
Apostoli : Si quis aliter docuerit, praeter id quod in sacris Canoni- 
bus, atque voluminibus reperitur, etiam si Angelus de coelo fuerit, 
Anathema sit. Sed absit hoc a fidelibus, qui Christum colunt, et 
aliam vitam per operationem se credunt posse habere ; ut doctrinam 
Evangelii atque Canonum volumina Apostolicaque etiam prae- 
cepta praetermittentes , ad Methodii doctrinam confugiant, quem 
in nuUo volumine inter sacros Auetores comperimus. Unde hor- 
tamur vos, dilectissimi , ut cum nostris Episcopis Joanne scilicet 
sanctae Anconitanae et Leone sanctae Palestrinae Ecclesiarum 
Dei juncti, cuncta per Slavinicam terram audacter corrigere 
satagatis: ea videlicet ratione, ut nuUo modo ab illorum supra- 



1) quod non est aliud dicere. Nota Farlati. 



76 

dictoram Episcoporam doctrina in aliquo deviare praesumatis. 
Ita ut secundum mores Romanae Ecclesiae Sclavinorum terrae 
ministerium sacrificii peragant, in Latina scilicet lingua, non 
aatem in extranea, quia nullus filins aliqnid loqni debet vel sa- 
pere, nisi ut pater ei insinnaverit; et quia Sclavi specialissimi 
filii sanctae Romanae Ecclesiae sunt, in doctrina matris perma- 
nere debent, sicut ait Apostolus : Filioli, quos per doctrinam Evan- 
gelii egogenui, — et iterum: Filius sapiens laetiücat patrem. — 
In hoc utique gaudemus, si Sclavi nostram doctrinam sequi de- 
lectentur, ut Deo sacrificium gratum exhibeant. Quoniam qui 
non fide sacrificant et Deo pura libamina offerunt, vereor ne 
illis veniat, quod scriptum est: Maledictus homo, qui opera Dei 
negligenter facit. — Unde vos moneo, ut mala radix in vestris 
partibus minime pullulet; sed vestra praedicatione assidua defae- 
cata maneat; ut Deo fructum offerre valeatis per praedicationem 
vestri ministerii, alium centesimum, alium sexagesimum; qui ha- 
bet aures audiendi audiat. — 

(Farlatiy Illyrici sacri Tom. III. Venetüs 1765 apad Sebastianam 
Coleti. pag. 93.) 



n. . 

Epistola Joannis P. X. ad Tamislavum , Croata- 
rum Regem, eodem tempore scripta. 



Joannes Episcopus, servus servorum Dei dilecto filio Ta- 
mislao Regi Croatorum et Michaeli excellentissimo Duci Chul- 
morum, nee non Reverendissimo et Sanctissimo confratri nostro 
Joanni sanctae Salonitanae Ecclesiae Archiepiscopo , omnibas- 
que Episcopis sufiraganeis; verum etiam et omnibus Zupanis, 
cunctisque Sacerdotibus et universo populo per Sclavoniam et Dal- 
matiam commorantibus , dilectissimis filiis nostris. 

Divina omnipotentis Dei dispensatione hoc factum est, ut 
sollicitudo omnium Ecclesiarum nobis commissa esse credatur; 
ea videlicet ratione, ut spirituali augumento valeamus nequitiae 
caliginem radicitus extirpare ab omni coetu Christianorum , prae- 



77 

sertim in illis, qui specialissimi filii S. K. Ecclesiae comproban- 
tur. Quis .enim ambigit, Sclavinorum Kegna in primitiae Apo- 
stolorum et universalis Ecclesiae esse commemorata , cum a cu- 
nabulis escam praedicationis Apostolicae Ecclesiae perceperunt 
cum lacte carnis, sicut Saxones novo tempore a nostro Ante- 
cessore piae memoriae Gregorio Papa doctrinam pariter, et litte- 
rarum studia in ea videlicet lingua, in qua illorum mater Apo- 
stolica Ecclesia infulata ^) manebat. Unde hortamur vos , dile- 
ctissimi filii, ut Caritas Dei per*zelum rectitudinis in vestris re- 
splendeat cordibus , quatenus ab omni torpore mentis expulsi Deo 
omnipotenti placere possitis; et quia in Decalogi mandato com- 
missum est, ut decimas et primitias ex nostris facultatibus con- 
tulissemus, in novo quippe praeceptum est, ut non solum ex 
facultatibus, verum etiam ex nostris diebus in spatio vitae prae- 
fixis Deo decimas offeramus. Unde bortamur vos , o dilectissimi 
filii, ut vestros tenerrimos pueros a cunabulis in studio littera- 
rum Deo offeratis. Quatenus divinitus informati vos suis admo- 
nitionibus valeant relevare ab illecebris delietorum ad supemam 
patriam, in qua Christus est cum omnibus electorum agminibus. 
Quis etenim specialis filius sanctae Komanae Ecclesiae, sicut 
vos estis , in barbara seu Sclavinica lingua Deo sacrificium offerre 
delectatar? Non quippe ambigo, ut in eis aliud maneat, qui in 
Sclavinica lingua sacrificare contendunt , nisi illud quod scriptum 
est: Ex vobis exierunt et non sunt ex nobis. Nam si ex nobis 
essent, manerent utique nobiscum, nisi in nostra conversatione 
et lingua. Unde iterum atque iterum vos monemus, dilectissimi 
filii, ut in vestra conversatione maneatis, et linguam et prae- 
cepta Keverendissimorum Episcoporum Joannis sanctae Anconi- 
tanae Ecclesiae et Leonis nostri familiarissimi a nostro latere 
vobis transmissi, in omnibus nobis creduli, atque perspicaci in- 
dustria su£Falti sanctae Palestrinae Ecclesiae audiatis. Quod vobis 
attentius commendamus, ut illorum admonitionibus obediatis, et 
quidquid vobis ab illis injunctum fuerit ex Divinis sive Canonicis 
argumentis, sub omni celeritate obedienter adimplere satagite, si 
non vultis sequestrari a nostro CoUegio. — 
(Ibidem p. 94. s.) 

1) i. e. infulis ornata. Nota Farlati. 



78 



III. 



Canon X. Concilii Nationalis Spalatensis c. a. 

925 habiti. 



Ut nullus Episcopus nostrae provinciae audeat in qnolibet 
gradu Slavinica lingua promovere ') ; tarnen in clericatu et mo- 
nachatu Deo deservire'). Ne(f in sua Ecclesia sinat eum mis- 
sas facere; praeter si necessitatem sacerdotnm haberet, per sup- 
plicationem a Romano Pontifice licentiam ei saeerdotalis ministe- 
rii tribuat'). 

(Ibidem pag. 97.) 



IV. 

Literae confirmatoriae Joannis P. X. 



Joannes Episcopus Servus servorum Dei Reverendissimo et 
Sanctissimo confratri nostro Joanni sanctae Salonitanae Eccle- 
siae Archiepiscopo , omnibusque suis sufiBraganeis Episcopis. 

Quia in vobis orta fuit contentio ante nostrorum Legatorum 
praesentiam de Ecclesiasticis negotiis , volumus ad limina Aposto- 
lorum venientes ante nostram nostrorumque Episcoporum praesen- 
tiam cuncta definire satagatis ; quia tanc perfectio religionis ad- 
impletur, cum per canonicae disciplinae regulas, quod quondam 
ordinatum fuerat, per nos emendare comprobatar. Nam vestras 
litteras suscipientes investigare non detnlimus, et quia illic ma- 
xima erat impressa murmuratio, suspendere boc curavimus, ut 
ante nostram praesentiam, aut tu cum Gregorio, aut unus vester 



1) Deest nna vocabula, pnta quendihet, Farl. 

2) Hoc membrum mutilatum est; qnae desunt, ita snpplcas yelim: 
Qui tarnen promoti sunt in Clericatu et Monachatn Deo desenrire pote- 
rtint. Idem. 

3) Sicubi Sacerdotum , qui latine sciant, inopia laboretur, orandas 
est Pontifex, ut Sacerdotibus . indigenis Slavonice sacrificii faciendi po- 
testatem permittat. Id. 



79 

snffraganeus Episcopus veniens cnncta per ordinem nobis reve- 
lent; quatenus per viaiu justitiae incedentes, qnidqnid rectum 
est inter vos definire valeamus. De caeteris autem Capitulis 
vobis mnotescimus,. quatenus bac ratione excepta, quidquid sy- 
nodaliter nostri Legaiti Episcopi vobiscum una statuerunt, a no- 
bis confirmata existant. Sed quia minime res praelibata tumulr 
tuantibus vobis finiri valuit, nihil dignum religionis Ecclesiastica 
dogmata sumere potuit. 
(Ibidem p. 101.) 



V. 

Joannis P. XIII. litterae ad Boleslaum II. Bo- 
hemiae ducem scriptae a. circiter 972. 



Johannes y servus servorum Dei, Böleslao^ catholicae fidei 
alumno , apostolicam benedictionem. Justum est benivolas aures 
justis accomraodare petitionibus : quia Deus est justitia , et qui 
diligunt Deum justificabuntur, et omnia diligentibus Dei justitiam 
cooperantur in bonum. Filianostra, tuarelativa, nomine iüf/a^/a, 
quae et Maria ^ inter caeteras haud abnegandas petitiones cordi 
nostro dulces intulit ex parte tui preces , scilicet, ut nostro assensu 
in tuo principatu ad laudem et gloriam Dei Ecclesiae liceret fieri 
Episcopatum. Quod nos utique laeto animo suscipientes, Deo 
grates retulimus , qui suam Ecclesiam semper et ubique dilatat 
et magnificat in omnibus nationibus. Unde apostolica auctoritate 
et sancti Petri Principis Apostolorum potestate, cujus licet indigni, 
tamen sumus vicarii, annuimus et coUaudamus, atque incanöni- 
zamus, quo ad Ecclesiam sancti Viti, Wenceslai fiat sedes epi- 
scopalis; ad Ecclesiam vero S. Georgii Martyris sub regula sancti 
Benedicti et obedientia filiae nostrae, Abbatissae Mariae^ constitua- 
tur congregatio Sanctimonialium. Verumtamen non secundum 
ritus aut *sectam Bulgariae gentis vel Kuziae, aut Slavonicae 
linguae, sed magis sequens instituta et decreta apostolica, unum 
potiorem totius Ecclesiae ad placitum eligas in boc opus Cleri- 
cum, latinis adprime literis eruditum, qui verbi vomere novalia 



80 

cordis gentilium scindere, et triticum bonae operationis serere, 

atque manipulos frugum vestrae fidei Christo reportare sufficiat. 

Vale. 

(Ex chronico Cosmae Pratensis 1. 1. in Scriptor. rerum bohemic. Tom. 
I. Pragae 1783. p. 48. s.) 



VI. 

Liturgia slavica in monasterio Sazayiensi Bohe- 

miae ab a. 1035 — 1096. 

Ex chronico monachi Sazaviensis. 



Hoc in loco congruum videtur non debere praetermitti, qua- 

liter coenobium Zazavetise divinae dispositionis gratia exordium 

sumserit, sab quibus Principibus et qnaliter ex teimi origine 

auctore Deo, in tantam, ut bodie cemitur, amplitudinem excre- 

verit, ut et in hoc, sicut in caeteris pietatis snae operibus divinae 

bonitatis magniücentia ab omnibos fidelibus laudetnr. Tempore 

siqnidem praefati Ducis Oudalrici^ in divino cultu viri magnifici, 

fuit heremita Procopius nomine , natione Bohemicus de villa Cho- 

tun, Sclavonicis liiieris, a sanctissimo Quirillo Episcopo quondam in- 

ventisei statuiis, canonice admodum imbutus, in seculo praesbyter exi- 

mins, honesta vitae et casta mysteria celebrans, postmodum in- 

fnla monasticae parmatus professionis , solus cum solo Deo in 

fidei pignore inconvulsus deguit. Hie quippe pro amore Jhesn 

Christi toto Spiritus sui ardore fervens , vanitatem nequam hujns 

mundi contempsit, et domum uxoremque, agros, cognatos atqne 

amicos, imo semetipsum sibi abnegans versntiali seculo et pom- 

pis suis miserabilibus valedixit, a cujus tumultuoso turbine fn- 

giens secreta solitudinis petiit atque supercilio cujusdam deser- 

tae speluncae, quam mille Daemonia, ut fertur, inhabitabant, 

coelestibus armis loricatus, consedit, ibique, quibus se posset 

tueri, obstaculis virtutum constructis, contra canes vitiorum et 

impetum spiritualium nequitiarum, ac suggestionum sagittas, ad 

petram, quae Christus est, orationibus, vigiliis, jejuniis allidens, 

viriliter pugnare coepit. Dum igitur in dilecta sibi solitudine a 



81 

naufragio secularis turaultus über, ac ab omnibas occultus, per 
multum tempus Deo indefessus agonizaret, pia divinitatis dispo- 
sitio civitatem in monte positam latere, et lucernam sub modio 
abscondi minime voluit, sed ad laudem et gloriam nominis sui 
in propatulo exemplo multorum fideliam lucere. Coelesti nam- 
que gratia dictante, dum idem Dux consueto more illum locum, 
quem ad venandum speciatim elegerat, quodam tempore venandi 
gratia adisset , interim dum venationi daret operam , unum ex 
multitudine cervum ad secretiora nemoris profugientem , insecu- 
tus usque in verticem praedictae speluncae, reperit exili tugu- 
rio Procopiitm, virum monacbili sub babitu eremiticam excolere 
vitam. Primo igitur rei novitatem principalis Celsitudinis modi- 
ficato tenore, mentis alacritate, dulci verborum afiPabilitate sin- 
gula ex ordine percunctatur : quis et quibus ab oris venerit, vel 
qua de causa vir talis tamque rarus eas solitudines incolere vo- 
luerit? Cujus ad interrogata Procopius breviter ac humilitej: re- 
spondens , omnem , sicut res erat , veritatem seriatim exposuit, 
et ad ultimum subjunxit, se pro amore Dei et spe supernae 
retributionis mundo funditus renunciasse, et in eodem deserto, si 
Deo placeret, finetenus velle persistere. 

Princeps igitur in Domino admirans viri tam arduum propo- 
sitnm, et attendens vultum sanctae religionis gratia praeditum, 
utrasque manus coelis tetendit, Deum lacrymis perfusus benedixit, 
deinde orationibus ejus sese attentius commendat, et in spiritua- 
lem patrem sibi adoptat, et larga manu subsidium exbibens, ad 
militum stationem regreditur gaudens. Exinde igitur, coelesti 
dictante gratia, crescebat adeo longe lateque per cuncta com- 
pita fama virtutum illius, multiplici sermone discurrens, ut ad 
ejus opinionem catervatim Provinciae eiusdem bomines xenia 
offerrent ipsiusque orationibus sese devote manciparent. Qui 
caritatis flagrantia plenus, hospitalitate pie praeditus, prudentia 
sancta decenter ornatus, castimonia purus, bumilitatis misericor- 
dia providus, temperantia clarus, abundantia zeli fidei plenus, 
qui sermone praedicationis sanctae pectora audientium, ut imber 
temporaneus oportuno tempore infusus irrigabat, ac doctrinae 
suae vomere mentes utillime reformabat. Pauperes denique tanta 
pietatis largitione sibi divinitus ingenita suscipiebat, tamque prona 
et laeta famulatus sollicitudine ministrabat, ac si manifestissime 
Christus adesset, ut omnis territorii ejus industria mendici atque 

Ciniel, Codex z. Gesch. Cyrills u. Melhods u. d. slav. Lilurgpie. 6 



82 

pifaudi pascerentur. Properabat equidem ad eum mnltitudo fide* 

lium, habentes in desiderio animi sui, seculi lucris renunciare, 

secum finetenus commanere, quos benigne amplectans fovebat, 

sicut gallina pullos suos snb alis. Brevi itaque temporis dilapso 

interstitio felix Pater Procopitis coadunatis, qnibus potuit, sumpti- 

bns, jecit fundamentum in nomine Domini et basilicam in honore 

sanctissimae Dei genitricis Mariae et S. Joannis Baptistae con- 

struxit, et aggregavit quosdam fratres, vita et moribus religiöses, 

quibus spiritualiter concordantibus unanimi caritate monastica 

fieri moderamina et mysteria divina juxta exemplar almifici Pa- 

tris Benedicti constituit, ipse vero minimus in minimis effectus. 

Cujus quantum prudens et efficax diligentia mentis, industriaqne 

ac soUicitudo , et quam pia caritatis affluentia erga fratres exsti- 

terit, nullius facundia digne sufficit enarrare. Dux ergo prae- 

dictus et primatus curialis Patrem vocitare usui suo commenda- 

verunt, quem etiam paterna veneratione diligere decenter affecta- 

bat. Unde idem Dux magnanimiter cum Satraparum sucrum 

ingeniositate perspicaci prüden tique consilio discretionis initio 

eum ad Abbatiae investituram debere promoveri decrevit, quaedam 

coenobiali usui neoessaria decenter coaptans, quaedam poUicens, 

quae tandem decenter complevit. Ille vero sese caeteris prae- 

ferre pertimescens summo mansuetudinis bumilitatisque emolu- 

mento omnino recusabat, semet asserens imperitum hominem et 

indignum, operam obedientiae minime subjectis impendere valere, 

Deum, qui omnium occultorum solus cognitor est, intimae suae 

inspectionis testem praeponens. 

Interim piae memoriae Duce Oudalrico ex bac luce subtracto 
BracizlauSy filius ejus, regni Principatum obtinuit, vir per omnia 
divinae religionis cultum diligens , opus , quod Pater suus imper- 
fectum reliquerat, omni sagacitatis diligentia ad perfectum con- 
sumare decrevit. Audiens namque beati viri sanctam opinioneffl» 
immenso tripudio, ultra quam credi posset, cum Optimatibus suis 
gavisus est, cujus sese gratulabundus commendans orationibus, 
seorsim assumpsit et de suscipienda Abbatiae infula commonuit: 
deinde iterata vice in praesentia omnis curialis dignitatis verbis 
persuasoriis aggreditur, et licet velit nolit, pastoralis curae mo- 
deramina suscipere deberet. Sed vir Dei in sibi solita perdu- 
rans pertinacia omnino sese asserens indignum, nuUatenns ad 
consensum Ducis flecti potuit, sed divinae ordinationi quis est, 



83 

qui contradicat? Victus namque, omni instantia precum , omni- 
que dilectionis admonitione , atque affabilitate Optimatum vio- 
lenter Abbas ordinatur. Facta igitur celebri promotione Dux 
Bracizlaus primo quidem donationem, quam Pater suus eidem Patri 
adbuc ante snsceptionem Abbatiae fecerat, flumen videlicet sub- 
terfluens Amilobuz, usque ad speluncam, quae vulgo Zacolnica 
dicitur, cum pratis et sylva circumjacente , principali corroboravit 
anctoritate, dein etiam hanc eandem donationem supervenientibus 
haeredibns et eam suo juri nsurpative vindicare molientibus, 
nolens paterna cassare statuta semet opposuit, litem diremit, et 
eidem Patri Procopio omnem utilitatem in aqua et sylva a prae- 
dictis terminis redonavit, agros vero et prata ex utraque parte 
adjacentia, sub testimonio et confirmatione filii sui Wraiizlai et 
Principum suorum, sexcentorum denariorum pretio redemit, et 
Abbati Procopio scriptis et legitimis testibus reconsignavit. Ad 
extremum quoque ex propria largitione terram, quae circa est, 
usque ad sylvam Strnounic, nee non villam Zcramnik et unum 
stagnum et structuram lignorum ad piscandum centum denariis 
comparatam, eidem Abbati et suis successoribus pro remedio 
animae suae in perpetuum possidenda contradidit. 

Tam igitur felici processu jam factus Abbas nee se super 
se extulit, sed £rmiori virtutum soliditate fundatus, bumilitatis 
quoque ac caritatis constanti excellentia stabilitus, tam bilaris et 
affectione benevolentiae continens extitit, ut a subjectis sibi plus 
amori baberetur, quam timori, quibus tam publice quam singil- 
latim salutaria ministrare monita multaque exemplis priscorum 
dogmata pigmenta non desistebat. In tempore siquidem suo omnium 
rerum opulentia non defuit, qui tamen exercitio laboris manuum 
suarum sustentabatur, et pauperum inopiam refocillabat, atque in 
tristitia positorum curam supportans cunctorum, eos uti prudens 
medicus infirmos antidoto paterno et solatio recreabat. Qui dum 
tam beatam vitam et illustrem duxit, virtutum signis in templo 
Dei ceu sol usque ad consummationem vitae refulsit, quin imo 
S. Pneumatis instinctu prophetiae mysterio damit praesagus fu- 
turorum. Ante biduum siquidem suae terminationem resolutionis 
revelante divinitatis gratia praescivit, qui accersito bonae quali- 
tatis nepote Viio^ et filio suo bonae indolis Emmerammo, seriatim 
exposuit eis futura, sicuti et postea rei comprobavit successus, 
singultuose tali verbi nobilitate inquiens: Clarissimi mei ülioli^ 

6* 



84 

quos utpote gallina pullos educavi, perpendite, quia tempus meae 
resolutionis adest, tertia certissime die, Domino annuente, de 
hujus carniö tabernaculo migrabo, vos commendans Deo, sed 
vestrae circumspectioni innotesco, quod post discessiim meum 
fluctivagorum detractionum varietate impetuosa quassabimini, ae 
pestifero persecutionum tribulabimini naufragio, atque extorres effi- 
ciemini sex annis in terra aliena, et iste locus potestativa manu 
Ducis tradetur possibilitati alienigenarum. Vos autem dilectissimi 
filioli idcirco nolite a fide naufragare, fratres vestros confirmate, 
Deum expedibiliter laudate, in prosperis benedicite, in adversis 
supplicate, in laetis gratias agite, in tristibus quaerite eventibus, 
cujus pietatis magnificentia tandem consolabitnini. Nam revolu- 
tis sex annis exilii vestri misertus, tranquillitatis reparabit vobis 
statum, ac detractoribus vestris talionem merito reddet, vosqiic 
ad portum consolationis reducet. Defuncto namque praesentc 
Principe pio Bracizlao succedet Zpidgneus, qui vos persequetur, 
quo mortuo Wralizlaus regimen Principatus Bohemiae suscipiet, 
vir timoratus, benevolus. Hie reducet vos de exilio et dabit 
vobis Jhesus Christus Dominus noster in loco isio pacem et se- 
curitatem omnibus diebus vitae vestrae. Amen. 

Jam vero decedente die sequente, dum finita canonice ve- 
spertinali synaxi et completorio resideret in lectulo, infirmitate 
vebementi correptus est, qui in articulo mortis positus, quan- 
quam ultimum anbelitum traheret, tamen antiquum hostem ora- 
tionis mucrone viriliter brachio extenso jaculari non cessabat. 
Adesse extemplo fratres jubet, quos in memoris afflictionem fle- 
tumque inconsolabilem conversos paternae informatione consola- 
tionis corroborat : commonensque eos de corpore suo , de mundi 
hüjus naufragio, migravit ad Dominum, de servitio ad regnum, 
de labore ad requiem, de morte ad vitam sempiternam, praestante 
Domino nostro Jhesu Christo , qui trinitate perfecta vivit et glo- 
riatur Dens unus per infinita secula seculorum. Amen. Consu- 
mavit autem beatus Abba Procopius cursum vitae suae feliciter in 
Domino anno ab incarnatione Domini MLIII. et ejusdem anni 
VIII. Kai. Aprilis, praesente Severo Episcopo Pragensi, in Eccle- 
sia S. Dei genitricis Mariae, quam ipse construxit, honorifice est 
sepulturae commendatus. 

Post discessum igitur beatissimi Patris Procopii consors so- 
cietas proptia voluntate de congregatione Vilum nepotem qjus 



elegit, qui electus sine dolo, sine venalitate ordinatus est, vir 
in humanis et divinis rebus idoneus , seculi hujus inimicus , inclite 
morigeratus, sapientia pervigil, reverendus in vnltu, affabilis allo- 
quio, lenitate placabilis. Quo in Abbatia expedibiliter degente 
Bracizlaus Dux ultimum mundo vale dixit, cujus loco Zpitigneus 
Monarchiae gubernacula suscepit. Quo tempore sancti Patris 
Procopii vaticinii ordo completur. Instigante namque zelo dia- 
boli multi aemuli, fictitia venenosa detractionum conspirantes, 
laqneos cavillationum in curia Ducis contra Vitum Abbatem et 
fratres ejus astruere coeperunt, atque aures Principis favora- 
biliter compositis mendaciis obfuscantes , eos multipbariis vitupe- 
riis publicabant, scilicet dicentes, per sclavonicas liUeras haeresis 
secta ypochrisisque esse aperte irrelitos ac omnino perversos; quam ob 
rem ejectis eis in loco eorum latinae aucioritaiis Abbatem et fratres con- 
stiluere omnino esse honestum, constanter affirmabant. O invidia, 
inextricabilis malitiae zelus! O invidia detestanda, omnimoda 
malitia conglobata, ignis inextinguibilis ! sed revera sicut tinea 
vestimentum consumitur, sie is, qui illam zelatur; cui autem in- 
videt, clariorem reddit, Vitus itaque Abbas assumiptis fratribus 
suis, quos unitas caritatis concordaverat , peregre profectus est 
in terram ffunonim. Nunc opere pretium duximus, unum ex 
multis beati viri miraculis compendio styli ac veridica relatione 
fidelium memoriae caritativae tradere , quod Domini nostri magni- 
ficentia per merita ejus post mortem declarare dignata est. Me- 
moratus namque Dux , Vito Abbate cum nepote suo Emmerammo 
et fratribus, quos unitas caritatis concordaverat, in terram Hu- 
norum peregre proficiscentibus , propria fautorum suorum consi- 
liaria diffinitione utens, in loco illo Abbatem genere Teutoni- 
cum constituit , hominem turbida indignatione plenum , ubi dum 
nocte prima adventus sui ex more ad matutinalem synaxin per- 
gens foribus Ecclesiae appropinquaret, apparuit vir S. Procopius 
infra januam oratorii appodians et dicens ei: unde tibi potestas 
hie degendi? Quid quaeris ? At ille: Potestativa, inquit, Du- 
cis majestas et ejus Primatum inconvulsa sublimitas meae possi- 
bilitatis regimini hoc coenobium usque ad finem vitae meae tra- 
didit. Cui sanctus Pater , citissime, inquit, sine confusionis vere- 
cundia discede , quod si non feceris , ultio divinitus veniet super 
te. Et haec dicens evanuit. At ille aestimans esse delusionem 
Sathanae, omnino nihili pendebat. Qui dum sequenti et tertia 



86 

nocte minacem parvi penderet, qnarta nocte apparuit ei ad matn- 
tinnm obsequium eunti sanctus vir, dicens: Cur monitis amica- 
bilibns obtemperare recusasti? Filiis raeis spiritalibus a Domino 
impetravi hunc locum, non tibi qui supplantatim intrasti. Et si 
a Domino tuo tibi Duce baec bactenus potestas fuit inhibita, ame 
sit amodo prohibita. Et baec dicens impetuose fortissimis ictibus 
Cambutta, quam manu gestabat, illnm ferire coepit, qui mox 
quasi Bellonae percussus aestro sine dilatione locum mutavit, et 
volatili cursu ad Ducem terrae pervenit, ac omnem rei eventum 
illi patefecit. At ille attonitus vebementi ammiratione vacillare 
coepit, et ambiguitatis laqueo irretitus usque ad finem vitae suae 
permansit. 

Defuncto igitur Zpitigneo Duce divinitas fideli servo suo 
Wratizlao memorali titulo Ducatus gubernationem tradidit. Qui 
cum divinum Ecclesiae diligeret unice cultum, et illum toto cor- 
dis affectu locum dilexit. Qui missis legatis Hunorum ad Kegem 
de exilio Vitum Abbatem et fratres ejus cum bonore reduxit et 
in loco suo decenter restituit. Quibus per merita et orationes 
beati Patroni Procopii omnipotentis Dei propitia consolatio affait, 
quae ipsum locum omnium rerum profectibus abundantem redun- 
dantemque in pristinum imo in ampliorem bonorem enceniavit. 
Felix igitur Abba Vilus , vir ingentis industriae consiliique , con- 
sensu fratrum, appropinquante vitae suae terpaino, arcisterii sui 
commisit jus regiminis abbatialis Emmerammo, consanguineo suo, 
viro sanctitate conspicuo, in placito Ducis Satrapumque ejus. 
Ipse denique postea brevi transacto dierum spatio diem clausit 
extremum, cum Domino victurus in aeternum. Cujus corpus 
juxta fores in sinistra parte, in ingressu Ecclesiae S. Dei Geni- 
tricis Mariae, humatum est. 

Post discessum igitur ejus Emmerammus Abba benignus , homo 
simplicitatis columbinae sanctae vitae meritis et virtutum gemmis 
efFulsit, qui, nequaquam serpentinae prudentiae animum admit- 
tens , fidei catholicae inconcussam , dum vixit , constantiam tenuit, 
ac multorum dubia corda in fide Cbristi stabiliter solidavit. Vir 
per omnia perspicuae felicitatis in omnes et liberalitatis. Hie 
denique non aliter nisi malum nominabat pecuniam, quam ex 
toto nihili pendens nee manu tangere volebat, imo gressibus cal- 
candam adjudicabat, SS. Apostolorum vestigia secutus, qui pretia 
eorum, quae vendebantur, sacris tangere dextris vitabant, sed 



87 

pedibus gazam ut lutum calcandam fore nobis exempla relique- 
runt. Igitur beatns Abba cum jam monachilis militiae ordiae 
apud homines Pater egregiae perfectionis, sanctae conversationis 
praedicaretur, et affectione justi amoris peroptime polieret, quia 
secundum veritatem nee civitas in monte posita nee lucerna sub 
modio latere potest, misit divinitatis dispensatio infirmitatum 
castigationes in omnia membra ejus, ne laudantium extollentiam ei 
ingereret adulatio, ne mens ejus elationes per bumanas laudatio- 
nes ineurreret , donec post periculum navigationis hoc mari magno 
et spatioso securus ad felicitatis portum perveniret. Is igitur 
longo tempore, sicut Dominus noster voluit, multis calamitatum 
passionibus usque quaque afflictus, rebus humanis exemtus est^ 
multis suis successoribus , quia discessit, fiendus; sed quia ad 
regna coelestia pervenit , omni gaudio prosequendus. Hunc equi- 
dem fratrum unanimitas dextra parte ingressus januae supra- 
dictae Ecclesiae sepelivit. 

Hoc ita tempore Rex Wratizlaus^ piae memoriae commen- 
dandus, qui jam dicti claustri Ecclesiam libenter ditabat, Boe- 
miensis Monarchiae arcem regebat. Hujus pia voluntate cum 
fratrum electione in locum Patris Emmerammi Bozetechus Abba- 
tiae nactus est dignitatem, homo nimium circa omnes communis, 
liberalis in cunctos. Hie pingere venustissime meminit, fingere 
vel sculpere ligno lapideque, ac osse tornare peroptime novit. 
Vir ingentis facundiae et promptae memoriae, sed gloriae popu- 
laris avidus, praesumptuosus , iracundus, aliquantulum vitiis de- 
ditus. Ipse siquidem locum illum laudabiliter omni ornatu , sicuti 
hodierna die apparet, d^coravit. Ecclesiam longitudine, altitu- 
dine venustissime ampliando fundavit, imo palliis, campanis, 
crucibus, et omnibus monasticis rebus adornavit. Coenobium 
totum omni ex parte aedificiis et omni supellectili renovavit. 
Hujus siquidem Studium ad omnia necessaria monasticae utili- 
tatis vigilabat, unde magnus discordiarum fames, diaboli invidia 
instigante et famulante, inter fratres monasterii contra eum ori- 
tur, et lamentabiUs ira scaturire coepit, scilicet per miseros fra- 
tres, Demetrium et Cananum et Golissonem presbyteros, homines 
tunc ineptos et injuriosos, et alios complices et fautores eorum, qui 
bachantes bachabantur opere et sermone turpi contra eum truces 
existentes. Eex autem supradictus, homo christianissimus , unice 
diligebat eum, cujus gratia idem Abbas in tantum sublimatus 



88 

erat, ut fere omues Bohemienses Abbates dignitate praecellere 
videretur. Quam ob rem idem Abbas praesumptuose agens Epi- 
scopo suo officium praeripuit quadam summa festivitate. Nam 
Kegis supra noroinati capiti coronam imposuit, quod Fraesul 
suus Comas facere debuit. Igitur iratus est Episcopus Comas ci 
furore inextinguibili , quare sibi calumpniis illatis, eum degra- 
dero conabatur ; sed Optimatum regalium precibus continuis re- 
sistere non valens vix debitori suo Bozetecho Abbati debitum ira- 
cundiae licet non ex toto corde dimisit, eo tarnen tenore, uti 
respondit ei idem ad ultimum Episcopus: Sed quia tu Abba 
bene nosti sculpere et tornare, per sanctae obedientiae nostrae 
praeceptum, ob diluendam culpam tuam, quam ex contumacia 
tua praesumptuose perpetrasti , tibi praecipimus, quatenus tuae 
longitudinis et latitudinis magnum mensuram crucifixum factum, 
cum cruce in dorso tuo usque Romam deferas, et in Ecclesia 
Metropolitana S. Petri Apostoli ponas. Haec ipse Abbas lubenti 
animo cum cordis contritione perficere non tardavit, et majestati 
praesulari satisfecit. 

Post aliquantum tempus, quantum coenobii fratres, de qui- 
bus superius praemisimus, contra eum zelotypiae venenum ve- 
lut mortiferi serpentes conspiravere, nuUo more dicendum. Nam 
unusquisque eorum accusationes quaerebat adversus eum, sed 
convenientia testimonia non inveniebantur. Nam idem fratres, 
membra satbanae, existimabant, si Abbas jam nomin atus quoquo- 
modo expelleretur , sperabant aliquem ex eis, eorum errorum 
complicem, Abbatiae jura suscepturum. Rex autem Wralizlaus 
jam migraverat ad Dominum, cujus tunc successor Bracizlaus 
sublimitate Ducatus Boliemiae poUebat, Hujus aures cum supra 
notati fratres per se et per amicos multis fictitiis et innumeris 
vituperiis contra Abbatem suum Bozelechum compositis obpul 
sando multiplicarent ; idem Dux nominatum Abbatem de loco 
superius dicto extirpavit et fratres ejecit. Ibi impleta sunt verba 
veritatis: Percuiiam pasiorem, ei dispergenlur oves gregis, Abbate 
itaque ejecto, ejus fratres, qui proditionis au^tores contra eum 
extiterant , ex tunc erraverunt usque quaque per incerta loca giro- 
vagi , donec ad ultimum aliqui corde compuncti vix in loco proprio 
recepti, eidem loco inepti vitam finierunt, et libri linguae eorum deleU 
omnino et disperäiii, nequaquam uUerius in eodem loco recitabuniur. 
(Scriptores rerum bohemic. Tom. I. Ed. c. pag. 89 — 102.) 



89 



VII. 



Concilium provinciale Spalatense et Alexander P. II. 

contra liturgiam slavieam. 



Fuerat tempore Alexandri Papae (1061 — 72) a Domino May- 
nardo , Episcopo Cardinali , quaedam synodus omnium praelato- 
rum Dalmatiae et Croatiae multum solenniter celebrata, in qua 
multa fuerunt conscripta capitula, inter quae siquidem hoc firma- 
tum est et statutum: u( nullus de caetero in lingua slavonica prae- 
sumeret divina mysieria celehrare, nisi tantum in laiina ei graeca^ 
nee aliguis ejusdem linguae promoveretur ad sacros ordines. Dice- 
bant enim gothicas litteras a quodam Methodio haeretico fuisse 
repertas, qui multa contra catholicae fidei normam in eadem 
sclavonica lingua mentiendo conscripsit, quam ob rem divino 
jüdicio repentina dicitur morte fuisse damnatus. Denique cum 
hoc statutum fuisset synodali sententia promulgatum et aposto- 
lica auctoritate confirmatum, omnes sacerdotes Sclavorum magno 
sunt moerore confecti, omnes quippe eorum ecclesiae clausae 
fuerunt, ipsi a consuetis officiis siluerunt. 

Alexander autem P. Slavis illyricis pro usu linguae slavicae 
in liturgia coram se perorantibus reposuit: 

„Scitote filii, quia haec, quae Gothi petere Student, saepe 
numero audisse me recolo, sed propter Arianes inventores lite- 
raturae hujusmodi dare eis licentiam in sua lingua tractare divina 
sicut praedecessores mei, sie et ego nullatenus audeo. Nunc 
vero euntes gentem illam facite observare omnia, quae a vene- 
rabili fratre nostro Maynardo, sanctae Rufinae Episcopo Cardi- 
nali, synodaliter statuta sunt, quoadusque legati nostri accedant.** 

(Thormis archidiacoaus Spalatensis apiid Schwandtnerwn Tom. III. 

Scriptor rerum Hungaric. p, 552. 54.) 



90 



VIII. 



Gregorius P. VII. in litteris ad Wratislaum Bo- 
hemorum Regem divinum officium in slavonica 
lingua celebrari prohibet. 2. Jan. 1080. 



Gregorius episcopus servus servorum Dei, Uratislao Bohe- 
morum duci salutem et Apostolicam benedictionem. 

Hnjusmodi salutatiouis nostrae consuetadinem , scilicet 
Apostolicae benedictionis , eam tibi mitteutes, non sine liaesita- 
tione modo servavimus, propterea quod'videris excommunicatis 
ipse commanicare : quicunque enim bona ecclesiarum inyadnnt, 
id est, sine certa licentia episcoporum vel abbatum diripiunt, 
vel ab aliqna persona accipiunt, non solum ab Apostolica sede 
hoc tempore, verum etiam a multis sanctis patribus, sicut in 
scripturis eorum reperimus. Verum utcunque se res habeat, sa- 
luti tuae internae providere non modo ex antiqua tui dilectioue 
movemur , verum etiam ex suscepti honoris , immo laboris intuitu, 
profecto compellimur; eo magis quod multorum profectui tua 
sublimitas esse potest exemplum. Neque enim hoc tibi relinqui- 
tur vel dicere vel cogitare: Meum non est alienam vitam vel 
mores in spiritualibus exquirere sive distringere. Procul dubio 
namque tantorum reus exsistis, quantorum vias ab interitus 
praecipitio poteras volens reflectere. Illud quoque vigili mente 
pertractes oportet, ne honorem tuum divino honori, sive pecu- 
niam praeponas justitiae; neu quod in te cinerem a subdito tibi 
consimili fieri non sine gravi animadversione patereris, in crea- 
torem tuum et omnium praesumi aequanimiter feras. Indubitan- 
ter etenim non Dgi sed diaboli membra et falsi Christiani con- 
vincuntur, qui suas injurias persequuntur usque ad sanguinem, 
et Dei contumelias negligunt usque ad oblivionem. Divitias 
autem potentia tua quas habet, non ob meritum datas, sed ob 
solicitudinem putare debet sibi commissas. Denique non tantum 
saecularibus oneri videtur inopia, quantum spirituales viros gra- 
vant divitiae, simul etiam diffusa potestas. Perpendunt quippe, 
si ille cui una ovis sub necis suae conditione committitur non 
solum centum eodem pacto non cuperet- recipere, verum etiam 



91 

illa ne aliquo casn dispereat haud sine timore solicitas est ob- 
servare; quod sibi tanto sit irremissius vigilandum magisque ti- 
mendum, quanto super plures curam seu potestatem acceperit. 

His ita perspectis, ad majorem te mentis vigilantiam prae- 
sentis saeculi fugacitas invitat: et cum illud quod in hac luce 
magis diligitur, vita scilicet praesens, ad occasum furti festinet; 
profecto quo magis ad districti examinis diem propinquas, eo 
amplius ad aeterna praemeditanda et adipiscenda te saua ratio 
mittit. Haec itaque nostra monita sive mandata volumus, irsimo 
jubemus, ut ante mentis suae oculos excellentia tua saepius po- 
nat,.et crebrius legende, audiendo meditetur: non quod elegan- 
tius scripta nequeas in sanctorum paginis invenire , sed quia haec 
ad te specialiter ex nobis, immo ex beato Petro missa sunt; et 
ista frequentius tecogitando poteris Deo propitiatore ad potiora 
cognoscenda exsurgere. 

Quia vero nobilitas tua postulavit, quo secundum Sclavo- 
nicam linguam apud vos divinum celebrari annueremus officium, 
scias nos huic petitioni tuae nequaquam posse favere. Ex hoc 
nempe saepe volventibus liquet non immerito sacram scripturam 
omnipotenti Deo placuisse quibusdam locis esse occultam: ne, si 
ad liquidum cunctis pateret, forte vilesceret et subjaceret de- 
spectui , aut prave intellecta a mediocribus in error em induceret. 
Neque enim ad excusationem juvat, quod quidam religiös! viri 
hoc quod simpliciter populus quaerit patienter tulerunt, seu in- 
correctum dimiserunt; cum primitiva ecclesia multa dissimulave- 
rit, quae a sanctis patribus, postmodum firmata christianitate, et 
religione crescente, subtili examinatione correcta sunt. Unde ne 
id fiat quod a vestris imprudenter exponcitur auctoritate beati 
Petri inhibemus, teque ad honorem omnipotentis Dei huic vanae 

temeritati viribus totis resistere praecipimus. 

• 

De legato autem nostro, quem mitti ad se tua devotio po- 
poscit, noveris item nos preces tuas ad praesens commode effi- 
cere minime potuisse: tamen in hoc anno, divina favente de- 
mentia, tales procurabimus invenire personas, quae et negotiis 
vestris valeant utiliter deputari,, et necessitudines vestras plenius 
cognoscentes ad notitiam nostram deducere. Üt ergo tute possi- 
mus ad vos legatos nostros dirigere, necesse arbitramur et volu- 
mus, ut filium nostrum Fredericum, et hunc Felicem ad nos 



92 

iternm studeas aut hornm alterum mittere, quatenus ita possint 
quo destinabimus secure venire. Data Eomae, quarto Nonas 
Janaarii, indictione tertia. 

(Harduin^ Acta Conc. loco supra cit. col. 1434. s.) 



von. 

Innocentius P. IV. ad episcopum Seniensem licen- 
tiam concedit, in partibus Slavoniae diyinmn of- 
ficium slavice celebrandi. A. 1248. 



Porrecta nobis petitio tua continebat, quod in Slavonia est 
littera specialis, quam illius terrae clerici se habere a B. Hie- 
ronymo asserentes, eam observant in divinis officiis celebrandis. 
Üude ut illis efficiaris conformis, et terrae consuetudinem, in 
qua existis episcopus, imiteris, celebrandi divina officia secun- 
dum praedictam litteram , a nobis licentiam suppliciter postulasti. 
Nos igitur attendentes, quod sermo rei, et non res sermoni sub- 
jecta, licentiam tibi in illis dumtaxat partibus, ubi de consuetu- 
dine observantur praemissa, dummodo ex ipsius varietate litterae 
sententia non laedatur, auctoritate praesentium concedimus po- 
stulatam. Lugduni XIV. Kai. Aprilis, 1248. 
{Raynaldus in Annal. eccl. ad a. 124S.) 



X. 

Clemens P. VI. ad Amestum archiepiscopmn Pra. 
gensem concedit, monachos de partibus Slavo- 
niae in Bohemiam immigrantes in uno dunta- 
xat dicti regni loco posse divinmn officimn 
slavice celebrare. 9. Mäii 1346. 



Clemens Episcopus servus servorum Dei. Venerabili Fratri, 
Archiepiscopo Pragensi salutem et apostolicam benedictionem. 



93 

Significavit nobis dilectus filius nobilis vir Karolus Marchio Mo- 
ravie , quod in Slavonie et non nullis partibus de Slavonica 
lingua existentibus misse et alie höre canonice ad laudem Christi 
in eorum vulgari de licentia et ex indulto sedis apostolice le- 
guntur, et etiam decantantur, et quod multa monasteria et loca 
Monachorum nigrorum sancti Benedicti et aliornm ordinnm in 
illis partibus huiusmodi ritum ex antiqua consuetudine nsque in 
hodiernura diem tenentium propter brigas et guerras illarum par- 
tium destructa et ad nihilum sunt redacta. Monachi quoque et 
fratres Monasteriorum et locorum predictorum occasione huius- 
modi nee Deo, nee Christianis proficere, nee etiam Monasteria 
et loca ipsorum commode obtinere valentes remanent vagabundi 
propter quod cultus divinus et fides christiana in illis partibus 
minuitur. Cum autcm, sicut huiusmodi insinuatio subiungebat 
in confinibus et circa partes Eegni Boemie que de eadem lingua 
et vulgari existunt, sunt multi scismatici et infideles, qui cum 
eis Sacra scriptura latine dicitur, exponitur, vel predicatur, nee 
intelligere volunt, nee commode ad fidem christianam possunt 
converti , dictique Monachi , et fratres vulgares predicatores 
ritum predictum habentes in dicto regno, et ipsius confinibus 
summe necessarii et utiles pro Dei laude et augmentatione Chri- 
stiane fidei esse noscantur. Idem Marchio nobis humiliter sup- 
plicavit, ut eisdem fratribus et Keligiosis, quod in regno Boemie 
et confinibus supra dictis loca eligere, in quibus et circa que 
possint Stare, et verbum Dei exponere predicare et missas ce- 
lebrare, secundum ritum et consuetudinem partium ipsarum li- 
centiam concedere de speciali gratia dignaremur. Nos igitur de 
predictis notitiam non habentes fraternitati tue, de qua plenam 
in Domino fiduciam gerimus, eisdqm Monachis seu fratribus dicti 
sancti Benedicti vel alterius ordinis per sedem eandem approbati, 
recipiendi unum locum duntaxat in dicto regno vel ejus confini- 
bus, in quo servare valeant dictum ritum, alias tamen per se- 
dem approbatum, eandem auctoritate nostra concedas plenam et 
liberam facultatem, jure tarnen Farochialis Ecclesie ipsius loci, 
quem ut premittitur dicti Monachi seu fratres receperunt, et 
cuiuslibet alterius alieni in omnibus semper salvo. Datum Aui- 

nione VII. idus Maii, Pontificatus nostri anno quarto. 

(Ex Registro Slavorum apud Pelzely Kaiser Karl der Vierte. I. Tbl, 
Prag 1780. pag. 90. s.) 



94 



XI. 



KaroK IV. Imperatoris et Regis Bohemiae , instru- 
mentum fundationis monasterii Slavorum in civi- 
tateNeo-Pragensi, Emmaus dicti, de 21. Nov. 1347. 



Karolus Dei gratia Boraanorum Rex semper Augustus, et 
Boemie Rex. Ad perpetuam rei memoriam. Rex magnificns, 
qui facit mirabilia magna- solas, aperiens manum Magnificentie, 
et implens omnia bonitate ad hoc nos Frincipalis in Monarchia 
constituit dignitatis, binique regni contulit diadema, ut si ad 
aliqua extrinseca debita sollicitudo nos provocat, ad ea tarnen, 
que incrementum cultus divini respiciunt, tanto specialius, et 
solertins convertamus aciem mentis nostre, quanto patrona ju- 
stitie raanus ejus nostrum pre ceteris Principibus altius nomen 
erexit et solium, sueque clementie roboravit auxilio et honoris 
splendoribus licet insufficientibus meritis insigninit, largitorem 
donorum huiusmodi cum tharsis et insule Regibus inclytis, quos 
ille commemorat eximius Prophetarum, ut sibi ofFerat nostra de- 
votio munera, prout nostra fragilitas patitur, pretiosa, presertim 
in regno nostro Boemie, quod pre ceteris auguste fortune carius 
estimamus, pie raentis studio queritantes. 

Dudum siquidem sanctissimus Pater Dominus noster Papa 
Clemens VI. Vener abili Ärnesto Archiepiscopo Pragensi Principi 
et Consiliario nostro karissimo , ad nostri instantiam et requestam 
committere voluit, ut ipse in nostra civitate Pragensi monaste- 
rium conuentuale et claustrale ordinis sancti Benedicti instituere 
et autoritate posset apostolica ordinäre, institutis ibidem Abbate 
et fratribus, qui Domino famulantes diuina officia in lingua Sla- 
uonica duntaxat ob reuerentiam et memoriam gloriosissimi Con- 
fessoris Beati Jeronymi Strydoniensis Doctoris egregii , et trans- 
latoris, interpretisque eximii sacre * scripture de Ebraica in lati- 
nam et Slauonicam linguas, de qua siquidem Slauonica nostri 
regni Boemie idioma sumpsit exordium primordialiter et processit, 
debeant futuris temporibus celebrare, ad quod siquidem Mona- 
sterium construendum et edificandum Parochialem Ecclesiam 
sanctorum Cosme et Damiani in suburbiis nostre civitatis Pra- 



95 

gensis predicte in Podschal inter Wyssegradum et Sderaz sitna- 
tam, cuius jus patronatus ad Ecclesiam Wyssegradensem tunc 
teraporis pertinebat, facta per nos dicte Ecclesie Wyssegradensi 
pro iure patronatus dicte parochialis Ecclesie restitutione et sa- 
tisfactione condigna duxiraus ordinandum, quam prefatam paro- 
chialem Ecclesiam in dictum Monasterium claustrale et conuen- 
tuale ad honorem Dei, beatissimeque Marie Virginis Matris ejus, 
ac gloriosorum Jeronymi prefati , CiruUique, Methudii , Adalberti 
et Procopii Patronorum dicti Regni Boemie Martyrum et Confes- 
sorum titulum et honorem, prefatum Arcliiepiscopum requirimus 
et hortamur attente, iuxta commissionem a sede apostolica sibi 
factam erigi, et etiam exaltari inibi Abbate et fratribus auctori- 
tate predicta institutis, qui sub regula et regulari babitu ordinis 
sancti Benedicti, cui dictorum sanctorum conversatio gloriosa 
suis tribuit temporibus quos adhuc per Dei gratiam retinet, spe- 
ciem et decorem in lingua Slavonica duntaxat futuris et perpe- 
tuis temporibus ob memoriam et reverentiam prefati beatissimi 
Jeronymi, ut ipse in dicto regno velut inter gentem suam et 
patriam reddatur perpetuo gloriosus, ipsiusque dignissima memo- 
ria celebris habeatur perpetuo Domino famulantes, divinum of- 
ficium nocturnum videlicet et diurnum valeant celebrare. 

Verum cum spiritualia sine temporalibus nequeant diu sub- 
sistere erectionem et exaltationem huiusmodi gratam et accepta- 
bilem, velut opus manuum nostrarum, quam plurimum habentes 
et babituri fragranti et sincera erga prefatos Martyres et Con- 
fessores deuotione accensi extremamque diem judicii, ad quam 
cum sederit filius hominis in sede Majestatis sue bonos a malis, 
velut oves ab edis segregans duodecim tribus Israel iudicabit, 
prevenire piis et bonis operibus et elemosynis, per quas fit ab- 
lutio scelerum et contra omnia mundi pericula firmamentum, sum- 
mopere cupientes ut Dens abstergat omnem lacrymam ab oculis 
nostris, et non sit nobis luctus ulterior, neque clamor, neque 
uUus damnabilis pene dolor, transitoriis, in perpetuis felici co- 
mercio commutatis, ad dotationem et fundationem prefati Mona- 
sterii, sustentationemque, usum et opus dictorum Abbatis et fra- 
trum ibidem de novo instituendorum suorumque successorum, ut 
predicitur, in perpetuum infra scriptos redditus, allodium, ara- 
turas, et cetera, que nostre presentes continent una cum dicta 
parochiali Ecclesia, de nostra auctoritate regia, et ex certa 



96 

scientia liberaliter damus, douamus, coucedimus, conferimus et 
assignamus, et pure ac simplicitei* tenore presentium transferimus 
in eosdem, ut ipsorum Abbatis et fratrum modernorum, ipso- 
rumque successorum orationes et sufiragia pro uobis, lUustri 
Blanchia consorte karissima, liberis, antecessoribus et successori- 
bns nostris Regibus Boemie statuque felici Regni ipsius erga 
Regem celorum et Dominum iugiter intercedant. Hec igitur sunt 
donata et assignata, primo sexdecim Marcbe grossorum denario- 
rum Fragensium annui et perpetui redditus supra Macella car- 
nium minoris civitatis Pragensis anno quolibet capiendorum. Item 
in villa Gencz triginta tres Marcbe, item allodium seu curia in 
villa Wallew , cum aratura et quatuor Marcbis , item dictam Ec- 
clesiam parochialem una cum quatuor Marcbis redituum ante bu- 
jusmodi erectionem spectantibus ad parochialem Ecclesiam pre- 
libatam, nostris indicentes successoribus ac ipsos attentissime 
cobortantes per viscera misericordie Jesu Christi ut nostras do- 
nationem, fundationem et concessionem ratas et gratas habentes 
perpetuo ipsas studeant, et satagant in suorum remissionera 
peccaminum et sub attestatione diuini iudicii non diminuere sed 
augere, siquis autem contentis presentibus seu alicui ipsorum 
ausu temerario contradicere presumpserit , qnod absit, maledictio- 
nem Dei Patris omnipotentis , et Beatorum Jeronymi, CiruUi et 
Methudii, Adalberti et Procopii prefatorum incurrat, plagisque 
scrrptis in libro vite sentiat se percussum. In quorum omnium et 
singulorum testimonium, et ad certitudinem pleniorem presentes 
fieri jussimus et nostre Majestatis sigilli appensione communiri. 

Datum Nuremberg anno Domini Millesimo Trecentesimo 
quadragesimo septimo, Indictione decima qumta, XI. Kalendas 
Decembris, Regnorum nostrorum anno secundo. Huius rei testes 
sunt Fridericus Bambergensis , Joannes Olomucensis Episcopi, 
et Rudolphus Saxonie sacri Imperii Archimarschalcus, Nicolaus 
Opawie Duces, Eberhardus et Ulricus de Wyrtenberg fratres, 
Joannes et Albatus Burgravii de Nurenberg fratres, et ego Ni- 
ßolaus Decanus Olomucensis aule regio Cancellarius recognovi. 

(Ex originali archivii Archiepiscopatus Pragensis apnd Pelzel 1. c, 

p. 91. SS.) 



97 



III. 

Literae breves Urbani P, VIII. datae 29. Aprilis 
1631., quibus Missale Romano -Slavonicum re- 
cognitum approbatur. 

Ecclesia catholica, cui divina favente dementia, nullo me- 
ritoruYn nostrornm snfiragio, praesidemus , sicuti una est, ita re- 
quirit nostrae pastoralis vigilantiae sollicitudo, ut Christifideles 
idipsum non solam sapiant, sed etiam qnantum possibile est, 
omnes etiam nnanimes uno ore, in orationibns et sacrificiis ho- 
norificent Deum. Quam itaque, sicut accepimus, Missale idio- 
mate Slavonico olim a fei. reo. Joanne VIII. praedecessore nostro 
concessum, a centnm circiter annis typis editum non faerit, at- 
qne inde acciderit, ut Slavonutn Ecclesiae Missalium inopia adeo 
laboraverint, ut plerisque in locis, nee Sacerdotes' sacrosanctae 
Missae sacrificinm offerre, nee populi Ecclesiae praecepto de 
illo audiendo satisfacere commode potuerint: nos Missalium in- 
opiae hujusmodi ad divini nominis laudem et gloriam, anima- 
rumqne Christifidelium illarum partium salutem occurrere volen- 
tes, venerabilibus Fratribus nostris Sanctae Bomanae Ecclesiae 
Cardinalibus negotio fidei in Universum Orbem propagandae präe- 
positis, injunximus, ut quamplura Missalia, Slavonico conscrfpta 
idiomate, a Provincia Dalmaiiae Romam jussu nostro afferri, iis- 
que per nonnullos linguae Slavonicae peritos, juxta emendatio- 
nes a fei. etiam rec. Pio V. et demente VIII. Romanis Pontifici- 
bus, similiter praedecessoribus nostris, factas, et eorum literis 
Apostolicis approbatas, correctis, Missale, quod Romano prorsus 
conforme esset, componi, illudque praefato idiomate Slavonico, 
ad usum et commodum eorumdem Christifidelium Ecclesiamro, 
locorum et provinciarum , ubi hactenus praefato idiomate cele- 
bratum fuit, imprimi curarent. Quae omnia quum praefati Car- 
dinäles diligenter praestiterint , eadem per praefatos Cardinales, 
et pie et accurate in praemissis ordinata et gesta approbantes, 
ac praefatum Missale antiquum abrogantes, motu proprio, et ex 
certa scientia ac matura deliberatione nostris, deque Apostolicae 
^otestatis plenitudine, antiquorum Missalium Slavonici idiomatis 

Ciisd, Codex z. Gesch. Cyrills u. Melhods u. d. slav. Lilurgic. 7 



98 

tarn impressorum quam manuscriptorum usum , tenore praesentium, 
sub indignationis nostrae, ac aliis arbitrii nostri, imo iis etiam 
poenis , quae eorumdem PH et Clementis praedecessorum nostro- 
Tum literis continentur, tenore praesentium , penitus et^omnino 
interdicimus. Praeter ea snb eisdem poenis eo ipso absqae ali- 
qua declaratione incarrendis, Apostolica auctoritate earumdem 
tenore praesentium prohibemus omnibus et singulis Presbyteris 
et Clericis, tarn Saecularibus, quam cujusvis Ordinis, Congre- 
gationis , Societatis et Instituti , etiam speciali nota dignis Begu- 
laribus, earundem Ecclesiarum, locorum et provinciaruih, ubi 
bactenus, ut praefertur, praefato idiomate Slavonico celebratum 
fuit, ne elapsis octo mensibus a die publicationis praesentium 
in Urbe, alio, quam bujusmodi novo Missali, nisi maluerint La- 
tino, utantur. Romae apud Sanctam Mariam Majorem die 29. Apri- 
Iis 1631 , Pontificatus nostri anno octavo. 

(Joseph! Simonii Assemani Kalendaria Ecclesiae universae. Tom. I. 

Komae 1755. in IV. pag. 116. s.) 



xni. 

Literae Iimocentii P. X. circa Breylarium Romanum 
Ulyricum datae 22. Februarii 1648, 



• Komanum Pontificera, cui ex dispositione divina omniom 
Orbis Ecclesiarum cura incumbit, sedulo decet invigilare, ut 
cuncta ad Catbolicam fidem, divinumque cultum pertinentia, rite 
Tecteque in Ecclesiis praedictis peragantur; et praesertim ut sa- 
crae Scripturae et alii Codices, qui fidei cultusque hujusmodi 
fundamenta, et sacras preces, laudibus gratiisque Deo persol- 
vendis, continent, quocunque tempore , vel idiomate, aut cha- 
r acter e cotiscripti sint, mendis atque error ibus plane careant, 
illisque omnino expertes ab omnibus habeantur. Quum igitur 
Illyricarum gentium, quae longe lateque per Europam diffusae 
sunt, atque ab ipsis gloriosis Apostolorum principibus Petro et 
Paulo potissimum Ohristi fidem edoctae fuerunt, libros sacros 
jam inde a D. Hieronymi temporibus, ut pervetusta ad nos de- 
tulit traditio , vel certe a Pontificatu fei. rec. Joannis Papae VIII. 



99 

Praedecessoris nostri, uti ex ejusdem data super ea re epistola 

constat, nfti quidem Romano, aed idiomaie Siavonico, et charactero 

S, Hieronymi vulgo nuncupato conscriptos, opportuna recogni- 

tione indigere compertum sit : nos rec. mem. Urbani Papae VIII. 

etiam Praedecessoris nostri, qui Missale lUyricum emendatum 

juxta nuperrimas illius reformationes charactere Hieronymiano, 

ac lingua Slavonica typis vulgari mandavit, vestigiis inhaeren- 

tes, de venerabilium Fratrum nostrorum S. R. E. Cardinalium, 

negotio propagationis fidei per Universum Mundum praoposito- 

rum consilio, venerabili fratri Raphaeli Archiepiscopo Achridae 

seu Primae Justinianae, mandavimus, ut Breviarium Ilb/ricum, 

ante annos centum impressum, recognosceret , et ad formam 

Breviarii Romani Latini nuper a praedicto ürbano Praedecessore 

reformati in praedictam linguam Slavonicam redigeret. Quod 

qnum idem Raphael Archiepiscopus diligenter praestiterit, di- 

ctumque novum Breviarium Ulyricum a peritis praedictae lin- 

guae, et in sacris literis edoctis viris comprobatum fuerit: id. 

circo nos motu proprio, ac ex certa scientia et matura delibe- 

ratione nostris, deque Apostolicae potestatis plenitudine, de si- 

mili praedictorum Fratrum nostrorum consilio, Breviarium prae- 

dictum tcnore praesentium confirmamus et approbamus, tjpisque 

mandari jubemus. 

(Ibidem pag. 118.) 



XIV. 

Methodii Terlecki, Episcopi Chelmensis et Bel- 
censis, testimonium de Psalterio, in Breviario 
Illyrieo imprimendo , ad Vulgatam, quantum 
phrasis Illyricae linguae pateretnr, aecommodato. 



Ego Melhodius Terlecki, Episcopus Chelmensis et Belcensis: 
dum anno infrascripto pro gravissimis negotiis totius Russiae, 
nonnullisque meae dioecesis, in primis vero, quae opportuna at- 
que pemecessaria arbitratus sum, pro sanctissima unione. in Russia, 
et aliis Slayonicae nationis Provinciis conservanda et promovenda, 

7* 



100 

apud Sedem Apostolicam snmmo studio laborarem , atqne in dies 
expeditionem eorumdem pro voto praestolarer , Eminentissimi et 
Reyerendissimi Domini Cardinales Sacrae Congregationis de Pro- 
paganda Fide instantiam apud me fecerant, ut juxta eorumdem 
Decretum sub die prima Sept. anni praesentis 1643. editum, vo- 
cato E. P. Raphaele Croato Ord. Minorum^de Observantia, ad 
impressionem Breviarii Illyrki deputato, Psalterium in eodem 
Breviario imprimendum, cum memorato R. P. Raphaele j ad Yul- 
gatam translationem, quantum phrasis Illyricae linguae pateretur, 
de verbo ad verbum accommodarem« Itaque quo in causa tarn 
pia eorum yoluntati morem gererem, sepositis quibuscunque pri- 
vatis meis negotiis et occupatiouibus , accersire curavi illico prae- 
fatum R. P. Jtaphaelem, afferreque plura vetustorum Illyricae 
linguae Breviariorum manuscripta et impressa exemplaria, atque 
antographum, quod idera R. P. Raphael ad Vulgatae editionis 
sensum paraverat, adbibitis etiam antiquissimis , quibus ab ipso 
suo exordio Ruihena et cuncta Slavonica usa est et utitur Eccle- 
sia, codicibus: post divinum imploratum auxilium, diligentissime 
insimul contulimus ipsius R. P. Raphaelis autographum supra- 
dictum, cum antiquis Breviarii Illyrici Psalteriis, Latina Vulgata 
semper prae oculis existente, atque an conformis esset, exami- 
navimus. Ita factum est, ut sollicita adhibita cura, tale reddi- 
tum est Psalterium , quäle a supradicta Sacra Congregatione ex- 
peteretur, hoc est, adamussim Vulgatae translationi concordans. 
Nam explosis nonnullis * vulgatis Sermonis JDalmaiici vocabulis, 
quae scriptorum licentia in vetusta lUyrica Breviaria intrusa 
fuerant, quaeque R. P. Raphael suae translationi inseruerat, 
pura, quae in incorruptis apud me habebantur, Slavonica, eo- 
rum loco reposuimus; punctationemque et periodos atque initia 
versuum singulorum, quum longo aliter in lUyricis leguntur, ubi- 
que juxta Vulgatam accommodavimus , ita ut divina opitulante 
gratia Psalterium ipsum per nos revisum, atque ut dictum est, 
a peregrinis Dalmalicis vocibus purgatum, concordet in praesens 
in Omnibus et per omnia cum desiderato Psalterio novissimi 
Breviarii moderni SS. D. N. Papae Urbani VIII. vulgatae edi- 
tionis: neque est, ut eam ob causam Illyrici Breviarii impressio, 
summopere necessaria, et ab Illjricanae Ecclesiae Presbyteris 
quotidie expetita , diutius difPeratur. In cujus rei fidem praesens 
testimonium, mea manu subscriptum, atque sigillo munitum dedi. 



10t 

In Palatio Qnirinali SS. D. N. die 16. Sept. anno a creatione 
Mundi secundum nostrum computum 7151., a Nativitate vero 
Christi Domini 1643. Indict. XI. Idem qui supra Melhodhts Epi- 
scopus Chelmcnsis et Belcqnsis manu propria. 

(Ibidem pag. 114. ss.) 



XV. 

Caput XXIV. synodi dioecesanae Spalatensis 
a. 1688 (edit. Patavii 1690). 



Cam inter iriginla parochias foraneas hujus dioecesis ocio 
tantum sint ritus latini, ceterae Illjricorum; quoniam peculiari 
et speciosissimo sanctae matris Ecclesiae privilegio, in idiomate 
illyrico sacra habetur liturgia, maxima habenda est ratio ejus- 
dem idiomatis probe addiscendi et docendi. Clerici noverint 
Asbuquidartum^) atque a peritis sacerdotihus erudiantur, qui in 
eam praeeipue curam ineumhant, ut Illyricum litter^le, quo Mis- 
sale et Breviarium perscripta sunt, perfecte calleant; alioquin 
scient, se ad ordines non promovendos, quum apud lUyrios ea- 
dem sit ratio illyrici idiomatis litteralis, quae apud nos latini. 
Sex sacerdotes in provincia Poliüi deputentur, qui alios sacerdo- 
tes in perfecta Missalis et Breviarii et in sacrarum funetionum 
administratione ohservent, examinent et corrigant. 
(Kopitar Glagolita Clozianus. Edit. cit. p. XVIII.) 



1) Male 8ic loco : Azhukividarium i. e. Alphabetum Slavorara ; ' nam 
nomina slavonica trium priorum Alphabeti litterarum sonant: Az, Buki, 
Wiedi. 



t02 



XYI. 

Constitutio Benedict! P. XIV., qua Ecclesiasticis 
Omnibus Ritus Slavo-Latini praecipitur ut in 
Missis et Divinis Officiis Slavum Litterale idioma 
cum characteribus Hieronymianis retineant, et 
Missalibus Breviariis etc. utantur typis Congre- 
gationis Propagandae Fidei editis , data 15. Aug. 
1754. 

Benedictus Episcopus Servus Servorum Dei. Ad perpetuam 
rei memoriam. Ex pastorall munere, quo Romani Pontifices Ca- 
tholicae praesunt Ecclesiae, eamque moderantur, consueverunt 
Praedecessores Nostri vigilem navare curam, ut in Sacris per- 
agendis , suos unaquaeque Natio legitime invectos Ritus religiöse 
custodiat, ejusque idiomatis uniformitatem retineat, quo illius 
respective Majores in Missae Sacrificio, Divinisque Officiis usi 
dignoscuntur ; proliibentes ne quid a prisca lingua, vnlgaribus 
licet dicendi formulis immutata, deflectatur, omnemque adhiben- 
tes operam, ut abusus procedentibus temporibus inolescentes 
eradicarent. 

§. 1. Cum itaque ex fide dignorum testimonio acceperimus, 
in Ritum Slavo - Latinum , quem felicis recordationis Praedeces- 
sor Noster Joannes Papa VIII, fideli ac religiosae nationi lUy- 
ricae, una cum idiomate, quod nunc Slavum litterale appellant, 
et cbaracteribus , quos Hieronymianos dicunt, adhibendum con- 
cessit, et successivis temporibus recdlendae memoriae Praedeces- 
sores pariter Nostri Urbanus VIII., et Innocentius X., dum Mis- 
sale , et Breviarium eodem idiomate, et characteribus , excudenda 
typis traderentur, iteratis vicibus confirmarunt; nonnullos irre- 
pere abusus, Apostolicae Sedis intentionibus , institutisque con- 
trarios, perniciosa aliquorum libertate, qui audent Missas , inser- 
tis Orationibus et precibus Slavo vulgari sermone conscriptis, com- 
ponere, Initium quoque Evangelii secundum Joannem, et Psalmum 
Lavabo j eadem vulgari lingua, latinisque cbaracteribus impressa, 
nuUa desuper a Nobis facultate, et approbatione praeobtenta, 
sibi, aliisque Sacerdotibus legenda proponere: Idcirco ne hujus- 



103 

modi abusns, qui eumdem ßitum miscere ac turbare facile pos- 
set, latius progrediatnr ; postquam aliis Nostris editis Constitu- 
tionibus , nimirum quinquagesima septima cui initium Eist pastora- 
liSy et octogesima septima incipiente Demandatam coeliius^ quae 
exstant in Bullarii Nostri Tom. L p. 167. et 290. Graecorum 
Kituum conservationi , et iiitegritati, pro Italo - Graecorum , et 
Graeco - Melchitarum Nationibus , abuiide providimns ; eamdem 
nunc sollicitudinis Nostrae curam ad Illyricam Nationem conver- 
tentes, suprema, qua fungimur Apostolica auctoritate, volumus, 
praecipimus, atque mandamus, ut Ecclesiastici omnes et Sacer- 
dotes tarn Seculares, quam cujuscunque Ordinis, aut Instituti 
Reguläres, qui ßitum Slavo - Latinum profitentur, in Augusto 
Altaris Sacrificio, et in Horis Cänonicis, aliisque Divinis Offi- 
ciis persolvendis ac obeundis , Missalia , Tabellas , et Breviaria 
cliaracteribus Hieronymianis impressis typis Congregationis Pro- 
pagandae Fidei, quaeque in posterum ibidem imprimentur, non 
sine praeviis opportunis revisionibus , et approbationibus , aliisque 
diligentiis hucusque adbibitis, et deinceps adhibendis a Viris 
doctis, et Slavo - Latinum idioma, ac Hieronymianos characteres 
apprime callentibus, quemadmudum per plura anteacta saecula 
ab Ulyrico Clero servatum studiose fuit, ita deinceps omnino 
adhibere debeant, et teneantur: utque in posterum nemo ex 
praedicto Clero , in Missis celebrandis, aut in divinis OMciis per- 
solvendis, Orationes et Preces, quae nostra, et Apostolicae Se- 
dis auctoritate examinatae non fuerint, et approbatae, recitare, 
aut quoquo modo adhibere audeat, seu praesumat. 

§. 2. Quocirca Venerabilibus Fratribus Nostris Archiepisco- 
pis, et Episcopis, in quorum Dioecesibus Kitüs Slavo - Latinus 
viget, cbmmittimus, atque injungimus, ut pro zelo et sollicitu- 
dine, qua tenentur concreditis sibi Ovibus praeesse, et Sacrorum 
Ecclesiae Eituum integritati advigilare , sedulam exactamque 
hujusce Nostrae voluntatis, ac districti praecepti executionem 
curent, atque urgeant, ac novitates omnes, irreptosque quoslibet 
abusus eliminent, adbibitis efficacioribus remediis a Sacris Cano- 
nibus in pervicaces et refractarios indictis; similia vero succes- 
sivis temporibus attentari minime patiantur. 

§. 3. Decernentes bas nostras Litteras, et in eis contenta 
hujusmodi, semper et perpetuo firma, valida, et efficacia exi- 
stere et fore, suosque plenarios et integros effectus sortiri, et 



104 

obtinere, et ab illis, ad quos spectat , et pro tempore spectabit, 
inviolabiliter observari debere: sicque, et uon aliter in praemis- 
sis per quoscunque Judices Ordinarios, et Delegatos, etiam 
Sanctae Komanae Ecclesiae Cardinales, bommqae Congregatio- 
nes, nee non Apostolicae Sedis Nuntios, et qnosvis alios qna- 
cnnqne praeeminentia , et potestate fungentes, et ftinctiiros, sub- 
lata eis, et eorum cnilibet qnavis aliter judicandi, et interpre- 
tandi facultate et anctoritate, judicari, et definiri debere; ac 
irritam et inane, si secus super bis a quoquam quavis auctoritate 
scienter, vel ignoranter contigerit attentari. 

§.4. Non obstantibus contrariis quibusvis, etiam in Syno- 
dalibus forsan, aut Provincialibus Conciliis editis Constitutioni- 
bus, aut Decretis; Privilegiis quoque, et Indultis eidem Nationi 
Illyricae, ejusque Ecclesiis, atque Praesulibus, quavis etiam 
Apostolica auctoritate concessis , ac iteratis vicibus confirmatis, 
et innovatis , ac usibus , stylis , et consuetudinibus quantumvis 
diuturna observantia firmatis ; quibus omnibus , et singulis , tenore 
praes^ntium, et ad praemissum efPectum, specialiter et expresse 
derogamus, caeterisque contrariis quibuscunque. 

§. 5. Volumus autem, ut earumdem praesentium Littera- 
rum transumptis seu exemplis, etiam impressis, manu alicujus 
Notarii publici subscriptis , et sigillo Personae in dignitate Eccle- 
siastica constitutae munitis, eadem prorsus fides adbibeatur, quae 
ipsis praesentibus adbiberetur, si forent exbibitae vel ostensae. 

§. j3. Nulli ergo Hominum liceat paginam banc Nostrae 
Declarationis , inbibitionis , praecepti, mandati, comlnissionis , et 
voluntatis infringere, vel ei ausu temerario contraire« Si quifl 
autem lioc attentäre praesumpserit, indignationem Omnipotentis 
Dei^ac Beatorüm Petri et Pauli Apostolorum ejus, ie noverit 
incursurum. 

Datum Eomae apud S. Mariam Majorem Anno Incamationis 
Dopiinicae Millesimo septingentesimo quinquagesimb quarto, de- 
cimo octavo Kalendas Septembris, Pontificatus Nostri anno 
Quartodecimo. 

(Benedict! P. XIV. BuUarium Tom. IV. Romae 1757 fol. pag:. 223. ss.) 



Lipsiae, typis B. G. Teubneri. 



51 n M n 8 II. 



®fagoatif(^ Bfragmente. g 



(iltt00littftlre /rtt0titente. 



3(ufgefunben 

Dr. t, n. QT. Völler, 

Dr. f. 3, ©ttfarif, 

Ä. ÄV llniocrntÄtÄ.tMbnot^cfar in »^Jrafl. 



8 



2)(e folgcnben SWüt^cifungen finb entnommen ber (Schrift: 

©(agolitifd^e Sragmente. ^erauögegef en von Dr. ^axi 5tboI^^ 
ßonflantin ^6fler, Ä. Ä. Unii^evfltdtöprofeffor unb Dr. 
«ßaur 3ofe))^ (gafarÜ, ^. ^. Unberf!t(ltS^33iHiot^e!ar. 
Qtuö ben QlS^anbl. ber Ä. 336^m. ©ef. ber ffiiff. V. golge 
10. 33anb. $ßrag 1857. gr. 4. 62 Seiten mit 5 lit^o^ 
Orap^ifc^en ^Tafeln: Tab. I. ein aItB6^mif(^e3 5Winiatur* 
gemdfbe, Tab. II. Synopsis alphabeti glagolitici, unb 
Tab. III. IV. V. gacflmifen ber glagolitifc^en Fragmente. 

5)a biefe <Sd;rift mir crfi jufam, nad^bcm ber größte 2^^cit meine« fSvL^ti 
\ä)on gebrucft \mx, uub bie aufgefunbenen glagolitifc^en Fragmente, »on 
benen biefelbe tjanbelt, ein fef;r irlc^tiger Beitrag gur ®ef(^irf)te ber fla- 
iüifd;en Sftnrgie finb, fo iüurbe ber i^hjeite Xijäl meine« ^\iä)ti offenbar 
mangelhaft fe^n, n^enn ic^ ba« (Jrgcbniß ber ,, Fragmente" nidf^t toenigflen^ 
in einem Sln(;ange barfegte, nnb ba« 33er^d(tnif iüurbigte, in hjel(^em bafs 
feibe gu ben Slefultaten meiner gef^id^tUd^en Jorfd^ungen unb 5(nf(^auungen 
über f(au>if(r;e Sitnrgie jie(;t. 



5tm 14. ^oijem^er 1855 iintertoatf ^^err ^rofeffor Dr. ^b\Ut 
Bei S)nxä)^^t einiger *&anbfc^riftett bet ^Itliot^e! beö fraget WlHto)ßolU 
iancapiieU aud^ ben ßober A. LX. einer näheren ^Prüfung unb ü6er* 
geugte fici^ fe^r I6alb, ba|l fein 3Bert^ nid^t l6Io|l in bem l^o^en QUter 
feiner 9lC»faffung, fonbern in feinem iinfd^einBaren 5(n^ange liege. 

?fl(Un bem eigentlid^en Sni^alte, ber lateinifc^en UeBerfe^ung ber 
5t))0caT^))fe, ber ST^Jofielgefd^id^te, ber ^Briefe beö i). $aulu3 unb f^jateren 
3ufo|en, hjeld&e ble jiüngere «&anb augenHIcffic^ fenntlid^ mad^ten, fanben 
j!d[) ndmlld^ auf ber inneren Stiie be0 9lü(ibedfeB 2 gleichgroße, toenn 
oud^ nid^t gleld^artige ^ergamentfireifen, Jüeld^e, h)ie eö \^mi, unmiU 
iMax M bem 33inben beö ßober mit eingeüeBt hjurben unb mit bem 
^infcanbe föfi gu einer aHaffe ijereint iüaren — unb auf benen j!d^ 
@d^riftjüge bem ?luge barfleUten, bie ber gciüanbte ^aUoQta)p^ nld^t ju 
entjiffern toermod&te. 

»§err ^iBIiot^efar Dr. ©afarü, bem ble «§anbfd^rlft am 23. 9?0s 
toemBer vorgelegt hjurbe, erfannte ble (Sd^rlft ber auf ber inneren ^nU 
beö »Ölnterbedfelö angeücBten ghjei ^ergamentHdtter, nac^bem er ble 
^anbfd&rift in bie redete Sage gef»rad^t, auf ben erflen S3llcf aU glago:^ 
Utifd^ unb fel^r alt, kim näheren Sefe^en au(i) aU unjhjeifel^aft aäjt 
unb ba^er duflerfi hjid^tig. 

5l)iefer 6 ob er fohjo^l alö ble in i^m enthaltenen glagolitifd^en 
Fragmente ^aBen für bie ©efd^id^te ber ffaiulfd^en !i!iturgie eine fold^e 
35ebeutung, baß toir S3eibe gefonbert Uita(i)Un muffen. 



J) e r (J b e j. 

3)ie •&anbfd[}rift , in Jüeld^er fld^ bie glagolltlfd^en Fragmente er* 
l^alten ^a'Ben, ifl ein lateinifd^er Praxapostolus , b. i. jener ^^ell 
beö ^. ^eflamenteS, hjeld^er bie 9(vocaTl;))fe, bie fanonifd^en ^Briefe, ble 
Sf^joflelgef^idbte unb ble ©riefe ^auli entölt. @le gä^It jufammen 



110 

198 991. in SJoIiofotmat, i(i ouf iDflflfm bünnen leidet roUenben $erga* 
ment fe^r f^6n mit iüenigen 2(66teviaturen gef^tie'Ben unb ge'^ort ttad^ 
toerld|llic]&en ^)oIäogra^3^ifd;en Jtenn^cic^en in0 XI. 3a^t^unbert unb jtoar 
h)a^tf^einlid& in ble erfle »^dlfte beffelSen. «Wa^ ber forgfditigen 5(u8* 
pottung in 93fgug ouf ^Jftgament, @d^rift nnb funflöoHe 5tu0fü^rung 
bet xe'iCtiVi^ ijergolbeten Snitialen !ann j!e mit 9led^t, h)enn öiid^ nic^t 
grabe gu ben ^rad^t^onbfd^rlften , fo bod^ gu ben fe^r fd^onen unb 
toert^^oITen ^onbfd^riften gegä^It toerbcn. 

2)00 erfie ©lott beö Sobex i(i auf ber SHüidfeite mit einem j!nn* 
reid^en, iti^i leiber, tro| bc0 bal6ei nci^ hiben <BnUn i)\n oitgeBroti^ten 
^(^u^eö toon eingelegtem Seibenfloff, flar! :6ef(!^dtigtem 3J?iniaturge* 
mdibe ijerfe^en, beffen rid^tige Deutung für bie ®e[(i^i(^te ber «giinb« 
fd^rift fe^r toid^tig, aln gugleidi? a\x^ fe^r fc^hjierig ifi. 

2)le5 ©emdibe ijl burd^ ijier ^orijontal laufenbe Sinien queer in ber 
Mitte in gJüei gfeid^e Selber get^eilt, um bie jlc^ ein Ola^men im lang* 
lid^ten 93ieredf iiti)t, ber feK^f} an ben 4 (^dfen unb red^t0 unb ItnfS in 
ber Wttc, olfo toon 6 runben üWcbaiUonö, SrupHIbern öon »öeiligen 
auf ©olbgrunb burd^6rod&en iwirb. 

3n bem oberen gelbe n)irb ble SSijlon bcS f>. 3o^änne0 borge* 

jieirt, ijon toeld^er in ber Qf^ocol^^jfe bie Olebe, ndmlid^ ß^rijiuS, in 

SWitte jtekn golbner Ji^eud^ter mit bem @d[;h>erte im 9Kunbe unb bem 

- Jtronje öon flehen Sternen in ber ^Infcn (nod^ ber ?l^ocaT^:t>fe in ber 

Siedeten); red[?t8 bor i^m ber ^. So^anneö. 

3n bem unteren Selbe jie^t tin H^mlfd^er «gerjog in fiirfl* 
Mjmx ©ehjonbe, mit ber iöonje in berOled^tenj "hinter il&m ein-SÖöffenfe 
trdger mit ent6l6§tem ©d^hjerte. Sor bem «§ergog fle^t ein 9l6t Hilf bem 
ÄrummfioB, ber fo elien ein 53ud^ Oüat)rfd^elnIld& eine ?lnf^ieliing dUf 
unfern ^Jtora^joflel) toom ^erjoge gum ©efdi^en! empfangen ^ot unb im 
Segriffe fielet eö bem I;inter i^m fle^enben OrbenöBruber ju i'it'ergeBen. 
5Die iti^i jiar! ^efdfedbigten 3nfd(?riften glüifd^en ben l^inien a:uf ber al3 
®renjfd[;eibe ber Beiben gelber queer iiUx ben ®ülbg|iinb laufenben 
Blauen iBeifie fdbeinen voüfldnbig gelautet jU ^a6en: 1. (S\ neq) uis so- 
lem. debes (aspic) ere (Christum) — unb 2. (Si . . .) paru (m) dabi (t). 
Munus votu (m su) perabit — jene mit QSegle^ung auf boö oBere, bief^ 
mit ©egle^ung auf baö untere SBifb. ?tuf bem 93ud[;e felBjl ifl baa 
SBort dominus gang beutlid^ gu tefen. 3)aö aJ?inialurgemdlbe tüirb bon 
Kennern für ein^eimifc^ b. i. Bo^mifd^ gegolten unb in0 XI. 3a^r^un* 
bert gefegt. 

»Öerr ^rofeffor Dr. ^6fler t;at in feinem am 17. JDecemBer 1855 



111 

in ber ©ectiott^tjetfammlung ber !. tfi^mifd^ert ©efefffd^oft ber äßiffen* 
f^aften gehaltenen 23ortrage baö ©emälbe M ßober folgenbet Seife 
gebeutet. 

„SBer i(i ber »öerjog mit bet ga^ne, toeld^e baß «§etiogt^um unb 
jtoat baö Se^en^erjo^t^um Bebeutet? 9(nf(^einenb ifi fein Qtn^altö* 
:|)un!t, biefeö ju enträt^feln, unb bod& I«ietet nähere Sefra^tung beö 
,fo))ff^mu(fe0 mtn ganj fidleren bor. 60 ifi offenbar liiert BlofI eine 
S5inbe, fonbern avi(^ eine rJt^lid^e niedrige Wiixa, toeld^e unö in bem 
®e6er eine« Sober M XI. Sa^r^unbettö ben «öergog @i)J?tigneto IL 
öorfö^rt, iüeTti^en SJa^fi 9HcoIau0 IL 1059 mit ber aKitta Befd&enfte . . . 
SBer i|i ber 9l6t, toeld^em ber B5^mifd^e «öerjog, ben toir für @pl?tig* 
neö mit ollem Suge ju polten l6ered&tigt jlnb, boö loteinifd^e Srem))Ior 
ber 5tpopeI6riefe in fo f(3^5ner 5lu0f}ottung 6eflimmte ? 66 liegt fei^r no^e, 
bflfi fö loteinifc^e unb nid^t gried^ifd^e ober flohjifd^e a)i6nd^e gehjefen 
fein bürf ten unb in ber ^^ot hjiffen toir ia, bo^ grobe @i)^tigneö eö 
toar, n)el(^er bie flotoifd^en 9J?6nd^e ou0 (Säjohjo i^erjogte unb beutfd^e 
ÜÄfinc^e (beö loteinifd^en Öiitu8) bort einfette . . . (Somit toor eö ®p\}tiQ^ 
nh, ber Bfi^mifd^e »öerjog, feltfi, ber ben loteinifd^en öiituö gum Siege 
u6er ben flohjifd^en er^oB unb toon bem e«, ol« er bie 5Deutfd^en ein* 
führte, mit fliegt ^ei^en fonnte, tvk bie Umfd^rift beö untern ^T^eileö 
beö aKinioturBilbeö Befogt: Si parum dabit (resp. dedit), munus votum 
saperabit — toenn er oud^ Ui^t iüeuig goB, fo hjirb bo8 ©efd^en! (beö lo* 
teinifd&en Äfofier«) ben ffiunfc^ ber aRon^e nod^ ü6ertreffen. •— So* 
mit i(i benn in oUem Hö^er Srhjä^nten ein ijodflänbiger @in!fong. 
3)ie 2)linioture, njo^rfd^einlid^ er|l im Jllofier, iebenfottö in ©filmen 
gemod&t, ^ot eine fefie ^ijiorifd^e ©runbloge unb fie^t in Q3er6inbung 
mit einer ^^otfoc^e, öon toeld^er mon fld^ eine neue Slera erhjor* 
Utt, h>a0 nid^t o^ne ^ejie^ung gu bem o))Ocol9i)tifc]^en 95ilbe fielen 
mog, too ß^rifii 5(ngefid^t gleid^ ber (Sonne leud^tete. «§erjog unb 
9l6t erflären jld^ gegenfeitig; bie UeBerreic^ung beö loteinifd^en ©u(^e8, 
njeld^e jlnnBilblld^ ber ßinfe^ung eineö loteinifd^en 2l6te0 ijoronging; 
bie ®ett)ifl^eit, bofi e0 flc^ ^ier um ein ©efc^^enf an ben %bt, nid&t 
öon bem QlSte ^onble-, bie ©efle beö ©ruber«, iüie bie beö ®d^toert^ 
trdgerö, bejfen offene »&onb gleid^fottö onbeutet, bog eine ©oBe fiottge* 
funben ^oBe unb gleid^fom bie UeBereinfiimmung beö 93ol!e8 (Slbelö) 
ntt)ti\t'j enblici^ ber ^erjog mit ber ffliitro, julejt boS ©ud^ felBfi mit 
feiner ^jrod^töoUen Stuöftottung unb ber proftifd^ eingerid&teten gorm 
feinet Snl^olteö lojfen too^l feine onbere 2)eutung gu." 

3d^ flimme In bem .&«u))tgebon!en biefer ^äuffoffung be0 ©emol* 



112 

M, ba^ nimli(3^ ba{frI6e benStegbed latetntfc^en Slttud uBet 
ben flotoif^en ttt<Säjotoa batfleUt unb feiert, mit meinem ^o(l;öet* 
ehrten gteunbe $etrn 5Jrof. Dr. ^bfUx öoITfommen uBerein, fann alBet 
nic^t um^in, gegen bie !Ceutung auf «i^er^og S^iti^nett) II. meine 
^iflorifd^en ^ebenfen ou^jufvred^en. 

!Die 2lnno^me, bafi bet auf bem ©emdlbe bargejieHte B6^mifd^e »ßergog 
@))iti^n ehj II. fei, flii^t fld^ \)0rjiigli(^ auf ben Äoi)ffd&mutf bejfelBen, toel(^et 
offenbar ni(t)tHo^ eineSBinbe, fonbern eine r6t^Iid^e niebrige SRttta fei}, mit 
ber ^. 9]icoIau8 II. ben «öergog @))iti^nie^ü 1059 auöjeid^nete. 2)if „mitra" 
beö Cencius Camerarius toax iebenfaUö nidft^ 9lnberf0 aU bie „pellicea 
episcopalis" beö Cosmas, eine »&ermeIin*K^orfa:j>pe, rt)el(^e bet geijl* ' 
lid^gejlnnte «öetjog öom 9(fci^ermitth30(^ bur(^ bie ganj^e jDuabragejlma 
u6er bem geifilici^en ©etoanbe ju tragen ))f(egte, unb an einen ,f o))f* 
fd^mutf fc^eint mir baBei nid^t ju benfen ju fel^n. 2)a ber auf bem 
©emdlbe bargefleHte »&ergog mit feinem toeltlid&en ^ergoglicj^en Dr* 
nate anget^an ifi, fo mürbe bie ^ingut^at einer geifüid^en 9lu3jeid6s 
nung bem aHaler !aum dfl^etifd^ erf(l;ienen fej^n, 

60 iji a^er meineö ©rmeffenS um fo me^r bon (B)ßitif)n}tD ber 
fraglid^en „mitra*' hjegen aligufe^en, h)eil bie ju I«friidfjl^tigenbfn ^ijio« 
rif^en aHomente ber 3fit nid^t jufammenflimnwn. (Säjatoa rt)urbe öon 
@i)itil^nett) bem lateinifd^en 9l6te gleicf) nad^ eintritt feiner Slegierung, 
alfo, h)enn nid^t fd^on im 3- 1055, fid[;er gu Qlnfang 1056 üBergeBen*); 
bie „initra" oBer n)urbe itm erft Im 5. 1059 öerlie^en* Sßox biefem 
Sa^re fonnte ba^er ber »öerjog mit ber „mitra" ü6er^auj)t nid^t gemalt 
werben. Sollte man aBer bie Bilblid^e ^DarfielTung beö Siegel ber la* 
tetnifd^en J&iturgie üBer bie ffaiüifd^e, ber i)oraitöfe^ung0n)eife 1055 unb 
f^dtepenö 1056 jtattfanb, Bi0 nac^ 1059 öerfd^oBcn ^aBen? Sdl) fage: 
öorau0fe^ung3h)eife; benn in ffia^r^eit feierte ber lateinifdje 
aiituö lUer ben flaJuifd^en in (Baiawa feinen öollenbeten 
©leg nid^t unter ©piti^nett) IL, fonbern unter 33f etiflato IL im 3. 
1097*). 5Da|l aBer bie unter 6))iti^neu) eintrctenbe SHeaction gegen ben 
flatoifd^en Olituö fein BfelBenbcr @ieg, fonbern eine Balb iJoriSBerge^enbc 
^rfd^einung feljn werbe, fonnte bem gellen Qluge felBfl ber S^itgenoffen 
jld^ nid^t ijerBergen, unb ber eingefe^te lateinifcfee 9lBt tdufd^te jld^ fettfl 
fd^toerlid^ üBer bie toa^xe )iJage ber 5l)inge. 

Saö nun ferner bie »§anblung felBji Betrifft, bie auf bem untern 



1) 6. oBen §. 37. ©. 142. 

2) (B. oBen §. 39. ©. 145. 



113 

Selbe bet 2)Hmatute bargefleirt ifl, ttdmlid^ bie Sd^enfung beö lateinU 
fti^en Praxapostolus burd^ ben $ergog an ben 9l6t, fo beutet aud^ biefe, 
meiiteö (Srad^ten«, \>ulmtf}x ouf ^tetiftohj II. aU Spiüf)m)x> II. 3)entt 
nat^ bem S^ugniß ber ©äjohjet^ß^ronif fanb ber von Sretiffato natfj 
SertteiBung ber ffaiuifd^en aH5nc^e alö QlBt in Sägatoa eingefe^te 
ffitetonotoet ^Jroi)fi bort nichts aU flatoifd&e Sudler öor , fo bofi er bie 
not'^njenbigen lateinifd^en Sudler feI6ji STag nnb S^ad^t mit ungel^eurer 
3Sft&f)t gufommenfd&rei6en , faufen, burd^ gebungene ©c^relBer fertigen 
unb ouf aHe ntiglid^e SBeife ju eriüerten fud^en muflte'). 5ßar Bei 
fold^er 93üd^ernot^ ba0 ©efd^en! eineö lateinifd^en Jtivd^enBud^ö nid&t 
bie roidfommenfle unb foflBarfle ®aU? S)er »&ergog, ber ber fonfligen* 
0?ot^ beö ge^jlfinberten Jtloflerö groflmut^ig a^al\*), mu^te jld^ ganj Be=* 
fonberö Berufen füi^len, bemfelBen mit einem SBöd^ergefd^enfe Beijufi)ringen. 

5Die 3"t, in iueld^e bie auf bem®fm4Ibe bargrfleHte «öanblung 
ju fe|en i% fc^eint mir aBer enblid^ öor^üglid^ burd^ bie fojiBare ®nt« 
betfung beö .&errn 5Jtof. Dr. »&6fler, bie bem Gober BeigeBunbenen 
glagolitifc^en SJtagmente außer streit gefegt ju hjerben, üBer 
hjeld^e er bie fe^r feine 93emer!ung mad^t: „3)a5 bie ^ergamentBIdtter 
nid^t toor bem aWiniaturBilbe , fonbern rücfiudrtö eingeBunben jlnb, wo 
fle ioeniger gefudbt unb eBen beg^alB weniger aBgeniJ^t n)erben, fd^eint 
nn^ öon ©ebeutung. @ie jlnb gleid^fam baö Segen Bilb be0 im 2ln* 
fang fle^enben." 

gurtoa^r jlnb biefe krümmer ber glagolitifd^en Jlird^enBud^er an9 
<Biiatüa ein ^ifb ber ^J^ieberlage unb bcS Untergang« ber ffamifd^en 
Ji^iturgie bafelBji unb fonad^ baö toal^re ©egenBifb bc0 im lateinifd^en 
^rara^oflel f^niBoIiflrten ©iegeö unb 5tuffeBen3 ber Tateinifc^en fiiturgie 
bafelBfi. frömmer ber glagolitifd^en Äird&enBüd&er in ^äjatoa gaB eö 
aBer rt)ieber nid^t jur 3fit @^itif;nem IL, fonbern erfi unter 35 fe:* 
tiflah) II. 2)enn im Sa^re 1056, alö ber 5tBt SSeit mit feinen fla* 
toift^en S^önd^en toon Sajahja auöjog, nahmen fie felBjiberftanblid^er 
©eife i^re glagolitift^en Jtirci;enBiSd^er aU if)xm fofiBarjien @d^a| mit 
nad& Ungarn, i?on too fie biefelBen nad^ (Spiti^nero'd ^obe toieber nad^ 
(Säjahja Brad^ten, too jle ba3 Sd^idfal ber gänjlid^en Sernid^tung erfi 



3) ©BenbafelBfl (g. 145 f. 

4) Ad locum igUur , ad quem Abbas intitulatus extitit , dum primitus adve- 
nit, rebus monasticae suppellectilis omnimodis adnichilatis, incommodum invenit 
in tantum, ut nee uno mense eovictu, quem illic invenit, cum fratribus susten- 
tari potuerit, nisi supra nominatus Dux adjumentum ex propria Camera sua 
praebuisset. Chron. Sazav. apud Cosmam ad. a. 1097. Script, rer. Boh. I. 203. 



114 

im 3. J097 traf. SSon bo alfo erfi batiren in Sö^men glogolitlfc^e 
Fragmente a\9 ©cgenHfb ber flegreic^en ktfiiiifd^en Äird^enfcud^er. 

Unb jf^t txUuU id) mit, boö bcn ßobcx fc^^mutfenbc SÄlniatur* 
gemdfbe alfo ju beuten: J)aö 99itb flellt bcn burd^ (5&riftu3, ben »gort 
aller Jtird^en, auf SörHtte ber J&eiligen, unter «Öerjog .33retif[anj II. 
unb 9lh 3)iet^arb l^erbeigefü^rten @ieg ber lateinifd^en )&lturgie üter 
bie griec]^ifcl)*flah)if(i^e im «^fofler toon (Säjah)a bar. 

2)iefe 3bee i(l finnretd^ burd^ bie ^ISt^eilung beö (Sanken in j^ioti 
gelber, ein D(«ere0 unb Untere^, auögefii^rt. 5Der ®eban!e, ba|l ber 
6ie<j beö lateinifd^en 8iitu0 fiter ben flatoifc^cn auf bcn »öerrn junicf« 
"jufü^ren unb i^m ju toerbanfen fe^, ^rirb im oberen gelbe burd^ bie 
33i1on in ber 9lpocaU;^)fe 1. 12 — 17 barije(lellt, in iueld^er 3ol^anne8 
ben @o^n beö aHenfd^en fa^ in aJJItten fleten golbner fieuc^ter, in bejfen 
{Redetet ftet^en @terne, toon bcffcn ü)2unbe m jn)eifd^neibige0 (Sd^toert 
ausging, unb bejfen 9lntli^ tok bie @onne leuchtet, unb ju beffen güfen 
ber ©c^cr mie tobt nicberftel, unb ber i^n aufricl;tet mit feiner Ole^« 
ten. @r, baö •^r:|)^a unb Omega, ber mit bem @d[;h;erte feinet 9)hm* 
beö alte geinbe ber Jtird^e t>ernid^tft, t)ai ben toon aj^enfd^en eingefö^r* 
ten flatt)ifdl;en 8iitu6 in @äjaiüa geftürjt, unb ben Vton 3&m flammenben 
lateinifc^en ^itu9 jlegen gemac^^t. 2)ie|en ©ebanfen, ba|l bie lateinif^e 
l^iturgie im ®egenfa|e jur flatoifd^en toom «§errn fiammt, ^at ber 3Ra» 
ler bur(i^ baS „Dominus" auf bem Kober im untern gelbe auögebrucff, 
iooburd^ er gugleid^ auöfprad), bo^ ber «§etr rö fei;, m\(f)n Jvolle, baß 
fortan ju feiner ^ijxe ber ®otte0bienfi in ©ä^ama lateinifd^ gefeiert 
toerbe unb »&erjog QBretiffaU) nur ber 33oirflrrder biefeö göttlichen 9B U 
lenS fei;. 

3)aö untere gelb, baö im innigfien 93c^uge ju bem DSeren flc^t, 
fledt alfo nid^t tlofl bie ©c^enfung eineö Utmi\6:}m Jtircl;enl«u^ö an 
ben neuen 9l6t 2)ict^arb burd^ «&erjog 93retifla^ü bar, fonbern toie bie 
«Öaltung beö ^er^ogö beutlid^ anjujeigen fc^eint , bie mit ber Uetergah 
bed lateinifd^en Ätrd^enhic^ö f^ml'Olifc^ auSgefvrod;ene SBeifung, ben 
®otte0bienft in ©äjahja fortan lateinifd^ ju Begeben. 

3)er $err l^at akr biefe flegreid^e SBenbung ber 5l)inge in @äs 
latva, ben 3ieg beö !Bid)te0 ü6er bie ginperni^, l;erteigefu^rt auf bie 
gur6itte feiner ^eiligen. 5Die 33rufJ6ilber biefer ^eiligen burd^fred^eii 
ben Ola^men beö ®emälbeö an ben 4 Mtn unb red&tö unb linW in 
ber mtic. jD^ne Bnjeifel fieHen bie in rauben «BZebaiHong Befinblid^en 
«rufieilber ^eilige bar; benn 9iae ^a6en, gleid;h)ie ber .&err unb 
3o:^anne0 im oberen gelbe ben «§eiligenf^ein, bie lunula, um baö ^aujjt. 



115 

«Öerr $TOf. Dr. ^6flet meint: ämi^tUo^m fet;en ble »gelllgen inlben 
4 Gefeit bie tner öi) an gell fleiu 3d& toermiffe a6er 6cl benffI6en bie 
Qt)a)bf)nü(i)in au8 bcr altejlcn d^rifllld^en ße'it flammenben '©i^mBoIe ber 
^toangefiflen, «nb nur baö 95ilb in bcr erflen untern (Scfe ^at ba0 @l?mBoI 
beS ^.3o:^anne0, ndmlid^ ben ©iftfeld^. 5l6er aud; biefeö ^itt> bürfte ben 1^. 
3o^anneö nid^t barjiellen, imil baö (Sujet beffelten bad aWonc^ögehJonb 
trägt. 3Bell nun ber 1^. 95 e neblet aU (S^m6o( axiii ben ©Iftfel^ 
fu^rt, fo buifte ba0 sBrupbilb i^n barfteüen. 

Qlfö bie «&aiJi)tfür6lttcr für ben Sieg be0 Iateinif((;en fllituö hi bem 
«&errn erfci^einen at'er offenbar bie Iin!3 unb rec^tö in ber aHitte bar^ 
gefledten »^filfgen, bereu 93ifbnlffe ba§ oBere gelb mit bem untern toer* 
binben, a!fo baburd^ jinnreid; M bie toorjuglid^fien 93ernüttler ber neuen 
©eflaltung ber JDinge in ^ä^awa fcejeic^net j!nb. »&err $ßrof. Dr. 
»&5fler meint, blefe «Seifigen in ber WitU feien ein ©ifd&of mit feg* 
nenber «ganb (üJiet^ob?), i^m gegenüSer ein a»6nd& (Sl;rifl:?). — 9(n 
3Äet^ob unb Kl^rTC gu benlen ^inbert, aSgefel^en \>on ^Inberem, meine« 
@rad&tenl bie Oruubibee be« gangen ©emdibelj benn ber i?on i^nen 
jiammcnbe ffatulfc^e 8litu0 ifl ^ier bie IBeflegte @ad&e. CS« flnb öiel* 
mel^r-^eiliije/iuelfbe bie j!egreid)e @ad&e Bei 6(irijiu3 vertreten l^akn, 
tinb bemgemafi ip bie »&oItung ber «gdnbe 6ei 93eiben eine, wie icö beut* 
lid^ gu erfennen glauBe, 6et(;enb fle^enbe. 5)a^er beute id^ bie auf baö 
okrgel b fid^ Bejie^enbe unb bie 95itte für ben burdt) 6^rif!uö ^erBei* 
jufü^renben (Sieg auÖf:j>red^enbe Snfd^rift: Vis solem, debes aspicere 
Christum — SBidji i>n 6onnenIi(i^t, muft bu auf S^rlfluö BlicEen. 
(Sid^er flctrt ba3 QBIlb red^tö einen l^eiligen 95ifd^of bar, unb an 5Ben 

t 

bürfte man jun4d;ji mit me^r Oled^t benfen alö — an ben f). 
5(bal6ert? 

@o ftflTt benn alfo bie^ ©emälbe bie ^infü^rung ber lateinifdöcn 
fiiturgie an ber ©teile ber flamifd^en in Sä^atoa bar, unb ber ßobei:, 
ben eö fcl)müdet, ifi bemnaci^ berjenige, ben ^erjog 93reti«tan) aU (Bi)nu 
M bc3 lateinifd^en Olituö, ber ^inf'ort im Älo^er l;errfc^en folTte, bem 
^lUe ^iet^arb feierlid^ ütergaK 

11. 

2)ie glagotitif^en Fragmente. 

2ßir hjenben unö nun jur Q3etrad)tung be6 „©egenfcilbeö", ben 
in bem &obex auf6eh3a(;rten glagolitifc^en gragmenten. Ǥerr 93ibIio* 



116 

t^efar Dr. (Bafarif, ber gele:^rtefle Äenner flatoifd^er Stlterti^ümer, ^at 
bUfeI6en in iihrauö QxnMiä^n unb mnfaffenber SEBeife nad^ il^rem 
äußeren »&aHtu«, ^Jergament, Stinte, 3n^alt; Xcxi, ^pxa(^t, 
afted^tfd^reitung, 3nteri)unction, grammatifd^en gormeit, 
fo toie äJaterlanb unb 211t er Mm^ttt, «nb biefe feine gelehrte 9IB* 
:^anblung am 17. ^ec. 1855 unb am 3. 9?oö. 1856 in ben Sectionö* 
ijerfammrungen ber f. t6^m. ©efeUfc^aft ber SBiffenfc^aften gelefeit. 
©ir l^eBen au^ berfel^en baö fiir unfern i^lfiorifd^en Qwtd SBid^* 
tige aud. 

,,2)ie gttjei glagoTitifc^en gragmente pnb Seflanbt^eile \)on litnx^ 
gifc^en Sudlern nad& gried^ifd^em Slit\i&, beren fummarifd^er 3n^alt 
folgenber ifl. ^aö erfle Sragment enthält je^n fogenannte SvetilncD, 
griec^ifd^ Sra^jopolarien, b. i. fold^e furje *§J?mnen, njeld^e an @ontt^ 
unb Sffitagen Ui ber SWette (matutinum) gefungen toerben. 5Die @onn* 
unb Safttage, ju benen j!e ge^5ren, jlnb, baö erfle unleötare aJ'gerec^^ 
net, folgenbe: 2) bie 1^. SWefo^jentecofle, b. i. ^ltttvo<i) nad^ bem 4. 
Dfierfonntag; 3) bie 93er!fdrung S^ripi am 6. 5fugujl; 4) ber QWer. 
"^eiligenfonntag, b. I. ber erfie Sonntag nad^ ^fingflen; 5) ber ^omu 
tag beö SBIinben, b. i. ber 6. Ofierfonntag ; 6) baö gefi ber *§immel« 
fa^rt S^rifli; 7) baS 1^. ^pngjlfefl; 8) bie @e6urt beö ^. 3o^anneö 
beö JTduferÖ, am 24. 3unl; 9) ba8 gefi be3 f). ^etruö unb ^auTuö, 
am 28. 2nni] unb 10) baö Sefl ber «Himmelfahrt SWaria, lam 15. 
9tuguft. 2)a8 jiDelte fSMt ent^ft einen ^f)dl be8 Officium^ am $af. 
jlonötage, ndmlid^ brei 9tnti^3i^onien, ein .^atl^iöma unb ^tvti SWa!a« 
riömen." 

Ǥerr Dr. Oafarif l^at ben $ett ber Beiben Fragmente, fo hjfit 
eö i^m gelungen, benfelBen gu entziffern, feiner ganjen (Seflaltung und; 
fotoo^I in ber urfpriSnglid^en gragoIitifd[)en Sd^rlft, alö in einer aba* 
quaten lateinifd^sffaltjifd^ ortl^ogra^j^irten ^ran3fcrl))tion mitget^eift, unb 
bem allen am Snbe nod^ eine ci^rillifd^e Umfd^rei6ung beö glagolitlfd^en 
Wertes Beigefugt. 

„2)ie @:t)rad&e biefer Fragmente fiimmt jtoar im ©anjen mit jener 
ber altflatoif^en J^ird^enBüc^er, toie toir biefelBe in ben diteflen «§anb* 
fd^riften pnben, üBerein, itjeld^t jebo^ im (Singelnen Bebeutenb \)on ber* 
felBen aB unb Bietet gormen bar, toel^e ber toefllid^en S^tjrad^orbnung 
ber (Blamn unb gtoar bem 5)lalect ber 936^men , aWäl^rer unb ©lovoa* 
!en angeboren. SGBir finben ^ier bie toefentlic^flen J^ennjeld^en biefe^ 
3)ioIect8 fo t»oirpdnbig unb fc^lagenb Beifammen, baß baburd^ jeber 
3it)eifel gdnjlic^ Befeitigt toirb." 



117 

,,J)ie gftage nad^ bem QSaterlanb unb 9CIter ber Sfragmente i|l 
jhjar bie intereffantepe; a6er gugfeid^ bie fd^h)ieri9fle unb bunfelfie Partie 
uttferer 9tufga6e. JDiefe ©d^iDierlgfeiten tourben meit geringer fei;n, toenn 
f!d^ und auö ben erjien jtoei 3a^r^unberten nad^ ber ^infu^rung ber 
ffah)lfcl^en Siturgie Bei ben mä^rifcljen unb ^jannonifd^en Slawen ga^I« 
reichere, §umal batirte «öanbfd^riften unb 9lejle erhalten "Ratten unb totnn 
n)ir {lUx ben Urfprung ber 6eiben jTatoifd^en ^Upf)aUu, M gtagotiti* 
fd^en unb f^rillifd^en, uBer bie 5^rioritdt beö einen ober beö anbern ober 
lUer bie Rarität 6eiber fd^on im Akren ivdren. (So a6er fe^lt un0 
in ber c^riHifd^en ^Jaläograi^^ie jeber jld^ere a»aa^jla6 ü6er baö 3a^r 
1056 (bttanntlii} ba3 5)atum beö Dfiromirifd^en ^üangeliariumö) l^ln* 
axi^. 9?od^ fc^Iimmer jle^t eö mit* ber ^aläogra^^^ie ber gfagolitifd^en 
tganbfd^riften au8, ba bie ältefien unter benfelBen fdmmtlid^ o^ne 
®atum finb, eingepreute glagolitifc^e 33ud^pa6en grwar fd^on in ben dfte* 
flen ater teiber unbatirten cVridifd^cn «ganbfd^riften ijorfommen, ber ba* 
tirte glagolitifd^e ^faUer ^om 3. 1222 je^t ijerfd^munben i|l, unb bie 
glagolitifd^e Unterf^rift in einer gried^lfc^en Urfunbe tom 3. 982 im 
Stlo^ex 3^eri auf bem Slt^oö Bio je^t nur ber «rc^imanbrit ^or))§(?rli 
(1846), jhjar ein untoerbäd^tiger 3^ug^ aBer immer nur ein 3^wgf, ge* 
fe^en unb leiber in getreuer 9l66ilbung nod^ nid^t i)er6ffenttid^t l^at. 
J&iflorifc^e 3eugnijfe, h)ie fle gur 3«t vorliegen, entfd^eiben für jldt» allein 
bie ^a(tie ni^t, inbem (i\)xW9 Srfinbung einer neuen Sd^rift für bie 
©tarnen gtoar ^ijlorifd^ unantafiBar fefifiei^t, aBer auc^ bie Jl^atfad^e 
glauBtofirbig gemelbet toirb, baf bejfen @^i5(er unb ©e^ilfe Slemenö M 
nad^maliger 93ifd^of in Bulgarien tin anbereö beutlid^ereö ^\)ß^abtt für 
bie ©übffahjen jufammengefiedt ^aBe, fo baß Bei bem gdnglid^en ©c^toei« 
gen üBer bie Sigurenbeö einen ober M anbern eine fpdtere 33erhjed^ feiung 
ober UeBertragung be39?amen3 ^on bem einen auf baö anbere (urf^)rüngIid^ 
l^ieß baö QlI^tJ^aBet nur baö f I a it) i f d^ e) nid^t unm6glid^ tt)dre. Stein SBun« 
ber alfo, baß unter ben ffahjifd^en ©ele^rten üBer baö relative SUter unb 
gegenfeitige 35erl^dltniß ber Beiben flamifd^en 9ll^)^aBete feine aKeinungö« 
ein^eit ^errfd^t! Qlud^ ic^ unterzog mic^ ^on neuem ber flle^ijfon ber 
(Streitfrage, aBer nod^ flnb meine Unterfud^ungen ju feinem enblid^en 
(Sd^Iuffe gebie^^en, fo baß ic^ bie ÜÄitti^eilung ber fllefultate meiner 
tt)ieber^oIten gorfd^ung ber 3"^u«ft anl^eimfieffen muß." 

„3d^ ^aBe nad^gelpiefen, baß baö an unb für jld^ fird^enflatoifc^e 
©runbgetoeBe beö XexM burd^gdngtg mit ianU unb @^)rad^formen \)er* 
fe^t ifl, h)elc^e unjtoeifel^aft bem 3)ialect ber ^6^men, ^if)xn unb 
®lon?afen, im Oegenfa^ ju ben üBrigen flatoifd^en ©iaiecten, ange^6* 



118 

ten. S)a iebo^ bie ^rea biefeö 3)lalectö in alten Seiten in ber einen 
Wi^tung jum minbeflen y>üm 9liefenge6irg tiö ^cftf), in ber an* 
bern aUx toom ß^erlanbe 6i8 33artfelb unb llngijar reichte unb bie* 
feI6e ü6erbiep toon brei ^iflorifci^ getrennten 33olf3jn)eigen eingenom* 
men iDirb; fo mdre eine genauere ^eflimmung ber «öeimat^ unferer 
aiejie alCerbingö ernji'infc^t, tvenn fle üBerl^aui^t m6gli^ todre. ^iqu 
fe^lt eö aier an ^inreid^enben Sln^alt^i^unften." 

,,3^ l^atte ttereitö fcemerfr, baß «nö ju einer Befiimmten unb pm 
cifen Si:cirung be« 211t er 5 ber gragmente bie n6t^igen S3e^elfe, \)or 
allem aBer batirte glagolitifd^e (Sobiceö fehlen. 3)enn eö ifl in ber $a« 
Idograip^ie löie in ber aKat^ematif, bap man unBefannte ®r6ßen nur 
bur(^ Befannte Befümmeji fann. 3Öenn idj e8 bemnad^ bennod^ njage, 
im 3ntereffe ber SBiffenfd^oft unb beni $'rieBe eincö ieben felBfiflänblgen 
Sorfc^erö folgenb, baö Filter ber teiben gragmente etwaö genauer gu Beflim' 
men unb biefel6en in eine vdai'vo ^o^e ßeit gu ^erfefeen, fo Bin id^ fd^ulbig, 
bie ©rünbe, toelclje mid^ baju ermut^igen, offen unb v>oIl(ldnbig bargulegen." 

J&err Dr. (Safarif madjt barauf in adjt fünften au^ bem gan* 
gen Äußeren «öaBltud ber a)?cm6ranen, ber hinten unb ber @d^rlft, an^ 
bem 6^ara!ter ber @d&rift al8 einer reinen Uncialfc^rift, auö ber glei* 
^cn gigur ber 9Kajud!eln unb 3Hinu3ffln, au8 ber 2trt; toie bie Linien 
gebogen flnb, an^ ber ©e^^iatlnte M gragmenteö, bem emBrl;onifc^en 
3uflanbe ber Drt^ogra>)^ie unb ©rammatif, auö ber 2l6h)efen^elt aller 
biafritifd^en 3^'^^" üBer ben ßciUn, unb ber elgent^ümlid^en 3nter* 
Function geltenb, baß bie gragmente einer ungetüo^nlid^i^o^en bem 
XII — XIII. 3a^r^. Bebeutenb ijorauöge^enben 3fit angei^oren. 

„^nblic^ fddt l^ier aud^ ber Umflanb gemid^tig in bieiSBaagfd^ale, 
baß ber Xnt unferer gragmente, namentlidl) beö erjien ober ber (gra^jo* 
jiolarien, bem dlteren 3uflanbe ber ,^ird^enBüd[)er , nid^t bem fvdteren, 
\Dit er feit bem 5tnfang beö X. 3af?rl)unbertö ober feit J^eo bem Seifen 
(f 911) unb Sonfiantin $or))^^rogenet (f 969) geivorben ifi, entfprid^t; 
benn eö ifl unraa^rfd^einlic^, baß man einen antiquirten ^nt f^dter 
neu üBerfe^t ober aud^ nur burd^ SlBfd^riften für ben Ärd^engeBrauc^ 
ber^ielfdltigt ^dtte." 

,,3Benn id; nun baö ©etoic^t biefer fimmtlic^en ©runbe üBerlege 
unb baBei erh)dge, baß einerfeitö an tint UeBerfefeung ber gried^ifc^en 
Äird^enBüd^er für bie @lah)en in 3»d^ren unb ^anuonien \>ot (ii)xiU 
unb aJJeti^ob nid^t gu benfen ifl, anbererfeitö aBer ber tDirÜid^e äugen* 
fdaige ©ad^ver^alt eö nic^t guldßt, biefe gragmente in eine unb biefel6e 
ßtit mit ben Befannten batirten unb unbatirten cJ^riaifc^en unb glago* 



119 



litifc^e» 2)en!malern beö XI. ^af}xf}. ju fielTen, fo trage i^ fein 33eben* 
fen, i^ren Urftjrung inner^alt ber evpen ^unbcrt Saläre nad^ ß^ritt'ö unb 
aSetl^ob'« Qluftreten In aD^d^ren, ober jtuifd^en bie 3a^re 862—950 ju 
feien." 



®ie ijer^atten p^ blefe gtagolitifc^en gragmente ju meinen ü6er 
bie flamifc^e l&iturgie bargelegten ^^iflorlfc^en ^nfd^auungen? 

5Diefe glagolitlf^en gragmente, n^el^e — ioie J&err Dr. J&ofler 
fd^relBt — fld^ ujie eine Oicgeötro^^äe beö Iateinifd;en 9litu0 ü6er ben 
ffaniifd^en au8 bem (S^ifftrud^e ber flatoifc^en ^iUiot^d ^on @ajah>a 
gerettet ^aBen, \\^u^cn bafür, ba^ e3 griec!?lf(!)*ffan)lfcl;e aWönd^e, toa^r^ 
fd^einlid^ au8 ben in Ungarn tiefle^enben ^(6(lern, h)aren, toelci^e ber 
^. $rofo>) für @ä5an)a geioann, um bort bie ffatoifd^e löiturgie eitiju* 
führen, ^iefe Ua(i)Un jene ^irc^^entüd^er mit, beren !oflBare Ueter* 
refle jld) in biefen „Sragmenten" erhalten :^a6en. ^8 tebienten jfd^ 
atfo aud^ bie ©ried^en nad^ 3)iet^ob'ö $'obe H8 um bie 3J?ittte be8 10. 
5a^r^. (;in ber gUgolitifd^en @d^rift, unb e8 ifi meine 3tnfd^auung 
ihex (5:i;ri(l aU (Srfinber berfelBen, unb jener @d^rift, in toeld^er guerfl 
in ÜWa()ren unb ^annonien bie ffan?ifd^en Äird^enfcüd^er gef^rieten tour* 
ben, burd^ bie „gragmente" nur Betätigt toorben. 

^ag blefe gragmente 33e[}anbt^eile liturglfd&cr Q3üd[;er nad^ grie* 
^ifd^em 9flitu8 jlnb, ijermag meinen Sa|, bafi bie ^on 3Hetf;ob in 
ffalolfd^er (Bpxa^c gefeierte I^iturgie jene ber romifd^en Äir^e h)ar*), 
nid^t ju entfräften. (Sie njörben bie^ nur bann, toenn fle jld^ auf ganj 
untoiberfi^redblid^e SBeife aU urf^rünglid^en metl^oblanifd^en '&anbfd^riftejt 
angel^orig ern)lefen. (Einen fold^en Urf^^rung unb S^ara!ter berfelfien*' 
ju ^jrdbiciren, toagt ber au8ge3eid[)nete 33eleud^ter berfel6en nid^t; unb 
meinet ^rad^tenö f^rld^t ijorjuglid^ bieS^^rad^e biefer gragmente, be* 
ren ber toefllid^en @^3rac^orbnung ber (SlaJüen unb gtoar bem ^iafect 
ber S36^men , SWä^rer unb Sfoioafen ange^Jrenben gormen ijon ber 
@^)rad^e ber altftamifc^en Äird(;enhid^er Bebeutenb af>tvü(i)trt, \ef)x UnU 
lid^ bafur, bap bie flan?ifd^e UeBerfe^ung jener Äird^enBüd^er, benen jle 
angehörten, nic^t ijon (£l;ri(r unb SWet^ob flamme, fonbern mn f^^dte* 
ren 3eit angel^ore unb öon SWdnnern flamme, au8 beren S3aterlanbe fld^ 
am Beflen biefe B6^mifd^en, md(?rifd^en unb ffoitjaüfc^en (S^^rad^formen 
erfldren. ^enn (£l;ri(r unb 3J?et()ob üBerfefeten bod^ gerolf bie Äird^en* 

1) @. S. 28. (S. 107 jTg. 



120 

i&^tx in einen reinen un\)ennif(i^ten ffatoifd^en JDialect. 63 toaxtn aBtt 
bie liturgifd^en fSn^tx , toeld^e bie »Äijojlel ber mäi^rifd(;en unb pamc* 
nifd^en Slatoen in bie (S^ra^e berfetten übertrugen, jene ber tateinifdj^en 
Äirci^e, toenn eö aud^ immerhin gugegeBen n^erben muß, baß f!e bre ürc^« 
lid^en fiefefiücfe au« bem 9t. unb 9?. X. fotoie ben ?JfaIter unmittelbar 
au0 bem gried^ifci^en XnU überfefeten. 6in @^luß ater auö bem 33or* 
l^anbenff^n unb ber SSefd^affen^eit biefer „glagolitifd^en Fragmente" auf 
bie unmittelbare SBirffamfeit aKet^ob'd in S35^men erfc^eint aU fo toe* 
nig gerechtfertigt, baß if)n »§err Dr. @afafif nid&t ^on ferne ju 
giel^en toagt. 



5Dru(l von ö. ®. Zentner in Sei^jjig. 



31 tt M tt 9 111. 



^Statiftif Der Wli^oliteu. 



m^rf^trfrtifg 



ber 



glagolitifc^en Äirc^engemeinben in bcn ©iöccfen 



»cn 



in bcncn bcr ©ottc^bicnft in altftotvcnif^cr @^)rad^c 

gefeiert \mi. 



vCac^bem baö gange 33uci& famnit t>en bcibcn Sln^Ängctt fdjon ge- 
brucft iüar, erhielt ici& t>urd& bic ®nabc bcö P. T. ^crrn gürjlcn^^rj' 
bifc^of« üon ®6rj, Dr. Slnbrca« ©oUmai^r, patijlifc^e 5tuön>cife be^ 
glagoKtifc^jen Äirti^emrefcn^ in ben JDiöcefcn »onSScglia, 3ara, S^jalato 
unb (S eben! CO. 2)urc^ biefelben njfrb bcr §. 48. meinet 53uci&eö, bcr ben 
(jegenttjirtigcn ©cjlanb bcr flanjtfci&cn Siturgic jum 93orn>urfc 
f>at, um ein Q3cbcutcnbc^ vcrt^oUfldnbigct; unb i(f) l^abe nur nod^ ju Bemcrfcn, 
bag i(^) bicfe jlatijiifci&cn JDaten, n^cld^c i?on ben (jod^tüürbigjicn Orbinariateu 
ber genannten JDiocefen au^gei^en unb ba^er von ber größten ^tM^li^hii itnb, 
in ber ©ejlalt üer6ffentli4^en ju foUen glaube, in n)e(tf;er mir biefelben guge; 
gangen ftnb. 

i^fHmfrt^, ben 5. mu 1857. 



®injcL 



I. 

Dimostrazione 

della localita in cui viene praticata la liturgia slava glagolita 

del rito latino 

nella Diocesi di Veglia. 



r 



Denominazione 

delle 

localitii. 



Bescanuova . 
Castelmuschio 



Dobrigiio . 
Dobasnizza 
Verbenico . 
Poglizza 
Bescavalle . 
Ponte . . . 
Bescavecchia 
Cornichia . 
S. Fosca 
Micoglizzc . 
Monte . . . 



Veglia *) 



Titolo 

della 

rispettiva CItiesa. 



S. Maria Capo (in capitc in- 
sulae Vegiiae) 



Parrocchia col Capitolo rurale 

(lelto 

dettü 

(iettü 

detto 

Parrocchia 

detto 

detto 

Curazia 

detto 

detto 

detto 

detto 

Convento de! 3o. Ordinc ii- 
iirico di S, Francesco. . 



detto , 



No. 

delle Anlme. 



2360 
1449 
2667 
1471 
1825 

637 

772 
1135 

279 

420 

497 

437 

336 

[2Sacerdot. 
4 detto 



*) ÜWit 9lu«nv\l>mc frcr ®taH »43cö[ia ifl auf bei- ganjcn 3ufcl QSeglia l)ie fllagos 
(itif(^e <Sprvi(^e )u fmt>en unD in Uebung beim ®ottedbien|le. 



126 



Denominaiione 

delle 

localila. 



Titolo 

della 

rispettiva Ghiesa. 



Dobasnizza 



Vallc di S. Marlino sul l'isola 
(li Cherso (ad S. Hierony- 
mum in Crepta insula) . 



Couvento del 3o. Ordine il- 
lirico di S. Francesco . 



detto 



Ko. 

delle Aniffle. 



1 



J3 Sacerdot. 



1 detto 



Dair Ordinariato Vcscovile. 
Veglia, 14. Aprilc 1857. 

Giovanni Vitesich^ m. 

Vescovo. 



n. 

Synopticus 

monasteriorum III. Ordinis Provinciae Illyricae S. Francisci, 

Paroeciarum, Capellaniarum expositarum , numeri animarum 

earuradem nee non Saeerdotura , qui in his et illis slavice 

liturgiam exercent 



m 



Dioecesi Jadertina. 



Nomen loci. 



Jadrae 



Galovaz in scolio 



Ecclesia 

et Sacerdotum numerus. 



Conventus ad S. Michaeiem cum 
2 Sacerd . 

Conv. S. Pauli cum 1 Sacerd. 
administratore paroeciae Ultra 
mare (Preko) 



Nnmerns 

aniinarum. 



917 



127 



Nomen loci. 



Ecclesia 

et Sacerdotam namerus. 



Nnmenui. 

ariimarum. 



Decanatus Jadrensis: 



Jadrae . . • 
Boccagnazzo 
Malpaga . . 
Diklo . . . 
Gorizza . . 
Galovaz . . 



Paroecia Metropol. 1 Sacerd. defic. 
Capellania exposita — Capellanus 

detto 

Paroecia cum Administr 

Paroecia cum parocho 

Capellania exposita cum capell. . 



Decanatus Aenonensis: 



Aenona (Nona) 
Verhe . . . . 
Visocane . • • 
Radovin . • • 



Paroecia — Cooperat. . 
Capell. expos. — Capell. 
Paroecia — Paroch. . . 
Capell. expos. — Capell. 



Slivniza 



Decanatus Rasanze: 



Capell. expos. — Capell 



Decanatus Novogradensis : 



Popovio 
Rastevic • 
Benkovaz 
Smilcic . 



• • 



Capell. expos. — Capell. 

detto — detto 
Paroecia — Administr. - 
Capell. expos. — Capell. 



• • • 



Decanatus Albaemaris: 



Tinj . 



...•*•• 



Capell, expos. — Capell. 



• • • 



Decanatus Salbensis: 



Ulbo . . 
Premuda 



Isto 



Paroecia — Paroch 

detto — Administr 

Capell. expos. — Capellanus et 2 
Sacerd. def 



5606 
231 
156 
382 
446 
337 



759 
415 
361 
258 



329 



377 

189 

308 

93 



180 



1186 
544 

I 350 



128 



Nomen loci 



Melada . . 
Zapuntello 
Sale , . . 



Zman 



Rava . . 
Bozava . 
Dragove 



Birbigno 



Savro . , 
Esi major 
Esi minor 



S. Euphemiae 



Lukoran 
Ugljan . 
Sestrunj 

Cille . . 

Nevidjane 
Zdrelaz 
Pasmail . 
Tkon . 



• * • 



Ecclesia 

et Sacerdotum numerus. 



Paroecia — Parooh 

Capell. expos. — Administr. et 

Cooper 

Paroecia — Administr 

Capell. expos. — Administr. et 

Cooper 

Capell. expos. — Capell. . . . 
Paroecia — Paroch. et 2 Cooper. 
Capellan. expos. — Capellan. . . 
Paroecia — Administr. et 1 Sa- 

cerd. deftc 

Paroecia — Paroch. . . 

detto — detto .... 

Capell. expos. — Capell 



Nnmerns 

aiiimarum. 



t • • • 



Decanatus S. Euphemiae: 



■I 



40() 

243 

578 

357 

178 
717 
20r> 

177 

130 
823 
370 



Paroecia — Paroch. et 1 Sacerd. 
delic 


> 


987 


Paroecia — Administr 


522 


detto — Paroch. et Provisor . . 




695 


Capell. expos. — Administr. . . 




161 


Paroecia — Paroch. et 1 Sac. 
defic 


1 


559 


Paroecia — Administr 


353 


detto — detto 




245 


detto — Paroch 




671 


detto — Administr 




443 



129 



III. 



Synopsis 



paroeciarum et capellaniarura, nee non numeri sacerdotum, 
a quibus in illis veteroslovenice divina eelebrantur mysteria 



in 



Dioecesi Spalatensi. 



Nomen loci. 



Ecclesia 

et Sacerdütum numerus. 



Numerus 

animarum. 



Spalati Civit. 



I 



Postrana 

Jessenizze 

Sitno 

Kottlenizze 

Diigopolje 

Grohote (de Solta) . . 
Villa superior . (Selo 

gornje) 

Luiic 

Sucuraz 



Decanatus Spalati: 

Paroecia — Paroch. et 2 Sacerd. 

deftc 

Paroecia — Paroch 

detto — detto — et l Sac. def. 

detto — detto 

Capellania — Capellanus .... 

Paroecia — Parochus 

Paroecia — Paroch 

/ detto — Paroch. et 2 Capell, . 

Paroecia — Paroch. et 1 Capell. 
detto — Paroch. et l Sac. def. 



Decanatus Tragurüj 



Dervenik 






Paroecia — Parochus 



Decanatus Sign: 



Caporizzc, 
Kucine . 
Strizirep 
I Trilj . . 



Paroecia . 
Capellania 

detto . . 

detto . . 



) 



4460 

570 
735 
533 
274 
1280 
695 

480 

160 
816 



320 



386 
143 
188 
662 



130 



■r 



Nomen loci 



Eocletia 

et Sicerdotum numerus. 



Nnmerns 

animarum. 



Grab. . 
Vostane 
Bajagic 
Bitelir- . 
Zasiok . 
Turiake 
Koprivno 
Ruda . 



Sriaiie . . 
Piitissic . 
Dülaz donje 
Bisko . . 
Vojnic . . 
Trimbiisi . 



Podgora 



Dusina 
Oraz . 



Vidanje 
Dobranje 
Vido . . 
Desne . 
Borovci 
Struge . 



Krstaiizze 
Zagvoid 



Dolaz gornje . . . . j 



Capellania 

detto 

detto 

detto 

detto 

detto 

detto 

dfetto 

Paroecia — Capellan. et 1 Sac. 

def 

Paroecia — Paroch et 1 Sac. def. 

detto — Paroch. . 

detto — Paroch. et Capeii. . . 
detlo — detto — detto .... 

Capellania 

Paroecia 



Decanatus Macarensis: 



Paroecia 
detto . 
detto . 



Decanatus Neretvae: 



Paroecia 
detlo . 
detto . 
detto . 
detto . 
detlo . 



Decanatus Imotensis: 



Paroecia 
detto . 
detto . 



1085 
715 
050 

1062 
590 
580 

1870 
675 

( 460 
) 

153 
98 
856 
480 
390 
344 



1446 
096 
635 



540 
306 
486 
1075 
550 
730 



540 

592 

1286 






13t 



Nomen looL 



Ecolesia 

et Sacerdotiira numerus. 



Numerus 

aniroarum. 



Lokvicic . 
Grabovaz . 
Medovdolaz 
Svib . . . 
Dobranje . 



Zezevica 
Slune . 
Kucite . 
SviniSce 



Rogozniza 
Kresevo . 
Blato . . 



Rostanje 

Zvecanje 
Ostrviza 
Gata . . 



Tugari 



Dubrava 
Duce 



T 



Paroecia 
detto . 
detto 
detto . 
detto. . 



Decanatus Almlssensis : 






Paroecia — Paroch. et Ca pell. . 

detto — Paroch. et 1 Sac. def. 

detto — detto 

detto — detto 

detto — 1 Sac. def. 

detto — Paroch. et 1 Sac, def. 

detto — Paroch. Capell. et 1 

Sac def, 

Paroecia — Paroch 

detto — detto 

detto — detto 

detto — Paroch. et 1 Sac. def, 

detto — Paroch, et 1 Capellan 

detto — Paroch . 

Capellania — Capellan 



1006 
845 
493 
438 
372 



1070 
203 
40S 
298 
574 
460 
650 

835 

360 
292 
398 
470 
280 
98 



i 



132 



IV. 



In Dioecesi Sibenicensi: 



Homen loci. 

Pervici | 

Sepuriim 

Kaprie 



Eoclesia 

et Sacerdotum numerus. 

Conveniiis cum 3 Sacerd. admi- 

nistr. paroeciam 

Capellania regulär 

detto detio 



Humerus 

auiinarum. 



1009 

881 
187 



jur Äird^enprot>inj t)on ®orj gef)6ren, ift iiac^ erftdrung bc^ 
l)oijtt>. DxiinaxiaM t)ie glagoHtifd}e Sprache beim ©ottcöbicnfte 
ttirgenbö in Hebung. 



« 



^ritcf »on 03. ®. Xcubncr in Scipjiij. 



y 



r